-
Die Erfindung betrifft eine Glaswand,
vorzugsweise Feuerschutzhemmende Glaswand, mit mehreren, eine Front
bildende, Glaselementen mit einer Vorder- und einer Rückseite,
wobei die Glaselemente jeweils an mindestens zwei Stirnseiten durch
mindestens eine Haltevorrichtung gehalten werden und jedes Glaselement
mindestens eine Glasscheibe aufweist.
-
Bekannt ist eine ähnliche Glaswand der Anmelderin
unter dem Namen Sicuroflam, Typ G30. Derartige Glaswände dienen
beispielsweise als Feuerwiderstandsglas der Brandschutzklasse G30,
welches durch die Raumabschließende
Funktion die Ausbreitung von Feuer und Rauch für mindestens 30 Minuten verhindern
soll. Bei dieser bekannten Ausführung
einer Glaswand werden die einzelnen Glaselemente der Glaswand auf
einer Rahmenkonstruktion aufgesetzt und durch breitflächige Flansche
mit der Rahmenkonstruktion verbunden. Diese Ausführungsform ist beispielsweise
auch in der Europäischen
Patentanmeldung der Anmelderin
EP 1 143 097 A1 dargestellt.
-
Ein Problem solcher Glaswände besteht
darin, dass aufgrund der Befestigungsvorrichtungen für die einzelnen
Glaselemente, die diese jeweils vollständig umfassen und dabei nicht
durchsichtig sind, der ästhetische
Eindruck einer solchen Glaswand gestört wird.
-
Es ist daher Aufgabe der Erfindung
eine konstruktive Lösung
für eine
solche Glaswand aus einer Vielzahl von einzelnen Glaselementen zu
finden, die zumindest auf einen wesentlichen Teil der undurchsichtigen
Verbindungs- und Befestigungsvorrichtungen der Glaselemente verzichten
kann, ohne jedoch die Stabilität
und auch Feuerschutzfähigkeit
der Glaswand einzuschränken.
-
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale
der unabhängigen
Patentansprüche
gelöst.
Vorteil der Weiterbildung der Erfindung sind Gegenstand der untergeordneten
Ansprüche.
-
Dementsprechend schlagen die Erfinder
vor, die an sich bekannte Glaswand, vorzugsweise Feuerhemmende Glaswand,
welche mehrere, eine Glasfront bildende Glaselemente mit einer Vorder-
und einer Rückseite
aufweist, wobei die Glaselemente jeweils an mindestens zwei Stirnseiten
durch mindestens eine Haltevorrichtung gehalten werden und jedes
Glaselement mindestens eine Glasscheibe aufweist, dahingehend zu
verbessern, dass mindestens zwei benachbarte Glaselemente an den
benachbarten Stirnseiten an mindestens je einer Glasscheibe mindestens
eine Längsnut
aufweisen, in die eine Nuteinlage eingelegt ist, die einen Versatz
der Glaselemente in Lotrichtung zur Glasscheibe verhindert.
-
Durch den Einsatz einer derartigen „Nut- und Feder-Verbindung" zwischen den Glaselementen, die
wesentlich filigraner als die bekannten Verbindungen gestaltet werden
können,
wird der estheische Eindruck einer durchgehenden Glaswand wesentlich weniger
gestört.
Vorteilhaft ist hierbei, dass in diesem Bereich auch eine im wesentlichen
dichte Verbindung zwischen den Glaselementen hergestellt wird, so
dass ein gegebenenfalls auftretendes Feuer auf einer Seite der Glaswand
nicht ohne weiteres zur anderen Seite durchschlagen kann. Außerdem verhindert
diese Nut- und Federverbindung zwischen den Glaselementen einen
Versatz der Glasscheiben senkrecht zu ihrer ebenen Ausbreitung,
so dass eine Stabilisierung zwischen den Glaselementen erreicht wird,
die eine wesentliche Reduktion von Haltevorrichtungen ermöglicht.
-
Erfindungsgemäß kann die mindestens eine Glasscheibe
entweder als einfache Glasscheibe oder auch als Verbundglasscheibe
ausgeführt
werden. Wobei die Ausführung
als Verbundglasscheibe zusätzlich
den Vorteil einer erhöhten
Bruchsicherheit mit sich bringt.
-
Soll durch die Glaswand zusätzlich eine
klimatische Isolierung zwischen zwei Räumen erreicht werden, so kann
die Glaswand auch als mehrschichtiges Isolierglaselement ausgebildet
werden, wobei es grundsätzlich
ausreichend ist, wenn eine der Glasscheiben des Isolierglaselementes über die
erfindungsgemäße Nut/Feder-Verbindung
verfügt.
-
Für
eine besonders gute Isolierung und eine zusätzliche Verbesserung der Stabilität kann die Nut/Feder-Verbindung
zwischen den einzelnen Glaselementen auch derart gestaltet sein,
dass zumindest die äußeren Scheiben
des Isolierglaselementes jeweils an mindestens einer Stirnseite
Längsnuten mit
Nuteinlagen aufweisen.
-
Falls eine der Glasscheiben oder
auch die einzige Glasscheibe des jeweils verwendeten Glaselementes
eine Verbundglasscheibe ist, so kann die Längsnut derart ausgebildet sein,
dass diese sich über
alle Einzelscheiben der Verbundglasscheibe erstreckt. Eine andere
Ausbildungsmöglichkeit
besteht jedoch auch darin, dass bei einer Verbundglasscheibe sich
die Längsnut
nur über
die Dicke einer Einzelscheibe der gesamten Verbundglasscheibe erstreckt.
-
Als Nuteinlage können verschiedene, nicht zu
harte Materialien verwendet werden, beispielsweise eine Metalldraht
oder Metallstab, wobei vorzugsweise ein Aluminiumdraht oder Aluminiumstab,
verwendet wird, der nicht die Gefahr der Beschädigung für die Glasscheibe in sich birgt.
-
Eine weitere Ausführungsform der Nuteinlage kann
darin bestehen, dass diese als hitzebeständige Schnur, vorzugsweise
als Asbestschnur ausgelegt ist. Die Verwendung einer solchen hitzebeständigen Schnur
birgt den Vorteil in sich, dass auch im Brandfall kein Schmelzen
der Nuteinlage, wie es beispielsweise im Falle von Aluminium nach
einer zu langen Hitzeeinwirkung möglich ist, eintreten kann. Allerdings
ist hierbei zu beachten, dass die Stabilität einer hitzebeständigen Schnur
und die Aufnahmemöglichkeit
für Scherkräfte nicht
der einer metallenen Nuteinlage entspricht.
-
Ein Kompromiss kann hierbei darin
bestehen, dass die Nuteinlage als ummantelter Metalldraht, vorzugsweise
Aluminiumdraht vorgesehen wird, wobei die Ummantelung vorzugsweise
aus einem hitzebeständigen
Gewebe oder sonstigem, etwas weicherem Material, verwendet wird.
Dadurch wird ein direkter Metall/Glas-Kontakt verhindert und es können auch
härtere
und feuerbeständigere
Metalle verwendet werden, ohne die Gefahr einer Verletzung des Glases
in Kauf nehmen zu müssen.
Außerdem
kann der Schutzmantel auch zum Ausgleich des Ausdehnungsverhaltens
des Metallkerns dienen.
-
Bezüglich der Anordnung der erfindungsgemäßen Verbindung
zwischen den einzelnen Glaselementen in einer Glaswand wird vorgeschlagen,
die jeweils gegenüberliegenden
Stirnseiten eines Glaselementes mit Nut und Nuteinlage zu versehen,
wobei sonstige Haltevorrichtungen für die Glaselemente verwendet
werden können,
die sich über
die gesamte Länge
einer Stirnseite eines Glaselementes erstrecken oder auch Haltevorrichtungen
verwendet werden, die punktförmig
am Glaselement angreifen.
-
Bei der Verwendung von punktförmig am Glaselement
angreifenden Haltevorrichtungen wird es jedoch notwendig zur Erreichung
einer feuerhemmenden Wirkung alle Stoßbereiche der Glaselemente
in der Glaswand mit der erfindungsgemäßen Nut/Feder-Verbindung zu
versehen.
-
Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn
die Größenverhältnisse
von Nut und Nuteinlage so gewählt
sind, dass eine unmittelbare Berührung
der Glaselemente verhindert wird, womit eine gegenseitige Beschädigung der
Glaselemente vermieden werden kann.
-
Im folgenden wird die Erfindung anhand
der bevorzugten Ausführungsbeispiele
mit Hilfe der Figuren näher
beschrieben. Es zeigen im einzelnen:
-
1:
Aufbau einer Glaswand mit einer Vielzahl von Glaselementen;
-
2:
Detailausschnitt aus 1 im
Bereich einer Nut/Feder-Verbindung zweier Glaselemente;
-
3:
Schnitt A-A aus 2;
-
4:
Nut/Feder-Verbindung zweier Glasscheiben mit Metalldraht;
-
5:
Doppelte Nut/Feder-Verbindung einer Verbundglasscheibe;
-
6:
Doppelte Nut/Feder-Verbindung zwischen Doppelisolierglasscheiben;
-
7:
Einfache Nut/Feder-Verbindung zwischen zwei Verbundglasscheiben
mit übergreifender Nut;
-
8:
Doppelte Nut/Feder-Verbindung zwischen zwei Doppelisolierglaselementen
mit einer Verbundglasscheibe;
-
9 Nut/Feder-Verbindung
zwischen zwei Verbundglasscheiben mit ummanteltem Metallstab;
-
10 Nut/Feder-Verbindung
zwischen zwei Verbundglaselementen mit Nut- und Feder in einer Teilscheibe
des Verbundglases;
-
11:
Ausführung
einer Glaswand mit randseitiger Haltevorrichtung und zentralen,
punktförmigen
Haltevorrichtungen;
-
12:
Aufbau einer Glaswand mit einer Vielzahl von punktförmig gehaltenen
Glaselementen
-
Die 1 zeigt
eine beispielhafte Ausführung
einer Glaswand 1, welche aus einer Vielzahl von Glaselementen 1.1 bis 1.N zusammengesetzt
ist, wobei die gesamte Glaswand randseitig durch eine Haltevorrichtung 4 die
sich über
die gesamte Längsseite der
Glaswand erstreckt, gehalten werden. In waagrechter Richtung verlaufen
weitere innere Haltevorrichtungen
3, die die einzelnen
Glaselemente an gegenüberliegenden
und waagrecht liegenden Stirnseiten befestigen. Die senkrecht liegenden,
inneren Stirnseiten der Glaselemente 1.X sind auf die erfindungsgemäße Weise
durch eine Nut/Feder-Verbindung 12 untereinander verbunden,
dieses wird durch die gestrichelten Linien dargestellt. In der Draufsicht der
Glaswand 1 ist ein Detailausschnitt 5 hervorgehoben.
Der in der 2 vergrößert dargestellt
ist. Dieser Detailausschnitt 5 zeigt die erfindungsgemäße Verbindung
zwischen den beiden Glaselementen 1.2 und 1.3,
die an ihrer Stoßkante
jeweils eine Nut 7 aufweisen, in die eine Nuteinlage 6 – hier eine
feuerfeste Schnur 6 eingelegt ist, so dass ein Versatz
senkrecht zur Zeichenebene zwischen den Glaselementen 1.2 und 1.3 verhindert
wird.
-
Der Schnitt A-A ist in der 3 nochmals im Schnitt dargestellt.
Diese 3 zeigt die Glasscheibe
S1 und S2 der beiden Glaselementen 1.2 und 1.3 in
einem Ausschnitt, an deren Stoßfuge.
Beide Glasscheiben S1 und S2 weisen jeweils eine Nut 7 auf,
in die eine Schnur 6 eingelegt ist. Diese Schnur 6 verhindert
einen Versatz dieser beiden Scheiben zueinander, so dass ein bündiges Abschließen der
Fronten gesichert ist und gleichzeitig eine Feuerhemmende Abdichtung
zwischen den Glasscheiben S1 und S2 entsteht.
-
Die der 3 entsprechenden Ausschnitte sind in
den 4 bis 10 nochmals wiederholt, wobei jedes
Mal unterschiedliche Varianten des Aufbaus der Glaselemente dargestellt
sind. So zeigt die 4 nochmals
zwei aneinander stoßende
Glaselemente die als einfache Glasscheibe S1 und S2 ausgebildet sind,
wobei beide Glasscheiben ebenfalls eine Nut 7 aufweisen,
in der dieses Mal jedoch ein Metallstab 6 als Nuteinlage
dargestellt ist.
-
Die 5 zeigt
eine ähnliche
Situation, jedoch sind die beiden Glaselement als Verbundglasscheiben
ausgeführt.
Jede Einzelscheibe 5.1.1 bis 5.2.2 der beiden
Verbundglasscheiben verfügen
mutig an deren Stirnseite über
eine Nut 7, in die beispielhaft in der oberen Teilscheibe
als Nuteinlage 6.1 ein Aluminiumstab dargestellt ist, während in
der unteren Teilscheibe als Nuteinlage eine Asbestschnur dargestellt
wird. Eine solche Kombination eignet sich besonders, wenn davon
auszugehen ist, dass eine Feuerhemmung insbesondere von der Seite
der Asbestschnur bewirkt werden soll, da diese Seite besonders feuerbeständig ist,
während
anderseits auf der Rückseite
mit dem eingelegten Aluminiumstab 6.1 ein besonders sicherer
Versatzschutz bewirkt wird. Gleichzeitig wird jedoch ein evtl. Abschmelzen
dieses Aluminiumstabes 6.1 wirksam durch die Vorgeschaltete Asbestschnur 6.2 verhindert.
-
Ein ähnlicher Aufbau ist in der 6 dargestellt, wobei jedoch
hier eine Isolierverglasung verwendet wird, in dem zwischen den
Teilscheiben S1.1 und S1.2, entsprechend S2.1 und S2.2 eine Dichtung 8 mit
Abstandshalter 9 eingebracht ist, die ein Isoliervolumen
zwischen den Teilscheiben bildet. Die Nut/Feder-Situation entspricht
der aus der 5 mit entsprechendem
Ergebnis.
-
Die 7 zeigt
eine ähnliche
Situation wie in der 4 dargestellt,
jedoch bestehen die beiden aneinander stoßenden Glaselemente hier aus
Verbundglaselementen, wobei durch eine derartige Ausführung, in
der die Nut übergreifend
zwischen den Teilscheiben der Verbundglasscheiben verläuft, besonders
einfach herstellbar ist. Hier kann bereits bei der Herstellung der
Verbundglasscheibe vor der Verbindung der beiden Teilscheiben eine
Phase an den Rändern
der Teilscheibe angebracht werden, so dass nach deren Zusammenlegung
und Verbindung eine entsprechende Nut entstehen kann.
-
Die 8 zeigt
nochmals eine ähnliche
Situation wie in 6,
wobei die eine Teilscheibe der Isolierverglasung zusätzlich als
Verbundglasscheibe ausgebildet ist. Selbstverständlich können beliebige Kombinationen
oder auch mehr schichtige Isolierverglasungen hierbei verwendet werden,
die ebenfalls vom erfindungsgemäßen Gedanken
erfasst werden.
-
Die 9 zeigt
nochmals die Verbindungssituation zwischen zwei Verbundglasscheiben
entsprechend der 7,
jedoch ist hierbei als Nuteinlage ein ummantelter Aluminiumdraht 6 verwendet
worden. Die Ummantelung ist mit dem Bezugszeichen 10 gekennzeichnet.
Eine derartige Ausbildung der Nuteinlage stellt nochmals einen Kompromiss
zwischen einer reinmetallenen Nuteinlage und einer reiner aus feuerfestem
Gewebe bestehenden Nuteinlage dar, wobei durch die Ummantelung durch
feuerfestes Material einerseits eine bessere Standfestigkeit der
Metalleinlage gegenüber
Hitzeeinwirkung bewirkt wird, andererseits durch die erhöhte Festigkeit
des metallenen Kerns in der Nuteinlage zusätzlich eine verbesserte Stabilität der Verbindung
zwischen den Glaselementen erreicht wird.
-
Die 10 zeigt
eine weitere Ausführungsvariante
der erfindungsgemäßen Verbindung
zweier Glaselemente durch die Nut/Feder-Situation, wobei hier die
Nut lediglich auf der einen Seite der beiden Verbundglasscheiben
eingefräst
ist.
-
Wie bereits oben ausgeführt, kann
die Glasfassade einmal entsprechend der Aufteilung in
1 verwirklicht werden, jedoch
besteht auch die Möglichkeit,
die einzelnen Glaselemente zumindest teilweise durch punktförmig angreifende
Verbindungsvorrichtungen
11 zu tragen, wobei bezüglich der punktförmigen Befestigung
von Glasscheiben und auch Isolierglasscheiben insbesondere auf die
Patentanmeldung
EP
1 143 099 A1 der Anmelderin bzw. die
EP 1 143 098 A1 hingewiesen
wird. Auch die in der noch nicht veröffentlichten deutschen Patentanmeldung
der Anmelderin mit amtlichen Aktenzeichen
DE 102 16 425.8 gezeigte punktförmige Halterung von
Glaselementen kann erfindungsgemäß verwendet
werden.
-
Die 11 zeigt
eine Variante mit einer umlaufenden längsseitigen Befestigung und
punktförmigen
Innenbefestigung, wäh rend
die 12 eine rein punktförmige Befestigung
der Glaselemente der Glaswand zeigt. Die gestrichelten Linien stellen
jeweils die erfindungsgemäße Verbindung
der Glaselemente mit der Nut/Feder-Verbindung dar.
-
Es versteht sich, dass die vorstehend
genannten Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung
verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
-
- 1
- Glaswand
- 1.x
- Glaselement
- 2
- Verbindungsfuge
- 3
- Innere
Haltevorrichtung
- 4
- Randseitige
Haltevorrichtung
- 5
- Detail
- 6
- Nuteinlage
- 7
- Nut
- 8
- Dichtung
- 9
- Abstandshalter
- 10
- Feuerfeste
Ummantelung
- 11
- Punktförmige Befestigung
- 12
- Nut/Feder-Verbindung
- Sx
- Glasscheibe
- Sx.y
- Teilscheibe