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Vorrichtung zum selbsttätigen Zuführen eines Läpp-, Polier- oder Schleifmittels
Zu läppenden oder zu schleifenden Werkstücken muß ein Läpp- oder Schleifmittel zugeführt
werden, das in der Regel aus einer ölhaltigen Flüssigkeit und einem pulverförmigen
Schleif- bzw. Poliermittel besteht. Ein bekanntes Mittel dieser Art weist beispielsweise
2 Raumteile eines öl-Petroleum-Gemisches und 1 Raumteil Siliziumkarbidpulver
auf. Das spezifisch schwere Siliziumkarbid bleibt in der Flüssigkeit nicht suspendiert,
und infolgedessen ergeben sich bei der erforderlichen Zufuhr dieses Schleif- bzw.
Poliermittels zu Zweischeiben-Horizontalläppmaschinen besondere Schwierigkeiten.
Bei Poliereinrichtungen mit offenliegendem Polierrad ist schon vorgeschlagen worden,
die Flüssigkeit und das Pulver getrennt unmittelbar auf die Polierscheibe aufzutragen,
die sich dann am Ort ihrer Verwendung mischen. Bei der Zweischeiben-Horizontalläppmaschine
stößt dieses Vorgehen auf Schwierigkeiten, weil die das Polieren besorgenden Flächen
dem Zugriff von außen völlig entzogen sind. Ursprünglich wurde das Läppmittel von
Hand mittels eines Pinsels aufgetragen. Der Bedienungsmann muß hierbei ständigdas
in derFlüssigkeit enthaltene Pulver aufrühren, damit der Entmischung vorgebeugt
und das eigentliche Läppmittel in der erforderlichen Menge auf die Werkstückoberfläche
gelangt. An der Maschine ist zu diesem Zweck auf der oberen Scheibe eine Rinne vorgesehen,
die das Poliermittel aufnimmt, von wo es durch besondere Kanäle zwischen die Polierscheiben
gelangt.
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Es ist ferner bekannt, einen Behälter für die selbsttätige Zufuhr
des Läppmittels vorzusehen, der mit einer Rühreinrichtung ausgerüstet ist. indes
ist ein solcher mit einer Rühreinrichtung versehener Behälter infolge des großen
Verschleißes der beweglichen Förderelemente störanfällig, so daß dazu übergegangen
wurde, zwei Behälter vorzusehen, von denen der eine das flüssige Mittel und der
andere das Schleifmittel im trockenen Zustand aufzunehmen hatte. Das flüchtige Mittel
fließt hierbei im ständigen Strom in die Rinne aus, während das trockene Schleifmittel,
durch die Maschine selbst gesteuert, portionsweise in die Rinne abgelassen wird.
Da das verwendete Schleif- bzw. Poliermittel einerseits sehr feinpulverig sein muß
und da die Töpfe wegen der erforderlichen Manipulationen an der oberen Scheibe verhältnismäßig
hoch über der Rinne angebracht sein müssen, führt das portionsweise Ablassen des
trockenen Schleif- bzw. Poliermittels zum Verstäuben desselben. Das Schleifmittcl
gelangt auf diese Weise nicht nur iidie Rinne, sondern auch in andere Teile der
Maschine und wirkt hier in unerwünschter Weise als Schmirgehnittel. Die betroffenen
Maschinenteile, etwa die für das öffnen und Schließen des Aus lasses erforderlichen,
werden dadurch vorzeitig unbrauchbar mit der Folge, daß häufige Reparaturen und
damit verbundene Stillstandszeiten für die Gesamtmaschine in Kauf genommen werden
müssen.
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Zweck der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die ein
sicheres Dosieren des aus pulverförnügen und flüssigen Bestandteilen bestehenden
Läppmittels unter selbsttätiger Zuführung ermöglicht, ohne daß ein erhöhter Verschleiß
der Maschinenteile eintreten kann.
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Eine solche Vorrichtung für die spezielle Verwendung an Läpp- oder
Schleifmaschinen besteht aus einem Behälter zur gemeinsamen Aufnahme der pulverförmigen
und flüssigen Bestandteile des Läpp-oder Schleifmittels, der über dem Boden einen
Ablaßhahn aufweist. Gemäß der Erfindung ist die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Boden und dem Ablaßhahn eine poröse Platte, vorzugsweise aus porös
gesintertem Metall, vorhanden und daß zwischen der porösen Platte und dem Behälterboden
ein Druckluftanschluß angeordnet ist. Mit einer derartigen Vorrichtung ist es möglich,
dauernd einen feingeregelten Luftstrom durch das Läppmittelgemisch zu leiten und
auf diese Weise ein Absetzen der pulverförmigen, festen Bestandteile des Gemisches
zu verhindern. Durch die Anwendung der an sich bekannten porösen Platte wird der
Luftstrom in eine Vielzahl kleiner Bläschen zerteilt, wodurch eine besonders innige
Durchmischung der festen und flüssigen Bestandteile des Läppmittels erzielt wird.
Gleichzeitig bringt die Verwendung einer porösen Platte in einer derartigen Vorrichtung
noch den Vorteil mit sich, daß der Verschleiß aller Teile der Vorrichtung auf ein
Mindestmaß herabgesetzt wird.
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Es ist zwar bereits bekannt, Mischungen aus Sand od. dgl. und Wasser
mittels Druckluft zu durchwirbeln,
wobei meist die Druckluft durch
eine Düse zugeführt wurde. Derartige Vorrichtungen wurden aber bisher an Läpp-,
Polier- oder Schleifmaschinen noch nicht vorgesehen, sondern sie dienten meist zum
Durchwirbeln von Mischungen, die mittels,Ejektoren anschließend gefördert Werden
sollen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll aber speziell an I:äpp-, Polier- oder
Schleifmaschinen angewandt werden, da sie hier besondere wirtschaftliche und technische
Vorteile mit sich bringt. Diese Vorteile bestehen darin, daß 1. das Läppmittel
besonders homogen ausfällt und wührend des gesamten Arbeitsvorganges die festen
und flüssigen Bestandteile in gleicher Konzentration vorliegen, 2. der Verschleiß
der Vorrichtung gering ist, 3. das Läppnüttelgemisch wegen seiner gleichmäßigen
Beschaffenheit leicht dosiert werden kann und 4. ein Absetzen von pulverförmigen
Bestandteilen selbst in den äußersten Ecken des Vorratsbehälters nicht eintritt.
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Wenn in einem solchen Behälter die flüssigen und pulverförmigen Bestandteile
eingefüllt sind, wird die Druckluftleitung geöffnet, und es tritt durch die poröse
Platte hindurch Preßluft in das darüber befindliche Gemenge aus flüssigen und pulverförmigen
Bestandteilen. Das Gemenge wird aufgewirbelt, und es wird erreicht, daß das feste
und flüssige Medium stark unterschiedlicher Dichte gleichmäßig in quasi homogene
Mischung gebracht und gehalten werden, ohne daß sich der spezifisch schwere, pulverförmige
Bestandteil, beispielsweise Siliziumkarbid, nach unten absetzL Es entsteht also
ein gleichförmiges Gemisch, das störungsfrei durch den Ablaßhahn in geregelter Menge
ablaufen kann.
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Der Behälter kann oben offen sein; es ist aber auch möglich, im Abschlußdeckel
ebenfalls einen porösen Abschluß vorzusehen. Auf diese Weise wird verhindert, daß
Verunreinigungen in den Topf gelangen können, wobei gleichzeitig sichergestellt
ist, daß die Druckluft aus dem Behälter austreten kann. Der poröse Abschluß verhindert
hierbei ein Austreten der Mischung, wenn einmal versehentlich ein zu hoher Druck
auf den Behälter gegeben werden sollte.
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In den Zeichnungen ist der Erfindungsgedanke in einer bevorzugten
Ausführungsform dargestellt, und zwar zeigt Abb. 1 eine Zweischeiben-HorizontaHäppmaschine
in Ansicht, teilweise im Schnitt, und Abb. 2 einen senkrechten Schnitt durch den
Behälter für die Aufnahme des Läpp-, Polier- oder Schleifmittels, Abb.
3 einen senkrechten Schnitt durch eine bevorzugte Ausfährungsforrn des oberen
Abschlußdeckels des Topfes.
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In der Maschine sind in an sich bekannter Weise zwei Horizontalläppscheiben
1 und 2 vorgesehen, zwischen denen die Werkstücke 3 behandelt werden.
Die obere Platte 1 weist eine Schmiermittelrinne 4 auf, von der Kanäle
5 zu den Oberflächen der Werkstücke 3 reichen. Das in die Rinne 4
gelangende Schleifmittel wird von dem Gummiwischer 6, der, durch das Gewicht
7 belastet ' in die Rinne 4 eingreift, beim Umlauf der Scheibe
1 in die Kanäle 5
hineingewischt.
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Das Schleifinittel wird im rechten Verhältnis von festen zu flüssigen
Bestandteilen aus dem Behälter 8
über den Ablaßhahn 9 im freien Strahl
10 zugeführt.
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Dieser Behälter 8 ist in Abb. 2 im vergrößerten Maßstab wiedergegeben.
Oberhalb der Bodenplatte 11 ist die poröse Platte 12 vorgesehen. Es hat sich
als besonders zweckmäßig erwiesen, diese Platte aus porös gesintertem Metall herzustellen.
Der Zwischenraum 13 zwischen Bodenplatte 11 und poröser Platte 12
ist an ein Preßluftrohr 14 angeschlossen. Im gewählten Beispiel ist eine Zuführung
von unten dargestellt. Die Preßluftleitung könnte aber auch seitlich angeschlossen
sein.
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Wird nun beispielsweise bis zu einer Höhe, wie bei 15 angedeutet,
in den Behälter 8 die Flüssigkeit eingefüllt, in der die festen Bestandteile
suspendiert werden sollen, und außerdem diese festen, pulverförtnigen Bestandteile
zugegeben, so wird durch die dem Raum 13 zugeführte Preßluft erreicht, daß
das Gemisch aufgewirbelt wird. Feste und flüssige Bestandteile vermischen sich gleichförmig,
und die ständig weiter durch die poröse Platte 12 hindurchtretende Preßluft sorgt
dafür, daß eine Entmischung verhindert und ein gleichmäßiger Ablauf der Suspensionsflüssigkeit
-über den Hahn 9 gewährleistet wird. Die Porosität der Platte 12 kann ohne
weiteres so gewählt werden, daß die festen Bestandteile nicht hindurchtreten können,
während dem Preßluftstrom nur geringer Widerstand entgegengesetzt wird. Nennenswerte
Ohnengen treten ebenfalls durch die Platte 12 hindurch nicht in den Raum
13 ein.
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Wie ohne weiteres verständlich, arbeitet eine solche Einrichtung völlig
störungsfrei, und insbesondere sind keine mechanischen Teile vorhanden, die unter
Einwirkung der schmirgelnden Wirkung der Flüssigkeit unbrauchbar werden könnten.
Da außerdem die festen und flüssigen Bestandteile in Form einer Suspension in die
Rinne 4 tropfen oder fließen, wird ein Verstauben verhindert, so daß auch andere
mechanische Teile der Schleifmaschine vor Zerstörungen geschützt sind.
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Der Behälter 8 braucht nicht verschlossen zu sein. Es kann
aber zweckmäßig sein, einen Deckel 16 vorzusehen, der mit einer porösen Platte
17 versehen ist. Diese Platte 17 stellt sicher, daß sich in dem Topf
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trotz des geschlossenen Deckels kein überdruck ausbilden kann, und verhindert
gleichzeitig ein Austreten des Schleifmittelgernisches, wenn einmal versehentlich
bei 14 ein zu hoher Druck eingeleitet werden sollte.
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In Abb. 3 ist eine bevorzugte Form eines solchen Deckels dargestellt.
Es sind poröse, hochkant gestellte Ringe 18 vorgesehen, die gestatten, daß
die Luft aus dem Behälter entweicht. Etwa in den Bereich der Ringe 18 geratendes
öl tropft ab, ohne durch die Ringe hindurchzutreten. Es kann ferner zweckmäßig
sein, unterhalb des Deckels ein Prallblech 19 vorzusehen, das verhindert,
daß nennenswerte Mengen des Behälterinhaltes gegen den Deckel gespritzt werden.
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An Stelle porös gesinterter Metallplatten bzw. Ringe können auch porös
gesinterte Kunststoffplatten bzw. Ringe verwendet werden, vorausgesetzt, daß der
Werkstoff von der verwendeten Flüssigkeit nicht angegriffen wird.