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DE1444078C3 - Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften

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DE1444078C3
DE1444078C3 DE19631444078 DE1444078A DE1444078C3 DE 1444078 C3 DE1444078 C3 DE 1444078C3 DE 19631444078 DE19631444078 DE 19631444078 DE 1444078 A DE1444078 A DE 1444078A DE 1444078 C3 DE1444078 C3 DE 1444078C3
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DE
Germany
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polyvinyl alcohol
formaldehyde
fibers
fleece
catalyst
Prior art date
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Application number
DE19631444078
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English (en)
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DE1444078A1 (de
Inventor
Arthur Plainfield N.J. Drelich (V.St.A.)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Johnson and Johnson
Original Assignee
Johnson and Johnson
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Filing date
Publication date
Application filed by Johnson and Johnson filed Critical Johnson and Johnson
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    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/19Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with synthetic macromolecular compounds
    • D06M15/21Macromolecular compounds obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D06M15/347Macromolecular compounds obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds of unsaturated ethers, acetals, hemiacetals, ketones or aldehydes
    • DTEXTILES; PAPER
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  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften, bestehend aus Cellulosefasem oder einem Gemisch dieser mit anderen natürlichen Fasern und bzw. oder Kunstfasern und aus Polyvinylalkoholbindemittel, das mit Formaldehyd oder Formaldehydspendern behandelt wurde.
Ungewebte Stoffe aus Cellulosefasem werden in der Regel als Vlies oder Schicht aus übereinanderliegenden, sich kreuzenden Fasern unter Verwendung eines Bindemittels hergestellt und so ein sich selbst tragender Stoff erzeugt. Viele verschiedene Bindemittel werden für diesen Zweck verwendet, unter anderem auch Polyvinylalkohol.
Polyvinylalkohol gilt als ausgezeichnetes Bindemittel für Cellulosefaservliese; seine Wasserlöslichkeit spricht jedoch gegen seine verbreitete Anwendung zur Bindung der übereinanderliegenden und sich schneidenden Fasern in einem Vlies, weil der erhaltene ungewebte Stoff nicht die gewünschte Dauerhaftigkeit aufweist.
So wurden viele Versuche unternommen, um den Polyvinylalkohol wasserunlöslich zu machen und die genannten Schwierigkeiten in bezug auf seine Verwendung als Bindemittel für ungewebte Stoffe zu überwinden, z. B. durch die Verwendung von Formaldehydvernetzungsmitteln zur Vernetzung der Hydroxylgruppe des Polyvinylalkohol. Es wurde jedoch nur ein Teilerfolg auf diesem Wege erzielt, weil die Formaldehydvernetzungsmittel dazu neigen, die Fasern des Stoffes zu verspröden und dabei seine Festigkeit herabzusetzen. Des weiteren vernetzen die Fonr aldehydvernetzungsmittel oft die Cellulosefasem de Ausgangsvlieses und verringern so die Weichheit un die Saugfähigkeit sowie die Naßfestigkeit des Enc produktes. Diese Vernetzungen werden als zweit Prozeßstufe in Form einer Nachbehandlung de Vlieses durchgeführt, wobei das durch Imprägniere des Vlieses eingeführte Kunstharz, ohne eine spezi fische Vernetzungssteuerung vorzusehen, auskonder
ίο siert wird.
Aufgabe der Erfindung ist dementsprechend, ei Verfahren zu schaffen, das diese Nachteile nicht auf weist und insbesondere bei verbesserten textile; Eigenschaften des Endproduktes wirtschaftlicher al die bekannten Zweistufenverfahren durchgefühi werden kann.
Erfindungsgemäß wirkt ein Formaldehydvernet zungsmittel gleichzeitig mit Wasser als Erweichungs mittel für das Polyvinylalkoholbindemittel auf da Faservlies ein, wobei die Menge des angewendete] Formaldehydvernetzungsmittels so gewählt ist, dal diese im Endprodukt zwischen etwa 0,1 und 0,8 0A zweckmäßig zwischen etwa 0,15 und 0,6% Form aldehyd, bezogen auf das Gewicht des Endproduk tes, liegt, und nur das Polyvinylalkoholbindemitte: nicht aber die Cellulosefasem, vernetzt werden un das Endprodukt frei von überschüssigem Form aldehyd ist, und daß zum Zwecke der Vernetzung de Polyvinylalkoholbindemittels ein Katalysator in eine solchen Menge zugesetzt wird, daß der pH-Wert de Faservlieses um nicht mehr als 0,5 herabgesetzt wird Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung is
vorgesehen, daß das Faservlies in einem Arbeitsgan; mit einer das Polyvinylalkoholbindemittel, das Form aldehydvernetzungsmittel und den Vemetzungskata lysator enthaltenden wäßrigen Lösung getränkt un getrocknet wird.
Das Entscheidende und Wesentliche der Erfindunj gegenüber dem Stand der Technik besteht neben de:
Kontrolle des pH-Wertes vor allem darin, daß be allen vorbekannten Verfahren stets eine Nachbehand lung mit dem Formaldehydvernetzungsmittel ode: mit anderen Vemetzungsmitteln erforderlich ist. Bei spielsweise ist eine Nachbehandlung mit Aminoplast kondensat bekannt sowie eine Nachbehandlung eine: bereits mit Polyvinylalkoholfasern verbundenen fer tigen Faserstoffes, der nachträglich mit der Lösun eines Kunstharzgemisches oder eines Mischpolymer! sats imprägniert wird, welches beispielsweise Aldehydharze enthält.
Der Vorteil der Erfindung besteht nicht nur darin] daß durch das Wegfallen der Nachbehandlung ein Verfahrensschritt entfällt, sondern es wird ein wesentlich besserer Stoff erhalten als bei den bisherigen Verfahren. Denn der so herstellbare, erfindungsgemäße Faserstoff, der im Gegensatz zu den bishei bekannten Faserstoffen frei von ungebundenem Formaldehyd ist und bei dem praktisch keine Vernetzung des Formaldehyds mit den Cellulosefasem besteht, ist dadurch weich und saugfähig sowie fest und dauerhaft. Demgegenüber verlieren die mit den bekannten Verfahren hergestellten Cellulosef aserstoffe durch Vernetzung der Cellulosefasem an Weichheit und Saugfähigkeit, wodurch vorteilhafte und er-
wünschte Eigenschaften verlorengehen.
Das Polyvinylalkohol-Harzbindemittel kann in Form eines Films, eines Pulvers, von Fasern oder in einer anderen besonderen Form angewandt werden,
1 wobei das Bindemittel an Ort und Stelle mit einem ; Formaldehydvernetzungsmittel vernetzt wird, um den ■i Binder unlöslich zu machen.
j Als Cellulosefasern, die zur Herstellung der Aust gangsvliese gemäß der Erfindung verwendet werden, ; sind entweder natürliche oder künstliche Fasern, wie ;! Baumwolle, Manilahanf, Viskose-Reyon, Cuprami monium-Reyon, verwendbar. Die Cellulosefasern ι können allein oder in Kombination mit anderen natürlichen oder synthetischen Fasern wie Wolle, ι Polyamid-, Polyesterfasern, verwendet werden.
f Die Ausgangsvliese können nach irgendeinem be-] kannten technischen Verfahren, wie z. B. durch i Krempeln, durch Luftschichtung, durch Wasserr Schichtung usw., hergestellt werden. Diese Ausgangsvliese oder Faserschichten werden zur Herstellung t leichter Stoffe einzeln verwendet, oder sie können i auch je nach Wunsch zur Herstellung schwerer Stoffe ι geschichtet werden.
ι Das in einfacher Schicht oder Lage liegende Ausi gangsvlies wird mit Polyvinylalkohol nach bekann-
0 ten Verfahren gebunden. So wird z. B. eine Lösung ι von Polyvinylalkohol entweder auf das gesamte Vlies d oder nach einem vorbestimmten Muster in im Ab-
1 stand voneinander angeordneten Bindemittelstellen c aufgebracht und das Vlies durch Erhitzen getrocknet. i! Der Polyvinylalkohol kann auch in Form von PoIy- ;j vinylalkoholfasern angewendet werden, die den Fa-ίΐ sern des Vlieses vor seiner Herstellung zugesetzt wer- :) den. Das Vlies wird mit Wasser behandelt, z. B. J durch Eintauchen, um die Polyvinylalkoholfasern si weich zu machen, und anschließend durch Erhitzen ί getrocknet.
ij Der Polyvinylalkohol hat zweckmäßig ein speziij fisches Gewicht von etwa 1,19 bis 1,29. Es handelt (j sich um eine geradkettige oder vorherrschend geradkettige Verbindung, die in heißem Wasser löslich, jj aber schwer löslich oder unlöslich in kaltem Wasser ist. Die gemäß der Erfindung verwendeten Polyvinylalkohole besitzen einen Hydrolyse-Prozentsatz von wenigstens etwa 87 %, zweckmäßig einen Hydrolyse-Prozentsatz von 98 % oder mehr.
Der Polyvinylalkohol wird auf den Faservlies durch Hindurchführen oder Sättigen des Ausgangsvlieses mit einer wäßrigen Lösung des Polyvinylalkoholharzes oder, wie vorbeschrieben, durch Einverleiben von Polyvinylalkoholfasern in das Ausgangsvlies und Hindurchführen dieses Vlieses durch Wasser zwecks Aktivierung des Polyvinylalkohole angewandt. In allen Fällen werden zwischen etwa 1 und 50°/», j zweckmäßig etwa 1 und 10% Polyvinylalkohol, beq zogen auf das Gewicht des Endproduktes, zur Her- -j stellung des Stoffes gemäß der Erfindung verwendet. fli Der fertige Stoff gemäß der Erfindung wiegt zwi- -I sehen 7,8 und etwa 312 g/m2. Zweckmäßig beträgt das Gewicht des fertigen Stoffes zwischen 13,7 g/m2 und etwa 156 g/m2.
-I Zur Durchführung der Erfindung wird das Ausgangsvlies aus Cellulosefasern und Polyvinylalkohol mit Wasser in Berührung gebracht, das eine geringe χ Menge eines Formaldehydvernetzungsmittels und eine abgemessene Menge eines Katalysators zur Beti schleunigung der Vernetzung enthält. Das behandelte - Ausgangsvlies wird zum Abdampfen des Wassers und zur Erzielung der gewünschten Vernetzung von Alko- ί hol und Formaldehyd erhitzt, wobei der dauerhafte i! ungewebte Stoff gemäß der Erfindung gebildet wird. ,: Die Vernetzungsreaktion wird unter bekannten Bedingungen, z. B. durch 2 Minuten langes Verweilen in Luft von 177° C durchgeführt. Gemäß der Erfindung brauchen die Bedingungen zur Erzielung der Vernetzung nicht so streng eingehalten zu werden, wie es nach den Verfahren früherer Art erforderlich ist. Zum Beispiel kann die Vernetzung erreicht werden, indem man das die Reaktionsteilnehmer enthaltende Vlies Temperaturen von etwa 149° C für eine Zeitdauer von einer halben Minute oder etwas weniger
ίο aussetzt. Reaktionszeiten bis etwa 5 Minuten sind für das Produkt nicht nachteilig.
Die gemäß der Erfindung zur Anwendung kommenden Formaldehydvernetzungsmittel bestehen aus elementarem Formaldehyd, Paraformaldehyd und anderen Verbindungen, die sich unter Abspaltung von Formaldehyd zersetzen, d. h. Formaldehyd erzeugen, oder aus Harzen, die gewöhnlich stickstoffhaltig sind und die Formaldehyd in reaktivierter Form enthalten. Besonders geeignet für diesen Zweck sind wasserlösliche Vorkondensate, wie Methylolharnstoff, Methylolmelamin.
Es sind viele Substanzen als Katalysatoren für die Reaktion des Formaldehyds mit dem Polyvinylalkohol bekannt, die gemäß der Erfindung verwendet werden können. Im allgemeinen sind dies saure Substanzen, wie die gewöhnlichen Mineralsäuren oder Substanzen, die bei erhöhten Temperaturen, bei denen die Reaktion erfolgt, saure Reaktion zeigen, z. B. Weinsäure, Milchsäure, Borsäure, verschiedene Sulfosäuren, Oxalsäure, Essigsäure, Ameisensäure, Salze wie Ammoniumthiocyanat, saures Ammoniumphosphat, Ammoniumchlorid.
Die Konzentration von Formaldehyd im Endprodukt, die innerhalb des Bereichs von etwa 0,1 bis etwa 0,8 Gewichtsprozent liegt, ist abhängig von der Struktur und der Zusammensetzung des Stoffes, dem gewünschten Endprodukt und anderen Bedingungen. Die zweckmäßige Konzentration von Formaldehyd im Endprodukt liegt zwischen etwa 0,15 und 0,6%. Bei einem Gehalt an Formaldehyd, der im wesentlichen unter der angegebenen Grenze liegt, ist die Wirkung des Unlöslichmachens für die erforderlichen Zwecke ungenügend. Wenn der Formaldehydgehalt im Stoff über die angegebene Grenze hinaus erhöht wird, tritt — wenn überhaupt — eine sehr geringe Verstärkung ein, und wenn zu viel Formaldehyd verwendet wird, wird der Stoff spröde und verliert an Festigkeit. Des weiteren tritt bei diesen hohen Formaldehydkonzentrationen eine Vernetzung der Cellulosefasern ein, und der Stoff verliert an Saugfähigkeit. Die Katalysatorkonzentration ist für die gewünschte Konzentration von Formaldehyd im Endprodukt bedeutungsvoll. Die Katalysatorkonzentration hängt von der Säurestärke des Katalysatormaterials ab, und diese soll im allgemeinen nicht größer sein als die Menge, die den pH-Wert des Endprodukts um etwa 0,5 Einheiten erniedrigen würde. Zweckmäßig ist die Katalysatorkonzentration so zu wählen, daß sie den pH-Wert des Stoffes nicht meßbar herabsetzt.
Wenn der Katalysator zur Formaldehydvernetzung aus Schwefelsäure besteht, beträgt die optimale Konzentration etwa 0,05% (n 100), bei einer angenommenen 100%igen Flüssigkeitsaufnahme der wäßrigen Lösung. Bei einer solchen Aufnahme an Lösung beläuft sich der Betrag des Schwefelkatalysators auf etwa 0,025% bis etwa 0,1% (n 100 bis η 50). Dieser Normalitätsbereich ist höher als derjenige, der für stark saure Katalysatoren, wie Salzsäure, gewünscht
wird, aber niedriger als derjenige, der für schwache Säuren oder saure Salze oder Materialien verwendet wird, die sich in der Hitze unter saurer Reaktion zersetzen, wie Magnesiumchlorid, Ammoniumthiocyanat, Milchsäure. Konzentrationen von 0,5 Gewichtsprozent können angewandt werden, wenn die letztgenannten Katalysatoren Verwendung finden. Wenn die Konzentration des Katalysators über den angegebenen Bereich hinaus erhöht wird, versprödet der Stoff, und wenn die Konzentration des Katalysators geringer ist als angegeben, ist das Verfahren unwirksam und kostspielig, weil ein beträchtlicher ungebundener Formaldehydanteil übrigbleibt.
Die Herstellung des Stoffes gemäß der Erfindung wird nachfolgend an Hand der Zeichnung beschrieben, die eine schematische Darstellung der Anordnung zeigt, mit deren Hilfe die Erfindung kontinuierlich durchgeführt werden kann.
Die Vliese 10 und 11 aus Cellulosefasern und PoIyvinylalkoholfasern werden z. B. durch die Krempelmaschinen 12 und 13 erzeugt und durch Aufeinanderlegen auf ein laufendes Band 14 geschichtet, das die geschichteten Vliese zu einer Anfechtungsmangel mit einem Behälter 15 mit Wasser, Formaldehydvernetzungsmittel und Katalysator führt. Die Walze 16 nimmt die Lösung aus dem Behälter auf und überträgt sie auf das Vlies, wenn dieses zwischen dieser Walze und einer Gegenwalze 17 hindurchläuft. Das imprägnierte Vlies läuft an einer Reihe von Trockenzylindern 18 vorbei, die zur Abdampfung des Wassers und zur Reaktion des Formaldehydvernetzungsmittels und des Polyvinylalkohols erhitzt werden. Das getrocknete Vlies wird dann auf eine Aufwickelwalze 19 zum sofortigen Gebrauch oder zur Speicherung geführt.
Während des anfänglichen Erhitzens des imprägnierten Stoffes auf den Zylindern 18 wird das Wasser im Stoff erhitzt und macht die Polyvinylalkoholfaser weich und veranlaßt sie, an den angrenzenden Cellulosefasern anzuhaften und sie zu binden. Beim weiteren Erhitzen wird das Wasser abgedampft, und die gewünschte unlöslich machende Reaktion tritt ein.
Die Erfindung wird an Hand der nachfolgenden Beispiele erläutert, wobei die Prozentzahlen Gewichtsprozente angeben, wenn nicht anderes erwähnt ist:
1. Drei Krempelvliese, von denen jedes nahezu 15,6 g/m2 wiegt, aus 97,5% Viskose-Reyonfasern mit 1,5 Denier von 39,7 mm Länge und 2,5% PoIyvinylalkoholfasern mit 1,4 Denier von 34,9 mm Länge, werden zur Bildung eines Ausgangsvlieses zusammengeschichtet. Die Polyvinylalkoholfasern sind in heißem Wasser löslich, nicht acetyliert und keiner Hitzebehandlung unterworfen.
Das Ausgangsvlies wird in einer Mangel mit einer wäßrigen Lösung von 0,25 % eines monomeren Methylolmelaminvernetzungsmittels und mit η 200-Schwefelsäure imprägniert. Die Lösungsaufnahme aus dem Bad durch das Ausgangsvlies beträgt etwa 200 Gewichtsprozent. Der Stoff wird dann bei einer Temperatur von etwa 104° C getrocknet und 2 Minuten in einem Ofen auf etwa 177° C erhitzt. Der gebundene Formaldehydgehalt des Stoffes beträgt 0,26 % und ist hauptsächlich an die Polyvinylalkoholfaser gebunden, wie mit Hilfe bekannter chemischer Anfeuchtungsteste bestimmt wurde. Der behandelte Stoff saugt leicht kaltes Wasser auf.
Eine Probe des Endproduktes wird nahezu 2 Minuten ohne eine besondere Wirkung in Wasser gekocht. Zur selben Zeit wird eine andere Probe des Ausgangsvlieses, das in ähnlicher Weise behandelt wurde, mit der Ausnahme, daß das Formaldehydvernetzungsmittel und der Katalysator aus der Mangelstufe weggelassen wurden, in Wasser gekocht. Diese Probe fiel unmittelbar im kochenden Wasser auseinander.
ίο 2. Ein Krempelvlies von nahezu 46,8 g/m2 Gewicht aus 90% Viskose-Reyonfasern mit 1,5 Denier von 39,7 mm Länge und 10% Polyvinylalkoholfasern, nicht acetyliert und nicht in der Hitze behandelt, in heißem Wasser löslich, mit 1,4 Denier von 34,9 mm Länge wird durch eine Mangel geführt und bis zu einer 200%igen Aufnahme von wäßriger Formaldehydvernetzungsmittellösung imprägniert, die nahezu 1,0% monomeres Methylolmelamin und η 100-Schwefelsäure als Katalysator enthält. Der im-
ao prägnierte Stoff wird über eine Reihe von Trockenzylindern bei einer Temperatur von etwa 149° C geführt, um das Wasser abzudampfen und die Polyvinylalkoholfasern zu vernetzen. Der Gehalt an gebundenem Formaldehyd beträgt 0,78 %. Der behandelte Stoff saugt leicht kaltes Wasser auf.
Der Stoff wurde etwa 2 Minuten ohne schädliche Wirkung in Wasser gekocht. Ein Stück dieses Stoffes wurde mit Osmiumsäure angefeuchtet, und es zeigte sich, daß nur die Polyvinylalkoholfaser vernetzt und die Viskose-Reyonfaser unbeeinflußt war.
In einem Vergleichsversuch ist Methylolmelamin in einer 2%igen Lösung angewendet worden. Die Katalysatorkonzentration ist auf η 100-Schwefelsäure gehalten worden. Der gebundene Formaldehyd beträgt 1,40 %. Der Stoff hat geringe Saugfähigkeit.
3. Das Verfahren gemäß Beispiel 1 wird wiederholt mit der Ausnahme, daß das Vernetzungsmittel durch Methyltriazon ersetzt worden ist. Der Gehalt an gebundenem Formaldehyd am Stoff beträgt 0,23 %. Der so gemäß den vorangehenden Beispielen behandelte Stoff zeigt ähnliche Ergebnisse.
4. Das Verfahren gemäß Beispiel 1 wird wiederholt mit der Ausnahme, daß der Ausgangsstoff, auf den das Vernetzungsmittel angewendet wird, 97,5% Baumwollfaser und 2,5% Polyvinylalkoholfaser enthält. Der gemäß den vorangehenden Beispielen geprüfte Stoff zeigt ähnliche Ergebnisse.
5. Ein ganz aus Reyon bestehendes Krempelvlies mit einem Gewicht von etwa 46,8 g/m2 aus Viskose-Reyonfasern mit 1,5 Denier von 39,7 mm Länge wird in einer Mangel mit einer wäßrigen Lösung imprägniert, die etwa 2,5% Polyvinylalkoholharz, 0,5% monomeres Methylolmelamin und η 200-Schwefelsäure enthält. Der Polyvinylalkohol hat einen Hydrolyse-Prozentsatz von wenigstens 99 und eine entsprechende Verseifungszahl von weniger als 12,6, eine Viskosität von etwa 60 Centipoise und einen pH-Wert von 6 bis 8. Die Lösungsaufnahme beträgt etwa 200%, bezogen auf das Gewicht des Ausgangsvlieses.
Der imprägnierte Stoff wird bei einer Temperatur von etwa 149° C über Trockenzylinder zur Abdampfung des Wassers und zur Vernetzung des Polyvinylalkoholharzes geführt.
Der Gehalt an gebundenem Formaldehyd beträgt
0,27%, und der Formaldehyd ist hauptsächlich an das Polyvinylalkoholharz gebunden, wie durch bekannte chemische Anfechtungsteste bestimmt worden ist. Der behandelte Stoff saugt leicht Wasser auf. Eine
Probe des Endproduktes wird ungefähr 2 Minuten lang ohne schädliche Wirkung im Wasser gekocht.
6. Das Verfahren gemäß Beispiel 5 wird wiederholt mit der Ausnahme, daß als saurer Katalysator Magnesiumchlorid mit einer Konzentration von 0,5°/» in der Imprägnierlösung verwendet wird. Der Stoff wird wie in den vorangehenden Beispielen geprüft und zeigt ähnliche Ergebnisse.
7. Vergleichsbeispiel
Zu Vergleichszwecken werden aus gleichen Ausgangsmaterialien zwei verschiedene Vliese hergestellt, das eine nach dem Stand der Technik in zwei Verfahrensstufen mit ZnCl2 als Katalysator, das andere gemäß der Erfindung in einer Verfahrensstufe mit H2SO4 als Katalysator.
Zu:·;· Herstellung beider Proben wird von einem maßgischichteten Krempelvlies ausgegangen, das zu 90 °/o aus 1,25 cm langen und 1,5 Denier schweren, hellen Viskose Reyonfasern und zu 10% aus in heißem Wasser löslichen, 0,63 cm langen und 1,5 Denier schweren PVA-Fasern besteht. Für beide Proben wird als Vernetzungsmittel eine l°/oige Lösung eines im wesentlichen monomeren Dimethylolmelamins verwendet.
Nach dem Stand der Technik wird das nasse Krempelvlies in einer ersten Verfahrensstufe auf einem Papiertrockner bei etwa 120° C getrocknet und anschließend in einer zweiten Verfahrensstufe mit der Vernetzungsmittellösung und zusätzlich mit Vio% ZnCl2 getränkt. Das getränkte Vlies wird auf etwa
ίο 100% Lösungsaufnahme abgequetscht. Das so erhaltene, imprägnierte Vlies wird 3 Minuten lang auf einer Metallplatte im Ofen bei etwa 150° C nachbehandelt.
Nach dem Verfahren gemäß der Erfindung wird das nasse Krempelvlies zwischen Stütznetzen gehalten in eine Lösung getaucht, die aus der Vernetzungsmittellösung und IVlOO-H2SO4 besteht. Das Vlies wird auf 200% Lösungsauf nähme abgequetscht und in der gleichen Weise wie das nach dem Stand der
ao Technik hergestellte Vlies im Ofen nachbehandelt.
Die beiden so hergestellten Proben liefern die folgenden Werte:
Gemäß der Erfindung
Nach dem Stand der Technik
Flächengewicht (g/m2) :
Zugfestigkeit trocken (kg/cm2) 0,85
Festigkeit trocken (kg/cm/7,8 g/m2) 2,3
Zugfestigkeit naß (kg/cm2) 0,25
Festigkeit naß (kg/cm/7,8 g/m2) 0,7
Einmaliges Waschen ausgezeichnet beständig
0,71
2,1
0,06
0,2
teilweiser Zerfall des Vlieses
Wie der vorstehenden Gegenüberstellung der Versuchsergebnisse zu entnehmen ist, zeigen die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Vliese vor allem deutlich im nassen Zustand überlegene Festigkeitseigenschaften, die sich in einer überlegenen Waschbeständigkeit äußern; die Vliese nach dem Stand der Technik müssen als nicht waschbar bezeichnet werden. Bei wesentlich vereinfachtem Herstellungsverfahren ist die Naßfestigkeit der erfindungsgemäß hergestellten Vliese also fast viermal so groß wie die der nach dem Stand der Technik hergestellten Vliese, während die Festigkeitseigenschaften im trocknen Zustand ebenfalls geringfügig verbessert werden konnten.
Die Erfindung ist nicht auf die vorstehenden Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern läßt sich unter den hier gegebenen Richtlinien in verschiedenster Weise abwandeln und mit Erfolg zur Ausführung bringen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 509 632/256

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften, bestehend aus Cellulosefasem oder einem Gemisch dieser mit anderen natürlichen Fasern und bzw. oder Kunstfasern und aus Polyvinylalkoholbindemittel, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Formaldehydvernetzungsmittel gleichzeitig mit Wasser als Erweichungsmittel auf das Polyvinylalkoholbindemittel enthaltende Faservlies einwirken läßt, wobei die Menge des angewendeten Formaldehydvernetzungsmittels so gewählt ist, daß diese im Endprodukt zwischen etwa 0,1 und 0,8%, zweckmäßig zwischen etwa 0,15 und 0,6 % Formaldehyd, bezogen auf das Gewicht des Endproduktes, liegt und nur das Polyvinylalkoholbindemittel, nicht aber die Cellulosefasem vernetzt werden und das Endprodukt frei von überschüssigem Formaldehyd ist, und daß zum Zwecke der Vernetzung des Polyvinylalkoholbindemittels ein Katalysator in einer solchen Menge zugesetzt wird, daß der pH-Wert des Faservlieses um nicht mehr als 0,5 herabgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Faservlies in einem Arbeitsgang mit einer das Polyvinylalkoholbindemittel, das Formaldehydvernetzungsmittel und den Vernetzungskatalysator enthaltenden wäßrigen Lösung getränkt und getrocknet wird.
DE19631444078 1962-03-09 1963-02-22 Verfahren zur Herstellung von Faservliesen mit textlien Eigenschaften Expired DE1444078C3 (de)

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