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Die Erfindung betrifft einen Universalsupport für eine Ringspinnmaschine,
der Aufnahmen für
eine Tragstange von Belastungsträgern
und/oder für
Lager von Unterzylindern aufweist.
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Ringspinnmaschinen besitzen eine
Vielzahl von Spinnstellen, die Spindeln genannt werden, und eine
entsprechende Anzahl von Streckwerken. Die Streckwerke enthalten
in Maschinenlängsrichtung durchlaufende,
angetriebene Unterzylinder, denen jeweils Druckwalzen zugeordnet
sind. Druckwalzen sind üblicherweise
als Zwillinge ausgebildet, d.h. als Einheiten, die jeweils zwei
benachbarten Streckwerken zugeordnet sind. Diese Druckwalzenzwillinge werden
jeweils mittels eines Belastungsträgers gehalten. Die Belastungsträger, die
zum Öffnen
von zwei benachbarten Streckwerken mitsamt den Druckwalzen von den
Unterzylindern wegschwenkbar sind, sind auf einer in Maschinenlängsrichtung durchlaufenden
Tragstange angeordnet. Üblicherweise
sind die Ringspinnmaschinen auf beiden Seiten mit Spinnstellen oder
Spindeln und entsprechend mit Streckwerken versehen. Die Unterzylinder
und die Tragstange der Belastungsträger werden mittels sogenannter
Supporte gehalten, d.h. mittels quer zur Maschinenlängsrichtung
verlaufender Querträger oder
Stanzen, die Aufnahmen für
die Unterzylinder und die Tragstange aufweisen. Wenn Ringspinnmaschinen
mit unterschiedlichen Streckwerken hergestellt werden, beispielsweise
Dreizylinderstreckwerke oder Mehrzylinderstreckwerke oder Streckwerke mit
einer pneumatischen Verdichtungseinrichtung, so müssen die
Stanzen der Ringspinnmaschine an das betreffende Streckwerk angepasst
sein; werden Ringspinnmaschinen von einer Spinnart auf eine andere
umgerüstet,
bspw. vom herkömmlichen
Ringspinnen auf Verdichtungsspinnen oder umgekehrt, ist es notwendig,
die Geometrie des Streckwerkes zu verändern, somit auch die Stanzen
an die veränderten
Streckwerke anzupassen. Das alles wird seit Jahren mit grossem Aufwand
betrieben. Ein Lösungsvorschlag
liegt im deutschen Patent
DE
197 56 393 vor, das lehrt, bei einer Umrüstung auf
einer einheitlichen Stanze mit vorgegebenen Aufnahmen die Position der
Streckwerkszylinder durch paralleles Verlegen in eine andere Aufnahme
in der Stanze zu verändern. Dieses
Vorgehen ist durchaus nicht bei allen Maschinenkonstruktionen realisierbar.
Besonders Firmen, die Maschinen für unterschiedliche Spinnverfahren anbieten,
die eine je eigene Streckwerksgeometrie aufweisen, aber auf einer
einheitlichen Grundmaschine aufbauen, haben bisher grosse Schwierigkeiten
bei der Gestaltung des Aufbaus auf die Grundmaschine, resp. beim
Umbau bspw. alter Ringspinnmaschinen auf Verdichtungsspinnmaschine
und/oder umgekehrt.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe
zugrunde, die Flexibilität
im Einsatz von Streckwerken, insbesondere bei Ringspinnmaschinen,
zu erhöhen und
damit auch die Produktions- und/oder Umrüstkosten zu senken.
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Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zum
einen ein Einsatz vorgesehen ist, der auf seiner Oberseite mit einem
eigenen Satz von Aufnahmen versehen ist und dessen Unterseite derart
gestaltet ist, dass der Einsatz in wenigstens einer Aufnahme der
Stanze einsetzbar und an der Stanze befestigbar ist. Zum anderen
ist ein variabler Zylindersupport vorgesehen, der es ermöglicht,
den Auslaufzylinder an mindestens zwei verschiedenen Positionen
zu fixieren.
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Beim ersten Schritt wird eine einheitliche Grundform
für die
Stanzen verschiedener Typen von Ringspinnmaschinen hergestellt,
die durch Anbringen entsprechender Einsätze an den herzustellenden
Typ der Ringspinnmaschine angepasst werden kann. Da die Grundform
der Stanzen für
alle Maschinentypen gleich ist, ergibt sich für die Produktion eine höhere Stückzahl mit
entsprechend verringerten Kosten. In Ausgestaltung der Erfindung
wird vorgesehen, dass der Einsatz in der Seitenansicht eine im wesentlichen
keilförmige
Gestalt aufweist und dass die Aufnahmen der Stanze und die Aufnahmen
des Einsatzes sich in unterschiedlicher Höhe und/oder in unterschiedlichen
Abständen
zu einer Längsmittelebene
der Maschine befinden. Auf dieser Konstruktion lässt sich in einem zweiten Schritt
bspw. ein weiterer Zylindersupport für einen oder mehrere Unterzylinder anbringen,
um speziellen Anforderungen an die Geometrie Rechnung zu tragen.
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Günstige
und preiswerte Herstellungsmöglichkeiten
ergeben sich dann, wenn in weiterer Ausgestaltung der Erfindung
die Stanze und/oder der Einsatz als Druckgussteil aus Aluminium
o.dgl. hergestellt wird.
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Weitere Vorteile und Merkmale der
Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der in
den Zeichnungen dargestellten Ausführungsformen.
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1 zeigt
eine Ansicht in Maschinenlängsrichtung
auf eine Stanze, die auf der linken Seite in ihrer Grundform und
auf der rechten Seite nach Veränderung
durch einen Einsatz angewandt wird,
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2 zeigt
in vergrößertem Maßstab einen Schnitt
entlang der Linie II-II der 1,
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3 zeigt
eine Ausführung
einer Aufnahme 20 für
einen Lagerbock 50 für
einen Ausgangsunterzylinder 12,
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4 zeigt
eine Aufnahme 20 mit einem darauf, in einer hinteren Position
befestigten Lagerbock 50 für einen Ausgangsunterzylinder 12,
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5 zeigt
eine Aufnahme 20 mit einem darauf, in einer vorderen Position
befestigten Lagerbock 50 für einen Ausgangsunterzylinder 12.
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Die in 1 dargestellte
Stanze 10, die bevorzugt als ein Druckgussteil aus Aluminium
o.dgl. hergestellt ist, ist symmetrisch zu einer Längsmittelebene 11 ausgebildet,
d.h. zur Längsmittelebene
einer Ringspinnmaschine. Die Stanze 10, die in nicht näher dargestellter
Weise in das Traggestell der Ringspinnmaschine integriert ist, dient
zur Aufnahme von Unterzylindern 12, 13, 14 und 15, 16, 17 sowie
von Tragstangen 18, 19 von Streckwerken. Zu diesem
Zweck ist zunächst
die Stanze 10 mit Aufnahmen 20, 21, 22 versehen.
Die Aufnahme 22 ist ein Profil, das an die sechseckige
Tragstange 18 angepasst ist. Die Aufnahme 20 dient
zur Aufnahme eines Lagers des Unterzylinders 12, der der
Ausgangsunterzylinder ist. Die Aufnahme 21 dient (1 links) zur Aufnahme von
Lagerböcken 23, 24,
die jeweils ein Lager der dem Ausgangsunterzylinder 12 vorausgehenden
Unterzylinder 13 und 14 aufnehmen. Die Lagerböcke 23, 24 sind
verschiebbar an der Aufnahme 21 angebracht, so dass der
Abstand der Unterzylinder 13, 14 relativ zueinander
und zu dem Ausgangsunterzylinder 12 einstellbar ist.
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Den Unterzylindern 12, 13, 14 sind
jeweils Druckwalzen 25, 26, 27 zugeordnet,
die außen
mit einem gummielastischen Belag versehen sind. Die Druckwalzen
werden von einem Belastungsträger 28 gehalten,
der mitsamt der Druckwalzen 25, 26, 27 zum Öffnen des
Streckwerkes von den Unterzylindern 12, 13, 14 abschwenkbar
ist. Die Befestigung der Lagerböcke 23, 24 an
der Stanze 10 erfolgt so, wie dies beim Stand der Technik üblich ist,
z.B. ist es möglich,
die Lagerböcke 23, 24 mittels
Schrauben an der Aufnahme 21 der Stanze 10 zu
halten, die von einem unterhalb der Lagerböcke 23, 24 befindlichen Querschlitz 29 aus
zugänglich
sind.
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Die Grundform der Stanze 10 kann
mittels eines in 1 rechts
dargestellten Einsatzes 30 – oder in eingeschränkter Form
auch durch den links in 1 gestrichelt
abgesetzten Einsatz 49 – so variiert werden, dass
die gleiche Grundform der Stanze 10 auch für einen
anderen Maschinentyp eingesetzt werden kann, bei welchem sich die
Unterzylinder 15, 16, 17 und die Tragstange 19 in
anderen Positionen befinden. Die Unterzylinder 15, 16, 17 und
die Tragstange 19 gehören
beispielsweise zu einem Streckwerk, das mit einer pneumatischen
Verdichtungseinrichtung versehen ist. Der Unterzylinder 15 ist
mit einer perforierten Walze versehen, in der innen ein Saugeinsatz
angeordnet ist, der an eine Unterdruckquelle angeschlossen ist.
Der Saugeinsatz ist mit einem gerade in Transportrichtung des Fasermaterials oder
leicht schräg
dazu verlaufenden Saugschlitz versehen. Dem der perforierten Walze 31 vorausgehenden
Unterzylindern 16, 17 sind jeweils Druckwalzen 32, 33 zugeordnet.
Der perforierten Walze 31 ist eine erste Druckwalze 34 zugeordnet,
die mit der perforierten Walze 31 das eigentliche Ausgangswalzenpaar
des Streckwerkes bildet. In Abstand dazu ist der Druckwalze 34 eine
weitere Druckwalze 35 nachgeordnet, die mit der perforierten
Walze 31 eine Klemmlinie bildet, die verhindert, dass die
in das Fasermaterial anschließend
eingeleitete Spinndrehung zu der Druckwalze 34 zurück läuft. Der
Saugschlitz des Saugeinsatzes ist auf den Bereich der perforierten Walze 31 gerichtet,
der sich zwischen den beiden Druckwalzen 34, 35 befindet
und die Verdichtungszone bildet. Die Oberseite des Einsatzes 30 ist
mit Aufnahmen 36, 37 und 38 versehen,
die im Prinzip den Aufnahmen 20, 21, 22 der
Stanze 10 entsprechen, jedoch sich an anderen Positionen
befinden. Die Befestigungsmittel für die Lagerböcke der
Lager der Unterzylinder 16, 17 sind beispielsweise über einen
unterhalb der Aufnahme 37 vorgesehenen Querschlitz 29' zugänglich.
Alle Druckwalzen 32, 33, 34, 35 sind an
einem Belastungsträger 39 gehalten,
der seinerseits an der Tragstange 19 angebracht ist.
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Die Unterseite des Einsatzes 30 ist
so profiliert, dass sie an die Aufnahmen 20, 21, 22 der
Stanze angesetzt werden kann. Bei dem Ausführungsbeispiel ist vorgesehen,
dass die Oberseite des Einsatzes 30 mit Profilierungen
versehen ist, die in die Aufnahmen 20 und 22 sowie
auch in die Aufnahme 21 passen. Vielfach wird es jedoch
genügen,
wenn die Profilierungen vereinfacht werden, beispielsweise in der
Weise, dass nur eine Einpassung in die Aufnahme 21 vorgesehen
wird. Diese Zeichnung stellt selbstverständlich nur eine mögliche Ausführungsform
dar, die auf keinen Fall einschränkend
verstanden werden kann, da das Ziel der Erfindung darin besteht,
den Streckwerksaufbau durch eine Stanze mit verschiedenen Aufsätzen möglichst
flexibel zu gestalten.
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2:
Die Befestigung des Einsatzes 30 an der Stanze 10 erfolgt
beispielsweise mittels Schrauben 40, 41. Der Einsatz 30 ist
im Bereich seiner Aufnahme 37 ebenso wie die Stanze 10 im
Bereich der Aufnahme 21 mit einem Längsschlitz 43 versehen. Über diesen
Längsschlitz 43 werden
die Schrauben 40, 41 in Bohrungen des Einsatzes 30 eingesteckt, wie
dies auch in 2 dargestellt
ist. Der Einsatz 30 ist im Bereich der Bohrungen für die Schrauben 40, 41 mit
Ansätzen 42 versehen,
die in den Längsschlitz 43 der
Stanze 10 einfügbar
sind. Im Bereich der Ansätze 42 ist
der Einsatz mit zu beiden Seiten abnagenden Verbreiterungen 44 versehen,
in deren Bereich eine Längsnut 45 eingearbeitet
ist, so dass die Verbreiterungen die Oberkante der Führung 21 der Stanze 10 außen umgreifen.
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Die Unterseite des Längsschlitzes 43 der Stanze 10 ist
mit einer Uförmigen
Leiste 46 abgedeckt, die die Stanze 10 außen umgreift.
Diese Leiste ist mit Langlöchern
versehen, durch die die Schraube 41 hindurch dringt. Auf
die Schraube 41 ist unter Zwischenfugen einer Unterlegscheibe 47 eine
Mutter 48 aufgeschraubt.
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Wie aus 1 zu sehen ist, benötigt der Einsatz 30 nur
eine definierte Form der Unterseite, die an eine oder mehrere der
Aufnahmen 20, 21 oder 22 der Stanze angepasst
ist. Die Anordnung der Aufnahmen 36, 37, 38 des
Einsatzes sind unabhängig
von der Form der Stanze 10. Sie können so gewählt werden, dass sie nicht
nur in der Höhe
sich bezüglich
der Aufnahmen 20, 21, 22 der Stanze an
anderen Stellen befinden, sondern auch bezüglich der Längsmittelachse 11 der
Stanze 10 und damit der mehrere derartiger Stanzen aufweisenden
Ringspinnmaschine.
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3-5: Wenn für die Um- oder Zurüstung des
Streckwerkes entweder lediglich oder zusätzlich die Position des Ausgangsunterzylinders
verändert werden
muss, ist vorgesehen, die Aufnahme 20 für den Lagerbock 50 bevorzugterweise
so zu gestalten, dass sie Quernuten 51 aufweist, in die
die Lagerböcke
mit ihrerseits passenden Gegenstücken
formschlüssig
eingesetzt und durch Anschrauben befestigt werden können. Sollte
lediglich die Position des Ausgangsunterzylinders geändert werden,
ist es auch möglich,
die Veränderung
der Streckwerksgeometrie ohne Einfügen eines grossen Einsatzes 30 auszuführen. Dann
ist lediglich das Hinzufügen
eines kleineren Einsatzes 49 und die erfindungsgemässe Gestaltung
der Aufnahme für
den Ausgangsunterzylinder vonnöten,
wie ihn beispielhaft die 3-5 darstellen.