DE1026969B - Verfahren zur schmelzfluss-elektrolytischen Herstellung von Titan und elektrolytische Zelle zur Durchfuehrung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur schmelzfluss-elektrolytischen Herstellung von Titan und elektrolytische Zelle zur Durchfuehrung des VerfahrensInfo
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- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25C—PROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
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- C25C7/025—Electrodes; Connections thereof used in cells for the electrolysis of melts
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur schmelzfluß-elektrolytischen Herstellung von Titan
in einer mit einem geschmolzenen Halogenidsalzelektrolyten
ausgestatteten elektrolytischen Zelle.
Bisher wurde Titan in erster Linie durch thermische Reduktion hergestellt. Bei diesen bekannten Verfahren
werden Titanverbindungen, beispielsweise Titanhalogenide mit Reduktionsmetallen, wie Natrium und
Magnesium, bei erhöhter Temperatur zur Reaktion gebracht, zwecks Herstellung von Titan und dem
Halogenidsalz des Reduktionsmetalls. Derartige Verfahren sind in der Literatur bereits beschrieben
worden, so beispielsweise das Hunter-Verfahren in Journal of the American Chemical Society, Bd. 22,
S. 330 bis 336, und das Kroll-Verfahren in der USA.-Patentschrift 2 205 854. Diese zum Stande der Technik
gehörenden Verfahren besitzen einen wirtschaftlichen Nachteil insofern, als im allgemeinen kostspielige und
komplizierte Ausrüstungen verwendet werden müssen. Außerdem sind diese Verfahren in erster Linie für ein
satzweises Arbeiten geeignet und bedürfen oft langer Zeiträume lediglich für die Erhitzung oder Kühlung
der Ausrüstung und der Reaktionsmaterialien, wodurch die Produktion an Titanmetall verhältnismäßig
gering ist.
Es ist auch schon in der deutschen Patentschrift 615 951 ein Verfahren zur Herstellung von Titanlegierungen
durch Elektrolyse einer Schmelze beschrieben worden, die Alkali- oder Erdalkalimetall,
Halogen und Titan enthält; als Kathode wird hier das mit Titan zu legierende Metall in fester Form verwendet,
und die Badtemperatur wird so eingestellt, daß sie unterhalb der Temperatur des Schmelzpunktes
des Kathodenmetalls, jedoch oberhalb des Schmelzpunktes der sich auf der Kathodenoberfläche bildenden
Titanlegierung liegt. Die zur Durchführung des Verfahrens erforderlichen Temperaturverhältnisse werden
auf Grund der Schmelzpunkte und Zustandsdiagramme der herzustellenden Titanlegierung und durch entsprechende
Kühlung der Kathode eingestellt. Zur Aufrechterhaltung des Titangehaltes der Schmelze werden
von Zeit zu Zeit einfache oder komplexe Halogenverbindungen des zwei- oder dreiwertigen Titans der
Schmelze zugesetzt.
Die USA.-Patentschrift 2 558 627 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Zink-Zirkon-Legierungen,
wobei ein ein Zirkonhalogenid enthaltendes geschmolzenes Salzbad und eine geschmolzene Zinkkathode
verwendet wird. Das Salzbad wird während der Elektrolyse auf einer Temperatur gehalten, die
oberhalb des Schmelzpunktes der entstehenden Kathodenlegierung, aber unterhalb des Siedepunktes
des Zinks liegt.
In der deutschen Patentschrift 263 301 ist weiterhin Verfahren zur schmelzfluß-elektrolytischen
Herstellung von Titan
und elektrolytische Zelle
zur Durchführung des Verfahrens
Anmelder:
Titangesellschaft m. b. H., Leverkusen 1
Titangesellschaft m. b. H., Leverkusen 1
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 28. Dezember 1951
V. St. v. Amerika vom 28. Dezember 1951
Dr. phil. Marshall B. Alpert,
Tomkinsville, N. Y. (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
Tomkinsville, N. Y. (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
ein Verfahren zur Herstellung von bei unmittelbarer Elektrolyse der Salze pulverförmig ausfallenden
Metallen, wie Cer, Titan u. dgl., in massivem Zustand beschrieben worden, wobei eine Mischung des betreffenden
entwässerten Salzes mit Salzen von elektropositiveren Metallen einer Elektrolyse unterzogen
wird; hierbei wird zunächst ein geschmolzenes Bad der Salze des oder der elektropositiveren Metalle
allein hergestellt; in dieses geschmolzene Bad wird während der Elektrolyse allmählich reines Ceritsalz
bzw. Salze der anderen, zu gewinnenden Metalle in entwässertem Zustand eingetragen. Bei diesem bekannten
Verfahren werden also einer Schmelze der Salze der elektropositiveren Metalle erst nach Beginn
der Elektrolyse die entwässerten Salze der zu gewinnenden Metalle allmählich nachgetragen, so daß
das Salz des zu gewinnenden Metalls im Bad bereits elektrolytisch abgeschiedene elektropositivere Metalle
vorfindet.
In der schweizerischen Patentschrift 261 436 ist ein weiteres Verfahren zur Herstellung von Metallen
unter anderem Titan beschrieben worden, wobei eine Mischung einer Verbindung des herzustellenden Metalls
und eines Reduktionsmittels zu einer Elektrode verformt wird, die als Anode in einen Stromkreis geschaltet
wird und in einem als Elektrolyt dienenden Salzbad so hoch erhitzt wird, daß Reduktion eintritt;
hierbei geht das gebildete Metall in Lösung, wird zur Kathode übergeführt und an dieser ausgeschieden.
709 957/381
3 4
Gegenüber sämtlichen bekannten Verfahren besitzt Die Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausfüh·
das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil einfacher rungsform der zur Durchführung des Verfahrens die-
und wirtschaftlicher Anwendungsmöglichkeit; es nenden elektrolytischen Zelle und stellt einen Querführt
weiterhin zu einem hochwertigen, praktisch schnitt durch die Zelle dar.
reinen Titan. Das erfindungsgemäße Verfahren ist 5 Ein aus elektrisch nichtleitendem Material be-
dadurch gekennzeichnet, daß als Kathode geschmol- stehender Zellenbehälter 11 mit dem abnehmbaren
zenes Zink und als Elektrolyt ein wenigstens aus Deckel 12 ist in dem durch Gasbrenner 14 beheizten
einem Halogenidsalz der Alkalimetalle, Erdalkali- Ofen 13 angeordnet. Ein Teich 15 aus geschmolzenem
metalle oder des Magnesiums bestehendes Salzbad Zink auf dem Boden des Zellenbehälters 11 dient als
verwendet werden, daß Titantetrachlorid in Kontakt 10 Kathode. Ein elektrischer, mit einer nichtleitenden
mit der geschmolzenen Zinkkathode eingeleitet und Umhüllung 17 versehener Leiter 16 stellt den Kontakt
gleichzeitig eine zur praktisch vollständigen und un- mit der Kathode 15 her und ermöglicht es, den Strom
verzüglichen Reduktion des eingeleiteten Tetrachlorid durch die Zelle zu leiten. Die Zelle ist weiterhin mit
zu Metall ausreichende Strommenge durch die Zelle einer Anode 18 ausgestattet. Im vorliegenden Falle
gegeben wird, wobei das gebildete Titan in der ge- 15 besteht die scheibenartige Anode aus Graphit. Jedoch
schmolzenen Zinkkathode gelöst oder suspendiert wird, können auch andere geeignete Materialien und Kon-
daß das Zink mit dem in ihm gelösten oder suspen- struktionsformen als Anode verwendet werden. Der
dierten Titan aus der Zelle entfernt wird, und daß Zellenbehälter 11 ist oberhalb der Oberfläche des ge-
danach das Zink und das Titan voneinander getrennt schmolzenen Zinks teilweise mit dem geschmolzenen
werden. Das Titan wird zweckmäßigerweise in einer 20 Halogenidsalzelektrolyten 19 gefüllt. Ein aus elek-
Konzentration von 4 bis 18% in der geschmolzenen trisch nichtleitendem Material bestehendes Zufüh-
Zinkkathode gelöst oder suspendiert. Die Trennung rungsorgan 20 erstreckt sich bis unter die Oberfläche
des Zinks und des Titans erfolgt durch Destillation der geschmolzenen Zinkkathode 15, um die Einleitung
im Vakuum. Die Trennung der beiden Metalle kann von Titantetrachlorid in Kontakt mit dem geschmol jedoch
auch durch Lichtbogenschmelzung erzielt wer- 25 zeuen Zink zu ermöglichen. Die Zelle ist weiterhin mit
den. Die Halogenidsalze des Elektrolyten bestehen in Rohren 21 versehen, um während des Betriebes die
weiterer Ausbildung des Erfindungsgedankens aus den Anwendung einer inerten Atmosphäre zu ermöglichen
entsprechenden Chloriden. und entstehende gasförmige Produkte abzuführen.
Die elektrolytische Zelle zur Durchführung des Ver- Der geschmolzene Salzelektrolyt besteht vorzugsfahrens
ist dadurch gekennzeichnet, daß die geschmol- 30 weise aus wenigstens einem Halogenidsalz der Alkalizene
Ziiikkathode in Form eines Teiches am Zellen- metalle. Erdalkalimetalle oder des Magnesiums. Insboden
und der Elektrolyt oberhalb der Kathode an- besondere können vorteilhaft die Chloride einzeln oder
geordnet ist, daß in der Zellendecke ein hohles, aus in Kombination verwendet werden, zumal sie leicht
elektrisch nichtleitendem Material bestehendes, in die hergestellt werden können und bequem zu handhaben
geschmolzene Zinkkathode eintauchendes Zuführungs- 35 sind. Die Verwendung von Mischungen dieser HaIoorgan
für das einzuleitende Titantetrachlorid angeord- genide, die Eutektika mit niedrigem Schmelzpunkt
net ist. Die in den Elektrolyten eintauchende Anode bilden, ist am zweckmäßigsten; beispielsweise kann
besitzt eine Scheibenform und ist annähernd parallel eine Mischung aus Strontiumchlorid und Natriumzu
der Oberfläche der Kathode angeordnet. In weiterer chloric! oder aus Natriumchlorid und Magnesium-Ausbildung
der Zelle ist eine mit einem Mantel aus 40 chlorid Verwendung finden.
nichtleitendem Material ausgestattete, das Zellen- Die bei dem Verfahren angewandte Temperatur
innere durchdringende, in die Kathode eintauchende kann in einem beträchtlichen Bereich schwanken. Es
elektrische Zuleitung vorgesehen. In der Zellendecke wurde gefunden, daß in der Praxis die Benutzung
sind Zuführungsorgane zwecks Aufrechterhaltung solcher Temperaturen zweckmäßig ist, die oberhalb
einer inerten Atmosphäre oberhalb des Elektrolyten 45 des Schmelzpunktes und unterhalb des Siedepunktes
und zur Ableitung bei dem Betriebe entstehender gas- des Zinks liegen. Die Benutzung von Temperaturen
förmiger Produkte angeordnet. oberhalb des Siedepunktes des Zinks führt zu einer
Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß zur Verdampfung des Zinks, und es entstehen erhebliche
Herstellung des Titans Titantetrachlorid verwendet Betriebsschwierigkeiten insofern, als die elektrischen
wird. Titantetrachlorid ist in einem geschmolzenen 50 Daten der Zelle beeinflußt werden können. Natürlich
Salzelektrolyten praktisch unlöslich, so daß es bei Be- ist die bekannte Anwendung von Überdruck möglich,
nutzung von Titantetrachlorid erforderlich ist, diese um bei oberhalb des Siedepunktes des Zinks liegenden
Schwierigkeit der geringen Löslichkeit des Titantetra- Temperaturen arbeiten zu können; eine derartige
chlorids in dem geschmolzenen Salzelektrolyten zu Arbeitsweise bedingt jedoch die Anwendung kostüberwinden.
Der Erfinder hat erkannt, daß Titan- 55 spieliger und komplizierter Ausrüstungen und ist datetrachlorid
nur dann verwendet werden kann, wenn her nicht zweckmäßig.
es in unmittelbarer Nähe der Kathode eingeleitet und Theoretisch ist zur praktisch vollständigen und ungleichzeitig
ein elektrischer Strom durch die Zelle ge- verzüglichen Reduktion des Titantetrachlorids zu
geben wird, um das Titantetrachlorid zu Titan- Titan eine Elektrizitätsmenge erforderlich, die einem
dichlorid und Titantrichlorid zu reduzieren, die beide 60 Betrage von 4 Faraday pro Mol eingeleiteten Titanin
dem Elektrolyten löslich sind; hierbei bietet eine tetrachlorids entspricht. Es wurde jedoch gefunden,
Kathode aus geschmolzenem Zink besondere Vorteile, daß in der Praxis im allgemeinen eine größere Elekda
hier die unmittelbare Einleitung in die Kathode trizitätsmenge als die theoretische erforderlich ist
ohne Schwierigkeiten möglich ist. wegen auftretender Nebenreaktionen, Beeinträchti-Bei
dem Verfahren wird das Titantetrachlorid im 65 gungen beim Zellenbetriebe und anderer aus der Ver·
Übergangsstadium zu reduzierten Titanchloriden, wie wenduug verschiedener Zellenbauarten herrührender
Titandichlorid und Titantrichlorid, gelöst, und diese Effekte. Oft sind daher 5 Faraday und in manchen
in dem geschmolzenen Halogenidsalzelektrolyten lös- Fällen sogar noch mehr pro Mol zugeführten Titanlichen
Titaiichloride werden unverzüglich zu Titan tetrachlorids anzuwenden. Natürlich wird die über die
weiterreduziert. 70 theoretische Menge hinaus erforderliche Elektrizitäts-
menge in Abhängigkeit von den Eigenschaften der im einzelnen benutzten Zelle schwanken.
Bei dem Verfahren wird die elektrolytische Zelle auf eine Temperatur geheizt, die ausreicht, den HaIogenidsalzelektrolyten
und das Zink in geschmolzenem Zustand zu halten. Das Titantetrachlorid wird unterhalb
der Oberfläche der flüssigen Kathode eingeleitet und gleichzeitig eine zur unverzüglichen Reduktion
des Titantetrachlorids zu Titan ausreichende Strommenge durch die Zelle gegeben. Das der Zelle zugeführte
Titantecrachlorid wird unmittelbar im Übergangsstadium zu reduzierten Titanchloriden, nämlich
Ti'tandichlorid und Titantrichlorid, umgewandelt; die reduzierten Titanchloride werden unverzüglich in
Gegenwart der flüssigen Zinkkathode zu Titanmetall reduziert und in dem Zink gelöst oder suspendiert.
Das Zink mit dem gelösten oder suspendierten Titan wird entweder fortlaufend oder zeitweise aus der
elektrolytischen Zelle entnommen; die Trennung des Titans von dem Zink kann auf verschiedene Weise
durchgeführt werden, beispielsweise durch Destillation im Vakuum oder durch Lichtbogenschmelzung. Der
Verwendung jeder bekannten Verflüchtigungsmethode· bei der Entfernung des Zinkanteiles führt zu einem
verhältnismäßig reinen Titanmetall.
Es ist vorteilhaft, das Titan in einer Konzentration
zwischen 4 und 18% in dem geschmolzenen Zinkmetall zu lösen oder zu suspendieren. Die Lösung oder Suspendierung
von weniger als 4% Titanmetall ist unzweckmäßig, da in der endgültigen Trennungsstufe ein
verhältnismäßig großer Zinkanteil entfernt werden muß, um das Titan in technischen Mengen zu erhalten.
Es wurde gefunden, daß eine Lösung oder Suspendierung von mehr als 18% Titan in dem geschmolzenen
Zink zur Bildung einer dicken, halbfesten Masse führt, die schwer aus der elektrolytischen Zelle entfernt
werden kann und die Anwendung komplizierter !einrichtungen erforderlich macht. Wenn die Konzentration
des in dem geschmolzenen Zink gelösten oder suspendierten Titan zwischen 4 und 18% liegt, wird
eine flüssige Mischung gebildet, die leicht auf einfache und billige Weise aus der elektrolytischen Zelle
entnommen werden kann. Wenn die Konzentration des Titans in dem geschmolzenen Zink auf 18% steigt,
entsteht eine pastenförmige Masse, die jedoch immer noch genügend flüssig bleibt, um leicht aus der Zelle
entfernt werden zu können.
Das das Titan enthaltende Zink wird aus der elektrolytischen Zelle abfließen gelassen und das Zink
vom Titan getrennt. Das bei der Trennung anfallende Titan liegt in schmiedbarer und reiner Form vor.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
55
Es wurde eine elektrolytische Zelle gemäß Fig. 1 zur Herstellung von Titan aus Titantetrachlorid benutzt.
Die Kathode der Zelle bestand aus einem Teich von annähernd 2 kg geschmolzenem Zink, das
sich am Zellenboden befand. Als Anode diente eine runde Graphitscheibe, die oberhalb der geschmolzenen
Zinkkathode in dem geschmolzenen Salzelektrolyten eintauchte. Der geschmolzene Salzelektrolyt enthielt
g Natriumchlorid, 4380 g Strontiumchlorid und 1000g Magnesiumchlorid; der Elektrolyt wurde auf
eine Temperatur von 825° C erhitzt.
Dampfförmiges Titantetrachlorid wurde in einer Menge von 1,9 g/Min, durch das unterhalb der Oberfläche
der geschmolzenen Zinkkathode endende Zuführungsorgan eingeleitet. Gleichzeitig wurde eine
Elektrizitätsmenge, die annähernd 5 Faraday pro Mol zugeführtem Titantetrachlorid entsprach, durch die
Zelle gegeben. Es wurden 80 Amp. mit einer aufgedrückten Spannung von annähernd 14 Volt
angewendet, um annähernd 5 Faraday pro Mol eingeleitetes Titantetrachlorid zu erhalten. Die Kathodenstromdichte
betrug 0,52 Amp./cm2, und die Anodenstromdichte betrug 0,99 Amp./cm2. Der Zellenwiderstand
betrug 0,14 Ohm.
Die elektrolytische Reduktion wurde 4Va Stunden
lang durchgeführt. Nach dieser Zeit wurde die Zuführung von Titantetrachlorid unterbrochen und
auch kein weiterer elektrischer Strom durch die Zelle gegeben. Das während der Reduktion der Zelle
zugeführte Titantetrachlorid wurde als reduzierte Titanverbindungen, nämlich Titandichlorid und Titantrichlorid.
im Übergangsstadium gelöst, die reduzierten Titanverbindungen wurden unverzüglich zu
Titanmetall weiterreduziert. Das gebildete Titan wurde in dem geschmolzenen Zink gelöst oder
suspendiert. Am Ende der 4Va Stunden während der Betriebszeit der Zelle enthielt das geschmolzene Zink
ungefähr 6% Titan. Das Zink mit dem in ihm gelösten oder suspendierten Titan wurde aus der
elektrolytischen Zelle ausfließen lassen und in eine Vorrichtung für Vakuumdestillation gegeben, wo das
Zink praktisch vollkommen bei Unterdruck aus dem Titan abdestilliert wurde. Es wurden 120 g reines
Titan in Form eines porösen, schwammigen Niederschlages bei der Scheidung erhalten. Das in Blockform
gegossene A'Ietall besaß eine Brinellhärte von 280.
Beim Beispiel 2 wurden die gleichen Verfahrensund Betriebsbedingungen wie im Beispiel 1 wiederholt.
Die elektrolytische Reduktion wurde jedoch über eine Zeitdauer von 15 Stunden im Gegensatz zu
4V2 Stunden gemäß Beispiel 1 durchgeführt. Auch
hier wurde das Titan in der geschmolzenen Zinkkathode gelöst oder suspendiert. Nach einer Betriebszeit von 15 Stunden enthielt das geschmolzene Zink
annähernd 17% Titan. Die pastenförmige Masse wurde dann einer Einrichtung zur Lichtbogenschmelzung
zugeführt, wo das Zink von dem Titan getrennt wurde. Es wurden 390 g reines Titan in
Form einer Metallmasse mit einer Brinellhärte von 250 erhalten.
Claims (9)
1. Verfahren zur schmelzfluß-elektrolytischen Herstellung von Titan in einer mit einem geschmolzenen
Halogenidsalzelektrolyten ausgestatteten elektrolytischen Zelle, dadurch gekennzeichnet,
daß als Kathode geschmolzenes Zink und als Elektrolyt ein wenigstens aus einem Halogenidsalz der Alkalimetalle, Erdalkalimetalle
oder des Magnesiums bestehendes Salzbad verwendet werden, daß Titantetrachlorid in Kontakt
mit der geschmolzenen Zinkkathode eingeleitet und gleichzeitig eine zur praktisch vollständigen
und unverzüglichen Reduktion des eingeleiteten Tetrachlorid zu Metall ausreichende Strommenge
durch die Zelle gegeben wird, wobei das gebildete Titan in- der geschmolzenen Zinkkathode gelöst
oder suspendiert wird, daß das Zink mit dem in ihm gelösten oder suspendierten Titan aus der
Zelle entfernt wird, und daß danach das Zink und das Titanmetall voneinander getrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Titan in einer Konzentration von 4 bis 18% in der geschmolzenen Zinkkathode
gelöst oder suspendiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zink und das Titan
durch Destillation im Vakuum voneinander getrennt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Zink und das Titan
durch Lichtbogenschmelzung voneinander getrennt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Halogenidsalze des Elektrolyten
aus den entsprechenden Chloriden bestehen.
6. Elektrolytische Zelle zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die geschmolzene Zinkkathode in Form eines Teiches am Zellenboden und der
Elektrolyt oberhalb der Kathode angeordnet ist, daß in der Zellendecke ein hohles, aus elektrisch
nichtleitendem Material bestehendes, in die geschmolzene Zinkkathode eintauchendes Zuführungsorgan
für das einzuleitende Titantetrachlorid angeordnet ist.
7. Zelle gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Elektrolyten eintauchende
Anode eine Scheibenform besitzt und annähernd parallel zu der Oberfläche der Kathode angeordnet
ist.
8. Zelle gemäß Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine mit einem Mantel aus
nichtleitendem Material ausgestattete, das Zelleninnere durchdringende, in die Kathode eintauchende
elektrische Zuleitung vorgesehen ist.
9. Zelle gemäß Anspruch 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zellendecke Zuführungsorgane
zwecks Aufrechterhaltung einer inerten Atmosphäre oberhalb des Elektrolyten und zur Ableitung bei dem Betriebe entstehender
gasförmiger Produkte angeordnet sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 263 301, 615 951;
schweizerische Patentschrift Nr. 261 436;
USA.-Patentschrift Nr. 2 558 627;
K. A. Hof mann und U. Hofmann: »Anorganische Chemie«, 1945, S. 355.
schweizerische Patentschrift Nr. 261 436;
USA.-Patentschrift Nr. 2 558 627;
K. A. Hof mann und U. Hofmann: »Anorganische Chemie«, 1945, S. 355.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US1026969XA | 1951-12-28 | 1951-12-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1026969B true DE1026969B (de) | 1958-03-27 |
Family
ID=22291210
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DET7186A Pending DE1026969B (de) | 1951-12-28 | 1952-12-24 | Verfahren zur schmelzfluss-elektrolytischen Herstellung von Titan und elektrolytische Zelle zur Durchfuehrung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1026969B (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE263301C (de) * | ||||
| DE615951C (de) * | 1933-03-18 | 1935-07-16 | Siemens & Halske Akt Ges | Verfahren zur elektrolytischen Herstellung von Titanlegierungen |
| CH261436A (de) * | 1945-12-18 | 1949-05-15 | Primavesi Davide | Verfahren zur Herstellung von Metallen. |
| US2558627A (en) * | 1948-03-19 | 1951-06-26 | Pyk Sven Christian | Method for the production of zirconium alloys |
-
1952
- 1952-12-24 DE DET7186A patent/DE1026969B/de active Pending
Patent Citations (4)
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