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DE1154121B - Verfahren zur Herstellung von AEthylendiamin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von AEthylendiamin

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Publication number
DE1154121B
DE1154121B DER28424A DER0028424A DE1154121B DE 1154121 B DE1154121 B DE 1154121B DE R28424 A DER28424 A DE R28424A DE R0028424 A DER0028424 A DE R0028424A DE 1154121 B DE1154121 B DE 1154121B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
hydrogen
ammonia
catalyst
hydrogen cyanide
formaldehyde
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DER28424A
Other languages
English (en)
Inventor
Charles Harlan Mckeever
Joseph William Nemec
Edward Lee Wolffe
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Rohm and Haas Co
Original Assignee
Rohm and Haas Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Rohm and Haas Co filed Critical Rohm and Haas Co
Publication of DE1154121B publication Critical patent/DE1154121B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C209/00Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton
    • C07C209/60Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton by condensation or addition reactions, e.g. Mannich reaction, addition of ammonia or amines to alkenes or to alkynes or addition of compounds containing an active hydrogen atom to Schiff's bases, quinone imines, or aziranes

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Äthylendiamin Gegenstand der Erfindung ist ein wirtschaftliches einstufiges Verfahren zur Herstellung von Sithylendiamin aus leicht zugänglichen Ausgangsstoffen.
  • Es ist bekannt, Äthylendiamin herzustellen, indem man Formaldehyd mit Cyanwasserstoff zu Formaldehydcyanhydrin umsetzt, dieses mit wäßrigen alkoholischen Lösungen von Ammoniak oder mit flüssigem Ammoniak in Aminoacetonitril überführt und letzteres katalytisch zu Äthylendiamin hydriert.
  • (USA.-Patentschriften2429 876, 2436 368, 2519 803).
  • Dieses Verfahren umfaßt drei getrennte Synthesen mit jeweiliger Isolierung des Reaktionsproduktes. Die Zwischenprodukte, Formaldehydcyanhydrin und Aminoacetonitril, sind unstabil und zersetzen sich leicht unter starker Verfärbung bzw. bilden Polymertsations- und Kondensationsprodukte, die kein Athylendiamin zu liefern vermögen. Beide Zwischenprodukte sind außerdem schwierig zu isolieren und zu reinigen und bedürfen einer Stabilisierung, um nicht schon in der Lagerung bei Raumtemperatur sich zu zersetzen. Diese Zersetzung, insbesondere bei erhöhten Temperaturen, vollzieht sich sehr schnell und häufig mit explosionsartiger Heftigkeit. Die sich hieraus für die fabrikationsmäßige Herstellung ergebenden Schwierigkeiten liegen auf der Hand. Außer den drei getrennten Reaktionsverfahren müssen umständliche Methoden zur Abtrennung der erwähnten unstabilen Zwischenprodukte angewandt werden, und die drei Darsteliungsreaktionen müssen sehr eng koordiniert werden, um zu erreichen, daß man jeweils nur sehr kleine Mengen der unstabilen Zwischenprodukte zu lagern hat. Diese Erfordernisse und die Ge sichtspunkte der Sicherheit machen dieses Herstellungsverfahren zeitraubend und recht unwirtschaftlich. Außerdem hat das Verfahren den Nachteil, daß die Ausbeute an Diamin, berechnet auf Ausgangsstoffe, unbefriedigend ist.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich Äthylendiamin mit laufend hohen Ausbeuten und hoher Reinheit in wirtschaftlicher und betriebssicherer Weise herstellen läßt, indem man die handelsüblichen Ausgangsstoffe Cyanwasserstoff, wäßrigen Formaldehyd, Ammoniak und Wasserstoff unmittelbar in einem einstufigen Verfahren miteinander zur Reaktion bringt. Zu diesem Zweck werden in einem kontinuierlichen einstufigen Verfahren diese vier Reaktionsteilnehmer in einem gemeinsamen Strom dem Reaktionsraum zugeführt, und als einzige Abtrennungsoperation ist nur noch die Isolierung des fertigen Äthylendiamins erforderlich. Reihenfolge sowie Art und Weise der Zuführung der Reaktionsteilnehmer zum Reaktionsraum können, wie weiter unten beschrieben wird, in weiten Grenzen variiert werden. Aus Gründen der betrieblichen Ausführung und der Wirtschaftlichkeit ist t es selbstverständlich praktisch unmöglich, sämtliche Reaktionsteilnehmer gleichzeitig in das Reaktion medium einzuführen. Man kann jedoch den Zeitpunkt t ihres Eintritts in das Reaktionsmedium so wählen, daß unter den Gegebenheiten des Zufuhrsystems keine merklichen unerwünschten Reaktionen stattfinden. Es ist möglich und oft wünschenswert, einzelne oder sämtliche Reaktionsteilnehmer vorzuwärmen, und in manchen Fällen ist es zweckmäßig, einige der Reaktionsteilnehmer miteinander zu vermischen, während man sie dem Reaktionsmedium zuführt. Diese Maßnahmen des Vorwärmens oder Vormischens, einzeln oder zusammen, stellen jedoch keine kritischen Bedingungen für « das Verfahren der Erfindung dar.
  • Vorzugsweise werden Cyanwasserstoff und Formaldehyd praktisch in äquimolaren Mengen zueinander dem Reaktionsbereich zugeführt. Wesentlich für den Erfolg des Verfahrens ist es jedoch, daß Ammoniak im Überschuß entweder über den Cyanwasserstoff oder den Formaldehyd angewandt wird. Dieser tZberschuß kann sich zwischen etwa 20 und 50 Mol, vorzugsweise 35 Mol Ammoniak auf 1 Mol Cyanwasser stoff oder Formaldehyd bewegen. Größere Überschüsse an Ammoniak sind möglich, erbringen aber keine besseren Ergebnisse. Die größten wirtschaftlichen Vorteile werden in den angegebenen Bereichen erzielt. Wasserstoff wird im Molverhältnis von etwa 8 : 1 bis 25 : 1, berechnet auf Cyanwasserstoff oder Formaldehyd, zugeführt. Stöchiometrisch sind 2 Mol Wasserstoff auf 1 Mol Cyanwasserstoff und Formaldehyd erforderlich. Größere als die angegebenen Mengen Wasserstoff bringen ebenso wie im Fall des ammoniaks keine zusätzlichen Vorteile. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung werden entweder der überschüssige Ammoniak-oder der überschüssige Wasserstoffstrom oder beide im Kreislauf zurückgeführt. Dies erhöht die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens, weil durch diesen Kreislauf der effektive Verbrauch dieser Ausgangsstoffe sich den theoretischen Erfordernissen nähert.
  • Zur Ausführung der Erfindung werden die Reaktionsteilnehmer über einen Hydrierkatalysator geleitet, der bei einer Temperatur von 90 bis 1300 C und unter einem Gesamtdruck von etwa 203 bis 679 at die gewünschte Reaktion stattfinden läßt. Benötigt wird ein Katalysator, der weiter unten näher beschrieben wird.
  • Die Zeichnungen zeigen, unter Weglassung der jedem Fachmann geläufigen Details, ein Schema der zur Ausführung des Verfahrens benutzbaren Apparaturen.
  • Fig. 1, die grundsätzliche und einfachste Ausführungsform der Erfindung, zeigt, daß der Wasserstoff aus einem geeigneten Vorratsbehälter zugeführt und im Kompressor 10 auf Reaktionsdruck gebracht wird. Flüssiges Ammoniak, wäßriger Formaldehyd und Cyanwasserstoff werden aus Vorratsbehältern zugeführt und durch Pumpen 11, 12, 13 auf den im System herrschenden Druck gebracht. Die Reaktionsteilnehmer gelangen dann in den auf der gewünschten Temperatur und dem gewünschten Druck gehaltenen Konverter 14. Das Reaktionsgemisch fließt durch Idie Masse des Katalysators, und der Ablauf gelangt durch die Leitung 15 in den Hochdruck-Separator 16, in dem die gasförmigen und flüssigen Bestandteile voneinander getrennt werden. Wasserstoff, der etwas Ammoniak enthält, wird kontinuierlich über Kopf durch die Leitungl7 und das Ventil 18 abgezogen, während das Reaktionsprodukt fort auf fend durch die Leitung 19 und das Entspannungsventil 20 zum Behälter 21 gelangt. Ammoniak wird durch die Leitung 22 abgeblasen.
  • Fig. 2 veranschaulicht eine wirtschaftlichere und für Fabrikationszwecke noch besser geeignete Ausführungsform der Erfindung. Wasserstoff aus der Zufuhrleitung 30 und Rücklauf-Wasserstoff aus der Leitung 31 werden im Kompressor 32 auf den gewünschten Druck gebracht. Von hier gelangt der Wasserstoff über die Leitungen 35 bzw. 36 in den Vorerhitzer 33 und von dort in den Konverter 34.
  • Ammoniak wird über die Zufuhrleitung 38 und Pumpe 39 zum Vorratsbehälter 37 gefördert, in den auch Rücklauf-Ammoniak über die Leitung 40 gefördert wird. Dem Reaktionssystem wird das Ammoniak durch die Leitung 41 und Pumpe 42 zugeführt.
  • Cyanwasserstoff und Formaldehyd werden in die Leitung 43 über die Pumpen 44 bzw. 45 und Leitungen 46 bzw. 47 zugespeist. Die Reihenfolge und räumliche Anordnung dieser Zuführungsapparatur ist beliebig und läßt sich auch umkehren. Man kann aber auch die Reaktionsteilnehmer vormischen und durch ein gemeinsames Zufuhrsystem zum Konverter fördern. Das erhaltene Gemisch wird durch den Vorerhitzer 48 und die Leitung 49 zum Konverter 34 befördert. Der Ablauf aus dem Konverter wird durch Leitung 50 in den gekühlten Separator 51 entleert.
  • Wasserstoff wird fortlaufend aus dem Separator über Kopf abgezogen und durch die Leitungen 52, 31 und Ventil 53 in den Kreislauf zurückgeführt. Das Gemisch läuft durch die Leitung 56 zur Destillierkolonne 57, in der das Ammoniak aus dem Produkt entfernt wird. Das Ammoniak wird im Kondensator 58 kondensiert und über die Leitung 40 zum Ammoniakvorratsbehälter37 zurückgeführt. Der Druck in der Destillationskolonne wird durch die Leitung 59 und das Ventil 60 aufrechterhalten. Das Produkt wird aus dem System fortlaufend durch die Leitung 61 abgeführt und über Ventil 62 und Leitung 63 in dem unter Normaldruck stehenden Vorratsbehälter 64 gesammelt. Das Produkt fällt gleichmäßig in hoher Ausbeute und hoher Reinheit an. Gegebenenfalls läßt sich durch Destillation sogar ein noch höherer Reinheitsgrad erreichen.
  • Die beiden dargestellten apparativen Ausführungsformen beruhen darauf, daß die Reaktionsteilnehmer gleichsinnig von oben nach unten über den Katalysator fließen. Dies ist die bevorzugte Arbeitsweise, jedoch ist die Erfindung nicht darauf beschränkt.
  • Man kann die Reaktionsteilnehmer vielmehr in jeder beliebigen Weise durch die Katalysatorzone hindurchführen, sofern sie nur untereinander gemischt für eine genügende Zeitdauer in Berührung mit dem Katalysator gebracht werden, so daß die gewünschte Reaktion abläuft. Man kann die Reaktionsteilnehmer auch am Boden des Konverters zuführen, so daß dieses Gefäß mit flüssigem Reaktionsgemisch angefüllt ist. In diesem Fall müssen die Reaktionsprodukte am Kopf des Gefäßes abgezogen werden. Verwendbar sind aber auch andere Konvertertypen, z.B. solche, die auf der Anwendung eines fließbar gemachten Katalysatorsystems beruhen.
  • Die Umsetzung findet in Anwesenheit eines aktivierten Metallkatalysators statt, der aus Nickel oder Kobalt besteht und gegebenenfalls mit Aktivatoren, z. B. kleinen Mengen anderer Metalle aus den Gruppen Ib, IIb, VIb, VIIb und VIIIb des Periodischen Systems, versetzt wird. Der bevorzugte Katalysator ist Kobalt, da er zu hohen Ausbeuten und hohem Reinheitsgrad führt und eine lange Lebensdauer besitzt. Der Kobalt-Katalysator kann aus geschmolzenem Kobaltoxyd bereitet werden, welches man in einem Backenbrecher bricht, zur gewünschten Teilchengröße absiebt und dann mit Wasserstoff bei etwa 200 bis 4000 C reduziert. Besonders günstige Katalysatoren sind Nickel oder Kobalt oder Nickel-oder Kobaltlegierungen als solche oder auf ç ; nem inerten Trägerstoff. Die handelsüblichen Formen von kobalt- oder nickelhaltigen Katalysatoren sind zur Ausführung der vorliegenden Erfindung besonders wirksam. Da die Erfindung vorzugsweise mit einem stationären Katalysator ausgeführt wird, ist es zweckmäßig, ihn in Form von Kügelchen oder kleinen Stücken anzuwenden. Die Anwendung von Trägerstoffen empfiehlt sich. Als solche sind geeignet: Tonerde, Tone, Siliciumdioxyd, Bimsstein und Kieselgur.
  • Der bevorzugte Katalysator besteht aus Kieselgur mit etwa 40 bis 600/0 Kobalt in Form von Kügelchen mit Durchmessern von etwa 3 bis 12 mm. Man erhält ihn durch Reduktion eines aus Kobaltoxyd und dem Trägerstoff bestehenden Gemisches in einem trockenen Wasserstoffstrom unter Normaldruck bei einer Anfangstemperatur von etwa 1200 C und einer Endtemperatur von etwa 4000 C. Die optimalen Temperatur- und Druckbedingungen für die Herstellung von Sithylendiamin hängen vom benutzten Katalysator und der Raumgeschwindigkeit der Reaktionsteilnehmer über dem Katalysator ab. Der wirksamste Temperaturbereich liegt zwischen etwa 90 und etwa 1300 C, vorzugsweise bei 110 bis 1200 C. Das Temperaturgefälle innerhalb des Konverters variiert üblicherweise über einen Bereich von etwa 20C C. Man arbeitet bei erhöhten Drücken im Bereich von 203 bis 679 at, vorzugsweise 237 bis 407 at. Die Raumgeschwindigkeit der Reaktionsteilnehmer über dem Katalysator kann in weiten Grenzen variiert werden, solange sie nur unter der Grenze bleibt, oberhalb deren die Umsetzung zu Äthylendiamin sich so weit verringert, daß man nicht mehr wirtschaftlich arbeitet. Andererseits sind extrem niedrige Raumgeschwindigkeiten, obwohl sie zu hohen Umsetzungen führen. nicht empfehlenswert, weil dadurch die Leistung der Apparatur sich zu sehr verringert. Vorzugsweise stellt man die Raumgeschwindigkeit, die Temperatur und den Druck so ein, daß Umsetzungen von mehr als 800/0 erreicht werden. Flüssigkeitsraumgeschwindigkeiten von etwa 0,04 bis etwa 0,16 ccm, vorzugsweise 0,07 bis 0,11 ccm Cyanwasserstoff je Kubikzentimeter Katalysatorzone in der Stunde sind unter den bevorzugten Arbeitsbedingungen günstig. Die gesamte Flüssigkeitsraumgeschwindigkeit hängt vom angewandten Molverhältnis des Ammoniaks und der Konzentration der Formaldehydzufuhr ab. Variationen im Katalysator, im Konvertertyp und in der Fließrichtung im Konverter beeinflussen die optimale Raumgeschwindigkeit. Die oben empfohlenen Raumgeschwindigkeiten beschränken daher nicht das Anwendungsgebiet der Erfindung, da diese nur von den weiter oben definierten kritischen Faktoren, nämlich Temperatur, Druck, Molverhältnis der Reaktionsteilnehmer und dem gewünschten hohen Umsetzungsgrad zu Äthylendiamin abhängt.
  • Bei der Ausübung des Verfahrens der Erfindung ergeben sich fortlaufend Ausbeuten an Äthylendiamin von mehr als 800/0, berechnet auf Cyanwasserstoff und Formaldehyd. Der Anfall an höheren Aminen bewegt sich im Bereich von 5 bis 10O/o, und die Gesamtausbeute an Aminen liegt immer bei etwa 900/0.
  • Das nach demVerfahren der Erfindung erhaltene Produkt ist hervorragend zur Darstellung von Fungiciden, Farbstoffen, Inhibitoren, Harzen und gewissen Chelaten nach bekannten Methoden geeignet.
  • Das Verfahren der Erfindung läßt sich auch in Gegenwart von Verdünnungsmitteln ausführen, welche weder mit den Ausgangsstoffen noch mit den Reaktionsprodukten reagieren. In Frage kommen Wasser, mit Wasser mischbare Lösungsmittel, wie Methanol, Äthanol oder Dioxan.
  • Beispiel 1 Man benutzt einen Konverter gemäß Fig. 1 mit einem lichten Durchmesser von 33 mm und einer Länge über alles von etwa 885 mm, der mit einem Kobalt-Katalysator, Korngröße 5 bis 20 Maschen, hergestellt durch Reduktion von geschmolzenem Kobaltoxyd mit trockenem Wasserstoff bei 120 bis 4000 C, beschickt ist. Am oberen Ende dieses Reak- tionsgefäßes werden die Reaktionsteilnehmer mit folgenden Geschwindigkeiten zugeführt: Cyanwasserstoff .................... 66,5 g/Std.
  • 37% wäßriger Formaldehyd ........... 202 g/Std.
  • Ammoniak . . 1500 g/Std.
  • Wasserstoff . 42 g/Std.
  • Man arbeitet unter einem Gesamtdruck von 2250 kg je 6,25 qcm und einer Temperatur von 105 bis 1250 C im Konverter. Der Abfluß gelangt vom Boden des Konverters in einen bei 20 bis 300 C gehaltenen Hochdruck-Separator. Man zieht fortlaufend über dessen Kopf Wasserstoff ab und läßt das flüssige Reaktionsprodukt zu dem unter Normaldruck stehenden Sammelbehälter ablaufen, der auf einer Temperatur von etwa 1000 C gehalten wird, um das Ammoniak zu verteiben. Man erhält stündlich etwa 310 g gekühltes Reaktionsprodukt, welches zu 380/a aus Äthylendiamin, zu 4 °/o aus höheren Aminen und zu 580/0 aus Wasser besteht. Berechnet auf Cyanwasserstoff oder Formaldehyd beträgt die Umsetzung zu Äthylendiamin 82 O/o und die Gesamtumsetzung zu Aminen 90%.
  • Beispiel 2 Man arbeitet mit einer Apparatur gemäß Fig. 2.
  • Der Hochdruck-Reaktor hat 37,5 mm lichten Durchmesser, 100 mm Länge und 11,60 qcm Inhalt. Er wird mit etwa 1000 ccm eines Kieselgur-Katalysators mit 600/0 Kobalt, Korngröße 3X3 mm, welches durch Reduktion von handelsüblichem Kobaltoxyd auf Kieselgur erhalten wurde, beschickt. Die Reduktionsteilnehmer werden von oben dem Konverter stündlich in folgenden Mengen zugegeben: Cyanwasserstoff ... 95 g wäßriger 370/oiger Formaldehyd.. .. 288 g Ammoniak.... 2100 g Wasserstoff . 60 g Der Wasserstoffstrom, welcher ungefähr 45kgWasserstoff und etwa 6 g Ammoniak aus dem Kreislauf und 15 g frischen Wasserstoff stündlich enthält, wird durch einen auf 1300 C gehaltenen Vorerhitzer und von dort durch eine isolierte Zufuhrleitung zum Reaktor geführt. Der Flüssigkeitsstrom aus stündlich 2030 g Rücklauf-Ammoniak und 70 g frischem Ammoniak, Cyanwasserstoff und wäßrigem Formaldehyd wird durch einen auf etwa 1100 C gehaltenen Vorerhitzer und von dort zum Konverter geführt. Im Hochdruckteil der Apparatur wird der Druck auf 339 at und im Konverter die Temperatur auf 105 bis 1200 C gehalten. Der Ablauf aus dem Konverter geht durch eine ummantelte Leitung zum Separator für die Gase und Flüssigkeiten. Man kühlt so weit, daß die Temperatur des Stromes auf etwa 150 C gesenkt wird. Am Oberende des Separators wird Wasserstoff kontinuierlich abgenommen und wie beschrieben im Kreislauf zurückgeführt. Die Flüssigkeit wird kontinuierlich auf einen Druck von 19,4 at entspannt und zur Mitte der Destillationssäule geführt. Die Destillationssäule wird so gefahren, daß die Dampftemperatur bei 50 bis 550 C und die Aufkochtemperatur bei 210 bis 2200 C gehalten wird.
  • Die Ammoniakdämpfe werden kondensiert und wie beschrieben im Kreislauf zurückgeführt. Der Strom des Reaktionsproduktes wird kontinuierlich zum Normaldruck entspannt und ergibt einen stündlichen Ablauf von 430 g, der zu 40°/o aus Äthylendiamin, 4O/o höheren Aminen und 56°/o aus Wasser besteht.
  • Die Umsetzung zu Äthylendiamin beträgt 86 0/o, die Umsetzung zu Gesamtaminen 95 0/o, sowohl auf Cyanwasserstoff wie auf Formaldehyd berechnet.
  • Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der nachstehenden Tabelle schematisch wiedergegeben.

Claims (4)

  1. Molverhältnis Durchschnitt- O/o Einspeisung zu liche Ausbeute Reaktor Arbeitsweise Konverter- Äthylen-HCN-HCHO °C 45:15:1:1 Gleichstrom 110 87 abwärts 40:8:1:1 Gleichstrom 115 85 abwärts 43:13:1:1 Gleichstrom 100 78 aufwärts 37:9:1:1 Gleichstrom 118 86 abwärts PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von Äthylendiamin, dadurch gekennzeichnet, daß man in einem Reaktionsraum Cyanwasserstoff, Formaldehyd, Ammoniak und Wasserstoff über einem aktivierten Hydrierungskatalysator auf Basis von Nickel und/oder Kobalt mit oder ohne Trägerstoff im Temperaturbereich von etwa 90 bis 1300 C und bei einem Druck von etwa 203 bis 679 at einstufig umsetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Katalysator durch kleine Mengen von Metallen aus den Gruppen Ib, IIb, VIb, VIIb oder VIIIb des Periodensystems aktiviert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Cyanwasserstoff und wäßriger Formaldehyd praktisch in äquimolaren Mengen zueinander angewandt werden, während etwa 20 bis 50 Mol Ammoniak und etwa 8 bis 25 Mol Wasserstoff für jedes Mol Cyanwasserstoff zugeführt werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktion kontinuierlich mit einer Raumgeschwindigkeit von etwa 0,04 bis 0,16 ccm Cyanwasserstoff für 1 ccm Katalysatormasse durchgeführt wird.
    In Betracht gezogene Druckschriften : Deutsche Auslegeschrift Nr. 1 005 073.
DER28424A 1959-08-03 1960-07-28 Verfahren zur Herstellung von AEthylendiamin Pending DE1154121B (de)

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