DE1160906B - Elektrochemisches Brennstoffelement mit einem Elektrolyten aus Ionenaustauschermembranen - Google Patents
Elektrochemisches Brennstoffelement mit einem Elektrolyten aus IonenaustauschermembranenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Internat. Kl.: H Ol m
Deutsche Kl.: 21b-14/01
Nummer:
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Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
R 27918 VIb/21b
7. Mai 1960
9. Januar 1964
Die Erfindung bezieht sich auf elektrochemische Brennstoffelemente, welche die aus der Oxydation von
Brennstoffen gewinnbare chemische Energie direkt in elektrische Energie umsetzen und als Elektrolyt
zwischen Brennstoff- und Sauerstoffelektrode hydratisierte Ionenaustauschermembranen besitzen. In den
bisher bekannten Brennstoffelementen wurden entweder Kationen- oder Anionenaustauschermembranen
verwendet.
Eine mit H+-Ionen beladene und nur H+-Ionen ίο
leitende Kationenaustauschermembran hat sauren Charakter. Schematisiert und der Anschaulichkeit
halber vereinfacht läuft in einem solchen durch einen Verbraucher elektrischer Energie belasteten Element
der Stoffumsatz im Falle der Verwendung von Wasserstoff als Brennstoff wie folgt ab:
Brennstoffelektrode:
H2 =£= H8 ads ^= 2 Haas ,
>- 2H+ + 2e- ■
Sauerstoffelektrode:
V2O2 =£= 1J
+ 2H+ + 2e
H2O.
Im Falle der Verwendung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe, wie beispielsweise von Ameisensäure oder von
Methylalkohol als Brennstoff, ändern sich lediglich die der eigentlichen elektrochemischen Reaktion
H0(Js -»- H+ + e~ vorgelagerten Reaktionen:
HCOOH -v CO2 + 2 HO(js
und
und
CH3OH + H2O ->- CO2 + 6H0(J8.
Der Vorteil dieses Elementes ist darin zu sehen, daß wegen des sauren Charakters der Membran das bei der
Verwendung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe frei werdende Kohlendioxyd gasförmig entweicht. Ihr Nachteil
liegt darin begründet, daß die Sauerstoff-Elektrode in Elektrolyten mit saurem Charakter schlecht arbeitet
und sich überdies Wasser auf ihr ansammelt.
Eine mit OH~-Ionen beladene und nur OH--Ionen
leitende Anionenaustauschermembran hat alkalischen Charakter. Schematisiert und der Anschaulichkeit
halber vereinfacht läuft in einem solchen durch einen Verbraucher elektrischer Energie belasteten Element
der Stoffumsatz im Falle der Verwendung von Wasserstoff als Brennstoff wie folgt ab:
Brennstoffelektrode:
H2 =ί
2Ha<is + 2OH- -*■ 2H2O + 2e~.
2Ha<is + 2OH- -*■ 2H2O + 2e~.
Elektrochemisches Brennstoffelement mit einem
Elektrolyten aus Ionenaustauschermembranen
Elektrolyten aus Ionenaustauschermembranen
Anmelder:
Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft,
Berlin und Erlangen,
Varta Aktiengesellschaft,
Hagen (Westf.), Dieckstr. 42
Als Erfinder benannt:
Dr. Gerhard Grüneberg,
Oberhausen (Rhld.)-Holten,
Margarete Jung, Nieder-Eschbach (Taunus)
Sauerstoffelektrode:
+ H2O + '2tr:-*- 2OH-.
Der Vorteil dieses Elementes ist darin zu sehen, daß die Sauerstoffelektrode in dem ihr genehmen alkalischen
Milieu arbeiten kann. Der Nachteil liegt jedoch in der Wasseransammlung auf der Brennstoffelektrode.
Bei der Verwendung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe dagegen wird das entstehende Kohlendioxyd durch die
OH--Ionen zum Carbonat neutralisiert, wodurch die elektrolytische Leitfähigkeit der Membran erheblich
verschlechtert wird, was meistens ein Unbrauchbarwerden des Elementes zur Folge hat.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, bei einem Primär- oder Sekundärelement als Elektrolyten eine
Kombination zweier Kationenaustauschermembranen zu verwenden, in denen bewegliche Ionen des jeweils
anliegenden Elektrodenmetalls eingelagert sind. Die Energieabgabe des Elements ist aber dann beendet,
wenn der Vorrat der beweglichen Metallionen in einer Membran erschöpft ist.
Das Ziel der Erfindung war ein elektrochemisches Brennstoffelement, das die erwähnten Nachteile beider
Brennstoffelementarten nicht mehr besitzt und die Vorteile im wesentlichen behält.
Es wurde nun ein Brennstoffelement zum Betrieb mit Wasserstoff und/oder dampf- oder gasförmigen
und/oder flüssigen kohlenstoffhaltigen Brennstoffen unter Verwendung einer hydratisierten Ionenaustauschermembran
als Elektrolyt gefunden, bei dem diese Membran aus einer Kombination zweier verschiedener
fest aufeinanderliegender Austauscher-
309 778/98
membranen besteht, und zwar aus einer der Brennstoffelektrode
anliegenden, mit Wasserstoffionen beladenen Kationenaustauschermembran und einer der
Sauerstoffelektrode anliegenden, mit Hydroxylionen beladenen Anionenaustauschermembran.
An der Berührungsfläche der beiden Membranen findet bei einem nicht in Betrieb befindlichen Element
bis zu einem gewissen Grade eine Neutralisation H+ + OH~ >
H2O statt, was der Membrankombination eine Antipolarität verleiht. Führt man der
negativen Elektrode Brennstoff und der positiven Elektrode Sauerstoff zu und belastet das Element, so
sind die in dem Element (wieder stark vereinfacht) ablaufenden Reaktionen im Falle der Verwendung von
Wasserstoff:
Brennstoffelektrode:
H2 =^= H2 ads =f= 2 Hads,
-*- 2H+ + 2e-.
Neutralisationsreaktion zwischen den Membranen: 2H+ + 2OH- -*- 2H2O.
Sauerstoffelektrode:
25
O8
+ H2O + 2e- -»- 2OH-.
Fig. 1 veranschaulicht diesen Vorgang. Bei Ver-Wendung
kohlenstoffhaltiger Brennstoffe ändern sich wieder nur die der eigentlichen elektrochemischen
Brennstoffelektrodenreaktion Haas -*- H+ + e~ vorgelagerten
Reaktionen.
F i g. 2 zeigt ein Beispiel für Ameisensäure. Die Bezeichnungen la und Ib bezeichnen den später zu
beschreibenden Katalysator der Brennstoffelektrode, 2ö und 2 b den Katalysator der Sauerstoffelektrode
und K bzw. A die Kationen- bzw. die Anionenaustauschermembran.
Die bei Abgabe elektrischer Energie von der Brennstoffelektrode gelieferten H+-Ionen vereinigen sich an
der Berührungsfläche der beiden Ionenaustauschermembranen mit den von der Sauerstoffelektrode abgegebenen
OH--Ionen zu Wasser, das sich nun nicht mehr auf einer der beiden Elektroden sammelt, sondern
aus der Berührungsfläche der Membranen heraustropft. Die Membranen sind aus diesem Grunde
zweckmäßig vertikal anzuordnen. Da die H+-Ionen in der ίΓ-Membran und die OH--Ionen in der Λ-Membran
nur mit endlicher Geschwindigkeit wandern, haben die Berührungsflächen Brennstoffkatalysator—
Ä-Membran schwach sauren und Sauerstoffkatalysator—y4-Membran
schwach alkalischen Charakter, was einerseits die Kohlendioxydabgabe der Brenn-Stoffelektrode
bei Verwendung kohlenstoffhaltiger Brennstoffe und andererseits das gute Arbeiten der
Sauerstoffelektrode bewirkt.
Damit ist gegenüber den herkömmlichen elektrochemischen Brennstoffelementen mit einer einzigen
Ionenaustauschermembran ein wesentlicher technischer Fortschritt erzielt.
Als Ionenaustauschermembran sind alle Membranen geeignet, die hinreichend hohe H+- bzw. OH "-Kapazitäten
und -Leitfähigkeiten besitzen. Die Brennstoffelektrode enthält als katalytisch wirksamen Bestandteil
vorzugsweise Platin und/oder Palladium, die sowohl in kompakter, aber poröser Form als auch in feinstverteilter
Form auf hochporöser, pulvriger oder körniger Kohle aufgebracht verwendet werden können. Die
Sauerstoffelektrode enthält als katalytisch wirksamen Bestandteil vorzugsweise Silber und/oder Platin, die
ebenfalls entweder in kompakter, aber poröser Form oder in feinstverteilter Form auf hochporöser, pulvriger
oder körniger Aktivkohle aufgebracht verwendet werden können. Auch die Verwendung von geeigneter
Aktivkohle, die gegebenenfalls mit Braunstein und/oder Cerdioxyd katalytisch verstärkt sein kann, ist auf der
Sauerstoffseite möglich. Bestehen die Elektrodensubstanzen aus körnigen oder pulverförmigen, elektrisch
leitenden Katalysatorschüttungen, so grenzen sie direkt an die zugehörige Ionenaustauschermembran
und werden auf der der Membran abgewandten Seite durch je ein elektrisch leitendes Sieb, Netz oder eine
Fritte zusammengehalten.
Eine der möglichen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Brennstoffelementes zeigt schematisiert
Fig. 3. Hierin bedeutet K die Kationen-, A die Anionenaustauschermembran,
1 den Katalysator der Brennstoffelektrode, z. B. körniges oder pulverförmiges,
katalytisch aktives Platin oder Palladium, 2 den Katalysator der Elektrode für das oxydierende
Gas, z. B. katalytisch aktives Silber oder Platin, 3 die Elektronenzu- bzw. -abführung, 4 metallisch leitende
Siebe oder Fritten, die den Katalysator in seiner Lage halten. 5 ist das Gehäuse des Brennstoffelementes, in
dem sich die Räume für den Brennstoff 6 mit der Zuleitung 6 a und 7 für das oxydierende Gas mit der
Zuleitung la befinden. 8 und 9 sind zur Erzielung gleichen Drucks miteinander gekoppelte Reduzierventile.
Eine heterogene Kationenaustauschermembran aus vernetztem sulfoniertem Polystyrol und einem als
Bindemittel dienenden Thermoplasten und eine heterogene Anionenaustauschermembran aus vernetztem
Polystyrol mit quaternären Ammoniumgruppen und einem als Bindemittel dienenden Thermoplasten der
Größe von je 250 χ 250 mm und einer Dicke von je 0,5 mm wurden zunächst getrennt mit Wasserstoffbzw.
Hydroxylionen beladen, und zwar durch Tränken der Kationenaustauschermembran in 2n-Schwefelsäure
und der Anionenaustauschermembran in 2n-Kalilauge und anschließendes Wässern. Die so vorbereiteten
Membranen wurden in feuchtem Zustand fest aneinandergelegt und bildeten den Festelektrolyten
des Brennstoffelementes.
Die Brennstoffelektrode bestand aus platiniertem Aktivkohlepulver (10% Platin), das fest an der
Kationenaustauschermembran anlag; die Sauerstoffelektrode bestand aus fest der Anionenaustauschermembran
anliegendem versilbertem Aktivkohlepulver (20% Silber). Die Schichtdicken der metallisch leitenden
Elektrodenmaterialien betrugen je 1 mm. Auf der Brennstoffseite wurde das Elektrodenmaterial durch
galvanisch versteifte Nickelnetze mit Lochweiten von 20 μ zusammengehalten, auf der Sauerstoffseite durch
galvanisch versteifte Silbernetze mit Lochweiten von 20 μ. Die Netze, die gleichzeitig der Elektronenabführung
bzw. der Elektronenzuführung dienten, wurden zusätzlich versteift durch in der Gasräumen
befindliche Grobraster aus Polyäthylen. Eine größere Anzahl derartiger Einzelzellen wurde in Reihe geschaltet.
Die Dicke einer Zelle belief sich im Mittel auf 5 mm. Bei stationärem Betrieb dieses Elementes mit
Wasserstoff und Sauei stoff unter den gleichen Drücken
von 0,01 atü stellte sich bei Entnahme einer elektrischen Leistung der Einzelzelle von
0,7(VoIt) · 0,02 (A/cm2) · 625 (cma) = 8,75 (Watt)
eine Temperatur von etwa 40° C ein.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Berührungsfläche zwischen Elektrodensubstanz und Ionenaustauschermembran
möglichst groß ist. Zu diesem Zweck kann man Elektrodensubstanz und Membran weitestgehend
miteinander verzahnen, indem man beispielsweise das Elektrodenmaterial in feinstverteilter Form
bis zu einer gewissen Tiefe, die etwa die halbe Membrandicke betragen kann, in das Porensystem derartig
einlagert, daß die einzelnen Teilchen miteinander in elektrischem Kontakt stehen. Dies gelingt z. B. durch
Aufdampfen des Elektrodenmaterials auf die Kationenbzw.
Anionenaustauschermembran. Auch bei vorsichtigem Einsaugen bzw. Aufpinseln einer Metallsalzlösung
mit angeschlossener chemischer Nachbehandlung ist es möglich, die Elektrodensubstanz bis
zu einer gewissen Tiefe in die Austauschermembran einzulagern.
Claims (4)
1. Brennstoffelement zum Betrieb mit Wasserstoff und/oder dampf- oder gasförmigen und/oder
flüssigen kohlenstoffhaltigen Brennstoffen unter Verwendung einer hydratisierten Ionenaustauschermembran
als Elektrolyt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Elektrolyt aus einer Kombination zweier verschiedener fest aufeinanderliegender
Ionenaustauschermembranen besteht, und zwar aus einer der Brennstoffelektrode anliegenden,
mit Wasserstoffionen beladenen Kationenaustauschermembran und einer der Sauerstoffelektrode
anliegenden, mit Hydroxylionen beladenen Anionenaustauschermembran.
ίο
2. Brennstoffelement nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Brennstoffelektrode als aktiven Bestandteil Platin und/oder Palladium
enthält.
3. Brennstoffelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sauerstoffelektrode als
aktiven Bestandteil Silber und/oder Platin enthält.
4. Brennstoffelement nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß das
aktive Material der Elektrode in feinteUiger Form bis zu einer gewissen Tiefe, die etwa die halbe
Membrandicke beträgt, in das Porensystem der der Elektrode anliegendem Membran eingelagert
ist, wobei die einzelnen Teilchen des aktiven Materials untereinander in elektrisch leitender
Berührung stehen.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 036 345;
USA.-Patentschrift Nr. 2 933 547.
Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 036 345;
USA.-Patentschrift Nr. 2 933 547.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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