DE1198540B - Verfahren und Vorrichtung zur Glaettung, Kalibrierung und gegebenenfalls Konditionierung von Holzspanplatten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Glaettung, Kalibrierung und gegebenenfalls Konditionierung von HolzspanplattenInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B27—WORKING OR PRESERVING WOOD OR SIMILAR MATERIAL; NAILING OR STAPLING MACHINES IN GENERAL
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B
29 j
Deutsche Kl.: 39 a7-5/00
Nummer: 1198 540
Aktenzeichen: H 448711 c/39 a7
Anmeldetag: 14. Februar 1962
Auslegetag: 12. August 1965
Bei der Herstellung von Holzspanplatten ist es bekannt, vor dem Einfahren der Formlinge in die
Heizpresse die Formlingsaußenseiten sehr stark mit Wasser zu befeuchten, beispielsweise durch Besprühen
der Beschickbleche und der Formlingsoberseiten, und dadurch während des Heißpreßvorganges eine
bevorzugte Plastifizierung und dadurch Glättung der äußersten Späneschichten zu erreichen. Es ist ebenfalls
bekannt, bei der Herstellung dreischichtiger Holzspanplatten mit extrem nassen Deckschichtspänen
zu arbeiten, um hierdurch den gleichen Effekt zu erzielen. Die aus der Heizpresse kommenden Platten
weisen dann eine dichte, geschlossene spiegelnde Oberfläche auf. Diese Flächen werden aber anschließend
wieder zerstört, wenn aus Gründen der Kalibrierung die Platten einem Schleifvorgang unterzogen
werden.
Es ist auch schon bekanntgeworden. Holzfaserplatten, die einseitig glatt und auf der anderen Seite
mit einer Siebmarkierung teilweise verdichtet aus einer Vorpresse kommen, auf der Siebseite mit Wasser
zu besprühen und anschließend dem Heißpreßvorgang zu unterwerfen, bei dem die Platten endgültig
verdichtet werden. Man erhält hierdurch eine Glättung der vorher rauhen Siebseite und eine Plastifizierung
des gesamten Fasergefüges, durch die die Verpressung erleichtert wird. Da Holzfaserplatten
grundsätzlich nicht geschliffen werden, erhält man auf diese Weise ein verkaufsfähiges Fertigprodukt
mit zwei glatten Oberflächen.
Holzspanplatten dagegen werden zum größten Teil beidseitig geschliffen, um sie auf genau gleiche Dicke
zu bringen. Ursprünglich verwendete man hierzu Zwei- oder Drei-Zylinderschleifmaschinen, doch hat
sich heute die Vier-Zylinderschleifmaschine durchgesetzt, wobei die letzte Schleifwalze mit möglichst
feinem Schleifpapier bespannt wird, damit die Platte mit möglichst glatter Oberfläche aus der Maschine
und zum Verkauf kommt. Trotzdem hat jede geschliffene Holzspanplatte infolge der reibenden und
reißenden Wirkung des Schleifpapiers eine aufgerauhte Oberfläche, die sowohl dadurch entsteht,
daß einzelne Fasern aus dem Verband der Späne losgerissen werden, ohne ganz abgerissen zu werden,
als auch dadurch, daß einzelne Holzteilchen aus der Oberfläche beim Schleifprozeß herausgerissen werden.
Man erhält so zwar eine annähernd kalibrierte, aber rauhe Platte, während man für viele Verwendungszwecke
eine möglichst glatte, geschlossene Oberfläche sucht, so insbesondere dann, wenn Kunststoff-Folien
oder andere Laminate auf die Spanplatten aufgepreßt werden sollen.
Verfahren und Vorrichtungen zur Glättung,
Kalibrierung und gegebenenfalls
Konditionierung von Holzspanplatten
Kalibrierung und gegebenenfalls
Konditionierung von Holzspanplatten
Anmelder:
Dipl.-Ing. Max Himmelheber,
Baiersbronn (Schwarzw.), Saarstr. 7
Als Erfinder benannt:
Dipl.-Ing. Max Himmelheber,
Baiersbronn (Schwarzw.);
Walter KuIl, Freudenstadt
Dipl.-Ing. Max Himmelheber,
Baiersbronn (Schwarzw.);
Walter KuIl, Freudenstadt
Ebenso sucht man für Anstrichzwecke möglichst glatte, geschlossene Spanplattenoberflächen, da die
rauhe Oberfläche, auch wenn die letzte Schleifwalze mit feinstem Schleifpapier ausgerüstet war, stark
saugfähig ist und Lacke oder Anstrichfarben weit gieriger aufnimmt als gehobeltes Naturholz.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren, geschliffene, vorkalibrierte Spanplatten auf einfachste Weise
anschließend zu glätten, d. h., die Oberfläche einzu-
a5 ebnen und die Poren teilweise zu schließen und
gleichzeitig noch genauer zu kalibrieren. Weiterhin betrifft die Erfindung Vorrichtungen zur Durchführung
des Verfahrens. Die Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung bringt, insbesondere in einer
speziellen modifizierten Form, einen weiteren, für die Spanplattentechnik sehr wichtigen Vorteil, nämlich
den einer Vergleichmäßigung der Feuchtigkeitsverteilung in den Spanplatten.
Das Verfahren nach der Erfindung besteht darin, die Oberflächen einer Spanplatte nach dem Schleifen
mit Wasser zu befeuchten und die Platte dann nochmals kurzzeitig der Einwirkung von Wärme und
Druck auszusetzen. Das Verfahren kann für beide Seiten einer Spanplatte gleichzeitig, oder auch einseitig,
ausgeübt werden. Man kann die Befeuchtung beispielsweise durch Besprühen mittels Sprühdüsen
vornehmen, oder indem man die Spanplatte zwischen Walzen durchlaufen läßt, die beispielsweise mit feuchtem
Filz oder einem anderen saugfähigen Material bezogen sein können, das ständig nachgefeuchtet wird.
Die Ausübung von Druck- und Wärmeeinfluß kann entweder zwischen Heizplatten in einer Presse
erfolgen, in der Art, wie Spanplatten aus dem beleimten Spangut hergestellt werden oder zwischen
beheizten Druckwalzen, in der Art, wie Papier kalandriert wird, oder auch zwischen mitlaufenden, beheizten
Platten oder Stahlbändern, die unter Druck
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an feuchte Spanplattenoberflächen angepreßt werden.
Spanplatten werden bisher nach dem Verlassen der Heizpresse stets über einen Zeitraum von mehreren
Tagen im sogenannten Konditionierungslager oder Reifelager gestapelt. Dies hat zwei Gründe.
Erstens müssen die Platten abgekühlt sein, bevor man sie in die Schleifmaschine bringen kann. Unmittelbar
nach der Heißpressung ist das Kunstharz noch nicht vollkommen gehärtet. Die nicht gehärteten
Teile sind thermoplastisch. Kühlt man eine Platte nach Verlassen der Heizpresse künstlich, z. B. in
einer Kühlpresse, ab, so ist die chemische Reaktion der noch nicht gebundenen Restkomponenten des
Kunstharzes damit zwar nicht beendet, aber die thermoplastischen Bestandteile sind im kalten Zustand
härter. Die kalte Platte schleift sich besser als die heiße, auch wenn sie nicht älter ist als diese.
Nochmals einen besseren Schleifeffekt erhält man aber, wenn man die Platte einige Tage lagert und
dem Kunstharz Zeit zur völligen Aushärtung läßt. Der zweite Grund, weshalb man die Platten einige
Tage (im allgemeinen bis zu einer Woche) im Konditionierungslager stapelt, ist der, daß nach dem Verlassen
der Heizpresse die Feuchtigkeit in den Platten ungleichmäßig verteilt ist. Die inneren Zonen sind
feuchter als die äußeren. Im Reifelager gleicht sich diese ungleiche Feuchtigkeitsverteilung teilweise aus.
Je gleichmäßiger die Feuchtigkeitsverteilung, desto besser ist das Stehvermögen der fertigen Platten. Nicht
zwischengelagerte Platten neigen zum Verziehen.
Die Zwischenlagerung kostet aber Löhne, Raum und Zinsen. Durch das Verfahren nach der Erfindung
kann sie abgekürzt werden. Auch eine heißgeschliffene Platte, die, wie erklärt, mit verhältnismäßig
rauher Oberfläche die Schleifmaschine verläßt, kann durch das Verfahren nach der Erfindung einwandfrei
geglättet werden. Außerdem kann eine gleichmäßige Feuchtigkeitsverteilung durch das Verfahren
nach der Erfindung herbeigeführt werden. Man erreicht dies dadurch, daß man zwar die gesamten
Plattenoberflächen mindestens so stark befeuchtet, daß der beabsichtigte Glättungseffekt eintritt, darüber
hinaus aber, von den Randzonen zu den inneren Zonen der Plattenoberflächen abnehmend, zusätzliche
Feuchtigkeit aufbringt. Es ergibt sich dabei, daß die Glättung der Oberfläche überall dieselbe ist,
daß aber die bei dem Arbeiten nach dem Verfahren in Dampfform von außen nach innen strömende
Feuchtigkeit die Feuchtigkeitsunterschiede im Platteninnern ausgleicht. Durch entsprechende Abstimmung
der Wassermengen und der Heizplattentemperatur lassen sich die Verhältnisse feinfühlig steuern.
Um eine Uberfeuchtung der Platte durch das Verfahren zu vermeiden, kann man die Spanplatte von
vornherein trockener herstellen, entweder durch Ver-Wendung trockenerer Späne, oder durch stärkeres
Trocknen während des Heißpreßvorganges.
Durch Anwendung des Verfahrens erhält man nicht nur eine Glättung der Oberfläche und teilweise
Schließung der Poren, sondern bei Verwendung entsprechend genau gearbeiteter Pressenplatten auch
eine noch genauere Kalibrierung als sie mittels einer Schleifmaschine erreichbar ist. Dickenunterschiede
m der Größenordung von wenigen zehntel Millimetern lassen sich durch eine Heißpressung bei
gleichzeitiger Plastifizierung durch Dampfeinwirkung weitgehend irreversibel komprimieren. Für die Verarbeitung
von Spanplatten in der Möbelindustrie und Gehäuseindustrie ist bei Anwendung moderner
Fertigungsmethoden eine höchst genaue Kalibrierung der Platten von großer Bedeutung.
Als Vorrichtung für die Ausübung des Verfahrens kommen Plattenpressen, Bandpressen und Walzenpressen
in Frage. Alle ein- und mehretagigen Platten- und Bandpressen, wie sie bisher schon zur Herstellung
von Spanplatten verwendet werden, können auch zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung
dienen. Plattenpressen, die während des Arbeitstaktes mitwandern, lassen sich besonders vorteilhaft
in Endfertigungsstraßen einbauen, auf denen die Platten besäumt, geschliffen und anschließend nach
der Erfindung geglättet, kalibriert und gegebenenfalls konditioniert werden. Ebenso eignen sich zum Einbau
in solche kontinuierlichen Straßen Bandpressen sowohl mit Gliederbändern, wie mit kontinuierlich
umlaufenden, geschlossenen Stahlbändern. Ferner können vorteilhaft in kontinuierlichen Endfertigungsstraßen Kalanderwalzenpressen verwendet werden.
Kalanderpressen und Bandpresse lassen sich vorteilhaft auch mit Schleifmaschinen zu geschlossenen
Einheiten zusammenbauen.
Um mit möglichst kurzer Verweilzeit in der Glättungs-
und Konditionierungspresse auszukommen, kann man die Platten vorher eine Vorwärmzone passieren
lassen, wobei die Plattenoberflächen beispielsweise durch einen heißen Luftstrom oder durch Bestrahlung
mittels Infrarotstrahlen, oder auch das Plattengefüge durch Anwendung eines hochfrequenten
Wechselfeldes erwärmt wird.
Der Glättungs- und Kalibrierungseffekt nach der Erfindung kommt, wenn auch in geringerem Maße,
schon dann zur Auswirkung, wenn man ohne Aufsprühen zusätzlicher Feuchtigkeit eine Spanplatte
nach dem Schleifvorgang nochmals einer Heißpressung unterwirft. Die in jedem Fall in den Oberflächenspänen
enthaltene Feuchtigkeit verdampft dabei und bewirkt eine Plastifizierung und damit Verformung
der Spanoberflächen.
Claims (5)
1. Verfahren zur Glättung, Kalibrierung und gegebenenfalls Konditionierung von Holzspanplatten,
dadurch gekennzeichnet, daß diese nach dem Schleifen der Oberflächen ein- oder beidseitig mit Wasser befeuchtet und alsdann
nochmals der Einwirkung von Hitze und Druck unterworfen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Randzonen stärker befeuchtet werden als die Innenzonen der Plattenoberflächen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die geschliffenen Spanplatten
vor der Ausübung von Druck und Wärme vorgewärmt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung entsprechend
feuchter Spanplatten das zusätzliche Befeuchten vor der Anwendung von Druck und Hitze unterbleibt.
5. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, gekennzeichnet durch die
Verwendung eines an sich bekannten ortsfesten oder mit der zu pressenden Spanplatte mitwandernden
Heizplattenpresse, Bandpresse, Gliederplattenpresse oder Walzenpresse.
509 630/372 8.65 © Bundesdruckerei Berlin
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| DEH44871A DE1198540B (de) | 1962-02-14 | 1962-02-14 | Verfahren und Vorrichtung zur Glaettung, Kalibrierung und gegebenenfalls Konditionierung von Holzspanplatten |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE1198540B true DE1198540B (de) | 1965-08-12 |
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| DEH44871A Pending DE1198540B (de) | 1962-02-14 | 1962-02-14 | Verfahren und Vorrichtung zur Glaettung, Kalibrierung und gegebenenfalls Konditionierung von Holzspanplatten |
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| DE (1) | DE1198540B (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2379373A1 (fr) * | 1977-02-07 | 1978-09-01 | Masonite Corp | Procede pour le matricage apres pressage d'un panneau artificiel solidifie |
| WO2009135883A1 (de) | 2008-05-06 | 2009-11-12 | Fritz Egger Gmbh & Co. | Holzwerkstoffplatte mit einer hochglänzenden laminatbeschichtung und verfahren zur herstellung einer solchen holzwerkstoffplatte |
-
1962
- 1962-02-14 DE DEH44871A patent/DE1198540B/de active Pending
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| WO2009135883A1 (de) | 2008-05-06 | 2009-11-12 | Fritz Egger Gmbh & Co. | Holzwerkstoffplatte mit einer hochglänzenden laminatbeschichtung und verfahren zur herstellung einer solchen holzwerkstoffplatte |
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