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Schaltung für vorzugsweise fahrstraßenweise stellbare Weichen u. dgl.
Die Erfindung befaßt sich mit Schaltungen für vorzugsweise fahrstraßenweise stellbare
Weichen u. dgl. mit Weichen-Gruppenüberwachung in Eisenbahnsichexungsanlagen. In
derartigen Fällen, in denen oftmals mehrere Weichen gleichzeitig umlaufen, besteht
die Gefahr, d,aß bei Ausfall der Stellspannung durch Überlastung der Stromversorgungseinrichtungen
oder aus anderen Gründen einige Weichen in der Mittellage stehenbleiben. Ohne besondere
Maßnahmen würde die Ste,llspannung bei ihrer Wiederkehr sofort an alle in der Mittellage
stehenden Weichen durchgeschaltet sein, was wegen der hohen Anlaufströme der Antriebsmotoren
in den. meisten Fällen zum sofortigen erneuten Ausfall der Stellspannung führen
würde. Dies tritt vor allem dann auf, wenn ein schwächeres Ersatznetz, ein Notumformer
oder ähnliche Hilfsstromquellen eingeschaltet wurden.
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Aus diesen Gründen hat man bisher bei Stellspannungsa.usfall den weiteren
Ablauf des fahrstraßenweisen Umstehens verhindert, und, der Wärter mußte nach dem
Wiederkehren der Stehspannung die noch nicht vollständig umgelaufenen Weichen einzeln
umstellen. Werden solche Weichen jedoch einzeln mittels der Weichentasten umgestellt,
so, kehren sie bei der ersten Tastenbetätigung zunächst in die vorherige Ausgangslage
zurück, und es wird die -gewünschte neue Endsage erst durch nochmaliges Betätigen
der Weichentasten erreicht. Dadurch. entsteht nicht nur ein unnötiger Zeitverlust,
sondern es erscheinen auch derartige Bedienungshandlungen nicht mehr logisch; gerade
dies sollte a,beir vermieden werden, weil die genannten. Bedienungshandlungen nicht
häufig auftreten, so daß sie der Wärter nicht durch dauernde Gewöhnung beherrscht;
außerdem sind diese- Bedienungshandlungen, meist gerade dann erforderlich, wenn
ohnehin durch den Ausfall der Stromversorgung dem Betrie:bsa.blauf eine erhöhte
Aufmerksamkeit gewidmet werden muß.
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Um die gemannten Nachteile eines Handumstellens der einzelnen Weichen
möglichst zu vermeiden, ist es bekannt, einen Überstromausschalter vorzusehen, der
nach Ausfall der Netzspannung und Umschalten auf das Reserveaggregat nur in denjenigen
Fällen anspricht und dann das Handumstellen erforderlich macht, in denen zufällig
im Augenblick des Netzausfalls mehr Weichenantriebe umlaufen, als dem Reserveaggregat
zuträglich sind.
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Bei einer anderen bekannten Anordnung sucht man die Überlastung des
Reserveaggregates und die dann erforderlich werdende; Handumstellung der einzelnen
Weichen dadurch möglichst zu vermeiden, daß bei Netzausfall und Inkrafttreten des
Reserveaggregates nicht mehr wie beim normalen Umstellvo-rgang mehrere Weichengruppen
gleichzeitig umlaufen, sondern das Anschalten einer weiteren Weichengruppe vom Auslaufen
der Weichenantriebe abhängig gemacht ist.
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Die Erfindung zeigt einen anderen Weg, um mit einfachen Mitteln die
erwähnten Nachteile zu vermeiden, der außerdem im Gegensatz zu den bekannten Lösungswegen
auch mit Vorteil bei schwach ausgelegten Notumformern angewendet werden kann, da
er beim selbsttätigen Wiederanschalten der Weichenantriebe nach Netzspannungsausfall
jeweils nur das Anschalten einer einzigen Weiche innerhalb einer Weichengruppe ermöglicht.
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Gemäß der Erfindung werden bei Stellspannungsausfa.ll während des
Umstellvorganges beliebiger Weichen einer Gruppe die Stellspannungsleitungen zu
den Motoren der umlaufenden Weichenantriebe innerhalb der Weichenantriebsschaltungen
unterbrochen und diese Unterbrechungen nacheinander nur für jeweils eine einzige,
Weiche in jeder gemeinsam überwachten Gruppe in der Weise wiederaufgehoben, daß
das Wiederanlaufen eines in der Gruppenüberwachung während des Umlaufs abgeschalteten
Weichenantriebs über die gemeinsame Überwachungsleitung gesteuert wird und daß für
das Wiederanlaufen der übrigen die ordnungsgemäße Endlage nicht erreichten Weichenantriebe
alle in der Gruppenüberwachung davorliegend angeschlossenen Weichenantriebe die
ordnungsgemäße Endlage erreicht haben und in dieser Lage wieder überwacht werden.
Zweckmäßig wird das Wiederanlaufen der während des Umlaufs abgeschalteten Weichenantriebe
dadurch gesteuert, daß die Stromzuführung der Ruhestromüberwachungsleitung bei Stellspannungsausfall
umgepolt wird.
Den besonderen Erfordernissen der kurzzeitigen Umschaltung
auf eine vollwertige Ersatz-Stromversorgung kann dadurch Rechnung getragen werden,
daß bei Stellspannungsabfall während des Umstellvorbangs das Unterbrechen der Stellspannungsleitungen
zeitlich verzögert eintritt und der Umstellvorgang bei innerhalb dieser Zeit wiederkehrender
Stellspannung unmittelbar fortgesetzt wird. Im allgemeinen rechnet man mit einer
Umschaltzeit auf das vollwertige Ersatznetz von 200 Millisekunden. Innerhalb dieser
kurzen Zeit kommen aber die Antriebsmotoren noch nicht zum Stillstand, und es tritt
beim Wirksamwerden der Ersatz-Stromversorgung noch keine nennenswerte Erhöhung des
wieder eingeschalteten Stromes ein.
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Nach der weiteren Erfindung ist von jeder der zu einer Gruppenüberwachung
zusammengefaßten Wei-
chen ein Umschaltkontakt derart in eine Ruhestromüberwachungsleitung
eingeschaltet, daß diese Leitung nur bei sämtlich angezogenen Überwachungsrelais
der einzelnen Weichen vom Leitungsanfang bis ziz einem Gruppenüberwachungsrelais
durchgeschaltet, dagegen bereits bei nur einem abgefallenen Weichenüberwachungsrelais
vom Leitungsanfang auf die zugehörigen Weichenschaltmittel umgeschaltet ist. Zweckmäßig
bleibt die gemeinsame Überwachungsleitung so lange umgepolt, bis sie wieder über
alle Kontakte der Überwachungsrelais zum Gruppenüberwachungsrelais durchgeschaltet
ist.
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Um den Vorrang des Handumstellens von Weichen gegenüber der fahrstraßenweisen
gemeinsamen Umstellung aufrechtzuerhalten, ist nach einem weiteren Erfindungsmerkmal
das selbsttätige Fortsetzen unterbrochener Stehvorgänge aller Weichen verhindert,
solange die Weichengruppentaste gedrückt ist. Nach der weiteren Erfindung werden
zweckmäßig als Schaltmittel für die Verhinderung des Fortsetzens begonnener Umstellvorgänge,
für die Umschaltung der Gruppenüberwachung, für die Reihenfolgeanschaltung der Weichen,
für die Gruppen- und Netzüberwachung und/oder für die Weichengruppentasten die bereits
vorhandenen und anderen Zwecken dienenden Relais und Tasten verwendet.
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In der Zeichnung ist ein mögliches Ausführungsbeispiel der Erfindung
dargestellt. Sie enthält im linken unteren Teil eine an sich beliebige Stell- und
Überwachungsschaltung für einen drehstromgesteuerten Weichenantrieb mit vier Kabeladern
zwischen Stellwerk (oberhalb der strichpunktierten Linie) und Antrieb (unterhalb
der strichpunktierten Linie) ; in der rechten Hälfte der Zeichnung sind einige zum
An- und Abschalten des Weichenantriebs erforderliche Relais dargestellt, und im
oberen Teil enthält die Zeichnung die Schaltmittel der Gruppenüberwachung sowie
die nach der Erfindung vorgesehene Verbindung der einzelnen Weichenschaltungen mit
der Gruppenübervachung.
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Die eigentliche Stell- und Überwachungsschaltung enthält im Stellwerksteil
die Anschlüsse eines Drehstromnetzes R, S, T und einer Gleichstromquelle 4-und -,
ferner ein Auffahrmelderelais b17.4 mit dem Kontakt W.4 1, dem Widerstand Wä 1,
einem Gleichrichter Gr und einem Transformator Tf- mit drei Wicklungen 1-2, 3-4
und 5-6. Ein weiteres Relais W Ü 1
dient zur Überwachung, ob sich die Weiche
in einer ihrer Endlagen befindet. Der An- und Abschaltteil enthält ein Stützrelais
WL 1 mit zwei Wicklungen I und 1I und, den Kontakten TV L 11 (in der
Überwachungsschaltung), tYL12, bVL13 und bJ'L14 und ein weiteres Stützrelais bI7L2
mit zwei Wicklungen I und 1I und den Kontakten WL21 (in der überwachungsschaltung),
WL22, bVL23 und WL 24. Ferner sind zwei Relais WP und bIr\' mit ihren
Kontakten WP 1 bis WP7 und WN1 bis WN?4 dargestellt, von denen die Kontakte
WP1 bis bFP3 und bb'N1 bis TYNN3 in der Stell- und Überwachungsschaltung liegen.
Im Stromkreis des Relais WP ist außerdem ein Kontakt WA 2 des Relais
WA, im Stromkreis des Relais WN ein weiterer Kontakt WA3 dieses Relais und im Stromkreis
des Relais WL 1 ein Kontakt WÜ12 des Relais. WÜ1 angeordnet. Der Stromkreis
des Relais WI4NT ist mit einem Kondensator Ko 1 und einem Widerstand Wi2 versehen,
und schließlich sind Kontakte WT 1 (in der Überwachungsschaltung) bis WT
5 eines nicht dargestellten Weichentastenrelais dargestellt.
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Der Antriebsteil enthält die drei Wicklungen L', L', W des
Antriebsmotors sowie eine Hilfswicklung H
dieses Motors und die beiden vom
Antrieb gesteuerten Endlagenüberwachungskontakte AK+ und AK-. Auch diese beiden
Kontakte sind in einer der Pluslage der Weiche entsprechenden Lage bezeichnet: heim
Umstellen in die Minuslage legt der Kontakt AK-I-um, wenn die Weiche die Pluslage
verläßt, während der Kontakt AK- umlegt, wenn die "'eiche die Minuslage erreicht.
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Von den für eine Gruppe von Weichen beineinsamen Schaltmitteln sind
im oberen Teil der Zeichnung ein Gruppenüberwachungsrelais WG(` mit einem
Kontakt WGU1 sowie ein Gruppenhilfsrelais @t,'GH mit den Kontakten WGH1 bis WGH3
dargestellt. Im Stromkreis des Relais WGH befindet sich außerdem ein Kontakt
W NÜ 1 eines nicht dargestellten :N etzüberwachungsrelais. Die dünn
ausgezogene Linie im Stromkreis des Relais WGU stellt die Gruppenüberwachungsleitung
dar, in welche die einzelnen Kontakte WÜ11, WÜ21, WÜ31 usw. der Weichenüberwachungsrelais
eingeschaltet sind. Die dünngestrichelten Linien deuten an, daß beliebig viele weitere
Überwachungskontakte anderer Weichen in diese Leitung einbezogen werden können;
die beiden stark gestrichelten Linien führen zu den nicht dargestellten Schaltungen
der Weichen W 2 und W3, die im übrigen in völlig gleicher Weise wie die dargestellte
Schaltung der Weiche W 1 aufgebaut sind. In der Gruppenüberwachungsleitung ist ferner
ein Ruhekontakt WGT einer Weichengruppentaste oder eines Tastenrelais dieser Taste
eingezeichnet.
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In der gezeichneten Grundstellung ist der Clx rwachungsstromkreis
über Kontakt WT 1, Relais WA,
Widerstand Wi 1, Kontakte W N 1
und W1_ 11, Leitung 1, Kontakt AK -E-, Hilfswicklung H, Leitung 2, Kontakt
WP 2, Endlagenüberwachungsrelais W Ü 1,
Kontakte WP 1
und WL 21, Leitung 3, Kontakt .4K- , Motorwicklungen h und W, Leitung
4 sowie Kontakte WN2 und WP 3 durchgeschaltet, und das Relais Wi` 1 ist angezogen,
während das Relais WA, das gegenüber dem Relais WÜ1 niederohmig ist, nur
von Fehlstrom durchflossen ist und nicht anziehen kann. Das Relais WA wirkt
normalerweise als Auffahrmelder; wird in der gezeichneten Endlage die Weiche aufgefahren,
so lebt der Endlagenkontakt AK+ um, und das Relais WÜ1 wird durch diesen Kontakt
abgeschaltet, so daß das Relais WA über den umgelegten Kontakt
AK + und die Motorwicklung Ü nun anziehen kann. Dabei wirkt der Widerstand
Wi 1 als Schutzwiderstand für das Relais WA. In nicht dargestellten
Stromkreisen kann diese Veränderung des Schaltzustandes als Auffahrmeldung registriert
werden. Der Kontakt WÜ 11 desÜberwachungsrelais. W IU 1, der sich in der Gruppenüberwachungsleitung
befindet,
liegt ebenso wie die Kontakte WÜ21 und W(731 der übrigen Weichen in der gezeichneten
Lage, und es ist der Gruppenüberwachungsstromkreis über Kontakt WGH3, Gruppenüberwachungsrelais
WGÜ, Kontakte W( 31, W1721, WÜ 11, WGT, WGH2 und Widerstand Wi3 durchgeschaltet.
In diesem Stromkreis ist das Relais WGZ` angezogen, und sein Kontakt WGÜ1 im Stromkreis
des Relais WGH ist geöffnet.
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Beim Einleiten einer Weichenumstellung, entweder durch Betätigen der
Weichenstelltasten oder bei der fahrstraßenweise gemeinsamen Weichenumstellung,
wird in einem nicht dargestellten Stromkreis das Weichen-Einzeltastenrelais betätigt,
dessen Kontakte TT'T 1 und WT 5 geöffnet, WT 2 und WT
3 geschlossen und WT 4 umgelegt werden. Mit dem Kontakt IVT
1
wird der beschriebene Überwachungsstromkreis unterbrochen, und das Relais
WÜ1 fällt ab, legt seinen Kontakt WÜ11 um und schließt seinen Kontakt WÜ12. Die
Wicklung I des Relais WL 1 erhält über die Kontakte WT2, WP 4, WA'4, WC'12
und WL 22 Strom, zieht ihren Anker an, hebt damit die Abstützung des Ankers
der Wicklung II auf und bringt diesen zum Abfallen. Dabei werden die- Kontakte
WL 11 bis WL 14 entgegen der gezeichneten Lage umgestellt. Über den
jetzt umgelegten Kontakt WL13, den Kontakt WL23 des Relais WI_2 und den vorher umgelegten
Kontakt WT 4 wird das Relais WP ein-
geschaltet, welches seine Kontakte
TYP 1 und WI' 2 umlegt, WP 3 und WP 4 öffnet und WP 5 bis WP7 schließt.
Der Kondensator Kol liegt über Kontakt WA3 und Widerstand Wi2 an Gleichspannung
und ist aufgeladen.
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Der nun erreichte Schaltzustand bleibt bestehen, solange das Tastenrelais
erregt ist. Werden die Weichen- ; tasten wieder losgelassen oder haben alle Weichen
das Umstellkennzeichen für die fahrstraßenweise Umstellung aufgenommen, so fällt
das Tastenrelais wieder ab, und die Kontakte WT 1 bis WT 5 gehen in
die gezeichnete Lage zurück. Durch den Kontakt WT 4
wird die Speisung für
das Relais WP zwar unterbrochen; das Relais ist aber mit einer ausreichend
hohen Abfallverzögerung versehen, so daß es zunächst noch angezogen bleibt. Über
den wieder geschlossenen Kontakt WT 3 und den vorher geschlossenen Kontakt
WP5 sowie den umgelegten Kontakt WL 12 wird die Wicklung I des Stützrelais
WL 2 eingeschaltet, und auch dieses Stützrelais wird umgestellt, wobei die
Kontakte WL21 bis WL24 entgegen der gezeichneten Lage umgelegt werden.
Nunmehr liegt das Relais WN über die Kontakte WA 3, WP 6, WL 14 und
WL 24 an Spannung und zieht an. Dabei werden seine Kontakte WN1 und WN2 umgelegt,
WN3 geschlossen und WN4 geöffnet. Infolge des Umlegens der Kontakte WN
1 und WIV 2 kommt zwischen den Drehstromphasen R und T ein teilweiser
Stellstromkreis zustande, und zwar über die Kontakte WN 1, WL 11 (umgelegt),
Leitung 3 Kontakt AK-, Wicklungen h und W, Leitung 4 und Kontakt WN2; dabei
wird aus der Wicklung 3-4 des Transformators Tr eine Spannung in dessen Wicklung
5-6 induziert, die über den Gleichrichter Gr das Relais WA zum Anziehen bringt,
welches seine Kontakte WA 1 bis W.4 3 schließt. Mit dem Kontakt
WA 1 wird ein zweiter Stromweg für den Antriebsmotor hergestellt, und zwar
von der Drehstromphase R über die Kontakte WN1 und WP2, Leitung 2, Hilfswicklung
H, Antriebskontakt AK+, Leitung 1, Kontakte WL21 (umgelegt) 97P1 (umgelegt)
und WA 1; dabei entsteht in der Wicklung 1-2 des Transformators Tr eine Spannung,
die in ihrer Phasenlage von derjenigen in der Wicklung 3-4 abweicht, so daß das
Relais WA über die Wicklung 5-6 des Transformators Ty weiterhin erregt bleibt.
Der Kontakt WA 2 hat den über den Kontakt TT'P7 verlaufenden Selbstschlußkreis
des Relais WP hergestellt, und damit bleibt dieses Relais weitererregt. Die
Verzögerungszeit des Relais WP ist so groß gewählt, daß die voTherigeUnterbrechungszeit
jedenfalls überbrückt wird. Ferner hat der Kontakt WA 3 geöffnet und das Relais
W1\' von Spannung ab- und an den aufgeladenen Kondensator Ko 1 angeschaltet.
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Infolge des Herstellens der beiden Stromkreise über die Hilfswicklung
H bzw. die Wicklungen T7 und W
ist der Antriebsmotor zweiphasig angelaufen.
Dabei hat der Kontakt AK + umgelegt, die Hilfswicklung H
abgetrennt
und die Wicklung U, welche ihrerseits im Sternpunkt mit den beiden anderen Wicklungen
T' und W verbunden ist, an die Drehstromphase S angeschaltet. Dadurch kommt im Antriebsmotor
das volle Drehmoment zur Wirkung. Die Ströme in den Wicklungen 1-2 und 3-4 des Transformators
Tr sind nun um 12Q° gegeneinander verschoben, und das Relais WA bleibt weiterhin
gehalten.
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Beim Erreichen der neuen Endlage legt der Kontakt AK- entgegen
der gezeichneten Lage uin und schaltet die Drehstromphase R über die Kontakte W
N1 und WL 11 sowie Leitung 3 von der Wicklung T' ab und an die Hilfswicklung
H an. Durch das Abtrennen der Wicklung l% kommt zwischen den Phasen S und
T
ein einphasiger Strom zustande, und zwar über die Wicklung 1-2 des Transformators
Ur, Kontakte W-4 1,
WP 1 und WL 21, Leitung 1, Kontakt
AK -I-, Wicklungen U und W, Leitung 4, Kontakt WRT 2 und Wicklung
3-4 des Transformators Tr. Die beiden Wicklungen 1-2 und 3-4 sind gegeneinandergescha.ltet;
eis treten in ihnen zwei um 180° phasenverschobene Ströme auf, so daß in der Wicklung
5-6 keine Spannung mehr induziert wird und das Relais 9'A abfällt. Beim Öffnen des
Kontakts WA 1 wird auch der eben beschriebene einphasige Stromkreis unterbrochen;
der Kontakt WA2 öffnet auch den Selbstschlußkreis für das Relais WP, so daß dieses
nach Ablauf seiner Verzögerungszeit abfällt und seine Kontakte WP1 bis WP 7 in die
gezeichnete Lage zurückstellt. Dabei wird durch den Kontakt WP 6 auch der bisher
noch immer wirksame Erregungsstromkreis für das Relais WN unterbrochen, welches
ebenfalls abfällt und seine Kontakte WN1 bis WN4 zurückstellt. Der Uinstellvorgang
ist beendet, und über Kontakt WT 1, Relais TVA (wegen Fehlstroms nicht angezogen),
Widerstand Wi1, Kontakt WN 1, Kontakt WL11 (umgelegt), Leitung 3, Kontakt
AK- (umgelegt), Wicklung H, Leitung 2, Kontakt WP 2, Relais WÜ1, Kontakt
WP 1, Kontakt WL21 (umgelegt), Leitung 1, Kontakt AK+ (umgelegt),
Wicklungen U und W, Leitung 4, Kontakte R'N2 und WP3 fließt nunmehr wieder
Überwachungsstrom, durch welchen das Endlagenüberwachungsrelais W(71 anzieht, seinen
Kontakt WÜll in die gezeichnete Lage zurücklegt und seinen Kontakt W Ü 12
öffnet.
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Fällt während des Umlaufvorganges durch Unterbrechung der Phasen R,
S und T die Stellspannung aus, so fällt zunächst das Relais WA ab, weil die
Wicklung 5-6 des Transformators Tr keine Spannung mehr erhält. Der sich öffnende
Kontakt WA2 unterbricht den Haltestromkreis des Relais WP. Dieses Relais hat eine
Abfallverzögerung derartiger Größe, daß bei einer kurzzeitigen Umschaltung auf ein
vollwertiges Ersatznetz innerhalb von etwa 200 Millisekunden das Relais
WP noch nicht abfällt, so daß
sein Haltestromkreis über den
Kontakt WA2 erhalten bleibt, bis dieser Kontakt infolge erneuter Erregung des Relais
WA über den Transformator Tr wieder schließt. Da bis dahin das Relais WN nicht abgefallen
war und das Relais nun wieder angezogen hat, wird. der Umstellvorgang unmittelbar
fortgesetzt.
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Dauert der Stellspannungsausfall jedoch länger, z. B. weil erst eine
Umschaltung auf einen Notumformer vorgenommen werden muß oder aus anderen Gründen,
so fällt nach dem Öffnen des Kontaktes WA 2 das Relais 11'P verzögert ab
und öffnet seinen Kontakt I1"P6, wodurch das Relais WN abfällt. Kehrt erst jetzt
die Stehspannung wieder, so sind die Stromzuführungen zum Weichenantrieb durch die
Kontakte 1i :1"1, WN2 und WA1, die in die gezeichnete Lage zurückgelegt haben, unterbrochen.
Die wiedergekehrte Spannung kann zunächst keine Änderung dieses nun eingetretenen
Schaltzustandes herbeiführen.
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Gemäß der Erfindung geschieht die Wiederanschaltung des Weichenantriebs
auf folgende Weise: Beim Ausfallen des Netzes hat der Kontakt W N Ü 1 des nicht
dargestellten Stellspannungsnetzüberwachers geschlossen und hat dadurch das Gruppenhilfsrelais
li'GH zum Anziehen gebracht, welches seinen Kontakt ti'GH 1 schließt und
die Kontakte WGH2 und II'GH 3 umlegt. Beim Einleiten der Weichenumstellung war die
Gruppenüberwachungsleitung durch das T `mlegen der Kontakte WÜ 11 sowie
W Ü 12 und il-(' 31 unterbrochen, und das Gruppenüberwachungsrelais WG('
war abgefallen und hatte seinen Kontakt l1'Gi''1 geschlossen. Nun ist über die geschlossenen
Kontakte: II'G('1 und WGH 1 ein Selbstschlußkreis für das Relais WGH gebildet
worden, welcher so lange bestehenbleibt, bis alle Weichen die gewünschte Endlage
erreicht haben und das Gruppenüberwachungsrelais 13"G(' wieder anzieht. 'Mittels
der Kontakte Ii'GH2 und iilGH3 sind die Zuleitungen zur Gruppenüberwachungsleitung
umgepolt worden, so daß nun das Pluspotential dieser Leitung über die Kontakte Ti-GH
2, bi% GT, W (' 11 (umgelegt) und WT 4
am Relais iVP anliegt
und dieses erneut erregt. Bei der ersten Weiche im Gruppenüberwachungsstromkreis,
wie hier bei der Weiche i1'1, ist es auch möglich, daß bei ausreichend schnellem
Ablauf dieser letztgenannten Schaltvorgänge das Relais WP dieser Weiche nicht
abfällt. so daß der Umstellvorgang hier unter Umständen beim Wiederkehren der Stellspannung
unmittelbar fortgesetzt werden kann. Alle- folgenden Weichen dieser Gruppe sind,
jedoch zunächst am weiteren Alllaufen des Umstellvorgangesgehindert. Der Umstellvargang
der Weiche i1'1 läuft nun, wie vcrher beschrieben, normal weiter, bis am Ende des
U tnstellvcrganges das Überwachungsrelais W(' 1 dieser Weiche wieder anzieht und
damit sein Kontakt II'(' 11 in die gezeichnete Lage zurückgelegt wird. Dadurch wird
das über die Kontakte WGH2 und IYGT an den Anfang der Gruppenüberwachungsleitung
gelegte Pluspotential über den zurückgelegten Kontakt Ti-L' 11 und den entgegen
der gezeichneten Lage liegenden Kontakt WC 21 an die nicht dargestellte Schaltung
der Weiche W2 angelegt, so daß auch dort nunmehr das Relais 117P wieder erregt wird
und die Fortsetzung des Umstellvorganges auch dieser Weiche einleiten kann. Das
erfolgt jedoch nur dann, wenn sich diese `'eiche ebenfalls noch nicht in der gewünschten
Endlage befindet; ist das dagegen bereits der Fall, so liegt der Kontakt 1'(I21
auch wieder in der gezeichneten Lage, und das Pluspotential vcm Anfang der Gruppenüberwachungsleitung
wird ü1.er den Kontakt WC-21 zum Kontakt W Ü 31 weitergegeben und kann gegebenenfalls
die: Fortsetzung des Umste:llens auch dieser Weiche einleiten.
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Die Stützrelais WL1 und WL2 bleiben beim Fortführen eines unterbrochenen
Umstellvorganges erfindungsgemäß in der vorher eingestellten Lage, im Gegensatz
zum Fortführen eines Umstellvorganges mit Hilfe der Weichentasten, in welchem Fall
diese Stützrelais zunächst zurückgestellt werden würden. Trotzdem ist es möglich,
einzelne Weichen auch mittels einer Weichentaste umzustellen, weil dann durch das
Umlegen des Kontakts WT 4 im Stromkreis des Relais WP dieVerbindung
zur Gruppenüberwachungsleitung abgetrennt und das Einleiten der Weichenumstellung,
wie eingangs beschrieben, vorgenommen wird. Dabei wird durch Betätigen der Weichengruppentas.te
und Öffnen des Kontakts WGT auch die selbsttätige Wiederanschaltung der übrigen
Weichen zunächst unterbrochen; die Einzeltastenbedienung ist also in jedem Fall
bevorrechtigt, und es kann nicht vorkommen, daß neben einer einzeln umzustellenden
Weiche noch andereWeichen mittels derbeschrie:benen selbsttätigen Wiederanschaltung
anlaufen können. Auch die selbsttätige Wiederanschaltung ermöglicht jeweils nur
das Anschalten einer einzigen Weiche, so daß die Schaltung nach der Erfindung auch
bei schwach ausgelegten Notumformern mit Vorteil verwendet werden kann.
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Sind alle Weichen dieser Gruppe in der gewünschten Endlage angelangt,
so, ist der Stromkreis der Gruppenüberwachung über die Kontakte 117GH2, WGT,
W Ü 11, W U21, W Ü 31, Relais WG(', Kontakt WGH3 und Widerstand
Wi3 durchgeschaltet. Das Gruppenüberwachungsrelais WG(T zieht an, öffnet seinen
Kontakt WGÜ 1 und unterbricht damit den Selbstschlußkreis des Relais WGH,
welches abfällt und seine Kontakte WGH2 und WGH3 in die gezeichnete Lage zurückstellt,
womit die Umpolung der Gruppenüberwachungs.leitung wieder zurückgenommen ist.
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Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt;
vor allem kann sie mit beliebigen Weichenantriebs- und ÜTberwachungsschaltungen
zusammen verwendet werden.