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Verfahren zur Gewinnung von sedativ und spasmolytisch wirksamen Estern
aus Radix valerianae Es ist bekannt, aus Wurzeln und Wurzelstöcken von Valeriana
officinalis isovaleriansäurehaltige Ester zu isolieren. So beschrieben S t o llund
Mitarbeiter (Helv. Chim. Act., 46 [1957], S. 1205) ein Verfahren, wonach sie aus
125 kg Baldrianwurzel mit einer Ausbeute von weniger als 0,1 0/o einen spasmolytisch
wirksamen Ester der Isovaleriansäure erhielten.
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5 c h u lt z und E c k 5 t e i n (Arzneimittelforschung 12 [1962],
S. 12 und 1005) isolierten aus Valeriana wallichii mit einer Ausbeute von weniger
als 0,60/, einen als Substanz F bezeichneten Ester, der nach ihren Angaben neben
Isovaleriansäure auch noch Capronsäure enthielt. Sie bedienten sich hierbei eines
komplizierten, technisch nicht brauchbaren Verteilungsverfahrens.
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Es wurde nun gefunden, daß es auf technisch leicht durchführbare
Weise gelingt, therapeutisch wertvolle Ester aus Wurzeln und Wurzelstöcken von Valeriana-Arten
in wesentlich höherer Ausbeute und großer Reinheit zu isolieren, wenn man die Extraktion
mit lipophilen Lösungsmitteln unter Zusatz sauer wirkender Substanzen im schwach
sauren pH-Bereich und bei Temperaturen unter 30"C vornimmt. Als Lösungsmittel können
beispielsweise Kohlenwasserstoffe, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Äther, Ester,
Ketone und Alkohole verwendet werden, während als sauer wirkende Substanzen vornehmlich
Carbonsäuren mit 2 bis 7 C-Atomen, insbesondere Essigsäure, oder ihre sauren Derivate,
gegebenenfalls zusammen mit ihren Alkali- oder Ammoniumsalzen, zugesetzt werden.
Die Extraktion kann auch mit den sauer wirkenden Substanzen allein ohne lipophile
Lösungsmittel, vorzugsweise in Mischung mit ihren als Puffer wirkenden Salzen, vorgenommen
werden.
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Der pH-Wert von 3 sollte hierbei nicht unter- und eine Temperatur
von 300 C nicht überschritten werden.
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Durch die sauer wirkenden Substanzen wird die Zersetzung der empfindlichen
Ester im schwach sauren pH-Bereich offensichtlich verhindert, wodurch Ausbeuten
bis zu 2% bei Verwendung von deutschem Baldrian und solche um 3 °/0 bei indischem
Baldrian erzielt werden können. Die ungewöhnliche Empfindlichkeit und leichte Zersetzbarkeit
der gesuchten Isovaleriansäureester durch Alkalien und Mineralsäuren oder durch
höhere Temperaturen erklärt die Tatsache, daß sie als Hauptträger der Baldrianwirkung
früher nicht gefunden wurden, obwohl die Droge seit Jahrhunderten gebraucht wird.
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Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die frische oder getrocknete
Droge in gut zerkleinertem Zustand mit den lipophilen Lösungsmitteln, denen beispielsweise
1 bis 100/o Eisessig zugesetzt sind, oder
auch mit Essigsäure allein, die vorzugsweise
mit Ammonium- oder Alkaliacetat versetzt ist, bei Temperaturen unter 30"C extrahiert,
der Extrakt unter 30"C im Vakuum soweit als möglich von den Extraktionsflüssigkeiten
befreit, der Rückstand mit der ein- bis zweifachen Menge Wasser versetzt und mehrmals
durch mit Wasser schwer mischbare Lösungsmittel, wie Kohlenwasserstoffe und/oder
halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Äther, erschöpfend extrahiert. Die vereinigten
Lipoidphasen enthalten nach Entfernung der Säuren mit 20/,der Natronlauge, Waschen
mit Wasser, Trocknen über Natriumsulfat und Klären mit Kohle hauptsächlich Isovaleriansäureester,
die nun durch mehrfaches Schütteln mit alkoholischen Lösungen der sauer wirkenden
Substanzen oder mit den letzteren allein in diese aufgenommen und so von unspezifischen
Ölen und Fetten abgetrennt werden. Nach Verdünnen der vereinigten sauren Phasen
mit Wasser bildet sich erneut eine Lipoidphase, welche vornehmlich Isovaleriansäureester
enthält. Diese Operation kann noch einige Male wiederholt und die danach sich noch
in geringer Menge in der wäßrigen Phase befindenden restlichen Isovaleriansäureester
mit Kohlenwasserstoffen, halogenierten Kohlenwasserstoffen, Äthern oder anderen
mit Wasser nicht mischbaren Lösungsmitteln ausgeschüttelt werden. Die vereinigten
isovaleriansäureesterhaltigen Phasen werden dann mit möglichst wenig alkalihaltigem
Wasser säurefrei geschüttelt, mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet
und im Vakuum unter 300 C eingeengt.
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Die erfindungsgemäß erhaltene ölige Esterfraktion besteht aus einer
chromatographisch schwer trennbaren Gruppe von Isovaleriansäureestern, die sich
je nach der Provenienz der Droge in ihrer quantitativen Zusammensetzung unterscheidet.
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Beispiel 1 8 kg gemahlene indische Baldriandroge wurden mit einer
Lösung von 141 Methanol und 0,141 Eisessig in einem Perkolator angeteigt und 20
Stunden stehengelassen. Danach wurde mit der Perkolation begonnen, und zwar derart,
daß ständig Methanol-Eisessig (im Verhältnis 100:1 Volumteile) zugegeben und das
Perkolat laufend im Kletterverdampfer unter 30°C eingeengt wurde.
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Insgesamt wurden 32,6 1 Alkohol und 0,326 1 Eisessig zur Perkolation
benötigt. Am Ende der so durchgeführten Perkolation resultierten 41 eingeengter
Extrakt. Dieser wurde mit 6 I Wasser gemischt und viermal mit je 21 Hexan ausgezogen,
die Wasserphase verworfen, die Hexanphase mit 2 1 2°/Oiger Natronlauge entsäuert
und mit 5%iger Kochsalzlösung alkalifrei gewaschen. Die neutrale Hexanphase wurde
nun mit der gleichen Volumenmenge essigsauren Methanols versetzt, wobei keine Phasentrennung
eintrat. Erst nach Zusatz von 0,3 1 Wasser bildete sich eine kleine Oberphase, die
verworfen wurde, da sie nicht die zu extrahierenden Ester enthielt. Die Unterphase,
welche hauptsächlich Isovaleriansäureester enthielt, wurde mit 10 1 5°/Oiger Kochsalzlösung
versetzt und dreimal mit je 2 1 Hexan ausgeschüttelt.
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Die vereinigten Hexanphasen (etwa 15 1) wurden mit Kohle geklärt,
über Natriumsulfat getrocknet und im Vakuum unter 30°C eingeengt. Dabei resultierten
0,195 kg hellgelb gefärbtes, aus Isovaleriansäureestern bestehendes 01.
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Die nach der Hexanausschüttlung milchigtrübe wäßrige Alkoholphase
wurde noch fünfmal mit je 21 Methylenchlorid nachextrahiert, die nun klare, fast
farblose wäßrige Phase verworfen und der Methylenchloridextrakt ebenfalls mit Kohle
geklärt und über Natriumsulfat getrocknet. Nach Einengen im Vakuum unter 30°C wurden
0,063 kg gelb gefärbtes Öl erhalten, welches ebenfalls aus Isovaleriansäureestern
bestand. Die Gesamtausbeute an Isovaleriansäureestern betrug 0,258 kg = 3,23 0/o,
bezogen auf die getrocknete Droge.
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Beispiel 2 1 kg im Umlufttrockenschrank bei 350 C getrocknete, frisch
geerntete fränkische Baldrianwurzeln wurden fein gemahlen und in einem Perkolator
mit 2 1 Methanol-Eisessig im Verhältnis 100:1 Volumteile angeteigt und nach 4 Stunden
perkoliert. Danach wurde noch dreimal mit je 11 Methanol-Eisessig nachperkoliert,
wobei die Einwirkungszeiten 18, 24 und 6 Stunden betrugen. 3,5 1 Gesamtperkolat
wurden im Kletterverdampfer unter 30°C auf ein Drittel des Ausgangsvolumens eingeengt,
filtriert, das klare Filtrat mit 2 1 einer 50/gen Kochsalzlösung versetzt und fünfmal
mit je 0,5 1 Benzin ausgezogen. Die vereinigten Benzinphasen wurden mit 2%iger Natronlauge
entsäuert, mit Wasser gewaschen, über Natriumsulfat getrocknet und eingeengt. Die
Wasser-Alkohol-Eisessig-Phase wurde noch zweimal mit je 0,5 1 Methylenchlorid nachextrahiert
und ebenfalls säurefrei gewaschen, getrocknet und eingeengt.
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Ausbeuten: a) Benzinphase .............. 10,3 g b) Methylenchloridphase..
..... 3,1 g Gesamt .................... 13,4 g = 1,34%
10,3 g des gelb gefärbten
Esteröles wurden in 0,21 90%iger Essigsäure gelöst, die klare Lösung dreimal mit
je 0,05 1 Benzin ausgezogen und die vereinigten Benzinphasen dreimal gegen 0,05
1 950/0ige Essigsäure geschüttelt. Die Benzinphasen enthielten nach üblicher Aufarbeitung
hauptsächlich Kohlenwasserstoffe, Fette und ätherische Öle, während sich die gesuchten
Isovaleriansäureester in der Essigsäurephase befanden.
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Diese wurde nach Versetzen mit 0,740 1 Eiswasser sechsmal mit je 0,40
1 Benzin extrahiert, die vereinigten Benzinphasen säurefrei gewaschen, über Natriumsulfat
getrocknet und im Vakuum bei 20°C eingeengt. Reinausbeute: 3,4 g = 0,340/, hellgelb
gefärbtes Öl, welches nur noch aus den sedativ und spasmolytisch wirksamen Isovaleriansäureestern
bestand.
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Beispiel 3 10 Volumteile Eisessig wurden mit 100 Volumteilen Wasser
versetzt und die Lösung mit Ammoniak auf pH = 4,5 eingestellt. Gleiche Volumina
Essigester und der Ammonacetatpufferlösung wurden gegeneinander abgesättigt.
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250 g feingemahlene indische Baldrianwurzeln wurden mit 400 ml des
so eingestellten Essigesters angeteigt und 681/2 Stunden lang bei 22°C stehengelassen.
Dann wurde mit der Perkolation begonnen, wobei innerhalb 31/2 Stunden alle Flüssigkeit
durchperkoliert war.
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Gesamtmenge des ersten Perkolates 460 ml pH .................. ..........
3,5 bis 4 Anschließend wurde nochmals mit 200 ml Essigester 18 Stunden lang perkoliert
und mit 100 ml Essigester nachgewaschen.
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Gesamtmenge des zweiten Perkolates 240 ml pH .............................
4 Ein drittes Perkolat enthielt praktisch keine Ester mehr und wurde daher verworfen.
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Gesamtextrakt ..................... 700 ml Verbrauchte Lösungsmittelmenge
.... 1100 ml Der Extrakt wurde mit Essigester auf 1250 ml aufgefüllt und dann dreimal
gegen je 650 ml 5°/Oige mit Butanol abgesättigte Kochsalzlösung geschüttelt.
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Die dritte Ausschüttelung hatte noch pH = 3, sie wurde daher mit 1
0/0iger Natriumbicarbonatlösung versetzt und der Extrakt mit dieser Lösung wieder
gegengeschüttelt. Die Wasserphase hatte nun pH = 5.
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Die Essigesterphase wurde über Magnesiumsulfat getrocknet, filtriert
und im Rotationsverdampfer bei einer Außenbadtemperatur von 30 bis 35°C im Vakuum
eingeengt. Ausbeute: 27,289 g = 10,9 0/o Rohextrakt.
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Der Rohextrakt wurde mit 270 ml 90%iger Essigsäure aufgenommen und
zunächst zweimal gegen 75 ml Benzin und dann noch zweimal gegen 50 ml Benzin geschüttelt.
Diese Benzinphasen wurden verworfen. Die essigsaure Phase wurde mit 540 ml Eiswasser
versetzt und viermal mit je 200 ml Benzin ausgezogen. Die esterhaltige Benzinphase
wurde mit 200 ml 5%iger, mit Butanol gesättigter Kochsalzlösung, die außerdem 1
0/o Natriumbicarbonat enthielt, entsäuert. Eine auftretende Emulsion konnte durch
Zugabe von etwas Kochsalz entspannt werden.
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Die Esterphasen wurden mit je 200 ml Wasser nachgewaschen. pW-Wert
des Waschwassers: 6.
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Die esterhaltige Benzinphase wurde anschließend mit Magnesiumsulfat
und Kohle versetzt und nach einigem Stehen filtriert. Das Filtrat war farblos. Es
wurde im Vakuum unter 30"C bis zur Gewichtskonstanz eingeengt. Die Esterausbeute
betrug 7,085 g = 2,835 0/o, bezogen auf die getrocknete Droge.
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Beispiel 4 250 g gemahlene indische Droge wurden in Anteilen von
500ml n-Heptan, welches 1 0/o Propionsäure enthielt, bei 22° C in der in den vorstehenden
Beispielen beschriebenen Weise perkoliert.
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Perkolationsdauer ............... 94 Stunden Gesamtperkolat ..................
1500 ml Das Perkolat wurde zweimal mit 600 ml butanolgesättigtem Wasser, welches
50/o Kochsalz enthielt, gewaschen. Durch die Verwendung von butanolgesättigter Kochsalzlösung
wurde eine Emulsionsbildung verhindert und eine klare Phasentrennung erreicht. Das
so gewaschene Gesamtperkolat wurde über Magnesiumsulfat getrocknet und nach Filtration
im Vakuum bei einer Badtemperatur von 30"C bis zur Gewichtskonstanz eingeengt. Rohausbeute:
11,03 g = 4,41 <)/o 11 g des rohen Esteröles wurden in 110 ml 90%iger Essigsäure
gelöst und viermal mit je 30 ml Benzin, welches vorher mit 900/0iger Essigsäure
abgesättigt wurde, ausgeschüttelt. Die Benzinphasen wurden verworfen. Die Essigsäurelösung
(135 ml) wurde mit 270 ml Eiswasser versetzt und viermal mit je 100 ml Benzin ausgeschüttelt.
Die Arbeitstemperatur betrug 10"C. Die vereinigten esterhaltigen Benzinphasen wurden
zunächst zweimal mit je 200 ml Wasser gewaschen und anschließend mit 200 ml butanolgesättigtem
Wasser, welches noch 80 g Kochsalz und 4 g Natriumbikarbonat enthielt, säurefrei
gewaschen. Die so gereinigte, säurefreie Benzinphase wurde über Magnesiumsulfat
getrocknet und unter Zugabe von 3 g Kohle entfärbt. Nach Filtration wurde das Filtrat
bei 30"C Badtemperatur im Vakuum bis zur Gewichtskonstanz eingeengt. Ausbeute: 7,521
g farbloses Estergemisch, entsprechend 30/o, bezogen auf die getrocknete Droge.
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B e i s p i e l 5 250 g gemahlene indische Baldriandroge wurden mit
einem Gemisch ausAceton-Kaliumdihydrogenphosphat (nach 5 ö r e n s e n) -Orthophosphorsäure
(85%iger) im Verhältnis 475 : 25: 0,2 ml perkoliert. Der pH-Wert der Flüssigkeit
betrug 4,55, die Temperatur 220 C.
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Dauer der Perkolation: 661/2 Stunden.
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Dann wurde mit 500 ml des obigen Lösungsgemisches nach einer weiteren
Stunde nachgewaschen und anschließend noch zweimal mit je 250ml des obigen Lösungsgemisches
22 Stunden perkoliert. Die vereinigten Perkolate und Waschlösungen betrugen 1030
ml. Diese 1030 ml wurden bei 35°C Außenbadtemperatur im Vakuum bis auf 80 ml eingeengt,
anschließend mit der etwa dreifachen Menge Wasser versetzt und mit Essigester ausgeschüttelt.
Verwendete Essigestennengen: dreimal je 200 ml und dreimal je 100 ml.
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Die vereinigten Essigesterauszüge (910 ml) wurden nun dreimal gegen
500 ml 5%ige butanolgesättigte
wäßrige Kochsalzlösung geschüttelt. Das dritte Wasciiwasser
hatte ein pH von 5.
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Der so vorgereinigte Essigesterextrakt wurde über Magnesiumsulfat
bei einer Raumtemperatur von 22 bis 24° C getrocknet und nach Filtration im Vakuum
bei einer Außenbadtemperatur von 300 C bis zur Gewichtskonstanz eingeengt. Die Rohausbeute
betrug 28,0 g = 11,2 °/o.
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Das Rohprodukt wurde mit der zehnfachen Menge (280 ml) 90%iger Essigsäure
bei einer Temperatur unter 10"C aufgenommen und zweimal mit je 90 ml Benzin p. a.
und nochmals zweimal mit je 60ml Benzin p. a. im Scheidetrichter ausgeschüttelt.
Die zusammengefaßten, keine wirksamen Ester enthaltenden Benzinphasen wurden verworfen.
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Die essigsaure Unterphase wurde mit der doppelten Menge (840 ml)
Wasser unter 10"C versetzt und viermal mit je 200 ml Benzin p. a. ausgezogen. Die
vereinigten Benzinphasen wurden analog den obigen Beispielen säurefrei gewaschen,
über Magnesiumsulfat getrocknet und nach Zusatz von 3 g Kohle filtriert.
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Das Filtrat wurde im Vakuum unter 30"C bis zur Gewichtskonstanz eingeengt.
Ausbeute: 7,905 g (farbloses, öliges Estergemisch) = 3,16 0/o.
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Beispiel 6 250 g gemahlene indische Droge wurden mit 50 ml einer
5%igen wäßrigen Glykokollösung und 150 ml Methanol gut durchgemischt und in einem
Perkoliergefäß mit 500 ml Tetrahydrofuran versetzt und 70 Stunden bei 22"C stehengelassen.
Anschließend wurde die gesamte Flüssigkeit abgelassen und die Droge mit 300 ml Tetrahydrofuran
nachgespült.
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Die Spülflüssigkeit und das Perkolat wurden vereinigt (580 ml). Dann
wurde nochmals mit 500 ml 22 Stunden lang perkoliert und anschließend mit 200 ml
Tetrahydrofuran nachgewaschen. Die Perkolate und Waschflüssigkeiten wurden vereinigt.
1500 ml Gesamtperkolat wurden im Vakuum unter 30"C Badtemperatur bis auf 200 ml
eingeengt. Die eingeengte Lösung wurde mit 400 ml Wasser versetzt und sechsmal mit
100 mol Benzin extrahiert. Die Emulsionsbildung konnte durch Zusatz von 40 g Kochsalz
und etwas Butanol vermieden werden. Die gewaschenen Extrakte wurden über Magnesiumsulfat
getrocknet, klar filtriert und im Vakuum bei einer Außentemperatur von 30"C bis
zur Gewichtskonstanz eingeengt. Rohausbeute: 13,7 g 5,48 O/o.
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Aus 13,7 g Rohöl wurden mittels 137 ml 95°/Oiger Essigsäure und viermal
38 ml Benzin analog der vorangegangenen Beispiele die unerwünschten Begleitstoffe
abgetrennt. Zur Extraktion der Ester wurde mit 354 ml Eiswasser versetzt und viermal
mit je 100 ml Benzin extrahiert. Esterausbeute: 6,865 g = 2,74%.
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Beispiel 7 250 g gemahlene indische Droge wurden mit 250 ml Methylenchlorid,
welchem 2,5 ml Eisessig zugesetzt wurden, angeteigt und in einem Perkoliergefäß
mit weiteren 150 ml Methylenchlorid, welches ebenfalls 1 0/o Eisessig enthielt,
übergossen und 681/2 Stunden bei 21"C stehengelassen. Dann wurde mit der Perkolation
begonnen, welche insgesamt 70 Stunden dauerte. Die Perkolierilüssigkeit (Methylenchlorid
und 1% Eisessig) wurde stets in gleichen Zeitabständen in Anteilen von 150 ml nachgegeben.
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Gesamtperkolat: 800 ml.
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Dieses Perkolat wurde im Vakuum bei einer Außenbadtemperatur von
30"C bis zu einem zähflüssigen, dunkelbraun gefärbten Extrakt eingeengt. Anschließend
wurde in 500 ml Essigester aufgenommen, filtriert und die Essigesterlösung zunächst
zweimal mit je 250 ml 50/oder butanolgesättigter Kochsalzlösung und dann einmal
mit 250 ml S°/Oiger butanolgesättigter Kochsalzlösung, die zusätzlich noch 10/o
Natriumbikarbonat enthielt, säurefrei gewaschen. Der pH-Wert der letzten Waschlösung
betrug 7.
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Es wurde noch zweimal mit je 250 ml 50/iger Kochsalzlösung nachgewaschen.
Dann wurde der Essigesterextrakt über Magnesiumsulfat getrocknet und eingeengt.
Ausbeute: 18,1 g = 7,250/o.
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Dieser Rohextrakt wurde in 180 ml einer auf 10"C abgekühlten 900/den
Essigsäure aufgenommen und zunächst zweimal mit je 60 ml Benzin und anschließend
noch zweimal mit je 36 ml Benzin ausgezogen. Die vereinigten Benzinphasen wurden
gegen 45 ml 900/dgl Essigsäure geschüttelt. Die essigsauren Phasen wurden vereinigt
(250 ml), mit der doppelten Menge Eiswasser versetzt und anschließend viermal mit
je 200 ml Benzin extrahiert. Die vereinigten Benzinextrakte wurden zweimal mit je
200 ml einer 200/0eigen Kochsalzlösung, die außerdem 10/o Natriumbikarbonat enthielt,
säurefrei gewaschen. Anschließend wurde über Magnesiumsulfat unter Zusatz von Kohle
getrocknet und bis zur Gewichtskonstanz eingeengt. Ausbeute: 6,84 g = 2,730/r Beispiel
8 100 g gemahlene indische Droge wurden mit 200 mi Propionsäure (pH = 5 gegen pH-Papier)
in einem Perkoliergefäß angeteigt und 70 Stunden stehengelassen. Dann wurde das
Perkolat abgelassen und die Droge nochmals mit 150ml Propionsäure versetzt.
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Diese Operation wurde noch viermal wiederholt.
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Gesamtperkolat: 520 ml.
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Dieses wurde mit 520 ml Benzin (Siedepunkt 60 bis 800 C) vermischt,
2 Stunden bei 22° C stehengelassen, wobei sich ein brauner Bodenkörper absetzte.
Es wurde dekantiert und die klare Benzin-Propionsäure-Lösung mit der zweifachen
Menge Eiswasser versetzt und mit Benzin ausgezogen. Es wurde die propionsaure Unterphase
noch zweimal mit je 500 ml Eiswasser versetzt und ebenfalls mit je zweimal 200 ml
Benzin extrahiert. Die vereinigten Benzinphasen wurden analog den vorgenannten Beispielen
säurefrei gewaschen und im Vakuum eingeengt. Ausbeute: 3,723 g = 3,70/o.
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Die Aufarbeitung zum reinen Estergemisch erfolgte ebenfalls analog
den vorangegangenen Beispielen.
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Reinausbeute: 1,89% eines fast farblosen öligen Estergemisches.
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Beispiel 9 250 g gemahlene indische Rhizome wurden mit 400 ml Eisessig
angeteigt und in Anteilen von je
200 ml Eisessig bei 22"C perkoliert. Die Perkolationsdauer
betrug 48 Stunden bei einem Gesamtperkolat von 900 ml. Das Gesamtperkolat wurde
mit 100 ml Eiswasser vermischt und dreimal mit je 150 ml Benzin, welches vorher
mit 900/0iger Essigsäure abgesättigt wurde, ausgeschüttelt. Die Benzinphasen wurden
verworfen. Die Essigsäurelösung (1000 ml) wurde mit 2000 ml Eiswasser versetzt und
viermal mit je 800 ml Benzin ausgeschüttelt. Die vereinigten esterhaltigen Benzinphasen
wurden anschließend zweimal mit je 800 ml Wasser vorgewaschen und danach mit 800
ml butanolgesättigtem Wasser, welches noch 320 g Kochsalz und 16 g Natriumbikarbonat
enthielt, säurefrei gewaschen. Die so gereinigte säurefreie Benzinphase wurde über
Magnesiumsulfat getrocknet und unter Zugabe von 5 g Kohle weitgehend entfärbt. Nach
Filtration wurde das Filtrat bei 30"C Badtemperatur im Vakuum bis zur Gewichtskonstanz
eingeengt.
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Die Ausbeute betrug 6,84 g Estergemisch = 2,7360/0, bezogen auf die
getrocknete Droge. Die weitere Aufarbeitung zum reinen Estergemisch erfolgte in
analoger Weise über Eisessig-Benzin, entsprechend den vorangegangenen Beispielen.
Reinausbeute: 2,46 0/o eines fast farblosen öligen Estergemisches, welches im Kühlschrank
nach einigen Tagen kristallisierte.