DE1169757B - Kontinuierliche Bandbeizanlage - Google Patents
Kontinuierliche BandbeizanlageInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: C 23 g
Deutsche KL: 48 d2-3/02
Nummer: 1169 757
Aktenzeichen: T16829 VI b / 48 d2
Anmeldetag: 18. Juni 1959
Auslegetag: 6. Mai 1964
Es sind Anlagen bekannt, in denen Metallbänder, vorzugsweise aus Stahl, mittels einer Säure gebeizt
werden. Mit dem Beizen wird in erster Linie angestrebt, auf dem Metallband befindliche Zunderschichten
zu entfernen. Bisher sind Bandbeizanlagen bekannt, bei denen das zu beizende Band in praktisch
unendlicher Länge mittels je eines vor und hinter der Beizanlage vorgesehenen Treibapparates
durch flache, langgestreckte Behälter mit Säure geführt wird, wobei das Band unter solchem Zug ge- ίο
halten wird, daß der Durchhang des Bandes gerade so groß ist, daß das Band in jedem Behälter hinreichend
in die Säure eintaucht. Derartige Behälteranlagen erfordern eine sehr große Baulänge, und zudem
ist die Oberfläche der Säurebäder in den Behältern sehr groß, so daß zum Heizen der Säure ein
großer Energieaufwand erforderlich ist und eine große Menge Säuredämpfe von der Oberfläche der
Säurebehälter abgesaugt werden muß. Es ist auch schon eine Anlage bekanntgeworden, bei der das
Band vertikal durch einen als Turm ausgeführten Behälter geleitet wird. Aber auch hierbei kann die
Dauer des Verbleibens des zu beizenden Bandes in der Säure lediglich durch Ändern der Bandgeschwindigkeit
beeinflußt werden, oder es ist ein aufwendiger beweglicher Umlenkmechanismus erforderlich. Wenn
ein Band in einem der Behälter reißt, bereitet das Herausziehen der abgerissenen Stücke aus dem Turm
bzw. auch das Wiederinbetriebsetzen der Anlage große Schwierigkeiten.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beseitigen.
Bei der Bandbeizanlage nach der vorliegenden Erfindung nimmt der mit Säure gefüllte Behälter eine
frei nach unten durchhängende Schlinge des zu beizenden Bandes auf, und es ist eine Meßvorrichtung
vorgesehen, mittels derer das Hineinreichen der Schlinge des Bandes in den Behälter feststellbar ist.
Dadurch wird die Baulänge der Anlage wesentlich kleiner als bei den zu Anfang erwähnten bekannten
Anlagen und damit auch die erforderliche Grundstückfläche sowie die erforderliche Halle. Die freie
Oberfläche des Säurebades und damit die Verdunstung wird ebenfalls wesentlich kleiner und damit
auch die aufzubringende Heizleistung und die Menge der abzusaugenden Säuredämpfe. Da die Dauer
des Verbleibens des zu beizenden Metallbandes rn dem Säurebad nicht nur von der Bandgeschwindigkeit,
sondern auch von der Länge der frei in den Behälter hineinhängenden Schlinge des
Bandes abhängt, ist die Meßvorrichtung vorgesehen, durch welche feststellbar ist, ob und wie weit
Kontinuierliche Bandbeizanlage
Anmelder:
Beteiligungs- und Patentverwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung,
Essen, Altendorfer Str. 103
Essen, Altendorfer Str. 103
Als Erfinder benannt:
Erich Thomas, Essen
Erich Thomas, Essen
die Schlinge des Bandes in den Behälter hineinragt.
Zweckmäßig ist der Behälter in mindestens einer horizontalen Ebene mit einer solchen Meßvorrichtung
in Form einer Fotozelle oder von Magnetstäben versehen. Zweckmäßigerweise sind in zwei
benachbarten horizontalen Ebenen derartige Meßvorrichtungen angeordnet, wobei diese Vorrichtungen
derart mit den Treibapparaten verbunden sind, daß die Schlinge verlängert wird, wenn sie nicht in
die obere der horizontalen Ebenen hineinragt, und verkürzt wird, wenn sie in die untere der beiden
Ebenen hineinragt. Das kann beispielsweise bei konstant gehaltener Geschwindigkeit des das Band der
Beizanlage zuführenden Treibapparates durch Verändern der Geschwindigkeit des das Band aus der
Anlage herausfördernden Treibapparates geschehen.
Wenn mehrere derartige horizontale Ebenen, in die das Hineinragen der Schlinge des Bandes feststellbar
ist, an dem Behälter vorgesehen sind, so kann bei entsprechender Schaltung die sich einstellende
Länge der Schlinge bis zu einer beliebigen dieser horizontalen Ebene gewählt werden und damit bei
konstanter Geschwindigkeit des Bandes die Dauer des Verbleibens in der Säure.
Oberhalb der Säureoberfläche sind Umlenkrollen vorgesehen, an welchen das Band seine Richtung
ändert, so daß zwischen zwei Umlenkrollen die
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Schlinge des Bandes durchhängt. Sollte das Band einmal in dem Behälter reißen, so werden einfach
die beiden Teile des Bandes bis über die Säureoberfläche hochgezogen und zwischen den beiden Umlenkrollen
wieder miteinander verbunden. Die Umlenkrolle, über welche das Band die Beizanlage verläßt,
wirkt mit einer zweiten oberhalb des Bandes angeordneten Rolle derart zusammen, daß die an der
Oberfläche des Bandes haftende Säure abgequetscht wird und an dem senkrecht verlaufenden Band in das
Säurebad zurückläuft.
Um zu vermeiden, daß die erforderliche Tiefe des Säurebades zu groß wird, kann es zweckmäßig sein,
mehrere Behälter hintereinander anzuordnen. Zweckmäßigerweisewerden die Behälter gemeinsam meiner
Grube angeordnet, wobei die Tiefe der Grube und die vertikale Höhenlage der Behälter zweckmäßig gewählt
wird.
Es kann jede beliebige Säure, beispielsweise Salzoder Schwefelsäure, in einer Beizanlage gemäß der
vorliegenden Erfindung verwendet werden. Die Vorteile der erfindungsgemäßen Bandbeizanlage werden
auch dann ausgenutzt, wenn der Behälter nicht mit Säure gefüllt ist, sondern in dem Behälter Säure
gegen das Band durch Sprühdüsen gespritzt wird. Wenn das Band nicht in ein Säurebad eintauchen
soll, sondern lediglich mit Säure besprüht werden soll, kann an die Stelle des Behälters ein mit säurefesten
Steinen ausgekleidete Grube treten.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes im Schnitt einer vertikalen
Ebene dargestellt.
Das zu beizende Band 1 läuft zunächst vertikal von unten nach oben durch einen Zunderbrecher 2, in
welchem das Band geknickt und von kräftigen Wasserstrahlen angespritzt wird. Das Wasser läuft zusammen
mit dem abgesplitterten Zunder in die Rinne 3. Der Treibapparat 4 führt das Band den
Beizbädern zu. Oberhalb des Säurespiegels 31 in dem Behälter 5 ist eine Umlenkrolle 7 angeordnet. Daneben
ist eine zweite Umlenkrolle 8 angeordnet. Zwischen den beiden Umlenkrollen 7 und 8 hängt
das Band 1 in Form einer Schlinge in den Behälter 5 hinein. Über die Umlenkrolle 8 wird das Band 1
durch den Treibapparat 10 gezogen und läuft von diesem aus über die Umlenkrolle 11 und bildet zwischen
dieser und der Umlenkrolle 12 eine weitere Schlinge in dem mit Säure gefüllten Behälter 6. Oberhalb
der Umlenkrolle 12 ist eine Quetschrolle 14 angeordnet, welche mit der Umlenkrolle 12 derart zusammenwirkt,
daß sie die an der Oberfläche des Bandes 1 haftende Säure abquetscht. Die Behälter 5 und 6
sind durch eine gemeinsame Haube 15 abgedeckt. In verschiedenen Höhen sind an den Behältern S und 6
Lichtquellen 16 angeordnet. Jeweils in einer horizontalen Ebene gegenüber einer Lichtquelle 16 ist eine
Fotozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 angeordnet. Hängt die Schlinge des Bandes 1 in die horizontale
Ebene zwischen einer Lichtquelle 16 und einer Fotozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 hinein, so wird jeweils
der Lichtstrahl unterbrochen, so daß mit Hilfe einer solchen aus einer Lichtquelle 16 und einer
Fotozelle 17 bzw. 18 bzw. 19 bzw. 20 bestehenden Vorrichtung feststellbar ist, bis in welche Tiefe die
Schlinge des Bandes 1 in den Behälter 5 bzw. 6 hineinragt. Die Fotozellen 17,18,19 und 20 an dem
Behälter 6 sind mit dem Antrieb des Treibapparates und die Fotozellen 17,18,19 und 20 an dem Behälter
5 mit dem Antrieb des Treibapparates 4 verbunden, und zwar in dem in der Zeichnung dargestellten
Fall derart, daß der Treibapparat 21 seine Geschwindigkeit erhöht, wenn die Schlinge des Bandes
1 in dem Behälter 6 die horizontale Ebene vor der Fotozelle 20 durchdringt, und daß der Treibapparat
21 seine Geschwindigkeit verringert, wenn die Schlinge des Bandes 1 die horizontale Ebene vor
der Fotozelle 19 in dem Behälter 6 nicht durchdringt, sowie entsprechend, daß der Treibapparat 4 seine
Geschwindigkeit erhöht, wenn die Schlinge des Bandes 1 die horizontale Ebene vor der Fotozelle 19 in
dem Behälter 5 nicht durchdringt, und seine Geschwindigkeit verringert, wenn die Schlinge des Bandes
1 in dem Behälter 5 die horizontale Ebene vor der Fotozelle 20 durchdringt, wobei die Geschwindigkeit
des Treibapparates 10 gleich bleibt. Neben dem Behälter 6 ist ein Sprühbehälter 22 angeordnet, in
welchem das Band 1 aus Düsen 23 mit Wasser besprüht wird. Die Behälter 5 und 6 stehen auf einer
Bettung aus Trägern 24 in der Grube 25. Aus dem Behälter 6 fließt die Säure von der Oberfläche durch
die Rohrleitung 26 in den Behälter 5. Da die beiden Behälter 5 und 6 durch die Rohrleitung 26 miteinander
verbunden sind, bleibt der Säurespiegel 31 in den beiden Behältern 5 und 6 in stets gleicher Höhe.
Durch den Rohrleitungsanschluß 27 wird dem Behälter 6 frische oder in einer in der Zeichnung nicht
dargestellten Regenerierungsanlage regenerierte Säure zugeführt. Von dem Rohrleitungsanschluß 29 aus
wird die Säure der Regenerierungsanlage zugeführt. Gleichzeitig ist der Rohrleitungsanschluß 29 mit
einem Überlauf verbunden, welcher verhindert, daß der Säurespiegel 31 in den Behältern 5 und 6 zu hoch
steigt. Somit ist ein Säurekreislauf durch die beiden Behälter 5 und 6 und die Regenerierungsanlage gegeben,
wobei die frische bzw. regenerierte Säure dem Behälter 6 zugeführt wird und entgegen der Bewegungsrichtung
des Bandes 1 durch die beiden Behälter 5 und 6 fließt, wobei die verbrauchte Säure
aus dem Behälter 5 entnommen wird. Die beiden Rohrleitungsanschlüsse 28 führen zu einem in der
Zeichnung nicht dargestellten Durchlauferhitzer, in dem die Säure aufgeheizt wird und von dem aus die
Säure den Behältern 5 und 6 über die Rohrleitungsanschlüsse 13 zugeführt wird. Nachdem das Band 1
den Sprühbehälter 22 durchlaufen hat, läuft es durch einen in der Zeichnung nicht mehr dargestellten weiteren
Sprühbehälter sowie durch ein Heißwasserbad und eine Trocknungseinrichtung, welche ebenfalls in
der Zeichnung nicht mehr dargestellt sind.
Claims (5)
1. Anlage zum kontinuierlichen Beizen eines in praktisch unendlicher Länge mittels je eines vor
und hinter der Anlage vorgesehenen Treibapparates vertikal durch die Anlage geführten Bandes
aus Metall, vorzugsweise aus Stahl, in mindestens einem mit Säure gefüllten Behälter, dadurch
gekennzeichnet, daß der Behälter eine frei nach unten durchhängende Schlinge des Bandes
aufnimmt und eine Meßvorrichtung vorgesehen ist, mittels derer das Hineinreichen der Schlinge
des Bandes in den Behälter feststellbar ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter in mindestens einer
horizontalen Ebene mit der Meßvorrichtung in
Form einer Fotozelle oder von Magnetstäben versehen ist.
3. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßvorrichtung mit den Antrieben
der Treibapparate zusammengeschaltet ist.
4. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Behälter hintereinander
angeordnet sind.
5. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälter in einer Grube angeordnet
sind.
In Betracht gezogene Druckschriften: Österreichische Patentschrift Nr. 202 831;
Willi Mochu »Oberflächenvorbehandlung Eisen- und Nichteisenmetallen«, 1954, S. 403.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409 588/424 4.64 © Bundesdruckerei Berlin
Priority Applications (3)
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