DE1153522B - Verfahren zum Stabilisieren von kristallinem Polypropylen - Google Patents
Verfahren zum Stabilisieren von kristallinem PolypropylenInfo
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Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
M 49455 IVc/39 b
BEKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UNDAUSGABEDER
AUSLEGESCHRIFT: 29. AUGUST 1963
Es ist bekannt, daß Produkte auf der Basis von Polyolefinen bei ihrer Verarbeitung in der Hitze in
Gegenwart von atmosphärischem Sauerstoff einem bestimmten Abbau unterliegen. ·
Es ist weiterhin bekannt, daß Gegenstände auf der Basis von kristallinen Polyolefinen gegenüber
der Einwirkung von Licht sowie gegen thermische Behandlungen empfindlich sind. Dieser Abbau kann
durch Zusatz von besonderen Schutzstoffen zum Polymeren (insbesondere während der Herstellung
von Fasern oder Filmen) vermindert werden. Im allgemeinen werden für diesen Zweck geringe
Mengen von Phenolen, Aminen, Schwefelverbindungen, Amino-phenolen, Mercaptanen, organischen
Zinnverbindungen, Phosphiten oder anderen Ver- 1S
bindungen, wie z. B. 2,6-tert.Butyl-p-kresol, /S-Naphthylamin,
p-Phenylen-diamin, styrolisierte Phenole, 2,5-tert.Butyl-hydrochinon, 2-Octyl-4-methoxybenzophenon,
4,4-Thio-bis-(3-methyl-6-tert.butylphenol), 2,2'-Methylen-bis-(4-äthyl-6-tert.butylphenol), Phe- ™
nyl-a-naphthylamin, Phenyl-^-naphthylamin, polymeres
Trimethyldihydrochinon, Methyl-äthyl-ketoxim,
Cyclohexanonoxim, p-Chinondioxim, N,N'-Diphenyl-äthylen-diamin, Diphenyl-p-phenylen-diamin,
basische Zink-dialkyldithiophosphate, Tris-(nonylphenyl)-phosphit
oder Nickel-butyldithiocarbamat verwendet.
Diese Stoffe weisen aber die Nachteile einer Fleckenbildung oder einer geringen stabilisierenden
Aktivität oder diese beiden Nachteile zusammen auf. Stabilisierte Fäden aus Polypropylen und z. B.
4% Phenyl-jtf-naphthylamm, die 30 Tage der Sommersonne
ausgesetzt worden sind, zeigen eine Verminderung der Zugfestigkeit auf 20% des Anfangswertes und der Dehnung auf 5% des Anfangs-
wertes. Bei Probefäden aus Polypropylen, jedoch ohne die stabilisierenden Amine, werden unter den
gleichen Bedingungen die Eigenschaften auf beinahe dieselben Werte vermindert. Wenn man statt der
genannten Amine ein Aminophenol, wie z. B. das Stearoyl-p-aminophenol, verwendet und die Fäden
15 Stunden in einem Ventilationsofen bei 1200C hält, wird die Zugfestigkeit auf 65% und die Dehnung
auf 81% der Ausgarigswerte herabgesetzt.
Mit Phenolen oder Phosphiten wird die Polyolefin-Grenzviskosität stark reduziert, während nach
einer Behandlung von 7 Stunden bei 1300C zerbrechliche Fäden erhalten werden. Mit allen genannten
Stoffen wird außerdem stets eine Fleckenbildung festgestellt.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren zum Stabilisieren von kristallinem Polypropylen
Verfahren zum Stabilisieren von kristallinem Polypropylen
Anmelder:
Montecatini Societä Generale per
rindustria Mineraria e Chimica, Mailand
(Italien)
Vertreter: Dr.-Ing. A. ν. Kreisler, Dr.-Ing K. Schönwald und Dr.-Ing. Th. Meyer,
Patentanwälte, Köln 1, Deichmannhaus
Beanspruchte Priorität: Italien vom 27. Juni 1960 (Nr. 4683)
Giuseppe Leandri, Mailand (Italien), ist als Erfinder genannt worden
durch SCVGruppen aufweisende Verbindungen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß als SCVGruppe
aufweisende Verbindung 0,02 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Polyolefin, einer Verbindung der
allgemeinen Formel
R —CONH
NHCO-R'
worin R und R' gleich oder verschieden sind und, gegebenenfalls mit Alkyl-, Acyl- oder Alkoxyresten
substituierte Arylreste bedeuten, verwendet werden, gegebenenfalls im Gemisch mit anorganischen Salzen
der Stearinsäure.
Die erfindungsgemäß verwendeten Stabilisatoren bewirken eine verbesserte Stabilität des kristallinen
Polypropylens gegen Licht und UV-Bestrahlung, häufig auch eine verbesserte thermische Beständigkeit,
außerdem die Vermeidung von Verfärbungen oder Fleckenbildung der aus den Polymeren hergestellten
Formkörper. Bei bekannten Stabilisatoren tritt fast immer eine sehr starke Verfärbung oder Fleckenbildung
auf.
309 669/350
Unter den Verbindungen, die als Stabilisatoren für kristalline Polypropylene gemäß der Erfindung
CONH-
p,p'-Bis-(benzoylamino)-diphenyl-sulfon.
Andere Verbindungen der angeführten allgemeinen Formel, die ebenfalls eine stabilisierende Wirkung
auf Polypropylen ausüben, sind beispielsweise: p,p'-Bis-(naphthoylamino)-diphenyl-sulfon, p,p'-Bis-(p
- methoxy - benzoylamino) - diphenylsulfon und p,p'-Bis-(p-äthoxybenzoylamino)-diphenyl-sulfon.
Der Zusatz dieser stabilisierenden Verbindungen wird im allgemeinen durch Beimischen dieser Verbindungen
als solche zum Polypropylen unter guter Durchmischung durchgeführt.
Die Stabilisatoren können jedoch auch nach anderen Verfahren zugesetzt werden, beispielsweise
durch Mischen des Polypropylens mit einer Lösung des Stabilisators in einem geeigneten Lösungsmittel
und anschließende Verdampfung des Lösungsmittels od^r durch Zusatz des Stabilisators zu dem Polyolefin
am Ende der Polymerisation.
Die stabilisierende -Wirkung kann auch erhalten werden, wenn man die stabilisierenden Verbindungen
auf den fertigen Gegenstand aufbringt, beispielsweise durch Eintauchen des letzteren in eine Stabiliverwendet
werden können, ist folgende Verbindung besonders wirksam:
NHCO
satorlösung oder -dispersion und anschließendes Abdampfen des Lösungsmittels.
Die gemäß der Erfindung verwendeten Verbindungen zeigen eine gute Verträglichkeit mit Polypropylen
in geschmolzenem Zustand und bewirken keine Fleckenbildung.
Durch Zusatz eines anorganischen Salzes von Stearinsäure, z. B. Calciumstearat, das als säurebindendes
Mittel wirkt, zu den Polypropylenmischungen vor deren Verspinnen, werden die Stabilitätseigenschaften
der Mischungen verbessert.
Die Erfindung wird in dem folgenden Beispiel
erläutert. „ . . ,
In einem Werner-Mischer wird bei Raumtemperatur eine homogene Mischung aus 995Og Polypropylen
(mit einer Grenzviskosität [η], bestimmt in Tetrahydronaphthalin bei7 1350C, von 1,65, einem
Rückstand nach der Heptan-extraktibn von 94,8% und einem Aschegehalt von 0,052%), hergestellt
mit Hilfe von stereospezifischen Katalysatoren, und 50 g p,p'-Bis-(benzoylamino)-diphenyl-sulfon
C6H5 — CONH — C6H4 — SO2 — C6H4 — NHCO — C6H5
hergestellt.
Wenn die Mischung in einem Probierrohr, das sich 10 Minuten in einem Thermostatbad bei 2500C
befindet, geschmolzen wird, ergibt sich eine fast farblose Schmelze.
Die Mischung wird in einem Schmelzspinngerät unter folgenden Bedingungen versponnen:
Schneckentemperatur 21O0C
Kopftemperatur 22O0C
Spinndüsentemperatur ......... 2000C
Spinndüsenart 60/0,8 · 16 mm
Maximaldruck 45 kg/cm2
Aufwickelgeschwindigkeit 240 m je Minute
Die erhaltenen Fasern werden in einem Streckverhältnis von 1 : 6,3 bei 1350C verstreckt. Die
Eigenschaften der erhaltenen Fäden sind folgende:
Zugfestigkeit 4,6 g/den
Dehnung 20%
Die Grenzviskosität [η] des stabilisierten Garns
beträgt 1,29, während ein Garn aus dem gleichen Polymeren, jedoch ohne Zusatz eines Stabilisators,
eine Grenzviskosität [η] von 1,12 besitzt.
Wenn das stabilisierte Garn 15 Stunden der Hitzeeinwirkung in einem Heizschrank mit Luftumlauf
bei 1200C ausgesetzt wird, bleiben seine Eigenschaften fast unverändert.
Nach Belichtung mit einer UV-Quecksilberdampflampe behält das Garn 48% seiner ursprünglichen
Zugfestigkeit, während die Zugfestigkeit eines nicht stabilisierten Garns auf 31% absinkt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zum Stabilisieren von kristallinem Polypropylen durch SO2-Gruppen aufweisende Verbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß als SO2-Gruppe aufweisende Verbindung 0,02 bis 2 Gewichtsprozent, bezogen auf das Polyolefin, einer Verbindung der allgemeinen FormelSO2R— CONHI +-NHCO-R'worin R und R' gleich oder verschieden sind und gegebenenfalls mit Alkyl-, Acyl- oder Alkoxyresten substituierte Arylreste bedeuten, verwendet werden, gegebenenfalls im Gemisch mit anorganischen Salzen der Stearinsäure.309 669/350 S.
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