Für
die Verabreichung einer dosierten Menge eines Produkts, insbesondere
eines fluiden Produkts für
medizinische, pharmazeutische oder kosmetische Zwecke, werden Verabreichungsvorrichtungen,
wie z. B. Injektionspens, verwendet. Solche Verabreichungsvorrichtungen
weisen ein Reservoir, z. B. eine Ampulle, auf, in der das Produkt
aufgenommen ist. Aus der Ampulle wird das Produkt durch einen Auslass
verabreicht, in dem ein in dem Reservoir angeordneter Kolben von
einer Antriebseinrichtung in Richtung auf den Auslass zu durch die
Betätigung eines
Antriebsknopfes bewegt wird. Zur Dosierung des zu verabreichenden
Produkts ist eine Dosiereinrichtung vorgesehen, durch welche die
Bewegung der Antriebseinrichtung bei der Betätigung des Antriebsknopfes
entsprechend einer gewünschten
Dosis reguliert wird. Dabei begrenzt die Dosiereinrichtung die Strecke,
die eine Antriebseinrichtung bei einer Betätigung des Antriebsknopfes
zurücklegen kann
und damit auch die Strecke, die der Kolben innerhalb des Reservoirs
in Richtung auf den Auslass vorgeschoben wird. Hierfür ist die
Dosiereinrichtung in einer Dosierrichtung z. B. gegenüber einem
Gehäuse
des Injektionspens beweglich, d. h. verdrehbar oder verschiebbar.
Bei der Einstellung einer bestimmten Dosis wird die Dosiereinrichtung
ausgehend von einer Ausgangsstellung in der Dosierrichtung über eine
Dosierstrecke bewegt, die der gewünschten Dosis entspricht und
die eine Strecke bestimmt, über
die der Kolben zur Verabreichung des gewünschten Volumens vorgeschoben
werden muss.
Eine elektrische Anzeige an der Verabreichungsvorrichtung
registrtert die Bewegung der Dosiereinrichtung und zeigt eine ausgewählte Dosis
an. Dabei wird der Dosiswert in Abhängigkeit von der Dosierstrecke
angezeigt, die von der Dosiereinrichtung in der Dosierrichtung ab
der Ausgangsstellung zurückgelegt
wurde. Die Bewegung der Dosiereinrichtung kann hierfür z. B.
mit einem Rastmechanismus versehen sein, bei dem jede Raststellung
einer Dosiseinheit entspricht. Ausgehend von der Ausgangsstellung
wird bei einer Bewegung der Dosiereinrichtung in der Dosierrichtung
die Anzeige bei jedem Überschreiten
einer Raststellung um eine Dosiseinheit erhöht. Nach der Verabreichung
der ausgewählten
Dosis kann die Anzeige mit Hilfe eines Rückstellknopfes auf Null zurückgesetzt
werden.
Wird jedoch die Dosiereinrichtung über eine Strecke
entgegen der Dosierrichtung, d. h. in Dosiergegenrichtung bewegt,
entsteht für
die Antriebseinrichtung durch diese Strecke eine Leerdosisstrecke. Wird
die Antriebseinrichtung, bzw. der Kolben, anschließend in
Vorschubrichtung auf den Auslass zu bewegt, wird über diese
Leerdosisstrecke kein Produkt ausgeschüttet. Dies wird im Allgemeinen
als „dry shot" bezeichnet.
Bei einer Bewegung der Dosiereinrichtung
in Dosiergegenrichtung nach der Verabreichung einer Dosis, d. h. über eine
Leerdosisstrecke, erscheint auf der Anzeige eine Warnung. Durch
eine Bewegung der Dosiereinrichtung in Dosierrichtung kann die Anzeige
wieder auf den Nullwert zurückgedreht
werden und damit die Dosiereinrichtung in die ursprüngliche Stellung
nach der Dosisverabreichung zurückgebracht
werden. Es ist jedoch möglich,
dass ein Anwender diese Warnung ignoriert und trotz der Warnung
den Rückstellknopf
betätigt,
so dass auf der Anzeige der Nullwert angezeigt wird, obwohl die
Dosiereinrichtung in einer Stellung nach der Einstellung einer Leerdosisstrecke
ist. Bereits bei einer ersten Bewegung in Dosierrichtung, bzw. beim
ersten Überschreiten
einer Raststellung, wird die Dosisanzeige aufwärts gezählt. Dabei wird jedoch die
Leerdosisstrecke als Dosierstrecke für eine gewünschte Dosierung mitgezählt. Bei
der anschließenden
Verabreichung mit Hilfe der Antriebseinrichtung wird bei dem Vorschub
des Kolbens über
diese Leerdosisstrecke kein Produkt ausgeschüttet, so dass in der Dosis
eine Produktmenge entsprechend der Leerdosisstrecke fehlt, obwohl
die Anzeige den gewünschten
Dosiswert anzeigt. Dadurch entsteht bei der Verabreichung des Produkts
eine Unterdosierung, welche die gewünschte Wirkung des Produkts
beeinträchtigt.
Im Stand der Technik wird dieses
Problem gelöst,
indem einem Anwender in einem Handbuch zu der Verabreichungsvorrichtung
ein Hinweis auf diesen Missstand gegeben wird. Der Anwender wird aufgefordert
bei der Verabreichungsvorrichtung einen manuellen Nullabgleich (Priming)
durchzuführen,
wenn z. B. nach einem "dry
shot" auf dem Display
eine entsprechende Warnung, bzw. Aufforderung, erscheint. Für den Nullabgleich
wird z. B. eine Dosis von einer Einheit eingestellt und der Antriebsknopf
und nachfolgend der Rückstellknopf
gedrückt, um
die Anzeige auf Null zu setzen. Wird beim Drücken des Antriebsknopfes ein
Tropfen des Produkts aus dem Auslass des Reservoirs verdrängt, ist
die Vorrichtung zur Verabreichung bereit. Tritt kein Tropfen aus,
muss der Vorgang wiederholt werden. Dabei wurde von der Antriebseinrichtung
die Leerdosisstrecke überwunden.
Wird die Dosiereinrichtung nach dem Priming über eine Dosierstrecke in Dosierrichtung
bewegt, wird bei einer Verabreichung die volle gewünschte Dosis
verdrängt
und es entsteht keine Unterdosierung. Dieser Primingvorgang ist
für den Anwender
jedoch umständlich
sowie zeitaufwändig und
kann leicht vergessen werden, wenn beispielsweise die Warnung übersehen
oder ignoriert wird.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ein Verfahren zur Anzeige und Dosierung bei der Verabreichung eines
Produkts bereit zu stellen, das ein zuverlässiges Einstellen und eine
Verabreichung einer korrekten Dosis sicherstellt, das einen Aufwand
bei der Dosierung und Verabreichung einer Dosis für den Anwender
minimiert und eine automatische Abstimmung der Anzeige bei Fehlbedienung aufweist.
Weiter ist es eine Aufgabe der Erfindung
eine Vorrichtung zur dosierten Verabreichung eines Produkts zu schaffen,
die einfach in der Handhabung ist, eine korrekte Einstellung und
Verabreichung einer gewünschten
Dosis zusichert und eine Anzeige einer Dosis bei Fehlbedienung automatisch
an einen tatsächlich
eingestellten Dosiswert angleicht.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch
ein Verfahren nach dem Patentanspruch 1 und eine Vorrichtung nach
dem Patentanspruch 10 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Erfindungsgemäß wird bei einem Verfahren zur
Anzeige und Dosierung eines aus einem Reservoir zu verabreichenden
Produkts eine Dosiereinrichtung und eine Anzeigeneinheit verwendet,
wobei zum Einstellen einer bestimmten Dosis die Dosiereinrichtung
ausgehend von einer Ausgangsstellung in einer Dosierrichtung über eine
Dosierstrecke bewegt wird. Durch eine Ausgangsstellung der Dosiereinrichtung
für eine
erste zu verabreichende Dosis oder eine Stellung, in der sich die
Dosiereinrichtung nach einer Verabreichung einer Dosis befindet,
wird ein Bezugspunkt bestimmt. Nach der Einstellung einer Dosis wird
der Dosiswert dieser Dosis von der Anzeigeneinheit in Abhängigkeit
von der Strecke angezeigt, die von der Dosiereinrichtung ab dem
Bezugspunkt in Dosierrichtung zurückgelegt wurde. Der Bezugspunkt
stellt demnach einen Nullpunkt dar, ab dem bei der Dosiseinstellung
die von der Dosiereinrichtung in Dosierrichtung zurückgelegte
Strecke bemessen wird. Dabei handelt es sich um einen relativen
Nullpunkt, da dieser Nullpunkt bei jeder Dosisverabreichung neu
bestimmt wird. Der Bezugspunkt für
eine nachfolgende Verabreichung ist also um eine Strecke verschoben,
die die Dosiereinrichtung seit dem Bezugspunkt für die verabreichte Dosiseinstellung
in Dosierrichtung zurückgelegt
hat.
Wurde z. B. nach einer Dosisabgabe
die Dosiereinrichtung in Dosiergegenrichtung bewegt, d. h. wurde
eine Leerdosisstrecke erzeugt, wird diese Leerdosisstrecke bei der
Anzeige des Dosiswerts gemäß der vorliegenden
Erfindung berücksichtigt
und der korrekte Wert der eingestellten Dosis angegeben. Die Dosiseinstellung
wird demnach als Wert angezeigt, der durch eine Subtraktion der
Leerdosisstrecke von einer in Dosierrichtung von der Dosiereinrichtung
zurückgelegten
Dosierstrecke entsteht, d. h. bewegt ein Anwender die Dosiereinrichtung
ausgehend von einer Ausgangsstellung über eine Dosierstrecke in Dosierrichtung
wird von dieser Dosierstrecke die Strecke abgezogen, welche die
Dosiereinrichtung vor der Bewegung in Dosierrichtung entgegen dieser
Richtung zurückgelegt
hat. Die Fehlbedienung in Dosiergegenrichtung wird daher automatisch bei
der Anzeige eines eingestellten Dosiswertes berücksichtigt.
Der Bezugspunkt, bzw. der relative
Nullpunkt, werden vorzugsweise durch eine Kennzeichnung von der
Anzeigeneinheit angezeigt. Hierfür
wird z. B. die Anzeige „00" gewählt. Bewegt
ein Anwender die Dosiereinrichtung über eine Strecke in Dosiergegenrichtung,
d. h. wird eine Leerdosisstrecke eingestellt, wird vorzugsweise
eine Kennzeichnung dieses Vorgangs z. B. in Form von zwei Minus-Zeichen
als Warnung für
den Anwender z. B. von der Anzeigeneinheit abgegeben. Wird die Dosiereinrichtung
anschließend über eine
Strecke in Dosierrichtung bewegt erscheint die Kennzeichnung des
Bezugspunktes erst dann auf der Anzeige, wenn von der Dosiereinrichtung
die Leerdosisstrecke wieder in Dosierrichtung überwunden wurde und der Bezugspunkt, bzw.
der relative Nullpunkt, erreicht ist. Ab diesem Punkt beginnt die
Anzeige den Dosiswert beim Einstellen der Dosis anzuzeigen.
Vorzugsweise wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
durch bestimmte Stellungen der Dosiereinrichtung ein absoluter Nullpunkt
definiert. Der absolute Nullpunkt kann z. B. durch die Stellung
der Dosiereinrichtung bestimmt sein, welche diese beim Anbringen
eines Reservoirs an der Dosiereinrichtung einnimmt, d. h. beim Austauschen
oder Neueinsetzen einer Ampulle in eine Verabreichungsvorrichtung ggf.
mit erfolgtem Nullabgleich. Ferner kann bei einer beliebigen Stellung
der Dosiereinrichtung der absolute Nullpunkt durch einen manuell
von dem Anwender durchgeführten
Nullabgleich der Anzeigeneinheit, d.h. durch einen Primingvorgang,
bestimmt werden. Beim Zurückbewegen
einer Dosiereinrichtung aus einer vorderen Stellung mit auf den
Auslass zu verschobenem Kolben in eine hintere Stellung in der Verabreichungsvorrichtung,
d. h. in eine Startposition für
nachfolgend einzustellende Dosierungen, wird von der Dosiereinrichtung
eine größere Strecke
in Dosiergegenrichtung überwunden.
Ein absoluter Nullpunkt kann dabei durch die Stellung der Dosiereinrichtung
bestimmt werden, welche diese nach dem Zurücklegen einer vorbestimmten
Mindeststrecke in Dosiergegenrichtung einnimmt, wobei die Anzeigeneinheit
eine zurückbewegte
Strecke registriert und die Strecke vorzugsweise deutlich größer wie eine
Dosisstrecke ist. Beispielsweise kann die Stellung der Dosiereinrichtung
als absoluter Nullpunkt definiert werden, welche diese nach einem
Zurückbewegen
um mehr als 15 Dosiseinheiten einnimmt, wobei anschließend ein
Primingvorgang durchgeführt
wird. Letztlich kann eine Stellung der Dosiereinrichtung, in der
diese weitestmöglich
in der Verabreichungsvorrichtung zurückgezogen ist, d. h. wenn sich
die Dosiereinrichtung an einem hinteren Anschlag in der Verabreichungsvorrichtung
befindet, als absoluter Nullpunkt definiert werden. Hierfür kann durch
das Zurückbewegen
in einer hintersten Stellung ein Taster oder ein Schalter betätigt werden.
In den letzten beiden Fällen
wird von dem Anwender ein manueller Nullabgleich verlangt. Ein manueller
Nullabgleich bleibt auch erforderlich, falls Daten einer Einstellung
der Vorrichtung durch außergewöhnliche Einwirkungen
auf die Verabreichungsvorrichtung verloren gingen, wie etwa durch
ein zu schnelles Verdrehen der Dosiseinrichtung, das von einer Abtastvorrichtung
nicht erfasst werden kann, oder durch mechanische Einflüsse.
Dennoch ist bei dem Verfahren nach
der Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik ein manueller Nullabgleich
wesentlich seltener erforderlich. Zudem wird er vom Anwender zu
einem Zeitpunkt verlangt, zu dem dieser der Verabreichungsvorrichtung
erhöhte
Aufmerksamkeit schenkt, wie z. B. bei einem Wechsel des Produktreservoirs
oder nach einem Fallenlassen der Vorrichtung, so dass die Aufforderung
zum Nullabgleich vom Anwender nicht ungewollt übergangen wird.
Der absolute Nullpunkt stellt einen
Startpunkt dar, von dem aus nachfolgend mehrere Dosierungen eingestellt
werden können.
Bei der ersten zu verabreichenden Dosis entspricht der relative
Nullpunkt dem absoluten Nullpunkt. Mit jeder verabreichten Dosis
bewegt sich der relative Nullpunkt weiter weg von dem absoluten
Nullpunkt, und zwar um die von der Dosiereinrichtung seit dem Bezugspunkt
für die
Verabreichung zurückgelegte
Strecke. Vorzugsweise werden der relative Nullpunkt und der absolute Nullpunkt
in einem Speicher in der Anzeigeneinheit abgelegt.
Mit Hilfe des absoluten Nullpunkts
ist es möglich,
eine verabreichte Gesamtproduktmenge mehrerer aufeinander folgender
Verabreichungen aus dem Reservoir anzuzeigen. Hierfür werden
die von der Dosiereinrichtung ab dem absoluten Nullpunkt in Dosierrichtung
zurückgelegten
Dosierstrecken aufsummiert und die Summe der von der Dosiereinrichtung
ab dem absoluten Nullpunkt in Dosiergegenrichtung zurückgelegten
Strecken subtrahiert. Der sich daraus ergebende Wert zeigt die effektive
Gesamtsausschüttung
des Produkts seit einer letzten absoluten Nullpunktstellung der
Dosiereinrichtung an. Ist das Gesamtproduktvolumen einer Ampulle
bekannt, kann mittels der effektiven Gesamtausschüttung auch
die noch in der Ampulle befindliche Produktmenge berechnet werden.
Daher kann z. B. auf der Anzeige auch ein Hinweis angegeben werden,
wenn der Ampullenvorrat zu neige geht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch für Anzeigen
und Dosiereinrichtungen vorgesehen, bei welchen es möglich ist,
die Anzeige unabhängig von
der Dosiereinrichtung zu beeinflussen. Es werden vorteilhafterweise
elektronische Anzeigen verwendet.
Weiter wird die Aufgabe der Erfindung
durch eine Vorrichtung zur dosierten Verabreichung eines Produkts
gelöst.
Eine derartige Vorrichtung weist ein Reservoir für das Produkt, eine Anzeigeneinheit
zum Anzeigen eines eingestellten Dosiswerts und eine Dosiereinrichtung
auf, wobei zum Einstellen einer bestimmten Dosis des Produkts die
Dosiereinrichtung ausgehend von einer Ausgangsstellung in einer
Dosierrichtung über
eine Dosierstrecke beweglich ist. Erfindungsgemäß zeigt die Anzeigeneinheit
den Dosiswert in Abhängigkeit
einer Strecke an, die von der Dosiereinrichtung in Dosierrichtung
zurückgelegt wurde,
wobei die Strecke ausgehend von einem Bezugspunkt bestimmt wird,
der durch eine Ausgangsstellung der Dosiereinrichtung für eine erste
zu verabreichende Dosis oder durch eine Stellung der Dosiereinrichtung
nach einer Dosisverabreichung gegeben ist. Der Dosiswert zeigt demnach
die Dosis entsprechend der Strecke an, die von dem Bezugspunkt,
bzw. einem relativen Nullpunkt, in Dosierrichtung zurückgelegt
wurde. Strecken die vorher in Dosiergegenrichtung zurückgelegt
wurden, werden bei der Dosisanzeige nicht berücksichtigt. Der Dosiswert wird
daher durch Subtraktion der Strecke, die von der Dosiereinrichtung
in Dosiergegenrichtung vor einer Bewegung in Dosierrichtung zurückgelegt
wurde, von der für
die Dosiseinstellung in Dosierrichtung zurückgelegten Dosierstrecke.
Bei einer solchen Verabreichungsvorrichtung sind
erfindungsgemäß die Verfahrensschritte
des vorher beschriebenen Verfahrens zur Anzeige und Dosierung eines
zu verabreichenden Produkts implementiert. Vorzugsweise ist die
Anzeige eine elektronische Anzeige und es ist ein Speicher für den relativen
und den absoluten Nullpunkt vorgesehen.
Der Erfindungsgedanke wurde an dem
Beispiel eines Injektionspens veranschaulicht. Natürlich ist
es jedoch auch möglich,
andere Formen von Verabreichungsvorrichtungen für den Einsatz des Verfahrens
zu wählen,
wie beispielsweise Infusionsvorrichtungen und Inhalatoren.
Die vorliegende Erfindung wird anhand
einer Zeichnung beispielhaft erläutert.
In dieser stellen dar:
1 einen
Teilschnitt einer Vorrichtung zur dosierten Verabreichung eines
Produkts und
2 ein
Diagramm, welches das Verfahren der vorliegenden Erfindung veranschaulicht.
In 1 ist
eine Verabreichungsvorrichtung in Form eines Injektionspens gezeigt,
die das Prinzip einer Dosisverabreichung veranschaulicht, wie es beim
Stand der Technik und der Erfindung verwendet wird. Der Injektionspen
weist in einem vorderen Bereich eine Ampulle 1 als Reservoir
für ein
zu verabreichendes Produkt mit einem Auslass 2 auf. In
der Ampulle ist ein Kolben 3 aufgenommen der durch eine Antriebseinrichtung
in Richtung auf den Auslass 2 zu vorgeschoben werden kann.
In dem gezeigten Beispiel umfasst die Antriebseinrichtung eine Kolbenstange 4 und
einen Antriebsknopf 5, durch den die Kolbenstange 4 in
Vorschubrichtung verschoben werden kann. Im hinteren Bereich des
Injektionspens ist eine Dosiereinrichtung angeordnet, die eine drehbare
Hülse 6 aufweist.
Durch das Verdrehen der Hülse 6 in
Dosierrichtung kann eine Strecke eingestellt werden, über die
der Kolben 4 bei der Betätigung des Antriebsknopfes 5 bei
der Verabreichung einer Dosis in Richtung auf den Auslass 2 hin
verschoben wird. Bei einem Verdrehen der Dosierhülse 6 in Dosiergegenrichtung
ist es möglich,
dass für
die Kolbenstange 4 eine Leerdosisstrecke entsteht, bei
der bei Betätigung
des Antriebsknopfes 5 die Kolbenstange 4 den Kolben 3 nicht
vorschiebt und somit kein Produkt aus der Ampulle 1 verdrängt wird.
Die Einstellung der Dosierstrecke kann z. B. durch einen Dosiermechanismus
(in 1 nicht gezeigt)
erfolgen, bei dem durch Verdrehen der Dosierhülse 6 ein Anschlag
für die
Antriebseinrichtung des Kolbens 4 derart angeordnet wird,
dass er die Antriebsstrecke für
den Kolben entsprechend der Dosierstrecke begrenzt.
In dem hinteren Bereich des Injektionspens ist
eine elektronische Anzeigeneinheit 7 angeordnet. Die Anzeige 7 kann
z. B. den Dosiswert anzeigen, indem auf ihrer Rückseite angeordnete Kontakte
bei der Dosiseinstellung beispielsweise mittels einer Nockenwelle
betätigt
werden, die mit der Dosierhülse 6 verbunden
ist. Entsprechend der Drehung der Dosierhülse werden die Kontakte durch
die Nockenwelle betätigt
und die Dosierung angezeigt. Die Anzeigeneinheit 7 umfasst
weiterhin eine Batterie, einen Speicher, eine Recheneinheit, ein
Display und wenigstens eine Taste zur manuellen Betätigung.
In 2 ist
auf der horizontalen Achse die effektive Ausschüttung eines zu verabreichenden Produkts,
d. h. die tatsächlich
abgegebene Produktmenge, ausgehend von einem absoluten Nullpunkt NPabs dargestellt. Auf der vertikalen Achse
ist die Ausschüttung
gemäß einem
auf der Anzeigeneinheit angezeigten Dosiswert angezeigt. Die Einheiten
auf den Achsen entsprechen der Anzahl diskreter Dosiseinheiten.
Der Verlauf einer Dosierung und einer
Dosisanzeige nach dem Stand der Technik ist als durchgezogene Linie
dargestellt. Entsprechend einer Dosierstrecke 1a wird ausgehend
von dem absoluten Nullpunkt NPabs eine erste
zu verabreichende Dosis von zehn Einheiten durch Bewegung der Dosiereinrichtung
in Dosierrichtung eingestellt. Auf der Anzeigeneinheit erscheint
der Wert 10, wie von der vertikalen Achse abzulesen ist. Bei der
Verabreichung dieser eingestellten Dosis werden zehn Produkteinheiten aus
der Ampulle verdrängt.
Anschließend
wird entsprechend einer unsachgemäßen Betätigung des Injektionspens durch
den Anwender die Dosiereinrichtung in Dosiergegenrichtung über eine
Strecke 2a von fünf
Dosiseinheiten bewegt, wodurch ein "dry shot" eingestellt wird, d.h. eine Leerdosisstrecke
entsteht. Durch diese Bewegung in Dosiergegenrichtung wird auf der
Anzeige eine Warnung, wie z. B. ein Minuszeichen, ausgelöst. Von
der durch die Bewegung der Dosiereinrichtung in Dosiergegenrichtung erreichten
neuen Ausgangsstellung A ausgehend, wird vom Anwender eine neue
Dosis zur Verabreichung des Produkts eingestellt, wobei er die Dosiereinrichtung über eine
Dosierstrecke 3a wieder in Dosierrichtung bewegt. Es wird
ebenfalls eine Dosis von zehn Einheiten eingestellt. Sobald die
Bewegung in Dosierrichtung beginnt, fängt beim Stand der Technik die
Anzeigeneinheit an diese zehn Einheiten nach oben zu zählen. Das
heißt,
es wird ausgehend von der Ausgangsstellung A um zehn Einheiten weiter gezählt. Auf
der vertikalen Achse werden dabei zu den ersten zehn Einheiten die
nächsten
zehn Einheiten dazu gezählt,
so dass der Wert 20 erreicht wird. Beim Einstellen der Dosierstrecke 3a von
10 Einheiten wird auf der horizontalen Achse zunächst eine Strecke, die der
Leerdosisstrecke 2a von fünf Einheiten entspricht, bis
zum bereits verabreichten Wert 10 überwunden. Anschließend werden
die weiteren fünf Einheiten
entlang einer Strecke 3a' bis
zum Wert 15 durch die Bewegung in Dosierrichtung eingestellt. Die
Dosierstrecke 3a setzt sich demnach aus der Leerdosisstrecke 2a und
der Strecke 3a' zusammen. Bei
der Verabreichung des Produkts durch die Antriebseinheit werden,
wie der 2 zu entnehmen ist,
im Stand der Technik bei der zweiten Dosisverabreichung nur fünf Dosiseinheiten
abgegeben, da über die
Leerdosisstrecke 2a kein Produkt aus der Ampulle ausgeschüttet wird.
Gemäß dem auf
der Anzeigeneinheit angezeigten Dosiswert entspricht die zweite Dosis
jedoch zehn Einheiten, wodurch einem Anwender die fehlerhafte Verabreichung
verborgen bleibt.
In 2 ist
die Dosierung und die Anzeige gemäß dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung als gestrichelte Linie dargestellt. Es wird wiederum eine
erste Dosis entlang einer Dosierstrecke 1b ausgehend von
dem absoluten Nullpunkt NPabs von zehn Dosiseinheiten
eingestellt und verabreicht. Die Stellung der Dosiereinrichtung
nach der Verabreichung dieser ersten Dosis bestimmt einen Bezugspunkt,
d. h. einen relativen Nullpunkt NPrel, der
in dem Speicher der Anzeigeneinheit abgelegt wird. An dieser Stelle
wäre es
möglich,
einen manuellen Nullabgleich durchzuführen, beispielsweise für den Fall,
dass eine neue Ampulle eingesetzt wurde. In diesem Fall würde der
relative Nullpunkt NPrel dem durch den manuellen Nullabgleich
definierten absoluten Nullpunkt NPabs entsprechen.
Nach der ersten Dosisverabreichung
und ausgehend von dem relativen Nullpunkt NPrel betätigt der
Anwender den Injektionspen in unsachgemäßer Weise in Dosiergegenrichtung
um fünf
Dosiseinheiten entlang der Strecke 2b, wodurch eine Leerdosisstrecke
bei der Verabreichung einer Dosis entsteht. Von der dabei erreichten
Ausgangsstellung A wird zur Einstellung einer zweiten Dosis von
zehn Einheiten die Dosiereinrichtung in Dosierrichtung bewegt. Dabei
wird zunächst
die Leerdosisstrecke 3b, welcher der Strecke 2b entspricht,
von fünf
Einheiten in Dosierrichtung durchlaufen. Gemäß der vorliegenden Erfindung
wird während
dieser Bewegung in Dosierrichtung der Wert auf der Anzeigeneinheit
nicht entsprechend der Bewegung um fünf Einheiten nach oben gezählt. Sobald
die Dosiereinrichtung die Stellung erreicht hat, welche dem gespeicherten
relativen Nullpunkt NPrel entspricht, wird
auf der Anzeigeneinheit ein Wert „0" angegeben. Anschließend wird bei der Bewegung
der Dosiereinrichtung entlang der Strecke 3b' von 5 Einheiten die Anzeige von
dem Wert „0" um 5 Einheiten nach
oben gezählt,
so dass sie den Wert „5" anzeigt. Die Anzeigeneinheit
gibt daher gemäß der vorliegenden
Erfindung den Dosiswert an, der bei einer Betätigung der Antriebseinrichtung
mit dieser Dosierstellung tatsächlich
verabreicht wird. Die Strecke 3b entspricht demnach einer
Verabreichungsstrecke. Die bei der in Dosierrichtung von der Dosiereinrichtung
zurückgelegte
Dosierstrecke setzt sich aus der Leerdosisstrecke 3b und
der Verabreichungsstrecke 3b' zusammen.
Möchte
ein Anwender tatsächlich
eine Dosis von zehn Einheiten einstellen, müsste er die Dosiereinrichtung
um weitere fünf
Einheiten in Dosierrichtung bewegen. Dies ist für ihn leicht durch den auf
der Anzeigeneinheit angezeigten geringeren Wert zu erkennen.
Zur Anzeige der Gesamtproduktmenge,
die bei den beiden beschriebenen Dosiseinstellungen verabreicht
wurde, werden nach dem Stand der Technik die beiden Dosierstrecken 1a und 3a mit 3a' summiert, so
dass sich auf der Anzeigeneinheit und der vertikalen Achse der 2 ein Wert 20 ergibt. Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird die in Dosierrichtung zurückgelegte erste Dosierstrecke 1b und die
in Dosierrichtung zurückgelegte
zweite Dosierstrecke, die sich aus der Strecke 3b und 3b' zusammensetzt,
addiert und der Wert der Leerhubstrecke 2b, bzw. 3b,
die fälschlich
von dem Anwender eingestellt wurde, subtrahiert, so dass sich auf
der Anzeige ein Wert 15 entsprechend der effektiv ausgeschütteten Gesamtproduktmenge
einstellt.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens und
der Vorrichtung ist es daher für
einen Anwender möglich
die Dosierung genau zu kontrollieren und eine korrekte Verabreichung
des Produkts sicher zu stellen. Eine Fehldosierung kann dadurch
ausgeschlossen werden.