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Die Erfindung betrifft induktive
Durchflußmesser
mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Patentanspruch 1.
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Durchflußmesser der hier betrachteten
Art dienen zur Bestimmung des Durchflusses elektrisch leitender
Flüssigkeiten
durch Kanäle
oder Rohre insbesondere kreisförmigen
Querschnittes. In einem eine elektrisch isolierende Kanalwand oder
Rohrwand aufweisenden Kanalabschnitt sind an einander gegenüberliegenden
Stellen eines Kanalquerschnittes punktförmige Elektroden vorgesehen,
welche elektrisch an die elektrisch leitende Flüssigkeit angekoppelt sind,
insbesondere zum Kanalinnenraum hin freiliegen und leitende Verbindung
zu der leitenden Flüssigkeit
aufnehmen. Senkrecht zur Verbindungslinie zwischen den Elektroden
und senkrecht zu den Strömungslinien
der den Kana1 oder das Rohr durchfließen leitenden Flüssigkeit
verlaufen die Feldlinien eines magnetischen Feldes, welches durch
eine Permanentmagnetanordnung oder insbesondere durch eine Spulenanordnung
erzeugt wird. Leiterpfade, die von der einen punktförmigen Elektrode
zur anderen punktförmigen
Elektrode verlaufen und auf dem die Elektroden enthaltenden Rohrabschnitt
oder Kanalabschnitt den gesamten Rohrquerschnitt oder Kanalquerschnitt
durchsetzen, können,
wenn sich die leitende Flüssigkeit
längs des
Kanales oder Rohres bewegt, als im Magnetfeld bewegte Leiter verstanden werden,
in denen aufgrund der Flüssigkeitsströmung Spannungen
induziert werden, die von den punktförmigen Elektroden über durch
die isolierende Kanalwand oder Rohrwand geführte Anschlüsse abgenommen werden und ein
Maß für den Durchfluß der leitenden
Flüssigkeit
durch das Rohr oder den Kanal sein.
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Genauer betrachtet ist das von den
Elektroden abnehmbare Ausgangssignal eines induktiven Durchflußmessers
der vorstehenden beschriebenen Art folgendermaßen anzugeben:
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Das Integral über das Volumen wird von dem jeweiligen
Produktwert von Vektoren dreier Vektorfelder gebildet, von denen B - die
magnetische Induktion in dem Strömungskanalabschnitt
in dem durch den Strömungskanalabschnitt
umgrenzten Zylinderraum mit dem Kanalinnenquerschnitt und mit bestimmter Länge stromauf
und stromab von der die Elektroden enthaltenen Radialebene ist und W - ein
Wertigkeits-Vektorfeld bezeichnet, worunter ein Feld von Vektoren
in dem zuvor definierten Zylinderraum zu verstehen ist, welche die
Konfiguration der Leiterpfade zwischen den Elektroden in dem Zylinderraum kennzeichnen.
Schließlich
bezeichnet - das Vektorfeld im genannten Zvlinderrraum mit Vektoren
entsprechend den Geschwindigkeiten der Partikel der leitfähigen Flüssigkeit.
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Wären
die Werte von B - nach Betrag und Richtung konstant (homogenes magnetieches
Feld) und wären
die Werte des Wertigkeits-Vektorfeldes W - nach Betrag und Richtung
konstant entsprechend Strompfaden, die parallel zueinander zwischen
Parallelelektroden verlaufen, so wäre das Teilprodukt B - × W - konstant,
derart, daß ungleichförmige und/oder unsymmetrische
Geschwindigkeitsverteilungen der zu untersuchenden Strömung der
elektrisch leitfähigen
Flüssigkeit
durch den Strömungskanalabschnitt nicht
zu Meßwertverfälschungen
führen.
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Zwar kann mit einigem Aufwand das
Magnetfeld des Magnetfelderzeugungssystems so ausgebildet werden,
daß es
im Bereich des Innenraums des Strömungskanalabschnittes im wesentlichen
homogen ist, während
bei im Querschnitt rundem Strömungekanalabschnitt
und bei einander diametral gegenüberstehenden,
im wesentlichen punktförmigen
Elektroden das Wertigkeits-Vektorfeld keinesfalls homogen ist. Dies
zeigt ohne weiteres die nachfolgende Überlegung:
Zeichnet man
in Rohrquerschnitten oder Kanalquerschnitten diese im wesentlichen
ganz überdeckende Leiterpfade
ein, so erkennt man, daß eine
Leiterpfadkonzentration im Bereich nahe den punktförmigen Elektroden
vorhanden ist, derart, daß Bewegungen der
Leiterpfade aufgrund der Strömung
der leitenden Flüssigkeit
in diesen Bereichen besonders starken Einfluß auf das von den Elektroden
abnehmbare Signal haben.
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Charakteristische Strömungen im
Strömungskanalabschnitt
eines induktiven Durchflußmessers
können,
wenn sie laminar sind, im ungestörten
Zustand ein mit Bezug auf die Strömungskanalmittelachse rotationssymmetrisches
Geschwindigkeitsprofil haben oder bei einer asymmetrischen Störung ein
Strömungsprofil
aufweisen, dessen Maximum in radialer Richtung seitlich gegenüber der
Strömungskanalmittelachse
versetzt ist. Für
hohe Strömungsgeschwindigkeiten
kann die Strömung
turbulent werden, derart, daß das
Strömungsprofil
mit Bezug auf den Strömungskanalquerschnitt
einen Plateaubereich und randnahe Bereiche geringerer Strömungsgeschwindigkeit
aufweist.
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Sowohl Verformungen des Strömungsprofils in
Abhängigkeit
von der Strömungsgeschwindigkeit als
auch Unsymmetrien des Strömungsprofiles
haben einen meßwertverfälschenden
Einfluß auf
das mit einem induktiven Durchflußmesser der hier betrachteten
Art gewonnene Meßergebnis.
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Schon in der durch die Deutsche Patentschrift
1 295 223 gegebenen technischen Lehre wurde angestrebt, das magnetische
Feld in einem Strömungskanalabschnitt
eines indiktiven Durchflußmessers
derart inhomogen auszubilden, daß hierdurch dem Einfluß der notgedrungen
vorhandenen Inhomogenität
des Wertigkeit-Vektorfeldes auf das Meßergebnis bei ungleichförmiger Strömungsverteilung über den
Strömungskanalquerschnitt
hin entgegengewirkt wird. Die Deutsche Patentschrift 1 295 223 schlägt hierzu vor,
daß die
Magnetanordnung, also das Magnetfelderzeugungssystem, so ausgebildet wird,
daß die
Feldkomponente in der die Elektroden enthaltenen Radialebene und
in Ebenen parallel dazu in Richtung der Verbindungslinie zwischen
den Elektroden von innen nach außen hin abnimmt.
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Zur Verringerung der Meßwertverfälschung durch
ungleichförmige
Strömungsverteilung
hat man auch bereits versucht, den verstärkten Einfluß des elektrodennahen
Bereiches des Strömungsquerschnittes
auf die Größe des Meßsignales
dadurch zu kompensieren, daß man
etwa gemäß der Deutschen Offenlegungsschrift
26 22 943 bei Erzeugung des Magnetfeldes mittels stromdurchflossener
Spulen zusätzliche
Kompensationsspulen vorsah, die in der die Elektroden enthaltenden
Querschnittsebene des Strömungskanalabschnittes
oder auch stromaufwärts
oder stromabwärts
hiervon Magnetfelder erzeugten, die die Strömung zur Erzeugung der induzierten
Spannungen in den Leiterpfaden in denjenigen Bereichen durchsetzten,
welche den unmittelbar nahe den Elektroden gelegenen Bereichen zuzuordnen
sind, wobei die Orientierung dieser Magnetfelder zu dem Hauptmagnetfeld
entgegengesetzt gerichtet war.
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Der sich hierbei ergebende Aufbau
der gesamten Einrichtung ist vergleichsweise kompliziert, wobei
die in der Nähe
der Elektroden gelegenen Teile des Magnetsystems, die unmittelbar
auf den Bereich sehr großer
Leitungspfaddichte einwirken, eine sehr genaue Montage und extrem
feine Justierung erfordern.
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Für ähnlich wie
die zuvor betrachtete Einrichtung wirkender induktiver Durchflußmesser
mit einem vereinfachten Aufbau des Magnetfelderzeugungssystems ist
in der Deutschen Offenlegungsschrift 400 20 30 beschrieben.
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Schließlich offenbart die Europäische Patentanmeldung,
Veröffentlichungsnummer
41 80 33, einen induktiven Durchflußmesser der hier betrachteten
Art mit einem gegenüber
dem Paar einander gegenüberliegender
Meßelektroden
um 90° versetzten Haupt-Magnetfelderzeugungssystem,
das jeweils mit sich über
einen begrenzten Winkelbereich der Strömungskanalwand an dessen Außenfläche anliegenden
Polschuhen ausgestattet ist, und mit diese Polschuhe umschlingenden
Hilfsspulen, die sich über
einen größeren Winkelbereich
an die Außenfläche des Strömungskanalabschnittes
anschmiegen, derart, daß über eine
in Umfangsrichtung weniger als 180° überspannende Mantelfläche der
Strömungskanalwand
zwischen den Meßelektroden
eine etwa sinus-förmige Durchflutungsverteilung
des Magnetfelderzeugungssystems erreicht wird.
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Fs zeigt sich. daß auch mit diesem bekannten
induktiven Durchflußmesser
keine ganz zufriedenstellende Unempfindlichkeit des Meßergebnisses gegenüber strömungsgeschwindigkeitsabhängigen Veränderungen
des Strömungsprofils
und gegenüber unsymmetrischen
Verzerrungen des Strömungsprofils
der Strömung
im Strömungskanalabschnitt
erreicht werden kann.
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Der vorliegenden Erfindung liegt
demgemäß die Aufgabe
zugrunde, einen induktiven Durchflußmesser der hier betrachteten
allgemeinen Art so auszugestalten, daß bei vergleichsweise einfachem
Aufbau und einfacher Herstellung des Magnetfelderzeugungssystems
eine beträchtlich
verbesserte Unempfindlichkeit gegenüber Meßwertverfälschungen aufgrund von strömungsgeschwindigkeitsabhängigen Veränderungen
des Strömungsprofils
im Strömungskanalquerschnitt
oder aufgrund von Unsymmetrien des Strömungsprofils relativ zur Strömungskanalmittelachse
erreicht wird.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen
induktiven Durchflußmesser
mit den Merkmalen gemäß bei dem
Anspruch 1 gelöst.
Es sei hier betont, daß erfindungsgemäß eine um
bis zu einer Größenordnung
verbesserte Unempfindlichkeit gegenüber Meßwertverfälschungen erreicht wird, wobei
dem Konstrukteur ein überraschend
einfaches Konzept zur Aufgabenlösung
für vielerlei
Anwendungsfälle geboten
wird.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen und
Weiterbildungen sind Gegenstand der dem Anspruch 1 nachgeordneten
Patenansprüche,
deren Inhalt hierdurch ausdrücklich
zum Bestandteil der Beschreibung gemacht wird, ohne an dieser Stelle
den Wortlaut zu wiederholen.
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Nachfolgend werden einige Ausführungsbeispiele
anhand der Zeichnungen näher
erläutert,
wobei in den Zeichnungen eine in erster Linie die Wirkungsweise
verdeutlichende schematische Darstellungsweise gewählt ist
und auf Maßstäblichkeit
kein Wert gelegt ist. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine
teilweise im Schnitt gezeichnete perspektivische Darstellung eines
induktiven Durchflußmessers
der hier betrachteten allgemeinen Art zur Erläuterung von Begriffen und geometrischen Verhältnissen;
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2 eine
perspektivische Ansicht eines Teiles eines induktiven Durchflußmessers
zur Erläuterung
des meßwertverfälschenden
Einflusses einer asymmetrischen Verzerrung des Geschwindigkeits-Vektorfeldes
im Strömungskanalquerschnitt
relativ zur Strömungskanalmittelachse;
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3 eine
perspektivische Ansicht eines Teiles eines induktiven Durchflußmessers
zur Erläuterung
des meßwertverfälschenden
Einflusses einer Änderung
des zur Strömungskanalmittelachse
symmetrischen Strömungsgeschwindigkeit-Vektorfeldes beim Übergang
von einer laminaren Strömung
zu einer turbulenten Strömung;
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4 eine
perspektivische Ansicht eines Teiles eines induktiven Durchflußmessers,
durch dessen Strömungskanalquerschnitt
eine laminare Strömung
der elektrisch leitenden Flüssigkeit
tritt;
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5 eine
schematische perspektivische Ansicht eines induktiven Durchflußmessers
der hier angegebenen Art mit einem aus Feldspulen gebildeten Megnetfelderzeugungssystem;
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6 eine
schematische perspektivische Ansicht eines induktiven Durchflußmessers
der hier angegebenen Art mit einem aus einem magnetischen Schließungskreis
mit Polschuhen gebildeten Magnetfelderzeugungssystem; und
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7A bis 7F Abwicklungen der Strömungskanalinnenwand
in einem Umfangsbereich zwischen dem Mittelpunkt zwischen den Meßelektroden
bis zu einer Meßelektrode
hin, für
verschiedene Ausführungsformen
eines induktiven Durchflußmessers
der hier angegebenen Art.
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Der in 1 in
seinen grundsätzlichen
Bestandteilen dargestellte induktive Durchflußmesser der hier betrachteten
allgemeinen Art enthält
einen Strömungskanalabschnitt 1 in
Gestalt eines Rohres aus elektrisch isolierendem Material. Die Mittellängsachse
des Strömungskanalabschnittes 1 ist
mit Z bezeichnet. In der Mitte der Längserstreckung des Strömungskanalabschnittes 1 befinden
sich an einander diametral über
den betreffenden Strömungskanalquerschnitt
hinweg gegenüberliegenden
Orten beispielsweise etwa punktförmige
Meßelektroden 2 und 3,
welche über
durch die Wand des elektrisch isolierenden Strömungskanalabschnittes 1 reichende Meßleitungen 4 bzw. 5 an
ein Spannungsmeßgerät 6 angeschlossen
sind. Die Meßelektroden 2 und 3 können auf
der Innenseite des Strömungskanalabschnittes 1 unmittelbar
Verbindung zu der den Strömungskanalabschnitt 1 durchfließenden,
elektrisch leitenden Flüssigkeit
aufnehmen oder aber bei dem Fachmann bekannter Wechselstromerregung
eines Magnetfelderzeugnissystems des induktiven Durchflußmessers
kapazitiv an die elektrisch leitende Flüssigkeit angekoppelt sein,
so daß die
Meßelektroden
in diesem Fall an der Innenseite des Strömungskanalabschnittes 1 nicht
frei zu liegen brauchen. Der Abstand der die Meßelelektroden 2 und 3 enthaltenden Querschnittsebene
des Strömungskanalabschnittes 1 von
dessen stromauf gelegenem Ende und dessen stromab gelegenem Ende
sei jeweils mit z bezeichnet.
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Schließlich ist in 1 durch Blocksymbole ein Magnetfelderzeugungssystem 7 angedeutet.
Dieses erzeugt ein durch Vektoren der magnetischen Induktion dargestelltes
Induktions-Vektorfeld B -, wobei die magnetischen Feldlinien die Wand
des Strömungsknalabschnittes 1 und
dessen Innenraum durchsetzen und im wesentlichen senkrecht zur Mittelachse
Z und senkrecht zur die Meßelektroden 2 und 3 verbindenden
Durchmesserlinie des Strömungskanalquerschnittes
orientiert sind.
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Die hier betrachtete Länge des
Innenraumes des Strömungskanalabschnittes 1 von
2z ist hier etwa gleich dem Durchmesser des Strömungskanalquerschnittes gewählt. Ein
von dem Magnetfelderzeugungssystem 7 erzeugtes Magnetfeld
sei für
die Erläuterungszwecke
im Zusammenhang mit 1 zunächst als
im gesamten Innenraum des Strömungskanalabschnittes 1 homogen
angenommen. Wird nun eine elektrisch leitende Flüssigkeit durch den Innenraum
des Strömungskanalabschnittes 1 geführt, so
haben die Strömungspartikel
der Flüssigkeit
Geschwindigkeiten entsprechend den einzelnen zu der Mittellängsachse
Z parallelen Geschwindigkeitsvektoren eines Vektorfeldes -.
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Eine Vielzahl von den den gesamten
Innenraum des Strömungskanalabschnittes 1 sowohl über den
Kanalquerschnitt als auch über
die Länge
des Strömungskanalabschnittes 1 hin
durchsetzenden Leiterpfaden ist durch gestrichelte Linien w in 1 angedeutet. Bewegt sich
die elektrische leitende Flüssigkeit
entsprechend dem Geschwindigkeits-Vektorfeld - durch den Strömungskanalabschnitt 1,
so sind die Leiterpfade entsprechend den Linien w als im Magnetfeld
bewegte Leiter zu verstehen, in welchen jeweils elektromotorische
Kräfte
aufgrund der Bewegung der Leiterpfade induziert werden, derart,
daß schließlich zwischen
den Meßelektroden 2 und 3 eine
resultierende induzierte Meßspannung
ansteht, welche durch das Meßgerät 6 gemessen
wird und zu der Durchflußmenge
je Zeiteinheit der elektrisch leitenden Flüssigkeit in Beziehung steht.
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Aufgrund der Orientierung und des
Verlaufs der in der elektrisch leitenden Flüssigkeit angenommenen Leiterpfade
entsprechend den Linien w tragen die in den einzelnen Leiteipfaden
induzierten elektromotorischen Kräfte in unterschiedlichem Maße zu dem
schließlich
am Meßgerät 6 ablesbaren Meßsignal
S bei. Dies ergibt sich daraus, daß die Leiterpfade mindestens
in bestimmten Abschnitten ihres Verlaufes zwischen den Meßelektroden 2 und 3 eine von
dem Verlauf senkrecht zur Mittellängsachse Z und senkrecht zu
den Feldlinien des Magnetfeldes unterschiedliche Orientierung haben
und auch jeweils unterschiedliche Längen besitzen.
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Aus diesem Grunde rechtfertigt sich
eine Betrachtung der Leiterpfadkonfiguration als Leiterpfadkonfigurations-Wertigkeitsvektorfeld W -,
wobei dieses nachfolgend abgekürzt
als Wertigkeits-Vektorfeld bezeichnete Vektorsystem die für die Induktion
von elektromotorischen Kräften
verantwortlichen Orientierungskomponenten das Leiterpfadverlaufs
berücksichtigen.
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Das an dem Spannungsmeßgerät
6 ablesbare
Signal S ist folgendermaßen
auszudrücken:
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Haben sämtliche zur Mittellängsachse
Z parallele Vektoren des Strömungsgeschwindigkeit-Vektorfeldes
gleiche Länge,
ist also die Strömungsgeschwindigkeit über dem
Strömungskanalquerschnitt hin
konstant, dann ergibt sich eine lineare Abhängigkeit des Meßsignales
S von der Strömungsgeschwindigkeit,
da das Produkt (B - × W -)
im wesentlichen als eine durch die geometrische Anordnung im Durchflußmesser
bestimmte Vorrichtungskonstante ist.
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Praktisch aber erleidet das Geschwindigkeits-Vektorfeld
v für bestimmte
Betriebsfälle
des induktiven Durchflußmessers
bestimmte Verzerrungen, die kurz unter Bezugsnahme auf die 2 bis 4 rein qualitativ behandelt seien.
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2 zeigt
ein Vektorfeld - der Geschwindigkeitsverteilung über den Strömungskanalquerschnitt hin,
bei dem keine Rotationssymmetrie des Strömungsprofils mit Bezug auf
die Mittellängsachse Z
des Strömungskanalabschnittes 1 vorliegt.
Der Bereich maximaler Geschwindigkeitsvektoren des Vektorfeldes - ist
mit Bezug auf die Mittellängsachse
Z nach abwärts
asymmetrisch versetzt. Diese Geschwindigkeitsverteilung kann beispielsweise
daraus resultieren, daß sich
in Kanalabschnitten, welche dem Strömungskanalabschnitt 1 vorgeschaltet
sind, Strömungshindernisse,
beispielsweise Ventilschieber, Rohrkrümmer und dgl. befinden, die
bewirken, daß sich
beispielsweise im unteren Quadranten des Rohrquerschnittes die maximalen
Strömungsvektoren
der Strömungsverteilung
befinden. Der Bereich des Maximum kann jedoch auch in anderen Quadranten
liegen, etwa in einem Querschnittsquadranten, an den die Meßelektrode 2 angrenzt,
oder in einem Querschnittsquadranten, welcher dem Scheitelpunkt
des Strömungskanalabschnittes 1 benachbart ist,
oder auch in dem Querschnittsquadranten, an den die Meßelektrode 3 angrenzt.
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3 zeigt
eine Situation, bei der aufgrund hoher Strömungsgeschwindigkeit im Strömungskanalabschnitt 1 ein Übergang
von der laminaren Strömung
(siehe 4) zu einer turbulenten
Strömung stattgefunden
hat. Das Strömungsprofil
ist in einem Axiallängsschnitt
einer Trapezform angenähert,
wobei Randschichten geringer Strömungsgeschwindigkeit
verhältnismäßig geringe
radiale Stärke
haben. Im Bereich einer laminaren Strömung gemäß 4 hat das Strömungsprofil des Vektorfeldes - die
Geetalt eines zu der Mittellängsachse
Z symmetrischen Rotationsparaboloides.
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Sowohl die Lage als auch die Größe der Asymmetrie
des Strömungsprofils
gegenüber
der Mittellängsachse
Z nach 2 als auch die
prinzipielle Gestalt eines zur Mittellängsachse Z symmetrischen Strömungsprofils
nach den 3 und 4 und schließlich auch
die Gestalt eines rotationsparaboloidischen Strömungsprofils im laminaren Strömungsbereich
haben Einfluß auf
das an dem Meßgerät 6 nach 1 ablesbare Meßsignal
im Sinne einer Meßwertverfälschung,
wenn von einem homogenen Magnetfeld B - ausgegangen wird, da Abweichungen der
praktischen Geschwindigkeits-Vektorfelder - von einer über den
Strömungskanalquerschnitt
gleichförmigen
Verteilung jeweils unterschiedliche Bewegungen der durch das Linienfeld
w in 1 versinnbildlichten
Leiter pfade des Wertigkeits-Vektorfeldes W - und damit unterschiedliche
Beiträge
zum Signal S bedeuten.
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Es wurde nun gefunden, daß die Kompensation
des meßwertverfälschenden
Einflusses der Verzerrung der Strömungsgeschwindigkeitsverteilung über den
Strömungskanalquerschnitt
hin durch eine besondere Gestaltung von Wirkflächenanordnungen sehr erfolgreich
ist, wobei diese Wirkflächenanordnungen
diejenigen Flächengebilde
sind, auf welche beschränkt
die Feldlinien des Magnetfelderzeugungssystems die Strömungskanalinnenwand
jeweils durchdringen. Diese Wirkflächenanordnungen liegen an der
Strömungskanalinnenwand
zwischen den Meßelektroden
und erstrecken sich umfangsmäßig entsprechend
dem Umschlingungswinkel von Polschuhen oder von Feldspulenanordnungen
mit Bezug auf den Strömungskanalumfang,
sowie in axialer Richtung entsprechend der axialen Erstreckung von
Polschuhen oder von Feldspulenanordnungen symmetrisch stromauf und
stromab von dem die Meßelektrodenpunkte
enthaltenden Strömungskanalabschnitt-Radialquerschnitt.
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Hierzu sei anhand der 5 und 6 folgendes ausgeführt:
5 zeigt eine Ausführungsform, bei der das dem Strömungskanalabschnitt 1 und
den Meßelektroden 2 und 3 in
der dargestellten Weise zugeordnete Magnetfelderzeugungsssystem
von zwei Feldspulen 7L gebildet ist, welche sich an die äußere Umfangsfläche des
Strömungskanalabschnittes 1 in
der dargestellten Weise anschmiegen, jeweils in einander diametral
gegenüberliegenden
Bereichen zwischen den Meßelektroden 2 und 3 gelegen
sind und welche einen in 5 mit
2φ0 bezeichneten Umschlingungswinkel überspannen.
Die Axialerstreckung der Feldspulen 7L betrage jeweils b in symmetrischer
Lage zu der die Meßelektroden 2 und 3 enthaltenden
Radialebene.
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In ganz entsprechender Weise zeigt 6 eine stark schematisierte
perspektivische Ansicht eines induktiven Durchflußmessers
mit einem das Magnetfelderzeugungssystem bildenden Schließungskreis 20,
der eine nicht dargestellte Erregerspule trägt, und der einander über den
Strömungskanalabschnitt 1 gegenüberstehende
Polschuhe 7P aufweist, die mit Bezug auf die Axialerstreckung
wiederum symmetrisch zu der die Meßelektrodenpunkte enthaltende
Radialebene gelegen sind und eine axiale Erstreckung b haben, während sie
in Umfangsrichtung den im Querschnitt runden Strömungskanalabschnitt 1 mit
einem Umschlingungswinkel von jeweils 2φ0 umgeben,
wie in 6 durch strichpunktierte
Linien deutlich gemacht ist.
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Werden die Feldspulen 7L der Ausführungsform
nach 5 mit einem Erregerstrom
beaufschlagt oder wird die Erregerwicklung des magnetischen Schließungskreises 20 der
Ausführungsform nach 6 erregt, so durchdringen
magnetische Feldlinien der von den Feldspulen bzw. den Polschuhen 7 im
Innenraum des Strömungskanalabschnittes 1 erzeugten
magnetischen Felder die begrenzende Innenwand des Strömungskanalabschnittes 1 jeweils weitestgehend
beschränkt
auf einander diametral gegenüberliegende
zylindrische Wirkflächenanordnungen,
auf deren Gestalt es gemäß der hier
gegebenen Lehre wesentlich ankommt, um in überraschend einfacher Weise
meßwetverfälschende
Einflüsse
von Verzerrungen der Strömungsgeschwindigkeitsverteilung über den
Strömungskanalquerschnitt
hin zu kompensieren.
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Die möglichen Formen der Wirkflächenanordnungen
lassen sich aus Abwicklungen der zylindrischen Innenwand des Strömungskanalabschnittes 1 im
Umfangsbereich zwischen der mittig zwischen den Meßelektroden 2 und 3 gelegenen
Zylindermantellinie und der durch je eine der Meßelektroden, beispielsweise
durch die Meßelektrode 3 gehenden
Zylindermantellinie gemäß den Darstellungen
nach den 7A bis 7F erkennen. In den 7A bis 7F bezeichnet eine strichpunktierte Horizontallinie
R die Spur der Verschneidung zwischen der Strömungskanalinnenwand und einer
die Meßelektroden 2 und 3 enthaltenden
Radialebene. Sämtliche
gezeigten Abwinklungen erstrecken sich über eine Umfangswinkelbereich
von φ=90° und stellen
also jeweils ein viertel der Innenumfangsfläche des Strömungskanalabschnittes 1 dar.
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Bei der Ausführungsform nach 7A ist die Wirkflächenanordnung
mit Fa bezeichnet und entspricht qualitativ derjenigen Magnetfeldlinien-Durchtrittsfläche, die durch
die Feldspulenanordnung 7L nach 5 in
einem Quadranten der Strömungskanalinnenfläche erzeugt
wird.
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Zeichnet man an die Wirkflächenanordnung Fa
tangentiale Begrenzungsgeraden T1 und T2, welche die Wirkflächenanorndung
Fa in zwei Punkten von außen
berühren,
so ist aufgrund der Gestalt der Wirkflächenanordnung dafür Sorge
getragen, daß diese
Begrenzungsgraden T1 und T2 paarweise in Richtung auf den jeweiligen
Ort der Messelektrode, in der gewählten Darstellung also der
Meßelektrode 3, hin
konvergieren, wobei diese Bedingung allein für den angestrebten Zweck jedoch
nicht ausreichend ist. Von wesentlicher Bedeutung ist, daß die Wirkflächenanordnungen
so geformt sind, daß sich
zwischen den jeweiligen zwei Berührungspunkten
Konkavbereiche K befinden, in denen die Umgrenzungslinien der Wirkflächenanordnungen
Fa keinerlei Berührungspunkte
mit den tangentialen Begrenzungsgeraden T1 bzw. T2 haben.
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Bei der Ausführungsform nach 7B sind die Wirkflächenanordnungen
Fb aufgrund entsprechender Gestaltung der Feldspulen 7L in den Bereichen
größeren Umschlingungswinkels
mittels Einschnürungen
versehen, so daß die
Konkavbereiche K vergrößert sind.
Die Wirkflächenanordnungen
Fb sind jedoch noch jeweils in sich geschlossen.
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Gemäß der in 7C gezeigten Ausführungsform können die
Wirkflächenanordnungen
auch durch voneinander getrennte Flächengebilde Fc ausgebildet
sein, was bedeutet, daß in
einem bestimmten Umschlingungswinkelbereich geringerer Erstreckung
eine Hauptfeldspule vorgesehen ist, an welche sich jeweils in größeren Umschlingungswinkelbereichen
in Richtung auf die Meßelektroden 2 und 3 hin kleine
Hilfsfeldspulen mit zu demjenigen der HauptFeldspule gleichem Wicklungssinn
befinden. Durch eine solche Ausbildung können die Konkavbereiche K zwischen
den Umgrenzungslinien der Wirkflächenanordnung
Fc und den tangentialen Begrenzungsgeraden T1 und T2 noch vergrößert werden,
wenn dies in bestimmten Fällen
wünschenswert
ist.
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Es hat sich gezeigt, daß die umfangsmäßige Erstreckung
der Wirkflächenanordnungen
Fa bzw. Fb bzw. Fc entsprechend dem Umschlingungswinkel 2φ0 der zugehörigen Feldspulenanordnung 7L
im Bereich von mindestens 120°,
vorzugsweise mehr als 140° liegt,
wobei Umschlingungswinkelbereiche über 140° zu überraschend guten Ergebnissen
führen.
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Betrachtet man die Ausführungsformen
nach den 7A bis 7C, so erkennt man, daß die Wirkflächenanordnungen
Fa bzw. Fb bzw. Fc ihren Flächenschwerpunkt
der Umfangsmitte der Strömungskanalinnenfläche zwischen
den Meßelektroden
näherliegend
haben, während
diejenigen Teile der Wirkflächenanordnungen,
die sich weiter hin zu den Meßelektroden 2 bzw.
3 erstrecken, geringeres Flächengewicht
haben. Es ist in diesem Zusammenhang festzustellen, daß im Sinne
der Lösung
der gestellten Aufgabe sehr vorteilhafte Ergebnisse erzielt werden, wenn
jede Wirkflächenanordnung
in einem Umfangsbereich von der symmetrisch zwischen den Meßelektroden
gelegenen Umfangsmitte entsprechend φ=0 bis zu φ=±φ0/2
mindestens 65%, vorzugsweise mehr als 75% ihres Flächeninhaltes
aufweist, und in einem Umfangsbereich von φ=±φ0/2
bis φ=±φ0, jeweils entsprechend höchstens 35%, vorzugsweise weniger als
25% ihres Flächeninhaltes
aufweist.
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In analoger Weise wie 7A in einem Quadrant die
Wirkflächenanordnungen
in Abwicklung darstellt, wie sie von Feldspulenanordnungen 7L gemäß 5 definiert werden. zeigt 7D die Abwicklung über einen
Quadranten einer Wirkflächenanordnung
Fd, wie sie etwa durch die Polschuhanordnung 7P des magnetischen
Schließungskreises 20 von 6 definiert wird. Auch hier
konvergieren an die Wirkflächenanordnung
Fd gelegte tangentiale Begrenzungsgeraden T1 und T2, welche die
Wirkflächenanordnung
Fd jeweils in zwei Punkten von außen berühren paarweise, in Richtung
auf den jeweiligen Ort der Meßelektroden
hin, vorliegend also auf den Ort der Meßelektrode 3 hin.
Zwischen den jeweiligen zwei Berührungspunkten
liegen auch hier Konkavbereiche K, in denen die Umgrenzungslinien
der Wirkflächenanordnungen
keinerlei Berührungspunkte
mit den tangentialen Begrenzungsgeraden T1 und T2 haben.
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7E zeigt
eine Wirkflächenanordnung
Fe, bei der voneinander getrennte Wirkflächenelemente zusammenwirken.
Der Fachmann erkennt, daß eine solche
Wirkflächenanordnung
durch Polschuhe definiert werden kann, die abweichend von der Anordnung
gemäß 6 anstelle der einstöckig angesetzten
schmäleren
Polschuhstege gesonderte Hilfspolschuhe aufweist, die sich jeweils
beidseitig von Hauptpolschuhen zwischen diesen und den Meßelektroden
gelegen an die jeweiligen Umfangsflächen des Strömungskanalabschnittes 1 anlegen
und mit Bezug auf die Hauptpolschuhe gleichdurchflutet sind. Die
Konkavbereiche K haben bei der Ausbildung der Wirkflächenanordnung
Fe gegenüber
der Ausführungsform
nach 7D größere Erstreckung.
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Schließlich zeigt die Darstellung
von 7F die Möglichkeit
auf, bei nicht in sich geschlossenen Wirkflächen etwa nach der Art von 7C oder 7E zwischen den Wirkflächenteilen
symmetrisch zu beiden Seiten eines Hauptwirkflächenelementes Unter-Wirkflächen Fu
anzuordnen, durch die Feldlinien von Magnetfeldern treten, die entgegengesetzt
zu den die Wirkflächenanordnungen
durchdringenden Feldlinien orientiert sind und welche von Zusatz-Magnetfelderzeugungssystemen
erzeugt werden, welche magnetische Zusatz-Schließungskreise oder Zusatz-Feldspulenanordnungen
enthalten. Für
bestimmte charakteristische Verzerrungen des Strömungsgeschwindigkeitsfeldes
im Strömungskanalquerschnitt
kann hier eine weitere Verbesserung der Kompensation erreicht werden.
Wesentlich ist jedoch, daß das
der jeweiligen Meßelektrode
nächstgelegene
Wirkflächenanordnungselement
von Feldlinien durchsetzt wird, die mit denjenigen des Haupt-Wirkflächenanordnungselementes
in der Orientierung übereinstimmt.