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Bügelpresse mit zwischen zwei Preßplatten einfahrbarem Formkörper
Die Erfindung betrifft eine Bügelpresse, bei der ein mit seitlichen Spreizplatten
versehener, gepolsterter Formkörper auf einer Bahn zwischen zwei beweglich aufgehängte
Preßplatten einfahrbar ist.
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Es sind bereits Bügelpressen bekannt, bei denen in einem Gestell zwei
gegeneinander bewegbare Preßplatten aufgehängt sind, wobei ein oder auch mehrere
Formkörper wechselweise auf einer Förderbahn zwischen die Preßplatten einfahrbar
angeordnet sind. Das Bügelgut, z. B. ein Hemd, wird über die Formkörper gezogen
und dort in einer glattgezogenen Lage festgehalten, wobei üblicherweise aus dem
Formkörper ausfahrbare Seitenspreizer zum Ausgleich der verschiedenen Weiten des
Bügelgutes dienen. Die Bewegung des Formkörpers und der Preßplatten erfolgt dabei
üblicherweise durch Druckmittelbetätigung, wobei eine Folgesteuerung die aufeinanderfolgenden
Arbeitsgänge selbsttätig ablaufen läßt.
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Ferner ist es bekannt, zum Formen und Bügeln von Kleidungsstücken
sogenannte Dämpf- und Blaspuppen anzuwenden, bei denen ein erwärmter Luftstrom in
das Innere des Kleidungsstückes eingeblasen werden kann. Auch bei Formkörperbügelpressen
ist es bereits bekannt, aus dem Inneren des Formkörpers einen erwärmten Luftstrom
auszublasen.
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Das Bügelgut, z. B. Hemden oder Kittel, weist im allgemeinen eine
sehr unterschiedliche Struktur auf, da die Schulter- und Kragenteile meistens viele
übereinanderliegende Stofflagen besitzen, so daß dort eine längere Bügelzeit erforderlich
ist als in den einlagigen Bereichen.
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Hier setzt die Erfindung ein, indem sie es sich zur Aufgabe macht,
eine Bügelpresse zu schaffen, die in möglichst kurzer Zeit eine völlige Durchtrocknung
und dabei Erhaltung des Bügeleffektes auch in den mehrlagigen Bereichen eines Kleidungsstückes
erzielt, ohne daß hierbei die Bügelzeit für einlagige Stücke wesentlich überschritten
würde.
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Die Erfindung geht aus von einer Bügelpresse, bei welcher ein mit
seitlichen Spreizplatten versehener gepolsterter Formkörper auf einer Bahn zwischen
zwei beweglich aufgehängte Preßplatten einfahrbar ist, welche in Bügelstellung gegen
den Formkörper preßbar sind, wobei in Bügelstellung in den Formkörper Warmluft eingeblasen
wird, welche durch entsprechende Schlitze auf das Bügelgut gelenkt wird, während
in der ausgefahrenen Aufziehstellung des Formkörpers schaltbare Haltevorrichtungen
zum Festklemmen des Bügelgutes vorgesehen sind.
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Die Erfindung besteht darin, daß im Formkörper Leitbleche zum Aufteilen
des aus den Schlitzen im Formkörper austretenden Warmluftstromes in drei Teilströme
für die Schultern, Ärmel, und Seitenteile des Bügelgutes angeordnet sind, wobei
zum Verschließen der Ärmelenden des Bügelgutes seitlich am Formkörper an Armen befestigte
Ärmelklemmen angeordnet sind, während zum Abschließen der unteren seitlichen Bügelgutteile
an den äußeren unteren Preßplattenbereichen Polsterungen vorgesehen sind.
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Durch diese Anordnung wird ein zusätzlicher Heißluftstrom auf diejenigen
Bereiche des Bügelgutes gegeben, die üblicherweise eine längere Bügelzeit benötigen,
so daß hierdurch auch die mehrlagigen Teile des Bügelgutes im wesentlichen in derselben
Zeit gebügelt werden können wie die einlagigen Teile, wobei ein zu Trockenzwecken
nicht nutzbares Entweichen der zugeführten Heißluft durch das Einklemmen bzw. Abdichten
der offenen Kleidungsstückteile verhindert wird, so daß also der gesamte zusätzliche
Luftstrom durch das Gewebe des Bügelgutes hindurchtreten muß und hierbei einen schnell
einsetzenden Trocken- und Bügeleffekt bewirkt.
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In weiterer Ausbildung der Erfindung sind die beweglich aufgehängten
Preßplatten in ihrer Offenstellung durch an ihre Rückseiten sich anlegende, am Pressengestell
befestigte feste und federnde Anschläge derart abgestützt, daß die Preßplatten auf
der
Einfahrseite gegenüber der rückwärtigen Seite einen größeren
Abstand aufweisen.
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Man erzielt durch diese Ausbildung ein einseitiges Spreizen der Preßplatten,
so daß das Einfahren des Formkörpers erleichtert wird und die beweglich aufgehängten
Preßplatten in ihrer rückwärtigen Lage genau fixiert sind, ohne daß hierfür zusätzliche
Federn oder Lenker erforderlich wären.
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Von Vorteil ist es ferner, wenn Türen über der Fahrbahn des Formkörpers
auf der Einfahrseite der Preßplatten angeordnet werden, die pneumatisch od. dgl.
betätigt werden. Hierdurch wird vermieden, daß die Bedienungsperson von dem Heißluft-
bzw. Dampfstrom belästigt wird, so daß die ganzen Arbeitsbedingungen für die Bedienungsperson
bei der erfindungsgemäßen Bügelpresse verbessert werden.
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Ferner ist es von Vorteil, wenn die Formkörperbewegung, die Plattenanpressung,
der Luftzufuhranschluß, die Luftklappenschaltung, die Spreizplattenbewegung, die
Randklemmung und die Türschaltung durch eine an sich bekannte pneumatischelektrische,
selbsttätig ablaufende, von einem Initialschalter in Gang gesetzte Folgesteuerung
geschaltet werden, so daß ein gefahrloser Ablauf der gesamten Arbeitsgänge ermöglicht
wird und mit nur einer Bedienungsperson gearbeitet werden kann, wobei diese während
der Preßzeit des einen Formkörpers das Bügelgut auf den anderen freien Formkörper
aufziehen kann und sich so ein fortlaufender Bügelprozeß erzielen läßt.
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Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bügelpresse für Hemden
wird nachfolgend an Hand von Zeichnungen näher erläutert, und zwar zeigt F i g.
1 eine Seitenansicht der Presse, F i g. 2 eine Draufsicht auf die Presse mit der
Vorrichtung zum abwechselnden Bewegen der Formkörper von der Vorbereitungsstation
zur Preßstation, F i g. 3 einen Schnitt durch die Presse nach der Linie 111-11I
in F i g. 1 bei abgenommenen Formkörpern, F i g. 4 eine Seitenansicht der Vorrichtung
zum Hin- und Herbewegen der Formkörper, F i g. 5 eine Stirnansicht von der rechten
Seite in F i g. 4, F i g. 6 eine Seitenansicht eines der Formkörper bei abgenommener
Rückenplatte, F i g. 7 einen Teilschnitt durch die Vorrichtung zum Betätigen der
Randklemmen eines Formkörpers in größerem Maßstab, F i g. 8 eine Teilansicht der
Vorrichtung zum Einleiten von Heißluft in einen Formkörper an der Preßstation, F
i g. 9 eine Vorderansicht des Gehäuses der Preßstation zur Veranschaulichung der
Türen, F i g. 10 den pneumatischen Schaltplan der Presse und F i g. 11 den elektrischen
Schaltplan der Presse. Wie F i g. 1 zeigt, weist die Bügelpresse zwei Formkörper
12 auf, die mittels eines pneumatischen Einfahrzylinders O abwechselnd von
einer Vorbereitungsstation, die in F i g. 1 auf der rechten Seite liegt. zur Preßstation
und zurück bewegt werden können. In der Preßstation gelangen die Formkörper 12 zwischen
zwei durch Dampf erhitzte äußere Preßplatten 13. Während des Pressens eines Hemdes
auf einem Formkörper 12 in der Preßstation wird heiße Luft durch den rohrförmigen
Hals 14 des Formkörpers eingeführt, und zwar mittels eines Gebläses 16-über eine
Heizvorrichtung 17 und eine Leitung 15. Die beiden äußeren Preßplatten 13 werden
mittels eines pneumatischen Preßzylinders P in die Preßstellung und aus ihr herausbewegt,
wobei Türen 18 des die Preßstation umgebenden Kastens sich selbsttätig schließen,
bevor die Preßplatten 13 sich aufeinander zu bewegen, so daß die Bedienungsperson
gegen Verletzungen geschützt ist.
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Die beiden Formkörper 12 sind, wie aus F i g. 1, 2, 4 und 5 ersichtlich
ist, auf Schlitten 19 angeordnet, die je aus einer ein horizontales Führungsrohr
21
umgreifenden Büchse 20 und einer Rolle 22 bestehen. Die Rollen laufen auf
horizontalen Schienen 23 und halten dadurch die Formkörper 12 in der aufrechten
Lage. Die Führungsrohre 21 und die Schienen 23 laufen in Richtung zu der Preßstation
in spitzem Winkel zusammen, so daß sich die auf ihnen abwechselnd hin- und herbewegten
Formkörper 12 hierbei nicht gegenseitig berühren. Die Schlitten 19 sind an den beiden
Enden einer Kette 24 befestigt, die um ein Antriebskettenrad 25 herumgeführt ist,
das unter der Vorbereitungsstation angeordnet ist. Die beiden Trume der Kette
24 verlaufen parallel zu den Führungsrohren 21. Das Kettenrad 25 sitzt auf
einer vertikalen Welle 26, die ein Ritzel 27 trägt, das mit einer Zahnstange 28
im Eingriff steht, die mittels eines doppeltwirkenden pneumatischen Einfahrzylinders
Q hin- und herbewegt wird. Nicht dargestellte Ringe auf den Führungsrohren 21 dienen
als Anschläge, die die Bewegung der Formkörper 12 in der Preßstation begrenzen.
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Die beiden Formkörper 12 weisen die gleiche Ausbildung auf. Sie bestehen
je aus zwei mit Abstand voneinander angeordneten vertikalen Formkörperplatten, die
mit Polstern überzogen sind und an ihren oberen Enden entsprechend dem Schulterverlauf
der Hemden gestaltet sind. Die Formkörperplatten sind oben durch ein Schulterstück
29 miteinander verbunden, das Schlitze 30 aufweist, durch welche heiße Luft
austreten kann, und das in der Mitte ein rohrförmiges Halsstück 14 trägt, das dem
Bündchen oder Kragen der Hemden entspricht und durch das heiße Luft von oben in
den Formkörper 12 eingeführt werden kann. Das Halsstück 14 ist mit einer
Kragenklemme 31 versehen, wie sie F i g. l zeigt.
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Zwischen den beiden Formkörperplatten befinden sich zwei pneumatische
Zylinder T und U. Der Randklemmzylinder T ist zum Öffnen und Schließen
zweier Klemmen 32, die zum Festhalten des unteren Randes der Hemden dienen, und
der Zylinder U zum Zurückziehen der seitlichen Spreizplatten 33 vorgesehen. Diese
Spreizplatten 33 bestehen aus Metallstreifen, die an horizontalen Zahnstangen 34
befestigt sind, welche mit einem gemeinsamen Antriebsritze135 im Eingriff stehen.
Die Kolbenstange 36 des Spreizplattenzylinders U ist mit einer der Zahnstangen 34
verbunden und steht unter der Wirkung einer Rückzugfeder 37, die die beiden Spreizplatten
33 nach außen zu drücken sucht. Bei Zuführung von Druckluft in den Spreizplattenzylinder
U werden die Spreizplatten 33 nach innen zurückgezogen. Die Randklemmen 32, die
an den Formkörpern 12 mit ihren unteren Enden mittels Bolzen 38 angelenkt sind,
weisen nach innen gerichtete Zapfen 39 auf, die mit ihren kugeligen Enden in einen
Schlitz 40 eines Lenkers 41 eingreifen. Dieser Lenker 41 ist
mit seinem oberen Ende an einem um einen festen Zapfen 43
schwenkbaren
doppelarmigen Hebel 42 angelenkt, dessen anderer Arm mit der Kolbenstange 44 des
pneumatischen Randklemmzylinders T verbunden ist. Eine in dem Randklemmzylinder
T angeordnete Feder sucht den Kolben dieses Zylinders so zu bewegen, daß sich der
Lenker 41 in der in F i g. 7 dargestellten Lage befindet, in der die Randklemmen
32 gegen den Formkörper angedrückt sind. Wird dagegen Luft in den Randklemmzylinder
T eingeführt, so wird der Lenker 41 angehoben und die Randklemmen 32 nach außen
geklappt, so daß zwischen ihnen und dem Formkörper ein Raum frei bleibt, in den
der untere Rand des Hemdes eingelegt werden kann.
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Jeder Formkörper 12 weist zwei Anschlußverschraubungen 45, 46 auf
(F i g. 4), die über Leitungen 47 bzw. 48 mit den Zylindern T und
U verbunden sind. Gelangt der Formkörper 12 in die Vorbereitungsstation,
so treten diese Anschlußstücke 45, 46 in entsprechende Kupplungsglieder
49, 50 ein, die, wie F i g. 10 zeigt, an eine Druckluftquelle angeschlossen
sind. Bewegen sich die Formkörper 12 und damit die Anschlußstücke 45, 46 von den
Kupplungsgliedern 49, 50 fort, so werden die letzteren selbsttätig durch federbelastete
Ventile geschlossen, die bei der Annäherung der Anschlußstücke selbsttätig geöffnet
wurden. Ein durch ein Pedal zu betätigendes Ventil 51 steuert die Zuführung von
Druckluft zu dem Randklemmzylinder T bzw. ihre Abführung aus diesem Zylinder an
der Vorbereitungsstation, und ein durch einen Handhebel betätigbares Ventil 52 steuert
die Zuführung von Druckluft zu dem Spreizplattenzylinder U bzw. ihre Abführung.
Die Druckluft wird einer Druckluftleitung 90 entnommen.
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Beim Eintreffen eines Formkörpers 12 in der Vorbereitungsstation mit
einem darauf befindlichen gebügelten Hemd werden zunächst die Ventile 51 und 52
betätigt, wodurch über die Zylinder T und U die Randklemmen 32 nach außen bewegt
und die seitlichen Spreizplatten 33 zurückgezogen werden. Die Bedienungsperson kann
das Hemd dann abnehmen, wobei sie den Fuß auf dem Pedal läßt, damit die Randklemmen
32 geöffnet bleiben. Sie kann dann sofort ein neues Hemd über den Formkörper 12
streifen. Das Bündchen oder der Kragen des Hemdes wird um den Halsteil 14 des Formkörpers
12 gelegt und an diesem durch die Kragenklemme 31 festgelegt. Nach dem Ausstreichen
von Falten wird das Pedal freigegeben, so daß der untere Rand des Hemdes festgeklemmt
wird. Nun wird der untere Rand innerhalb der Randklemmen 32 noch etwas glattgezogen
und dann das Ventil 52 betätigt, so daß die Spreizplatten 33 nach außen gedrückt
werden, wodurch das Hemd auch seitlich gespannt wird. Die Manschetten der Ärmel
werden nun umgelegt und in gesonderte Ärmelklemmen 57, 58 eingelegt, die das Hemd
in der Nähe der Manschetten abschließen. Diese Ärmelklemmen bestehen aus einer Platte
53 (F i g. 6), die an einem seitlich hochstehenden Arm 57 befestigt ist, und einer
Blattfeder 58, die die Manschette gegen die Platte 53 hält.
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Gelangt der Formkörper in die Preßstation, so kommt der Halsteil 14
unter das untere Ende der Heißluftzuführungsleitung 15, die zunächst durch ein Klappenventil
63 (F i g. 8) geschlossen ist. Eine Verbindungsmanschette 65, die verschiebbar auf
dem Leitungsende angeordnet ist, wird dann mittels eines pneumatischen Leitungszylinders
R und eines Gestänges 64 über das Halsstück 14 nach unten verschoben, so daß die
Leitung 15 mit dem Halsstück 14
verbunden ist. Anschließend werden die Preßplatten
13 gegen den Formkörper gepreßt und in dieser Stellung einige Zeit belassen. Dabei
wird das Klappenventil 63 durch einen pneumatischen Klappenzylinder S geöffnet,
so daß heiße Luft durch den Halsteil 14 in den Formkörper 12 einströmt. Sie wird
durch im Innern des Formkörpers 12 vorgesehene Leitbleche 59 (F i g. 6) nach beiden
Seiten in drei Ströme aufgeteilt. Der oberste Schulter-Teilstrom 60 gelangt in das
Schulterstück 29 und tritt durch die Schlitze 30 nach oben aus. Er trocknet hier
die Schulterpassen des Hemdes. Der nächsttiefere Ärmel-Teilstrom 61 gelangt in die
Ärmel des Hemdes. Der unterste Seiten-Teilstrom 62 geht seitlich nach unten und
trocknet die seitlichen Teile des Hemdes im Bereich der Spreizplatten 33. Die Ärmel
des Hemdes sind, wie bereits erwähnt, an den Manschetten abgeschlossen und der untere
Rand des Hemdes auch an den seitlich über die Preßplatten überstehenden Teilen,
und zwar durch an den Preßplatten vorgesehene Seitenpolster 66 (F i g. 1), wie dies
noch beschrieben wird. Der größte Teil der in den Formkörper 12 eingeführten
Heißluft muß daher durch den Hemdenstoff an den Schultern, den Ärmeln und den Seiten
des Hemdes hindurchstreichen, so daß diese Teile gut geglättet und getrocknet werden.
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Die Türen 18 (F i g. 9) werden mittels pneumatischer Türzylinder V
über Gestänge 67 geöffnet und geschlossen, und die Preßplatten 13 können, wie schon
erwähnt, nicht an den Formkörper 12 angepreßt werden, ehe nicht die Türen 18 geschlossen
sind. Hierzu dienen Türschalter MS1 und MS2 (F i g. 9), die durch die Türen
18 geschlossen werden, wenn diese in die Schließstellung gelangen, und Türschalter
MS 3 und MS 4, die geschlossen werden, wenn die Türen 18 ihre voll
geöffnete Stellung erreichen.
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Ist das Pressen eines Hemdes in der Preßstation beendet, so werden
die Türen 18 selbsttätig geöffnet. Die Bedienungsperson drückt dann auf einen Druckknopf
PB (F i g. 11). Der Ablauf des Arbeitsspiels geschieht dann, wie dies später noch
beschrieben werden wird. Druckluft gelangt in den Einfahrzylinder Q, so daß die
beiden Formkörper 12 ihre Stellungen austauschen. Hat der neu mit einem Hemd überzogene
Formkörper 12 die Preßstation erreicht, so schließen sich die Türen 18 wieder. Danach
bewegen sich die Preßplatten 13 auf den Formkörper zu, und die Verbindungsmanschette
65 wird abwärts über den Halsteil 14 bewegt. Haben die Preßplatten 13 eine bestimmte
Zeit gegen den Träger angelegen, z. B. 3 Sekunden, die durch einen Zeitschalter
bestimmt werden, so wird die Ventilklappe 63 selbsttätig geöffnet. Heiße Luft gelangt
durch das Halsstück 14 in das Innere des Formkörpers 12 und bläht diejenigen Teile
des Hemdes, die nicht durch die Preßplatten gegen den Formkörper 12 gedrückt werden,
insbesondere also die Schulterpassen, die Ärmel und die Seitenteile auf. Es ist
wesentlich, daß die Luft nicht in den Formkörper 12 gelangt, bevor sich nicht die
Preßplatten 13 an das Hemd angelegt haben, da das Hemd sonst etwas abgehoben wird
und dann beim Anlegen der Preßplatten Falten entstehen würden. Nach einer bestimmten
Zeit, die
wiederum durch einen Zeitschalter bestimmt wird, heben
sich die Preßplatten von dem Hemd ab und öffnen sich die Türen 18 wieder. Das Arbeitsspiel
ist dann beendet.
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Der Bedienungsperson steht ein Hauptschalter TWS (F i g. 11) zur Verfügung,
der geschlossen sein muß, wenn die Preßplatten 13 bewegt werden sollen, und durch
dessen Öffnen die Preßplatten 13 von dem Formkörper 12 fortbewegt werden. Ist dieser
Hauptschalter TWS geöffnet, so können nur die beiden Formkörper 12 von der einen
in die andere Stellung bewegt werden, nicht aber die Preßplatten 13.
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Die Preßplatten 13 bestehen aus flachen, dampfbeheizten Platten, die
an ihren beiden unteren Seitenwänden nach innen vorstehende Teile aufweisen, die
die bereits erwähnten Polster 66 bilden, die die Seitenteile des Hemdes in der Nähe
des unteren Randes gegeneinanderdrücken. Die die Rückseite der Hemden pressende
Preßplatte 13 ist ansonsten aber vollkommen flach, wogegen bei der die vordere Seite
der Hemden pressenden Preßbacke das obere Ende 167 etwas einwärts gekrümmt ist (F
i g. 3), so daß es die Vorderseite des Hemdes bis an die vordere Naht der Schulterpasse
pressen kann. Die beiden Preßplatten sind an Lagerböcken 68 angeordnet, die mittels
Zapfen 69 an den oberen Enden zweier doppelarmiger Hebel 70 angelenkt sind,
die auf Zapfen 71 in Ständern 72 gelagert sind. Die unteren Enden dieser Hebel
70 sind mittels Bolzen 73 mit dem Zylinder P bzw. der Kolbenstange des in
ihm enthaltenen Kolbens verbunden, der von beiden Seiten mit Druckluft beaufschlagt
werden kann. Falls sich eine der beiden Preßplatten 13 früher als die andere gegen
den Formkörper anlegt, so bewegt sich die letztere zunächst weiter, ohne daß die
erstere einen stärkeren Druck auf den Formkörper ausübt. Dies geschieht vielmehr
erst, nachdem sich beide Preßplatten fest gegen den Formkörper angelegt haben. Durch
diesen selbsttätigen Druckausgleich werden die Formkörper stets von beiden Seiten
gleichmäßig belastet. Die Polster 66 legen sich dabei gegen die unteren Enden des
Hemdes an und verhindern dadurch ein Austreten von Heißluft nach unten.
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Die Befestigung der Preßplatten 13 an den Lagerböcken 68 erfolgt durch
lotrechte Zapfen 74, so daß sie sich um diese Zapfen verschwenken können. Ihre Auswärtsbewegung
wird durch feste Anschläge 75 begrenzt (F i g. 2), die an den Ständern 72 befestigt
sind, und zwar an der von der Vorbereitungsstation entfernteren Seite der Ständer,
sowie durch federnde Anschläge 76, die an der der Vorbereitungsstation näheren Seite
der Ständer vorgesehen sind. Bei einer gleichmäßigen Auswärtsbewegung der Preßbacken
werden sich daher die Preßplatten etwas verschwenken, so daß ihre der Vorbereitungsstation
zugewendeten Ränder unter Zusammendrückung der federnden Anschläge 76 etwas weiter
auseinander liegen als die anderen Ränder, wenn sie voll zurückgezogen sind. Dadurch
wird das Hinein- und Herausbewegen der Formkörper 12 in die Preßstation bzw. aus
ihr heraus erleichtert. Beim Schließen der Preßplatten verschwenken sich diese zunächst
unter der Wirkung der federnden Anschläge 76 wieder in eine Lage, in der sie zueinander
parallel liegen, und bewegen sich dann weiter aufeinander zu. Es kann also nicht
passieren, daß eine Preßplatte ein Hemd zunächst mit einem Rand berührt und es dadurch
auf den Träger verschiebt oder Falten erzeugt. Die Betätigungshebel 70 sind mit
hydraulischen Dämpfern 77 versehen, die verhindern, daß sich die Preßplatten 13
zu schnell bewegen.
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Im folgenden soll nun das Steuersystem der Maschine im einzelnen beschrieben
werden.
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Die Zuführung von Druckluft zu dem Randklemmzylinder T zum Zwecke
des Öffnens der Randklemmen 32 durch Betätigen des Ventils 51 mittels eines
Pedals und zu dem Spreizplattenzylinder U zum Zwecke des Zurückziehens der seitlichen
Spreizplatten 33 durch Betätigen des Ventils 52 von Hand wurde bereits beschrieben.
Regelventile 78 für die Luftströmung sind zwischen den Ventilen 51 und
52
einerseits und den Zylindern T und U andererseits vorgesehen.
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Außerdem sind in dem pneumatischen System noch folgende Zylinder vorgesehen:
Ein Preßzylinder P, der durch einen elektromagnetisch gesteuerten VierwegesteuerschieberA
gesteuert wird und für die Bewegungen der Preßplatten bestimmt ist, ein Klappenzylinder
S, der durch einen elektromagnetisch gesteuerten DreiwegesteuerschieberB gesteuert
wird und zum Öffnen der Ventilklappe 63 bestimmt ist, ein Leitungszylinder R, der
ebenfalls durch den Steuerschieber A gesteuert wird und zum Bewegen der Verbindungsmanschette
65 dient, ein Einfahrzylinder Q, der durch einen elektromagnetisch gesteuerten Vierwegesteuerschieber
CB gesteuert wird und zum Hin- und Herbewegen der beiden Formkörper aus der Vorbereitungsstation
in die Preßstation und zurück dient, ferner zwei Türzylinder V, die durch einen
elektromagnetisch gesteuerten Vierwegesteuerschieber D gesteuert werden und zum
Öffnen und Schließen der Türen 18 dienen.
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Die Zylinder P und Q sind doppeltwirkend, die übrigen einfachwirkend
und mit Rückstellfedern versehen, die eine Rückbewegung ihrer Kolben bewirken, wenn
Druckluft abgelassen wird. In den Auslaßleitungen des Steuerschiebers CB sind Drosselstellen
79 vorgesehen, um die Bewegungen der Formkörper nicht zu schnell werden zu
lassen.
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Der Steuerschieber CB ist mit zwei Elektromagneten 80 versehen,
die Spulen CB 1 und CB 2
enthalten (F i g. 11). Wenn
einer der beiden Elektromagneten 80 einen Stromimpuls erhält, so bewirkt
er, daß sich der Einfahrsteuerschieber CB in seine andere Stellung bewegt und dort
verbleibt, bis der andere Elektromagnet Strom erhält. Jeder Steuerschieber
A, B oder D ist mit nur einem Elektromagneten 80 sowie mit einer Rückstellfeder
versehen. Die Rückstellfedern bewegen diese Steuerschieber jeweils in die Ausgangsstellung
zurück, wenn ihr Elektromagnet abgeschaltet wird.
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Das in F i g. 11 gezeigte elektrische Steuersystem enthält fünf Endschalter,
und zwar einen Schalter LS 1, der geschlossen wird, wenn einer der Formkörper
in der Preßstation ankommt, ferner die Schalter LS2 und LS3, die von den Preßplatten
13 geschlossen werden, wenn sie in der geöffneten Stellung ankommen, und die Schalter
LS4 und LS5, von denen je einer auf den beiden Formkörpern 12 angeordnet
ist und die geschlossen werden, wenn der betreffende Formkörper in der Preßstation
angekommen ist.
Drückt die Bedienungsperson den Druckknopfschalter
PB nach dem Öffnen der Preßplatten 13, nachdem ein Hemd gepreßt worden ist, die
Schalter LS2 und LS3 also geschlossen sind und die Türen 18
geöffnet wurden,
wodurch die Schalter MS 3 und MS4 geschlossen wurden, so kommt - je nachdem,
welcher Formkörper 12 in der Preßstation war -die eine oder die andere der beiden
Magnetspulen CB 1 oder CB 2 unter Strom, so daß der Steuerschieber CB in
die andere Stellung bewegt wird und dadurch den Einfahrzylinder Q bewegt, wodurch
die Formkörper in ihren Stationen ausgetauscht werden.
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Nähert sich der eine Formkörper dadurch der Preßstation, so wird der
Schalter LS1 geschlossen. Angenommen, der Hauptschalter TSW ist geschlossen, so
kommt nun die Spule D 1 über das normalerweise geschlossene Relais RNC unter Strom,
wodurch auch der Elektromagnet 80 des Steuerschiebers D Strom erhält. Dadurch wird
dieser Steuerschieber so bewegt, daß die Türzylinder V Druckluft erhalten und die
Türen 18 geschlossen werden. Dabei öffnen sich die Schalter MS3 und MS4. Gleichzeitig
beginnt der Zeitschalter TD zu
arbeiten.
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Bei Schließen der Türen werden auch die Schalter MS 1 und MS
2 geschlossen und setzen die Spule A 1
unter Strom, wodurch der Steuerschieber
A so bewegt wird, daß Druckluft in das in F i g. 10 untere, in F i g. 3 rechte Ende
des Preßzylinders P gelangt. Dadurch werden die Preßplatten 13 geschlossen. Durch
das gleiche Steuerventil wird auch Druckluft zum Leitungszylinder R zugeführt, wodurch
die Verbindungsmanschette 65 abwärts bewegt wird. Ein Zeitschalter TB wird
jetzt über ein normalerweise geschlossenes Relais RNC1 in Tätigkeit gesetzt. Nach
einer bestimmten Zeitspanne, z. B. 3 Sekunden, schließt der Zeitschalter
TB den Kontakt TNO1, wodurch ein Relais RB unter Strom kommt, das den Kontakt
RNC 1 wieder öffnet und den Kontakt RNO 1
schließt. Hierdurch wird
ein Haltestromkreis für das Relais RB geschlossen und die Spule B 1 unter Strom
gesetzt, wodurch der Steuerschieber B so bewegt wird, daß Druckluft zu dem Klappenzylinder
S gelangt, der nun die Ventilklappe 63 öffnet, so daß heiße Luft in den in der Preßstation
befindlichen Formkörper 12 einströmt.
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Nach ausreichender Preßzeit, z. B. nach 24 Sekunden, die an dem Zeitschalter
TD eingestellt werden kann, schließt dieser Schalter den Kontakt TNO, wodurch das
Relais RD unter Strom kommt und den Kontakt RNC öffnet und den Kontakt RNO schließt,
damit der Haltestromkreis für das Relais RD hergestellt wird. Der Schalter TD ist
nun abgeschaltet und die Spule D 1 infolge des Öffnens des Kontaktes
RNC ebenfalls nicht mehr unter Strom. Daher bewegt sich der Steuerschieber D in
seine andere Stellung, wodurch die Türzylinder V die Türen 18 öffnen. Sobald die
Türen mit der Öffnungsbewegung beginnen, werden die Schalter MS I und
MS 2 geöffnet und dadurch die Spulen A 1 und B 1 abgeschaltet.
Die Steuerschieber A und B bewegen sich daher auch in ihre anderen
Stellungen und bewirken dadurch, daß die Zylinder P, R und S die Preßbacken auseinanderbewegen,
die Verbindungsmanschette 65 anheben und die Ventilklappe 63 schließen. Das Relais
RB wird abgeschaltet, und die Kontakte RNO1 und RNC 1 kehren in ihre ursprüngliche
Stellung zurück. Sind die Türen 18 vollständig geöffnet, so werden die SchalterMS3
und MS4 geschlossen. Durch Betätigen des Druckknopfschalters PS zum Zwecke
des Beginns eines neuen Arbeitsspiels bewegt sich der in der Preßstation befindliche
Formkörper 12 wieder zurück, wie dies schon beschrieben wurde, wodurch der Schalter
LS 1 geöffnet und das Relais RD abgeschaltet wird. Die Kontakte RNO und RNC
kehren dadurch in ihre ursprünglichen Stellungen zurück.