-
Die
Erfindung betrifft einen Kofferraum für ein Kraftfahrzeug mit den
Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
-
Solche
Kofferräume
für Kraftfahrzeuge
mit Kofferraumdeckeln sind allgemein bekannt.
-
So
zeigt die
US 3,004,790 einen
Kofferraum dessen Deckel zwei gleiche, separate, seitlich gelagerte
Deckelteilen aufweist. Beim Öffnen
des Kofferraums werden die Deckelteile zur Seite nach außen geschwenkt.
Der Kofferraum wird hierdurch von oben geöffnet. Die Deckelteile sind
jeweils außen
gelagert und können
in geschlossenem Zustand mittig miteinander verbunden werden.
-
Zusätzlich ist
noch eine ausziehbare Schublade vorgesehen. An dieser Schublade
ist eine Klappe angeordnet, die geöffnet werden kann, um die Schublade
auch von hinten beladen zu können.
-
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde einen Kofferraum zu schaffen,
der eine schnelle und komfortable Beladung des Kofferraums auch
bei unterschiedlich dimensionierten Gepäckstücken ermöglicht.
-
Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch einen Kofferraum mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst.
-
Ein
Kofferraum für
ein Kraftfahrzeug ist hinter einer Fahrgastzelle angeordnet. Der
Kofferraumdeckel ist an der Karosserie des Kraftfahrzeugs zwischen
einem Heckmittelstück
Mitte oben und einem Heckmittelstück Mitte unten schwenkbar um
eine quer zur Fahrtrichtung verlaufende Schwenkachse gelagert. Das
Heckmittelstück
Mitte oben befindet sich im Bereich des unteren Endes einer Heckscheibe
des Kraftfahrzeugs. Das Heckmittelstück Mitte unten befindet sich
oberhalb oder auf der Höhe
einer hinteren Stoßtange
des Kraftfahrzeugs und bildet eine Ladekante für den Kofferraum.
-
Der
Deckel reicht durchgängig
vom Heckmittelstück
Mitte oben bis zum Heckmittelstück
Mitte unten und ist in mindestens drei einzelne, in Fahrtrichtung
nebeneinander liegende Teilstücke
längs geteilt und
die Teilstücke
sind über
eine Verriegelungsmechanik koppelbar, wobei die Verriegelungsmechanik so
ansteuerbar ist, dass die Teilstücke
abhängig und/oder
unabhängig
voneinander schwenkbar sind. Das bedeutet, dass entweder nur eines
der Teilstücke
geöffnet
werden kann, wobei die anderen Teilstücke geschlossen bleiben oder
mehrere oder alle Teilstücke
miteinander gekoppelt und so gemeinsam geöffnet werden können.
-
Dies
hat den Vorteil, dass je nachdem welcher Gegenstand in den Kofferraum
geladen werden soll ein oder mehrere Teilstücke geöffnet werden können und
so der Kofferraumdeckel variabel an die Dimensionen des Gepäckstücks angepasst
werden kann. Bei kleinen Gegenständen
reicht es aus, wenn nur ein Teilstück geöffnet wird. So wird das Beladen erleichtert,
d.h. es muss eine geringere Kraft zum Öffnen des Kofferraumdeckels
aufgewendet werden, und beschleunigt. Bei großen, insbesondere langen, Gegenständen können ein
oder mehrere Teilstücke geöffnet bleiben,
während
die übrigen
Teilstücke geschlossen
bleiben. So ist es möglich
lange Gegenstände
zu transportieren, während
der restliche Bereich des Kofferraums von oben abgedeckt und geschützt ist.
-
Es
ist vorgesehen, dass in jedem Teilstück zumindest ein parallel zur
Schwenkachse des Kofferraumdeckel verlaufender, beweglicher Verriegelungsstift
angeordnet ist, über
den die Teilstücke
untereinander und/oder mit der Karosserie koppelbar sind. D.h. in
Abhängigkeit
der Position des Verriegelungsstiftes können die Teilstücke miteinander
gekoppelt werden. Die Koppelung mit der Karosserie kann so erfolgen,
dass ein Teilstück
direkt oder über ein
weiteres Teilstück
mit der Karosserie gekoppelt werden kann.
-
Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung weist die Verriegelungsmechanik jeweils
pro Teilstück
zwei bewegliche Verriegelungsstifte auf, wobei über einen ersten Verriegelungsstift
je zwei Teilstücke
miteinander koppelbar sind und über
den zweiten Verriegelungsstift das Teilstück mit einem mit der Karosserie
fest verbundenen Schließblech
koppelbar ist. Dies hat einerseits den Vorteil, dass bei einer Koppelung
von Teilstücken
untereinander, diese gemeinsam mit einem Handgriff geöffnet oder
geschlossen werden können.
Andererseits können durch
die Kopplung mit dem Schließblech
Teilstücke oder
der gesamte Kofferraumdeckel verriegelt werden.
-
In
einer weiteren Ausführung
sind die Verriegelungsstifte jeweils als in dem Kofferraumdeckel
gelagerte, linear bewegliche Stifte ausgebildet, die insbesondere
mechanisch, elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch, betätigbar sind.
Dies hat den Vorteil, dass Teilstücke oder der gesamte Kofferraumdeckel beispielsweise über ein
Schloss, dass sich am dem Kofferraumdeckel befindet, mechanisch
oder auch über
eine Fernbedienung elektrisch betätigt werden können.
-
Weiterhin
ist vorgesehen, dass das Schließblech
eine Öffnung
aufweist, die so ausgebildet ist, dass der Verriegelungsstift formschlüssig in
die Öffnung
eingreift. Dies hat den Vorteil, dass durch das Eingreifen des Verriegelungsstifts
in die Öffnung
ein sicherer Verschluss ermöglicht
wird.
-
Von
Vorteil ist auch, dass jedes Teilstück eine Führung für einen Verriegelungsstift
aufweist, wobei die Führung
Scherkräfte
aufnimmt und diese großflächig in
das Teilstück
einleitet. Falls mehrere Teilstücke
geöffnet
werden sollen und jedoch nur an einem Teilstück eine Kraft nach oben wirkt,
entstehen zwischen den Teilstücken
Scherkräfte,
die so zuverlässig
aufgenommen werden.
-
Vorteilhaft
ist auch, wenn mehrere Schließbleche
vorgesehen sind, da hierdurch vor Gewalteinwirkung, insbesondere
Einbrüchen,
sicher geschützt wird.
-
In
einer weiteren Ausführung
ist vorgesehen, dass die Verriegelungsmechanik eine Steuervorrichtung
aufweist, über
die die Verriegelungsstifte so steuerbar sind, dass Teilstücke miteinander
und/oder jeweils mit der Karosserie koppel- oder öffenbar
sind. Dies hat den Vorteil, dass über eine einzelne Steuervorrichtung
sämtliche
Betriebszustände
gewählt
werden können.
-
Vorteilhaft
ist auch, wenn die Steuervorrichtung mit jedem der Verriegelungsstifte
verbunden und jeder Verrieglungsstift einzeln ansteuerbar ist, da so
die Anzahl möglicher
Kopplungsvarianten maximiert wird.
-
Bevorzugt
weisen die Teilstücke
in einem Randbereich eine Auffangvorrichtung für eine Flüssigkeit, vorzugsweise eine Regenrinne,
auf. Besonders vorteilhaft ist, wenn die Auffangvorrichtung als umlaufende
Rinne mit einem Ablauf ins Freies ausgebildet ist. Dies hat den
Vorteil, dass beispielsweise bei Regen oder Schnee keine Flüssigkeiten
in den Kofferraum eindringen und dort untergebrachte Gegenstände beschädigt oder
verschmutzt werden können.
-
In
einer vorteilhaften Ausführung
weist ein Teilstück
eine Öffnung
auf, die über
ein unabhängig von
dem Teilstück öffenbares
Faltelement verschließbar
ist. Dies hat den Vorteil, dass das Faltelement von außen geöffnet werden
kann und kleinere Gegenstände
einfach und schnell in den Kofferraum geladen werden können.
-
Von
Vorteil ist es auch, wenn unterhalb der durch das Faltelement verschließbaren Öffnung ein Gepäcknetz angeordnet
ist, da in dem Gepäcknetz Gegenstände aufbewahrt
werden können
und während
der Fahrt nicht selbstständig
ihre Position ändern.
-
Nachfolgend
ist ein Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben und anhand von Zeichnungen dargestellt.
-
Dabei
zeigen:
-
1 einen
hinteren Bereich eines Kraftfahrzeugs in einer perspektivischen
Darstellung,
-
2 die
Unterseite eines Kofferraumdeckels mit einer Verriegelungsmechanik,
-
3 eine
Schnittdarstellung zweier Teilbereiche mit einer Auffangvorrichtung,
-
4 ein
linkes Teilstück
mit einer Öffnung und
-
5 das
linke Teilstück
in einer Schnittdarstellung.
-
1 zeigt
einen hinteren Bereich eines Kraftfahrzeugs in einer perspektivischen
Darstellung. Es ist ein Kofferraum 1 mit einem geöffneten
Kofferraumdeckel 2 dargestellt. Der Kofferraumdeckel 2 ist in
Fahrtrichtung längsgeteilt
und weist drei Teilstücke 3, 4, 5 auf.
Jedes der Teilstücke 3, 4, 5 ist über Scharniere 6 schwenkbar
an der Karosserie an einem Heckmittelstück Mitte oben 7 gelagert.
Das Heckmittelstück
Mitte oben 7 befindet sich in einem Bereich unterhalb einer
Heckscheibe 8 des Kraftfahrzeugs. Ein Heckmittelstück Mitte
unten 9 befindet sich oberhalb einer Stoßstange 10 und
zwischen zwei seitlich angeordneten Rückleuchten 11. In
geschlossenen Zustand reicht der Kofferraumdeckel als ein durchgehendes
Karosserieteil vom Heckmittelstück
Mitte oben 7 bis zum Heckmittelstück Mitte unten 9.
-
2 zeigt
die Unterseite des Kofferraumdeckels 2 mit einer Verriegelungsmechanik 12.
Parallel zur Schwenkachse des Kofferraumdeckels 2 verlaufen
mehrere Verriegelungsstifte 13, 14, 15,
die in den jeweiligen Teilstücken 3, 4, 5 gelagert
sind. Die Verriegelungsstifte 13, 14, 15 sind
entlang ihrer Längsachse
verschiebbar.
-
Das
linke 3 und das mittlere Teilstück 4 weisen in dem
Bereich, in dem sie nahezu aneinander stoßen, je einen abgewinkelten
Teilbereich 17, 18 auf, der als Führung 17, 18 für die Verriegelungsstifte 13, 14, 15 dient.
Diese Führungen 17, 18 weisen
je eine Öffnung
auf, die so ausgebildet ist, dass der Verriegelungsstift 15 formschlüssig in
die Öffnungen
eingreifen kann. Sobald der Verriegelungsstift 15 so verschoben
wird, dass er gleichzeitig in beide Öffnungen eingreift, sind das
linke 3 und das mittlere Teilstück 4 miteinander gekoppelt.
Wird eines der beiden Teilstücke 3, 4 geöffnet oder
geschlossen, so wird das andere Teilstück automatisch mitbewegt.
-
Ein
Schließblech 16 ist
mit der Karosserie des Kraftfahrzeugs, die in 2 nicht
dargestellt ist, im Bereich des Heckmittelstücks Mitte unten 9 fest verbunden.
Das Schließblech 16 weist
eine Öffnung auf,
die so ausgebildet ist, dass die Verriegelungsstifte 13, 14 ebenfalls
formschlüssig
in die Öffnung
eingreifen können.
Sobald einer der Verriegelungsstifte 13, 14 in
die Öffnung
des Schließblechs 16 eingreift, ist
das zugehörige
Teilstück 3, 4 kraftschlüssig mit der
Karosserie verbunden und somit sicher verschlossen. Werden zusätzlich die
Teilstücke 3, 4 über die
abgewinkelten Teilbereiche 17, 18 und den Verriegelungsstift 15 gekoppelt
sind beide Teilbereiche 3, 4 sicher verschlossen.
-
Der
Bereich des Kofferraumdeckels, in dem das mittlere 4 und
das rechte Teilstück 5 nahezu
aneinander stoßen,
ist rechts neben dem mittleren Teilstück 4 angeordnet und
somit in der 2 nicht dargestellt. Dieser
Bereich ist analog zu dem in 2 dargestellten
Bereich aufgebaut. In diesem Bereich weisen die Teilstücke 4, 5 ebenfalls
je einen abgewinkelten Teilbereich auf. Diese Teilbereiche weisen ebenfalls
je eine Öffnung
auf, die so ausgebildet ist, dass ein Verriegelungsstift formschlüssig in
die Öffnungen
eingreifen kann. Sobald dieser Verriegelungsstift so verschoben
wird, dass er gleichzeitig in beide Öffnungen eingreift, sind das
mittlere 4 und das rechte Teilstück 5 miteinander gekoppelt.
-
Bei
Koppelung sämtlicher
Teilstücke
untereinander und Eingriff eines der Verriegelungsstifte 13, 14 in
das Schließblech 16 ist
der gesamte Kofferraumdeckel 2 verschlossen.
-
3 zeigt
eine Schnittdarstellung zweier Teilbereiche 3, 4 mit
einer Auffangvorrichtung. Die Auffangvorrichtung weist zwei Ablaufrinnen 19, 20 und
eine Gummidichtung 21 auf. Die Ablaufrinnen 19, 20 sind
mit den jeweiligen Teilstücken 3, 4 verbunden,
befinden sich in dem Bereich in dem die Teilstücke 3, 4 nahezu
aneinander stoßen
und verlaufen an der dem Kof ferraum zugewandten Innenseite der Teilstücke 3, 4.
Da die Teilstücke 3, 4 nur
nahezu aneinander stoßen,
kann zwischen den Teilstücken 3, 4 Flüssigkeit
eindringen. Diese Flüssigkeit
wird von den Ablaufrinnen 19, 20 aufgefangen,
bevor sie in den Kofferraum gelangen kann. Um zu verhindern, dass
Flüssigkeit
in den Bereich zwischen den Ablaufrinnen 19, 20 gelangen
kann ist dort eine Gummidichtung 21 angeordnet.
-
Die
Ablaufrinnen 19, 20 sind so gestaltet, dass sie
sich über
eine Kante des jeweiligen Teilstücks 3, 4,
mit dem sie verbunden sind, hinaus erstrecken. Jedoch erstrecken
sie sich nur so weit über die
Kante des Teilstückes 3, 4 hinaus,
dass sie beim Öffnen
des einen Teilstücks
die Kante des anderen , Teilstückes
nicht berühren.
-
Die
Auffangvorrichtung ist in 3 anhand des
linken 3 und der mittleren Teilstücks 4 dargestellt. Zwischen
dem mittleren 4 und dem rechten Teilstück 5 ist ebenfalls
eine weitere Auffangvorrichtung vorgesehen.
-
4 zeigt
das linke Teilstück 3 mit
einer Öffnung 22.
Die Öffnung 22 ist über ein
Faltelement 23 verschlossen. Das Faltelement weist mehrere
Teilelemente 24, 25, 26 auf, die in einer
in 5 dargestellten Kulissenführung 27 zwangsgeführt sind.
Das Faltelement 23 ist unabhängig von dem Teilstück 3 öffenbar
und gibt eine kleine Ladeluke 22 frei. Durch die Öffnung bzw.
Ladeluke 22 können
kleinere Gegenstände
schnell und einfach in den Kofferraum 1 geladen werden,
da hierzu nur das Faltelement 23 und nicht das gesamte
Teilstück 3 geöffnet werden muss.
-
5 zeigt
das linke Teilstück 3 in
einer Schnittdarstellung. Die Teilelemente 24, 25, 26 des Faltelements 23 sind
entlang der Kulissenführung 27 aneinander
geschoben und geben die Öffnung 22 frei.
Unterhalb der Öffnung 22,
an der dem Innenraum des Kofferraums 1 zugewandten Seite
des Teilstücks 3 ist
ein Gepäcknetz 28 angeordnet.
Das Gepäcknetz 28 fängt Gegenstände auf,
die durch die Öffnung 22 in
den Kofferraum 1 geworfen werden.