DE1148162B - Zuender fuer Drallgeschosse - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Zünder für Drallgeschosse.
Es sind derartige Zünder bekannt, bei denen ein Zündpilleträger zwischen einer ausgerückten
Stellung, in der die Feuerkette unterbrochen ist, und einer Scharfstellung, in die er durch den Geschoßdrall
selbsttätig kommt, bewegbar ist, wobei seine Bewegung durch eine Flüssigkeit gebremst
wird.
Bisher war es jedoch schwierig, die Bremsung unabhängig von herstellungsbedingten Zufälligkeiten
und von den jeweiligen Temperaturbedingungen stets gleichmäßig zu gestalten. Wenn die Bremsflüssigkeit
den Hohlraum, in dem sich der Zündpilleträger bewegt, vollständig ausfüllt, so ist keine volle Bremswirkung
vorhanden, und diese hängt überdies stark von der Wärmeausdehnung der Flüssigkeit ab.
Dieser Nachteil wird erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß der Zündpilleträger sich in einem abgedichteten
Hohlraum befindet und dort zwei Kammern bildet, die nur durch enge Kanäle, die um den
Zündpilleträger herumführen, miteinander in Verbindung stehen, daß ferner der Hohlraum von zwei ineinandergeschraubten
Teilen gebildet wird, in deren Gewinde sich Kanäle derart befinden, daß sie erst am
Schluß der Verschraubens der beiden Schraubteile geschlossen werden und vorher während des Zuschraubens
das Abfließen eines Flüssigkeitsüberschusses gestatten, der sich vor dem Zusammenschrauben
in dem einen Schraubteil befindet, sowie daß zwei zusammendrückbare Kissen sich in Hilfskammern
befinden, die jeweils mit der entsprechenden Kammer des Hohlraumes über einen der Abflußkanäle
in Verbindung stehen.
Auf diese Weise erreicht man einerseits eine vollständige Füllung des Hohlraumes mit Flüssigkeit, was
sonst nur unter Schwierigkeiten zu erreichen ist, und andererseits wird die Wärmeausdehnung der Flüssigkeit
durch die zusammendrückbaren Kissen ausgeglichen.
Neben der äußeren Abdichtung muß auch noch eine Abdichtung gegenüber dem Raum, in dem sich
die Zündnadel bewegt, vorhanden sein.
Zu diesem Zweck ist der dichte Hohlraum, in dem der Zündpilleträger schwenkbar ist, an der der Zündnadel
zugewandten Seite durch ein von der Zündnadel beim Aufschlag durchstoßbares Scheibchen abgeschlossen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels an
Hand der Zeichnung. Hierin ist
Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Aufschlagzünders mit Selbst-
Anmelder:
Fa. Hotchkiss-Brandt, Paris
Fa. Hotchkiss-Brandt, Paris
Vertreter: Dipl.-Ing. R. Ohmstede
und Dipl.-Ing. B. Schmid, Patentanwälte,
Stuttgart S, Falbenhennenstr. 17
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 23. November 1960 und 17. Oktober 1961
(Nr. 844 807 und Nr. 876 222)
(Nr. 844 807 und Nr. 876 222)
Zerlegungsvorrichtung für ein Drallgeschoß in der Ruhelage,
Fig. 2 ein halber Längsschnitt des gleichen Geschosses
nach dem Schärfen,
Fig. 3 ein Querschnitt längs der Linie 3-3 in Fig. 1 und
Fig. 4 ein entsprechender Schnitt für die Lage gemäß Fig. 2.
In der Zeichnung ist die Erfindung in Anwendung auf einen bekannten Aufschlagzünder mit Selbstzerlegung
dargestellt, wie er in dem französischen Zusatzpatent 43 453 (Zusatz zu Patent 726 842) beschrieben
ist.
Der beispielsweise dargestellte Zünder nach der Erfindung besitzt ein Gehäuse mit der Längsachse
X-X, das von vorn nach hinten aus der Spitze 1, einem Zwischenstück 2 und einem hinteren Teil 3
besteht, die bei 4 und 5 miteinander verschraubt sind.
Der hintere Teil 3 ist bei 6 in das Geschoß P eingeschraubt. Die drei Teile 1, 2 und 3 sind axial durchbohrt.
Der Teil 1 weist eine gestufte Bohrung aus drei von vorn nach hinten im Querschnitt zunehmenden
zylindrischen Teilen 7, 8 und 9 auf, die durch kegelige Teile verbunden sind, von denen der hintere mit 11
bezeichnet ist. Am hinteren Ende des Teils 7 befindet sich eine Schulter 13.
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Das Zwischenstück 2 besitzt eine ebene Hinterfläche 15, während es vorn einen kegelstumpf önnigen
Sitz 16 aufweist, der von vom nach hinten zur Achse hin läuft und sich in einem axialen zylindrischen
Loch 17 fortsetzt, das einen Hals 18 aufweist und auf der Hinterfläche 15 mündet.
Der hintere Teil 3 weist eine vordere zylindrische Höhlung auf, die !einerseits durch das Gewinde zwischen
den Schraubteilen 2 und 3 und andererseits durch einen Hohlraum 19 mit glatten Wänden gebildet
wird. Dieser Hohlraum 19 steht über eine axiale Bohrung 20 mit dem hinteren Hohlraum 21 eines zylindrischen
Ansatzes 21a in Verbindung, der durch eine Schraubkappe 21 b verschlossen ist. Im Hohlraum
der Spitze 1 befindet sich die Aufschlagvorrichtung A mit den Vorrichtungen zur Verriegelung der
Zündnadel in der Ruhelage, zur Schärfung und Betätigung der Zündnadel zwecks Selbstzerlegung. In
der geschlossenen Umhüllung, die durch den zylindrischen Hohlraum 19 und die Rückseite 15 des Zwischenteils
2 gebildet wird, befindet sich der nachstehend beschriebene Zündpilleträger B, der zwischen
einer Ruhestellung (Fig. 1 und 3) und einer Scharfstellung (Fig. 2 und 4) bewegbar ist. In der einen Stellung
ist die Zündkette unterbrochen, während sie in der anderen Stellung geschlossen ist. Der Zündpilleträger
B enthält die Zündpille C (Fig. 2) mit der Zündladung c, die in der geschärften Stellung des
Zündpilleträgers durch die Zündnadel A zur Detonation gebracht werden kann.
Im hinteren Teil 3 befindet sich in der Bohrung 20 ein Zündrelais. D mit der Ladung d, die durch die
Zündpille C gezündet werden soll. In der Bohrung 21 befindet sich eine Verstärkungsladung E, deren Pulversatz
e seinerseits durch die Ladung d gezündet wird.
Die Schlagvorrichtung A weist eine axiale Zündnadel auf, die aus zwei Teilen 22 und 23 besteht. Der
hintere Teil 23 ist mit einem gewissen Spiel in ein Sackloch des vorderen Teils 22 eingesetzt. Dieser ist
in der zylindrischen Bohrung 7 geführt und wird durch ein Abscherplättehen 25 gehalten, das mittels
eines Ringes 25« in das vordere Ende der Spitze eingeklemmt ist. Der hintere Teil 23 der Zündnadel
endet in der Zündnadelspitze 26 und weist einen Bund 27 auf, dessen hintere Fläche 28 kegelförmig
verläuft, während die vordere Fläche eine zur Achse X-X senkrecht verlaufende Schulter 29 bildet.
Mit der Zündnadel wirkt einerseits eine Verriegelungsvorrichtung in der Stellung der Fig. 1 derart, daß
die Spitze 26 sich im vorderen Teil des Loches 17 befindet und von dem Hals 18 geführt wird, und andererseits
eine Selbstzerlegungsvorrichtung zusammen, die den Zünder nach einer gegebenen Zeit zum
Detonieren bringt, falls das Geschoß bis dahin das Ziel nicht erreicht hat.
Zur Sicherungsvorrichtung gehören eine Spannhülse 30, die durch die Flächen 8 und 9 axial in der
Spitze 1 geführt werden, mit der Hülse 30 und der Zündnadel zusammenarbeitende Verriegelungskugeln
31 und ein geschlitzter federnder Sprengring 32, der in der Ruhestellung nach Fig. 1 in einer äußeren
Ringnut der Hülse 30 eingreift und diese festhält, da er sich gegen die Hinterkante30a der Spitzel legt.
Die Spannhülse 30 weist für jede Kugel 31 eine zylindrische Ausfräsung 33 auf, die gegen die Zünderachse
geneigt ist. Die Fläche jeder Ausfräsung ist so ausgebildet, daß in der hinteren Ruhelage der Hülse
30 die Kugeln 31 den kegelförmigen Sitz 16 des Zwischenstücks 2 und die hintere kegelförmige Fläche
28 des Zündnadelbundes 27 berühren, so daß die Zündnadel in der in Fig. 1 gezeigten Ruhelage festgehalten
wird.
Zur Selbstzerlegung des Zünders dient ein Ring 34, der längs der Zündnadel verschiebbar ist und
durch eine Feder 35 nach hinten gedruckt wird. Diese ist zwischen der vorderen Schulter 13 der
ίο Spitze 1 und einer Schulter 36 des Ringes 34 eingespannt.
Der Ring 34 weist radiale Löcher 37 auf, in die jeweils eine Kugel 38 teilweise eingreift. Die
Kugeln 38 können gleichzeitig teilweise in eine Ausnehmung 39 an der Innenseite der Spannhülse 30
eingreifen. Sie halten also den Ring 34 gegenüber der Hülse 30 fest, solange sie in die Ausnehmungen 39
eingreifen. Erst wenn sie bei der Selbstzerlegung nach innen rollen, geben sie den Ring 34 frei.
Der Zündpilleträger B mit der Zündpille C befindet sich in dem zylindrischen Hohlraum 19, der im
hinteren Teil 3 des Zündergehäuses angebracht und von vorn durch die Hinterseite 15 des Zwischenstücks
2 verschlossen ist. Das Mittelloch 18 des Zwischenstücks ist durch ein dünnes Scheibchen 40,
das an der Rückseite des Loches eingeklemmt ist, dicht verschlossen.
In das Gewinde des Teils 2, das bei 5 in den Teil 3 eingeschraubt werden soll, sind zwei einander diametral
gegenüberstehende Längsabflachungen 40 a eingefräst. Diese Abflachungen (Fig. 1) enden in zwei
radialen Hilfskammern 40 ft des Schraubteils 2, in denen sich jeweils ein zusammendrückbares Kissen
40 c, z. B. aus Schaumgummi, befindet.
Die Abflachungen 40 a stellen Abflußkanäle dar, solange der Teil 2 nicht vollständig in den Teil 3
eingeschraubt ist. Wenn dann durch die Berührung der beiden sauber abgedrehten Flansche bei 40 d die
Dichtigkeit hergestellt ist, ist der Raum 19 völlig nach außen abgeschlossen, steht aber über die Abflachungen
40 a mit den Hohlräumen 405 in Verbindung.
Im Raum 19 ist der Zündpilleträger B um die Achse Y-Y eines Zapfens 41 schwenkbar gelagert.
Der Zapfen 41 ist exzentrisch zur Längsachse X-X (Fig. 1 und 3) angeordnet. Der Zündpilleträger B
kann also aus der in Fig. 1 und 3 gezeigten Ruhestellung, in der die Feuerkette unterbrochen ist, in
die in Fig. 2 und 4 gezeigte Scharfstellung übergehen.
Der Träger B wird in der Ruhestellung durch eine Feder 42 gehalten. In dieser Stellung ist die Zündpille
C außerhalb der Achse X-X, während in der Stellung der Fig. 2 und 4 die Zündpille die gleiche
Achse wie die Hauptachse des Zünders hat.
Die Anordnung ist so getroffen, daß der Schwerpunkt des Zündpilleträgers B sich in einem Punkt G
befindet (Fig. 3), der so gewählt ist, daß bei einer Drehung des Geschosses um seine Achse im Sinne
des Pfeiles p die am Zündpilleträger im Punkt G angreifende
Zentrifugalkraft F um die Schwenkachse Y-Y des Zündpilleträgers ein Drehmoment F · α ergibt,
das den Zündpilleträger um die Achse Y-Y im Sinne des Pfeiles/2 zu drehen sucht. Eine passende
Stellung des Schwerpunktes G kann erzielt werden, wenn man den Zündpilleträger B aus zwei Teilen 43
und 44 verschiedener Dichte herstellt. Beispielsweise kann der Teil 43 aus einem leichten Material, z. B.
einem Leichtmetall oder einem Superpolyamid oder einem anderen Kunststoff bestehen, während der Teil
44 aus einem schweren Material wie Silber, Messing oder Titankarbid, besteht.
Innerhalb des Hohlraumes 19 befinden sich außer dem Zündpilleträger B zwei feste FüBstücke47 und
47«, die mit Zapfen 48 und 48 a befestigt and. Das Füllstück 47 besitzt eine zylindrische Fläche 50, die
konzentrisch zur Achse Y-Y ist und in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich die zylindrische Endfläche
51 des Teils 44 des Zündpilleträgers B befindet. Das Füllstück 47 a besitzt ebenfalls eine zylindrische
Fläche 50 α (Fig. 3) konzentrisch zur Achse Y-Y, in deren unmittelbarer Nachbarschaft sich die
zylindrische Fläche 51a des Zündpilleträgers B befindet.
Infolgedessen bildet der Zündpilleträger innerhalb des nach außen abgedichteten Hohlraums, in dem
er schwenkbar ist, zwei Kammern m und n, die je mit einer der Kammern 40 b (Fig. 1) des Teils 2 über
eine der Nuten 40 a ständig in Verbindung stehen. Dagegen wird eine Verbindung zwischen den beiden
Kammern m und η nur durch sehr enge Kanäle hergestellt, die dem Spiel Jc1 zwischen den Flächen 50
und 51 (Fig. 1), dem Spiel x2 zwischen den Flächen
50 a und 51a, dem Spiel y (Fig. 1), zwischen der Fläche 15 und der entsprechenden Fläche 52 des
Zündkapselträgers B und dem Spiel ζ (in Fig. 1 wegen seiner Kleinheit nicht erkennbar) zwischen dem
Boden 53 des Hohlraums 19 und der entsprechenden Fläche 54 des Zündpilleträgers B entsprechen.
Die Kammern m und n, die Abflußkanäle 40 a und die freien Teile der Hilfskammern 40 b sind vollständig
mit einer Flüssigkeit 55 ausgefüllt, die vorzugsweise aus einem Silicon besteht. Vor dem Verschrauben
der Teile 2 und 3 wird in den Hohlraum des Schraubteils 3 eine etwas zu große Menge des
Silicons eingefüllt. Beim Zuschrauben fließt das überschüssige Silicon durch die Abflußkanäle 40 a aus.
Die beiden zusammendrückbaren Kissen 40 c verhindern einen übermäßigen Flüssigkeitsdruck infolge von
Unterschieden in der Wärmeausdehnung des Silicons und der Metalle, welche die Wände des mit Silicon
gefüllten Hohlraums bilden.
Die Anordnung arbeitet folgendermaßen: in der Ruhestellung sind die Teile in der Stellung nach Fig. 1
und 3. Die Zündnadel ist durch die Kugel 31 festgehalten, während die Spannhülse 30 sich durch den
Federring 33 in der hinteren Stellung gehalten befindet. Der Ring 34 liegt an der Vorderfläche 29 des
Bundes 27 der Zündnadel unter der Wirkung der Feder 35 an, da diese auch in der Stellung der Fig. 1
etwas zusammengedrückt ist. Der Zündpilleträger JS befindet sich in der Stellung nach Fig. 3, so daß die
Zündpille C gegenüber der Achse X-X, in der die Feuerkette verläuft, seitlich ausgerückt ist. Der
Zünder besitzt also eine vollständige Vorrohrsicherheit während der Lagerung, beim Transport und beim
Laden.
Beim Abschuß rutscht der Federring 32 unter der vereinigten Wirkung der Axialbeschleunigung und
der Zentrifugalbeschleunigung aus der Nut des Spannrings 30, aber während der gesamten Axialbeschleunigung
— d.h. nicht nur solange das Geschoß sich im Geschützrohr befindet, sondern auch
auf einem gewissen Bereich nach dem Austreten aus dem Rohr — werden die Kugeln 31 durch die positive
Axialbeschleunigung gegen den hinteren Sitz 16 und damit nach innen gedruckt, so daß alles vorläufig
bleibt wie vorher.
Wenn aber die Axialbeschleunigung nachläßt, drücken die Kugeln 31 sich unter der Wirkung der
Zentrifugalkraft gegen die Flächen 33 der Hülse 30 und verschieben diese Hülse axial nach vorn, da zwisehen
den Flächen 16 und 33 eine Keilwkkung eintritt. Die Hülse 30 geht also aus der Lage der Fig. 1
in die gespannte Lage der Fig. 2 über.
Dagegen bleiben infolge der Zentrifugalkraft die in den Löchern 37 des Rings 34 befindlichen Kugeln
ίο 38 seit dem Abschuß in der Ausnehmung 39 der
Spannhülse 30, so daß die Hülse bei ihrer Vorwärtsbewegung den Ring 34 mitnimmt und die Feder 35
kräftig zusammendrückt.
Andererseits wird während der gesamten Axialbeschleunigung die Hinterfläche des Zündpilleträgers B gegen den Boden des Hohlraums 19 gedrückt, wodurch der Zündpilleträger sich nicht unter der Wirkung der Zentrifugalkraft im Sinne des Pfeiles f2 verschwenken kann. Diese Schwenkbewegung wird außerdem dadurch behindert, daß wegen der gleichen Drehrichtung des Zündpilleträgers mit dem Zünder um die Achse X-X (gleicher Richtungssinn der Pfeile f1 und f- in Fig. 3) beim Abschuß die Winkelbeschleunigung des Zünders infolge der Trägheat den Zündpilleträger in der Ruhestellung nach Fig. 1 und 3 hält, in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, wobei der Teil 43 des Zündpilleträgers sich gegen das feste Füllstück 47 a legt. Auch während der Periode, die der Rohrsicherheit entsprechen soll, ist also eine vollständige Sicherung vorhanden. Nach dem Aufhören der Axialbeschleunigung und der Winkelbeschleunigung nimmt jedoch der Abstand ζ zwischen Boden des Hohlraums 19 und Zündpilleträger zu, und dieser verschwenkt sich unter der Einwirkung der Zentrifugalkraft F (Fig. 3) und gegen die Wirkung der Feder 42 um die Achse Y-Y im Sinne des Pfeiles f2, wobei die Schwenkbewegung durch das Silicon gedämpft wird, das durch die engen Spalten X1, x2, y und ζ aus der Kammer η in die Kammer m fließen muß. Der Zündpilleträger gelangt so schließlich aus der ausgerückten Stellung nach Fig. 1 und 3 in die eingerückte Stellung nach Fig. 2 und 4, in welcher die Zündpille C sich in der Achse X-X befindet und so die Feuerkette schließt.
Andererseits wird während der gesamten Axialbeschleunigung die Hinterfläche des Zündpilleträgers B gegen den Boden des Hohlraums 19 gedrückt, wodurch der Zündpilleträger sich nicht unter der Wirkung der Zentrifugalkraft im Sinne des Pfeiles f2 verschwenken kann. Diese Schwenkbewegung wird außerdem dadurch behindert, daß wegen der gleichen Drehrichtung des Zündpilleträgers mit dem Zünder um die Achse X-X (gleicher Richtungssinn der Pfeile f1 und f- in Fig. 3) beim Abschuß die Winkelbeschleunigung des Zünders infolge der Trägheat den Zündpilleträger in der Ruhestellung nach Fig. 1 und 3 hält, in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, wobei der Teil 43 des Zündpilleträgers sich gegen das feste Füllstück 47 a legt. Auch während der Periode, die der Rohrsicherheit entsprechen soll, ist also eine vollständige Sicherung vorhanden. Nach dem Aufhören der Axialbeschleunigung und der Winkelbeschleunigung nimmt jedoch der Abstand ζ zwischen Boden des Hohlraums 19 und Zündpilleträger zu, und dieser verschwenkt sich unter der Einwirkung der Zentrifugalkraft F (Fig. 3) und gegen die Wirkung der Feder 42 um die Achse Y-Y im Sinne des Pfeiles f2, wobei die Schwenkbewegung durch das Silicon gedämpft wird, das durch die engen Spalten X1, x2, y und ζ aus der Kammer η in die Kammer m fließen muß. Der Zündpilleträger gelangt so schließlich aus der ausgerückten Stellung nach Fig. 1 und 3 in die eingerückte Stellung nach Fig. 2 und 4, in welcher die Zündpille C sich in der Achse X-X befindet und so die Feuerkette schließt.
Diese Stellung, die in sehr genauer Weise durch den Anschlag des Teils 43 des Zündpilleträgers gegen
die Wand des Hohlraums 19 (Fig. 4) bestimmt ist, stellt diejenige Stellung dar, in welcher die Zündpille
C dem Relais D der Feuerkette genau gegenübersteht und sich in der Achse der Zündnadel befindet.
Durch geeignete Wahl der Spaltbreiten und der Viskosität des Silicons kann man die Zeit einstellen,
die der Zündpilleträger braucht, um in der Stellung nach Fig. 2 und 4 anzukommen, in der die Aufschlagzündung
und die Übertragung der Zündung der Zündpille C auf das Relais D möglich ist. Durch die Wahl
dieser Werte kann man also die Dauer der Rohrsicherheit einstellen.
Wenn schließlich die oben geschilderten Verschiebungen durchgeführt sind, ist der Zünder geschärft,
denn die Zündnadel ist verriegelt, die durch den Ring 34 und die Feder 35 dargestellte Selbst-Zerlegungsvorrichtung
ist ebenfalls gespannt, weil der Ring 34 von der Schulter 29 der Zündnadel 23 um
eine gewisse axiale Strecke w (Fig. 2) entfernt ist, die etwa gleich der axialen Verschiebungsstrecke des
Rings 30 ist, wobei die Feder 35 zusammengedrückt wird; schließlich ist die Feuerkette in der oben angegebenen
Weise geschlossen.
Der so gespannte Zünder kann entweder durch Aufschlag auf das anvisierte Ziel oder selbständig
gezündet werden, wenn der Drall des Geschosses auf
seine Bahn sich infolge der Luftreibung vermindert hat.
Bei Aufschlag auf das Ziel wird die Geschoßnase eingedrückt, und die von den Kugeln 31 und 38 freie
Zündnadel verschiebt sich nach hinten, durchsticht das Scheibchen 40 und sticht die Zündpille C auf,
die das Relais D zündet, das seinerseits die Verstärkungsladung E in Brand setzt.
Wenn dagegen das Geschoß sein Ziel nicht erreicht hat, wird allmählich infolge der Luftreibung die
Zentrifugalkraft auf die Kugel 38 geringer als die Kraft der Feder 35. Diese verschiebt infolgedessen
den Ring 34 von vom nach hinten gegen den Bund 27 der Zündnadel 23, wodurch die Zündnadelspitze
26 das. Scheibchen 40 durchsticht und auf die Zündpille C auftrifft.
Wie man sieht, ist der Zünder von einfacher Konstruktion
und von absoluter Sicherheit, denn die Anwesenheit des Silicons im Hohlraum 19 und die
Wahl seiner Viskosität und der Spaltbreiten X1, X2, y
und ζ gestatten die Veränderung der Verzögerungen beim Spannen zwischen einigen Hundertstel- und
einigen Zehntelsekunden.
Claims (2)
1. Zünder für Drallgeschosse, bei dem ein Zündpilleträger zwischen einer ausgerückten Stellung,
in welcher die Feuerkette unterbrochen ist, und einer Scharfstellung, in die er durch den
Geschoßdrall selbsttätig kommt, bewegbar ist, wobei seine Bewegung durch eine Flüssigkeit gebremst
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Zündpilleträger (B) sich in einem abgedichteten
Hohlraum (19) befindet und dort zwei Kammern (m, ti) badet, die nur durch enge Kanäle (Jc1, X2,
y, z), die um den Zündpilleträger herumführen, miteinander in Verbindung stehen, daß femer der
Hohlraum von zwei ineinandergeschraubten Teilen (2, 3) gebildet wird, in deren Gewinde sich
Kanäle (40 a) derart befinden, daß sie erst am Schluß des Verschraubens der beiden Schraubteile
(2, 3) geschlossen werden und vorher während des Zuschraubens das Abfließen eines
Flüssigkeitsüberschusses gestatten, der sich vor dem Zusammenschrauben in dem einen Schraubteil
(3) befindet, sowie daß zwei zusammendrückbare Kissen (40 c) sich in Hilfskammern (40 b)
befinden, die jeweils mit der entsprechenden Kammer (m, ri) des Hohlraums (19) über einen
der Abflußkanäle (40 a) in Verbindung stehen.
2. Zünder nach Anspruch 1 mit in der Zündernase beweglicher Zündnadel, dadurch gekennzeichnet,
daß der dichte Hohlraum (19), in dem der Zündpilleträger (B) schwenkbar ist, an der
der Zündnadel (26) zugewandten Seite durch ein von der Zündnadel beim Aufschlag durchstoßbares
Scheibchen (40) abgeschlossen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 736 653, 844 564,
018 757;
018 757;
deutsche Auslegeschrift Nr. 1 086 594;
französische Patentschrift Nr. 43 453 (zweiter Zusatz zu Patent Nr. 726 842);
USA.-Patentschriften Nr. 2 392 430, 2 664 822.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 309 578/18 4.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR844807A FR1280757A (fr) | 1960-11-23 | 1960-11-23 | Fusée perfectionnée pour projectile à giration |
| FR876222A FR80521E (fr) | 1960-11-23 | 1961-10-17 | Fusée perfectionnée pour projectile à giration |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1148162B true DE1148162B (de) | 1963-05-02 |
Family
ID=26188266
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH44150A Pending DE1148162B (de) | 1960-11-23 | 1961-11-18 | Zuender fuer Drallgeschosse |
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|---|---|
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| BE (1) | BE609930A (de) |
| CH (1) | CH373670A (de) |
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| FR (3) | FR1280757A (de) |
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