-
Schaltungsanordnung zur automatischen Zeilennormumschaltung Die Erfindung
betrifft eine Schaltungsanordnung zur automatischen Zeilennormumschaltung mit einer
eine Mehrgitterröhre verwendenden Impulstrennstufe.
-
Eine Umschaltmöglichkeit von einer Zeilenform auf eine andere (z.
B. von 625 auf 819 Zeilen) ist besonders dort erwünscht, wo Sender mit verschiedenen
Zeilennormen empfangen werden können oder wenn von der Sendung her ein Zeilennormwechsel
erfolgen muß, weil das Programm eines Senders mit anderer Zeilennorm übernommen
wird. Die Umschaltung wird vorteilhafterweise nicht dem Benutzer des Gerätes überlassen,
sondern erfolgt automatisch mit Hilfe einer geeigneten Umschaltvorrichtung, beispielsweise
einem Relais.
-
An eine Schaltungsanordnung zur automatischen Zeilennormumschaltung
sind aber gewisse Forderungen zu stellen. Sie muß mit Impulsen angesteuert werden,
die frei von anderen Signalen sind. Das bedeutet, daß die zum Ansteuern verwendeten
Synehronisierimpulse frei vom Informationssignal sein müssen. Weiterhin muß die
Entkopplung zwischen den Horizontalimpulsen und der Umschaltautomatik so groß sein,
daß mit Sicherheit kein »Mitziehen« eintreten kann. Zur richtigen Funktion sollen
also nur Synchronisierimpulse verwendet werden. Auch muß die Schaltung so selektiv
sein, daß selbst dann eine einwandfreie Funktion gewährleistet bleibt, wenn das
Signal mit Störungen behaftet ist. Und bei allem darf die Schaltung die normale
Funktion des Gerätes nicht beeinflussen, d. h., es darf weder eine Verstärkung noch
eine Dämpfung, auch keine Verzerrung der Impulse eintreten.
-
Es ist eine Schaltungsanordnung zur Zeilennormumschaltung bekanntgeworden,
die diese Forderungen an sich erfüllt. Diese bekannte Schaltung besteht aus einer
Pentode als Synchronisierabtrennstufe, einer Triode als Begrenzerstufe und einer
weiteren Triode als Schaltröhre für das Umschaltrelais. Durch die Begrenzerröhre
wird erreicht, daß die vom Zeilentransformator her aus dem Gerät selbst stammepden
Zeilensynchronisierimpulse abgetrennt werden, d. h. keinen Einfluß auf die Schaltröhre
des Relais nehmen können. Die in einer Induktivität im Anodenkreis der Pentode induzierten
Zeilenimpulse erzeugen bei Resonanz in Verbindung mit einer Kapazität nach erfolgter
Gleichrichtung eine so große Gleichspannung im Gitterkreis der Schaltröhre, daß
diese gesperrt ist. Werden andere Spannungen infolge anderer Zeilenfrequenzen induziert,
liegt keine Resonanz vor, die Gleichspannung sinkt. ab, so daß die Schaltröhre entsperrt
wird. Dadurch zieht -das Um-Schaltrelais- an und bewirkt die Umschaltung des Gerätes
auf die andere Zeilennorm.
-
Die Abtrennung der senderseitigen Synchronisierimpulse im Anodenkreis
der Pentode ist aber nur möglich, wenn durch eine Begrenzerstufe die Vergleichsimpulse
des Gerätes ferngehalten sind. Das bedeutet, daß die bekannte Schaltung nur dann
funktionsfähig ist, wenn zwei Stufen (Synchronisierabtrenn- und Begrenzerstufe)
vorliegen.
-
Bei vielen Fernsehgeräten ist aber eine solche zusätzliche Begrenzerstufe
nicht vorgesehen. Dann muß die beschriebene Schaltung versagen, weil an der Anode
der Synchronisierabtrennstufe die Vergleichsimpulse bereits in so hohem Maße vorhanden
sind, daß das Ankoppeln der Umschaltautomatik im Anodenkreis sinnlos ist; die Automatik
würde auch von den aus dem Gerät stammenden Vergleichsimpulsen beeinflußt. Außerdem
sind bei derartigen einstufigen Schaltungen die Synchronisierimpulse am Gitter der
Synchronisierabtrennstufe noch mit dem Videosignal behaftet.
-
Es ist andererseits eine zweistufige Abtrennschaltung für Bild- und
Zeilensynchronisierimpulse bekannt, deren Aufgabe darin liegt, mit Hilfe einer Mehrgitterröhre
zeitlich exakt einsetzende, von Zeilensynchronisierimpulsen befreite Bildsynchronisierimpulse
zu erzeugen und beide Impulse an verschiedenen Elektroden der Mehrgitterröhre abnehmen
zu können. Mit dieser Schaltung ist jedoch die Gewinnung einer Regelspannung aus
den Zeilensynchronisierimpulsen zum Zweck einer automatischen Zeilennormumschaltung
nicht möglich. Weiterhin ist eine einstufige Impulsabtrennstufe bekannt, die gleichzeitig
anodenseitig eine Regelspannung für den Horizontalablenkgenerator liefert. Das »hochfrequente«
Zeilensignal wird an der Anode abgenommen, das »niederfrequente« Bildsignal dagegen
an einem Schirmgitter, weil wegen der zugeführten Zeilentastimpulse an der Anode
das Bildsignal
nicht unverfälscht abgenommen werden könnte. Diese
bekannten Schaltungsanordnungen geben jedoch keine Hinweise für die Erfindung, nämlich
ein Zeilensignal am Schirm- oder Bremsgitter der Impulsabtrennstufe abzunehmen und
daraus eine Regelspannung für die automatische Zeilenumschaltung zu gewinnen.
-
Die Erfindung schafft eine sehr einfache und mit geringstem Aufwand
arbeitende Schaltungsanordnung, bei der die einstufige Impulstrennschaltung gleichzeitig
zur Erzeugung der für die Zeilennormumschaltung erforderlichen Regelspannung herangezogen
wird, ohne daß die an der Anode der Impulstrennschaltung vorgesehene Impulsabtrennung
darunter leidet. Diese Vorteile werden erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das
Schirm- oder Bremsgitter der gleichen Röhre mit einem auf die eine Zeilenfrequenz
abgestimmten und das Umschaltsignal liefernden Schwingkreis derart transformatorisch
oder kapazitiv gekoppelt ist und das Verhältnis der Koppelglieder zueinander derart
gewählt ist, daß einerseits die zur Sperrung der Schaltröhre benötigte Gleichspannung
auch bei ungünstigen Empfangsverhältnissen genügend groß ist, andererseits die gegebenenfalls
durch die Induktivität hervorgerufene Gegenkopplung vernachlässigbar klein ist.
-
Die Erfindung ist im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert und in der Zeichnung dargestellt.
-
F i g. 1 zeigt ein Prinzipschaltbild mit der erfindungsgemäßen Kopplung;
F i g. 2 und 3 zeigen je eine Variante der Schaltung nach F i g. 1, wobei nur die
abweichenden Teile der Schaltung dargestellt sind.
-
In allen Figuren sind gleiche Elemente mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
-
An der als Synchronisierabtrennstufe arbeitenden Pentode
1 stehen an der Anode 2 die Vergleichsimpulse aus dem Gerät selbst,
die, vom Zeilentransformator herkommend, bei 3 die Schaltung und auch transformatorisch
bei 16 den Anodenkreis der Pentode 1 erreichen. Bei 5 steht das Videosignal
an, das das Steuergitter 4 beeinflussen kann. Die Steuerimpulse für die Schaltröhre
6, in deren Anodenkreis das Umschaltrelais 7 liegt, werden am besten am Schirmgitter
8 der Pentode 1 abgenommen, jedoch läßt sich dafür auch das Bremsgitter 9
verwenden. über einen Kondensator 10 werden die Impulse dann einem angepaßten
Schwingkreis 11, 12 zugeführt. Der Kondensator 10 dient dabei sowohl
als Koppel- als auch als Abblockkondensator, d. h., neben der Ankopplung hält er
das Schirmgitter 8
bzw. das Bremsgitter 9 frei. Die Induktivität 11 des Schwingkreises
11, 12 ist so angezapft, daß einerseits die Gegenkopplung der durch die gegen
Masse liegenden Teilinduktivtät 11 a vernachlässigbar gering ist, daß andererseits
jedoch die am Gitter 14 der Schaltröhre 6 erforderliche Gleichspannung so groß ist,
daß auch bei ungünstigsten Empfangsverhältnissen die Schaltröhre 6 sicher gesperrt
ist. Eine zu hohe Anzapfung der Induktivität 11 würde infolge der Gegenkopplung
das Anodensignal ungünstig beeinflussen. Die Gleichrichtung erfolgt in bekannter
Weise mittels eines Gleichrichters 13.
-
Für besondere Anwendungsfälle kann es günstig oder sogar erwünscht
sein, die Ankopplung nicht durch Anzapfen der Schwingkreisinduktivität vorzunehmen,
sondern die vom Schirm- oder Bremsgitter abgenommenen Impulse induktiv durch eine
weitere Induktivität 15 auf den Schwingkreis Il, 12 zu übertragen (F i g. 2).
-
In F i g. 3 ist eine weitere Ausführungsmöglichkeit der Erfindung
dargestellt. Hier erfolgt die Ankopplung kapazitiv über zwei Kondensatoren 12a,
12b.
-
Für die sichere Sperrung der Schaltröhre muß eine ausreichend hohe
Gleichspannung an ihrem Gitter anliegen, d. h., die am Schirmgitter der Impulsabtrennstufe
ausgekoppelte Spannung muß entsprechend herauftransformiert werden. Das Verhältnis
der beiden Transformatorseiten (Spule 11 a zu 11 in F i g. 1; Spule 15 zu 11 in
F i g. 2; Kondensator 12 a zu 12 b in F i g. 3) wird also so gewählt, daß einmal
sekundärseitig die notwendige Sperrspannung für die Schaltröhre zur Verfügung steht,
daß aber die Primärseite möglichst keine Gegenkopplung hervorruft, denn diese würde
das Anodensignal der Impulsabtrennstufe ungünstig beeinflussen.