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Elektrischer Impuls- und Wellengenerator Aufgabe der Erfindung ist
die Schaffung einer Schaltungsanordnung, die einen Impulsgenerator unter Verwendung
eines in Serie mit einem Schmitt-Kippkreis geschalteten Miller-Integrators enthält
und zur Erzeugung von einzelnen oder fortlaufenden Recht-, Dreieck- oder Sägezahnschwingungen
sowie von positiven oder negativen Sprungspannungen bzw. linearen einmaligen Spannungsänderungen
dient. Das Ziel einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist die Schaffung
eines Wellengenerators, dessen Ausgangsspannung symmetrisch gegenüber Erde oder
einem anderen gemeinsamen Festpotential für solche Wellen pendelt.
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Gemäß der Erfindung ist die Schaltanordnung so getroffen, daß der
verwendete Miller-Integrator in an sich bekannter Weise mehrere Verstärkerstufen
enthält und daß von einer Verstärkerstufe mit Ausnahme der Endstufe Rückkopplungsimpulse
abgeleitet werden, welche als Auslöseimpulse des Schmitt-Kippkreises dienen, und
daß eine Umschalteinrichtung vorgesehen ist, durch deren Betätigung wahlweise die
verschiedenen Impulsformen erzielt werden.
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Der Schmitt-Kippkreis ist eine bekannte Schaltung mit primären und
sekundären Röhren, die eine gemeinsame Kathodenbelastung aufweisen. Die primäre
Röhre hat dabei eine Anodenbelastung sowie eine angezapfte Impedanz, die parallel
zur primären Röhre und zur gemeinsamen Kathodenbelastung liegt, während das Steuergitter
der sekundären Röhre an den Anzapfungspunkt der erwähnten angezapften Impedanz angeschlossen
ist. Obwohl der Schmitt-Kippkreis in »Journal of Scientific Instruments«, 1938,
Nr. 15, S.24, ursprünglich für zwei Trioden beschrieben wurde, soll dieser Fachausdruck
im vorliegenden Fall auch für eine Kombination von Mehrelektrodenröhren gelten.
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Der Miller-Integrator ist ebenfalls eine bekannte Schaltanordnung,
die als wesentliche Teile einen Widerstand und eine integrierende Kapazität enthält;
wobei die integrierende Kapazität an einen Verstärker angeschlossen ist.
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Es .ist schon vorgeschlagen worden, einen Schmitt-Kippkreis mit einem
Miller-Integrator zu kombinieren, um damit sägezahnförmige Schwingungen zu erzeugen.
Hierbei konnte der Miller-Integrator aber nur für den Vorwärtshub der Wellen wirksam
werden, während für den Rückwärtshub bzw. den Rücklauf der Weilen eine einfache
Entladungsstrecke einer Röhre diente. Auch fehlte es in dem vorgeschlagenen Fall
insbesondere an einem mehrstufigen Verstärker mit einer Rückkopplung aus einer der
Verstärkerstufen mit Ausnahme der Endstufe. Durch die Erfindung wird die Erzeugung
von Impulsspannungen wesentlich -verbessert. Während bei den bekannten Miller-Schaltungen
die Arbeitsweise mit einem Sprung bzw. einer Stufe einsetzt, wird dies bei der Erfindung
vermieden und statt dessen ein genau linearer Anstieg erzielt. Ferner wird die in
bekannten Fällen auftretende Neigung zu Krümmungen des Aufwärtsspannungsverlaufs
sowie zu exponentiellem Rücklauf weitestgehend vermieden. Ferner treten die im bekannten
Fall störenden Unsicherheiten in bezug auf die Höchst- und Mindestwerte der Spannungsimpulse
bei der Erfindung ebenfalls nicht auf.
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Die Erfindung wird an Hand der Figuren noch näher erläutert, von denen
Fig. 1 ein Gesamtschaltschema, Fig. 2 bis 4 eine systematische Übersicht von durch
die Schaltung nach Fig. 1 erzielbaren Spannungsimpulsen bzw. Wellenzügen an verschiedenen
Punkten der Schaltung darstellen.
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Gemäß der Schaltung nach Fig. 1 ist ein Zweiwegeschalter 1 mit einem
beweglichen Kontakt 1 a und festen Kontakten 1 b und 1 c vorgesehen von denen einer,
l b, bei 3 an eine positive Spannungsquelle und der andere, l c, bei 4 an
eine negative Spannungsquelle angeschlossen ist. Ein Zweiwegeschalter 2 besitzt
einen
beweglichen Kontakt 2 a und feste Kontakte 2 b, 2 c, die sinngemäß an Kontakt 1
a und eine Rückkopplungsleitung 5 angeschlossen sind.
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Zwei Pentodenröhren 6, 7 sind als Schmitt-Kippkreis geschaltet, der
eine gemeinsame Kathodenbelastung 8 besitzt, die bei 9 an den negativen Pol einer
350-Volt-Speisespannung angeschlossen ist. Beide Röhren 6 und 7 liegen mit ihren
Schirmgittern an Erde, während die Fanggitter an die entsprechende Kathode angeschlossen
sind. Zur Vereinfachung ist diese Verbindung in der Zeichnung bei jeder Pentode
weggelassen. Die Anode der Röhre 6 liegt über einen Anodenbelastungswiderstand 10
an dem positiven Pol 11 einer 300-Volt-Speisespannung. Eine angezapfte Impedanz
mit in Reihenschaltung befindlichen Widerständen 12, 13 liegt parallel zur Röhre
6 und dem gemeinsamen Kathodenwiderstand 8, während das Steuergitter der Röhre 7
an die Anzapfung angeschlossen ist. Widerstand 12 ist durch eine Kapazität 14 überbrückt.
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Die Anode der Röhre 6 ist an zwei Dioden 15, 16 angeschlossen. Die
Kathode der Diode 15 liegt an der Anode der Röhre 6 und ihre Anode am negativen
Ende 17 einer 75-Volt-Speisespannung. Die Anode der Diode 16 ist mit der Anode der
Röhre 6 verbunden, während ihre Kathode an den positiven Pol 18
einer 75-Volt-Speisespannung
angelegt ist.
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Die Anode der Röhre 7 ist über einen Widerstand 19 an den positiven
Pol 20 einer 300-Volt-Speisespannung angeschlossen. Die Anode der Röhre 7 liegt
ähnlich wie die der Röhre 6 an zwei Dioden 21, 22, die in Gegen-Parallelschaltung
angeschlossen sind und deren Anoden und Kathoden sinngemäß an die negativen und
positiven Pole 23, 24 (je) einer 75-Volt-Speisespannung angelegt sind.
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Eine Reihenkombination des Widerstandes 25, Potentiometers 26 und
Widerstandes 27 ist zwischen die Anode der Röhre 7 und Erde gelegt.
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Die veränderliche Anzapfung des Potentiometers 26 ist über die Reihenkombination
eines festen Widerstandes 28 und eines veränderlichen Widerstandes 29 an das Steuergitter
der Pentodenröhre 30 angeschlossen. Der veränderliche Widerstand 29 besitzt Dekadenstufen
und liegt mit seinen Enden an den Kontaktarmen 31a, 32a von zwei miteinander gekuppelten
Dreiwegeschaltern 31, 32. Die festen Kontakte 31 b, 32 b sind anschlußlos, und eine
Diode 33 ist in jeweils umgekehrtem Durchlaßsinn an die Kontakte 31 c, 32 c und
Kontakte 31 d und 32 d angeschlossen. Das Gitter der Röhre 30 liegt außerdem noch
an einem Pol eines veränderlichen Integrationskondensators 34, dessen anderer Pol
an die Anode der Pentodenröhre 35 angeschlossen ist. Der Integrationskondensator
34 ist ebenfalls in Dekadenstufen veränderlich.
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Das Schirmgitter der Röhre 30 liegt am Verbindungspunkt der zwei Widerstände
36; 37, die zwischen dem positiven Pol 38 einer 300-Volt-Speisespannung und Erde
angeschlossen sind. Eine Kapazität 39 liegt parallel zum Widerstand 37 zwischen
Schirmgitter und Erde.
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Eine gemeinsame Kathodenbelastung 40 ist zwischen dem negativen
Pol 41 einer 350-Volt-Speisespannung und den Kathoden der Röhre 30 und der Triodenröhre
42 angeschlossen. Die Anode der Röhre 42 liegt am positiven Pol 73 einer
300-Volt-Speisespannung. Eine Reihenkombination des Widerstandes 43 mit Potentiometer
44 und Widerstand 45 liegt zwischen dem positiven Pol 46 einer 75-Volt-Speisespannung
und dem negativen Pol 47 einer (weiteren) 75-Volt-Speisespannung. Der veränderliche
Abgriff des Potentiometers 44 ist an das Gitter der Röhre 42 angeschlossen.
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Die Anode der Röhre 30 liegt über den Widerstand 48 am positiven Pol
49 einer 300-Volt-Speisespannung. Die Anode der Röhre 30 ist ferner an die Kathode
einer Diode 50 angeschlossen, deren Anode am positiven Pol 51 einer 75-Volt-Speisespannung
liegt.
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Die Anode der Röhre 30 ist ferner mit dem Gitter der Triode 52 verbunden,
deren Anode an Erde liegt. Die Kathode der Röhre 52 ist mit der Kathode der Röhre
35 verbunden und liegt über die gemeinsame Kathodenbelastung 53 am negativen Pol
54 einer 350-Volt-Speisespannung. Das Schirmgitter der Röhre 35 liegt an Erde. Die
Anode der Röhre 35 ist über Widerstand 55 mit dem positiven Pol 56 einer 300-Volt-Speisespannung
verbunden. Die Anode der Röhre 35 ist ferner an die eine Kathode und die eine Anode
eines Diodenpaares 57, 58 angeschlossen, deren andere Anode und Kathode am negativen
Pol 59 einer 75-Volt-Speisespannung bzw. am positiven Pol 60 einer 75-Volt-Speisespannung
liegen. Das Steuergitter der Röhre 35 liegt am Verbindungspunkt der beiden Widerstände
61, 62, die in Reihe zwischen Erde und dem negativen Pol 63 einer 350-Volt-Speisespannung
angeschlossen sind. Die Anode der Röhre 35 ist ferner mit einem Ausgangspol 64 verbunden,
während der andere Ausgangspol 65 an Erde liegt.
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Die Anode der Röhre 30 liegt auch am Gitter einer Triode 66, deren
Anode mit Erde verbunden ist. Die Kathode der Röhre 66 ist über die Reihenkombination
eines Potentiometers 67 und eines (festen) Widerstandes 68 an den negativen Pol
69 einer 350-Volt-Speisespannung angeschlossen. Die veränderliche Anzapfung des
Potentiometers 67 ist über eine Rückkopplungsleitung 70 mit dem festen Kontakt 71a
des Dreiwegeschalters 71 in Verbindung. Der Schalter 71 ist im Gleichlauf mit einem
Dreiwegeschalter 72 gekuppelt, dessen Kontaktarm 72a an die Rückkopplungsleitung
5 angeschlossen ist. Feste Kontakte 71 b, 72 b sind miteinander verbunden, und eine
Diode 78 liegt mit jeweils umgekehrtem Durchlaßsinn zwischen den Kontakten 71 c,
72 c und den Kontakten 71 d, 72 d.
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Die beiden Röhren 6 und 7 arbeiten als Schmitt-Kippgenerator in bekannter
Weise, wie es z. B. im Aufsatz von A. Novak, »Der Miller-Integrator als Kippspannungserzeuger«,
in der Zeitschrift »Radiotechnik«, 7/1953, S. 235 bis 240, beschrieben ist. Die
Anodenspannungen der beiden Röhren 6 und 7 ändern sich in Form von Rechteckwellen
in Gegenphase. Die Amplituden der von der Röhre 6 abgegebenen Spannungen sind begrenzt
durch die Dioden 15 und 16 mit den Werten -75 und +75 Volt. Die Spannungsamplituden
der Röhren 7 sind ebenfalls jeweils begrenzt durch die Dioden 21 und 22 auf die
Werte -I-75 und -75 Volt.
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Die Anodenspannungen werden auf den Werten ± 75 Volt gehalten, sobald
die den Röhren 6 bzw. 7 entsprechenden Dioden leitend sind, und die Anodenspannungen
bleiben auf diesen Werten, bis ein weiterer Steuerimpuls am Gitter der Röhre 6 in
der weiter unten beschriebenen Weise empfangen wird, worauf die Potentiale der Anoden
der Röhren 6 und 7 sich gegenüber einem bestimmten Bezugswert umkehren
und
so lange gehalten werden, bis das jeweilig andere Paar von Dioden leitend geworden
ist.
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Wenn das Steuergitter der Röhre 6 mit Hilfe des Steuerschalters 2
a an Kontakt 2 c angeschlossen ist, werden Steuerimpulse von der Röhre 66 in der
später zu beschreibenden Weise abgeleitet. Wenn das Steuergitter der Röhre 6 an
Kontakt 2 b angeschlossen ist, so liegt es zugleich am Schaltkontakt 1 a. Die Betätigung
des Schalters 1 verbindet den Kontakt 1 a entweder mit Kontakt 16 oder 1 c, wodurch
entweder eine positive oder eine negative Spannung zu dem Steuergitter der Röhre
6 geleitet wird. In jedem Fall wird eine einzelne Betätigung der Kippschaltung eingeleitet,
als deren Ergebnis ein einziger Wechsel der Anodenspannung der Röhren 6 und 7 in
dem Sinne erzeugt wird, wie er durch die Polarität der Spannung gegeben ist, die
an das Steuergitter der Röhre 6 angelegt ist.
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Die Ausgangsspannung der Röhre 7 wird einem Potentiometer zugeführt,
welches die Widerstände 25, 26 und 27 enthält, wobei für den Fall der Stellung des
Schalters 2 auf 2 c die Spannungskurve bei A (Fig. 1) wiedergegeben ist. Ein Teil
dieser Spannung wird am Abgriff des Potentiometers 26 abgenommen und dem Eingang
des noch zu beschreibenden Miller-Integrators zugeführt.
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Ein Miller-Integrator besteht, wie bekannt, im wesentlichen aus einem
Verstärker mit einem Widerstand, der mit dem Eingang des Verstärkers in Reihe liegt
und aus einer Kapazität, welche zwischen dem Eingang und dem Ausgang des Verstärkers
liegt.
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Er ist bekannt für die Erzeugung linearer Sägezahnspannungen. Die
Grundschaltung ist ausführlich beschrieben in der technischen Literatur, z. B. im
Aufsatz von A. Novak, »Der Miller-Integrator als Kippspannungserzeuger«, in der
Zeitschrift »Radiotechnik«, 7/1953, S. 235 bis 240. Der vorliegende Wellengenerator
enthält eine neue und verbesserte Form des Miller-Integrators, dessen beide wesentlichen
Merkmale in der Anwendung von mehr als einer Verstärkerstufe und - in der Schaffung
einer Impulsrückkopplung liegen, die an eine Verstärkerstufe mit Ausnahme der letzten
Stufe angeschlossen ist.
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Wie aus der Zeichnung ersichtlich, besitzt der Miller-Integrator zwei
gleichstromgekoppelte Verstärkerstufen. Die erste Stufe enthält die Röhren 30 und
42, die als Differenzverstärker zusammenwirken. Die zweite Stufe enthält die Röhren
35 und 52, die ebenfalls entsprechend zusammenwirken. Der Eingangswiderstand wird
dargestellt durch die Widerstände 28, 29. Die Kapazität zwischen Eingang und Ausgang
wird gebildet durch den Kondensator 34, und der Impulsrückkopplungsweg enthält die
Röhre 66, die als Kathodenverstärkerröhre arbeitet und an den Ausgang der ersten
Verstärkerstufe angeschlossen ist. Im Betrieb wird die Reckteckwelle A mit Hilfe
des Widerstandes 28, 29 an das Steuergitter der Röhre 30 geführt. Zwischen
den Grenzen, zwischen denen die Anodenwechselspannungen der Röhre 7 durch die Dioden
21, 22 gehalten werden, verläuft die Rechteckwelle abwechselnd in positiver und
negativer Richtung, bezogen auf einen Bezugsspannungspunkt in der Schaltung, der
als Erde dargestellt ist.
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Das Steuergitter der Röhre 42 wird am Abgriff des Potentiometers
44, der innerhalb feiner Stufen auf jeder Seite der Nullspannung einstellbar
ist, auf konstanter Spannung gehalten. Hierdurch werden kleine Unterschiede der
Gittervorspannungen zwischen den Röhren 30 und 42 ausgeglichen, so daß der Eingang
der Röhre 30 stets genau zur Nullspannung zentriert ist.
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In der Annahme, daß die Eingangsspannung der Röhre 30 positiv gerichtet
ist, steigt der Anodenstrom der Röhre 30 an, so daß die Anodenspannung von einem
Wert nahe -i-300 auf -f-75 Volt abfällt. Der Anodenstrom der Röhre 42 fällt dementsprechend.
Wenn die Röhre 30 völlig leitend und die Röhre 42 völlig abgeschnitten ist, so nimmt
die Röhre 30 den ganzen Strom auf, der durch den Widerstand 40 fließt. Dies
kann ohne Gitterstrom durch den Strom geschehen, welcher von der -i-75 Volt-Quelle
über die Diode 50 fließt, wenn diese Diode leitend wirkt.
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Die Ausgangsleistung der ersten Verstärkerstufe erscheint daher am
Widerstand 40 und wird dem Steuergitter der Röhre 52 zugeführt. Gleichzeitig mit
dem ersten Teil des Anodenspannungsabfalls der Röhre 30, wie oben beschrieben, fällt
auch die Gitterspannung der Röhre 52. Demgemäß fällt der Anodenstrom der Röhre 52,
und der Anodenstrom der Röhre 35 steigt entsprechend an.
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Im Falle der zweiten Verstärkerstufe ist die Anode der Röhre 52 an
Endpotential gelegt. Die Anodenspannung der Röhre 35 fällt infolge des zunehmenden
Spannungsabfalls im Widerstand 55 vom Wert -F-75 Volt bis zum Wert -75 Volt. Wenn
dieses Potential erreicht ist, wird die Diode 57 leitend, und die Anodenspannung
wird auf -75 Volt gehalten.
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Die Diode 58 wird leitend und hält demgemäß die Anodenspannung auf
-I-75 Volt bei dem anderen Grenzwert des Anodenspannungszuges.
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Während der Zeit, während der die Anodenspannungen der Röhren 30 und
35 gefallen sind, wurde eine negative Rückkopplung auf dem Wege über den Kondensator
34 zum Steuergitter der Röhre 30 geführt, welche der positiven Richtung der Eingangsspannung
entgegenwirkt und dem Fallen der Anodenspannungen der Röhren 30 und 35 entgegenwirkt
und einen linearen Abfall dieser Potentiale in der bekannten Weise einer Miller-Integratorschaltung
bewirkt.
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Die Ausgangsleistung der zweiten Verstärkerstufe erscheint am Widerstand
55. Die Anode der Röhre 35 ist der Ausgang des Miller-Integrators und ist an dem
Punkt 64 angeschlossen. Die Ausgangsimpulse C erscheinen somit an den Anschlüssen
64 und Erdanschluß 65.
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Sobald das Anodenpotential der Röhre 35 infolge Leitfähigkeit der
einen oder anderen der Dioden 57. 58 konstant gehalten wird, hört die starke negative
Rückkopplung der Röhre 35 über den Kondensator 34 unverzüglich auf. Da die rechteckwellige
Eingangsspannung zum Integrator noch auf einem positiven Wert gehalten wird, fließt
der Strom noch durch den Widerstand 28, 29, und der Kondensator 34 wird sich noch
ändern, um das Steuergitter der Röhre 35 weiterhin positiv zu halten. Da aber dies
keine negative Rückkopplung mehr erzeugt, so wird sich die Gitterspannung in positiver
Richtung, aber nunmehr sehr viel schneller als vorher ändern. In der Tat wird der
Betrag der Gitterpotentialänderung dem früheren Änderungsbetrag, bevor die Anodenspannung
der Röhre 35 konstant gehalten wurde, vervielfacht durch den Verstärkungsfaktor
des zweistufigen Verstärkers, entsprechen.
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Dies führt zu einem schnellen Abfall der Anodenspannung von Röhre
30; die noch weiter auf +75 Volt abwärts sinkt, was, verglichen mit der vorherigen
langsamen
Bewegung des Potentials, als ein Impuls in der Anodenspannung erscheint. Obgleich
dieser Impuls dem Eingang der zweiten Verstärkerstufe zugeführt wird, hat er keinen
Einfluß auf die Ausgangsleistung, weil das Anodenpotential der Röhre 35 sich nicht
weiter ändern oder wechseln kann. Indessen wird der Impuls dem Gitter der Kathodenverstärkerröhre
66 zugeführt und erscheint an der Kathodenbelastung 67, 68, wo er am Abgriff des
Potentiometers 67 abgenommen wird.
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Befinden sich die Schalter 71, 72 und 2 in der in der Zeichnung dargestellten
Stellung, so wird der Impuls dem Gitter der Röhre 6 zugeführt, so daß die Kippschaltung
mit den Röhren 6, 7 stillgesetzt wird. Der Eingang zur Integratorschaltung ist auf
einen negativen Wert umgeschaltet, und der Ausgang des Wellengenerators steigt linear
zum Wert -f-75 Volt. Wenn das Anodenpotential der Röhre 35 an dieser oberen Grenze
gehalten wird, fällt das Gitterpotential der Röhre 30 weiterhin, und zwar jetzt
so schnell, daß ein positiv gerichteter Anodenimpuls erzeugt wird, welcher wieder
dazu dient, die Kippschaltung zurückzustellen. Wie ersichtlich, erzeugt bei dieser
Stellung der Schalter 71, 72 und 2 der Wellengenerator kontinuierliche dreieckförmige
Wellen, wobei der Rechteckwellenausgang der Kippschaltung so ausgebildet ist, wie
bei A gezeigt, während der Generatorausgang so, wie bei C, und die Rückkopplungsimpulse
zur Kippschaltung, wie bei B dargestellt, auftreten.
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Wie gezeigt, ist bei der gleichstromgekoppelten Kathodenverstärkerröhre
66 die Kathodenbelastung 67, 68 an das Potential -350 Volt angelegt. Da das Gitter
und demgemäß die Kathode sich mit ihrem Potential um einen Mittelwert von -230 Volt
bewegt, besitzen die Rückkopplungsimpulse, die am Potentiometer 67 abgenommen werden,
den gewünschten Gleichstrompegel für die Zuführung zum Gitter der Röhre 6.
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Es ist ersichtlich, daß ein einzelner Spannungsstoß der Welle A einen
einzelnen Anstieg der Welle C, ein Abwärtsstoß der Welle A auch einen Abfall der
Welle C zur Folge hat und daß eine fortlaufende Welle A auch eine fortlaufende Welle
C hervorruft. Befinden sich die Schalter 31, 32 in der in der Zeichnung dargestellten
Stellung, so ist der Wert der Widerstandskombination 28 und 29 für Aufwärts-und
Abwärtsstöße der gleiche. In den anderen Schaltstellungen ist der veränderliche
Widerstand 29 nach Wunsch entweder während des Aufwärts- oder während des Abwärtsstoßes
durch die Diode 33 überbrückt, und eine Sägezahnwelle wird im Ausgang erzeugt.
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Eine astabile Funktion des Wellengenerators kann durch Zurückführung
der am Kathodenwiderstand 67, 68 auftretenden Impulse und Zuführung derselben zum
Gitter der Röhre 6 bei der in der Zeichnung dargestellten Stellung des Schalters
2 herbeigeführt werden. Die in der Leitung 70 auftretenden Impulse sind teils positiv,
teils negativ, wie bei B dargestellt. Befinden sich die Schalter 71, 72 in der in
der Zeichnung dargestellten Stellung, so werden positive und negative Impulse über
Leitung 5 und Schalter 2 dem Gitter der Röhre 6 zugeführt. In den anderen Stellungen
der Schalter 71, 72 werden jedoch, je nach dem ausgewählten Durchlaßsinn der Diode
73, nur die negativen oder nur die positiven Impulse übertragen. In diesem Fall
werden daher nur die einzelnen Aufwärts- oder Abwärtsstöße der Wellen A und C im
einen oder anderen Sinne durch den Generator erzeugt.
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Falls erwünscht, können die in der Zeichnung mit Erde verbundenen
Punkte auch an einen anderen gemeinsamen Punkt angeschlossen sein. In diesem Fall
müssen die verschiedenen Speisespannungen statt in bezug auf Erde im Hinblick auf
den gemeinsamen Punkt ausgewählt werden und die Ausgangswelle wird dann symmetrisch
zum Potential des gemeinsamen Punktes liegen.
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Fig. 2, 3 und 4 zeigen eine Anzahl von einander zugeordneten Diagrammen,
welche den Spannungsverlauf an gewissen Punkten der Schaltung der Fig. 1 für die
Erzeugung von typischen Ausgangswellen darstellen, die mit der erfindungsgemäßen
Schaltung erzielbar sind. Die Ausgangswellenform ist jeweils die fünfte (zweitunterste)
Reihe der Wellenzüge und entspricht dem Spannungsverlauf am Ausgang der Röhre 35
zwischen den Anschlüssen 64 und 65. Ferner sind, wie am Ende jeder waagerechten
Zeile angedeutet, die auftretenden Spannungsänderungen am ichalter 2 a am Ausgang
der Röhren 6, 7, 30, 35 und am Widerstand 67 wiedergegeben.
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Die römischen Ziffern am Kopf jeder senkrechten Spalte der Wellendiagramme
beziehen sich auf den unten angegebenen Wellendiagrammschlüssel, in welchem die
Stellungen der verschiedenen Schalter unter einer unterscheidenden Bezeichnung,
welche der Ausgangswellenform entspricht, tabellarisch wiedergegeben sind:
| Spannungsverlaufübersicht |
| Gruppe (A) Einzelne Spannungsimpulse |
| Fig. 2 |
| I Einzelner Schrägverlauf negativ |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-c |
| mit Bewegung nach a-b |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-b |
| 1I Einzelner Schrägverlauf positiv |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-b |
| mit Bewegung nach a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-b |
| III Einzelner Schrägverlauf negativ |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-c |
| mit Bewegung .nach a-b |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-c |
| IV Einzelner Sprung positiv |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-b |
| mit Bewegung nach a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-c |
| V Einzelner Sprung negativ |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-c |
| mit Bewegung nach a-b |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-d |
| VI Einzelner Schräganstieg positiv |
| Schalter 2 in Stellung a-b |
| Schalter 1 in Stellung a-b |
| mit Bewegung nach a-b |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-d |
| Gruppe (B) Fortlaufende Wellenzüge |
| Fig. 3 |
| VII Fortlaufende Dreiecke |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-b |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-b |
| VIII Fortlaufende Sägezähne mit steilem An- |
| stieg und langsamem Abfall |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-c |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-b |
| IX Fortlaufende Sägezähne mit langsamem |
| Anstieg und steilem Abfall |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-d |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-b |
| Gruppe (C) Positive Impulse |
| Fig. 4 |
| X Dreieck symmetrisch |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-b |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-c |
| XI Dreieck mit steilem Anstieg |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-c |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-c |
| XII Dreieck mit steilem Abfall |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-d |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-c |
| Gruppe (D) Negative Impulse |
| Fig. 4 |
| XIII Dreieck symmetrisch |
| Schalter, 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-b |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-d |
| XIV Dreieck mit steilem Anstieg |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-c |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-d |
| XV Dreieck mit steilem Abfall |
| Schalter 2 in Stellung a-c |
| Schalter 31 und Schalter 32 |
| in Stellung a-d |
| Schalter 71 und Schalter 72 |
| in Stellung a-d |
Es ist daraus ganz allgemein zu ersehen, daß die Wellenformen sich so ergeben, wie
sie erzeugt werden durch unterschiedliche Auswahl der verschiedenen Kombinationen
von Schaltstellungen in einer systematisch fortschreitenten Reihenfolge. Mit Ausnahme
von ersichtlichen Unstetigkeiten können daher die dargestellten Wellenformen als
in gegebener Ordnung eine aus der anderen sich ergebend betrachtet werden.
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Wie ersichtlich, verwendet Gruppe A den Schalter 2 in der Stellung
a-b, d. h. ohne Rückkopplung, die Gruppen B, C, D benutzen den Schalter 2
in der Stellung a-c, d. h. mit Rückkopplung.