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Verbessertes
Sicherheitssystem für
4 Leiner-Lenkdrachen; einfache Steuervorrichtung zum Freidrehen
von Verwicklungen der Drachenleinen mit der Safety Leash, Quickrelease
mitdrehend.
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Dieses
System bezieht sich auf aufpumpbare, pneumatisch geformte und versteifte
Lenkdrachen (international auch Inflatible oder Tube Kite genannt)
zur Fortbewegung auf Wasser (Kitesurfen)
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Kitesurfen
mit Lenkdrachen
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Lenkdrachen,
international auch als Kite (Plural: Kites) beschrieben erzeugen
für neue
Sportarten wie Kitesurfen auf Wasser (auch Kitesurfing genannt)
den Vortrieb, vergleichbar zum Segel von Segelbooten. Ähnlich wie
beim heutigen Windsurfen bzw. beim Snow- oder Wakeboarden ist beim
Kitesurfen der Fahrer mit einem besonders geformten Brett mittels
Fußschlaufen
bzw. Bindungen verbunden. Der Auftrieb im Wasser wird fast ausschließlich dynamisch
durch die Fahrgeschwindigkeit, vergleichbar zum Wasserskifahren,
erzeugt. Der Lenkdrachen ist zum Halten und Steuern einerseits am
Lenkdrachen und andererseits an einer Steuerstange mittels hochfesten
Leinen verbunden. Zur Entlastung von den sehr hohen Haltekräften tragen
die Fahrer am Körper
sogenannte Trapezgurte- oder Hosen die mit einer Hakenplatte versehen
sind, und hängen
sich damit in eine Trapeztampen genannte Schlinge ein, die an der
Steuerstange befestigt ist. Dadurch kann der Fahrer sein Gewicht
und seinen Körper
als Hebel zur Aufnahme der hohen Haltekräfte einsetzen. Es verbleiben
für den
Fahrer lediglich vergleichbar geringe Steuerkräfte beim Lenken. Im Notfall
enthakt sich der Fahrer und läßt ggf.
auch die Steuerstange los. Um in einem solchen Notfall nicht den
Lenkdrachen zu verlieren, wurden diverse Sicherheitsleinensysteme
entwickelt. Diese Systeme basieren darauf, daß eine oder mehrere der Halteleinen
bzw. Steuerleinen über
eine zusätzliche
sogenannte Sicherheitsleine fest mit dem Fahrer verbunden sind und
der Drachen beim Loslassen der Steuerstange weitgehendst kraftfrei
auswehen kann. Ein Neustart des Lenkdrachen vom Wasser (international
als "Relaunch" beschrieben), alleine
durch den Fahrer und ohne fremde Hilfe, ist vom Prinzip her möglich.
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Stand der Technik aufblasbare,
pneumatisch geformte und versteifte Lenkdrachen mit vierleiniger
Steuerung
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Diese
Lenkdrachen sind so gebaut, daß zumindest
die vordere Anströmkante
mit einer eingearbeiteten aufblasbaren Wulst versehen ist. Weitere aufblasbare
Wülste
in etwa rechtwinkeliger Anordnung zur vorderen Anströmkante (Flügelnase)
dienen üblicherweise
der Versteifung des Gebildes in der anderen Richtung. Ersatzweise
oder zusätzliche Versteifungen
mittels in Taschen eingelassener Segellatten sind heute ebenfalls
im Gebrauch. Im Gebrauchsfall werden die Wülste aufgepumpt und mit einem
Stopfen verschlossen. Durch den Schnitt des Drachentuches und der
pneumatischen Wülste nimmt
der aufgepumpte Drachen von vorne gesehen im Wesentlichen die Form
eines invertierten U bzw. einer Sichel ein. An den Ohren des U werden
die Steuer- bzw. Halteleinen befestigt.
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Stand der
Technik vierleinige Steuerung
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Der
wesentlichste Grund für
die vier Leinen-Technik ist die Möglichkeit den Drachen auf eine sehr
große
Bandbreite von Windgeschwindigkeiten einstellen zu können, indem
der Anstellwinkel des Drachens willkürlich, sowohl vor Antritt der
Fahrt, wie auch während
der Fahrt, durch den Fahrer selbst verändert werden kann. Dies geschieht
in der Regel über
Teil 10 (siehe 3 bis 5), eine handelsübliche Gurtbandtalje
(GBT), wobei L2 den Verstellweg bezeichnet, der üblicherweise bei ca. 200 mm
liegt. So sind z. B. Drachen in zwei Leiner-Technik nur über einen
engen Bereich von Windgeschwindigkeiten sicher steuerbar. Darüber und
darunter müßten andere Drachengrößen vor
Fahrtantritt gewählt
werden. Der Stand der Technik der vierleinigen Steuerung und üblicher
Anordnung der Sicherheitsleine ist in 1 schematisch
dargestellt. 2 zeigt
schematisch einen 4-Leiner Drachen mit einer zusätzlichen Mittelleine. 1 und 2 zeigen den Drachen im Flug stehend im
Zenit am Windfensterrand, mit Drachenleinen und Steuerstange in
Flugposition, ohne Fahrer.
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Zeichenerklärung 1 und 2
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Hinweis:
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In
den Überschriften
sämtlicher
Zeichnungsblätter
bedeutet:
- DL
- = Drachenleinen, Teile 2, 3, 4, 5
- SL
- = Sicherheitsleine
(safety leash), Teile 6, 7, 16
- QR
- = primärer Quickrelease-Schäkel, Teil 26, 27, 28
-
- 1
- Lenkdrachen
- 2
- linke
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine
- 3
- rechte
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine
- 4
- linke
Steuerleine(back line), hochfeste Drachenleine
- 5
- rechte
Steuerleine(back line), hochfeste Drachenleine
- 6
- konventionelle
Sicherheitsleine (safety leash)
- 7
- Mittelleine
(hochfeste Drachenleine), führt
zu einem Befestigungspunkt in
-
- der
Mitte der Flügelnase
von Drachen neuester Bauart mit dualer Funktion
-
- als
Sicherheitsleine (safety leash)
- 15
- üblicherweise
eine Anbindung der Sicherheitsleine z. B. mittels Gurtband
-
- mit
Klettverschluß am
Handgelenk oder am Trapez des Fahrers
-
Ein
erheblicher Vorteil der vier Leinen-Technik ist, daß bei entsprechender
Gestaltung der Befestigung der Halteleinen an der Lenkstange über die sogenannte
De-Powerschlaufe durch ein Dichtholen und Fieren der Lenkstange
feinfühlige
Anpassungen der Kraft des Drachens bei böigem Wind möglich sind. Siehe 3. L2 ist der Hubweg für das Dichtholen
und Fieren, der üblicherweise
bei ca. 150 – 300 mm
liegt. Dieser Prozeß ist
vergleichbar mit dem Dichtholen und Fieren der Großschot beim
Segeln oder des Gabelbaumes beim Windsurfen.
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Stand der
Technik der Sicherheitsvorrichtungen
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Drachen
der o. g. Art können
bei entsprechender Anströmung
enorme Kräfte
entwickelt und zu schweren Verletzungen oder Tod des Fahrers führen. Dies
ist insbesondere dann der Fall, wenn der Fahrer die Kontrolle verloren
hat und ungewollt auf ein starres Hindernis zu gezogen wird. Während beim
Windsurfen bei einem unfreiwilligen Abgang des Fahrers, das Segel
auf der Wasseroberfläche
zu liegen kommt, und somit jede Kraft verliert, ist beim Kitesurfen
der Drachen bei einem unfreiwilligen Abgang des Fahrers nach wie
vor in der Luft und voll unter Kraft.
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Eine
typische handelsübliche
Sicherheitseinrichtung besteht aus den Teilen 6, einer
Sicherheitsleine und 15, einem Gurtband mit Klettverschluß zur Befestigung
am Handgelenk des Fahrers. Die Sicherheitsleine 6 ist einerseits
an der Drachenleine 3 und anderseits am Gurtband mit Klettverschluß 15 angebunden.
Die Funktionsweise ist die, daß der Fahrer
im Notfall die Steuerstange losläßt. Da der Drachen über die
Halteleine 3 mit seinem Handgelenk verbunden ist, kann
der Drachen wie eine Fahne im Wind auswehen und verliert dadurch
nahezu sämtliche
Kraft. Theoretisch kann dann der Fahrer durch entsprechend Techniken
einen Neustart des gelandeten Drachens bewerkstelligen.
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Nachteile und schwerwiegende
Sicherheitsmängel an
heutigen aufblasbaren Lenkdrachen mit vierleiniger Steuerung.
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Hier
gibt es zwei Problemkomplexe:
Eine Notauslösevorrichtung, auch Quickrelease
genannt, für
den Notfall, um sich von dem Drachen schlagartig trennen zu können und
die Sicherheitsleine, die den Verlust des Drachens und nachfolgende Seenot
verhindern soll.
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Notauslösevorrichtung/Quickrelease
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Die
Notauslösevorrichtung
dient einzig und alleine dem Zweck, den Fahrer gänzlich und schlagartig im Notfall
vom Drachen zu trennen, wenn er eingehängt mit dem Trapezhaken, 8, Teil 21, in
der De–Power-Schlaufe,
Teil 13, 3 bis 5, fährt.
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In
Notfällen
hat der Fahrer ggf. zuwenig Kraft um sich auszuhängen zur Verfügung, insbes.
dann, wenn er vom Drachen unfreiwillig unter Wasser gezogen wird
oder vom Aufprall auf das Wasser benommen ist. Außerdem ist
das reguläre
Aushängen
aus der De-Power-Schlaufe eine extreme Anstrengung, weil durch das
erforderliche Herunterdrücken
der Steuerstange um aus der Schlaufe freizukommen, der Drachen auf
maximale Leistung gestellt wird. Im eingehängten Zustand ist das Loslassen
der Steuerstange, um sich vom Zug des Drachen zu befreien nicht
die Lösung.
Die Zugkraft wird dadurch zwar etwas weniger, weil die Steuerstange
bis zum Endpunkt des Hubweges L1, 3 bis 5, ausrauscht aber er ist
immer noch eingehängt
und mit dem Drachen verbunden.
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Problem 1 mit der Sicherungsleine,
bei Betätigung
im Notfall durch Loslassen der Steuerstange, Fahrer nicht eingehängt im Trapez:
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Bisher
bekannte Systeme funktionieren nicht ausreichend zuverlässig. Wegen
der vier Leinen, speziell wenn die Leinen durch Dreher des Drachens oder
durch Rotationsprünge
des Fahrers verdrillt sind, kann sich die losgelassene Steuerstange
wie in einem Netz verheddern. Es wurde häufig beobachtet, daß in solchen
Fällen
der Drachen sich voll angeblasen in der Luft in einer Position stabilisiert
und den nun steuerungslosen Fahrer angehängt an die Sicherungsleine
mit voller Gewalt raumschots zieht. Die Betätigung eines ggf. vorhandenen
Notreißsystemes kann
hier die Lage des Fahrers entschärfen,
führt aber
zwangsläufig
zum Verlust des Drachens. Auch nach regulärer Betätigung, sprich Loslassen der Steuerstange,
häufig
Leinensalat, der einen kontrollierten Relaunch unmöglich macht.
Bei viel Wind fast unvermeidbar, da der Drachen beim Niedergehen unkontrolliert
peitscht oder rotiert. Ursächlich
dafür ist einerseits
der weite Weg, den die losgelassene Steuerstange zurücklegen
muß, bis
der Drachen voll ausgeweht ist. und andererseits, daß die Steuerstange nach
dem Loslassen ziemlich undefiniert inmitten der Steuer- und Halteleinen
landet.
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Problem 2 mit der Sicherungsleine,
während
der Fahrt, Fahrer eingehängt
im Trapez:
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Spitzenkönner schaffen
es verdrillte Steuerleinen, verursacht durch Dreher des Drachens
oder Rotationsprünge
des Fahrers, während
der Fahrt heraus zu drehen. Das gelingt durch eine gleiche Anzahl
von Drehungen in der Gegenrichtung bei darauffolgenden Rotationssprüngen. Trotzdem
müssen auch
solche Fahrer ihre Leinen nach einer ggf. unbeabsichtigten Wasserung
vor einem Relaunch des Drachens konventionell entdrillen, da verdrillte
Steuer- und Halteleinen wegen der hohen Reibung den Start erheblich
behindern oder unmöglich
machen.
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Bei
Befestigung der Sicherungsleine am Handgelenk muß sich der Fahrer bei der Wasserung aus
dem Trapez aushängen,
die Steuerstange rotieren und dabei die Sicherungsleine hinten um
die Steuerstange führen.
Ein insgesamt unangemessen umständlicher
Vorgang.
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Bei
Durchführung
der Sicherungsleine durch die De-powerschlaufe und einer Befestigung
an der Hakenplatte des Trapezgurtes oder am Körper, und unter Verwendung
der vorhandenen De-Powerschlaufe geht das Entdrillen deutlich einfacher.
Hierbei wird lediglich die Steuerstange mit der De-Powerschlaufe
im Trapez eingehängt
rotiert. Während
hierdurch zwar die Verdrillungen der Steuerleinen beseitigt werden,
verdrillt sich als Konsequenz, hinter der Steuerstange zum Fahrer
hin, die Sicherungsleine mit dem Zugseil der De-Power-Schlaufe.
Selbst bei wenig mehr als drei bis vier Umdrehungen können sich
diese Leinen derart bekneifen, daß der Drachen beim Loslassen
der Steuerstange im Notfall nicht mehr ausreichend auswehen kann
und den Fahrer folglich in Not bringt.
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Problem 3, Fahren ganz
ohne Sicherungsleine, Fahrer eingehängt im Trapez:
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Sehr
gute und sportive Fahrer fahren aus o. g. benannten Gründen ohne
jegliche Sicherheitsleine. Dies erlaubt es, selbst wenn der Fahrer
im De-powerloop eingehängt
ist, während
eines Sprunges die Lenkstange mit Schwung zum Rotieren zu bringen und
freihändig
kreiseln zu lassen, bis die Steuerleinen entdrillt sind.
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Da
aber im ausgehängten
Zustand, bei Loslassen der Lenkstange im Notfall, der Drachen samt Steuerstange
und Leinen dem Fahrer verloren geht, muß ggf. Rettung aus Seenot und
Bergung des verloren gegangenen Lenkdrachens in den entsprechenden
Revieren vorher gesichert werden.
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Hauptproblem:
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Konflikt der Sicherheitssysteme
Notauslösevorrichtung
vs. Sicherheitsleine
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Aus
o. g. Zusammenhängen
wird deutlich, daß ein
Quickrelease genauso wichtig ist wie die Sicherheitsleine. Da aber
die Sicherheitsleine sich verdrillen und verheddern kann bzw., das
System als solches versagt (siehe Absatz: Problem 1 mit der Sicherungsleine
ff), stellt sie eine solche Gefahr dar, so daß viele Fahrer mangels Alternativen
eher die Variante des Drachen Verlierens und des nach Hause Schwimmens
vorziehen.
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Notauslösevorrichtungen
oder Quickreleases, wie sie heute handelsüblich sind bzw. individuell
von den Fahrern selbst zusammengebaut werden, lösen vielfach nur das eine Problem,
nämlich den
Drachen vom Fahrer zu trennen. Ein vom Fahrer getrennter und vom
Wind daher gewirbelter Drachen samt Leinen und Steuerstange kann
aber eine tödliche
Gefahr für
Dritte bedeuten, wie viele Unfälle,
einschließlich
des tödlicher
Unfalls einer Weltklasse-Kitesurferin, in letzer Zeit gezeigt haben.
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Ein
Problem vieler kommerzieller und individuellen Lösungen ist es, daß das Quickrelease, gleich
welcher Bauart, sich häufig
nicht wie gewünscht
unter Belastung öffnet,
selbst wenn die Notbetätigung
unbehindert erfolgen konnte. Dies tritt immer dann ein, wenn die
aktuelle Zugbelastung im falschen oder ungeeigneten Winkel auf das
Quickrelease aufgebracht wird. Dies wird durch die Art der Befestigung
an der Hakenplatte bzw. am Haken bestimmt.
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ERFINDUNGSAUFGABE:
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Der
nachfolgend beschriebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde mittels
einer möglichst einfachen
und kostengünstigen
Vorrichtung die genannten Mängel
zu beseitigen bzw. erhebliche Verbesserungen der Handhabung und
Sicherheit zu bewirken. Die Erfindung bezieht sich dabei sowohl
auf die genannten Vierleiner – mit
einer klassischen Sicherheitsleine wie auch auf die neuesten Vierleiner mit
zusätzlicher
Mittelleine. Darüber
hinaus soll eine Vorrichtung dargestellt werden, die ohne übliche Sicherheitsleine
auskommt aber trotzdem die gewünschte
Funktion erfüllt.
Bei dieser Vorrichtung kommt es nicht zu Verwicklungen und Fesselung
der Drachenleinen mittels einer Sicherheitsleine bei Rotationen
des Fahrers oder des Drachens.
-
ERFINDUNGSGEMÄSSE LÖSUNG:
-
Der
erfindungsgemäße Lösung hat
vier Hauptrichtungen:
- a) Eine Notauslösung im
Bereich der Anbindung über
das Trapez des Fahrers zu schaffen, welche unter allen in der Praxis
denkbaren Zugwinkeln auslöst
und zwar so angeordnet, daß der
Auslösemechanismus
auch in Panik ausreichend schnell gefunden und ausreichend einfach
betätigt
werden kann.
- b) eine Steuerstange mit einer besonderen Anordnung der Sicherheitsleine
zu liefern, wo das Verdrillen der Sicherheitsleine mit dem Tampen
der De-power-Schlaufe, selbst bei einer sehr großen Anzahl von Sprungrotationen
des Fahrers in beliebige Drehrichtungen bzw. Überschläge des Drachens, hingenommen
und ohne nennenswerten Aufwand, sogar in Fahrt, rückgängig gemacht werden
können,
so daß der
Fahrer nicht behindert oder gefährdet
wird. Außerdem
soll diese Vorrichtung das Zurückdrehen
auch der Halteleinen nach Sprungrotationen ermöglichen (was selbst bei Systemen
ohne Sicherheitsleine bisher nicht möglich ist) und somit jegliche
Verdrillungen sämtlicher
Leinen absolut neutralisieren.
- c) Des Weiteren sollen sowohl die neuartige Steuerstange in
Kombination mit der erfindungsgemäßen Notauslösung wie auch der besonderen
erfindungsgemäßen Anordnung
der Sicherheitsleine im Gesamtsystem dafür sorgen, daß der Drachen im
Fall einer Notauslösung
weder verloren geht noch Dritte gefährdet, aber dem Fahrer einen möglichst
schnellen Relaunch gestattet. Der schnelle Relaunch kann nur dann
gegeben sein, wenn sich weder der Drachen noch die Leinen nach der
Notauslösung
nennenswert verheddern.
- d) die Nutzung einer assymetrisch angebrachten Sicherheitsleine,
wie Teil 6 in 1 und 3 zu vermeiden und statt
dessen eine Mini-Sicherheitsleine zu verwenden, da die übliche Anordnung
bei Sprungrotationen des Fahrers zu einer Fesselung der
-
Flugleinen,
mit entsprechend hohen, Reibungs bedingten Steuerkräften führt. Solche
Systeme sind bereits in der Kiteszene vorgestellt worden. Allesamt
leiden Sie aber unter mangelnder Alltags-Tauglichkeit. So scheuern
Trapeztampen und die Mini-Sicherheitsleine
sehr schnell (in wenigen Fahrstunden) durch. Den Trapezstampen auszutauschen
kostet nur wenig Geld und etwas Zeitaufwand. Die Mini-Sicherheitsleine
in solchen Modellen dagegen ist eine sehr teure spezielle Drachenleine.
Ein hinausgezögerter
Austausch kann aber auch die Sicherheit des Fahrers erheblich gefährden. Dies
gilt es eindeutig zu verbessern.
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Bei
der erfindungsgemäßen Anordnung
von Sicherheitsleine zu Steuerstange, und Quickrelease kann dies,
wie nachfolgend dargestellt, als gegeben betrachtet werden.
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Lösung zu a)
-
Die
Lösung
zu a) wird mit Hinblick auf die Forderung nach einem Auslösemechanismus,
der auch in Paniksituationen ausreichend schnell gefunden, sowie
ausreichend einfach und sicher betätigt werden kann dadurch erreicht,
daß die
De-power-Schlaufe 30 in das zu öffnende Auge des primären Quickrelease-Schäkels 26 gesteckt
und verriegelt wird. Der neuartige (der werkseitige Auslösetampen
muß vorher
entfernt werden), äußerst leichtgängige Auslösemechanismus,
der allerdings nicht in stationärer
Position bleibt, sondern um die Längsachse des Schäkels rotieren
kann, wird durch eine Schub oder Zugbewegung einer oder beider Kugeln 27 in
Richtung Drachen oder Fahrer aktuiert. Bei Betätigung des primären Quickrelease-Schäkels 26 wird
der Depowerring 30 freigegeben und der Drachen weht aus,
verbleibt aber über
die Sicherheitsleine 6, 7, 16, 16b,
Schlaufe 19, Schäkel 26 und
die Hakenplatte 17 mit dem Fahrer verbunden. Der primäre Quickrelease-Schäkel 26 selbst
ist im sekundären Quickrelease-Schäkel 22 eingeklinkt.
-
Das
sekundäre
Quickrelease 22 ist seinerseits auf den Haken 21 derart
aufgeschweißt
wird, daß es
optimal ausgerichtet ist, einerseits den primären Quickrelease-Schäkel 26,
im geöffneten
Zustand sauber freizugeben und andererseits einen günstigen
Winkel zur Anbringung des Auslösemechanismusses,
Teil 23, zu bilden. Diese Anordnung ist und bleibt und
immer an der selben Position und kann leicht vom Fahrer verinnerlicht
werden. Der Auslösemechanismus 23 wird
durch eine Plastikkugel 24 durchgeführt und dort mit einem Stopknoten 25 gesichert.
Der Auslösemechanismus
des sekundären Quickrelease-Schäkels ist
auch unter Last ausreichend leichtgängig, so daß eine Zugbewegung an der Kugel
die Notauslösung
betätigen
kann Die Betätigung
des sekundären
Quickrelease-Schäkels 22 ist nur
für den äußersten
Notfall gedacht da dadurch der Drachen vollkommen freigegeben wird.
-
Der
zweite Aspekt, die Notauslösung
unter allen in der Praxis denkbaren Zugwinkeln zu sichern wird durch
zwei Maßnahmen
erreicht. Einerseits ist der primäre Quickrelease-Schäkel 26 im
sekundären Quickrelease-Schäkel 22 freibeweglich
eingeklinkt und dieser auf dem Haken 21 auf der Hakenplatte 17 schwenkbar
angeordnet, so daß die
Kräfte
des Drachens, egal ob der Drachen oben oder weiter unten fliegt,
immer in der idealen Richtung in die Quickreleaseschäkel eingeleitet
werden. Zum Anderen ist die De-power-Schlaufe 30 in Edelstahl-Rundmaterial ausgeführt, so
daß die
Neigung von herkömmlichen Kunststoffschlaufen,
sich bei schräger
Krafteinleitung in horizontaler Ebene an den Schäkelausgängen zu verhaken, hier nicht
gegeben ist.
-
Über die
genannten Anforderungen hinaus, wurde durch die Beibehaltung des
Hakens 21 und seiner Funktion die Option für den Fahrer
offengelassen, mit dem Haken eingehängt in den optionalen Standard-Trapeztampen 11 (3, 4, 5)
zu fahren.
-
Auf
Anschläge
und Nocken im Bereich des schwenkbaren Hakens wurde bewußt verzichtet,
um Verletzungen der Hände
zu vermeiden.
-
Für Details
der modifizierte Hakenplatte mit Schwenkhaken und primärem und
sekundärem Quickrelease
gemäß der Lehre
der Erfindung siehe Zeichnungen 6 und 7.
-
Zeichenerklärung 7
-
- 17
- modifizierte
Hakenplatte
- 18
- Auglager
verschweißt
mit Hakenplatte
- 19
- Hohlwelle
- 20
- Achsbolzen
- 21
- schwenkbar
gelagerter Haken verschweißt
mit Hohlwelle, Teil 19
- 22
- handelsüblicher
Schnappschäkel,
z. B. MOSCHETTONE SCI NAUTICO
-
- TIPO
der Fa. Spett.le KONG S.p.A.. Italien, aufgeschweißt auf den
Haken,
-
- Teil 21
- 23
- Auslösemechanik
mit Betätigungsleine
- 24
- Kugel
aus Kunststoff mit Bohrung
- 25
- Stoppknoten
am Ende der Betätigungsleine
- 26
- Wichard-Quick
Release Schäkel
od. vergleichbar
- 27
- zwei
Kunststoffkugeln als Griffteil der Auslösemechanik des Wichard-
-
- Quick
Release Schäkels
- 28
- Gewindestiff,
z. B. kurzes Stück
Edelstahlspeiche mit Gewinde an beiden
-
- Enden,
und Speichen-Nippelmuttern aus Edelstahl durch den Schäkel
-
- gesteckt
und mit den Kugeln, Teil 34, verschraubt
- 29
- Schlaufe
einer Drachenleine verknotet mit dem oberen, drehenden Part
-
- des
Wichard-Quick Release Schäkels,
unterhalb des Auslösebügels
- 30
- Edelstahl-Augring
als De-power-Schlaufe
-
Wirkungsweise der Vorrichtung
gemäß Lösung zu
a):
-
Bei
Betätigung
der Notauslösung 26 über Teile 27, 28 zieht
der Drachen die Steuerstange 9 weg vom Fahrer. Dabei gleitet
sie in ihrer Leitöse
des Bauteils 39, siehe hierzu 6 und 8,
bzw. in einer zweiten Bohrung in der Steuerstange 9 selbst, auf
der Sicherheitsleine 6, 7 oder im Falle der Anordnung
gemäß 5 auf der Halteleine 2b soweit,
bis sie gegen den Stopball 8 läuft und stoppt. Für die Anordnung
der Sicherheitsleine im jeweiligen System siehe 3, 4 und 5.
-
Der
Stopball 8 ist mit Stopknoten auf den Leinen gesichert
bzw. es werden spezielle, sog. knotenlose Stopbälle verwendet. Die jeweilige
Distanz bis zum Stopball, L3, L4, ist so berechnet, daß durch
das Ausrauschen der Steuerstange die restlichen Drachenleinen so
lose werden, daß der
Drachen nahezu kraftlos auswehen kann. Durch die Anbindung des anderen
Endes der Sicherheitsleine 6, 7 und 16 an die
Hakenplatte des Fahrers verbleibt der nun kraftlose Drachen angebunden
an den Fahrer.
-
Siehe
hierzu auch 11, 12 und 13
-
Lösung zu b)
-
Wird
dadurch erreicht, daß das
freie Ende, der mit einem Gummiseil, Teil 16, 16b,
verlängerten Sicherheitsleine 6, 7,
wie in 6, 8 und 9 dargestellt, im Bereich der Gurtbandtalje 10 durch
eine dort im hinteren Gurtband befestigte Öse 40 und nachfolgend
asymmetrisch durch eine Leitöse 39,
bzw. in einer zweiten Bohrung in der Steuerstange 9 selbst, geführt. und
einer am am primären
Quickrelease befestigten Schlaufe 19 wie in 7 und 8 und 9 dargestellt
angebunden wird. Das Tau der Schlaufe 19 selbst wird durch
einen Spalt im frei drehbaren Teil des "Wichard Quickrelease" Schäkels 26 gesteckt und
mit einem Knoten vor dem Ausrauschen gesichert.
-
Da
nun sowohl die Sicherheitsleine 16, 16b wie auch
der De-power-Tampen 32 auf dem selben drehbaren Auge des
Schäkels 26 befestigt
sind, können
Verdrillungen der Sicherheitsleine und des De-Power-Tampens, die
sich hinter der Steuerstange 9 zum Fahrer hin gebildet
haben, mit einer einzigen HeranziehBewegung der Steuerstange zum
Körper des
Fahrers neutralisiert werden. Dies geht auch während der Fahrt, wenn der Zug
des Drachens vom Fahrer gezielt durch entsprechende Steuerung kurzzeitig
verringert wird. Hilfreich dabei ist die Zugspannung auf der Sicherheitsleine,
eingebracht durch das Gummiseil 16, 16b. Beim
Ausdrehen von Verdrillungen der Steuer- und Halteleinen bleibt der
Fahrer eingehängt
im Trapez und wird nun in keinster Weise von der Sicherheitsleine
behindert, Selbstverständlich
können
diese Verdrillungen auch durch manuelles Drehen des Schäkels 26 entdrillt
werden.
-
Wichtig
ist auch die Durchführung
des Gummiseils 16, 16b durch die Öse 40. Üblicher
werden beim Zurückdrehen
der Steuerstange nach Rotationsprüngen nur die Steuerleinen 4 und 5 freigedreht. Die
Halteleinen 2 und 3 bleiben verdrillt. Öse 40 funktioniert
als Mitnehmer und entdrillt auch die Halteleinen beim Zurückdrehen
der Steuerstange.
-
Für Details
der entsprechend modifizierten Steuerstange mit zusätzlichen
Vorrichtungen gemäß der Lehre
der Erfindung siehe Übersicht 6 und Detail 8 und 9
-
Zeichenerklärung 8
-
Hinweis:
-
In Übersicht 6 und Detail 8 wurde zwecks Klarheit
der Darstellung in der Hauptansicht sowie in der Schnittansicht
A-A auf die Darstellung der Schutzschlauch-Ummantelung, Teil 33, verzichtet.
-
- 9
- handelsübliche Steuerstange
mit min. 10 mm ø Mittelloch
- 10
- handelsübliche Gurtbandtalje
(GBT) oder Talje mit Block und
-
- Belegklemme
- 10d
- Auglager
aus einem kurzen Stück
Kunststoffschlauch
- 16
- Mini-Sicherheitsleine
(safety leash); Gummileine zur Bucht gefaltet ergibt
-
- zwei
parallele Taue.
- 16b
- dehnfähige Verlängerung
der Sicherheitsleine (safety leash) Teil 6, 7,
-
- baugleich
mit Teil 16
- 29
- Schlaufe
einer Drachenleine verknotet mit dem oberen, drehenden Part
-
- des
Wichard-Quick Release Schäkels,
unterhalb des Auslösebügels
- 30
- Edelstahl-Augring
als De-power-Schlaufe
- 31
- Stopknoten
am Doppelende der zur zur Bucht gefalteten Gummileine, Teil
-
- 16, 16b,
belegt mit einem Buchtknoten geformt aus Schlaufe Teil 29
- 32
- De-power-Tampen
- 33
- Schutzschlauch-Umhüllung für den De-power-Tampen
- 34
- De-power-Tampen,
Teil 32, durch das untere Auge der Talje, Teil 10
-
- und 10d,
gesteckt und zum Palstek verknotet.
- 35
- Stopperkugel
aus Kunststoff mit Bohrung zur Aufname des De-power-
-
- Tampens,
Teil 32
- 36
- Kugel
aus Kunststoff mit Bohrung zur Aufnahme des mit dem
-
- Schutzschlauch,
Teil 33, ummantelten De-power-Tampens, Teil 32,
- 37
- Scheibe
aus Kunststoff mit Bohrung, außen gerundet,
Bohrung innen mit
-
- Senkungen
- 38
- Stopknoten
geformt am Doppelende des De-power-Tampens, Teil 32
- 39
- Klemmvorrichtung
mit einer Leitöse
befestigt an der Steuerstange, Teil 9
-
- bzw.
eine weitere ausreichend große
Bohrung in der Steuerstange selbst.
- 40
- Öse, z. B.
Edelstahl-D-Ring aufgenäht
auf GBT, Teil 10
-
Zeichenerklärung 9
-
- 2
- linke
Halteleine (front line), hochfeste Drachenleine
- 3
- rechte
Halteleine (front line), hochfeste Drachenleine
- 6/7
- Sicherheitsleine
(safety leash)
- 10
- modifizierte,
ansonsten handelsübliche
Gurtbandtalje (GBT) oder Talje mit
-
- Block
und Belegklemme
- 10a
- Starrschnalle
der GBT
- 10b
- Rückstellschlaufe
der GBT
- 10c
- Spannschlaufe
der GBT
- 10d
- Auglager
aus einem kurzen Stück
Kunststoffschlauch
- 16b
- dehnfähige Verlängerung
der Sicherheitsleine (safety leash) Teil 6, 7,
-
- baugleich
mit Teil 16
- 34
- De-power-Tampen,
Teil 32, durch das untere Auge der Talje, Teil 10
-
- und 10d,
gesteckt und zum Palstek verknotet.
- 35
- Stopperkugel
aus Kunststoff mit Bohrung zur Aufname des De-power-
-
- Tampens,
Teil 32
- 40
- Öse, zb.
Edelstahl-D-Ring aufgenäht
auf GBT, Teil 10
- 41
- Verhakelsichere
Anbindung: Sicherheitsleine am Ende zur Bucht gelegt
-
- und
vertakelt und die Takelung mit einem Schrumpfschlauch versehen.
-
- Buchtende
der doppelten Gummileine Teil 16b wird durch diese Bucht
-
- gesteckt
und mit einem Buchtknoten festgezogen.
- 42
- U-Schäkel
- 43
- Schäkelpin
-
Lösung zu c)
-
Die
Forderung, daß der
Drachen im Fall einer Notauslösung
weder verloren geht noch Dritte gefährdet, wird wie schon oben
unter Lösung
zu a) beschrieben dadurch erreicht, daß das freie Ende der Sicherheitsleine
an der Hakenplatte befestigt wird und somit mit dem Fahrer verankert
ist. Die sekundäre
Notauslösungsmechanik widerspricht
nicht diesen Anforderungen, da sie nur als allerletztes Mittel des Fahrers,
wenn sämtliche
seiner sonstigen Rettungsmöglichkeiten
versagt haben, eingesetzt würde.
-
Wie
die Forderung nach einer einfachen Relaunchmöglichkeit ohne nennenswerten
Leinensalat nach der Notauslösung
erfindungsgemäß erreicht wird,
ist nachfolgend beschrieben.
-
Vorrichtung gemäß der Lehre
der Erfindung:
-
Die
Forderung nach einem einfachen Relaunchmöglichkeit ohne nennenswerten
Leinensalat nach der Notauslösung
wird erreicht durch die zentrale Anordnung der Sicherheitsleine
gleich welchen Systems (Siehe 3, 4 und 5) und deren etwa mittige Durchfädelung durch
die Steuerstange bzw. Anbauten daran. Für die Anbindung von standard
4-Leiner Lenkdrachen sei hier auch besonders die ziemlich mittige
Anbindung der Sicherheitsleine 6 an eine der Halteleinen 3,
anstelle an einer der außen
liegenden Steuerleinen 4, 5 erwähnt. Siehe
hierzu Zeichnung 3.
Für Details
der Anbindung an einen 4-Leiner Lenkdrachen mit zusätzlicher
Mittelleine 7 siehe 4.
Für Details
der Anbindung eines standard 4-Leiner Lenkdrachen mit einer Mini-Sicherheitsleine
siehe 5.
-
Anmerkung:
Optionaler Trapeztampen 11 in anderen relevanten FIG. nicht
dargestellt. Außerdem beziehen
sich die Teilenummern auf Komponenten, welche entsprechend der Lehre
der Erfindung zur Anwendung kommen, und nicht auf den bekannten Stand
der Technik.
-
Zeichenerklärung zu 3, 4 und 5
-
- 1
- Lenkdrachen
- 2
- linke
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine
- 3
- rechte
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine
- 4
- linke
Steuerleine(back line), hochfeste Drachenleine
- 5
- rechte
Steuerleine(back line), hochfeste Drachenleine
- 6
- konventionelle
Sicherheitsleine (safety leash)
- 7
- Mittelleine
(hochfeste Drachenleine), führt
zu einem Befestigungspunkt in
-
- der
Mitte der Flügelnase
von Drachen neuester Bauart. Weiterführung im
-
- Bereich
der Steuerstange als Sicherheitsleine (safety leash)
- 8
- Stopperball
- 9
- handelsübliche Steuerstange
mit min. 10 mm ø Mittelloch
- 10
- handelsübliche Gurtbandtalje
(GBT) oder Talje mit Block und
-
- Belegklemme
- 11
- optionaler
Standard-Trapeztampen
- 14
- Auftriebskörper mit
zentral geführter
Anbindung für
die Steuerleinen
- 16
- Mini-Sicherheitsleine
(safety leash)
- L1
- Hubweg
der Steuerstange, Teil 9
- L2
- Verstellweg
der Gurtbandtalje (GBT), Teil 10
- L3
- Mindestentfernung
des Stopperballes 8 entlang der Halteleine 3 oder 2b
- L4
- Mindestentfernung
des Stopperballes entlang dem Tauende der
-
- Sicherheitsleine 7
-
Wirkungsweise
einer üblichen
Vorrichtung gemäß dem Stand
der Technik:
-
Um
die Wirkung und den Grad der Verbesserung der o. g. beschriebenen
Neuerung erkennen zu können,
sollte erst die bekannte Wirkungsweise verstanden sein.
-
11 zeigt eine schematische
Darstellung eines auswehenden, landenden std. 4-Leiner Lenkdrachens mit konventioneller
Sicherheitsleine 6, wobei das Ende der Sicherheitsleine 6,
z. B. mittels des Klett-Gurtbandes 15 am Handgelenk des
Fahrers befestigt ist (nicht dargestellt).
-
Zeichenerklärung zu 11
-
- 1
- Lenkdrachen
- 5
- rechte
Steuerleine, hochfeste Drachenleine
- 4
- linke
Steuerleine, hochfeste Drachenleine
- 3
- rechte
Halteleine, hochfeste Drachenleine
- 2
- linke
Halteleine, hochfeste Drachenleine
- 6
- Sicherheitsleine
- 8
- Stopperball
- 9
- Steuerstange
- 15
- Gurtband
mit Klettverschluß zur
Befestigung am Handgelenk des Fahrers
- L3
- Mindestentfernung
des Stopperballes
- L5
- Spannweite
des Drachens im ausgelegten, nicht aufgepumpten Zustand
- W1
- Windrichtung
-
Wie
die Illustration 11 zeigt,
ist die Steuerstange 9 nach dem Loslassen bzw. nach einer
Betätigung
der Notauslösung,
da sie nicht geführt
wird, undefiniert inmitten der Drachenleinen, weit weg vom Fahrer
gelandet. Ein auswehender und bei viel Wind peitschender Drachen
kann die freie Steuerstange samt anderer Drachenleinen weiter mitdrehen
und sorgt so zusätzlich
für Leinensalat,
der in der Praxis regelmäßig nur
durch Glück
vermieden werden kann.
-
Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung:
-
Bei
Betätigung
der Notauslösung 26 über Teile 27, 28 zieht
der Drachen die Steuerstange 9 weg vom Fahrer. Dabei gleitet
sie in ihrer Leitöse
des Bauteils 39, siehe hierzu 6 und 8,
bzw. in einer zweiten Bohrung in der Steuerstange 9 selbst, auf
der Sicherheitsleine 6, 7 oder im Falle der Anordnung
gemäß 5 auf der Halteleine 2b soweit,
bis sie gegen den Stopball 8 läuft und stoppt. Für die Anordnung
der Sicherheitsleine im jeweiligen System siehe 3, 4 und 5.
-
Der
Stopball 8 ist mit Stopknoten auf den Leinen gesichert
bzw. es werden spezielle, sog. knotenlose Stopbälle verwendet. Die jeweilige
Distanz L3, L4 bis zum Stopball, ist so berechnet, daß durch
das Ausrauschen der Steuerstange die restlichen Drachenleinen so
lose werden, daß der
Drachen nahezu kraftlos auswehen kann. Durch die Anbindung des anderen
Endes der Sicherheitsleine 6, 7 und 16 an die
Hakenplatte des Fahrers verbleibt der nun kraftlose Drachen angebunden
an den Fahrer.
-
Für den Fall,
daß der
Drachen über
das Festhalten einer der Drachenleinen über eine Sicherheitsleine auswehen
soll (wie in 2 und 5), besagen die Sicherheitsregeln
der Drachenhersteller, daß die
Länge der
Ausrauschstrecke L3, L4 mindestens 70%, besser 100%, der ausgelegten
Spannweite L5 des Drachens ergeben soll, um den Drachen durch Auswehen
die Kraft zu nehmen.
-
Während also
ein regulärer
Vierleiner-Drachen doch sehr weit aufmachen muß um kraftfrei zu werden, ist
die Ausrausch-Länge
bei Vierleiner-Drachen mit zusätzlicher
Mittelleine 7, siehe 5,
vergleichsweise lächerlich
gering.
-
Praxiserprobungen
haben gezeigt, daß die Mindestlänge L4 mit
L4 = 0,8 × L5/3,14
gut bemessen ist.
-
Auswirkung
der Anordnung und deren Betätigung
auf das Verhalten des Drachens im Hinblick auf die Forderung nach
einer einfachen Relaunchmöglichkeit
ohne nennenswerten Leinensalat nach der Notlandung. Das Prinzip
der Notlandung von Lenkdrachen bei Nutzung der neuartigen Sicherheitsvorrichtung
wird in den Zeichnungen 12 und 13 verdeutlicht.
-
12 zeigt eine schematische
Darstellung eines auswehenden, landenden standard. 4-Leiner Lenkdrachens.
Die Steuerstange 9 ist nach dem Loslassen ausgerauscht
bis zur Position des Stopballes 8. Das Ende der Sicherheitsleine 6, 16 ist
am Körper des
Fahrers befestigt (nicht dargestellt). Zum Relaunch holt der Fahrer
die Steuerstange zu sich her indem er die Sicherheitsleine zu sich
herzieht bis er die Steuerstange greifen kann. Von dort an ist der Relaunch
Standardroutine. Ein Leinensalat ist nicht zu erwarten, da sämtliche
andere Leinen zu einer Seite der Steuerstange liegen und die Steuerstange nicht
in deren Mitte landet, wie in 11 gezeigt.
-
13 zeigt eine schematische
Darstellung eines landenden 4-Leiner Lenkdrachens mit zusätzlicher
Mittelleine. Die Steuerstange 9 ist nach dem Loslassen
ausgerauscht bis zur Position des Stopballes 8. Das Ende
der Sicherheitsleine 7 ist am Körper des Fahrers befestigt
(nicht dargestellt). Da hierbei die Flugleinen nur etwas entspannt
werden und die Steuerstange nicht in deren Mitte landet, wie in 11 gezeigt, haben die Leinen
keinerlei Anlaß sich
zu verheddern Zum Relaunch holt der Fahrer die Steuerstange zu sich
her indem er die Sicherheitsleine zu sich herzieht bis er die Steuerstange
greifen kann. Von dort an ist der Relaunch Standardroutine.
-
Zeichenerklärung zu 12 und 13
-
- 1
- Lenkdrachen
- 5
- rechte
Steuerleine, hochfeste Drachenleine
- 4
- linke
Steuerleine, hochfeste Drachenleine
- 3
- rechte
Halteleine, hochfeste Drachenleine
- 2
- linke
Halteleine, hochfeste Drachenleine
- 7
- Mittelleine
(hochfeste Drachenleine), führt
zu einem Befestigungspunkt in
-
- der
Mitte der Flügelnase
von Drachen neuester Bauart mit dualer Funktion
-
- als
Sicherheitsleine (safety leash)
- 8
- Stopperball
- 9
- Steuerstange
- 26
- sekundäres Quickrelease
- L3
- Mindestentfernung
des Stopperballes 8 entlang der Halteleine 3 oder 2b
- L4
- Mindestentfernung
des Stopperballes entlang dem Tauende der
-
- Sicherheitsleine 7
- L5
- Spannweite
des Drachens im ausgelegten, nicht aufgepumpten Zustand
- W1
- Windrichtung
-
Lösung zu d)
-
Zunächst ist
eine Beschreibung der Wirkungsweise der Mini-Sicherheitsleine erforderlich. Kernidee
ist es, eine der vorhandenen Drachenleinen als verlängerte Sicherheitsleine
zu nutzen. 10 zeigt
die erfindungsgemäße Lösung.
-
Zeichenerklärung 10
-
Zur
Verdeutlichung wichtiger Details ist diese Ansicht ist nicht von
vorne entspr. 5 sondern 180° von hinten
dargestellt. Daher erscheinen die Drachenleinen seitenverkehrt.
-
- 2b
- linke
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine mit verschlauftem
-
- unteren
Ende
- 2c
- Achtknoten
- 2b
- verschlauftes
Ende von Teil 2b
- 3
- rechte
Halteleine(front line), hochfeste Drachenleine
- 10
- modifizierte,
ansonsten handelsübliche
Gurtbandtalje (GBT) oder Talje mit
-
- Block
und Belegklemme
- 10a
- Starrschnalle
der GBT
- 10b
- Rückstellschlaufe
der GBT
- 10c
- Spannschlaufe
der GBT
- 16
- Mini-Sicherheitsleine
(safety leash) hergestellt aus einer Gummileine,
-
- welche
zur Bucht gefaltet zwei parallele Taue ergibt. Das Doppelende wird
-
- wird
mit einen Stopknoten versehen.
- 16a
- Buchtende
der doppelten Gummileine Teil 16, wird durch die Schlaufe
Teil
-
- 2b gesteckt
zum Buchtknoten festgezogen.
- 40
- Öse, zb.
Edelstahl-D-Ring aufgenäht
auf GST, Teil 10
- 42
- U-Schäkel oder
eingenähte
Bügelöse (D-Ring)
- 43
- Schäkelpin
- 44
- Gleitball
aus Kunststoff mit Bohrung für
Drachenleine Teil 2b
-
Der
Wirkmechanismus funktioniert auf folgende Weise:
Der Knoten 2c in
der Drachenleine 2b verhindert unter Last, daß die Drachenleine 2b durch
die Kunststoffkugel 44 rutscht, während diese Kunststoffkugel 44 durch
den kleineren Schäkel 42 festgehalten
wird. Diese Anordnung stellt mithin unter Last eine kraftschlüssige Verbindung
in Zugrichtung des Drachens dar. Für den Fall, daß der primäre Quickrelease Schäkel 26 betätigt wird
kann nun unter Last die Steuerstange 9 geführt auf
der Leitöse 39 auf
der nunmehr gespannten Leine 16, bzw. 16b ausrauschen
bis sie den Gleitball 44 trifft. Von dort an wird dieser
Gleitball von der Steuerstange auf der gespannten Drachenleine 2b gleitend
vor sich hergeschoben, bis der Gleitball vom Stopball 8,
montiert auf der Drachenleine 2b, gestoppt wird.
-
Besonders
wichtig ist bei dieser Anordnung, daß die Leitöse ziemlich groß im lichten
Durchmesser ist und gut verrundete Einläufe hat und sämtliche Knoten,
wie z. B. 2c und 16a klein oder schlank sind, damit
diese sich nicht verhakeln können
und somit die Steuerstange samt Talje mit Öse 40 am Ausrauschen
nicht behindern.
-
In
früheren
bekannten Lösungen
wurden sowohl der De-powertampen durch eine einzige Bohrung in der
Steuerstange bzw. einer Leitöse
geführt. Somit
unterliegen die blank liegenden Taue einem erheblichen Verschleiß im Fahrbetrieb.
Das ist insbes. nachteilig, da die teure Drachenleine 2b,
die in einem Stück
bis zur Anbindung am Trapez des Fahrers durchging, als Ganzes ersetzt
werden mußte.
Die erfindungsgemäße Aufteilung:
De-powertampen 38 durch die zentrale Bohrung der Steuerstange 9,
Sicherheitsleine 16 durch die Leitöse eines Aufsatzes 39 bzw.
einer zweiten Bohrung schlägt
zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen kann der De powertampen 38 mit
einer Kunststoffschlauch-Schutzhülle 33 ummantelt
und das Ende der Sicherheitsleine 16 austauschbar gestaltet
werden.
-
Überdies
ist die Verwendung eines Gummiseiles hierfür vorteilhaft, da die Spannung
im Tau lose Enden vermeidet und darüber hinaus sehr nützlich für das Zurückdrehen
der Verdrillungen der Halteleinen ist. Die Verlängerung der Drachenleine 2b mit
einem Gummiseil (vorher nicht möglich,
da sowohl der De-powertampen wie auch die Sicherheitsleine mit sämtlichen
Knoten durch eine einzige Bohrung hätte passen müssen ohne
sich zu verhakeln) erlaubt die Nutzung preiswerterer Standard Leinensätze. Durch die
vorher erforderlichen unterschiedlichen Längen waren teure, speziell
konfektionierte Leinensätze
erforderlich. Hinweis: Die Enden der Drachenleinen zum Kitesurfen
dürfen
aus Festigkeitsgründen
auf der belasteten Länge
nicht verknotet sein, sondern müssen
zur Anbindung mit vernähten,
ummantelten geschlauften Enden versehen sein.
-
Schlußbemerkung:
-
Die
o. g. beschriebene Erfindung ist nicht begrenzt auf die dargestellten
Ausführungsbeispiele sondern
schließt
auch jene mit ein, welche ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen,
anwendbar sind.
-
Es
ist offensichtlich, daß der
Zweck der Erfindung durch die vorstehende Darlegung erfüllt ist.
Es sollte aber klar sein, daß viele
Veränderungen
der Bauart, wie etliche davon im obigen Text erwähnt, durchführbar sind. Es wird davon ausgegangen,
daß diese
und andere Ausführungsmöglichkeiten
im Rahmen und im Sinne der beschriebenen Erfindung sind und als
solche im Bezug auf die nachstehenden Ansprüche gewertet werden sollen.