-
Schwimmdeckelabdichtung für Behälter zur Lagerung flüchtiger Flüssigkeiten
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schwimmdeckelabdichtung für Behälter zur Lagerung
flüchtiger flüssigkeiten in Form eines im Ringraum zwischen dem Schwimmdeckel und
dem Behältermantel angeordneten, aus einer gasundurchlässigen Umhüllung und einem
elastischen Füllkörper aus schaumförmigem Material bestehenden Dichtungsschlauches.
-
Es ist eine Schwimmdeckelabdichtung bekannt, bei der die Sicherstellung
des Abschlusses bei einem verhältnismäßig großen Randraum gegeben ist, wobei aber
die Beanspruchung bei einem kleinen Randraum unannehmbar hoch wird. Auch ist bei
der bekannten Anordnung der Abschluß nicht sichergestellt, wenn der Abschluß schmalen
Randräumen angepaßt ist, die sich dann im Betrieb stark vergrößern.
-
Die Erfindung bezweckt einen bei allen Betriebsbedingungen wirksamen
Abschluß, der sich automatisch einem weiteren Bereich verschieden großer Randräume
anpaßt, wie sie beispielsweise entstehen, wenn sich der Schwimmdeckel etwas aus
seiner Mittellage bewegt.
-
Das wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Füllkörper, aus
ebenen Platten geformt, mit seinen Kanten in einem solchen gegenseitigen Abstand
am Schwimmdeckel befestigt ist, daß er einen C-förmigen Querschnitt mit zum Schwimmdeckel
hin gerichteter Öffnung annimmt.
-
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Teil eines Schwimmdeckels mit einer Abdichtung
gemäß der Erfindung, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 2-2 in Fig. 1, Fig. 3 einen
Schnitt nach der Linie 3-3 in Fig. 2, wobei die Abdichtung in der Form dargestellt
ist, die sie bei der Bewegung des Schwimmdeckels nach oben annimmt, Fig. 4 einen
Schnitt wie Fig. 3, aus der die Form der Abdichtung hervorgeht, wie sie sich bei
der Bewegung des Schwimmdeckels nach unten ergibt, F i g. 5 eine Ausführungsart,
bei der der Abschluß gleichzeitig ein Wetterschutz ist, als zweites Ausführungsbeispiel
und F i g. 6 die Klemmvorrichtungen, mit denen die einzelnen Platten der Abdichtung
miteinander verbunden werden.
-
Für gleiche Teile sind in allen Figuren die gleichen Bezugszeichen
verwendet.
-
Gemäß den F i g. 1 bis 4 besteht der oberste Rand des Schwimmdeckels
aus einem Winkel 10, an dessen waagerechtem Flansch mittels Schrauben 11 Bügel 12
befestigt
sind, an denen die Abdichtung 13 aufgehängt ist. Die Abdichtung 13 liegt zwischen
der Wand 15 des Schwimmdeckels und dem Behältermantel 14. Die Abdichtung 13 besteht
im wesentlichen aus einer gasundurchlässigen nachgiebigen Umhüllung 17 und aus einem
nachgiebigen Füllkörper 16, beispielsweise Polyätherurethanschaum, die beide derart
eingeklemmt sind, daß sie, aus verhältnismäßig dünnen ebenen Platten geformt, ungefähr
die Form eines »C« mit zum Schwimmdeckel hin gerichteter Öffnung einnehmen. Wäre
die Tankwandung 14 nicht vorhanden, dann würde die Abdichtung 13 ungefähr eine kreisförmige
Form annehmen. Der Durchmesser dieses Kreises wäre aber größer als der Abstand zwischen
der Schwimmdeckelwand 15 und dem Behältermantel 14. Dadurch wird die äußerste Kante
der Abdichtung deformiert, und diese preßt sich fest gegen den Behältermantel an,
d. h., es ergibt sich ein gasdichter Abschluß. Unabhängig davon, in welcher Richtung
sich der Schwimmdeckel bewegt, d. h. ob nach oben oder nach unten, bleibt die Funktion
der Dichtung erhalten. Bewegt sich der Schwimmdeckel nach oben, dann nimmt die Abdichtungl3
die in Fig.3 gezeigte Form an, bewegt er sich nach unten, dann nimmt die Abdichtung
die in F i g. 4 gezeigte Form an. In beiden Lagen ist die Dichtheit durch eine ausreichende
Berührungsfläche sichergestellt.
-
Zur Befestigung der Abdichtung 13 an den Bügeln 12 dienen Klemmvorrichtungen,
die nachstehend im einzelnen beschrieben werden.
-
Die Ränder des aus Polyätherurethanschaum bestehenden Füllkörpers
16 werden zwischen zwei Klemmplatten 18, 21 bzw. 19, 22 eingeklemmt und durch Schrauben
23, 24 gehalten, die die Platten und das nachgiebige Material durchdringen. Wie
aus F i g. 1 ersichtlich ist, sind die Platten 18, 19, 21, 22 gekrümmt, und zwar
etwa wie der Radius des Schwimmdeckels. Die beiden Befestigungskanten des Füllkörpers
16 werden durch Abstandsstangen 26 auf einem bestimmten gegenseitigen Abstand gehalten,
wobei die Stangen 26 mit den Klemmvorrichtungen beispielsweise verschweißt sind.
Die untere Platte jeder Klemmvorrichtung ist breiter als die obere. d. h., die Platte
21 ist breiter als die Platte 18, und die Platte 19 ist breiter als die Platte 22.
Durch dieses Absetzen der oberen Klemmplatte nach innen entsteht ein Bund, der dem
Füllkörper eine Durchbiegungsrichtung nach oben verleiht. Dadurch wird einem Durchsacken
der Abdichtung vorgebeugt. Das letztere würde die Innigkeit des Kontaktes zwischen
der Dichtung und dem Behältermantel und damit die Wirksamkeit der Abdichtung verringern.
Um dieses Nachobenbiegen des Füllkörpers weiter zu unterstützen, ist vorzugsweise
innerhalb der oberen Platten 18, 21 zusätzlich ein Schaummaterialstück 27 vorgesehen,
und zwar unterhalb des eigentlichen Füllkörpers. Die gleiche Wirkung tritt ein,
wenn man das freie Ende des Füllkörpers zurückbiegt, so daß sich innerhalb der Klemmvorrichtung
eine doppelte Materiallage ergibt, oder indem man den Füllkörper bei seiner Herstellung
mit einer Verdickung versieht.
-
Der Füllkörper erstreckt sich also nach innen durch die Klemmvorrichtungen.
Auf diese Weise ergibt sich ein weicher nachgiebiger Abschluß gegenüber der Schwimmdeckelwand
15, so daß an dieser Stelle keine Gase entweichen können. Der Füllkörper 16 ist
eingeschlossen in einer dünnen nachgiebigen Umhüllung 17, die aus Polyätherurethan
oder aus einem plastischen Film bestehen kann oder aus einem Stoff, der mit einem
natürlichen oder synthetischen Elastomer belegt ist, wie beispielsweise Polyvinylchlorid
oder Buna N usw. Welches Material hierfür verwendet wird, ist nicht wichtig, es
muß nur dicht, nachgiebig und gasundurchlässig sein sowie auch unempfindlich gegenüber
den vorkommenden Gasen.
-
Die Schutzumhüllung 17 wird in der Weise befestigt, daß zuerst die
eine ihrer Kanten unter die Platte 18 gelegt wird und daß dann die Umhüllung um
den Füllkörper und die untere Klemmvorrichtung herumgelegt und die andere Kante
unter die Platte 18 eingelegt wird, bevor die Schrauben 23 angezogen werden.
-
Nutzt sich irgendeine Stelle der Schutzumhüllung ab, dann wird die
Dichtwirkung davon nicht betroffen. Wenn aber bei einem mit Flüssigkeit oder Druckgas
gefüllten Dichtungsschlauch ein Loch entsteht, dann hat das einen Verlust an Flüssigkeit
bzw.
-
Gas zur Folge, und die Abdichtung wird unwirksam.
-
Ein örtliches Loch in der erfindungsgemäßen Schutzumhüllung hat praktisch
keinen Einfluß auf die Dichtwirkung. Die Abdichtung gemäß der Erfindung ist also
über lange Zeit wirksam und braucht nicht so häufig inspiziert zu werden, wie dies
bei den durch Flüssigkeit gefüllten Abdichtungen der Fall ist.
-
Das schaumförmige Material für den Füllkörper 16 wird gewöhniich
angeliefert in Form von Platten, beispielsweise 1800 mm lang, 900 mm breit und
38
mm dick. Das Polyätherurethanmaterial hat eine Dichte von etwa 20 bis 40 kg/m3.
Diese Platten des schaumförmigen Materials werden miteinander verbunden, ohne daß
notwendigerweise die aneinanderstoßenden Enden miteinander verbunden werden, wobei
man an den Stoßstellen eine längere Schaum platte verwenden muß als die Bolzenlänge
zwischen den einzelnen Platten.
-
Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, sind die einzelnen Klemmplatten 18,
19, 21, 22 mittels Winkel untereinander verbunden und bilden so zusammenhängende
Klemmringe. Unten sind zwei gegenüberliegende Winkel 28, 29 beispielsweise durch
Schweißung an den benachbarten Platten 22 befestigt und werden durch Schrauben 31
angezogen.
-
Oben ist eine ähnliche Konstruktion vorgesehen, die aus Winkeln 32,33,
36 und 37 besteht sowie aus Schrauben 34 und 38. Beim Zusammenbau der Ab dichtung
werden zunächst nur die Verbindungen zwischen den Platten 21 und 22 hergestellt,
und zwar um den ganzen Umfang des Behälters herum, und diese Verbindungen werden
so eingestellt, daß die ganze Abdichtung am Schwimmdeckel anliegt und in den Ringraum
zwischen dem Behältermantel und dem Schwimmdeckel herabgelassen werden kann. In
dieser Lage wird die Abdichtung dann durch die Bügel 12 gehalten. Dann werden die
Winkel 36, 37 befestigt und durch die Schrauben 38 angezogen, so daß sich die Platten
18 und 21 sowie das eingeklemmte Schaummaterial fest gegen die Schwimmdeckelwandl5
anlegen und an dieser Stelle einen Abschluß gegen das Entweichen von Gasen bewirken.
-
Die Abdichtung gemäß der Erfindung kann über der gelagerten Flüssigkeit
etwas unterhalb der Schwimmdeckelkante liegen, wie aus F i g. 3 und 4 ersichtlich
ist. Eine solche Anordnung erfordert noch eine übliche Regenwasserableitung über
dem Ringraum zwischen dem Behältermantel und dem Schwimmdeckel.
-
Man kann aber auch die erfindungsgemäße Ab dichtung gleichzeitig
als Wetterschutz benutzen, wie in Fig.5 gezeigt ist. Zu diesem Zweck wird die obere
Kante des Füllkörpers 16 am Rand 10 des Schwimmers befestigt, so daß die nach oben
gerichtete Schleife des Füllkörpers das Regenwasser zur Mitte des Schwimmdeckels
hin ablenkt, wo es gesammelt und abgeführt wird. Die Abdichtung nach F i g. 5 entspricht
im einzelnen der nach F i g. 3, mit der Ausnahme, daß die Bügel 12 fehlen.
-
Die Abdichtung gemäß der Erfindung ist billig herzustellen und erfordert
ein Minimum an Überwachung. Die Benutzung einer ebenen nachgiebigen Platte, die
sich deformiert und, wie beschrieben, festgeklemmt wird, ergibt eine nachgiebige
Abdichtung und eine Selbstzentrierung des Schwimmdeckels, wobei die Abdichtung sich
einem Ringraum von 75 bis 325 mm anpassen kann. Eine solche Anpaßbarkeit ist mit
anderen Konstruktionen nicht erreichbar, weil dann unerwünscht hohe Beanspruchungen
entstehen.