[go: up one dir, main page]

DE1038519B - Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben - Google Patents

Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben

Info

Publication number
DE1038519B
DE1038519B DEB38176A DEB0038176A DE1038519B DE 1038519 B DE1038519 B DE 1038519B DE B38176 A DEB38176 A DE B38176A DE B0038176 A DEB0038176 A DE B0038176A DE 1038519 B DE1038519 B DE 1038519B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fabric
dimethylolurea
good
embossed
ether
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEB38176A
Other languages
English (en)
Inventor
Alfred Brookes
Arthur Raymond Smith
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
British Industrial Plastics Ltd
Original Assignee
British Industrial Plastics Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by British Industrial Plastics Ltd filed Critical British Industrial Plastics Ltd
Publication of DE1038519B publication Critical patent/DE1038519B/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06QDECORATING TEXTILES
    • D06Q1/00Decorating textiles
    • D06Q1/08Decorating textiles by fixation of mechanical effects, e.g. calendering, embossing or Chintz effects, using chemical means
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/19Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with synthetic macromolecular compounds
    • D06M15/37Macromolecular compounds obtained otherwise than by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D06M15/39Aldehyde resins; Ketone resins; Polyacetals
    • D06M15/423Amino-aldehyde resins

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

Die Erfindung bezieht sich auf die mechanische Ausrüstung von Textilien und im besonderen auf die Herstellung waschfester Effekte bei Geweben, die ganz oder im wesentlichen aus regenerierter Cellulose bestehen.
Es ist im Prinzip bekannt, Fasern, Gewebe und andere poröse Materialien mit Lösungen von wasserlöslichen thermoplastischen Kunstharzen oder harzbildenden Komponenten zu imprägnieren, diese Materialien dann zu trocknen und mit Hilfe weiterer Erwärmung das Kunstharz auszuhärten oder in unlösliche Form überzuführen. Auf diese Weise ist es möglich, kunstharzimprägnierten Reyongeweben eine beständige Knitterfestigkeit zu verleihen, die durch Waschen nicht verringert wird.
Man war schon seit langem bestrebt, auf ähnliche Weise bei Textilgeweben verschiedene waschfeste Effekte zu erzeugen. Zu diesem Zweck unterwirft man beispielsweise das kunstharzgetränkte Material vor der Aushärtung mechanischen Bearbeitungsverfahren, wie z. B. der Satinierung (Seidenglanzerzeugung), bei der das Material durch erhitzte Satinierkalander läuft, oder der Gaufrierung, um verschiedene erhabene Muster zu erhalten, indem man das Material durch erhitzte Gaufrierkalander laufen läßt, welche ein entsprechendes Muster im Relief tragen. In solchen Fällen war man im allgemeinen bemüht, die zusätzlichen Vorteile dieser waschfesten Effekte zu erhalten, ohne daß das entsprechende Gewebe eine Einbuße in seinen normalen Festigkeitseigenschaften und in seiner Textur oder seinem »Griff« erlitt. Beispiele derartiger Verfahren werden beschrieben in den britischen Patentschriften 425 032, 452 435, 503 414, 555 575, 596 569, 610103, 635 923, 614 047. Diese Verfahren zeigen die Mannigfaltigkeit der Möglichkeiten und die Mühe, die im Einzelfall aufgewandt wurde, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen.
Während anfänglich Harnstoff-Formaldehyd-Harze oder harzbildende Lösungen verwendet wurden, geht die Tendenz in der Industrie neuerdings dahin, MeI-amin-Formaldehyd-Massen in derartigen Verfahren vorzuziehen, da sie erhöhte Waschfestigkeit zeigen. Größte Sorgfalt und Vorsicht ist jedoch bei der Zubereitung und Benutzung dieser Verbindungen angebracht, um erfolgreich zu arbeiten und Verderb und infolgedessen Vergeudung von Tuchen zu vermeiden. Die britische Patentschrift 614 047 beschreibt die Anwendung von methylierten Melamin-Formaldehyd-Massen, die bisher als einzige bei diesen mechanischen Finishverfahren erfolgreich waren, indem sie leichtes Arbeiten bei hinreichend waschfesten Ergebnissen ermöglichten und daher einen bedeutenden Fortschritt der Technik darstellen. Die industrielle Entwicklung dieser waschfesten mechanischen Finishverfahren wie Fixierung mechanischer Effekte
und Finishe in Textilgeweben
Anmelder:
British Industrial Plastics Limited, London
Vertreter: Dr. W. Müller-Bore, Patentanwalt,
Braunschweig, Am Bürgerpark 8
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 6. Dezember 1954
Alfred Brookes, Dudley, Worcester,
und Arthur Raymond Smith,
Birmingham, Warwickshire (Großbritannien),
sind als Erfinder genannt worden
auch das Marktangebot des Textilhandels mit so behandelten Tuchen bezog sich jedoch in der Hauptsache, wenn nicht sogar vollständig, auf Gewebe aus natürlichen Fasern und unter diesen in den meisten Fällen auf Baumwollware. Überraschenderweise hat es sich jetzt ergeben, daß, wenn Reyon oder andere Gewebe aus regenerierter Cellulose ähnlich mit methylierten Melamin-Formaldehyd-Massen nach der britischen Patentschrift 614 047 behandelt werden, diese einmalig guten Effekte nicht erzielt werden und der »Griff« des Materials leicht entgegengesetzt beeinflußt wird. Die erfolgreiche Entwicklung dauerhafter, waschfester Finishe bei Baumwollgeweben führte zu bedeutenden neuen Moden, die die Nachfrage nach so behandelter Ware sehr steigerten. Es ist daher für die Industrie, die sich mit Reyon oder anderer regenerierter Cellulose befaßt, von beträchtlicher Bedeutung, daß eine Lösung des Problems gefunden wird, die es gestattet, bei Reyon- oder anderen Geweben aus regenerierter Cellulose zufriedenstellende mechanische Finishe zu erzeugen, die für den Textilhandel annehmbar sind.
Ziel der Erfindung ist die Lösung des obigen Problems.
Nach der Erfindung besteht ein Verfahren zur Fixierung mechanischer Effekte und Finishe bei Textilgeweben, die hauptsächlich oder vollständig aus regenerierter Cellulose bestehen, darin, das Gewebe mit einer wäßrigen Lösung eines wasserlöslichen
«09 637/457
3 4
niederen Alkyläthers des Dimethylolharnstoffs, bei waren, haben von vornherein einen festeren »Griff« dem mindestens 75 °/o der vorhandenen Methylolgrup- und verhalten sich daher weniger kritisch gegenüber pen veräthert sind, und eines sauren oder sauer wir- einer Kunstharzimprägnierung. Daher ist zu sagen, kenden Aushärtungsmittels zu tränken, das imprä- daß die Chemikalien und Methoden der bekannten gnierte Gewebe durch Mangeln oder anderweitiges 5 Techniken, die erfolgreich entwickelt wurden, haupt-Auspressen von überschüssiger Lösung zu befreien, sächlich jedoch für die Behandlung von Geweben aus das Gewebe anschließend wenigstens teilweise zu Naturfasern, wie z. B. Baumwolle und Leinen, vertrocknen, der gewünschten mechanischen Finish- sagen, wenn sie auf regenerierte Cellulose übertragen behandlung zu unterwerfen und schließlich zu erhit- werden, und zwar dadurch, daß die Kunstharze, die zen, um die Imprägnierung unlöslich zu machen. io bisher verwendet wurden, im allgemeinen zu reak-
Der Begriff »regenerierte Cellulose« soll unter an- tionsfreudig sind und schon verfrüht im Stadium der
derem versponnene Viskose, Viskose-Stapelfaser, Tränkung und der dann erfolgenden Trocknung aus-
Viskosegarn mit durchlaufenden Fäden und Bemberg- härten, so daß das Material nach dem Trocknen nicht
oder Cuprammonium-Cellulosegarn einschließen. mehr über eine ausreichende Plastizität verfügt, die
Die Lösung kann als Zusatz zu dem Äther des Di- i5 Voraussetzung für ein erfolgreiches Satinieren, Gau-
methylolharnstoffs einen niederen Alkyläther eines frieren oder anderes mechanisches Finishen ist. In
Methylolmelamine enthalten, dessen Menge jedoch allen diesen Fällen werden unbefriedigende und un-
nicht" größer ist als die des Äthers des Dimethylol- vollkommene Resultate erzielt, die noch dazu durch
harnstoffs. Vorzugsweise enthält das Methylolmel- Waschen schnell verlorengehen. Versuche, diese
amin zwei oder mehr Äquivalente Formaldehyd. 20 zu frühe Kondensation oder diesen zu frühen
Nach der Tränkung des Gewebes wird die über- Zerfall des Harzes einzuschränken oder zu ver-
schüssige Lösung durch Mangeln oder andere geeig- hindern, indem der Trocknungsprozeß abgekürzt
nete Verfahren entfernt, so daß zwischen 5 und 25% wird, bieten keine befriedigende Lösung des Pro-
des Äthers oder der Äther, bezogen auf das Gewicht blems. Zwar werden bessere Plastizität und bessere
des Gewebes, von diesem zurückgehalten werden, be- *5 mechanische Eigenschaften mit dieser Methode er-
vor es getrocknet wird. Das Gewebe wird dann ge- reicht; da aber die mechanische Behandlung in einem
trocknet, wobei übermäßiges Spannen und Strecken frühen Stadium, in dem das imprägnierte Gewebe
zu vermeiden ist. Mechanische Effekte, die fixiert noch etwas feucht ist, ausgeführt wird, ziehen derar-
werden können, sind z. B. Satinieren, Gaufrieren tige Veränderungen des Verfahrensganges unweiger-
oder Schreinern. 3° Hch eine übermäßige Härte im »Griff« nach sich. Da-
Die bevorzugten Äther sind Methyl-, Äthyl- und her wird offenbar, daß das Problem darin besteht, Propyläther des Dimethylolharnstoffs und der Me- sicherzustellen, daß die Kunstharze, die im Gewebe thylolmelamine, die zwei oder mehr Formaldehyd- enthalten sind, gerade zu der Zeit, wo das Gewebe der äquivalente enthalten. Im allgemeinen werden 'die mechanischen Behandlung unterworfen ist, genau und Methyläther vorgezogen. Bei Anwendung dieser Er- 35 spezifisch so eingestellt sind, um den besonderen findung in der Praxis ist es nicht wichtig, daß diese Eigenschaften und dem Verhalten der viel weicheren Äther chemisch rein sind. Man hat technische Erzeug- regenerierten Cellulose Rechnung zu tragen im Gegennisse gefunden, die recht zufriedenstellende Ergeb- satz zu den bestimmten und sehr streng davon zu nisse aufwiesen. Ferner ist es nicht erforderlich, diese unterscheidenden Eigenschaften und Verhalten der Äther, die kristalline Verbindungen sind, in kristal- 40 Gewebe aus Naturcellulose.
liner Form rein darzustellen. Lösungen, die die durch Die Kunstharzlösungen, die im allgemeinen zur Reaktion der Amino-Methylol-Verbindungen mit dem Abwandlung der Eigenschaften von Textilgeweben entsprechenden Alkohol hergestellten alkylierten Pro- verwendet werden, sind notwendigerweise relativ verdukte enthalten, können genau so gut verwendet wer- dünnte Lösungen, im allgemeinen mit einer Harzkonden, vorzugsweise nach Konzentrierung und Rück- 45 zentration in der Größenordnung von ungefähr 5 bis gewinnung des überschüssigen Alkohols zur Wieder- 25%, da nur kleine Mengen Kunstharz in dem Geverwendung. In der Benutzung derartiger technischer webe erforderlich sind. Das Verhalten solcher verProdukte sollte jedoch dafür Sorge getragen werden, dünnten Lösungen während der Tränkung und Trocksicherzustellen, daß der höchstmögliche Alkylierungs- rmng weicht beträchtlich von dem der zäheren und grad erreicht wird. Nur teilweise Alkylierung der 50 höher konzentrierten Kunstharzlösungen ab, die als vorhandenen Methylolgruppen steigert die Wasser- Wachsmittel zum Schlichten und Laminieren bzw. als löslichkeit der Methylolverbindungen und führt zu Binde- oder Klebemittel von Textilien oder anderen Fehlresultaten. Die Erzeugnisse werden im allgemei- Stoffen verwendet werden.
nen wenig zufriedenstellen, da die nicht umgesetzten Auch wenn keine Beschleuniger oder Aushärtungs-Methylolgruppen im allgemeinen zur frühzeitigen 55 mittel für das Harz vorhanden sind, kondensieren verVerharzung neigen und dadurch unvermeidlich zu dünnte Lösungen von Harnstoff-Formaldehyd- und Verfahrensschwierigkeiten führen und bei späterer Melamin-Formaldehyd-Kunstharzen oder -Harzbild-Anwendung dem Textil einen harten »Griff« geben. nern progressiv, wenn Aushärtungsmittel zugegen
Die folgenden Beobachtungen werden lediglich zu sind, schneller. Eine zusätzliche Schwierigkeit, die
dem Zweck mitgeteilt, die Verbesserungen und Vor- 60 dabei auftritt und noch wenig erkannt wurde, besteht
teile im einzelnen herauszustellen, die sich durch das darin, daß sie unter Erwärmung und Trocknung, die
Verfahren nach der Erfindung ergeben. durch Wärme beschleunigt wird, dazu eine merkliche
Reyongewebe haben immer einen weitaus weicheren Hydrolyse durchmachen, wobei die kennzeichnende
Faltenwurf und »Griff« als Baumwoll- oder Leinen- Tendenz Verlust von Formaldehyden ist. Infolgedes-
gewebe ähnlicher Bindung. Es ist daher von größter 65 sen weist der Harzrest, der nach dem Trocknen im
Bedeutung zur Steigerung des Kaufreizes — ganz ab- Gewebe zurückbleibt, nur geringe Ähnlichkeiten in
gesehen vom Finish und anderen Effekten, die später seinen Eigenschaften mit dem des ursprünglichen
erzeugt werden —, daß diese Qualitäten auch bei dem Kunstharzes oder der Harzbildner auf, die vorher zur
fertigen Erzeugnis im selben Ausmaß vorliegen. Ge- Tränkung benutzt wurden, da nicht nur eine Verände-
webe aus natürlichen Fasern, wie z. B. Baumwoll- 70 rung im Grad der Kondensation, sondern auch in der
chemischen Zusammensetzung eintritt. Die Neigung zu progressiver Kondensation ist allgemein sehr gut bekannt. Beträchtliche Zeitaufwendungen und Anstrengungen wurden gemacht bei den vielen Verfahren der früheren Technik, um verbesserte Aushärtungsmittel zu entwickeln, die langsamer reagieren, damit diese Neigung zur Vorhärtung verhindert oder verringert wird. Wenn überhaupt, sind nur wenige dieser Bemühungen vollständig erfolgreich gewesen. Eine Eigenheit der alkylierten Aminoplaste, die für das Verfahren der vorliegenden Erfindung verwendet und geeignet gemacht werden, ist, daß die alkylierten Methylolderivate von Harnstoff und Melamin zunächst hydrolysiert oder entäthert werden müssen, indem ihre Alkyl-Substituenten-Gruppen abgespalten und folglich die Bestandteile an Alkohol- und Methylolverbindungen in merklichem Ausmaß regeneriert werden, bevor die Kondensation der Methylolverbindung zu Harz beginnen kann.
Infolgedessen werden sogar bei Vorhandensein reaktionsfreudiger Aushärtungsmittel die Harzbildner durch entsprechende vorhergehende Alkylierung in der Lösung während der Tränkung und Trocknung in beachtlichem Ausmaß stabilisiert.
Stabilität und Verhalten der oben beschriebenen alkylierten Verbindungen sind nicht genau gleich für verdünnte Lösungen bei den verschiedenen Verfahren. Während die alkylierten Methylolmelamine gemäß der britischen Patentschrift 614 047 nach der Trocknung ein Harz gebildet haben, dessen Zusammensetzung und Plastizität zufriedenstellenden Verfahrenslauf und annehmbare Ergebnisse bei mechanischem Finish von Naturfasergeweben gewährleisten, hat sich unerwarteterweise herausgestellt, daß Textilgewebe aus regenerierter Cellulose, wenn bei ihnen ähnliche Chemikalien zur Anwendung kommen, entweder einen zu harten »Griff« erhalten, falls die mechanische Behandlung erfolgte, während das Tuch noch feucht war, oder bei vollständiger Trocknung die Finishe nur unvollkommen und nicht waschfest werden.
Während die Effekte, die durch mechanische Finishen unter Anwendung von Melaminverbindungen gemäß der britischen Patentschrift 614 047 erreicht werden, bei Baumwoll- und anderen Naturfasergeweben annehmbar sind und die Waschfestigkeit dieser Effekte nichts zu wünschen übrigläßt, kann man entsprechende alkylierte Harnstoffverbindungen in solchen Fällen nicht allgemein verwenden, weil die damit erzielte Waschbeständigkeit geringer ist.
Im Gegensatz zu diesen Erfahrungen bei Naturfasergeweben stehen diejenigen bei Geweben aus regenerierter Cellulose. Hier hat es sich gezeigt, daß bei Anwendung von alkyliertem DimethylolharnstofF gemäß dem Verfahren der Erfindung nicht nur der Verfahrensgang erleichtert, sondern auch eine gute Waschfestigkeit erreicht wird, die den Anforderungen des Handels Rechnung trägt. Es scheint so, daß diese gute Waschfestigkeit auf die enge Übereinstimmung der Plastizität des Harzes mit der Kompressibilität der regenerierten Cellulose unter Reibung und Druck bei der mechanischen Behandlung zurückzuführen ist, die eine gleichmäßigere Verteilung des Harzes auf der Faser und ein homogeneres Material bewirkt, als es bisher erhalten werden konnte.
Geringe Veränderungen im Grad der Waschfestigkeit und der Knitterfestigkeit oder im »Griff« des Gewebes lassen sich auf Wunsch im Rahmen dieser Erfindung durch teilweises Ersetzen der alkylierten Methylolharnstoffe durch alkylierte Methylolmelamine erreichen.
Zum Stand der Technik wird noch die USA.-Patentschrift 2 201 891 genannt, welche ein Verfahren zur Herstellung sogenannter »Ölseiden«-Gewebe und ähnlicher Gewebe beschreibt und hierfür auch die Verwendung von Textilien aus regenerierter Cellulose vorsieht; eine Fixierung bzw. Waschfestmachung mechanischer Effekte wird jedoch nicht erreicht. Die genannte USA.-Patentschrift verwendet im Gegensatz zur Erfindung nicht kristalline wasserlösliche Verbindüngen, sondern Harz-Vorkondensationsprodukte. Das Ausrüstungsmaterial wird nach der USA.-Patentschrift in Form viskoser Substanzen mit einem Feststoffgehalt von vorzugsweise 40 bis 70% in großen Mengen auf das Gewebe aufgetragen, z. B. soll das Gewebe mit einer dicken Paste des Materials überzogen werden. Die Mitverwendung eines sauren Härtungskatalysators wird ebenfalls vorgeschlagen.
Nach der Erfindung werden dagegen nur kleine Mengen Material niedriger Konzentration, nämlich nur mit einem Feststoffgehalt von 5 bis 25 %, verwendet. Auch in dem Verätherungsgrad der Methylolgruppen besteht zwischen dem Verfahren der USA.-Patentschrift und dem der Erfindung ein entscheidender Unterschied. Die Methylolgruppen der Produkte der USA.-Patentschrift sind höchstens 50% veräthert, während die Erfindung stark verätherte Verbindungen verwendet, bei denen wenigstens 75 % der Methylolgruppen veräthert wurden.
Folgende Beispiele sollen das Verfahren gemäß der Erfindung darlegen:
Die Methylierung des Methyläthers des Dimethylolharnstoffs von Beispiel 1, 3, 4 und 5 beträgt 87% der theoretisch möglichen, d. h. des Prozentsatzes an Methoxygruppen, wie er mittels der Zeisel-Methode zu 36,5 % bestimmt wurde, während er im reinen Dimethyläther 41,9% beträgt. Der Äther von Beispiel 2 ist ein Laborpräparat, bei dem die genaue Bestimmung des Verätherungsgrades schwierig ist. Er beträgt jedoch mindestens 80%.
Beispiel 1
Reyongewebe aus Viskose-Stapelfaser (Utility 1005) wird mit einer Lösung von 8,5%Dimethyläther des Dimethylolharnstoffs und 0,17% Ammoniumthiocyanat getränkt. Das Gewebe wird zwischen Mangelwalzen ausgepreßt, so daß seine Lösungsaufnahme 118%, bezogen auf das Gewicht des Gewebes, beträgt. Anschließend erfolgt Trocknung im warmen Luftstrom bei einer Temperatur unterhalb 80° C. Das getrocknete Gewebe enthält dann noch 10% Dimethyläther des Dimethylolharnstoffs, bezogen auf sein Gewicht. Der Feuchtigkeitsgehalt des getrockneten Gewebes ist ungefähr 10%.
Das Gewebe wird gaufriert, indem man es gegen eine erhitzte metallene Gaufrierfläche preßt, wobei ein Prägemuster von 3 mm Tiefe erhalten wird. Die Temperatur während dieses Verfahrens beträgt ungefähr 130° C. Das gaufrierte Gewebe wird dann 10 Minuten lang auf 140° C gehalten, um die Endaushärtung des Harzes zu bewirken. Der »Griff« des gaufrierten Gewebes ist hervorragend, und durch lOminütiges Waschen in einer 0,5%igen Seifenlauge bei 95° C wird das gaufrierte Muster nicht beeinflußt.
Beispiel 2 x
Ein ähnliches Gewebe wird nach der Methode nach
Beispiel 1 mit 10% Diisopropyläther des Dimethylolharnstoffs und 0,2% Ammoniumthiocyanat getränkt,

Claims (3)

ähnlich getrocknet, gaufriert und ausgehärtet. Der »Griff« ist hervorragend und das gaufrierte Muster gut waschbeständig. Beispiel 3 Eine Probe einer amerikanischen Chaly aus versponnenem Reyon mit 31 Ketten und 25 Schuß pro cm wird mit 10% handelsüblichem Dimethyläther des Dimethylolharnstoffs und 0,3 % Weinsäure getränkt. Die Probe wird getrocknet, gaufriert und ausgehärtet, wie vorher beschrieben. Eine ausgezeichnete Waschbeständigkeit der Gaufrierung wird erhalten. Beispiel 4 91 m bedruckten Gewebes aus versponnenem Reyon werden durch eine Lösung gezogen, die 10°/o handelsüblichen Dimethyläther des Dimethylolharnstoffs, 2% technischen Trimethyläther des Tr!methylolmelamine und 0,188% Ammoniumthiocyanat enthielt. Das Gewebe wird gemangelt, bis der Aufnahmegehalt 80% beträgt, und dann in einem Hängetrockner getrocknet, bis ungefähr 10% Restfeuchte vorhanden ist. Das getrocknete Gewebe durchläuft zweimal einen Satinierkalander, dessen Walzen auf 193° C erwärmt sind, und wird schließlich 3Va Minuten lang bei 149° C ausgehärtet. Ein weicher, waschbeständiger Satinglanz wird erzielt. Beispiel 5 Drei Proben (A. 1., A. 2., A. 3.) von Reyongewebe aus Viskose-Stapelfaser werden mit 6% handelsüblichem Dimethyläther des Dimethylolharnstoffs und 0,12% Ammoniumthiocyanat getränkt. Die Trocknung erfolgt bis zu folgenden Feuchtigkeitsgehalten: A. 1. Feutigkeitsgehalt eines Gewebes bei normaler Lufttrocknung (etwa 10%) A. 2. Feuchtigkeitsgehalt 25 % A. 3. Feuchtigkeitsgehalt 75% Weitere drei Proben (B. 1., B. 2., B. 3.) des gleichen Ge\vebes werden auf ähnliche Weise mit 6% technischem methyliertem Trimethylolmelamin und 0,06% Ammoniumthiocyanat getränkt. Trocknung erfolgt bis zu folgenden Feuchtigkeitsgehalten: B. 1. Feuchtigkeitsgehalt eines Gewebes bei normaler Lufttrocknung (etwa 10%) B. 2. Feuchtigkeitsgehalt 25% B. 3. Feuchtigkeitsgehalt 75% Die Proben werden dann wie im Beispiel 1 gaufriert, ausgehärtet und auf »Griff« und Waschfestigkeit des Gaufrier-Finish geprüft. Folgende Ergebnisse sind erzielt: Probe»Griff«^f&sdibeständigkeitA. 1.gutgutA. 2.gutgutA. 3.gutgutB. 1.gutNullB. 2.ziemlich gutmäßigB. 3.hartgut Daraus ist zu ersehen, daß die Ergebnisse, die unter Verwendung des Dimethyläthers des Dimethylolharnstoffs erzielt werden, unabhängig vom Feuchtigkeitsgehalt des Gewebes sind, während diejenigen, die man unter Verwendung des technischen Trimethyläthers des Trimethylolmelamins erhält, das nicht sind. Beispiel 6 Zwei Proben, a), b), aus versponnenem Reyongewebe (Utility 1005) werden folgendermaßen getränkt : a) mit 5 % methyliertem Dimethylolharnstoff (85%ige Methylierung), b) mit 5 % methyliertem Dimethylolharnstoff (60%ige Methylierung), und jeweils 0,1% Ammoniumthiocyanat. Beide Proben werden in einer Kammer bei 85° C getrocknet, gaufriert wie vor, 10 Minuten bei 140° C ausgehärtet und schließlich 10 Minuten in 0,5%iger Seifenlauge bei 95° C gewaschen. Probe a) zeigt eine gute Beibehaltung des Gaufriermusters nach dem Waschen, während Probe b) nicht befriedigt. _ PA T KNTA NSp RCCHE:
1. Verfahren zur Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben, die hauptsächlich oder vollständig aus regenerierter Cellulose bestehen, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe mit einer 5 bis 25 Gewichtsprozent Feststoffe enthaltenden wäßrigen Lösung getränkt wird, die einen wasserlöslichen niederen Alkyläther des Dimethylolharnstoffs, bei welchem mindestens 75% aller vorhandenen Methylolgruppen veräthert sind, und eine Säure oder eine sauer wirkende Substanz als Anreger der Aushärtung enthält, daß die überschüssige Lösung aus dem getränkten Gewebe durch Mangeln oder andersartiges Auspressen so weit abgezogen wird, bis das Gewebe noch 5 bis 25 Gewichtsprozent Alkyläther enthält, und daß das Gewebe dann wenigstens teilweise getrocknet, der gewünschten mechanischen Finishbehandlung unterworfen und schließlich erwärmt wird, um die Imprägnierung unlöslich zu machen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lösung außerdem einen niederen Alkyläther eines Methylolmelamine in einer Menge enthält, die die Menge des Äthers des Dimethylolharnstoffs nicht übersteigt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das methylierte Melamin mindestens zwei Äquivalente Formaldehyd enthält.
In Betracht gezogene Druckschriften:
USA.-Patentschrift Nr. 2 201 891.
637/457 9.58
DEB38176A 1954-12-06 1955-12-06 Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben Pending DE1038519B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US473436A US2820715A (en) 1954-12-06 1954-12-06 Mechanical finishing of textile fabrics

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1038519B true DE1038519B (de) 1958-09-11

Family

ID=23879516

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DEB38176A Pending DE1038519B (de) 1954-12-06 1955-12-06 Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben

Country Status (4)

Country Link
US (1) US2820715A (de)
BE (1) BE543335A (de)
DE (1) DE1038519B (de)
FR (1) FR1143209A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP3786349A1 (de) 2019-08-29 2021-03-03 Ecoatech GmbH Flammschutzausrüstung saugfähiger substrate

Families Citing this family (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US3962493A (en) * 1972-01-26 1976-06-08 Uniroyal Inc. Method of making an ironer roll cover

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2201891A (en) * 1936-12-01 1940-05-21 Du Pont Coated and impregnated fabric

Family Cites Families (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2121005A (en) * 1933-10-14 1938-06-21 Firm Raduner & Co A G Process of producing textiles with calender finish permanent to washing and product thereof
GB470097A (en) * 1935-11-08 1937-08-09 Calico Printers Ass Ltd Process for the treatment of textile materials
BE474553A (de) * 1939-04-01
US2407376A (en) * 1942-10-31 1946-09-10 American Cyanamid Co Colloidally dispersed dimethylol urea resins
US2344934A (en) * 1943-02-12 1944-03-21 American Cyanamid Co Quaternary nitrogen condensation products of methylol urea ethers
US2617744A (en) * 1949-10-26 1952-11-11 American Cyanamid Co Treatment of nonwoven cellulosic fabrics with urea resin colloids

Patent Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2201891A (en) * 1936-12-01 1940-05-21 Du Pont Coated and impregnated fabric

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP3786349A1 (de) 2019-08-29 2021-03-03 Ecoatech GmbH Flammschutzausrüstung saugfähiger substrate

Also Published As

Publication number Publication date
BE543335A (de)
FR1143209A (fr) 1957-09-27
US2820715A (en) 1958-01-21

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1282598B (de) Verfahren zum Flammfestmachen von cellulosehaltigem Material
DE878788C (de) Verfahren zum Ausruesten von aus Cellulose oder regenerierter Cellulose bestehenden Geweben
DE2453362A1 (de) Umdruckverfahren
DE1948606A1 (de) Verfahren zur Behandlung von Cellulosefasern enthaltendem Material
DE1947366A1 (de) Verfahren zum Behandeln von Cellulosefasern enthaltenden Materialien
DE2249272C3 (de) Verfahren zum Knitterfreimachen von Cellulose enthaltenden Textilien
DE971108C (de) Verfahren zur Herstellung von Ausruestungseffekten auf cellulosehaltigen Geweben od. dgl.
DE939683C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren, mechanisch erzeugten Appretureffekten auf Cellulosematerial bzw. Seide
DE1038519B (de) Fixierung mechanischer Effekte und Finishe in Textilgeweben
DE1109134B (de) Verfahren zur Knitterfestausruestung von Reinleinen oder leinenhaltigem Textilgut
DE967641C (de) Verfahren und Mittel zur Veredlung von Cellulosematerial
AT146475B (de) Verfahren zum Ausrüsten von Geweben vegetabilischen Ursprunges.
DE2721376A1 (de) Faserveredlungsverfahren
DE954502C (de) Verfahren zum Veredeln von Textilien
DE875187C (de) Verfahren zum Veredeln von Cellulose- oder Cellulosehydrattextilgut
DE899638C (de) Verfahren zum Appretieren von Fasermaterial
AT232474B (de) Verfahren zur Herstellung von Textilmaterialien mit verbesserten Eigenschaften
DE2041661A1 (de) Vliesstoff und seine Herstellung
DE1469504A1 (de) Verfahren zur Behandlung von Textilien mit Aminoplasten
DE1444078C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften
DE2055260C3 (de) Verfahren zum Knitterfestmachen einer Seidenfaserstruktur
DE1185571B (de) Verfahren zum Ausruesten von Textilien aus natuerlicher oder regenerierter Cellulose
DE1092435B (de) Verfahren zur Erzielung von Reservierungseffekten auf Textilmaterial aus nativer oder regenerierter Cellulose
DE3005180C2 (de) Katalysator zur Textilveredelung
AT230844B (de) Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften eines bindefesten Gebildes aus Textilfasern aus regenerierter Cellulose