DE1161573B - Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwaermoefen, insbesondere Hubbalkenoefen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwaermoefen, insbesondere HubbalkenoefenInfo
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Description
- Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwärmöfen, insbesondere Hubbalkenöfen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwärmöfen, insbesondere Hubbalkenöfen, bei welcher im laufenden Betrieb die Aufnahme eines zu wärmenden Rohres, z. B. aus Eisen, Stahl u. dgl., gleichzeitig bzw. im gleichen Takt mit der Abgabe eines fertiggewärmten Rohres stattfindet.
- Bei der Herstellung von Rohren ist es vielfach nicht möglich, ein Rohr jeweils in einer Hitze fertig zu walzen. In solchen Fällen müssen die Rohre daher ein zweites Mal auf die erforderliche Walztemperatur erwärmt werden. Dies erfolgt in einem sogenannten Rohmachwärmofen, der vorzugsweise als Hubbalkenofen ausgebildet und zwischen dem Vorgerüst und dem Fertiggerüst in den Fertigungsablauf eingeschaltet ist. Bei einem derartigen Hubbalken-Nachwärmofen ist während des normalen Betriebes der ganze Herd stets voll mit Wärmgut belegt, d. h., der Ofen läßt die Aufnahme eines neuen Rohres nur bei gleichzeitigem Auswerfen eines fertiggewärmten Rohres zu.
- Dieses Arbeitsverfahren ist vollauf befriedigend, solange der Walzvorgang ohne Unterbrechung abläuft. Sobald jedoch am Fertig- bzw. Maßwalzwerk oder an einer anderen, im Fertigungsgang hinter dem Nachwärmofen liegenden Vorrichtung eine Störung auftritt, zeitigt dieses Verfahren erhebliche Unzulänglichkeiten, da keine Möglichkeit vorhanden ist, diejenigen Rohre, welche sich bereits vor dem Nachwärmofen auf der Walzenstraße befinden, in den Nachwärmofen aufzunehmen. Diese Rohre müssen daher aus dem Walzprozeß herausgezogen werden und sind in den meisten Fällen Ausschuß. Insbesondere beim Walzen von Edelstahlrohren können hierdurch infolge des verhältnismäßig hohen Werkstoffpreises erhebliche Verluste eintreten. Außerdem fehlen die unbrauchbar gewordenen Rohre bei der Adjustage, was sich besonders bei kleineren Auftragszahlen sehr unangenehm auswirkt, da die fehlenden Rohre gegebenenfalls in einem gesonderten Programm nachgewalzt werden müssen. Dies hat einen weiteren unerwünschten Kostenaufwand und Zeitverlust zur Folge.
- Die Behebung genannter Schwierigkeiten ist ein dringendes Problem, weil die Wirtschaftlichkeit eines Walzprozesses auch dann gewährleistet sein muß, wenn im Arbeitsablauf eine Stockung, Unterbrechung oder Störung auftritt.
- Nach der Erfindung ist diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei einer Unterbrechung des Ausgabevorganges eine zusätzliche Anzahl von Rohren in den Ofen aufgenommen und dort mit den bereits vorhandenen Rohren gespeichert wird, bis eine erneute Abgabe von Rohren an der Auslaufseite des Ofens erfolgt. Hierbei handelt es sich mindestens um alle diejenigen Rohre, die sich beim Eintreten der Störung noch vor dem Nachwärmofen im Walzprozeß befanden.
- Zweckmäßig wird bei nach Beendigung der Unterbrechung stattfindender erneuter Abgabe von Rohren an der Auslaufseite des Ofens zunächst eine der Anzahl der zusätzlich aufgenommenen Rohre gleiche Zahl von Rohren aus dem Ofen abgegeben, ehe an der Einlaufseite eine erneute Übernahme zu wärmender Rohre erfolgt.
- Es empfiehlt sich, während des Speichervorganges den Ofen bis zur Wiederaufnahme des durchlaufenden Betriebes auf Warmhaltetemperatur zu schalten.
- Vorteilhaft wird der Chargier- und Speichervorgang sowie die hierbei erforderliche Umschaltung der Ofentemperatur selbsttätig nach einem wählbaren Programm bewirkt.
- Bei einer Vorrichtung nach der Erfindung zur Durchführung des Verfahrens weist der Nachwärmofen außer dem normalen Betrieb dienenden Herdplätzen eine der gewünschten Zahl von zusätzlich aufzunehmenden Rohren entsprechende Anzahl von Speicherplätzen auf und ist der Nachwärmofen mit einer Chargiermaschine zum wahlweisen Transport der in den Ofen eingelaufenen Rohre an die normalen Herdplätze oder an die Speicherplätze ausgerüstet.
- Eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung weist einen als Hubbalkenofen ausgebildeten Nachwärmofen und ein in Durchlaufrichtung verlängertes Hubbalkensystem mit zuzätzlichen Mulden für die im Bedarfsfall zu speichernden Rohre auf. Hierbei besitzt die außerhalb des Ofens angeordnete Chargiermaschine einen in den Ofenraum hineinragenden, schwenkbar und in Durchlaufrichtung verstellbar gelagerten Arm, dessen Bewegungsbereich feste, neben dem Hubbalkensystem angeordnete Einlaufrollen für die in den Ofen gelangenden Rohre, die Speichermulden des Herdes und wenigstens eine sich an die Speichermulden anschließende Herdmulde umfaßt, derart, daß ein am Ende des Armes befestigter Tragkopf ein Rohr von den Einlaufrollen abzuheben und in eine Herdmulde oder bei stillstehendem Hubbalkensystem ein Rohr nach dem anderen in die Speichermulden einzulegen vermag.
- Bei normalem durchlaufendem Betrieb hebt der Arm mit seinem Tragkopf das jeweils in den Ofen eingelaufene Rohr von den festen, neben dem Hubbalkensystem angeordneten Einlaufrollen ab und legt es in eine bestimmte, sich an die normalerweise frei zu haltenden Speichermulden anschließende Mulde des Festbalkens ein. Von dieser Mulde aus wird das Rohr hierauf in an sich bekannter Weise durch den Transportbalken weiter befördert.
- Bei einer Unterbrechung des Ausgabevorganges, d. h. bei stillstehendem Hubbalkensystem, beispielsweise infolge einer im Fertigwalzwerk aufgetretenen Störung, ergreift der Tragkopf des Armes die zusätzlich vom Vorwalzwerk her in den Ofen einlaufenden Rohre und legt sie nacheinander in die freien Speichermulden ein.
- Es ist von Vorteil, wenn der Arm der Chargiermaschine an einem außerhalb des Ofens auf einer schwenkbaren Gleisanlage verfahrbaren Wagen angebracht ist, wobei zum Verfahren des Wagens und zum Schwenken der Gleisanlage mechanische, hydraulische, pneumatische oder elektrische, durch ein wählbares Programm gesteuerte Antriebe vorgesehen sind, so daß der ganze Arbeitsablauf, d. h. der normale Durchlaufbetrieb und im Bedarfsfall der Speicherbetrieb selbsttätig erfolgen kann.
- Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung durch die Wiedergabe des einlaufseitigen Teils eines Hubbalkenofens mit der zugehörigen Chargiermaschine im Querschnitt.
- Der Hubbalken-Nachwärmofen 1 ist mit einem verlängerten Hubbalkensystem ausgerüstet, welches aus Festbalken 2 und Transportbalken 3 besteht. Außer den normalerweise ständig belegten Mulden 4 sind bei diesem Ausführungsbeispiel vier zusätzliche Mulden 5, 6, 7 und 8 für die im Bedarfsfall zu speichernden Rohre vorgesehen. Neben dem Hubbalkensystem sind feste Einlaufrollen 9 zur Aufnahme der von einem nicht wiedergegebenen Vorwalzwerk an den Ofen 1 übergebenen Rohre angebracht.
- Die seitlich des Ofens 1 angeordnete Chargiermaschine 10 enthält einen Wagen 11, der bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel mit einer Hydraulikeinheit 12 auf einer Gleisanlage 13 quer zum Ofen 1 verfahrbar ist. Die Gleisanlage 13 weist obere und untere Schienen 14, 15 zur Führung des Wagens 11 auf und ist um eine Achse 16 schwenkbar. Das Absenken bzw. Anheben der Gleisanlage 13 wird durch eine Hydraulikeinheit 17 bewirkt, welche in der Nähe des dem Ofen 1 zugewandten Endes der Gleisanlage angeordnet ist. An Stelle der Hydraulikeinheiten 12
Claims (1)
- Patentansprüche: I. Verfahren zum Beschicken von Rohrnachwärmöfen, insbesondere Hubbalkenöfen, bei welchen im laufenden Betrieb die Aufnahme eines zu wärmenden Rohres, z. B. aus Eisen, Stahl u. dgl., gleichzeitig bzw. im gleichen Takt mit der Abgabe eines fertiggewärmten Rohres stattfindet, d a -durch gekennzeichnet, daß bei einer Unterbrechung des Ausgabevorganges eine zusätzliche Anzahl von Rohren in den Ofen aufgenommen und dort mit den bereits vorhandenen Rohren gespeichert wird, bis eine erneute Abgabe von Rohren an der Auslaufseite des Ofens erfolgt. und 17 können auch pneumatische, mechanische oder elektrische Antriebe verwendet werden. An dem Wagen 11 ist ein abgewinkelter Arm 18 befestigt, der durch eine Öffnung 19 in den Ofenraum hineinragt und an seinem vorderen Ende mit einem Tragkopf 20 versehen ist. Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Bei normalem Durchlaufbetrieb erfolgt das Abgeben eines Rohres an der nicht wiedergegebenen Auslaufseite des Ofens 1 etwa gleichzeitig mit der Übernahme eines neuen Rohres. Ein solches Rohr 21 befindet sich zunächst auf den Einlaufrollen 9. In dieser Lage wird es von dem Tragkopf 20 des Armes 18 der Chargiermaschine 10 angehoben und in die soeben frei gewordene Mulde 4' eingelegt, wie dies in der Zeichnung strichpunktiert angedeutet ist. Die Mulde 4' ist die erste der normalerweise ständig belegten Mulden und liegt unmittelbar neben der ersten Speichermulde 5. Der Arm 18 der Chargiermaschine 10 kehrt hierauf wieder in seine in der Zeichnung gezeigte Ausgangslage zurück. Die zu diesem Arbeitsspiel erforderlichen Bewegungen des Wagens 11 und der Gleisanlage 13 werden durch eine selbsttätige Steuerung bewirkt. Tritt nun an einem im Fertigungsablauf hinter dem Ofen 1 gelegenen Teil der Anlage, z. B. im Maßwalzwerk, eine Störung auf, die ein Stillsetzen des Hubbalkensystems des Ofens 1 erforderlich macht, so wird gleichzeitig hiermit die Chargiermaschine 10 auf das Programm »Speichern« umgeschaltet. Der Wagen 11 führt nun nicht mehr bei jedem Arbeitsspiel den gleichen Hub aus, sondern bewegt sich bei jedem der nun folgenden Arbeitsgänge nur um einen um den Muldenabstand verringerten Betrag. Hierdurch werden die jetzt noch in den Ofen einlaufenden Rohre durch den Arm 18 nacheinander in die Speichermulden 5, 6, 7 und 8 eingelegt. Ist die letzte Mulde belegt, dann setzt sich die Chargiermaschine selbsttätig still. Die Anzahl der Speichermulden kann beliebig sein. Zweckmäßig wird sie so gewählt, daß mit Sicherheit alle diejenigen Rohre noch in den Ofen 1 aufgenommen werden, die sich beim Stillsetzen des Hubbalkensystems noch im Walzprozeß vor dem Ofen 1 befunden haben. Hiermit ist jede Gefahr ausgeschaltet, daß diese Rohre unbrauchbar werden. Bei der Wiederaufnahme des laufenden Betriebes durch Einschalten des Hubbalkensystems werden zunächst die in den Mulden 5, 6, 7 und 8 gespeicherten Rohre nacheinander in die Mulden 4' und 4 eingelegt. Erst wenn das letzte der gespeicherten Rohre, welches sich ursprünglich in der Speichermulde 8 befand, die Mulde 4' erreicht hat, beginnt das normale Arbeitsspiel der Chargiermaschine aufs neue. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei nach Beendigung der Unterbrechung stattfindender erneuter Abgabe von Rohren an der Auslaufseite des Ofens zunächst eine der Anzahl der zusätzlich aufgenommenen Rohre gleiche Zahl von Rohren aus dem Ofen abgegeben wird, ehe an der Einlaufseite eine erneute Übernahme zu wärmender Rohre erfolgt. 3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ofen während des Speichervorganges auf Warmhaltetemperatur geschaltet wird. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Chargier- und Speichervorgang sowie die hierbei erforderliche Veränderung der Ofentemperatur selbsttätig nach einem wählbaren Programm bewirkt werden. 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Nachwärmofen außer dem normalen Betrieb dienenden Herdplätzen eine der gewünschten Zahl von zusätzlich aufzunehmenden Rohren entsprechende Anzahl von Speicherplätzen aufweist und mit einer Chargiermaschine zum wahlweisen Transport der in den Ofen eingelaufenen Rohre an die normalen Herdplätze oder an die Speicherplätze ausgerüstet ist. 6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Nachwärmofen als Hubbalkenofen ausgebildet ist und ein. in Durchlaufrichtung verlängertes Hubbalkensystem mit zusätzlichen Mulden für im Bedarfsfall zu speichernde Rohre aufweist und die außerhalb des Ofens angeordnete Chargiermaschine einen in den Ofenraum hineinragenden, schwenkbar und in Durchlaufrichtung verstellbar gelagerten Arm besitzt, dessen Bewegungsbereich feste, neben dem Hubbalkensystem angeordnete Einlaufrollen für die in den Ofen gelangenden Rohre, die Speichermulden des Herdes und wenigstens eine sich an die Speichermulden anschließende Herdmulde umfaßt, derart, daß ein am Ende des Armes befestigter Tragkopf ein Rohr von den Einlaufrollen abzuheben und in eine Herdmulde oder bei stillstehendem Hubbalkensystem ein Rohr nach dem anderen in die Speichermulden einzulegen vermag. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Arm der Chargiermaschine an einem außerhalb des Ofens auf einer schwenkbaren Gleisanlage verfahrbaren Wagen befestigt ist, wobei zum Verfahren des Wagens und zum Schwenken der Gleisanlage mechanische, hydraulische, pneumatische oder elektrische, durch ein wählbares Programm gesteuerte Antriebe vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
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| DEO6202A DE1161573B (de) | 1958-06-04 | 1958-06-04 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwaermoefen, insbesondere Hubbalkenoefen |
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| DEO6202A DE1161573B (de) | 1958-06-04 | 1958-06-04 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwaermoefen, insbesondere Hubbalkenoefen |
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| DE1161573B true DE1161573B (de) | 1964-01-23 |
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ID=7350791
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| DEO6202A Pending DE1161573B (de) | 1958-06-04 | 1958-06-04 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschicken von Rohrnachwaermoefen, insbesondere Hubbalkenoefen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1161573B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0131214A3 (en) * | 1983-07-06 | 1987-01-28 | Italimpianti Societa Italiana Impianti P.A. | Method and walking beam furnace for the intermediate heating of pipes in hot rolling mills |
-
1958
- 1958-06-04 DE DEO6202A patent/DE1161573B/de active Pending
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| EP0131214A3 (en) * | 1983-07-06 | 1987-01-28 | Italimpianti Societa Italiana Impianti P.A. | Method and walking beam furnace for the intermediate heating of pipes in hot rolling mills |
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