[go: up one dir, main page]

DE1163265B - Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren - Google Patents

Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren

Info

Publication number
DE1163265B
DE1163265B DES71911A DES0071911A DE1163265B DE 1163265 B DE1163265 B DE 1163265B DE S71911 A DES71911 A DE S71911A DE S0071911 A DES0071911 A DE S0071911A DE 1163265 B DE1163265 B DE 1163265B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
collector
solution
ions
ion
foam
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DES71911A
Other languages
English (en)
Inventor
Felix Sebba
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Individual
Original Assignee
Individual
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Individual filed Critical Individual
Publication of DE1163265B publication Critical patent/DE1163265B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03DFLOTATION; DIFFERENTIAL SEDIMENTATION
    • B03D1/00Flotation
    • B03D1/001Flotation agents
    • B03D1/004Organic compounds
    • B03D1/008Organic compounds containing oxygen
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B03SEPARATION OF SOLID MATERIALS USING LIQUIDS OR USING PNEUMATIC TABLES OR JIGS; MAGNETIC OR ELECTROSTATIC SEPARATION OF SOLID MATERIALS FROM SOLID MATERIALS OR FLUIDS; SEPARATION BY HIGH-VOLTAGE ELECTRIC FIELDS
    • B03DFLOTATION; DIFFERENTIAL SEDIMENTATION
    • B03D2201/00Specified effects produced by the flotation agents
    • B03D2201/02Collectors

Landscapes

  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)
  • Treating Waste Gases (AREA)
  • Physical Water Treatments (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren Die Erfindung betrifft die Wiedergewinnung von Ionen aus Lösungen, insbesondere die Wiedergewinnung von nichtproteinhaltigen organischen Ionen aus Lösungen, indem man die Ionen mit einem ionischen organischen Reagens zur Bildung eines unlöslichen Reaktionsproduktes in Berührung bringt und das unlösliche Reaktionsprodukt von der Lösung abtrennt.
  • Erfindungsgemäß werden Ionen aus Lösungen bei vollständiger Abwesenheit von ungelösten Teilchen, zum Unterschied von Ionen, wie sie durch die üblichen Flotationsverfahren gewonnen werden, wiedergewonnen sowie auch Ionen aus Teilchentrennwässern, in denen die Menge an festen Teilchen so weit vermindert ist, daß die Menge an unlöslichem Reaktionsprodukt, welche aus der Umsetzung von organischen Ionen mit dem Sammler hervorgeht, mindestens 51/o, vorzugsweise mindestens 1.514, des wiedergewonnenen Produktes beträgt. Obwohl die Abwesenheit von ungelösten organischen Teilchen vorgezogen wird, ist deren Anwesenheit nicht schädlich.
  • Grundsätzlich besteht das Verfahren darin, daß gleichzeitig organische Kationen oder Anionen in Lösung, falls anwesend, zusammen mit organischen Teilchen, mit Gasblasen und mit anionischen und kationischen Reagenzien, d. h. mit Sammlern unter Bildung unlöslicher Produkte, in Berührung gebracht werden, welche durch aufsteigende Blasen zur Lösungsmitteloberfläche gebracht werden und von dort als Schaum oder Abstrich entfernt werden.
  • Ionen, welche nach dem Verfahren gemäß der Erfindung gewonnen werden können, sind organische, nichtproteinhaltige Ionen, welche ohne schädliche Wirkung auf das zu gewinnende Ion gesammelt werden können, d. h., das ursprüngliche Material kann wiedergewonnen oder leicht regeneriert werden, sobald das Sammlerion von dem zu gewinnenden Ion einmal abgetrennt ist. Diese Ionen werden aus nichtproteinhaltigen organischen Verbindungen gebildet, welche ionisierbare Substituenten enthalten, wie Hyd'roxyl-, Carboxyl-, Sulfonyl-, Sulfonium-, Arsonium-, Oxonium, Phosphonium-, quaternäre Stickstoff-, Amino-, Mercapto-, Arsono-, Nitro-, Hydrazin-, Hydrazid-, Carbazid-, Pyridyl-, Piperidyl-, Phosphonyl- und Oximreste.
  • Die beim Verfahren nach der Erfindung verwendeten Sammler sind, allgemein ausgedrückt, die ionischen oberflächenaktiven Sammler, wie sie bei der Erzflotation verwendet werden. Diese Sammler müssen mindestens ein hydrophües und mindestens ein aerophiles Aktivitätszentrum (gasanziehend) besitzen. Sie müssen außerdem eine elektrische Ladung, welche entgegengesetzt zu derjenigen des zu sammelnden Ions ist, aufweisen.
  • Ein oberflächenaktiver, anionischer Sammler, d. h. ein Sammler, welcher in wäßriger Lösung ein oberflächenaktives Ion mit einer negativen Ladung ergibt, z. B. eine Laurinsäureseife, wird zur Entfernung löslicher Kationen aus der Lösung verwendet. Umgekehrt wird ein oberflächenaktiver, kationischer Sammler, d. h. ein Sammler, der in wäßriger Lösung ein oberflächenaktives Ion mit positiver Ladung ergibt, z. B. Lauryl-pyridiniumchlorid, zur Entfernung von Anionen aus der Lösung verwendet.
  • Kationische Sammler, die erfindungsgemäß verwendet werden, sind zumeist Verbindungen mit einem Aminostickstoff. Diese Verbindungen sind Alkyl-, Aryl- und Arylalkylamine, sowie die entsprechenden Amino- und quaternären Halogensalze. Als Arylamine kommen Picoline, Pyridine, Chinoline bzw. ihre Homologen und niedere alkylsubstituierte Analoga zur Verwendung.
  • In dem mehrfach verwendeten Ausdruck »unlösliche Reaktionsprodukte« oder ähnlichen Ausdrücken soll »unlöslich« nicht heißen, daß die »Löslichkeit« ein Gleichgewicht zwischen den Ionen in Lösung und einem festen ionischen Kristall darstellt, sondern es soll vielmehr bedeuten, daß das Reaktionsprodukt aus entgegengesetzt geladenen Ionen zusammengesetzt ist, welche nicht unabhängig sind, da sie etwas an Entropie verloren haben. Demzufolge erstreckt sich dieser Ausdruck auf Produkte, die an der Grenzfläche zwischen Lösungsmittel und Gasblase adsorbiert sind, d. h. die einheitlichen Produktmoleküle sind nicht mehr wahllos (gleichmäßig) in der Lösung verteilt, sondern sind zum größeren Anteil an der Grenzfläche Lösungsmittel-Gasblase lokalisiert. Die Produkte an der Grenzfläche können als Kristalle aufgefaßt werden, die nur ein Molekül des Produktes enthalten. Da diese Kristalle in dem abgezogenen Schaum enger zusammengedrängt werden, bilden sie eine Schaummasse, welche weit unlöslicher ist als größere Kristalle.
  • Die Unlöslichkeit der Reaktionsprodukte, wobei »Unlöslichkeit« in dem dargelegten Sinne definiert ist, bestimmt in gewissem Ausmaß die Wirksamkeit des Verfahrens. Ein sehr hoher Prozentsatz des gesamten Innengehalts kann rasch aus der Lösung entfernt werden, wenn das Reaktionsprodukt sehr unlöslich ist, d. h. weit rascher einen Schaum als weniger unlösliche Produkte bildet, während stärker lösliche Reaktionsprodukte nur in dem Ausmaß entfernt werden können, wie sie in dem Schaum adsorbiert und entfernt werden.
  • Die Sammelgeschwindigkeit der Ionen in der Lösung kann häufig visuell bestimmt werden, da die Zonenlösungen oft die Farbe ändern, wenn die Ionen entfernt werden. So werden Lösungen, die gefärbte Indikatorionen enthalten, wie rote Phenolphthaleinionen in basischer Lösung, rote Methylorangeionen in saurer Lösung und gelbe Ionen in basischer Lösung, fortschreitend heller und schließlich wasserhell, wenn die Ionen entfernt sind.
  • Das Innenlösungsmittel oder Lösungsmittelsystem muß das zu konzentrierende Ion und das Sammlerion lösen und muß so weit polar sein, daß das zu sammelnde organische Material und die Sammler ausreichend für das zu sammelnde Ion ionisiert werden, um mit dem Sammlerion von entgegengesetzter Ladung in Reaktion zu treten, wobei sich ein Reaktionsprodukt bildet, welches in dem Lösungsmittel und Blasenmedium unlöslich ist. Für das vorliegende Verfahren brauchbare Lösungsmittel sind Wasser, wasserfreies, flüssiges Ammoniak, wasserfreie niedere Alkylamine, niedere Nitroalkane, wasserfreie niedere aliphatische Alkohole und Säuren, niedere flüssige Alkylchloride, wie Methylenchlorid, und wasserfreie niedere aliphatische Ketone und Äther und deren Gemische. Bevorzugt wird die Verwendung von Wasser als Lösungsmittel.
  • Die Konzentration des Sammlers im Lösungsmittel ist eine der zahlreichen Variablen, die die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens bestimmen. Im allgemeinen weisen die Sammler seifenähnliche Eigenschaften auf und haben die Neigung, Micellen in der Lösung zu bilden, wenn ihre Konzentration bis zu einem Punkt gesteigert wird, der als die kritische Micellenkonzentration bezeichnet wird. Wenn Micellen in der Lösung in irgendeinem großen Ausmaß vorhanden sind, bildet sich eine kolloidale Lösung oder ein So], welche das zu entfernende Ion in der Lösung halten. In derartigen Fällen ist es nicht möglich, mit den aufsteigenden Blasen einen großen Teil der Metallionen zu sammeln, so daß die Wirksamkeit des vorliegenden Verfahrens beträchtlich vermindert wird.
  • Es wird angenommen, daß die kritische Micellenkonzentration von einigen Variablen abhängig ist, z. B. vom pfi-Wert der Lösung, von der Temperatur der Lösung, die unterhalb des Schmelzpunktes des Reaktionsproduktes liegen soll, der Zonenstärke der Lösung und dem Alter der Sammlerlösung. Im allgemeinen liegt die kritische Micellenkonzentration der Sammler im Bereich von etwa 0,1 bis etwa 0,001 Mol in wäßriger Lösung. Zum Beispiel beträgt die kritische Micellenkonzentration von Kaliumlaurat in Wasser etwa 0,02 Mol, während die kritische Micellenkonzentration von Kaliummyristat in Wasser 0,006 Mol beträgt. In Gramm umgerechnet würde bei einer Konzentration von 1,5 g je Liter Kaliummyristat oder etwa 0,019 g je Liter Natriumcetylsulfat in Wasser die kritische Micellenkonzentration erreicht werden.
  • Wenn überschüssiger Sammler im Lösungsmittel gelöst ist und Micellen bildet, so daß die Innengewinnung stark beschränkt bzw. unmöglich ist, können bisweilen durch eine sehr hohe Verdünnung der Lösung mit zusätzlichem Lösungsmittel die Micellen langsam zerstört werden, so daß anschließend die Flotation stattfinden kann.
  • Die Wirksamkeit des vorliegenden Verfahrens wird ebenfalls durch das Alter und die Vorgeschichte des Sammlers beeinflußt. In gewissem Ausmaß kann diese Schwierigkeit durch Ansetzen von frischen Lösungen von Sammlerionen in polaren Trägerstoffen, z. B. Äthanol und Propanol, behoben werden, in welchen der Sammler eine hohe kritische Micellenkonzentration besitzt, und durch Zuleiten der Sammlerlösung in das Lösungsmittel, aus welchem das Ion entfernt werden soll. Die Wirksamkeit wird weiterhin verbessert, wenn eine Sammlerlösung in einem nicht polaren Lösungsmittel, wie Petroläther, Äthylessigester oder Leuchtöl, hergestellt wird, das Lösungsmittel entfernt wird, der Sammler in einem polaren Lösungsmittel gelöst und die erhaltene Lösung unmittelbar der Lösung, aus welcher die Ionen zu sammeln sind, zugeführt wird.
  • Der Sammler kann auch in die innenhaltige Lösung in der Dampfphase zugeführt werden. So kann Laurylamin in dem Dampf eingebracht werden und der Dampf in die Lösung eingespritzt werden. Andererseits kann der Sammler in einem inerten Gas mitgeführt werden, das dann auch als Blasenmedium dient.
  • Ein fester Sammler mit einem Hauptanteil eines einmolekularen Sammlers kann durch Gefriertrocknung von Schäumen zur Entfernung des Wassers aus den Schäumen, Zermahlen des Schaumes und durch Zusammenballen des gemahlenen Schaumes zur Bildung einer festen Sammlermasse der gewünschten Form gebildet werden.
  • Wie erwähnt, werden verdünnte Lösungen eines Sammlers in einem polaren Lösungsmittel, der, falls ionisiert, eine entgegengesetzte Ladung zu der Ladung des zu sammelnden Metallions besitzt, zu einer Lösung von organischen zu sammelnden Ionen mit einer solchen Geschwindigkeit zugegeben, daß im wesentlichen keine Micellenbildung auftritt, und mit einer solchen Geschwindigkeit, daß im wesentlichen sämtliche Micellen in der zugegebenen Seifenlösung aufgebrochen werden. Wenn der Sammler zu der Lösung zugegeben ist, werden Blasen durch die Mischung geleitet, um die adsorbierten Moleküle des Reaktionsproduktes an die Oberfläche des Lösungsmittels zu bringen, wo sie gesammelt oder durch gebräuchliche Verfahren entfernt werden können.
  • Die Geschwindigkeit der Sammlerzugabe wird unter anderem durch die Konzentration des zu sammelnden Ions und die kritische Micellenkonzentration bestimmt. Wo die Konzentration des zu sammelnden Ions niedrig ist, können mehrere äquivalente Anteile Sammler zu der Lösung zugegeben werden, um eine rasche Konzentrierung des zu entfernenden Ions zu erreichen, ohne daß die kritische Micellenkonzentration des Sammlers überschritten wird.
  • Die verwendete Sammlermenge hängt z. B. von der Anzahl reaktionsfähiger Reste an .den Sammlermolekülen, der Wertigkeit des zu sammelnden Ions und des p11-Wertes der Lösung ab.
  • Der zur Sammlung einer gegebenen Ionenmenge erforderliche Mengenbereich an Sammlern ist relativ breit. Bevorzugt wird die Verwendung einer Sammlermenge im Bereich von etwa 0,001 bis 10 Äquivalenten Sammler je Äquivalent Ion. Ein bevorzugter Bereich beträgt 0,1 bis 10 Äquivalente Sammler je Äquivalent Ion. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von stöchiometrisch äquivalenten Mengen Sammler je Äquivalent zu sammelndem Ion.
  • Die entstehenden Reaktionsprodukte werden aus der Lösung durch Flotation entfernt, d. h., sie werden aus der Lösung mittels praktisch nicht reaktionsfähigen Gasblasen entfernt. Brauchbare Gase bestehen aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen, z. B. Methan, Äthan oder Butan, aus gasförmigen halogenierten Kohlenwasserstoffen, wie Freonen, oder aus Gasen, wie Luft, Kohlendioxyd, Stickstoff oder Argon. Bevorzugt wird die Verwendung von Luft zur Entfernung von unlöslichen Reaktionsprodukten aus den bei den Ionengewinnungsverfahren verwendeten Lösungsmitteln nach vorliegender Erfindung.
  • In polaren Lösungen konzentrieren sich die Sammlerionen offensichtlich an der Grenzfläche zwischen Lösungsmittel und dem Blaseninneren. Aus diesem Grund wird bevorzugt, eine möglichst geringe Blasengröße zu verwenden und einen möglichst langen Blasenweg bis zur Oberfläche zu wählen, um die größtmögliche Menge lonensammlung sicherzustellen. In kleinen Reaktionsgefäßen kann man die Geschwindigkeit des Blasenaufstiegs senken und dabei die Sammlungswirksamkeit steigern, indem man dem Lösungsmittel eine Gegenstrombewegung erteilt.
  • Das Volumen der Blasenflüssigkeit ist nicht kritisch und variiert im weiten Umfang mit der Form des Lösungsmittelbehälters, dem Lösungsmittel und dem durchschnittlichen Einzelblasendurchmesser. Jedoch soll darauf geachtet werden, daß das Volumen der Blasenflüssigkeit oder die Größe der Blasen nicht derart sind, daß sie die Oberfläche des Lösungsmittels in nachteiliger Weise stören. Wie bereits festgestellt, besitzen die Sammlerionen die Tendenz, sich an der Grenzfläche Lösungsmittel-Blase zu sammeln und mit den Blasen an die Oberfläche zu steigen. Wenn die Blasen von der Oberfläche durch nachfolgende Blasen gehoben werden, ergibt sich ein Schaum, in welchem die unlöslichen Reaktionsprodukte sich leicht zusammenballen. Dieser Schaum kann leicht entfernt werden. Jedoch, wenn die Blasen in irgendeinem größeren Ausmaß durch Turbulenz aufgebrochen wurden, liegt eine relativ hohe Sammlerkonzentration nahe der Oberfläche des Wassers in den Fällen vor, bei denen ein überschuß an Sammler angewandt wird. Dies kann Anlaß sein, daß die zusammengeballten Sammlermoleküle kolloidale Lösungen bilden, was ihre Gewinnung hindert. Ebenso ist wichtig, eine unzulässige Turbulenz an der Oberfläche der Lösung zu vermeiden, da sich die bildenden Schäume leicht zersetzen. Wenn sich der Schaum jedoch einmal gebildet hat, ist er relativ stabil.
  • Die Geschwindigkeit des Blasenstroms kann geregelt werden durch Verminderung des gesamten Blasenvolumens in der Masse, indem die Undurchsichtigkeit des polaren Lösungsmittels an der Oberfläche des Lösungsmittels zunimmt. Wenn nahe der Oberfläche des polaren Lösungsmittels keine Trübung auftritt, bilden sich keine kolloidalen Lösungen, und es kann die Strömungsgeschwindigkeit der Blasenflüssigkeit bis zu einem Punkt nahe unterhalb des Volumens, bei welchem eine Tendenz besteht, trübe Kolloide nahe der Oberfläche der Flüssigkeit zu bilden, gesteigert werden. Die Bildung von trüben kolloidalen Lösungen erniedrigt die Wirksamkeit des vorliegenden Verfahrens und ist zu vermeiden. Es ist vorzuziehen, die Oberfläche der Flüssigkeit in einem ruhigen Zustand zu belassen, d. h. in einem Zustand von verminderter Turbulenz, bei dem die aufsteigenden Blasen praktisch vollständig erhalten bleiben, wenn sie die Oberfläche der Flüssigkeit durchbrechen, und zwar in dem Ausmaß, daß keine großen Mengen kolloidaler Lösung gebildet werden. Die Blasenströmungsgeschwindigkeit oder das Gesamtvolumen der Blasenflüssigkeit kann, wie bereits bemerkt, durch visuelle oder mechanische Bestimmungen der Trübung der Lösungen geregelt werden.
  • Nach der Konzentrierung an der Oberfläche und der Entfernung können die unlöslichen Reaktionsprodukte auf verschiedene Weise weiterverarbeitet werden.
  • Das gewonnene Ion kann aus dem Schaum nach beliebigen gebräuchlichen Verfahren gewonnen werden, z. B. durch Hydrolysierung des unlöslichen Reaktionsproduktes in einem Lösungsmittel und Ausfällen und Filtration oder durch Lösungsmittelextraktion der Sammler oder des gesammelten Materials aus der Lösung. Bevorzugt wird, den Sammler in einem Lösungsmittel zu gewinnen, in welchem die kritische Micellenkonzentration hoch ist, z. B. in einem Erdölkohlenwasserstoff oder in absoluten niedrigen aliphatischen Alkoholen. Im letzteren Falle kann das Sammlerion leicht ohne weitere Behandlung für weitere Sammlungen verwendet werden. Wenn das gesammelte Ion durch Ausfällung oder durch Gegenstromextraktion entfernt wird und der Sammler in wäßriger Lösung oder in einer anderen Lösung zurückbleibt, in der die kritische Micellenkonzentration niedrig ist, muß der Sammler in die erforderliche monomolekulare Form übergeführt werden.
  • Die geringe restliche Löslichkeit der unlöslichen Reaktionsprodukte hängt von der Verzweigung und Kettenlänge der hydrophoben (aerophilen) Kette des Sammlers und des zu entfernenden Ions ab. Diese Tatsache kann ausgenutzt werden, um ein Ion durch Flotation abzutrennen, während ein anderes Ion in Lösung verbleibt.
  • Wenn das zu sammelnde Ion nur als Kation vorliegt, wird die Lage dadurch kompliziert, daß der Sammler anionisch sein muß und daß derartige Sammler meistens Salze von schwachen Säuren sind und deshalb die Tendenz besitzen, in saurer Lösung zu unlöslichen Fettsäuren zu hydrolysieren, jedoch können die Fettsäuren durch Zugabe elektronegativer Substanzen, wie Chlor oder S03H, zu dem langkettigen Kohlenwasserstoff in stärkere Säuren übergeführt werden. Im allgemeinen sind die langkettigen Alkylsulfonate ausreichend starke Säuren, um in verdünnten sauren Lösungen verwendet werden zu können, jedoch müssen sie bei pH-Werten verwendet werden, bei denen Fettsäuren unlöslich sind. ' Wenn die unlöslichen Reaktionsprodukte, die als Schaum gewonnen werden, etwa die gleiche Farbe besitzen, kann bisweilen eine geringe Menge eines organischen Farbstoffes als »Anzeiger« verwendet werden, falls der Farbstoff Eigenschaften besitzt, die es ermöglichen, ihn nach der Sammlung eines Ions zu sammeln, ehe das zweite Ion gesammelt wird. Bei einem derartigen Verfahren würde der erste Schaum sich von dem Anzeigerdünnschaum oder -dickschaum mit einer unterschiedlichen Farbe absondern, welcher Dickschaum dann von dem dünnen oder dicken Schaum des später gesammelten Materials abgetrennt werden würde. Beispiel 1 Die Flotationsapparatur bestand aus einem Trichter mit einer Bodenplatte aus gesintertem Glas mit einem Durchmesser von 8,4 cm. Der Trichter war mit einem als überlauftrog geformten Gummiring versehen, um die Sammlung des den Abstrich tragenden Schaums zu erleichtern. Vorteilhaft wurde Luft durch den Boden der Nutsche mit einer ausreichenden, aber eine übermäßige Turbulenz an der Oberfläche der Lösung verhindernden Geschwindigkeit geleitet, um eine gut verteilte Blasensäule zu erzielen. Der Farbstoff Congorot wurde in 450 ccm destilliertem Wasser aufgelöst. Die Lösung wurde auf einen gewünschten pH-Wert eingestellt, bevor der Farbstoff in die Flotationsapparatur eingeführt wurde. Es wurde eine bestimmte Menge Laurylpyridiniumchlorid in absolutem Alkohol bis zum Kochen erhitzt, 1 Minute lang aufgekocht und dann der Lösung in der Zelle zugefügt. Die Mischung wurde leicht gerührt, um eine günstige Verteilung des Laurylpyridiniumchlorids sicherzustellen, und es wurde Luft in die Flotationszelle eingeleitet. Die Sammelzeit sowie die Schaummenge variierten mit der Änderung des pH-Wertes. Die nachstehende Tabelle zeigt die Anfangs- und End-pH-Werte der wäßrigen Lösung, die Menge des verwendeten Sammlers und die Farbe der Lösungen, Schäume und Abstriche.
    Anfangs-pH-Wert Sammlermenge Sammelzeit End-pH-Wert
    (g)
    (Minuten)
    6,0 0,012 2 6,0 leicht blasiger Schaum, etwas roter Abstrich,
    Zelle leicht rot gefärbt
    3,0 (HCl) 0,012 2 3,1 kein Schaum, schwarzer Abstrich, Zelle rot
    3,9 (HCl) 0,012 3 3,8 leichter Schaum, roter Abstrich, Zelle klar
    Beispiel 2 Unter Verwendung von Apparatur und Verfahren nach Beispiel 1 wurde Phenolphthalein aus Lösung bei Bedingungen, wie sie in der nachstehenden Tabelle verzeichnet sind, wiedergewonnen.
    Anfangs-pH-Wert Sammlermenge Sammelzeit End-pH-Wert
    (g) (Minuten)
    9,7 (NaOH) 0,012 1 - kein Abstrich, voluminöser Schaum, Zelle
    dunkelrot
    8,5 (NaOH) 0,020 1 bis 1/z 6,7 weißer Abstrich, wenig Schaum, Zelle klar, ob-
    gleich zusätzliches NaOH die rote Farbe
    wieder erzeugt
    Beispiel 3
    Anfangs pH-Wert Sammlermenge Sammelzeit End -Wert
    I (g)
    (Minuten)
    5,4 0,016 4 5,5 Anfangsschaumbett brach nach 2 Minuten unter
    Bildung eines gelben Abstrichs zusammen,
    Zelle leicht golden gefärbt
    3,4 (HCl) 0,016 4 3,5 schwerer Schaum mit wenig gelbem Abstrich,
    Zelle etwas heller gefärbt
    8,6 (NH40H) 0,016 4 7,9 schwerer Schaum brach nach 2 Minuten mit
    gelbem Abstrich zusammen, Zelle leicht gold-
    gelb gefärbt
    5,5 0,016 4 5,7 gleich wie vorstehend
    5,8 0;02 4 5,8 schwerer Schaum brach nach 2 Minuten mit
    gelbem Abstrich zusammen, Zelle klar
    5,8 0,016 2 5,7 300 ml Lösung, Zelle goldgelb, Schaum brach
    schnell mit gelbem Abstrich zusammen, dei
    gesammelt wurde
    Beispiel 4 Unter Verwendung von Apparatur und Verfahren nach Beispiel 1 wurde Methylviolett aus einer Lösung gesammelt, wobei als Sammler a-Sulfolaurinsäure unter folgenden Bedingungen verwendet wurde:
    Aas Sammlermenge Sammelzeit End_
    fan s -Wert -Wert
    (g)
    (Minuten)
    3,2 (HCl) 0;012 4 3,3 dunkler metallischer Abstrich, an der Zelle haf-
    tend, Zelle schwach purpurfarbig
    5,5 0,016 4 4,2 wie vorstehend
    3,3 (HCl) 0,016 4 3,5 dunkler metallischer Abstrich an der Zelle haf-
    tend, Zelle klar
    8,5 0,016 4 6,4 dunkler metallischer Abstrich, schwierig zu
    sammeln, Zelle purpurfarbig
    Beispiel 5 Eine Menge von 0,1 g Picrinsäure wurde in 400 ccm destilliertem Wasser gelöst, und der prWert wurde mit Ammoniak auf 8 eingestellt. Ein alkylquaternäres Ammoniumchlorid, welches 90% Dodecyl als Alkylsubstituenten enthält, wurde verwendet, um Picrinsäure aus der Lösung als hellgelben Abstrich über einen Zeitraum von 5 Minuten zu entfernen. Der Abstrich wurde in Alkohol gelöst. Bei Zugabe von Kahumhydroxyd wurde ein tiefgelber kristalliner Niederschlag von Kaliumpicrat erhalten. Beispiel 6 Saures Lederbraun EGB wurde in Wasser gelöst, und der pH-Wert auf 8 eingestellt. Ein alkylquaternäres Ammoniumchlorid, welches 90% Dodecyl als Alkylsubstituenten enthält, wurde zu der Lösung als Sammler gegeben und der Farbstoff in dem Schaum gesammelt, während Kohlendioxyd durch die Lösung geblasen wurde.

Claims (6)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Rückgewinnung von organischen Ionen aus Flotationsreagenzien aus Lösungen bei praktischer Abwesenheit von durch Flotation gewinnbaren Teilchen, d a d u r c h g e -k e n n z e i c h n e t, daß die in Lösung vorhandenen organischen Ionen mit einem Sammler mit Ionen von entgegengesetzter elektrischer Ladung in Berührung gebracht werden unter Bildung unlöslicher Reaktionsprodukte und diese durch abermalige Flotation konzentriert werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus polaren Lösungen die organischen Ionen mit Sammlern mit freien Valenzen umgesetzt werden und das gebildete unlösliche Reaktionsprodukt mit Gasen aufgeschwommen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Sammlerkonzentrationen unterhalb der kritischen Micellenkonzentration in wäßriger Lösung arbeitet und das gebildete unlösliche Reaktionsprodukt mit Luft aufgeschwommen wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Sammlerion ein Triglycerid von pflanzlicher oder tierischer Herkunft verwendet wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als tierisches Triglycerid ein Triglycerid von Meerestieren mit etwa 8 bis etwa 22 Kohlenstoffatomen in mindestens einem aerophilen Anteil des Sammlermoleküls verwendet wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man beim Aufschwimmenlassen der unlöslichen Reaktionsprodukte die Gasgeschwindigkeit so beschränkt, daß die Oberfläche der Flüssigkeit in Ruhe verbleibt.
DES71911A 1959-12-29 1960-12-29 Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren Pending DE1163265B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US862482A US3239461A (en) 1959-12-29 1959-12-29 Ion flotation method

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1163265B true DE1163265B (de) 1964-02-20

Family

ID=25338603

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DES71911A Pending DE1163265B (de) 1959-12-29 1960-12-29 Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren

Country Status (5)

Country Link
US (1) US3239461A (de)
BE (1) BE598620A (de)
DE (1) DE1163265B (de)
FR (1) FR1278306A (de)
GB (1) GB932067A (de)

Families Citing this family (7)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4198294A (en) * 1975-06-16 1980-04-15 The Redux Corporation, Inc. Water purification system
US4417985A (en) * 1981-11-06 1983-11-29 James Keane Treatment of waters with broad spectrum contaminants
US6159379A (en) * 1999-05-04 2000-12-12 Baker Hughes Incorporated Organic ammonium salts for the removal of water soluble organics in produced water
CN108704767B (zh) * 2018-05-22 2020-05-05 中南大学 一种组合抑制剂及其在分离含钼和其它金属硫化矿中的应用
CN114057614B (zh) * 2021-11-05 2023-05-23 广东省科学院资源利用与稀土开发研究所 一种羟肟酸磺酸化合物及其制备方法和应用
CN114100864B (zh) * 2021-11-24 2022-12-06 中南大学 一种黄铜矿-铁硫化矿物浮选分离的药剂和方法
CN114453142B (zh) * 2022-01-14 2023-11-24 张志� 一种硫化铅锌矿物浮选碳抑制剂及工艺

Family Cites Families (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US1483270A (en) * 1917-01-24 1924-02-12 Frank E Barrows Combined sulphidation and flotation of ores, etc.
US1619036A (en) * 1920-09-28 1927-03-01 Ravnestad Andreas Johan Clarifying and purifying liquids and waste waters
US2921678A (en) * 1957-02-19 1960-01-19 Columbia Southern Chem Corp Novel flotation process
US2953569A (en) * 1958-02-27 1960-09-20 Kennecott Copper Corp Process for reclaiming oxine flotation reagent from products of flotation

Also Published As

Publication number Publication date
BE598620A (fr) 1961-04-14
GB932067A (en) 1963-07-24
FR1278306A (fr) 1961-12-08
US3239461A (en) 1966-03-08

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1175622B (de) Verfahren zur Gewinnung von Metallen aus Loesungen durch Flotation
DE2511347A1 (de) Verfahren zum trennen eines gemisches von kunststoffen
DE1163265B (de) Verfahren zur Ionenwiedergewinnung durch Flotationsverfahren
EP0186836A2 (de) Verfahren zur Aufkonzentrierung wässriger Lösungen von organischen Verbindungen, die Salze enthalten, unter gleichzeitiger Verringerung des Salzgehaltes
DE2145936A1 (de) Verfahren zum Isolieren von Protein aus Fischen oder Fischprodukten
EP0004953A2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur selektiven Trennung des Urans von seinen Begleitmetallen und zu seiner Gewinnung
DE2504512A1 (de) Verfahren zur gewinnung eines proteinkonzentrates mit niedrigem nucleinsaeuregehalt aus einer mikrobenzellmasse
DE1517518A1 (de) Verfahren zur Behandlung von Loesungen
DE1166113B (de) Flotationsverfahren fuer anorganische Ionen
DE2651759A1 (de) Verfahren zur entfernung von ionen aus loesungen
US2878100A (en) Formation of uranium precipitates
DE2526596A1 (de) Methode zur behandlung von fluessigkeiten enthaltenden blutsubstanzen
DE1645066C3 (de)
DE4446924A1 (de) Verfahren zur Trennung von Molybdän- und Kupfermineralien durch Flotation
DE1768579C3 (de) Verfahren zum Reinigen von Trilaurylamin
DE844445C (de) Verfahren zur Abscheidung organischer gradkettiger Verbindungen aus deren Mischungenmit verzweigtkettigen Verbindungen
DE1175658B (de) Verfahren zur Herstellung eines in Kern-reaktoren verwendbaren Uran(IV)-oxydsols
DE526628C (de) Verfahren zur Gewinnung von Zink in Form eines koernigen, im wesentlichen aus Zinkcarbonat bestehenden Niederschlages
DE1003662B (de) Verfahren zur Flotation von Kainitmineralien
DE670048C (de) Verfahren zur Schwimmaufbereitung nichtsulfidischer Mineralien unter Zusatz eines Salzes einer sulfurierten Fettsaeure
DE1445934C3 (de) Verfahren zur Reinigung von Bipyridylen
DE427649C (de) Verfahren zur Beeinflussung der Benetzbarkeit der einzelnen festen Bestandteile eines Erztruebegemisches
DE969981C (de) Verfahren zur Abtrennung von Carnallit
DE1909719C (de) Verfahren zur Gewinnung des Bleigehalts aus einem Material, das Bleisulfid enthält
DE1052382B (de) Verfahren zur Herstellung von Aluminiumoxyd