DE1114964B - Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen Farbstoffen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen FarbstoffenInfo
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Description
Es wurde gefunden, daß man wasserlösliche Farbstoffe erhält, wenn man wasserunlösliche Tetra-azaporphine,
die aromatische Reste enthalten, die durch über Brückenglieder gebundene tertiäre Aminogruppen
substituiert sind, mit ω-Halogen-N-methylimiden von Dicarbonsäuren in Gegenwart von organischen Säuren
umsetzt.
Für das erfindungsgemäße Verfahren geeignete Tetra-aza-porphine sind z. B. die Phthalocyanine oder
andere Tetra-aza-porphine, die aromatische Reste enthalten. Die tertiäre Aminogruppe kann an den
aromatischen Rest über die verschiedensten Brückenglieder, wie z. B. eine Alkylengruppe, oder Gruppen,
die auch Heteroatome enthalten können, wie z. B. SO2-, NH-CO- oder CO-Gruppen, gebunden sein,
wobei diese Brückenglieder gegebenenfalls noch weitere Substituenten tragen können. Die tertiäre Aminogruppe
kann als Substituenten z. B. Alkyl- oder substituierte Alkylgruppen, wie Hydroxyalkylgruppen,
enthalten. Weiterhin kann die tertiäre Aminogruppe auch Bestandteil eines Ringsystems sein. Beispiele
derartiger Gruppierungen, bei denen die tertiäre Aminogruppe über Brückenglieder an einen aromatischen
Rest eines Tetra-aza-porphins gebunden ist, sind die folgenden:
— SO, —N
N-CH,
— SO2- N — (CH2)3 N(CHg)2
CH3
— CO — N H — (CH2)2 — N(CHg)2
— CO — N H — (CH2)2 — N(CHg)2
— NH — CO — CH2- N(CHa)2
CH3
-CH2-N (^
CHoOH
Ein aromatischer Rest kann dabei auch durch mehrere derartige Gruppierungen substituiert sein.
Die Herstellung dieser Verbindungen kann nach an sich bekannten Methoden oder nach Analogieverfahren
erfolgen, z. B. nach dem Verfahren der deutschen Patentschriften 852 588 und 890 108.
Von den ω-Halogen-N-methylimiden von Dicarbonsäuren seien z. B. das ω-Chlormethylphthalimid und
das ω-Chlormethylsuccinimid genannt.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es im allgemeinen erforderlich, auf 1 Mol
Verfahren zur Herstellung
von wasserlöslichen Farbstoffen
von wasserlöslichen Farbstoffen
Anmelder:
Farbenfabriken Bayer Aktiengesellschaft,
Leverkusen-Bayerwerk
Leverkusen-Bayerwerk
Dr. Georg Rösch, Leverkusen,
und Dr. Helmut Klappert, Köhi-Stammheim,
sind als Erfinder genannt worden
des Tetra-aza-porphins mindestens 2 Mol des ω-Ν-Methylimids
anzuwenden, um gut wasserlösliche Produkte zu erhalten. Verwendet man mehr als 2 MoI
des ßj-Halogen-N-methylimids auf 1 Mol Tetra-azaporphin,
z. B. 4 Mol eo-Halogen-N-methylimid, so
besitzen die erhaltenen Farbstoffe ähnliche Eigenschaften wie die, die unter Verwendung von 2 Mol
eines cu-Halogen-N-methylimids erhalten wurden.
Die Umsetzung kann in einem weiten Temperaturbereich erfolgen, z. B. zwischen O und 100°C, wobei
die Umsetzung naturgemäß bei etwas höheren Temperaturen schneller erfolgt. Als organische Säuren
werden zweckmäßigerweise solche verwendet, die ein gutes Lösungsvermögen-für die Tetra-aza-porphine
besitzen. Besonders geeignet ist die Ameisensäure, es können jedoch auch andere Säuren, wie z. B. Bernsteinsäure,
Malonsäure, Itaconsäure oder Gemische dieser Säuren mit Essigsäure, verwendet werden.
Die durch das erfindungsgemäße Verfahren entstandenen Farbstoffe können aus den Reaktionslösungen in üblicher Weise gewonnen werden, z. B.
durch Zusatz von Aceton oder Äther. Sie können aber auch in der Weise erhalten werden, daß man die
als Lösungsmittel verwendeten organischen Säuren weitgehend abdestilliert und die Farbstoffe dann nach
Hinzufügen von Wasser aus ihren blauen Lösungen durch Zusatz von Natriumchlorid abscheidet.
Aus den deutschen Patentschriften 852 588 und 890 108 und aus der britischen Patentschrift 695 523
sind bereits Phthalocyaninfarbstoffe bekannt, die in wäßrig-alkalischem oder wäßrig-saurem Medium löslich
sind. Demgegenüber besitzen die erfindungs-
109 708/383
gemäß erhaltenen Farbstoffe den Vorteil, daß sie bereits in neutralem wäßrigem Medium löslich sind.
22 Gewichtsteile Tetra-(w-N-methyl-N-oxymethylaminomethyl)-kupferphthalocyanin
werden in 100 Volumteilen technischer, etwa 90%iger Ameisensäure gelöst. Es werden dann 21 Gewichtsteile co-Chlormethylphthalimid
hinzugefügt, und das Reaktionsgemisch wird 24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt.
Die blaue Lösung wird nun in 500 Volumteile Äther oder Aceton eingerührt, der abgeschiedene blaue Farbstoff
abgesaugt, mit Äther oder Aceton gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt 27,5 Gewichtsteile.
Der wasserlösliche Farbstoff ergab folgende Analysenwerte:
C =48,71%
H = 5,35%
O = 15,01 %
N = 15,08%
Cl = 9,75%
Cu- 6,10%
Das entspricht einer Zusammensetzung von
C44H59O10N12Cl3Cu.
Die Herstellung des Tetra-(co-N-methyl-N-oxymethyl-aminomethyl)-kupferphthalocyanins
kann auf folgende Weise erfolgen:
18,2 Gewichtsteile des nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 852 588 erhältlichen Tetra-(co-aminomethyl)-kupferphthalocyanins
wurden in 200 Gewichtsteilen technischer, etwa 90%iger Ameisensäure gelöst. Nun werden 25 Gewichtsteile 30%ige
Formaldehydlösung hinzugefügt und das Reaktionsgemisch 5 Stunden bei 80 bis 9O0C gerührt. Die
erhaltene blaue Lösung wird in 1000 Volumteile Wasser eingerührt und das erhaltene Alkylierungsprodukt
durch Zugabe von 270 Volumteilen 43%iger Natronlauge gefällt. Der blaue Niederschlag wird
abgesaugt, mit Wasser neutral gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt 22 Gewichtsteile.
Die Analyse ergab folgende Werte:
C = 61,94% theoretisch:
H = 5,27%
O = 6,90%
N = 18,53%
Cu= 7,36%
H = 5,27%
O = 6,90%
N = 18,53%
Cu= 7,36%
Das entspricht einer Formel:
C =60,84%
H = 5,07%
O = 7,37%
N =19,35%
Cu= 7,37%
H = 5,07%
O = 7,37%
N =19,35%
Cu= 7,37%
45
C11H41O4N12Cu
CuPc CH2-N'
,CHa
CH2-OH/4
55
16,1 Gewichtsteile Tetra-(co-N-dimethylaminomethyl)-kupferphthalocyanin
(V100 Mol), erhältlich nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 890 108,
werden in 100 Volurnteilen technischer, etwa 90%iger Ameisensäure gelöst, 15,64 Gewichtsteile co-Chlormethylphthalimid
(8/100 Mol) oder 11,80 Gewichtsteile oj-Chlormethylsuccinimid (8/100 Mol) hinzugefügt
und das Reaktionsgemisch 24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die blaue Lösung wird nun in
500 Volumteile Äther oder Aceton eingerührt, der abgeschiedene blaue Farbstoff abgesaugt, mit Äther
oder Aceton gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt 20 Gewichtsteile.
Verwendet man hierbei statt des Tetra-((o-N-dimethyl
- aminomethyl) - kupf erphthalocyanins die entsprechende Menge der Nickel- oder Cobaltverbindung,
so erhält man ähnliche wasserlösliche blaue Farbstoffe.
27 Gewichtsteile des aus Tetraphenylkupferphthalocyanin nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift
852 588, Beispiel 2, erhältlichen, sechsfach eo-aminomethylierten grünen Farbstoffes, dessen Aminogruppen
nach dem Verfahren der deutschen Patentschrift 890108 dimethyliert wurden, werden in
200 Volumteilen technischer, etwa 90%iger Ameisensäure gelöst, 26 Gewichtsteile ω-Chlormethylphthalimid
oder die entsprechende Menge ω-Chlormethylsuccinimid
hinzugefügt und das Reaktionsgemisch 24 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Die grüne
Lösung wird nun in 100 Volumteile Äther oder Aceton eingerührt, der abgeschiedene grüne Farbstoff abgesaugt,
mit Äther oder Aceton gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt 35 Gewichtsteile.
Der Farbstoff löst sich in Wasser mit grüner Farbe und zeigt die im Beispiel 1 angegebenen Eigenschaften.
Verwendet man an Stelle der 27 Gewichtsteile des Hexa-(«-N-dimethylaminomethyl)-tetraphenyi-kupferphthalocyanins
24,6 Gewichtsteile des nach Beispiel 4 der deutschen Patentschrift 852 588 erhältlichen Tetra-((W-N-
dimethylaminomethyl) - tetraphenyl - kupferphthalocyanins und statt 26 Gewichtsteilen ω-Chlormethylphthalimid
17,3 Gewichtsteile co-Chlormethylphthalimid,
so erhält man ebenfalls einen grünen, wasserlöslichen Farbstoff von gleichen Eigenschaften.
In 100 Volumteile technische, etwa 90%ige Ameisensäure werden unter Rühren 12,88 Gewichtsteile des
Tetrasulfonamides, das aus 1 Mol Kupferphthalocyanin-3,3',3",3"'-tetrasulfochlorid
und 4 Mol 1-N-Dimethylamino - 3 - N - methylaminopropan hergestellt wurde, und 7,82 Gewichtsteile ω-Chlormethylphthalimid
oder die entsprechende Menge ω-Chlormethylsuccinimid
bei Raumtemperatur eingetragen. Nach 24stündigem Rühren bei Raumtemperatur wird die
grünblaue Lösung in 500 Volumteile Äther oder Aceton eingerührt und der abgeschiedene grünblaue,
wasserlösliche Farbstoff abgesaugt, mit Äther oder Aceton gewaschen und getrocknet. Die Ausbeute beträgt
15 Gewichtsteile. Der Farbstoff zeigt die gleichen Eigenschaften wie der nach Beispiel 1 erhaltene Farbstoff.
Verwendet man bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren statt 7,82 Gewichtsteilen nur 3,91 Gewichtsteile ω-Chlormethylphthalimid, so erhält man einen
wasserlöslichen Farbstoff von ähnlichen Eigenschaften.
Das verwendete Tetrasulfonamid wurde wie folgt hergestellt:
Das aus 17,3 Gewichtsteilen (3/100 Mol) Kupferphthalocyanin
und Chlorsulfonsäure nach bekannten Methoden hergestellte Kupferphthalocyanin-3,3',3",
3"'-Tetrasulfochlorid wird in noch feuchtem Zustand mit 300 Volumteilen Wasser verrührt. Dann läßt man
unter Rühren 30,6 Gewichtsteile 1-N-Dimethylamino-3-N-methylaminopropan
bei O0C zufließen. Nach
24stündigem Rühren bei O0C wird das Reaktionsgemisch
mit 500 Volumteilen Wasser verdünnt, nach Zugabe von etwas Soda aufgekocht, der blaue Niederschlag
abgesaugt, mit heißem Wasser gewaschen, bis kein blauer Ablauf mehr vorhanden ist, und getrocknet.
Die Ausbeute beträgt 35 Gewichtsteile.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen Farbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserunlösliche Tetra-aza-porphine, die aromatische Reste enthalten, die durch über Brückenglieder gebundene tertiäre Aminogruppen substituiert sind, mit ω-Halogen-N-methylimiden von Dicarbonsäuren in Gegenwart von organischen Säuren umsetzt.In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 852 588, 890 108;
britische Patentschrift Nr. 695 523.109 708/383 10.61
Priority Applications (6)
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