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Filmführung an Filmlaufwerken Die Erfindung betrifft eine neuartige
Filmführung an schnellstartenden Filmlaufwerken, bei welchen der Film sowohl vor
als auch nach einer mit einer Schwungmasse verbundenen Rolle über je eine beweglich
gelagerte Umlenkrolle geführt wird.
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Bisher war die Schwierigkeit, daß eine mit einer Schwungmasse versehene
Rolle, etwa die Tonrolle, vor Anlauf des Filmlaufwerkes stillstand und daß der Film
während der Anlaufzeit über Reibung auch die Tonschwungmasse mitnehmen mußte und
demzufolge der Hochlauf des Tones eine relativ lange Zeit dauerte. Auch soll die
Forderung erfüllt werden, daß bei Stillstand des Films die mit einer Schwungmasse
versehene Rolle sich frei am Film vorbeidrehen und beim Anlauf des schnellstartenden
Fihnlaufwerkes der Film ohne Verzögerung die Rolle mitnehmen kann.
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Die Erfindung bezweckt, eine Filmführungseinrichtung anzugeben, die
diesen Anforderungen gerecht wird und die obengenannte Schwierigkeit vermeidet.
Hierfür werden bei einer Filmführung an schnellstartenden Filmlaufwerken, bei welchen
der Film sowohl vor als auch nach einer mit einer Schwungmasse verbundenen Rolle
über je eine beweglich gelagerte Umlenkrolle geführt wird, erfindungsgemäß diese
beiden Umlenkrollen, welche bei laufendem Film diesen an die mit einer Schwungmasse
verbundene Rolle anpressen, bei Stillstand des Films in Richtung zu dieser Rolle
verschoben, so daß der Film nicht länger an sie angedrückt wird, sondern diese sich
frei drehen kann; gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind Mittel vorgesehen,
um die beiden Umlenkrollen wieder zurückzubewegen und den Film an die angetriebene,
mit synchroner Drehzahl laufende Rolle anzulegen.
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Es ist zweckmäßig, wenn die Verschiebung der Umlenkrollen gegen Federdruck
durch bewegte keilförmige Körper erfolgt. Es ist günstig, zur Zurückbewegung der
Umlenkrollen und damit zur Anlegung des Films an die mit einer Schwungmasse verbundene
Rolle Federn vorzusehen.
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Bei einer derartigen Filmführungseinrichtung werden vorteilhafterweise
Antriebsmittel vorgesehen, die wahlweise die Umlenkrollen in schwingende Bewegung
versetzen, derart, daß deren Richtung mit der Fortbewegungsrichtung des Films einen
spitzen Winkel einschließt. Bei einer bewährten Ausführungsform erfolgt diese schwingende
Bewegung mit einer Schwingungszahl von 50 bis 100 Hz.
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Im nachfolgenden wird die Erfindung in Verbindung mit den ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Figuren näher beschrieben. Dabei sind nur die zum Verständnis der
Erfindung erforderlichen Bauteile dargestellt und einander entsprechende Teile in
beiden Figuren in gleicher Weise bezeichnet. Es zeigt Fig. 1 eine prinzipielle Darstellung
der neuartigen Filmführungseinrichtung, Fig. 2 eine Fihnfortschalteinrichtung.
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Bei stillstehendem Filmwerkmotor (nicht dargestellt) zieht Magnet
1 die Zugstange 2 nach unten. In dieser Lage werden durch die kegelförmigen Bauteile
3 bzw. 4 die Ausgleichsrollen 5 bzw. 6 gegen die Wirkung der Federn. 7 bzw. 8 hin
zur Rolle 9 bewegt. Damit heben die mit den Lagern der Rollen 5 bzw. 6 verbundenen
Leitbleche 10 bzw. 11 den Film F von der mit einer Schwungmasse verbundenen Rolle
9 ab. Infolgedessen kann sich diese Rolle, die durch einen Motor angetrieben wird,
frei drehen, ohne den Film F zu zerschrammen. Hierbei legt sich die Filmschleife
im Bereich der Rolle 9 gegen das äußere Leitblech 12. Im Moment des Anlaufs des
Fihnwerkmotors, der über die mit gleichförmiger Geschwindigkeit umlaufenden Zahnrollen
13 und 14 den Film. transportiert, werden der Magnet 1 sowie der Motor zum Antrieb
der Rolle 9 stromlos. Der Magnet 1 gibt unter dem Druck der Feder 15 die Rollen
5 und 6 frei, die sich nunmehr in Richtung der gezeigten Pfeile bewegen und dadurch
den Film an die Rolle 9 anpressen. Dies führt zu keinen Störungen, weil inzwischen
die Rolle 9 die synchrone Drehzahl erreicht hat.
Nach Beendigung
oder bei einer gewünschten Unterbrechung der Filmübertragung, z. B. wenn ein Filmbild
als Standbild übertragen werden soll, kann der Motor ohne Schwierigkeit abgeschaltet
werden. Unter der Einwirkung einer (hier nicht beschriebenen) Schnellbremse kommt
das Antriebswerk des Films und damit die Zahnrollen 13 und 14 in 1/5o Sekunde zum
Stillstand. Gleichzeitig mit dem Ausschalten des Stromes für den Filmwerkmotor zieht
der Magnet 1 an, und über die Zugstange 2 und die konischen Bauteile 3 bzw. 4 werden
die Umlenkrollen 5 bzw. 6 in Richtung zur Rolle 9 (nach rechts) verschoben. Der
Film wird hierdurch von der Rolle abgehoben. Im selben Augenblick wird der Motor
für den Antrieb der Rolle eingeschaltet und hält diese auf konstanter Drehzahl.
Es wird also hierdurch die Möglichkeit geschaffen, jederzeit den Film wieder schnell
zu starten, indem dann der eingangs beschriebene Vorgang sich wiederholt und der
Film an die bereits mit der gewünschten Drehzahl umlaufende Rolle 9 angelegt wird.
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Während bisher bei Filmabtastem für Fernsehstudios die Zeit zwischen
Einschalten des Filmtransportes für den bereits fertig eingelegten Film bis zum
Erreichen der Synchrondrehzahl, also des Tongerätes, also bis zum Beginn der ordnungsgemäßen
Fernsehübertragung, etwa 4 bis 5 Sekunden betrug, ermöglicht es die Anwendung der
Erfindung, diese Zeit auf etwa 0,1 Sekunde zu verkürzen. Während es also bisher
erforderlich war, den Filmtransport des Filmabtasters einige Sekunden vor dem gewünschten
Beginn der Einblendung des Filmstreifens in eine laufende Sendung einzuschalten,
kann jetzt der Regisseur durch einfache Betätigung des Druckknopfes für die Motoreinschaltung
den Film zu dem von ihm jeweils gewünschten Zeitpunkt sofort einblenden. Dies bedeutet
eine außerordentliche Erleichterung für den Regisseur, insbesondere bei Live-Übertragungen.
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Bei der Filmfortschalteinrichtung nach Fig. 2 wird der Film F von
der mit Zähnen versehenen Vorwickeltromme120 erfaßt und zwischen zwei Leitblechen
21 und 22 derart geführt, daß der Greifer G, wenn der Film in den Bereich dieses
Greifers kommt, in ein Perforationsloch eingreift. Nun wird der Transport des Films
F vom Greifer G übernommen, der den Film in eine Vorratskammer einschiebt, in. der
er durch geeignete Ausbildung einer Klemmbacke in Richtung zum Bildfenster geleitet
wird, und zwar zwischen das Bildfenster und ein Klemmfenster, das durch eine Vorrichtung
für den Einlegevorgang abgehoben ist. Der Trägerkörper 24 des Bildfensters ist so
bogenförmig gestaltet, daß er den Film einer weiteren Zahnrolle 25 zuführt.
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Durch geeignete Ausbildung eines die Zahnrolle 25 außen umgebenden
Leitbleches (16 in Fig.1) sowie eines auch als Abstreifer wirksamen weiteren Leitbleches
(17 in Fig.1) wird der Film zwangläufig um die Rolle 26 herumgeführt und in einen
Kanal geführt, welcher von zwei Leitblechen (10 bzw. 12 in Fig:1) gebildet wird.
Durch diesen Kanal gelangt der Fihn zur Rolle 9 und um diese herum durch den anschließenden
Kanal zur weiteren Umlenkrolle 28 (5 in Fig.1).
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Die häufigen Umlenkungen durch feststehende Leitbleche rufen Reibungskräfte
am Film hervor, die die Sicherheit des weiteren Vorschiebens des Films durch die
Zahnrolle (13 in Fig.1) in Frage stellen. Hier wird nun nach Fig.1 durch Zuführen
von Wechselstrom an dem Magneten 1 die Zugstange 2 mit den daran befestigten kegelförmigen
Bauteilen 3 und 4 in Schwingungen versetzt, die infolgedessen auch den Umlenkrollen
5 und 6 mitgeteilt werden, welche unter dem Einfluß der Federn 7 und 8 in horizontale
Schwingbewegung geraten. Hierbei läuft der Film jeweils an den äußeren Leitblechen
10 und 11 an, die bei der weiteren Bewegung den Film um einen kleinen Schritt vorwärts
schieben. Durch die hohe Anzahl dieser kleinen Schritte (Schwingungszahl 50 Hz)
wird der Film weitertransportiert, bis er durch einen weiteren Kanal die letzte
Zahntrommel 14 (29 in Fig. 2) getrieben, verläßt der Film das Projektorlaufwerk
und kann nun von Hand einer Aufwickeleinrichtung zugeführt werden.
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Die erfindungsgemäße Filmtransporteinrichtung erleichtert es, den
Film jederzeit rückwärts laufen zu lassen, beispielsweise um einen bereits projizierten
Teil des Films noch einmal vorzuführen. Dies ist besonders für Fernsehstudiobetrieb
günstig, weil hierbei von manchen Regisseuren von der Möglichkeit Gebrauch gemacht
wird, in Bühnenszenen Filmausschnitte einzublenden. üblicherweise sind die nacheinander
einzublendenden Szenen auf dem Film in der richtigen Reihenfolge vorhanden. Soll
nun bei der Probe eine Szene mehrfach wiederholt werden, dann bietet es einen großen
Vorteil, wenn man den Film nach jeder Probe nicht erst aus der Apparatur herausnehmen
und zurückrollen muß, sondern wenn der Rücklauf in der Projektionseinrichtung möglich
ist.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung hat sich besonders bei Fernseh-Filmabtastern
und bei Fernseh-Filmaufzeichnungsgeräten, insbesondere im Zusammenbau mit einer
Filmtransporteinrichtung bewährt.