-
GEBIET DER
VORLIEGENDEN ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen die Herstellung integrierter
Schaltungen und betrifft insbesondere die Herstellung von Metallisierungsschichten,
die äußerst leitfähige Metalle,
etwa Kupfer, aufweisen, die in einem dielektrischen Material eingebettet
sind.
-
BESCHREIBUNG
DES STANDS DER TECHNIK
-
In
modernen integrierten Schaltungen weisen kleinste Strukturelemente,
etwa die Kanallänge von
Feldeffekttransistoren, eine Abmessung im Bereich deutlich unter
1 μm auf,
wodurch die Leistungsfähigkeit
dieser Schaltungen hinsichtlich der Geschwindigkeit und der Leistungsaufnahme
ständig verbessert
wird. Wenn die Größe der einzelnen Schaltungselemente
deutlich reduziert wird, wodurch beispielsweise die Schaltgeschwindigkeit
der Transistorelemente verbessert wird, wird jedoch auch der verfügbare Platz
für Verbindungsleitungen,
die die einzelnen Schaltungselemente elektrisch verbinden, ebenso
reduziert. Folglich müssen
die Abmessungen dieser Verbindungsleitungen verringert werden, um dem
kleineren Anteil an verfügbaren
Platz und der gestiegenen Anzahl an Schaltungselemente pro Chip Rechnung
zu tragen. In integrierten Schaltungen mit minimalen Abmessungen
von ungefähr
0.35 μm
und darunter ist ein begrenzender Faktor für das Bauteilverhalten die
Signalausbreitungsverzögerung,
die durch die Schaltgeschwindigkeit der Transistorelemente hervorgerufen
wird. Obwohl die Kanallänge dieser
Transistorelemente nunmehr 0.18 μm
und weniger erreicht hat, stellt sich jedoch heraus, dass die Signalausbreitungsverzögerung nicht
mehr durch die Feldeffekttransistoren beschränkt ist, sondern dass diese
auf Grund der erhöhten
Schaltungsdichte durch den geringen Abstand der Verbindungsleitungen
beschränkt
ist, da die Kapazität
zwischen den Leitungen anwächst
und gleichzeitig eine reduzierte Leitfähigkeit dieser Leitungen auf
Grund der reduzierten Querschnittsfläche vorliegt. Die parasitären RC-Zeitkonstanten erfordern
daher die Einführung neuer
Arten von Materialien zur Herstellung der Metallisierungsschicht.
-
Traditionell
werden Metallisierungsschichten mittels eines dielektrischen Schichtstapels
mit beispielsweise Siliziumdioxid und/oder Siliziumnitrid hergestellt,
wobei Aluminium als das typische Metall verwendet ist. Da Aluminium
eine deutliche Elektromigration bei höheren Stromdichten zeigt, die
in integrierten Schaltungen mit äußerst größenreduzierten Strukturelementen
nötig sein
können,
wird Aluminium nunmehr durch Kupfer ersetzt, das einen deutlich geringeren
elektrischen Widerstand und eine höhere Widerstandsfähigkeit
gegen Elektromigration zeigt.
-
Das
Einführen
von Kupfer zieht jedoch eine Reihe von Problemen nach sich, die
zu lösen
sind. Beispielsweise kann Kupfer nicht in höheren Mengen in effizienter
Weise durch gut etablierte Abscheideverfahren, etwa die chemische
und die physikalische Dampfabscheidung, aufgebracht werden. Des
weiteren kann Kupfer nicht in effizienter Weise durch gut etablierte
anisotrope Ätzprozesse
strukturiert werden und daher wird die sogenannte Damaszener-Technik bei
der Herstellung von Metallisierungsschichten mit Kupferleitungen
angewendet. In der Damaszener-Technik wird typischerweise die dielektrische Schicht
abgeschieden und anschließend
mittels Gräben
und Kontaktdurchführungen
strukturiert, die dann mit Kupfer mittels Plattierungsverfahren,
etwa dem Elektroplattieren oder dem stromlosen Plattieren, gefüllt werden.
-
Ein
weiteres Problem stellt die Fähigkeit
des Kupfers dar, in einfacher Weise in Siliziumdioxid zu diffundieren.
Daher kann die Kupferdiffusion das Bauteilverhalten negativ beeinflussen
oder kann sogar zu einem vollständigen
Ausfall des Bauteils führen.
Es ist daher notwendig, eine Diffusionsbarrierenschicht zwischen
den Kupferoberflächen
und den angrenzenden Materialien bereitzustellen, um Kupfer davon
abzuhalten, in sensible Bauteilgebiete zu wandern.
-
Siliziumnitrid
ist bekanntlich eine effektive Kupferdiffusionsbarriere und wird
daher häufig
als ein dielektrisches Barrierenmaterial verwendet, das eine Kupferoberfläche von
einem Zwischenschichtdielektrikum, etwa Siliziumdioxid, abgrenzt.
-
Obwohl
Kupfer ausgezeichnete Eigenschaften hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit
gegen Elektromigration im Vergleich zu beispielsweise Aluminium
zeigt, führt
die zunehmende Reduzierung der Strukturgrößen auch zu einer Abnahme der
Kupferleitungen und damit zu einer erhöhten Stromdichte in diesen
Leitungen, wodurch dennoch ein nicht akzeptables Maß an Elektromigration
hervorgerufen wird. Die Elektromigration ist ein Diffusionsphänomen, das unter
dem Einfluss eines elektrischen Feldes auftritt, wodurch eine Kupferdiffusion
in Richtung der sich bewegenden Ladungsträger hervorgerufen wird, womit somit
schließlich
Hohlräume
in den Kupferleitungen erzeugt werden, die einen Bauteilausfall
bewirken können.
Es hat sich bestätigt,
dass diese Hohlräume typischerweise
an der Kupfer/Siliziumnitridgrenzfläche entstehen und somit einen
der wichtigsten Diffusionswege in Kupfermetallisierungsstrukturen
repräsentieren.
Es ist daher von großer
Wichtigkeit, Grenzflächen
mit hoher Qualität
zwischen dem Kupfer und der Siliziumnitridbarrierenschicht zu erzeugen,
um die Elektromigration auf ein akzeptables Maß zu reduzieren.
-
Wie
zuvor erläutert
ist, ist das Bauteilverhalten äußerst größenreduzierter
integrierter Schaltungen im Wesentlichen durch die parasitären Kapazitäten benachbarter
Verbindungsleitungen beschränkt, die
durch Verringern des Widerstands der Leitungen oder durch Verringern
der kapazitiven Kopplung reduziert werden können, indem die dielektrische
Gesamtkonstante der dielektrischen Schicht so klein wie möglich gehalten
wird. Da Siliziumnitrid eine relativ hohe dielektrische Konstante ε von ungefähr 7 im Vergleich
zu Siliziumdioxid (ε ~4)
oder zu anderen dielektrischen Schichten mit kleinem ε (ε < 4) auf Siliziumdioxidbasis
aufweist, ist es generell vorteilhaft, die Siliziumnitridschicht
mit einer minimalen Dicke zu bilden. Es zeigt sich jedoch, dass
die Barriereneigenschaften der Siliziumnitridschicht von deren Dicke abhängen, so
dass das Dünnen
der Siliziumnitridschicht, wie dies für eine reduzierte dielektrische
Gesamtkonstante wünschenswerte
wäre, nicht
in einem Maße
praktikabel ist, wie dies für
das weitere Größenreduzieren
von Halbleiterbauteilen mit Kupfermetallisierungsschichten nötig wäre, ohne
das Bauteilverhalten zu beeinträchtigen.
-
Die
Patentanmeldung
EP
1 146 140 A1 offenbart einen Prozess zum Abscheiden von
Schichten metallartiger und mehrere Metalle aufweisender Verbindungen,
wobei die Zusammensetzung in den Schichten einen Gradienten aufweist.
-
Die
Patentschrift
US 6
339 025 B1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen von Kupferdeckschichten
aus siliziumreichem Siliziumnitrid.
-
Die
internationale Patentanmeldung WO 03/007368 A2 offenbart ein Verfahren
zum Bilden von Siliziumnitriddeckschichten auf gereinigten, hoch sensitiven
Kupferleitungen, um Elektromigrationseffekte zu reduzieren.
-
Angesichts
der zuvor dargelegten Probleme besteht daher ein Bedarf für eine verbesserte
Technik, die das Herstellen einer dielektrischen Barrierenschicht
auf der Basis von Siliziumnitrid ermöglicht, wobei diese eine Verbesserung
hinsichtlich der Diffusionsbarriereneffizienz und/oder der Widerstandsfähigkeit
gegen Elektromigration zeigt.
-
ÜBERBLICK ÜBER DIE
ERFINDUNG
-
Die
vorliegende Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Konzept, dass
eine siliziumreiche Siliziumnitridschicht verbesserte Kupferdiffusionsbarriereneigenschaften im
Vergleich zu einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht
zeigt. Es hat sich herausgestellt, dass eine Grenzfläche zwischen
einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht
und einer Kupferoberfläche
eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Elektromigration
bieten kann als eine siliziumreiche Siliziumnitrid/Kupfer-Grenzfläche. Durch Ausnutzen
dieser Effekte kann eine dielektrische Barrierenschicht auf der
Grundlage von Siliziumnitrid geschaffen werden, die bessere Eigenschaften
hinsichtlich der Diffusionsbarrierenwirkung und der Elektromigrationswirkung
für eine
gegebene Dicke im Vergleich zu einer konventionellen Siliziumnitridschicht
aufweist, oder die eine reduzierte Gesamtdicke für ein gegebenes Maß an Barrieren-
und Elektromigrationseigenschaften zeigt, indem eine standardmäßige Siliziumnitridschicht
und eine siliziumreiche Siliziumnitridschicht kombiniert werden,
um eine dielektrische Barrierenschicht zu bilden.
-
Gemäß einer
anschaulichen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst daher eine Halbleiterstruktur
eine dielektrische Schicht und ein metallenthaltendes Gebiet, das
in der dielektrischen Schicht gebildet ist, wobei das metallenthaltende
Gebiet mindestens eine Kupferoberfläche aufweist. Ferner ist eine
silizium- und stickstoffenthaltende Barrierenschicht auf der zumindest
einen Kupferoberfläche gebildet,
wobei die silizium- und
stickstoffenthaltende Barrierenschicht eine erste Oberfläche aufweist,
die mit der mindestens einen Kupferoberfläche in Kontakt ist, und eine
zweite abgewandte Oberfläche
aufweist, wobei eine Siliziumkonzentration an der zweiten Oberfläche höher als
die Siliziumkonzentration an der ersten Oberfläche der Barrierenschicht ist.
-
Gemäß einer
weiteren anschaulichen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zur Herstellung
einer dielektrischen Barrierenschicht das Bilden einer ersten Siliziumnitridschicht
auf einer freigelegten Kupferoberfläche und das Bilden einer zweiten
Siliziumnitridschicht auf der ersten Siliziumnitridschicht. Ferner
wird eine Siliziumkonzentration der ersten und der zweiten Siliziumnitridschicht
so eingestellt, dass zumindest teilweise die Siliziumkonzentration
der zweiten Siliziumnitridschicht höher ist als jene der ersten
Siliziumnitridschicht.
-
KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
-
Weitere
Vorteile, Aufgaben und Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung sind in den angefügten Patentansprüchen definiert
und gegen aus der folgenden detaillierten Beschreibung deutlicher
hervor, wenn diese mit Bezug zu den begleitenden Zeichnungen studiert
wird; es zeigen:
-
1a bis 1c schematisch
Querschnittsansichten eines Halbleiterbauteils mit einer Kupfermetallisierung
mit einer dielektrischen Barrierenschicht gemäß anschaulicher Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung.
-
DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG
-
Obwohl
die vorliegende Erfindung mit Bezug zu den Ausführungsformen beschrieben ist,
wie sie in der folgenden detaillierten Beschreibung sowie in den
Zeichnungen dargestellt sind, sollte es selbstverständlich sein,
dass die folgende detaillierte Beschreibung sowie die Zeichnungen
nicht beabsichtigen, die vorliegende Erfindung auf die speziellen
anschaulichen offenbarten Ausführungsformen
einzuschränken,
sondern die beschriebenen anschaulichen Ausführungsformen stellen lediglich
beispielhaft die diversen Aspekte der vorliegenden Erfindung dar,
deren Schutzbereich durch die angefügten Patentansprüche definiert
ist.
-
Wie
zuvor erläutert
ist, erkannten die Erfinder, dass durch Variieren des Siliziumanteils
einer Siliziumnitridschicht deren Eigenschaften in Hinblick auf
die Barriereneigenschaften und in Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit
gegen Elektromigration deutlich geändert werden können, wobei
insbesondere die Barriereneigenschaften einer siliziumreichen Siliziumnitridschicht
deutlich jener einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht,
d. h. einer Siliziumnitridschicht, die im Wesentlichen das normale
stoichiometrische Verhältnis
von Silizium und Stickstoff repräsentiert, übertreffen.
Zum Beispiel kann eine siliziumreiche Siliziumnitridschicht verbesserte
Barriereneigenschaften im Vergleich zu einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht
mit einer Dicke, die ungefähr
2 × der
Dicke der siliziumreichen Schicht ist, bereitstellen. Gemäß den Untersuchungen
der Erfinder kann das Vergrößern des
Siliziumanteils einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht
jedoch zu einer reduzierten Widerstandsfähigkeit gegen Elektromigration
einer entsprechenden Kupfer/Siliziumnitridgrenzfläche führen, woraus
eine reduzierte Bauteilzuverlässigkeit
entstehen könnte.
Basierend auf diesen Ergebnissen wird eine Siliziumnitridbarrierenschicht bereitgestellt,
die einen relativ dünnen
Bereich oder eine Teilschicht aufweist, die mit dem Kupfer in Berührung ist,
um eine Grenzfläche
hoher Qualität
zu bilden, wobei der Siliziumanteil so eingestellt ist, um die gewünschten
Eigenschaften in Hinblick auf die Elektromigration bereitzustellen,
wohingegen ein zweiter dickerer Anteil oder Teilschicht eine hohe
Siliziumkonzentration aufweist, die verbesserte Diffusionsbarriereneigenschaften
bietet.
-
Mit
Bezug zu den 1a bis 1c werden weitere
anschauliche Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung nunmehr detaillierter beschrieben.
-
In 1a umfasst
ein Halbleiterelement 100 ein Substrat 101, das
mehrere Schaltungselemente, etwa Transistoren, Kondensatoren, Widerstände und dergleichen,
darin oder darauf gebildet aufweisen kann. Das Substrat 101 kann
ein beliebiges geeignetes Substrat zum Herstellen von Halbleiterbauteilen sein
und kann insbesondere ein Siliziumsubstrat, ein SOI (Silizium auf
Isolator) Substrat und dergleichen repräsentieren. Eine erste Metallisierungsschicht 110 und
eine zweite Metallisierungsschicht 120 sind über dem
Substrat 101 gebildet und können elektrische Kontakte (nicht
gezeigt) zu dem Substrat 101 aufweisen. Die erste und die
zweite Metallisierungsschicht 110, 120 sollen
eine beliebige Metallisierungsstruktur repräsentieren, wie sie typischerweise
in modernen Halbleiterbauelementen mit Kupfer als dem Metallisierungsmetall
verwendet sind.
-
Die
vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf eine spezielle Konfiguration
oder eine Anzahl von vorgesehenen Metallisierungsschichten eingeschränkt und
kann in einer beliebigen Situation angewendet werden, die die Isolierung
von Kupfer von einem dielektrischen Material erfordert, in welchem das
Kupfer leicht diffundieren kann. Daher können die Prinzipien der vorliegenden
Erfindung auch auf ein beliebiges Kupfer- oder kupferenthaltendes
Gebiet angewendet werden, das beispielsweise auf einer Schaltungsebene
gebildet ist, d. h. einer Ebene, auf oder in der Schaltungselemente
ausgebildet sind, oder die vorliegende Erfindung kann auch auf Kupfer- oder
kupferenthaltende Kontaktflächen
angewendet werden, die für
künftige
Bauteilgenerationen verwendet werden können, um einen elektrischen
Kontakt zu einem Gehäuse
mittels Flip-Chip-Bonding oder dergleichen bereitzustellen.
-
Die
erste Metallisierungsschicht 110 enthält eine dielektrische Schicht 102 mit
beispielsweise Siliziumdioxid, einem Material mit kleinem ε, etwa wasserstoffenthaltendes
Siliziumoxykarbid (SiCOH) in beliebiger Form, und dergleichen. Ein
erstes Kupfergebiet 113 ist in der ersten dielektrischen
Schicht 102 gebildet und ist davon durch eine leitende
Barrierenschicht 114, die beispielsweise aus Tantal, Tantalnitrid,
Titan, Titannitrid und dergleichen ausgebaut ist, getrennt.
-
In ähnlicher
Weise umfasst die zweite Metallisierungsschicht 120 eine
zweite dielektrische Schicht 122, in der ein zweites Kupfergebiet 122 gebildet
ist, das von der zweiten dielektrischen Schicht 122 durch
eine leitende Barrierenschicht 124 getrennt ist. Die zweite
Metallisierungsschicht 120 kann im Prinzip im Wesentlichen
den gleichen Aufbau wie die erste Metallisierungsschicht aufweisen,
wobei jedoch die Abmessungen der diversen Komponenten entsprechend
den Entwurfserfordernissen unterschiedlich sein können. Beispielsweise
können
die Abmessungen des Kupfergebiets 123 von jenen des Kupfergebiets 113 abweichen.
Die erste und die zweite Metallisierungsschicht 110, 120 sind
elektrisch mittels einer Kontaktdurchführung 130 verbunden,
die in der zweiten dielektrischen Schicht 122 gebildet
ist, wobei die Kontaktdurchführung 130 mit Kupfer 133 gefüllt ist,
das von einer leitenden Barrierenschicht 134 umschlossen
ist. Die erste und die zweite Metallisierungsschicht 110, 120 sind
voneinander durch eine dielektrische Diffusionsbarrierenschicht 140 getrennt,
die eine erste Teilschicht 141 und eine zweite Teilschicht 142,
die über
der ersten Teilschicht 141 gebildet ist, aufweist. Die
Diffusionsbarrierenschicht 140 umfasst Silizium und Stickstoff, wobei
eine Konzentration des Siliziums in der ersten Teilschicht 141 – zumindest
an einer Grenzfläche 143 zu
dem Kupfergebiet 113 – kleiner
als die Siliziumkonzentration der zweiten Teilschicht 142 – zumindest
an einer Grenzfläche 144 zu
der zweiten dielektrischen Schicht 122 – ist.
-
Die
zweite dielektrische Schicht 122 und das zweite Kupfergebiet 123 sind
mittels einer silizium- und stickstoffenthaltenden Barrierenschicht
bedeckt, die eine ähnliche
Ausgestaltung wie die Barrierenschicht 140 aufweisen kann
und daher mit den gleichen Bezugszeichen belegt ist.
-
Wie
aus 1a ersichtlich ist, besitzen die Kupfergebiete 113, 123 mindestens
eine Oberfläche 113A, 123A,
die mit einem dielektrischen Material, d. h. der Teilschicht 141,
der Barrierenschicht 140 in Berührung ist, und das eine ausgezeichnete
Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Elektromigration auf Grund der Siliziumkonzentration entsprechend
einer standardmäßigen Siliziumnitridschicht
bietet, wodurch die hochqualitative Grenzfläche 143 mit den Kupfergebieten 113, 123 gebildet
wird. In einer Ausführungsform
kann das stoichiometrische Verhältnis von
Silizium zu Stickstoff an der Grenzfläche 143 im Bereich
von ungefähr
0.2 bis 0.45 liegen. Andererseits bietet die zweite Teilschicht 142 ausgezeichnete Kupferdiffusionsbarrierenqualitäten auf
Grund der erhöhten
Siliziumkonzentration, wobei beispielsweise das Silizium zu Stickstoffverhältnis an
der Grenzfläche 144 in
einem Bereich von ungefähr
0.45 bis 0.8 liegen kann. Die Siliziumkonzentration in der zweiten Teilschicht 142 kann über die
Dicke hinweg variieren, liegt aber vorzugsweise in dem oben spezifizierten Bereich.
-
In
einer Ausführungsform
liegt die Gesamtdicke der Barrierenschicht 140 im Bereich
von ungefähr
20 bis 80 nm, wobei die erste Teilschicht 141 eine Dicke
von ungefähr
2 bis 10 nm aufweist. In einer besonderen Ausführungsform wird die Dicke der ersten
Teilschicht 141 zu ungefähr 5 nm gewählt. Auf Grund der verbesserten
Barriereneigenschaften der zweiten siliziumreichen Teilschicht 142 kann
die Gesamtdicke der Barrierenschicht 140 auf ungefähr 50% im
Vergleich zu einer konventionellen Siliziumnitridschicht verringert
werden, so dass die nachteilige Wirkung der kapazitiven Kopplung
an das erste und das zweite Kupfergebiet 123, 113 verringert
werden kann. Das Reduzieren der Dicke der Barrierenschicht 140 kann
ferner ermöglichen,
die Dicke der ersten und der zweiten Metallisierungsschicht 110, 120 zu reduzieren,
was bei einer weiteren Reduzierung der Strukturgröße von Schaltungselementen
(nicht gezeigt) in dem Substrat 101 erforderlich sein kann,
da damit auch eine Schrumpfung der Verbindungsleitungen, etwa der
Kontaktdurchführung 130,
erforderlich sein kann.
-
Ein
typischer Prozessablauf zur Herstellung des Halbleiterelements 100,
wie es in 1a gezeigt ist, wird nunmehr
beschrieben, indem lediglich auf die erste Metallisierungsschicht 110 verwiesen
wird, da die zweite Metallisierungsschicht 120 im Wesentlichen
mit den gleichen Prozessschritten hergestellt werden kann, mit Ausnahme
der Herstellung der Kontaktdurchführung 130, was jedoch
ein gut bekanntes Verfahren in standardmäßigen Damaszener-Techniken
ist. Zunächst
wird die dielektrische Schicht 102 durch ein geeignetes
Abscheideverfahren oder eine Beschichtungstechnik, abhängig von der
Art des für
die dielektrische Schicht 102 verwendeten Materials, gebildet.
Beispielsweise kann Siliziumdioxid aus TEOS in einem plasmaunterstützten chemischen
Dampfabscheid-(CVD)Prozess aufgebracht werden. Für andere dielektrische Materialien, etwa
SiCOH, kann ein entsprechender plasmaunterstützter CVD-Prozess mit Vorstufengasen
wie etwa 3MS, 4MS in Verbindung mit Sauerstoff, und dergleichen
angewendet werden. Andere geeignete dielektrische Materialien mit
kleinem ε können Aufschleuderverfahren
erfordern, die im Stand der Technik gut bekannt sind. Danach kann
eine Ätzmaske
(nicht gezeigt) aus Photolack mittels eines Photolithographieschrittes
gebildet werden, wobei die Ätzmaske dann
verwendet wird, um einen Graben in der ersten dielektrischen Schicht 102 zu
bilden. Entsprechende Photolithographie- und anisotrope Ätzverfahren
sind im Stand der Technik gut bekannt und daher wird eine detaillierte
Beschreibung davon weggelassen. Anschließend wird die leitende Barrierenschicht 114 beispielsweise
durch physikalische Dampfabscheidung, etwa durch Sputter-Abscheidung,
aufgebracht, wobei abhängig
von Prozesserfordernissen eine Tantalschicht, eine Tantalnitridschicht
oder eine Mischung davon für
gewöhnlich
als ein Barrierenmaterial für
Metallisierungsschichten auf Kupferbasis verwendet wird. Es kann
jedoch eine beliebige andere leitende Barrierenschicht verwendet
werden, die die gewünschten
Barrieren- und Hafteigenschaften für Kupfer liefert.
-
Anschließend kann
eine Kupfersaatschicht (nicht gezeigt) durch Sputter-Abscheidung
aufgebracht werden, woran sich ein Plattierungsprozess zum Füllen des
Grabens mit Kupfer anschließt.
Nach der Kupferabscheidung werden überschüssiges Material, d. h. das
durch Plattierung aufgebrachte Kupfer, die Saatschicht und die Barrierenschicht
außerhalb
des Grabens, durch chemisch-mechanisches Polieren (CMP) entfernt,
um das Kupfergebiet 113 mit der freigelegten Kupferoberfläche 113a zu
bilden. Anschließend
wird die Barrierenschicht 140 über der dielektrischen Schicht 102 und
dem Kupfergebiet 113 abgeschieden. Dazu wird in einer Ausführungsform das
Halbleiterelement 100 zunächst in einer Plasmaumgebung
behandelt, um die freigelegte Kupferoberfläche 113a zu reduzieren,
um damit Kupferoxidbereiche zu entfernen, die sich darauf während des CMP
und dem anschließenden
Spülen
und dem Handtieren des Substrats gebildet haben können. Beispielsweise
kann ein Ammoniak (NH3) enthaltendes Plasma
und/oder eine stickstoff- und wasserstoffenthaltende Plasmaumgebung
errichtet werden, um die Oxidbereiche auf der Kupferoberfläche 113a zu verringern.
Das Entfernen von Korrosion und Färbungen von der Kupferoberfläche 113a kann
helfen, die Qualität
der Grenzfläche 143 zwischen
der ersten Teilschicht 141 der Barrierenschicht 140 und
der Kupferoberfläche 113a zu
verbessern, wodurch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Elektromigration weiterhin
gefördert
wird. Danach kann eine Abscheideatmosphäre um das Halbleiterelement 100 herum erzeugt
werden, um die Barrierenschicht 140 zu bilden.
-
In
einer Ausführungsform
wird die Abscheideatmosphäre
ohne Unterbrechen des Vakuums, das während der Plasmabehandlung
der freigelegten Kupferoberfläche 113a erzeugt
wird, errichtet. Eine entsprechende Prozesssequenz, in der im Wesentlichen
identische Unterdruckbedingungen beibehalten werden, ohne die Substratumgebung
mit im Wesentlichen atmosphärischen
Druck zu „fluten", wird auch als ein
in-situ-Prozess bezeichnet. Anschließend wird unabhängig davon,
ob die Plasmabehandlung ausgeführt
wurde oder nicht, eine geeignete Abscheideatmosphäre erzeugt,
um die erste Teilschicht 141 der Barrierenschicht 140 zu
bilden. Die erste Teilschicht 141 kann durch plasmaunterstütztes CVD aus
Vorstufengasen, etwa Silan (SiH4) und Ammoniak
(NH3) abgeschieden werden. Die Abscheideparameter,
etwa die Konzentration der Vorstufengase in der Abscheideatmosphäre, d. h.
die Durchflussrate und der Umgebungsdruck, die Substrattemperatur, die
Radiofrequenz-(RF)leistung, die der Umgebung zugeführt wird,
um ein Plasma zu erzeugen, die Dauer des Abscheidevorgangs, und
dergleichen werden so gewählt,
um eine gewünschte
Dicke für
die erste Teilschicht 141 im Bereich von ungefähr 2 bis
10 nm zu erhalten. In einer Ausführungsform
können
die Durchflussraten von Silan (SiH4) und
Ammoniak (NH3) auf ungefähr 120 bis 170 bzw. ungefähr 220–330 sccm
eingestellt werden, während
zudem ein inertes Gas, etwa Stickstoff, mit einer Durchflussrate
im Bereich von ungefähr
8000 bis 9000 sccm zugeführt
wird. Mit einer RF-Leistung von ungefähr 400 bis 600 Watt für eine CVD-Anlage,
wie sie typischerweise in der Halbleiterherstellung verwendet wird, und
einem Druck der Abscheideatmosphäre
von ungefähr
4 bis 6 Torr mit einer Substrattemperatur im Bereich von ungefähr 350 bis
450° C kann
eine Abscheidezeitdauer bei ungefähr 1 bis 3 Sekunden liegen.
Es sollte beachtet werden, dass die Abscheideparameter von der speziellen
verwendeten Abscheideanlage abhängen
können,
und damit können
unter Umständen
andere Parameterwerte als die zuvor spezifizierten geeignet sein,
solange der oben angegebene Konzentrationswert erreicht wird.
-
Anschließend wird
die Parametereinstellung geändert,
um mit der Abscheidung der zweiten Teilschicht 142 mit
einer erhöhten
Siliziumkonzentration im Vergleich zu der ersten Teilschicht 141 im
Einklang zu sein, wobei insbesondere die Durchflussraten der Vorstufengase,
etwa von Silan (SiH4) und Ammoniak (NH3) entsprechend angepasst werden, um eine
höhere
Siliziumkonzentration in der Abscheideatmosphäre zu erreichen. In einer Ausführungsform wird
die Silan-(SiH4)Durchflussrate auf ungefähr 200 bis
250 sccm eingestellt, wohingegen die Ammoniak-(NH3)Durchflussrate
auf ungefähr
30 bis 80 sccm reduziert wird. Die Abscheidezeit wird so eingestellt, um
die erforderliche endgültige
Dicke der Barrierenschicht 140 zu erreichen. In einer Ausführungsform kann
die RF-Leistung auf ungefähr
450 bis 550 Watt festgelegt werden, und die Durchflussrate von Stickstoff
wird auf ungefähr
7000 bis 8000 sccm eingestellt. Für diese Parameterwerte ergibt
eine Abscheidezeit von 4 bis 8 Sekunden eine Dicke in dem oben spezifizierten
Bereich.
-
In
einer Ausführungsform
wird der Übergang von
den Parameterwerten, die für
das Abscheiden der ersten Teilschicht 141 erforderlich
sind, zu den Parameterwerten, die für die Abscheidung der zweiten
Teilschicht 142 erforderlich sind, ohne Unterbrechen des
Abscheideprozesses ausgeführt,
so dass eine Schicht mit einer graduell ansteigenden Siliziumkonzentration
in der Barrierenschicht 140 gebildet wird.
-
1b zeigt
schematisch eine vergrößerte Ansicht
eines Teils der Halbleiterstruktur 100 aus 1a.
Auf Grund der weitergehenden Abscheidung während der Parameterneueinstellung
kann eine Zwischenschicht 146 zwischen der ersten Teilschicht 141 und
der zweiten Teilschicht 142 gebildet sein. Eine Dicke der
Zwischenschicht 146 hängt
von den Gegebenheiten des Übergangsschritts
für die
Parameterneueinstellung ab. Es kann vorteilhaft sein, die Abscheideparameter
in einer im Wesentlichen stufenartigen Weise einzustellen, so dass
eine Dicke 145 der Zwischenschicht 146 von der
Zeit abhängt, die
nötig ist,
damit die Abscheideatmosphäre
einen neuen Gleichgewichtszustand erreicht. In anderen Ausführungsformen
kann es als geeignet erachtet werden, einen oder mehrere Prozessparameter
während
des Übergangsschritts
kontinuierlich zu variieren. Die Dicke 145 der Zwischenschicht 146 kann
im Bereich von ungefähr
0.5 bis 1 nm liegen.
-
Auf
der linken Seite aus 1b ist ein Graph gezeigt, der
schematisch eine typische Variation der Siliziumkonzentration in
der Barrierenschicht 140 darstellt. Die vertikale Achse
repräsentiert
die Dicke der ersten und der zweiten Teilschicht 141 und 142 und
der Zwischenschicht 146. Die horizontale Achse repräsentiert
deren Siliziumkonzentration. Wie man erkennen kann, kann die Siliziumkonzentration
in der Zwischenschicht 146 ansteigen bis eine im Wesentlichen
stabile Abscheiderate in der Abscheideatmosphäre erreicht ist, wodurch die
zweite Teilschicht 142 dann mit einer im Wesentlichen konstanten
Siliziumkonzentration gebildet wird.
-
1c zeigt
schematisch eine vergrößerte Ansicht
eines Teils des Halbleiterelements 100, wie es in 1a gezeigt
ist, wobei die Barrierenschicht 140 gemäß einer weiteren anschaulichen
Ausführungsform
hergestellt ist. In 1c umfasst die Barrierenschicht 140 die
erste und die zweite Teilschicht 141 und 142 mit
einer relativ scharten Grenzfläche 147,
die dazwischen ausgebildet ist. Dazu wird der Abscheideprozess während des
Herstellens der ersten Teilschicht 141 unterbrochen, indem
beispielsweise die Zufuhr der Radiofrequenzleistung zu der Abscheideatmosphäre unterbunden
wird, und dann werden die Abscheideparameter in einem speziellen Übergangsschritt
erneut eingestellt, so dass die Abscheideatmosphäre dann ihren neuen Gleichgewichtszustand
einnehmen kann. Beispielsweise kann die RF-Leistung abgeschaltet
werden und die Durchflussraten der Vorstufengase und möglicherweise
ein Druck der Abscheideatmosphähre
werden auf die Parameterwerte eingestellt, die zum Abscheiden der zweiten
Teilschicht 142 erforderlich sind. Dann kann ein Zeitintervall
im Bereich von ungefähr
3 bis 10 Sekunden vorgesehen werden, um im Wesentlichen stabile
Abscheidebedingungen zu erreichen und die RF-Leistung kann mit einem
erforderlichen speziellen Wert eingeschaltet werden.
-
Die
linke Seite aus 1c zeigt schematisch einen Graphen,
der die Siliziumkonzentration gegenüber der Dicke der Barrierenschicht 140 gemäß dem zuvor
beschriebenen stufenweisen Abscheideprozess darstellt. Es sollte
beachtet werden, dass die stufenartige Änderung der Siliziumkonzentration,
wie sie in 1c gezeigt ist, in tatsächlichen
Bauelementen auf Grund von Anlaufwirkungen zu Beginn eines neuen
Abscheidezyklus und auf Grund unvermeidbarer Diffusionsereignisse
von Silizium und Stickstoff an der Grenzfläche 147, die durch
erhöhte
Temperaturen und dem Konzentrationsunterschied zwischen der ersten
und der zweiten Teilschicht 141, 142 hervorgerufen
werden, etwas „verschmiert" sein kann. Somit
kann in tatsächlichen
Bauelementen die Siliziumkonzentration innerhalb einiger Angstrom
variieren.
-
Es
gilt also: die vorliegende Erfindung ermöglicht das Herstellen einer
Barrierenschicht auf Siliziumnitridbasis, die verbesserte Eigenschaften
in Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit
gegenüber Elektromigration
sowie in Hinblick auf die Kupferdiffusion aufweist, wobei die Gesamtdicke
der Barrierenschicht deutlich im Vergleich zu konventionellen Siliziumnitridschichten
verringert werden kann, da ein erster Teil der Barrierenschicht,
der mit dem Kupfer in Berührung
ist, eine verbesserte Grenzflächenqualität liefert,
wohingegen ein zweiter Teil so gestaltet ist, um eine verbesserte
Diffusionsbarrierenwirkung zu erreichen.
-
Weitere
Modifikationen und Variationen der vorliegenden Erfindung werden
für den
Fachmann angesichts dieser Beschreibung offenkundig. Daher ist diese
Beschreibung als lediglich anschaulich und für die Zwecke gedacht, dem Fachmann
die allgemeine Art und Weise des Ausführens der vorliegenden Erfindung
zu vermitteln. Selbstverständlich
sind die hierin gezeigten und beschriebenen Formen der Erfindung
als die gegenwärtig
bevorzugten Ausführungsformen
zu betrachten.