DE1174073B - Verfahren zur Herstellung von modifiziertem Poly-(2-chlor-butadien-1,3) - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von modifiziertem Poly-(2-chlor-butadien-1,3)Info
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 08 d
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Deutsche Kl.: 39 c-25/05
P 26595 IVd/39 c
15. Februar 1961
16. JuH 1964
Die Homopolymerisate von 2-Chlor-butadien-l,3 sind wertvolle Elastomere. Für bestimmte Einsatzzwecke,
z. B. als Dichtungs- oder Einbettmassen, ist ein gießbares, fließfähiges Polymerisat erwünscht, das
sich leicht zu einem elastischen, unlöslichen Endprodukt härten läßt. Die bekannten Polymerisate
aus 2-Chlor-butadien-l,3, welche die gewünschten Fließfähigkeitseigenschaften besitzen, kann man allgemein
nicht zu elastischen, unlöslichen Endprodukten, deren Eigenschaften der Praxis genügen, härten.
Aus der belgischen Patentschrift 564 228 ist zwar bekannt, daß man Polychlorbutadien durch Einwirkung
von Ozon spalten kann, aber es wird nicht die Lehre erteilt, welche bestimmten Maßnahmen man
einhalten muß, um Produkte mit den vorstehend erwähnten gewünschten Eigenschaften zu erhalten.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von modifiziertem Poly-(2-chlor-butadien-1,3)
der allgemeinen Formel
Verfahren zur Herstellung von modifiziertem
Poly-(2-chlor-butadien-l,3)
Poly-(2-chlor-butadien-l,3)
Anmelder:
E. I. du Pont de Nemours and Company,
Wilmington, Del. (V. St. A.)
ίο Vertreter:
Dr.-Ing. W. Abitz, Patentanwalt,
München 27, Pienzenauer Str. 28
München 27, Pienzenauer Str. 28
Als Erfinder benannt:
Philip Andrew Roussel,
Wilmington, Del. (V. St. A.)
Philip Andrew Roussel,
Wilmington, Del. (V. St. A.)
ao Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 15. Februar 1960 (8518)
X - C - CH2 - (CH2 - CCl = CH - CH2V - CH2 - C - X
worin X jeweils eine Hydroxylgruppe oder ein Chlor- 25 Poly-(2-chlor-butadien-l,3) in Lösung, dadurch geatom
und η eine ganze Zahl von 20 bis 200, Vorzugs- kennzeichnet, daß man pro Mol Polymerisat eine
weise etwa 55, bedeutet, durch Ozonisation von Ozonmenge verwendet, die sich gemäß der Gleichung
mittleres Molekulargewicht des Ausgangsgutes mittleres Molekulargewicht des Endproduktes
— 1 = Ozonmenge in Mol
bestimmt, und gegebenenfalls das erhaltene modifizierte Polymerisat anschließend entweder mit Thionylchlorid
umsetzt oder hydrolysiert. Auf diese Weise gewinnt man ein gießbares, fließfähiges Polymerisat, das sich zu
einem elastischen, unlöslichen Endprodukt härten läßt.
Es wird angenommen, daß das Ozon das PoIy-(2-chlor-butadien-l,3)
an den chlortragenden Doppelbindungen mit dem Ergebnis angreift, daß das Molekül
unter Bildung von zwei Endgruppen aufgespalten wird, deren eine eine Carbonsäurechloridgruppe und deren
andere eine Carboxygruppe darstellt. In an sich bekannter Weise kann gegebenenfalls die Carbonsäurechloridgruppe
durch Hydrolyse in eine Carboxygruppe oder die Carboxygruppe durch Behandlung mit
ThionylchloridineineCarbonsäurechloridgruppe umgewandelt werden. Die Molekulargewichte werden aus den
Gewichtsäquivalenten der schwachen Säure bestimmt, was nach herkömmlichen Methoden erfolgen kann.
Das als Ausgangsgut dienende hochmolekulare Poly-(2-chlor-butadien-l,3) kann nach der bekannten
Technik der Emulsionspolymerisation gewonnen werden. Man kann diese hochmolekularen Polymerisate
in einem geeigneten Lösungsmittel, z. B. Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff oder einem niederen gesättigten
Kohlenwasserstoff, wie Pentan, Hexan oder Cyclohexan, lösen. Die verwendete Lösungsmittelmenge ist,
solange sie zum Lösen des Poly-(2-chlor-butadiens-l,3) ausreicht, nicht kritisch. Die Konzentration des PoIy-(2-chlorbutadiens-l,3)
in dem Lösungsmittel beträgt zweckmäßig etwa 10 bis 30 Gewichtsprozent. Oberhalb
% wird die Lösung im allgemeinen für ein bequemes Arbeiten zu viskos, und die Anwendung einer Lösung
von stärkerer Verdünnung als 10% bietet keinen Vorteil.
In diese Lösung führt man dann Ozon ein, beispielsweise unter Verwendung eines Ozonerzeugers und
Einführung eines ozonhaltigen Sauerstoffstroms. Die Ozonkonzentration in dem Sauerstoffstrom ist nicht
kritisch, kann aber bequem im Bereich von etwa 1,0 bis 5,0 Gewichtsprozent liegen.
409 630/418
Die Ozonmenge, die verwendet wird, hängt von dem Molekulargewicht des Ausgangsgutes und dem gewünschten
Molekulargewicht des Endproduktes ab.
Diese Menge läßt sich unter Verwendung des folgenden
ungefähren Verhältnisses festlegen:
mittleres Molekulargewicht des Ausgangsgutes mittleres Molekulargewicht des Endproduktes
— 1 = Ozonmenge in Mol
Unter »mittlerem Molekulargewicht« ist das »Zahlendurchschnitts-Molekulargewicht«
zu verstehen.
Die Ozonbehandlung oder Ozonolyse kann bei beliebigen Temperatur- und Druckbedingungen erfolgen.
Vorzugsweise arbeitet man bei der Temperatur und dem Druck der Umgebung. Wenn gewünscht,
können Temperaturen von etwa 0 bis 50° C Anwendung finden. Man kann ferner bei Unter- oder Überdruck
arbeiten. Nach der Ozonolyse kann man vorsichtshalber einen Stabilisator zusetzen, um nachteilige Auswirkungen
des Chlorwasserstoffs zu verhindern, der sich aus den mit Feuchtigkeitsspuren reagierenden
Carbonsäurechloridgruppen ergeben könnte. Geeignete ao Stabilisatoren sind 2,2'-Methylen-bis-(6-tert.-butylp-kresol)
und Dibutylzinndilaurat.
Nach beendeter Ozonolyse kann dann das Lösungsmittel nach bekannten Methoden, wie Abdampfen
oder Abdestillieren, entfernt werden.
Die neuen Polymerisate gemäß der Erfindung sind fließfähige Stoffe, deren Viskosität von dem Molekulargewicht
abhängt. Unter »fließfähig« ist zu verstehen, daß diese neuen Polymerisate bei Temperaturen von
etwa 20 bis 250C gießfähig sind. Man kann diese
Polymerisate unter Anwendung irgendeines der bekannten Härteverfahren für Neopren härten. So kann
man diese neuen Polymerisate mit herkömmlichen Verstärkungsmitteln, wie Gasruß, Titandioxyd oder
Ton, vermischen und mittels herkömmlicher Härter, wie Zinkoxyd, Magnesiumoxyd oder organischer
Diamine, zu elastomeren Produkten härten. Zu geeigneten Diaminen gehören p-Phenylendiamin,
1,6-Hexandiamin und Triäthylentetramin. Die Härtung solcher Polymerisate kann durch Erhitzen in
einer Form in einer Presse bei Temperaturen von etwa 125 bis 200°C erfolgen. Wenn die neuen Polymerisate
mit Zinkoxyd, Magnesiumoxyd und 1,6-Hexandiamin oder Triäthylentetramin gemischt sind, erfolgt die
Härtung bei 20 bis 25 0C. Das Polymerisat verliert in diesen Fällen seine Klebrigkeit innerhalb einiger
Stunden und stellt nach mehreren Tagen ein festes, kautschukartiges Material dar.
Die erfindungsgemäß hergestellten Polymerisate eignen sich für alle Zwecke, bei denen ein fließfähiges
Material erwünscht ist, das sich zu einem elastomeren Produkt härten läßt. Zu solchen Verwendungszwecken
gehört der Einsatz in Vergußmassen, Dichtungsmassen, Einbettmassen und als Weichmacher in anderen
Elastomeren. Polymerisate mit einem durchschnittliehen Molekulargewicht unterhalb etwa 1800 härten
unter Bildung elastomerer Stoffe, deren Endeigenschaften weniger gut sind. Die Polymerisate mit einem
durchschnittlichen Molekulargewicht von mehr als etwa 18000 sind zu viskos und weniger für Verwendungszwecke
geeignet, bei denen fließfähige, gießbare Stoffe erforderlich sind.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung; Teile sind, wenn nicht anders
angegeben, Gewichtsteile.
Zur Herstellung einer Lösung von 450 g PoIy-(2-chlor-butadien-l,3)
in 1500 ml Chloroform gibt man unter Rühren das Poly-(2-chlor-butadien-l,3) (mittleres
Molekulargewicht etwa 225000 bis 250000, erhalten gemäß USA .-Patentschrift 2 494 087) in drei
150-g-Anteilen in 1 stündigen Abständen in das
Lösungsmittel ein. Nach Zusatz des gesamten PoIy-(2-chlor-butadiens-l,3)
gibt man 16,6 g Dibutylzinndilaurat als Stabilisator hinzu. Nach 6stündigem Rühren bei 25°C ist das Poly-(2-chlor-butadien-l,3)
vollständig gelöst. Durch die Lösung wird unter Rühren im Verlauf von 70 Minuten Ozon (2 Gewichtsprozent
Ozon in einem Sauerstoffstrom, erhalten aus einem herkömmlichen Ozonerzeuger) hindurchgeleitet.
Die Gesamtmenge des zugesetzten Ozons beträgt 4,8 g [etwa 50MoI je Mol Poly-(2-chlor-butadien-l,3)].
Man setzt 4,5 g 2,2'-Methylen-bis-(6-tert.-butyl-p-kresol)
als Stabilisator zu und entfernt das Lösungsmittel bei einem Druck von etwa 20 mm Hg.
Das Polymerisat ist eine viskose braune Flüssigkeit mit einer Viskositätszahl von 0,18 (bestimmt in Toluol
bei 3O0C). Das Produkt hat, bestimmt aus dem Gewichtsäquivalent der schwachen Säure, ein mittleres
Molekulargewicht von etwa 5000. Das Polymerisat enthält im Durchschnitt eine Carbonsäurechlorid- und
eine Carboxy-Endgruppe.
Durch Zusatz der in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Mischungsbestandteile wird eine Probe
dieses Polymerisates gehärtet. Man mischt hierzu die festen Bestandteile in das Polymerisat ein, gibt die
Masse auf ein Kautschuk-Mahlwerk auf und erhitzt V2 Stunde auf 1000C. Nach der Abkühlung hat das
Polymerisat eine für die herkömmliche Mahlbehandlung ausreichende Konsistenz. Dann wird gegebenenfalls
der leicht verarbeitbare Gasruß eingegeben. Das Polymerisat wird dann gemahlen. In einer Form in
einer Presse werden bei 16O0C während der in der
Tabelle angegebenen Zeit Prüfstücke gehärtet. Die Zugfestigkeitseigenschaften sind in der Tabelle genannt.
| Teile/100 Teile Polymerisat | n | p-Phenylen- | Triäthylen | r | a ru | Härtungs | Zugfestigkeit | Bruch | Modul bei | |
| 5,0 | diamin | tetramin | zeit in | beim Bruch | dehnung | 100°/0 Dehnung | ||||
| MgU | 5,0 | 2,02 | — | Minuten | kg/cm2 | kg/cm8 | ||||
| 4,0 | 5,0 | 2,02 | — | 30 | 30 | 26,0 | 280 | 14,1 | ||
| 4,0 | 5,0 | — | 2,35 | 30 | 60 | 37,3 | 280 | 17,6 | ||
| 4,0 | 5,0 | — | 2,35 | 30 | 30 | 125,9 | 260 | 38,7 | ||
| 4,0 | 5,0 | 2,70 | 30 | 60 | 133,6 | 210 | 45,7 | |||
| 4,0 | 2,70 | — | 90 | 110,7 | 210 | 52,7 | ||||
| 4,0 | 120 | 112,5 | 210 | 51,0 |
I 174
In eine Lösung von 900 g Poly-(2-chlor-butadien-l,3)
(der gleichen Art wie im Beispiel 1) in 3000 ml Chloroform wird bei 25° C unter Bewegung ein 2 Gewichtsprozent
Ozon enthaltender Sauerstoffstrom eingeleitet, bis 7,68 g Ozon [etwa 40 Mol Ozon je Mol PoIy-(2-chlor-butadien-l,3)]
zugeführt sind. Dieser Lösung setzt man als Stabilisatoren 9,0 g 2,2'-Methylenbis-(6-tert.-butyl-p-kresol)
und 9,0 g Dibutylzinndilaurat hinzu. Zur Entfernung des Lösungsmittels wird bei vermindertem Druck auf 6O0C erhitzt. Das
Polymerisat stellt eine dunkle, viskose Flüssigkeit mit einer Viskositätszahl von 0,18 (bestimmt in Toluol bei
3O0C) dar, hat ein mittleres Molekulargewicht von
etwa 8400 (bestimmt aus dem Gewichtsäquivalentgewicht der schwachen Säure), enthält 36,5% Chlor
und weist im Durchschnitt eine Carboxy- und eine Carbonsäurechlorid-Endgruppe auf.
100 Teile des Polymerisates werden mit 4 Teilen Zinkoxyd, 4 Teilen Magnesiumoxyd und 4 Teilen
1,6-Hexandiamin vermischt. Zur Beobachtung der Härtung bei Raumtemperatur werden Proben in
Nuten in Holz und auf einer Aluminiumfläche ausgebreitet. Das Material ist nach 4 bis 6 Stunden klebfrei.
Nach lOtägigem Stehenlassen haben die Proben gute elastische Eigenschaften entwickelt.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von modifiziertem Poly-(2-chlor-butadien-l,3) der allgemeinen FormelX-C-CH2-(CH2-CC1=CH-CH2)„-CH2-C-Xworin X jeweils eine Hydroxylgruppe oder ein Chloratom und η eine ganze Zahl von 20 bis 200, vorzugsweise etwa 55, bedeutet, oder dessen Hydrolysierungs- bzw. Sulfochlorierungsprodukten durch Ozonisation von Poly-(2-chlor-butadien-l,3) in Lösung, dadurch gekennzeichnet, daß man pro Mol Polymerisat eine Ozonmenge verwendet, die sich gemäß der Gleichungmittleres Molekulargewicht des Ausgangsgutes mittleres Molekulargewicht des Endproduktes — 1 = Ozonmenge in Molbestimmt, und gegebenenfalls das erhaltene modifizierte Polymerisat anschließend entweder mit Thionylchlorid umsetzt oder hydrolysiert.In Betracht gezogene Druckschriften:
Ausgelegte Unterlagen des belgischen Patents Nr. 564 228.409 630/418 7.64 © Bundesdruckeiei Berlin
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US8518A US3049523A (en) | 1960-02-15 | 1960-02-15 | Ozonolysis of polychloroprene |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1174073B true DE1174073B (de) | 1964-07-16 |
Family
ID=21732049
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEP26595A Pending DE1174073B (de) | 1960-02-15 | 1961-02-15 | Verfahren zur Herstellung von modifiziertem Poly-(2-chlor-butadien-1,3) |
Country Status (4)
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|---|---|
| US (1) | US3049523A (de) |
| DE (1) | DE1174073B (de) |
| FR (1) | FR1280377A (de) |
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1960
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1961
- 1961-02-14 FR FR852691A patent/FR1280377A/fr not_active Expired
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