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Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zum auswechselbaren Befestigen eines Biegewerkzeugs an einem Halter für einen Biegekopf einer Biegemaschine.
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Bei Biegemaschinen, wie sie z. B. für das Biegen von Rohren verwendet werden, werden regelmäßig Biegewerkzeuge eingesetzt, die eine drehbare Biegeform, eine um diese verschwenkbaren und radial auf sie zustellbaren Spanneinheit und eine Gleitschieneneinrichtung umfassen, die senkrecht und parallel zur Werkstückachse bewegt werden kann. Die Spanneinheit weist dabei üblicherweise einen Spannschlitten auf, auf dem verschieblich ein Spannbock angebracht ist, an dem Biegewerkzeuge, wie z. B. eine Biegerolle, oder ein Adapter angebracht werden können. Am Adapter seinerseits kann wiederum ein Biegewerkzeug, etwa in Form einer Spannbacke, vorgesehen werden, wobei der Adapter dann lediglich als Verlängerung für die Spannbacke dient. Dabei sind die Biegewerkzeuge, wie Biegerolle, Gegenhalterrollen und Gleitschienen, am Spannbock oder an der Gleitschieneneinrichtung befestigt. Ist ein Werkzeug, wie etwa eine Spannbacke, an einem Adapter angebracht, dann ist dieser seinerseits noch mit dem Spannbock verbunden.
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Bei solchermaßen ausgestatteten Biegemaschinen ist es jedoch in der Regel erforderlich, daß zum Biegen unterschiedlicher Profile die Biegewerkzeuge, wie Biegerolle, Spannbacke, Gleitschiene, Faltenglätter o. ä., bei einer Umrüstung der Biegemaschine zum Biegen von Profilen mit anderen Biegeparametern ausgetauscht werden müssen, wobei die Zeit, welche für eine solche Umrüstung erforderlich ist, die Produktivität der betreffenden Biegemaschine deutlich herabsetzt.
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Aus der
EP 0 076 783 B1 ist eine Rohrbiegemaschine bekannt, bei der zum Wechseln alle Werkzeuge nach oben entnommen und wieder eingesetzt werden können. Die einzelnen Werkzeuge sind an dem jeweils halternden Teil über senkrechte Führungen, längs derer sie aber von Hand abgenommen werden können, festgelegt. Offensichtlich werden die einzelnen Teile dabei durch Schwerkraft in ihrer jeweiligen Arbeitsposition gehalten, was nicht in allen Einsatzfällen besonders günstig ist. Zudem ist bei der hieraus bekannten Wechselanordnung für die Biegewerkzeuge ein mehrstufiger Aufbau der letzteren nicht ohne weiteres möglich, was wiederum im Hinblick auf die Produktivität der entsprechenden Biegemaschine ungünstig ist.
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Bei der aus der
CN 201189530 Y bekannten Biegemaschine werden Werkzeuge eingesetzt, die mittels Nutensteinen, welche über eine Schraube lösbar fixiert werden, montiert werden. Damit ist allerdings kein Wechsel ohne Werkzeug möglich, was im Hinblick auf eine möglichst kurze Umrüstzeit bei Umstellung der Werkzeuge wiederum ungünstig ist.
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In der
DE 10 2005 012 551 A1 wird ein Werkzeugwechselsystem für eine Biegemaschine beschrieben, bei dem mehrere Werkzeugelemente an einer Platte befestigt und mittels dieser als Gesamtheit nach oben aus der Maschine entnommen werden, wobei ferner an der Wechselvorrichtung ein aktiver oder passiver Informationsspeicher vorgesehen ist, der es gestattet, durch Vergleich mit in einer Speichereinheit abgelegten Daten festzustellen, ob die montierten bzw. auszuwechselnden Werkzeuge für den vorgesehenen Biegeprozeß richtig sind. Die Verwendung einer Aufnahmeplatte zur Befestigung und Abnahme der auszuwechselnden Werkzeuge, die auch während des Biegebetriebes zumindest teilweise montiert bleiben kann, stellt eine die Handhabung beim Werkzeugwechsel komplizierende Maßnahme dar, die für das auch nur teilweise Freigeben von Biegewerkzeugen wiederum des Einsatzes eines entsprechenden Werkzeugs zum Anziehen bzw. Freigeben der Befestigungsschrauben bedarf.
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Aus der
DE 38 35 173 C2 ist schließlich eine Biegevorrichtung bekannt, bei welcher die Biegewerkzeuge in Vorschubrichtung entnommen werden können, offensichtlich aber nicht fixierbar sind, wobei deren Wechsel jedoch des Einsatzes spezieller Greifeinrichtungen bedarf, was wiederum keinen werkzeuglosen Wechsel ermöglicht.
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Hiervon ausgehend stellt die Erfindung auf eine Anordnung zum auswechselbaren Befestigen von Biegewerkzeugen der eingangs genannten Art ab, bei der unter weitgehender Vermeidung der aufgezeigten Nachteile aus dem Stand der Technik ein besonders rascher Biegewerkzeugwechsel möglich und dennoch eine Fixierung des jeweiligen Biegewerkzeugs in seiner Betriebsposition durchführbar ist.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Anordnung der eingangs genannten Art, bei der das Biegewerkzeug mittels eines von ihm gegen den Halter hin vorstehenden Formteiles in eine zugewandte Aufnahme des Halters eingeschoben ist, in der es formschlüssig in Einschieberichtung geführt und mit einem Eingriffsabschnitt versehen ist, der in voll eingeschobenem Zustand des Formteiles mit einem im Halter in Richtung auf das Formteil hin beweglichen, federnd vorgespannten, dem Eingriffsabschnitt zugeordneten Rastelement in verrastenden Eingriff bringbar und damit das Formteil entgegen seiner Einschieberichtung lageblockierbar sowie ferner eine Einrichtung vorgesehen ist, mit welcher der Rasteingriff des Rastelementes mit dem Eingriffsabschnitt des Formteiles manuell aufhebbar ist.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung realisiert ein Schnellwechselsystem für Biegewerkzeuge, in dem das zu befestigende oder das zu lösende Biegewerkzeug durch Einschieben eines Formteiles, das von dem Biegewerkzeug vorsteht, in eine entsprechende formschlüssige Aufnahme im zugehörigen Halter (bei dem es sich um eine Spannbacke, eine Gleitschienenaufnahme oder auch einen Adapter handeln kann) und eine anschließend im eingeschobenen Zustand ausgelöste Verrastung desselben im Halter vorgenommen wird bzw. zur Demontage eine vorhandene Verrastung manuell aufgehoben und anschließend das Formteil samt zugehörigem Biegewerkzeug aus der Formaufnahme des Halters herausgenommen wird. Durch die federnde Vorspannung des Rastelementes im Halter kann nicht nur sichergestellt werden, daß, wenn es sich in verrastendem Eingriff mit dem Eingriffsabschnitt des Formteiles befindet, nicht unerwünscht dieser Rasteingriff aufgehoben werden kann. Außerdem kann durch die laufende Vorspannung des Rastelementes in Richtung auf das Formteil hin auch ohne Schwierigkeit eine automatische Verrastung bei Erreichen der voll eingeschobenen Stellung des Formteiles erhalten werden. In jedem Fall bedeutet dies, daß zur Montage des betreffenden Biegewerkzeugs nur dessen Formteil in die zugewandte Aufnahmeöffnung des Halters bis zum Verrasten eingesteckt, bzw. zum Lösen nur manuell die Verrastung aufgehoben und anschließend das Formteil aus der Aufnahme herausgezogen wird, ohne daß irgendwelche weiteren Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Damit ist ein außerordentlich rascher Werkzeugwechsel möglich, wobei im montierten Endzustand eines Werkzeugs gleichzeitig durch die eingesetzte Verrastung eine Fixierung desselben an dem Halter gewährleistet ist.
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Damit legt die Erfindung ein überraschend schnell wirksames Schnellwechselsystem für den Wechsel von Biegewerkzeugen bei einer Biegemaschine vor, der völlig ohne Einsatz von Montage- oder Demontagewerkzeugen durchführbar ist und die erforderliche Umrüstzeit für den Werkzeugwechsel extrem kurz gehalten wird.
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In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist der Halter als ein einem Biegekopf einer Biegemaschine zugeordneter Spannbock oder eine zugeordnete Gleitschienenaufnahme oder auch als ein an einem Spannbock oder einer Gleitschieneneinrichtung befestigter Adapter ausgebildet. Im Falle eines Adapters wird dessen Befestigung an dem Spannbock oder der Gleitschienenaufnahme bevorzugt mit denselben Maßnahmen aufgeführt, wie sie in der weiter oben gegebenen Beschreibung der Erfindung zum auswechselbaren Befestigen eines Biegewerkzeugs an dem zugeordneten Halter beschrieben sind, d. h. durch das Einschieben eines vorstehenden Formteiles in eine zugewandte Aufnahme des Halters zur formschlüssigen Führung in dieser und zur Verrastung im Halter mit einem Rastelement, das mit einem am Formteil angebrachten entsprechenden Eingriffsabschnitt in verrastenden Eingriff bringbar ist, wobei auch eine Einrichtung vorgesehen ist, mit der der Rasteingriff des Rastelementes mit dem Eingriffsabschnitt des Formteiles manuell wieder aufgehoben werden kann.
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Bei dem erfindungsgemäßen Schnellwechselsystem kann das vom Biegewerkzeug vorstehende Formteil einstückig mit dem Biegewerkzeug ausgeführt sein. Eine bevorzugte Ausgestaltung des Formteiles besteht jedoch darin, daß dieses ein vom Biegewerkzeug vorstehender Abschnitt eines am Biegewerkzeug, bevorzugt lösbar, befestigten Verbindungselementes ist, wodurch für die Herstellung und die Lagerung der entsprechenden Biegewerkzeuge eine einstückige Ausbildung solcher Formteile an diesen entfallen kann und erst beim Werkzeugwechsel durch Anbringen des entsprechenden Verbindungselementes am Biegewerkzeug das für das erfindungsgemäße Werkzeug-Schnellwechselsystem erforderliche Vorstehen des Formteiles erst unmittelbar vor dem Werkzeugwechsel am neuen Biegewerkzeug angebracht werden kann.
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In besonders bevorzugter Ausgestaltung dieser Ausführungsform wird das Verbindungselement mit einem gegenüber dem Formteil verbreiterten Kopf versehen, der zumindest teilweise in einer am Biegewerkzeug anbrachten, nach dessen Außenseite hin offenen Haltenut formschlüssig drehfest aufgenommen ist, wobei dann das an dem Kopf befestigte Formteil in Richtung zum Halter vorsteht. Auch hierfür ist die Verwendung eines Werkzeugs zum Befestigen des Verbindungselementes am Biegewerkzeug nicht erforderlich.
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Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß der Eingriffsabschnitt des Formteiles eine Vertiefung in diesem umfaßt, in welche das im Halter bewegliche Rastelement zum Erreichen der Verrastungsstellung entsprechend eingreifen kann.
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Das Formteil ist bei der Erfindung in jeder Form ausbildbar, die für seinen Einsatzzweck geeignet ist. Ganz besonders bevorzugt ist das Formteil jedoch zylindrisch ausgebildet, was eine besonders geeignete und auch einfach herstellbare Ausgestaltung darstellt.
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Hierbei ist, erneut bevorzugt, der Eingriffsabschnitt des Formteiles in Form einer umlaufenden Ringnut ausgebildet, was den Vorteil hat, daß das Erreichen einer Raststellung durch Eingriff des Rastelementes in einer beliebigen Winkelstellung des Formteiles, bei dessen voll eingeschobener Position, gewährleistet ist.
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In einer weiteren, vorzugsweisen Ausgestaltung der Erfindung kann bei einem zylindrischen Formteil der Eingriffsabschnitt als eine entlang einer Sehne des Querschnitts des Formteiles verlaufende, radial offene Nut ausgebildet sein.
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Bei der Erfindung ist es ferner von Vorteil, wenn das Rastelement im Halter bei einem zylindrischen Formteil radial zu diesem verschieblich angeordnet ist. Dabei wird bevorzugt vorgesehen, daß das Rastelement an seinem dem Formteil zugewandten Endbereich mit einer Einlaufschräge versehen ist, die bei seinem Einschieben mit einer am vorderen Ende des Formteiles ausgebildeten Einlaufschräge zusammenwirkt, und zwar der Art, daß beim Einschieben des Formteiles dessen Einlaufschräge an seinem vorderen Ende die Einlaufschräge des im Halter federnd vorgespannten Rastelementes unterläuft, diese beim weiteren Einschieben des Formteiles entsprechend anhebt, so daß das Rastelement dadurch aus der Einschiebebahn des Formteiles hinausgeschoben wird, und erst dann, wenn der Eingriffsabschnitt des Formteiles genau am Rastelement ankommt, dieses unter seiner Federvorspannung selbsttätig in die Vertiefung am Formteil verrastend eingreifen kann.
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Die Ausgestaltung des Rastelementes innerhalb des Halters kann vom Fachmann in jeder geeigneten Form gewählt werden. Von besonderem Vorteil ist es jedoch, wenn das Rastelement als ein Verriegelungsschieber ausgebildet ist, der einen plattenförmigen Grundkörper umfaßt, welcher einen zum Rasteingriff mit dem Eingriffsabschnitt des Formteiles ausgebildeten, in Richtung auf das Formteil hin vorstehenden Rastkopf trägt.
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Vorteilhafterweise wird dabei dieser Verriegelungsschieber in einer seitlich unter 90° zur Längsachse des Formteiles im Halter angebrachten, diesen durchsetzenden Queröffnung angeordnet und mittels zweier parallel zueinander sowie in Längsrichtung dieser Queröffnung verlaufender Druckbolzen mit einer an deren freiem Ende jeweils angebrachten Druckplatte verbunden, wobei diese Druckbolzen jeweils in ihrer Längsrichtung beweglich angebracht sowie an ihren der Druckplatte gegenüberliegenden Enden am Verriegelungsschieber befestigt sind und letzterer jeweils unter Zwischenschaltung mindestens eines Federelementes mit einem Deckel verbunden ist, mittels dessen dort die Queröffnung verschließbar ist. Dabei ist der Abstand der beiden Spannbolzen voneinander größer als die in derselben Richtung gemessenen Dicke des Formteiles, das im montierten Zustand im Zwischenraum zwischen beiden hindurchläuft. Der mit der Druckplatte über die Druckbolzen verbundene Verriegelungsschieber ist bei am Halter befestigtem Deckel durch Druck von außen her auf die Druckplatte in Richtung senkrecht zur Längsachse des Formteiles entgegen der Wirkung des mindestens einen Federelementes zusammen mit der Druckplatte in Richtung auf den Deckel zur Freigabe des Rasteingriffes zwischen dem Rastkopf und dem Eingriffsabschnitt des Formteiles verschiebbar.
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Diese Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schnellwechselsystems sorgt für eine sehr kompakte, aber relativ einfache Gesamtanordnung, ist ohne großen Aufwand herstellbar und erlaubt den gewünschten raschen Werkzeugwechsel sowie die Fixierung des neuen Werkzeugs innerhalb besonders kurzer Wechselzeiten.
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Bei der vorgenannten Ausgestaltung der Erfindung kann für das Federelement jede geeignete federnde Einrichtung eingesetzt werden, wobei es jedoch in besonders bevorzugter Ausgestaltung als eine Schraubenfeder ausgebildet ist, was bei bester Funktionsfähigkeit sehr preisgünstig realisierbar ist.
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Bei der erfindungsgemäßen Anordnung kann das Biegewerkzeug bevorzugt eine in einer Aufnahme sitzende, frei drehbare Biegerolle oder auch eine Spannbacke sein, wobei, erneut bevorzugt, ein zweites Biegewerkzeug zur Ausbildung eines zweistufigen Werkzeugsatzes am Halter in gleicher Weise wie das erste Biegewerkzeug, jedoch über oder unter diesem, auswechselbar befestigt ist.
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Eine ganz besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß das Biegewerkzeug unter Zwischenschaltung eines Adapters als Halter am Spannbock oder einer Gleitschienenaufnahme befestigt ist, wobei das Biegewerkzeug mit seinem Formteil in eine zugewandte Aufnahme des Adapters eingeschoben wird, dort formschlüssig in Einschieberichtung geführt und mit seinem Eingriffsabschnitt in voll eingeschobenem Zustand mit einem im Adapter in Richtung auf das Formteil hin beweglichen, federnd vorgespannten Rastelement in verrastenden Eingriff bringbar und damit entgegen seiner Einschieberichtung lageblockierbar ist, und ferner eine Einrichtung vorgesehen ist, mit welcher der Rasteingriff des Rastelementes mit dem Eingriffsabschnitt des Formteiles manuell aufhebbar ist, wobei der Adapter seinerseits ebenfalls mit einem vorstehenden Formteil in eine zugewandte Aufnahme des Spannbocks oder der Gleitschienenaufnahme eingeschoben und dort gemäß den in den weiter oben bei der Beschreibung der Erfindung angegebenen Maßnahmen durch Verrastung lageblockierbar sowie zur Freigabe der Verrastung der Rasteingriff manuell aufhebbar ist.
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Bei einer erfindungsgemäßen Anordnung wird bevorzugt an einem als Spannbock ausgebildeten Halter eine in einer Aufnahme sitzende, frei drehbare Biegerolle sowie, neben dieser, zwei jeweils ebenfalls in einer Aufnahme frei drehbar angeordnete Gegenhalterrollen an jeweils einem als Gleitschienenaufnahme ausgebildeten Halter befestigt, so daß hier die Biegewerkzeuge für ein Freiformbiegen nebeneinander angebracht sind.
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Besonders bevorzugt werden dabei jedoch alle Biegewerkzeuge zweistufig ausgebildet, wobei unterhalb der Biegerolle als ein weiteres Biegewerkzeug an dem Spannbock unter Zwischenschaltung eines Adapters eine Spannbacke und unterhalb der neben der Biegerolle jeweils in einer Gleitschienenaufnahme angeordneten zwei Gegenhalterrollen eine sich über deren gemeinsame Länge erstreckende Gleitschiene an der Gleitschieneneinrichtung lösbar befestigt sind, so daß in diesem Fall in einer oberen Werkzeugebene die Werkzeuge für ein Freiformbiegen und in der unteren Werkzeugebene die Werkzeuge für ein Rotationsziehbiegen angeordnet sind.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen im Prinzip beispielshalber noch näher erläutert. Es zeigen:
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1 eine prinzipielle Perspektivdarstellung einer erfindungsgemäßen Anordnung mit einer zweistufigen Rohrbiegewerkzeuganordnung;
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2 eine perspektivische Teilansicht der Spanneinheit aus 1;
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3 die Darstellung aus 2, jedoch mit einer Explosionsdarstellung der oberen Werkzeugstufe der Spanneinheit;
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4 eine vergrößerte Schnittdarstellung gemäß Linie IV-IV in 2;
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5 eine Detaildarstellung der Spanneinheit aus 2, jedoch mit einer Explosionsdarstellung der unteren Werkzeugstufe und einem Entfernen der oberen Werkzeugstufe der Spanneinheit;
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6 die Darstellung aus 5, jedoch in einer Draufsicht von oben;
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7 eine vergrößerte Detail-Schnittdarstellung gemäß Linie VII-VII in 2;
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8 eine vergrößerte Detaildarstellung der Einzelheit A aus 7, und
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9 der dem zu biegenden Werkstück zugewandte vordere Abschnitt einer erfindungsgemäßen Spanneinheit mit zweistufigem Biegewerkzeug, zweifach geschnitten, nämlich vertikal durch den Spannbock und horizontal durch die Mitte der Biegerollenaufnahme, entsprechend Linien VIII-VIII in 2.
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In den Figuren ist eine Ausbildungsform einer erfindungsgemäßen Anordnung in unterschiedlichen Darstellungen gezeigt, wobei in den einzelnen Figuren gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
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1 zeigt, in einer perspektivischen Schrägansicht von vorne schräg oben, eine erfindungsgemäße Anordnung, bei der ein zweistufiger Biegewerkzeugsatz für den Biegekopf einer Biegemaschine dargestellt ist.
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Dabei sind in einer oberen Werkzeugebene Biegewerkzeuge für ein Freiformbiegen und in einer unteren Werkzeugebene Biegewerkzeuge für ein Rotationsziehbiegen montiert.
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Die Anordnung besteht aus einer drehbaren Biegeform 1, einer zu dieser verschwenkbaren und radial auf diese zustellbaren Spanneinheit 2 und einer Gleitschieneneinrichtung 3, die senkrecht und parallel zur Längsachse eines Werkstücks 4 bewegt werden kann.
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An der Spanneinheit 2 ist eine Biegerolle 5 befestigt, die frei verdrehbar in einer Biegerollenaufnahme 9 sitzt, welche ihrerseits an einen Spannbock 13 befestigt ist, der auf einem Spannschlitten 12 in Richtung zum Werkstück 4 hin bzw. von diesem weg verstellbar ist.
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An der neben dem Spannbock 13 angebrachten Gleitschieneneinrichtung 3 sind, in gleicher Höhe wie die Biegerolle 5, neben dieser und nebeneinander zwei Gegenhalterrollen 6 angebracht, deren jede in einer Aufnahme 10 frei verdrehbar sitzt, wobei die Aufnahmen 10 ihrerseits jeweils über eine Gleitschienenaufnahme 25 an der Gleitschieneneinrichtung 3 befestigt sind.
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Der in 1 dargestellte zweistufige Biegewerkzeugsatz umfaßt in einer unterhalb der soeben geschilderten Biegewerkzeuge angebrachten zweiten Werkzeugebene eine Spannbacke 8, die unterhalb der Biegerolle 5 angeordnet und über einen Adapter 11 am Spannbock 13 befestigt ist.
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In gleicher Höhe und direkt neben ihr, stromaufwärts der Zuführrichtung des Werkstückes 4, ist eine Gleitschiene 7 angeordnet, die ihrerseits über eine oder zwei (in 1 nicht gezeigte) Gleitschienenaufnahmen 25 ebenfalls an der Gleitschieneneinrichtung 3 befestigt ist. Dabei erstreckt sich die Gleitschiene 7, wie 1 zeigt, etwa über die gesamte Länge, auf der in der darüberliegenden Werkzeugebene die beiden Gegenhalterrollen 6 nebeneinander angebracht sind.
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Zur weiteren Erläuterung des erfindungsgemäßen Werkzeugwechselsystems wird in den folgenden Figuren nur noch auf die Spanneinheit 2 eingegangen und anhand derselben das Prinzip des erfindungsgemäßen Werkzeugschnellwechselsystems erläutert, das dann aber in völlig gleicher Weise auch für die Werkzeuge in der oberen Werkzeugebene gilt.
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In 2 ist die Spanneinheit 2 in einer vergrößerten perspektivischen Darstellung gezeigt:
Auf dem Spannschlitten 12 ist der Spannbock 13 angebracht, der an seinem in 2 rechten, vorderen Ende einen nach oben hin verlängerten Endbereich 13' aufweist, der in der dargestellten Ausführungsform erforderlich ist, da ein zweitstufiges Werkzeug mit zwei übereinander liegenden Biegewerkzeugen an ihm zu befestigen ist.
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An diesem nach oben verlängerten Endbereich 13' werden nun die beiden Biegewerkzeuge Biegerolle 5 und Spannbacke 8 über das noch weiter unten im einzelnen beschriebene und dargestellte Werkzeugwechselsystem befestigt.
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Der Adapter 11 trägt an seinem vorderen Ende die Spannbacke 8 und dient damit als eine Art „Verlängerung” für diese.
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Die Darstellung nach 3 zeigt nun die Spanneinrichtung 2 aus 2, wobei hier jedoch in der oberen Werkzeugebene, also der der Biegerolle 5 und der daneben angeordneten Gegenhalterrollen 6, die Werkzeuganordnung in einer explodierenden Darstellung wiedergegeben ist:
Man erkennt dabei den nach oben verlängerten Endbereich 13' des Spannbockes 13, eine darin angebrachte und senkrecht zur Längsachse des Spannbockes 13 verlaufende Queröffnung 22 sowie weitere Bohrungen, die zur Aufnahme des erfindungsgemäßen Wechselsystems dienen.
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Von der in 3 vorderen Seite her werden zwei zueinander parallele Druckbolzen 15 in die Queröffnung 22 eingesetzt, die, wie die 6 bis 8 im einzelnen zeigen, jeweils unter Zwischenschaltung eines an ihnen befestigten Verriegelungsschiebers 16 über mindestens ein Federelement 19 mit einem vorderen Deckel 17 zum Verschließen der Öffnung 22 verbunden sind. An dem dem Deckel 17 abgewandten Ende der Druckbolzen 15 werden diese, nach vollständigem Einführen in die Öffnung 22, von der gegenüberliegenden Seite aus an einer Druckplatte 18, von der Außenseite derselben her, über dort angebrachte Durchgangslöcher 26 hindurch verschraubt, wie dies z. B. aus der Perspektivdarstellung der 9 gut erkennbar ist.
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An dem entgegengesetzten, vorderen Ende der Druckbolzen 15 wird der Verriegelungsschieber 16 angeschraubt, wie dies die Darstellung der 9 besonders gut zeigt.
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Zwischen dem Verriegelungsschieber 16 und dem Deckel 17 sind, wie schon weiter oben erwähnt, Federelemente, im gezeigten Ausführungsfall in Form von zylindrischen Druckfedern 19, angebracht, wobei jeweils eine Druckfeder 19 in Verlängerung jedes Druckbolzens 15 in Richtung zum Deckel 17 hin vorgesehen ist, wobei der Verriegelungsschieber 16 über die jeweils zwei Druckfedern 19 mit dem Deckel 17 verbunden ist.
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Die Druckfedern 19 können auch jeweils um einen am Deckel 17 befestigten Stab 34 angeordnet sein, wobei in diesem Fall die Druckbolzen 15 als Hohlbolzen ausgeführt sein müssen, in welche bei einem Verschieben des Verriegelungsschiebers 16 in Richtung auf den Deckel 17 hin (beim Lösen der Rastverbindung) die Stäbe 34 einlaufen können.
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Diese Anordnung ist für jede der beiden Werkzeugebenen gleich, wie die Darstellung der 9 ebenfalls deutlich zeigt.
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Die Druckfedern 19 spannen den Verriegelungsschieber 16 in Richtung auf eine mittlere, in Längsrichtung des Spannbockes 13 verlaufende Längsbohrung 27 hin vor, durch die ein längliches, zylindrisches Formteil 14, das von der Biegerollenaufnahme 9 der Biegerolle 5 in Richtung auf den erhöhten Endabschnitt 13' des Spannbockes 13 vorsteht, hineinragt.
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Das Formteil 14 ragt senkrecht von einer Halteplatte 29 aus vor, an der es befestigt ist und mit der zusammen es ein Verbindungselement darstellt.
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In seinem vorderen Endbereich ist das Formteil 14, das bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zylindrisch verläuft, mit einer radialen Vertiefung 28 versehen, bei der es sich, wie aus den 5 und 6 erkennbar, um eine längs einer Sehne des Kreisquerschnitts des zylindrischen Formteiles 14 durchgeführte Nut handelt.
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Im montierten Zustand ist die Halteplatte 29 bei in die Längsbohrung 27 vollständig eingeführtem Formteil 14 in einer Aufnahmenut 30 aufgenommen (4), von der die eine Nuthälfte 30a im erhöhten Endabschnitt 13' des Spannbockes 13 und die andere Nuthälfte 30b in der Biegerollenaufnahme 9 ausgebildet ist (vgl. 3). Wenn die Biegerollenaufnahme 9 mit ihrer dem Spannbock 13 zugewandten Endfläche gegen die ihr zugewandte Endfläche des Abschnitts 13' zur Anlage kommt, bilden die beiden Nuthälften 30a und 30b gemeinsam die Aufnahmenut 30, in welcher die Halteplatte 29 dann formschlüssig und unverdrehbar sitzt, wie dies die Schnittdarstellung der 4 zeigt, welche einen Schnitt durch den Endabschnitt der Spanneinrichtung gemäß 2 in deren zusammengebautem Zustand entlang der Längsmittelebene (entsprechend den Schnittlinien IV-IV) zeigt.
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Aus 4 ist ersichtlich, daß die Biegerollenaufnahme 9 über das ihr zugeordnete Verbindungselement, insbesondere dessen vorstehendes Formteil 14, in die zentrale Längsbohrung 27 in Höhe der oberen Werkzeugebene im vergrößerten Abschnitt 13' des Spannbocks 13 hineinragt, wobei im zusammengebauten Zustand der Kopf 29 des Verbindungselementes innerhalb der Nut 30 (die zur Hälfte im erweiterten Endbereich 13' des Spannbocks 13 und in der Biegerollenaufnahme 9 ausgebildet ist) drehfest aufgenommen ist.
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Völlig gleich ist die Situation in der darunter hegenden Biegewerkzeugebene, wie dies die untere Hälfte der Darstellung der 4 zeigt:
Auch dort ist eine mittlere Längsbohrung 27 in Richtung der Längsmittellinie des Spannbocks 13 in den Endbereich des letzteren eingebracht, in die ein zylindrisches Formteil 14 eines Verbindungselementes hineinragt, dessen Kopf 29 ebenfalls in der Nut 30, die auch an der unteren Biegewerkzeugebene zwischen dem Adapter 11 und dem Spannbock 13 angebracht ist, aufgenommen ist. Hier ist also der Adapter 11 in völlig gleicher Weise wie die Biegerollenaufnahme 9 an dem Spannbock 13 befestigt.
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Während die Biegerollenaufnahme 9 aber bereits unmittelbar die Biegerolle 5 frei verdrehbar haltert am Adapter 11 an dessen dem Werkstück 4 zugekehrten Vorderseite noch eine Spannbacke 8 befestigt. Auch die Befestigung der Spannbacke 8 an dem hier als Halter für diese dienenden Adapter 11 erfolgt wieder in völlig gleicher Weise durch Verwendung eines Verbindungselementes (wie vorstehend beschrieben), das mit einem von der Spannbacke 8 vorstehenden zylindrischen Formteil 14 in eine mittlere Längsbohrung des Adapters 11 hineinreicht.
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Jedem in eine solche Längsbohrung 27 eines angeschlossenen Bauteils 13' bzw. 11 hineinragenden Formteil 14 sind jeweils zwei Querbohrungen 31 zugeordnet, welche senkrecht quer zur Längsachse der entsprechenden Längsbohrung 27 sowie zueinander parallel verlaufen und zwischen sich einen Abstand haben, der etwas größer ist als der Durchmesser des zylindrischen Formteiles 14, welches zwischen den beiden Querbohrungen 31 in einem kleinen Abstand von jeder derselben hindurchragt.
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Die Querbohrungen 31 dienen zur Aufnahme der Druckbolzen 15 in deren montiertem Zustand, wobei die untere Biegewerkzeugebene der Anordnung aus 1 unter Weglassung der oberen Werkzeugebene in 5 in einer Explosionsdarstellung und in 6 in der Draufsicht noch einmal gezeigt ist. 7 zeigt einen Schnitt durch die in den 5 und 6 gezeigte Anordnung im zusammengebauten Zustand entsprechend der Schnittlage VII-VII in 2.
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Dabei ist erkennbar, daß jedem Formteil 14 eines Verbindungselementes jeweils eine eigene Querbohrung 22 in dem es im zusammengebauten Zustand aufnehmenden Bauteil 13' oder auch 11 zugeordnet ist, zusammen mit einem Verschlußdeckel 17, an dem über die Druckfedern 19 die Druckbolzen 15 angebracht sind, die bei montiertem Deckel 17 auf ihrer gegenüberliegenden Seite an jeweils einer eigenen Druckplatte 18 angeschraubt sind. Da den beiden Druckbolzen 15 eines Deckels 17 stets ein Verriegelungsschieber 16 mit einem vorstehenden Rastkopf 21 (vgl. 8) zugeordnet ist, der jeweils in die Vertiefung 28 im zugeordneten Formteil 14 verrastend eingreifen kann, bedeutet dies, daß die Montage jedes einzelnen der gezeigten konstruktiven Elemente an dem zugeordneten halternden Element in gleicher Weise sehr einfach durchführbar ist und in gleicher Weise auch ein Lösen einer fixierenden Verrastung durch Drücken der entsprechenden Druckplatte 18 von der Außenseite her (in Richtung des Pfeiles F in 9) zur Demontage unschwer durchführbar ist.
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Wie im übrigen die 8 und 9 gut zeigen, besteht jeder Verriegelungsschieber 16 aus einer Grundplatte 20, an der das eine Ende jedes der beiden Druckbolzen 15 befestigt ist und von der in Richtung auf das Formteil 14 hin ein Rastkopf 21 vorsteht, der in verrastenden Eingriff mit der Vertiefung 28 im Formteil 14 gelangen kann (und in dieser unter der Vorspannung durch die Druckfedern 19 gehalten wird).
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Wie die vergrößernde Darstellung der 8 über den Bereich des Rasteingriffs zwischen Verriegelungsschieber 16 und Formteil 14 zeigt, ist am Formteil 14 an dessen vorderem Ende eine ringförmige Einlaufschräge 32 angebracht, die beim Einschieben gegen eine entsprechende Schrägfläche 33 am vorderen Ende des Rastkopfes 21 anläuft, wenn dieser unter der Wirkung der Federn 19 in die Längsbohrung 27 hineinsteht, wodurch beim weiteren Vorschieben des Formteiles 14 in der Bohrung 27 durch die aufeinander auflaufenden Schrägflächen 32, 33 der Rastkopf 21 des Verriegelungsschiebers 16 entgegen der Druckwirkung der Vorspannfedern 19 in Richtung zum Deckel 17 hin so lange verschoben wird, bis der zylindrische Querschnitt des Formteiles 14 unter dem Rastkopf 21 hindurch bis in seine Endstellung in der Bohrung 27 verschoben ist. Erst bei Erreichen dieser Endstellung kann der Rastkopf 21 am Verriegelungsschieber 16 unter der Vorspannwirkung der Federn 19 in die Rastvertiefung 28 im Formteil 14 wieder hineinlaufen und dabei den gewünschten Verrastungssitz des Formteiles 14 in dem halternden Teil 11 bzw. 13' wieder herstellen.
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Die Queröffnungen 22 sind so ausgebildet, daß die Verschiebung der jeweils dort aufgenommenen Druckplatte 18 und dem mit ihr über die Druckbolzen 15 verbundenen Verriegelungsschieber 16 nur so weit möglich ist, daß bei Druck von außen gegen eine Druckplatte 18 der Verriegelungsschieber 16 über diese nur so weit in Richtung auf den Deckel 17 hin bewegt werden kann, daß der Rastkopf 21 des Verriegelungsschiebers 16 gerade aus der Vertiefung 28 im Formteil 14 herausgewandert ist, so daß das Formteil 14 unschwer aus der entsprechenden Längsbohrung 27 herausgeführt werden kann.
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In der entgegengerichteten Verschieberichtung wird gleichfalls sichergestellt, daß der unter der Druckwirkung der Feder 19 stehende Verriegelungsschieber 16 nur so weit in Richtung der Längsbohrung 27 hin verschiebbar ist, daß er mit seinem Rastkopf 21 zur Erzeugung des gewünschten Verrastungseffektes ausreichend tief in die zugeordnete Vertiefung 28 im Formteil 14 einlaufen kann, sobald letzteres voll in die Längsbohrung 27 eingeschoben ist.
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Aus dem geschilderten Ausführungsbeispiel und den Figurendarstellungen ist entnehmbar, daß das erfindungsgemäße Biegewerkzeug-Wechselsystem einen außerordentlich raschen Wechselvorgang gestattet, ohne daß dazu der Einsatz eines Werkzeuges oder auch nur einer besonderen Eignung der das Werkzeug wechselnden Person erforderlich ist. Andererseits wird bei dem erfindungsgemäßen Biegewerkzeug-Wechselsystem im zusammengebauten Zustand eine sichere und feste Fixierung der Teile aneinander erreicht.