Verfahren zur Herstellung von Bis(3-aminopropyl)amin (Dipropylentriamin, DPTA)
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Bis(3-amino- propyl)amin (Dipropylentriamin, DPTA) durch kontinuierliche Umsetzung von 1 ,3- Propylendiamin (1 ,3-PDA) in Gegenwart eines Heterogenkatalysators.
DPTA, das die folgende Strukturformel aufweist, findet Verwendung als Zwischenpro- dukt und Härter für Epoxidharze und zur Synthese von Vulkanisationsbeschleunigern, Emulgatoren und Korrosionsschutzmitteln.
Das als Edukt benötigte 1 ,3-Propylendiamin [H2N-CH2-CH2-CH2-NH2; 1 ,3-PDA] kann nach bekannten Verfahren, beispielsweise durch aminierende Hydrierung von 1 ,3- Propandiol oder 1-Amino-3-propanol oder durch Hydrierung von Malonsäuredinitril hergestellt werden.
Symmetrische sekundäre Amine können durch katalytische Aminierung von entsprechenden Alkoholen, Aldehyden oder Ketonen mit entsprechenden primären Aminen unter Freisetzung von einem Moläquivalent Wasser hergestellt werden.
Bekannt sind auch Verfahren zur Herstellung von symmetrischen sekundären Aminen aus primären Aminen durch Dimerisierung des primären Amins in Gegenwart von H2 unter NH3-Bildung nach: 2 R-NH2 + H2 ^ R-NH-R + NH3.
Die Dimerisierung primärer Amine, speziell von primären linearen Diaminen wie z.B. Ethylendiamin (EDA) oder 1 ,3-Propylendiamin (1 ,3-PDA), an Übergangsmetall- Katalysatoren zu entsprechenden symmetrischen sekundären Aminen, leidet unter einer Vielzahl von Folgeprodukten und Nebenreaktionen. Dies sind gerade im Bereich der Diamine unerwünschte zyklische Produkte, aber auch höhere lineare Produkte. In der Regel wird sie an metallischen Aminierungskatalysatoren (z.B. Ni, Co, Cu) bei erhöhter Temperatur und unter Druck durchgeführt. Als Beispiele seien die Dimerisierung (Konvertierung) von Ethylenamin (EDA) zu Diethylentriamin (DETA) sowie die Dimerisierung von 3-(N,N-Dimethylamino)propylamin (DMAPA) zu Bis-[(3-Dimethyl- amino)propyl]amin (BisDMAPA) genannt.
EP-A1-1 431 273 (BASF AG) betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines symmetri- sehen sekundären Amins durch Umsetzung eines primären Amins in Gegenwart von Wasserstoff und eines Katalysators, wobei man einen Katalysator einsetzt, bei dessen
Herstellung eine Fällung von katalytisch aktiven Komponenten auf monoklines, tetra- gonales oder kubisches Zirkoniumdioxid erfolgte.
EP-A1-1 270 543 (BASF AG) beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von bestimmten sekundären Aminen aus primären Aminen in Gegenwart von Wasserstoff und eines Katalysators, der mindestens ein Element oder eine Verbindung eines Elementes aus den Gruppen VIII und IB des Periodensystems enthält.
DE-A1-3248 326 (BASF AG) betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polyaminen aus 2-Cyanethylaminen an einem Kobalt-Katalysator.
Die deutsche Patentanmeldung Nr. 10359811.1 vom 19.12.03 (BASF AG) betrifft ein Verfahren zur Erhöhung der Raum-Zeit-Ausbeute (RZA) in einem Verfahren zur Herstellung eines symmetrischen sekundären Amins durch Umsetzung eines primären Amins in Gegenwart von Wasserstoff und eines Katalysators bei einer Temperatur im Bereich von 50 bis 250 °C und einem Absolutdruck im Bereich von 5 bis 350 bar, indem man unter Beibehaltung der Temperatur den Absolutdruck erniedrigt.
Wegen der Bildung von Ammoniak bei der Konvertierung von 1 ,3-PDA zu DPTA (2 1 ,3- PDA -> DPTA + NH3) gewinnt bei höherem Umsatz zunehmend auch die Rückrektion von DPTA mit Ammoniak zu 1 ,3-PDA an Bedeutung.
Zur Addition von Alkoholen an Olefine zu entsprechenden Ethern [z.B. MTBE (Methyl- tertiärbutylether) und TAME (Tertiäramylmethylether)] sind in der Literatur Verfahren bekannt, die in einer Reaktionskolonne durchgeführt werden. Die auch als Reaktivdestillation bezeichneten Verfahren sind z.B. in dem Lehrbuch .Reactive Distillation', edited by K. Sundmacher und A. Kienle, Verlag Wiley-VCH (2003), ausführlich beschrieben.
Anwendungen der Reaktivdestillation liegen auch auf den Gebieten Veresterungen, Verseifungen und Umesterungen, Herstellung und Verseifung von Acetalen, Herstellung von Alkoholaten, Aldolkondensationen, Alkylierungen, Hydrolyse von Epoxiden, Hydratisierung von Olefinen, Isomerisierungen und Hydrierungen.
Die deutschen Patentanmeldungen Nr. 10336003.4 vom 01.08.03 und Nr. 102004030645.1 vom 24.06.04 (beide BASF AG) betreffen Verfahren zur Herstellung von Ethylenaminen durch kontinuierliche Umsetzung von Ethylendiamin (EDA) in Gegenwart eines Heterogenkatalysators, wobei man die Umsetzung in einer Reaktionskolonne durchführt. Bei den hergestellten Ethylenaminen handelt es sich insbesondere um Diethylentriamin (DETA), Piperazin (PIP) und/oder Triethylentetramin (TETA).
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes wirtschaftliches Verfahren zur selektiven Herstellung von DPTA in hoher Ausbeute und Raum- Zeit-Ausbeute (RZA) aufzufinden.
[Raum-Zeit-Ausbeuten werden angegeben in .Produktmenge / (Katalysatorvolumen • Zeit)' (kg/(lKat. • h)) und/oder .Produktmenge / (Reaktorvolumen • Zeit)' (kg/(lRΘaktor • h)].
Demgemäß wurde ein Verfahren zur Herstellung von Bis(3-aminopropyl)amin (Dipropy- lentriamin, DPTA) durch kontinuierliche Umsetzung von 1 ,3-Propylendiamin (1 ,3-PDA) in Gegenwart eines Heterogenkatalysators gefunden, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man die Umsetzung in einer Reaktionskolonne durchführt.
Die Umsetzung im erfindungsgemäßen Verfahren verläuft nach der folgenden Gleichung: 2 1 ,3-PDA ■* DPTA + NH3
Erfindungsgemäß wurde erkannt, dass Nachteile der Verfahren des Stands der Technik vermieden werden, wenn man die Synthese von DPTA durch kontinuierliche Umsetzung von 1 ,3-PDA in einer Reaktionskolonne durchführt (Reaktivdestillation). Durch das kontinuierliche Abziehen von DPTA aus der Kolonne unterhalb der Reaktionszone (über Sumpf und/oder über einen optionalen Seitenabzug) können Folgereaktionen weitgehend unterdrückt werden und dadurch wird eine Fahrweise bei hohem Umsatz und sogar Vollumsatz von 1 ,3-PDA ermöglicht.
Durch das kontinuierliche Entfernen von Ammoniak aus der Kolonne (bevorzugt am Kolonnenkopf, auch als Gemisch mit leichter als DPTA siedenden Komponenten) wird die Rückreaktion von DPTA zu 1 ,3-PDA weitgehend unterbunden und so die Bildung von DPTA beschleunigt. Die Reaktion kann daher bei anderen Drücken, vorteilhafterweise niedrigeren Drücken, durchgeführt werden, als in dem bei Verwendung eines gewöhnlichen Festbettreaktors (Rohrreaktor mit Katalysatorfestbett) optimalen Druckbereich.
Die Reaktionskolonne weist bevorzugt einen Bereich, in dem die Umsetzung von 1 ,3- PDA zu DPTA stattfindet (Reaktionszone), einen Verstärkungsteil oberhalb der Reakti- onszone und einen Abtriebsteil unterhalb der Reaktionszone auf.
Der Absolutdruck in der Kolonne liegt bevorzugt im Bereich von > 0 bis 20 bar, z.B. im Bereich von 1 bis 20 bar, insbesondere 5 bis 10 bar.
Die Temperatur in dem Bereich der Kolonne, in dem die Umsetzung von 1 ,3-PDA zu DPTA stattfindet (Reaktionszone), liegt bevorzugt im Bereich von 100 bis 200°C, insbesondere 140 bis 1600C.
Die Zahl der theoretischen Trennstufen in der Kolonne insgesamt liegt bevorzugt im Bereich von 5 bis 100, besonders bevorzugt 10 bis 20.
Die Zahl der theoretischen Trennstufen in der Reaktionszone liegt bevorzugt im Bereich von 1 bis 30, insbesondere 1 bis 20, besonders 1 bis 10, z.B. 5 bis 10.
Die Zahl der theoretischen Trennstufen im Verstärkungsteil oberhalb der Reaktionszone liegt bevorzugt im Bereich von 0 bis 30, besonders 1 bis 30, weiter besonders 1 bis 15, insbesondere 1 bis 5.
Die Zahl der theoretischen Trennstufen im Abtriebsteil unterhalb der Reaktionszone liegt bevorzugt im Bereich von 0 bis 40, besonders 5 bis 30, insbesondere 10 bis 20.
Die Zugabe von 1 ,3-PDA in die Kolonne kann unterhalb der Reaktionszone in flüssiger Form oder gasförmig erfolgen.
Die Zugabe von 1 ,3-PDA in die Kolonne kann auch in flüssiger Form oberhalb der Reaktionszone erfolgen.
Im erfindungsgemäßen Verfahren wird bevorzugt reines 1 ,3-PDA, z.B. in einer Reinheit > 98 Gew.-%, insbesondere > 99 Gew.-%, der Kolonne zugeführt.
Es kann auch das nach teilweiser oder vollständiger Abtrennung von Ammoniak und Wasserstoff erhaltene 1 ,3-PDA-Rohprodukt aus einer aminierenden Hydrierung von 1 ,3-Propandiol oder 1-Amino-3-propanol eingesetzt werden.
Die Umsetzung wird besonders bevorzugt in Gegenwart von Wasserstoff, insbesondere in Gegenwart von 0,0001 bis 1 Gew.-%, bevorzugt 0,001 bis 0,01 Gew.-%, Wasserstoff, jeweils bezogen auf die Feedmenge an 1 ,3-PDA, durchgeführt.
Die Zugabe von Wasserstoff in die Kolonne erfolgt bevorzugt unterhalb der Reaktionszone.
Ein Gemisch aus Ammoniak, anderen Komponenten mit einem Siedepunkt tiefer als DPTA (bei gleichen Druck) (Leichtsiedern) und gegebenenfalls Wasserstoff wird bevorzugt über Kopf der Kolonne entnommen.
Das über Kopf der Kolonne entnommene Gemisch kann auch Teilmengen von unum- gesetztem 1 ,3-PDA enthalten.
Das über Kopf entnommene Gemisch kann auch teilweise kondensiert und dabei Ammoniak und gegebenenfalls Wasserstoff überwiegend gasförmig entnommen (abgetrennt) und der verflüssigte Anteil kann als Rücklauf auf die Kolonne gegeben werden.
Das Gewichtsverhältnis der Rücklaufmenge der Kolonne (Kolonnenrücklaufmenge) zur Menge des Zulaufs zur Kolonne liegt dabei bevorzugt im Bereich von 0,1 bis 30, besonders bevorzugt 0,5 bis 10, insbesondere 0,5 bis 2.
Ein Gemisch aus DPTA und anderen Komponenten mit einem Siedepunkt höher als DPTA (bei gleichem Druck) (Schwersiedem), wie z.B. Tripropylentetramin (TPTA),
Tetrapropylenpentamin (TPPA) und ggf. weiteren höheren Propylenaminen, wobei die Propylenamine linear oder verzweigt sein können, wird bevorzugt über Sumpf der Kolonne entnommen.
Das über Sumpf der Kolonne entnommene Gemisch kann auch Teilmengen von un- umgesetztem 1 ,3-PDA oder die Gesamtmenge an unumgesetzten 1 ,3-PDA enthalten.
In einer besonderen Verfahrensausgestaltung ist die Kolonne unterhalb der Reaktionszone durch einen Seitenabzug unterteilt.
Über den Seitenabzug wird bevorzugt unumgesetztes 1 ,3-PDA entnommen.
Das über den Seitenabzug entnommene Produkt kann auch DPTA enthalten.
Das über den Seitenabzug anfallende Produkt wird in flüssiger Form oder gasförmig entnommen.
In der Reaktionszone wird als Katalysator bevorzugt ein Katalysator enthaltend Ni, Co, Cu, Ru, Re, Rh, Pd und/oder Pt oder ein formselektiver Zeolithkatalystor oder ein Phosphatkatalysator eingesetzt.
Das oder die Metalle des Übergangsmetallkatalysators, darunter bevorzugt Ru, Re, Rh, Pd und/oder Pt, sind bevorzugt auf einem oxidischen Trägermaterial (z.B. AI2O3, TiO2, ZrO2, SiO2) oder auf einem Zeolith oder Aktivkohle als Trägermaterial aufgebracht.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird in der Reaktionszone als Katalysator ein Katalysator enthaltend Pd und Zirkoniumdioxid als Trägermaterial eingesetzt.
Der Gesamt-Metallgehalt der Übergangsmetall-Trägerkatalysatoren liegt bevorzugt im Bereich von > 0 bis 80 Gew.-%, besonders 0,1 bis 70 Gew.-%, weiter besonders 5 bis 60 Gew.-%, weiter besonders 10 bis 50 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des Trägermaterials.
Im Falle der bevorzugten Edelmetall-Trägerkatalysatoren liegt der Gesamt-Edel metall- gehalt insbesondere im Bereich von > 0 bis 20 Gew.-%, besonders 0,1 bis 10 Gew.-%, ganz besonders 0,2 bis 5 Gew.-%, weiter besonders 0,3 bis 2 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gewicht des Trägermaterials.
Die Heterogenkatalysatoren können in Form von festen Katalysatorbetten innerhalb der Kolonne oder in separaten Behältern außerhalb der Kolonne untergebracht werden. Sie können auch als Schüttungen, z.B. als Schüttung in eine Destillationspackung, zum Einsatz kommen, zu Füllkörpern oder Formkörpern geformt werden, bei- spielsweise zu Raschigringen gepresst, in Filtergewebe eingebracht und zu Rollen (sog. Bales) oder Kolonnenpackungen geformt werden, auf Destillationspackungen aufgebracht werden (Beschichtung) oder als Suspension in der Kolonne, hierbei bevorzugt als Suspension auf Kolonnenböden, eingesetzt werden.
In Verfahren mit heterogen katalysierten Reaktivdestillationen kann vorteilhaft die von der Fa. CDTech entwickelte "bales"-Technologie angewendet werden.
Weitere Technologien sind spezielle Bodenkonstruktionen mit gepackten oder suspendierten Katalysatoren.
Mehrkanalpackungen oder Kreuzkanalpackungen (siehe z.B. WO-A-03/047747) ermöglichen ein einfaches Einfüllen und Austragen von Katalysatoren, die in Teilchenform vorliegen (z.B. Kugeln, Stränglinge, Tabletten), bei geringer mechanischer Belastung des Katalysators.
Ein wichtiger Punkt bei der Reaktivdestillation ist die Bereitstellung der für den Reaktionsablauf benötigten Verweilzeit. Es ist erforderlich, die Verweilzeit der Flüssigkeit in der Kolonne im Vergleich zu einer nichtreaktiven Destillation gezielt zu erhöhen. Man nutzt Sonderkonstruktionen von Kolonneneinbauten, beispielsweise Bodenkolonnen mit Glockenböden mit stark erhöhtem Füllstand, hohe Verweilzeiten in den Ablaufschächten von Bodenkolonnen und/oder auch separat angeordnete außenliegende Verweilzeitbehälter. Anstaupackungen bieten die Möglichkeit, die Verweilzeit der Flüssigkeit um etwa den Faktor 3 gegenüber Füllkörper- und Packungskolonnen zu erhöhen.
Die Auslegung der Reaktionskolonne (z.B. Zahl der Trennstufen in den Kolonnenabschnitten Verstärkungsteil, Abtriebsteil und Reaktionszone, Rücklaufverhältnis, etc.) kann durch den Fachmann nach ihm geläufigen Methoden vorgenommen werden.
Reaktionskolonnen sind in der Literatur z.B. beschrieben in:
'Reactive distillation of nonideal multicomponent mixtures', U. Hoffmann, K.
Sundmacher, March 1994, Trondheim/Norway,
'Prozesse der Reaktivdestillation', J. Stichlmair, T. Frey, Chem. Ing. Tech. 70 (1998)
12, Seiten 1507-1516, .Thermodynamische Grundlagen der Reaktivdestillation', T. Frey, J. Stichlmair, Chem.
Ing. Tech. 70 (1998) 11 , Seiten 1373-1381 ,
WO-A-97/16243 vom 09.05.97,
DD-Patent 100701 vom 05.10.73,
US 4,267,396 vom 12.05.81 , .Reaktionen in Destillationskolonnen', G. Kaibel, H. -H. Mayer, B. Seid, Chem. Ing.
Tech. 50 (1978) 8, Seiten 586-592, und dort zitierte Literatur,
DE-C2-27 14 590 vom 16.08.84,
EP-B-40724 vom 25.05.83,
EP-B-40723 vom 06.07.83, DE-C1-37 01 268 vom 14.04.88,
DE-C1-34 13 212 vom 12.09.85,
.Production of potassium tert-butoxide by azeotropic reaction destillation', Wang
Huachun, Petrochem. Eng. 26 (1997) 11 ,
'Design aspects for reactive distillation', J. Fair, Chem. Eng. 10 (1998), Seiten 158-162, EP-B1-461 855 vom 09.08.95,
.Consider reactive distillation', J. DeGarmo, V. Parulekar, V. Pinjala, Chem. Eng. Prag.
3 (1992),
EP-B1-402 019 vom 28.06.95,
'La distillation reaktive', P. Mikitenko, Petrole et Techniques 329 (1986), Seiten 34-38, 'Geometry and efficiency of reactive distillation bale packing', H. Subawalla, J.
Gonzalez, A. Seibert, J. Fair, Ind. Eng. Chem. Res. 36 (1997), Seiten 3821-3832,
,La distillation reactive', D. Cieutat, Petrole et Techniques 350 (1989),
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Subawalla, J. Fair, Ind. Eng. Chem. Res. 36 (1997), Seiten 3845-3853, ,More uses for catalytic distillation', G. Podrebarac, G. Rempel, Chem. Tech. 5 (1997),
Seiten 37-45,
'Advances in process technology through catalytic distillation', G. Gildert, K. Rock, T.
McGuirk, CDTech, Seiten 103-113,
W0-A1 -03/047747 vom 12.06.03 (BASF AG) und W0-A1 -97/35834.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt gemäß W0-A1 -03/047747 in einer Kolonne zur Durchführung von Reaktivdestillationen in Gegenwart eines heterogenen teilchenförmigen Katalysators, mit einer Pa- ckung oder Füllkörpern, die im Kolonneninnenraum Zwischenräume ausbilden, wobei die Kolonne erste und zweite Teilbereiche aufweist, die alternierend angeordnet sind und sich durch die spezifische Oberfläche der Packung oder Füllkörper unterscheiden,
dergestalt, dass in den ersten Teilbereichen der Quotient aus dem hydraulischen Durchmesser für den Gasstrom durch die Packung oder Füllkörper und dem äquivalenten Durchmesser der Katalysatorteilchen im Bereich von 2 bis 20, bevorzugt im Bereich von 5 bis 10 liegt, wobei die Katalysatorteilchen lose unter Einwirkung der Schwerkraft in die Zwischenräume eingebracht, verteilt und ausgetragen werden und dass in den zweiten Teilbereichen der Quotient aus dem hydraulischen Durchmesser für den Gasstrom durch die Packung oder die Füllkörper und dem äquivalenten Durchmesser der Katalysatorteilchen kleiner als 1 ist und dass in die zweiten Teilbereiche keine Katalysatorteilchen eingebracht werden. Bevorzugt wird die Kolonne hin- sichtlich ihrer Gas- und/oder Flüssigkeitsbelastung so betrieben, dass maximal 50 bis 95 %, bevorzugt 70 bis 80 %, der Flutbelastung erreicht wird. Vergl. loc. cit., Ansprüche 9 und 10.
Die Aufarbeitung der im erfindungsgemäßen Verfahren anfallenden Produktströme, die vor allem das gewünschte DPTA, aber auch ggf. TPTA und ggf. höhere Polyamine und ggf. unumgesetztes 1 ,3-PDA enthalten, kann nach dem Fachmann bekannten Destillationsverfahren erfolgen. (Vergl. z.B. PEP Report No. 138, „Alkyl Amines", SRI International, 03/1981 , Seiten 81-99, 117).
Die zur destillativen Reingewinnung des gewünschten Produkts DPTA benötigten Destillationskolonnen können durch den Fachmann mit ihm geläufigen Methoden ausgelegt werden (z.B. Zahl der Trennstufen, Rücklaufverhältnis, etc.).
Die Fahrweise mit einem Seitenabzug im Abtriebsteil unterhalb der Reaktionszone der Reaktionskolonne bietet besondere Vorteile bei der weiteren Aufarbeitung zur Reingewinnung des DPTAs.
Der Seitenabzugsstrom, bestehend überwiegend aus unumgesetztem 1 ,3-PDA, enthält nur kleine Mengen an DPTA und Schwersiedem.
Teilmengen oder die gesamte Menge des Seitenstroms können auch in die Reaktionskolonne selbst zurückgeführt werden. Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Seitenstrom vorwiegend 1 ,3-PDA und wenig oder kein DPTA enthält.
Der Sumpfabzugsstrom der Reaktionskolonne enthält bei dieser Fahrweise weniger Leichtsieder (1 ,3-PDA), so dass die Kolonne zur Abtrennung der leichtsiedenden Komponenten von DPTA und Schwersiedem entlastet wird.
Wenn die Reaktivdestillation bei kleinen Drücken durchgeführt wird, beispielsweise 1 bis 3 bar, ist es auch möglich, den Sumpfabzugsstrom bei Sumpftemperaturen von etwa 200 bis 240°C frei von 1 ,3-PDA zu erhalten. Der Sumpfabzugsstrom kann direkt der Reindestillation von DPTA zugeführt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die Herstellung von DPTA mit einer Selektivität von > 70 %, insbesondere > 75 %, ganz besonders > 80 %, jeweils bezogen auf umgesetztes 1 ,3-PDA, bei einem 1 ,3-PDA-Umsatz von > 30 %, insbesondere > 40 %, ganz besonders > 50 %.
Beispiele
Beispiel A
Abbildung 1 in Anlage 1 zeigt eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei dem reines 1 ,3-PDA zusammen mit Wasserstoff der Reaktionskolonne kontinuierlich unterhalb der katalytischen Packung zugeführt wird und ein Gemisch enthaltend DPTA, unumgesetztes 1 ,3-PDA und Schwersieder (SS, d.h. Komponenten mit einem Siedepunkt höher als DPTA, z.B. TPTA, TPPA) über Sumpf erhalten wird. Ammoniak, Wasserstoff und Leichtsieder (LS, d.h. Komponenten mit einem Siedepunkt tiefer als DPTA) werden über Kopf abgetrennt.
Beispiel B
Abbildung 2 in Anlage 2 zeigt eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei dem reines 1 ,3-PDA zusammen mit Wasserstoff der Reaktionskolonne kontinuier- lieh unterhalb der katalytischen Packung zugeführt wird und ein Gemisch enthaltend DPTA und Schwersieder (SS, d.h. Komponenten mit einem Siedepunkt höher als DPTA, z.B. TPTA, TPPA) über Sumpf erhalten wird. Ammoniak, Wasserstoff und Leichtsieder (LS, d.h. Komponenten mit einem Siedepunkt tiefer als DPTA) werden über Kopf abgetrennt. In einem Seitenabzug im Abtriebsteil unterhalb der Reaktionszone der Reaktionskolonne wird 1 ,3-PDA abgetrennt.