DE10227786C1 - Verfahren zum Stranggießen von Rohren und Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Stranggießen von Rohren und Vorrichtung zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Abstract
Verfahren zum kontinuierlichen Stranggießen von Rohren, wobei ein Rohrstrang mittels einer Gießkokille gegossen wird. In einer oberen Ebene angeordnete obere Spannbacken werden durch radialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang gemeinsam zur Anlage gebracht und in einer unteren Ebene angeordnete Spannbacken werden durch eine radialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang gemeinsam zur Anlage gebracht. Anschließend wird der von den Spannbacken aufgenommene Rohrstrang durchtrennt. Daraufhin wird der von den unteren Spannbacken aufgenommene abgetrennte Rohrabschnitt mit den unteren Spannbacken in eine Abstellposition bewegt. Anschließend werden die unteren Spannbacken durch radialzentrische Bewegung von dem abgestellten Rohrabschnitt gelöst. Ein Gleichlauf der radialzentrischen Bewegungen wird durch ein der oberen und/oder der unteren Ebene jeweils zugeordnetes ringgeschlossenes, den Rohrstrang umgebendes Führungswellenaggregat aus einer Mehrzahl von jeweils an eine Spannbacke angeschlossenen Führungswellen verwirklicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Stranggießen von
Rohren, wobei ein Rohrstrang mittels einer Gießkokille ge
gossen wird. Die Erfindung betrifft fernerhin eine Vorrich
tung zur Durchführung des Verfahrens. - Mit dem erfindungs
gemäßen Verfahren bzw. mit der erfindungsgemäßen Vorrich
tung können vor allem gusseiserne Rohre, beispielsweise Zy
linderlaufbüchsen, mit größeren Durchmessern bis 1.000 mm
und mehr hergestellt werden.
In der Praxis werden gusseiserne Rohre, insbesondere Zylin
derlaufbüchsen normalerweise in Sandformen gegossen. Diese
Methode hält man für zweckmäßig, weil der erkaltete Gieß
werkstoff schwindet und das Innenteil der Form deshalb
nachgeben muss. Um nicht für jeden Guss eine neue Sandform
erstellen zu müssen, wurden die Rohre mit größeren Außen
durchmessern auch bereits durch diskontinuierliches Strang
gießen hergestellt. Die Schwindung des Gussteils wird dabei
durch eine entsprechende Konizität der Innenkokille, dem
sogenannten Dorn, ermöglicht. Das Stranggießen der Rohre
hat gegenüber anderen Gießverfahren den beachtlichen Vor
teil, dass der Innenfläche des Rohrstranges, also bei
spielsweise der Lauffläche einer Zylinderlaufbüchse, eine
höhere Verschleißfestigkeit verliehen werden kann und zwar
durch optimale Abkühlung an der Stranggießkokillenwand.
Trotz der Vorteile des Stranggießens ist man nichtsdesto
weniger wieder dazu übergegangen, gusseiserne Rohre mit
größerem Durchmesser in Sandformen zu gießen. Die bislang
bekannten Vorrichtungen bzw. Verfahren zur Herstellung der
Rohre arbeiten relativ aufwendig. Dies gilt auch für das
bereits durchgeführte diskontinuierliche Stranggießen eines
jeweiligen Rohres. Hier muss vor jedem neuen Guss eine um
fangreiche Vorarbeit geleistet werden.
Demgegenüber liegt der Erfindung das technische Problem zu
grunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben,
mit dem das Gießen von gusseisernen Rohren größeren Durch
messers auf einfache, funktionssichere und vor allem zügige
Weise möglich ist. Der Erfindung liegt weiterhin das tech
nische Problem zugrunde, eine Vorrichtung zur Durchführung
dieses Verfahrens anzugeben.
Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung ein
Verfahren zum kontinuierlichen Stranggießen von Rohren, wo
bei ein Rohrstrang mittels einer Gießkokille gegossen wird,
wobei in einer oberen Ebene angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges verteilte obere Spannbacken durch eine ra dialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang ge meinsam zur Anlage gebracht werden und wobei in einer unte ren Ebene angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges verteilte untere Spannbacken durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang gemeinsam zur An lage gebracht werden,
wobei anschließend der von den Spannbacken aufgenommene Rohrstrang zwischen der oberen Ebene und der unteren Ebene durchtrennt wird,
wobei daraufhin der von den unteren Spannbacken aufgenom mene abgetrennte Rohrabschnitt mit den unteren Spannbacken in eine Abstellposition bewegt wird,
wobei anschließend die unteren Spannbacken durch radialzen trische Bewegung von dem abgestellten Rohrabschnitt gelöst werden,
wobei ein Gleichlauf der radialzentrischen Bewegungen durch ein der oberen und/oder der unteren Ebene jeweils zugeord netes, ringgeschlossenes, den Rohrstrang umgebendes Füh rungswellenaggregat aus einer Mehrzahl von Führungswellen verwirklicht wird, wobei jede Führungswelle an eine Spann backe angeschlossen ist.
wobei in einer oberen Ebene angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges verteilte obere Spannbacken durch eine ra dialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang ge meinsam zur Anlage gebracht werden und wobei in einer unte ren Ebene angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges verteilte untere Spannbacken durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang gemeinsam zur An lage gebracht werden,
wobei anschließend der von den Spannbacken aufgenommene Rohrstrang zwischen der oberen Ebene und der unteren Ebene durchtrennt wird,
wobei daraufhin der von den unteren Spannbacken aufgenom mene abgetrennte Rohrabschnitt mit den unteren Spannbacken in eine Abstellposition bewegt wird,
wobei anschließend die unteren Spannbacken durch radialzen trische Bewegung von dem abgestellten Rohrabschnitt gelöst werden,
wobei ein Gleichlauf der radialzentrischen Bewegungen durch ein der oberen und/oder der unteren Ebene jeweils zugeord netes, ringgeschlossenes, den Rohrstrang umgebendes Füh rungswellenaggregat aus einer Mehrzahl von Führungswellen verwirklicht wird, wobei jede Führungswelle an eine Spann backe angeschlossen ist.
Zu trennender Rohrstrang meint im Rahmen der Erfindung,
dass von dem gegossenen Rohrstrang Rohrabschnitte in der
gewünschten Länge abgetrennt werden. Es liegt im Rahmen der
Erfindung, dass in zwei übereinander angeordneten Ebenen
Spannbacken vorgesehen sind. Somit ist gleichsam ein oberer
den Rohrstrang umgebender Ring aus einer Mehrzahl von obe
ren Spannbacken vorgesehen und ein unterer den Rohrstrang
umgebender Ring aus einer Mehrzahl von unteren Spannbacken
vorgesehen. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass die obe
re und die untere Ebene von Spannbacken unterhalb der Gieß
kokille angeordnet sind. Der obere Ring aus oberen Spann
backen und der untere Ring aus unteren Spannbacken ist
zweckmäßigerweise im Bereich unterhalb der Gießkokille ver
tikal bewegbar bzw. verfahrbar. Es liegt im Rahmen der Er
findung, dass die oberen Spannbacken und die unteren Spann
backen ein Spannbackenaggregat bilden, das stets als Ganzes
bewegbar bzw. verfahrbar ist. Zweckmäßigerweise bildet die
ses vertikal verfahrbare Spannbackenaggregat zugleich die
Trennstation. Radialzentrische Bewegung der Spannbacken
meint im Rahmen der Erfindung, dass die Spannbacken in
Richtung auf die Mittellängsachse des Rohrstranges bewegt
werden oder in entgegengesetzter Richtung bewegt werden. -
Ein erfindungsgemäßes Führungswellenaggregat ist zweckmäßi
gerweise sowohl für den oberen Ring der oberen Spannbacken
als auch für den unteren Ring der unteren Spannbacken vor
gesehen. Nachfolgend werden die Begriffe obere Ebene und
oberer Ring der Spannbacken bzw. untere Ebene und unterer
Ring der Spannbacken gleichbedeutend nebeneinander ver
wendet. - Ringgeschlossenes Führungswellenaggregat meint im
Rahmen der Erfindung, dass die Führungswellen an ihren Wel
lenenden miteinander verbunden sind und dabei einen in der
Draufsicht geschlossenen Ring bilden, der in der Regel
mehreckförmig bzw. vieleckförmig ausgebildet ist. Die Wel
len sind gleichsam polygonartig miteinander verbunden. Auf
grund dieser gegenseitigen Verbindung der Führungswellen
wird erfindungsgemäß eine synchrone bzw. gleichlaufende ra
dialzentrische Bewegung für alle zugeordneten Spannbacken
erreicht. Die gegenseitige Verbindung der Führungswellen
zum Führungswellenaggregat wird weiter unten noch erläu
tert.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass vor dem Gießen des
Rohrstranges ein Gießanfahrstück in eine Gießposition an
der Gießkokille bewegt wird, wobei das Gießanfahrstück in
einer Ausgangsposition von den Spannbacken aufgenommen wird
und mittels der Spannbacken in Richtung Gießkokille ange
hoben wird. Es liegt weiterhin im Rahmen der Erfindung,
dass alle Spannbacken der oberen und unteren Ebene das
Gießanfahrstück aufnehmen bzw. durch radialzentrische Bewe
gung am Gießanfahrstück zur Anlage gebracht werden. Zweck
mäßigerweise werden an dem mittels der Spannbacken angeho
benen Gießanfahrstück über den Umfang des Gießanfahrstückes
verteilte Treibmittel an dem Gießanfahrstück zur Anlage ge
bracht und wird das Gießanfahrstück dann mittels der Treib
mittel in die Gießposition bewegt. In einer angehobenen Po
sition wird das Gießanfahrstück also zweckmäßigerweise von
Treibmitteln übernommen und hier werden dann die Spann
backen von dem Gießanfahrstück gelöst. Bei den Treibmitteln
handelt es sich entweder um Treibrollen oder um Treibrau
pen. Diese Treibmittel, die zweckmäßigerweise zwischen der
Gießkokille und der oberen Ebene der Spannbacken bzw. dem
Spannbackenaggregat angeordnet sind, werden weiter unten
noch näher erläutert. Zweckmäßigerweise werden an dem ge
gossenen Rohrstrang über den Umfang des Rohrstranges ver
teilte Treibmittel zur Anlage gebracht, wobei der Rohr
strang durch die angedrückten Treibmittel gehalten und der
Gießgeschwindigkeit entsprechend aus der Gießkokille
herausgezogen wird. Der gegossene und aus der Gießkokille
austretende Rohrstrang tritt somit zunächst mit den Treib
mitteln in Kontakt. Wenn ein Rohrabschnitt von diesem Rohr
strang abgetrennt werden soll, werden dann die Spannbacken
an dem abwärtsbewegten Rohrstrang zur Anlage gebracht und
an dem von den Spannbacken umfassten Rohrstrang wird dann
der Trennvorgang durchgeführt. Normalerweise wird eine
Mehrzahl von Rohrabschnitten nacheinander von dem
gegossenen Rohrstrang abgetrennt.
Zur Lösung des technischen Problems lehrt die Erfindung
fernerhin eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungs
gemäßen Verfahrens, wobei eine Gießkokille zum Gießen des
Rohrstranges vorgesehen ist, wobei eine Mehrzahl von Treib
mitteln zum Ziehen des Rohrstranges aus der Gießkokille
vorgesehen ist, welche Treibmittel über den Umfang des
Rohrstranges verteilt angeordnet sind, wobei eine Mehrzahl
von Spannbacken, die durch radialzentrische Bewegung an dem
Rohrstrang gemeinsam zur Anlage bringbar sind in einer obe
ren Ebene sowie in einer unteren Ebene und in jeder Ebene
über den Umfang des Rohrstranges verteilt angeordnet sind,
wobei jede Spannbacke an eine Führungswelle angeschlossen
ist und wobei die Führungswellen der oberen Ebene und/oder
die Führungswellen der unteren Ebene zwecks Verwirklichung
des Gleichlaufes der radialzentrischen Bewegungen der
Spannbacken zu einem ringgeschlossenen, den Rohrstrang um
gebenden Führungswellenaggregat verbunden sind und wobei
eine Trennvorrichtung zum Abtrennen eines Rohrabschnittes
von dem Rohrstrang vorgesehen ist, mit welcher Trennvor
richtung der von den Spannbacken aufgenommene Rohrstrang
zwischen der oberen und der unteren Ebene durchtrennbar
ist.
Nach sehr bevorzugter Ausführungsform der Erfindung ist je
dem Treibmittel eine Antriebswelle für den Rotationsantrieb
des Treibmittels zugeordnet und sind die Antriebswellen
zwecks Verwirklichung eines drehzahlmäßigen Gleichlaufs der
Treibmittel zu einem ringgeschlossenen, den Rohrstrang um
gebenden Antriebswellenaggregat verbunden. Ringgeschlosse
nes Antriebswellenaggregat meint im Rahmen der Erfindung,
dass die Antriebswellen an ihren Wellenenden miteinander
verbunden sind und dabei einen in der Draufsicht geschlos
senen Ring bilden, der in der Regel mehreckförmig bzw.
vieleckförmig ausgebildet ist. Auch die Antriebswellen sind
gleichsam polygonartig miteinander verbunden. Aufgrund der
gegenseitigen Verbindung der Antriebswellen wird ein syn
chroner Antrieb bzw. eine gleiche Drehzahl für alle Treib
mittel erreicht. Das Antriebswellenaggregat wird von
zumindest einem Antriebsmotor angetrieben.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass jedes Treibmittel
durch eine radialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang zur
Anlage bringbar ist, wobei jedem Treibmittel eine Führungs
welle zugeordnet ist und wobei die Führungswellen zwecks
Verwirklichung des Gleichlaufs der radialzentrischen Bewe
gungen der Treibmittel zu einem ringgeschlossenen, den
Rohrstrang umgebenden Führungswellenaggregat verbunden
sind. Für das letztgenannte Führungswellenaggregat gilt
ebenfalls die weiter oben für das Führungswellenaggregat
der Spannbacken angeführte Definition.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung sind die Treibmit
tel Treibrollen, wobei jede Treibrolle von einer Antriebs
welle antreibbar ist und wobei jede Treibrolle in einer
Treibrollenaufnahme angeordnet ist, welche Treibrollenauf
nahme an eine Führungswelle angeschlossen ist und zur Ver
wirklichung der radialzentrischen Bewegung der Treibrolle
verschwenkbar ist. Treibrollen werden vor allem als Treib
mittel für leichtere Rohrstränge eingesetzt. Es liegt im
Rahmen der Erfindung, dass ein Linearantrieb an die Treib
rollenaufnahme angeschlossen ist, wobei durch Betätigung
des Linearantriebs die Treibrollenaufnahme verschwenkbar
ist und auf diese Weise die zugeordnete Treibrolle durch
eine radialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang zur Anlage
bringbar ist. Bei dem Linearantrieb handelt es sich vor
zugsweise um einen Hydraulikzylinder.
Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfin
dung sind die Treibmittel Treibraupen, wobei jede Treib
raupe von einer Antriebswelle antreibbar ist, wobei eine
Treibraupe mittels zumindest eines Linearantriebes radial
zentrisch bewegbar ist und wobei der Linearantrieb mit
einer Führungswelle gekoppelt ist. Treibraupen werden ins
besondere als Treibmittel für schwerere Rohrstränge einge
setzt. Treibraupen weisen über Kettenräder endlos umlau
fende Raupenketten auf. Nach bevorzugter Ausführungsform
der Erfindung ist eine Treibraupe mittels zwei als Hydrau
likzylinder ausgebildeten Linearantrieben radialzentrisch
bewegbar und dabei sind beide Hydraulikzylinder an den sel
ben Hydraulikmediumspeicher angeschlossen.
Nach sehr bevorzugter Ausführungsform sind die Führungswel
len der unteren Ebene und/oder die Führungswellen der
oberen Ebene und/oder die Führungswellen der Treibmittel
und/oder die Antriebswellen der Treibmittel jeweils
untereinander durch Kardangelenke, vorzugsweise
gleichlaufende Kardangelenke oder durch Kegelradtriebe zum
Führungswellenaggregat bzw. zum Antriebswellenaggregat
verbunden. Jeweils zwei Führungswellen bzw. jeweils zwei
Antriebswellen sind dann also an ihren Enden über
Kardangelenke, vorzugsweise gleichlaufende Kardangelenke
oder Kegelradtriebe miteinander verbunden. Dabei kann
vorzugsweise zwischen einer Führungswelle bzw.
Antriebswelle und einem Kardangelenk bzw. Kegelradtrieb
jeweils ein Kupplungselement angeordnet sein. Dann ist an
jeder Seite eines Kardangelenkes bzw. eines Kegelradtriebes
jeweils ein Kupplungselement vorgesehen. Zweckmäßigerweise
ist jeweils ein Kupplungselement der beiden vorgenannten
Kupplungselemente axial verschiebbar auf der zugeordneten
Führungswelle bzw. Antriebswelle angeordnet.
Nach einer sehr bevorzugten Ausgestaltung der erfindungs
gemäßen Vorrichtung ist für die radialzentrische Bewegung
jeder Spannbacke der unteren Ebene und/oder der oberen
Ebene ein Linearantrieb vorgesehen. Es liegt dabei im Rah
men der Erfindung, dass jeder Spannbacke der unteren Ebene
und der oberen Ebene ein solcher Linearantrieb zugeordnet
ist. Vorzugsweise ist der einer Spannbacke zugeordnete Li
nearantrieb über eine Zahnkupplung mit der der betreffenden
Spannbacke zugeordneten Führungswelle gekoppelt. Zahnkupp
lung meint hier eine Kupplung mit Hilfe von Zahnrädern bzw.
Zahnstangen. Nach sehr bevorzugter Ausführungsform der Er
findung sind die Linearantriebe als Hydraulikzylinder aus
gebildet. Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass an einen
Linearantrieb bzw. an einen Hydraulikzylinder eine Zahn
stange angeschlossen ist und dass an die zugeordnete Füh
rungswelle ein Zahnrad angeschlossen ist. Das Zahnrad kämmt
dann mit der Zahnstange des Linearantriebes. Vorzugsweise
sind alle Hydraulikzylinder der unteren Ebene an den selben
Hydraulikmediumspeicher angeschlossen und sind alle Hydrau
likzylinder der oberen Ebene an den selben Hydraulikmedium
speicher angeschlossen.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren bzw. mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gusseiserne Rohre größeren Durchmessers, bei
spielsweise Zylinderlaufbüchsen, problemlos kontinuierlich,
d. h. ohne ständige Gießunterbrechung, hergestellt werden
können. Erfindungsgemäß ist es möglich, dass eine Mehrzahl
von den Rohrstrang umgebenden Spannbacken gleich stark an
den Rohrstrang angedrückt werden kann und dabei alle Spann
backen ohne weiteres zentrisch gehalten werden können indem
sie vorzugsweise rückfahrgesperrt sind, beispielsweise
durch ein entsperrbares Rückschlagventil. Die zu einem Ring
angeordneten und den Rohrstrang umgebenden Spannbacken
können alle radialzentrisch gleichmäßig bewegt werden. Im
Ergebnis können gusseiserne Rohre mit Durchmessern bis zu
1.000 mm und mehr, beispielsweise Zylinderlaufbüchsen für
große Schiffsdieselmotoren, einfach und funktionssicher mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Zuge eines
kontinuierlichen Stranggießvorganges hergestellt werden.
Aufgrund der funktionssicheren kontinuierlichen
Arbeitsweise können störende Unterbrechungen des Gießpro
zesses vermieden werden. Von daher zeichnet sich das erfin
dungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Vorrichtung
durch Effektivität und eine zügige Herstellungsweise aus.
Deshalb wird im Vergleich zu den aus der Praxis bekannten
Gießverfahren auch eine beachtliche Kosteneinsparung er
reicht, nebenbei auch dadurch, dass nur sehr wenig
Fertigungsabfall an den Rohrenden auftritt. Dies zeichnet
das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die erfindungsgemäße
Vorrichtung gegenüber dem Sandguss und auch gegenüber dem
diskontinuierlichen Strangguss aus (Handbuch des
Stranggießens Dr. E. Hermann, Aluminiumverlag Düsseldorf
und DE-PS 10 04 345).
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein
Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläu
tert. Es zeigen in schematischer Darstellung:
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
in einem ersten Funktionszustand,
Fig. 2 den Gegenstand nach Fig. 1 in einem zweiten
Funktionszustand,
Fig. 3 den Gegenstand gemäß Fig. 1 in einem dritten
Funktionszustand,
Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 1 in einem vierten
Funktionszustand,
Fig. 5 den Gegenstand gemäß Fig. 1 in einem fünften
Funktionszustand,
Fig. 6 den Gegenstand nach Fig. 1 in einem sechsten
Funktionszustand,
Fig. 7 den Gegenstand gemäß Fig. 1 in einem siebten
Funktionszustand,
Fig. 8 den Gegenstand nach Fig. 1 in einem achten
Funktionszustand,
Fig. 9 den Gegenstand gemäß Fig. 1 in einem neunten
Funktionszustand,
Fig. 10 den Gegenstand nach Fig. 1 in einem zehnten
Funktionszustand,
Fig. 11 eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße
Vorrichtung im Schnitt,
Fig. 12 eine Ansicht des Gegenstandes nach Fig. 11 aus
Richtung des Pfeiles A,
Fig. 13 ein vergrößerter Ausschnitt B aus Fig. 1 im
Detail und
Fig. 14 den Gegenstand nach Fig. 13 in einer anderen
Ausführungsform.
Die Figuren zeigen eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens zum kontinuierlichen Strang
gießen von Rohren, wobei ein Rohrstrang 1 mittels einer
Gießkokille 2 gegossen wird. Die Vorrichtung weist eine
Mehrzahl von Treibmitteln auf, die im Ausführungsbeispiel
als Treibraupen 3 ausgebildet sind. Diese Treibmittel bzw.
Treibraupen 3 sind zum Ziehen des Rohrstranges 1 aus der
Gießkokille 2 vorgesehen. Die Treibmittel bzw. Treibraupen
3 sind dabei über den Umfang des Rohrstranges 1 verteilt
angeordnet. In den Fig. 1 bis 10 sind lediglich zwei Treib
raupen 3 dargestellt. Es sind jedoch zweckmäßigerweise meh
rere Treibraupen 3, beispielsweise acht Treibraupen 3 über
den Umfang des Rohrstranges 1 verteilt angeordnet. Dabei
weisen die Treibraupen 3 vorzugsweise gleiche Abstände von
einander auf. Zum Ziehen des Rohrstranges 1 werden die
Treibmittel bzw. Treibraupen 3 durch radialzentrische Bewe
gung zur Anlage an dem Rohrstrang 1 gebracht.
Fernerhin sind in einem oberen Ring bzw. in einer oberen
Ebene 4 angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges 1
verteilte obere Spannbacken 5 vorgesehen, die durch eine
radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang 1
gemeinsam zur Anlage gebracht werden können. Dieser Zustand
ist in der Fig. 11 dargestellt. Außerdem sind in einem
unteren Ring bzw. in einer unteren Ebene 6 angeordnete und
über den Umfang des Rohrstranges 1 verteilte untere Spann
backen 7 vorgesehen, die ebenfalls durch eine radialzen
trische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang 1 gemein
sam zur Anlage gebracht werden können (Fig. 11).
Jede Spannbacke 4, 5 ist an eine Führungswelle 8 ange
schlossen und sowohl die Führungswellen 8 der oberen Ebene
4 als auch die Führungswellen 8 der unteren Ebene 6 sind
zwecks Verwirklichung des Gleichlaufs der radialzentrischen
Bewegungen der Spannbacken 4, 5 zu einem ringgeschlossenen,
den Rohrstrang 1 umgebenden Führungswellenaggregat 9 ver
bunden (Fig. 11). Die Führungswellen 8 sind dabei vorzugs
weise und im Ausführungsbeispiel über gleichlaufende Kar
dangelenke 10 zu dem Führungswellenaggregat 9 verbunden. -
Es ist fernerhin eine lediglich durch einen Pfeil symboli
sierte Trennvorrichtung 11 zum Abtrennen eines Rohrab
schnittes 12 vorgesehen, mit welcher Trennvorrichtung 11
der von den Spannbacken 4, 5 aufgenommene Rohrstrang 1
zwischen der oberen Ebene 4 und der unteren Ebene 6 durch
trennbar ist. Vorzugsweise und im Ausführungsbeispiel bil
det der obere Ring bzw. die obere Ebene 4 mit den oberen
Spannbacken 5 sowie der untere Ring bzw. die untere Ebene 6
mit den unteren Spannbacken 7 zusammen mit der Trennvor
richtung 11 ein Spannbackenaggregat 13, das zweckmäßiger
weise als Ganzes unterhalb der Gießkokille 2 bzw. unter den
Treibraupen 3 vertikal bewegbar bzw. verfahrbar ist.
In den Fig. 1 bis 10 sind die wichtigsten Funktionszustände
der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens dargestellt. In diesen Figuren ist oben die
Gießkokille 2 mit ihrem Dorn 14 als Innenteil erkennbar.
Darunter sind die Treibraupen 3 als Treibmittel vorgesehen
und unter diesen Treibraupen 3 ist das Spannbackenaggregat
13 mit Trennvorrichtung 11 angeordnet. Im Funktionszustand
der Fig. 1 ist ein Gießanfahrstück 15 in einer Ausgangs
position auf einem Wagen 16 angeordnet. In Fig. 1 ist wei
terhin erkennbar, dass die oberen Spannbacken 5 und die
unteren Spannbacken 7 des Spannbackenaggregates 13 durch
radialzentrische Bewegung an dem Gießanfahrstück 15 gemein
sam zur Anlage gebracht worden sind. Das von dem Spann
backenaggregat 13 aufgenommene Gießanfahrstück 15 wird dann
durch Vertikalbewegung des Spannbackenaggregates 13 zu den
Treibraupen 3 bewegt (Fig. 2). Die Treibraupen 3 werden
ebenfalls durch radialzentrische Bewegung gemeinsam an dem
Gießanfahrstück 15 zur Anlage gebracht und das Gießanfahr
stück 15 wird dann mit Hilfe der angetriebenen Treibraupen
3 in die Gießposition bzw. Gießanfangsstellung bewegt (Fig.
3).
Fig. 4 zeigt, dass der Gießvorgang begonnen hat und sich
das Gießanfahrstück 15 inzwischen bereits unterhalb der
Trennebene bzw. der Trennvorrichtung 11 befindet. Dann er
folgt die Trennung und das Gießanfahrstück 15 wird, nur
noch gehalten von den unteren Spannbacken 7, aufgenommen
und wieder auf dem Wagen 16 abgestellt (Fig. 5). In den
Fig. 4 und 5 ist auch erkennbar, dass an dem gegossenen
Rohrstrang 1 die über den Umfang des Rohrstranges 1
verteilten Treibraupen 3 zur Anlage gebracht sind und der
Rohrstrang 1 wird durch die angedrückten Treibraupen 3
gehalten und der Gießgeschwindigkeit entsprechend aus der
Gießkokille 2 herausgezogen.
Die Fig. 6 zeigt den Funktionszustand, in dem der Gieß
vorgang bereits soweit fortgeschritten ist, dass sich ein
Rohrabschnitt 12 von gewünschter Länge unterhalb der Trenn
ebene befindet. Obere Spannbacken 5 und untere Spannbacken
7 sind an dem Rohrstrang 1 durch radialzentrische Bewegung
gemeinsam zur Anlage gebracht worden. Dann erfolgt die Ab
trennung des Rohrabschnittes 12 mittels der Trennvorrich
tung 11. Anschließend werden die oberen Spannbacken 5 durch
radialzentrische Bewegung außer Kontakt mit dem Rohrstrang
1 gebracht, während die unteren Spannbacken 7 weiterhin den
Rohrabschnitt 12 halten. Durch Vertikalbewegung des ge
samten Spannbackenaggregates 13 wird dann der von den unte
ren Spannbacken 7 aufgenommene abgetrennte Rohrabschnitt 12
in eine Abstellposition bewegt und im Ausführungsbeispiel
auf dem Wagen 16 abgesetzt (Fig. 7). Anschließend werden
die unteren Spannbacken 7 durch radialzentrische Bewegung
von dem abgestellten Rohrabschnitt 12 gelöst und das
Spannbackenaggregat 13 fährt dann vertikal in eine obere
Position unterhalb der Treibraupen 3 zurück (Fig. 8). In
dieser oberen Position erfolgt die Abtrennung von
Rohrabschnitten 12 von dem gegossenen Rohrstrang 1. Fig. 8
zeigt den Rohrstrang 1 kurz nach einem ungewollten
Gießabbruch. Der Gießspiegel ist in der Gießkokille 2 schon
unter seiner normalen Höhenlage. In dem Funktionszustand
nach Fig. 9 ist erkennbar, dass die oberen Spannbacken 5
und die unteren Spannbacken 7 an dem Rohrstrang 1 zur
Anlage gebracht wurden und dass der Endstrang dieses
Rohrstranges 1 mittels des Spannbackenaggregates 13 auf dem
Wagen 16 abgestellt wurde. Das Spannbackenaggregat 13 mit
der Trennvorrichtung 11 ist hier so angeordnet worden, dass
der untere Teil des Endstranges die gewünschte Länge eines
Rohrabschnittes 12 hat. Nach erfolgter Trennung wird das
obere Rohrendstück 17, nachdem die unteren Spannbacken 7
gelöst wurden, auf dem Rohrabschnitt 12 abgestellt, wobei
hier die Abstellhöhe der Schnittspalthöhe entspricht.
Anschließend wird zweckmäßigerweise das obere Rohrendstück
17 durch die Spannbacken 5, 7 etwa mittig gefasst und
angehoben. Dann kann der Wagen 16 mit dem Rohrabschnitt 12
abfahren. Anschließend kann dann das obere Rohrendstück 17
mit Hilfe des Spannbackenaggregates 13 auf dem Wagen 16
abgestellt werden. Dieser Zustand ist in Fig. 10 gezeigt.
Die Fig. 12 zeigt eine obere Spannbacke 5 und eine Vorrich
tung, mit der diese obere Spannbacke 5 durch radialzen
trische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang 1 bzw. an
dem Gießanfahrstück 15 zur Anlage bringbar ist. Dabei ist
die obere Spannbacke 5 mit einem als Hydraulikzylinder 18
ausgebildeten Linearantrieb radial zum Rohrstrang 1 beweg
bar. Der Hydraulikzylinder 18 bewegt dabei den über Rollen
geführten Schlitten 19, an dessen Ende die obere Spannbacke
5 angeordnet ist. Dieser Schlitten 19 ist an einen
Zahnstangentrieb 20 gekoppelt, der mit einem Zahnrad 21
wechselwirkt, das auf der Führungswelle 8 fixiert ist. Da
durch, dass alle Führungswellen 8 über ihre Wellenenden zum
Führungswellenaggregat 9 kombiniert sind, wird eine syn
chrone gleichlaufende radialzentrische Bewegung aller obe
ren Spannbacken 5 erreicht. Auch die unteren Spannbacken 7
werden zweckmäßigerweise auf die vorstehend beschriebene
Weise radialzentrisch bewegt.
Nach einer Ausführungsform der Erfindung können die Zahnrä
der 21 fest mit der jeweiligen Führungswelle 8 für die obe
ren Spannbacken 5 bzw. für die unteren Spannbacken 7 ver
bunden sein. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung können die Zahnräder 21 aber auch über eine nicht
dargestellte Schlupf-Kupplungsverbindung an die jeweilige
Führungswelle 8 angeschlossen sein. Sehr bevorzugt ist da
bei eine Schlupfkupplung, verbunden mit einer Elektro-Mag
netkupplung. Letztere ist dann nur während der Aufnahme
eines neuen Gießanfahrstückes 15 festkuppelnd eingeschaltet
und zwar nachdem zuvor eine selbsttätige Zentrierung der
Spannbacken 5, 7 zur Gießkokille 2 hin stattgefunden hat.
Diese Zentrierung erfolgt dadurch, dass die Spannbacken 5,
7 eine entsprechend eingestellte rückwärtige Anschlagstel
lung anfahren. Eine bevorzugte Ausführungsform der Magnet
kupplung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung in
ihrem nicht eingeschalteten Zustand so eingestellt ist,
dass sie schlupfbremsend wirkt und zwar so stark, dass der
radialzentrische Gleichlauf der Spannbacken 5, 7 bei ihrer
Hinführung zum Rohrstrang 1 gewährleistet ist. Durch diese
vorstehend beschriebenen Maßnahmen werden beim Einspannen
eines abzutrennenden Rohrabschnittes 12 eventuell auftre
tende Spannungen vermieden, die auf Dauer die Funktion der
Spannbacken 5, 7 beeinträchtigen könnten.
Zweckmäßigerweise werden auch die Treibraupen 3 in analoger
Weise radialzentrisch bewegt wie die Spannbacken 5, 7. Die
Fig. 13 zeigt die bevorzugte Ausführungsform, bei der die
Treibmittel als Treibraupen 3 ausgebildet sind. Eine Treib
raupe 3 weist eine endlos umlaufende Raupenkette 22 auf,
die sich zweckmäßigerweise über nicht näher dargestellte
Rollen an einer Schiene 23 abstützen. Eine Antriebswelle 24
wird von einem Antriebsmotor 25 angetrieben, welche An
triebswelle 24 wiederum eine Treibraupe 3 antreibt. Im Aus
führungsbeispiel ist die Antriebswelle 24 hierzu mit einem
über ein Scherengelenk 26 geführten Kettentrieb 27 an ein
Kettenrad 28 der Treibraupe 3 angeschlossen. Dadurch, dass
die von dem Antriebsmotor 25 angetriebene Antriebswelle 24
über ihre Wellenenden mit den weiteren Antriebswellen 24
eines ringgeschlossenen Antriebswellenaggregates gekuppelt
ist, wird erfindungsgemäß ein synchroner Rotationsantrieb
aller Antriebswellen 24 und somit aller Treibraupen 3
erzielt. Vorzugsweise sind die Antriebswellen 24 dabei an
ihren Wellenenden über Kardangelenke 10 gekuppelt. - Eine
Treibraupe 3 wird mit einem als Hydraulikzylinder 18 aus
gebildeten Linearantrieb radial zum Rohrstrang 1 bewegt.
Wie bei der radialzentrischen Bewegung der Spannbacken 5, 7
bewegt der Hydraulikzylinder 18 dabei einen über Rollen
geführten Schlitten 19, an dessen Ende die Treibraupe 3 an
geordnet ist. Dieser Schlitten 19 ist an einen
Zahnstangentrieb 20 gekoppelt, der mit einem Zahnrad 21
wechselwirkt, das auf der Führungswelle 8 fixiert ist. Da
durch, dass alle Führungswellen 8 über ihre Wellenenden zu
einem ringgeschlossenen Führungswellenaggregat 9 kombiniert
sind, wird auch für die Treibraupen 3 eine synchrone
gleichlaufende radialzentrische Bewegung zum Rohrstrang 1
hin erreicht. In der Fig. 13 ist weiterhin erkennbar, dass
nach bevorzugter Ausführungsform ein zweiter Hydraulik
zylinder 29 auf eine Treibraupe 3 einwirkt bzw. zur radial
zentrischen Bewegung der zugeordneten Treibraupe 3 bei
trägt. Fig. 13 zeigt fernerhin einen Endschalter 30, mit
dem die radialzentrische Rückwärtsbewegung aller
Treibraupen 3 gestoppt werden kann. Die beiden
Hydraulikzylinder 18, 29, die die radialzentrische Bewegung
einer Treibraupe 3 bewirken, sind zweckmäßigerweise und im
Ausführungsbeispiel hydraulisch parallel geschaltet.
Fig. 14 zeigt eine weitere Ausführungsform, bei der die
Treibmittel als Treibrollen 31 ausgebildet sind, welche
Treibrollen 31 über den Umfang des Rohrstranges 1 verteilt
angeordnet sind. Jeder Treibrolle 31 ist eine Antriebswelle
24 für den Rotationsantrieb der Treibrolle 31 zugeordnet.
Die Antriebswellen 24 sind zur Verwirklichung eines dreh
zahlmäßigen Gleichlaufs aller Treibrollen 31 zu einem
ringgeschlossenen, den Rohrstrang 1 umgebenden Antriebswel
lenaggregat verbunden. In Fig. 14 ist ein Triebstock 32
erkennbar, in dem sowohl eine Antriebswelle 24 als auch
eine Führungswelle 8 gelagert ist. Die Antriebswelle 24
wird durch den Antriebsmotor 25 angetrieben. Die Antriebs
welle 24 ist über einen Kettentrieb 27, der über das Dop
pelkettenrad 33 geführt ist, mit der Treibrolle 31 verbun
den. Das Doppelkettenrad 33 sitzt im Ausführungsbeispiel
lose auf der Führungswelle 8. Auf die vorstehend beschrie
bene Weise wird mit Hilfe des Antriebsmotors 25 der Rota
tionsantrieb der Treibrolle 31 erreicht. Die von der An
triebswelle 24 antreibbare Treibrolle 31 ist vorzugsweise
und im Ausführungsbeispiel in einer als Winkelhebel 34
ausgeführten Treibrollenaufnahme aufgenommen. Der Winkelhe
bel 34 ist im Ausführungsbeispiel fest an die Führungswelle
8 angeschlossen bzw. auf der Führungswelle 8 festgeklemmt.
An das andere Ende des Winkelhebels 34 ist im Ausführungs
beispiel ein als Hydraulikzylinder 18 ausgebildeter Linear
antrieb angeschlossen. Durch Betätigung des Hydraulikzy
linders 18 ist der Winkelhebel 34 mit der Treibrolle 31
verschwenkbar und auf diese Weise ist die Treibrolle 31
durch eine radialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang 1
zur Anlage bringbar. Das ist in der Fig. 14 durch die
strichpunktierte Darstellung angedeutet worden. - Dadurch,
dass alle Führungswellen 8 zu einem Führungswellenaggregat
9 gekuppelt sind, wird eine synchrone bzw. gleichlaufende
radialzentrische Bewegung aller Treibrollen 31 erzielt.
Aufgrund der Kupplung aller Antriebswellen 24 zu einem An
triebswellenaggregat wird ein synchroner bzw. gleichlau
fender Rotationsantrieb aller Treibrollen 31 erreicht. In
der Fig. 14 ist ein Endschalter 30 erkennbar, mit dem die
radialzentrische Rückwärtsbewegung aller Treibrollen 31
gestoppt werden kann.
Beim kontinuierlichen Stranggießen großer Rohre ist es
besonders vorteilhaft, die Schmelze, permanent beheizt,
durch einen umfänglich über den ganzen Rohrkokillenspalt
angebrachten Ringtrichter übergangslos in den Rohrstrang
einfließen zu lassen. Die Beheizung der im Ringtrichter
befindlichen Schmelze erfolgt vorzugsweise induktiv, indem
beispielsweise der Schmelzenring zur Sekundärspule wird.
Claims (12)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Stranggießen von Rohren,
wobei ein Rohrstrang (1) mittels einer Gießkokille (2) ge
gossen wird,
wobei in einer oberen Ebene (4) angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilte obere Spannbacken (5) durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage gebracht werden und wo bei in einer unteren Ebene (6) angeordnete und über den Um fang des Rohrstranges (1)verteilte untere Spannbacken (7) durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage gebracht werden,
wobei anschließend der von den Spannbacken (5, 7) aufge nommene Rohrstrang (1) zwischen der oberen Ebene (4) und der unteren Ebene (6) durchtrennt wird,
wobei daraufhin der von den unteren Spannbacken (7) aufge nommene abgetrennte Rohrabschnitt (12) mit den unteren Spannbacken (7) in eine Abstellposition bewegt wird,
wobei anschließend die unteren Spannbacken (7) durch ra dialzentrische Bewegung von dem abgestellten Rohrabschnitt (12) gelöst werden,
wobei ein Gleichlauf der radialzentrischen Bewegungen durch ein der oberen und/oder der unteren Ebene (4, 6) jeweils zugeordnetes ringgeschlossenes, den Rohrstrang (1) umgeben des Führungswellenaggregat (9) aus einer Mehrzahl von je weils an eine Spannbacke (5, 7) angeschlossenen Führungs wellen (8) verwirklicht wird.
wobei in einer oberen Ebene (4) angeordnete und über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilte obere Spannbacken (5) durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage gebracht werden und wo bei in einer unteren Ebene (6) angeordnete und über den Um fang des Rohrstranges (1)verteilte untere Spannbacken (7) durch eine radialzentrische Bewegung an dem zu trennenden Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage gebracht werden,
wobei anschließend der von den Spannbacken (5, 7) aufge nommene Rohrstrang (1) zwischen der oberen Ebene (4) und der unteren Ebene (6) durchtrennt wird,
wobei daraufhin der von den unteren Spannbacken (7) aufge nommene abgetrennte Rohrabschnitt (12) mit den unteren Spannbacken (7) in eine Abstellposition bewegt wird,
wobei anschließend die unteren Spannbacken (7) durch ra dialzentrische Bewegung von dem abgestellten Rohrabschnitt (12) gelöst werden,
wobei ein Gleichlauf der radialzentrischen Bewegungen durch ein der oberen und/oder der unteren Ebene (4, 6) jeweils zugeordnetes ringgeschlossenes, den Rohrstrang (1) umgeben des Führungswellenaggregat (9) aus einer Mehrzahl von je weils an eine Spannbacke (5, 7) angeschlossenen Führungs wellen (8) verwirklicht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei vor dem Gießen des
Rohrstranges 1 ein Gießanfahrstück (15) in eine Gießpo
sition an der Gießkokille (2) bewegt wird, wobei das Gieß
anfahrstück (15) in einer Ausgangsposition von den Spann
backen (5, 7) aufgenommen wird und mittels der Spannbacken
(5, 7) in Richtung Gießkokille (2) angehoben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei an dem mittels der
Spannbacken (5, 7) angehobenen Gießanfahrstück (15) über
den Umfang des Gießanfahrstückes (15) verteilte Treibmittel
an dem Gießanfahrstück (15) zur Anlage gebracht werden und
wobei das Gießanfahrstück (15) mittels der Treibmittel in
die Gießposition bewegt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei an
dem gegossenen Rohrstrang (1) über den Umfang des Rohr-
stranges (1) verteilte Treibmittel zur Anlage gebracht wer
den, wobei der Rohrstrang (1) durch die angedrückten Treib
mittel gehalten und der Gießgeschwindigkeit entsprechend
aus der Gießkokille (2) herausgezogen wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 4, wobei eine Gießkokille (2) zum Gie
ßen des Rohrstranges (1) vorgesehen ist,
wobei eine Mehrzahl von Treibmitteln zum Ziehen des Rohr stranges (1) aus der Gießkokille (2) vorgesehen ist, welche Treibmittel über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilt angeordnet sind,
wobei eine Mehrzahl von Spannbacken (5, 7), die durch ra dialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage bringbar sind in einer oberen Ebene (4) sowie in einer unteren Ebene (6) und in jeder Ebene über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilt angeordnet sind,
wobei jede Spannbacke (5, 7) an eine Führungswelle (8) an geschlossen ist und wobei die Führungswellen (8) der oberen Ebene (4) und/oder der unteren Ebene (6) zwecks Verwirk lichung des Gleichlaufs der radialzentrischen Bewegungen der Spannbacken (5, 7) zu einem ringgeschlossenen, den Rohrstrang (1) umgebenden Führungswellenaggregat (9) ver bunden sind
und wobei eine Trennvorrichtung (11) zum Abtrennen eines Rohrabschnittes (12) von dem Rohrstrang (1) vorgesehen ist, mit welcher Trennvorrichtung (11) der von den Spannbacken (5, 7) aufgenommene Rohrstrang (1) zwischen der oberen Ebene (4) und der unteren Ebene (6) durchtrennbar ist.
wobei eine Mehrzahl von Treibmitteln zum Ziehen des Rohr stranges (1) aus der Gießkokille (2) vorgesehen ist, welche Treibmittel über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilt angeordnet sind,
wobei eine Mehrzahl von Spannbacken (5, 7), die durch ra dialzentrische Bewegung an dem Rohrstrang (1) gemeinsam zur Anlage bringbar sind in einer oberen Ebene (4) sowie in einer unteren Ebene (6) und in jeder Ebene über den Umfang des Rohrstranges (1) verteilt angeordnet sind,
wobei jede Spannbacke (5, 7) an eine Führungswelle (8) an geschlossen ist und wobei die Führungswellen (8) der oberen Ebene (4) und/oder der unteren Ebene (6) zwecks Verwirk lichung des Gleichlaufs der radialzentrischen Bewegungen der Spannbacken (5, 7) zu einem ringgeschlossenen, den Rohrstrang (1) umgebenden Führungswellenaggregat (9) ver bunden sind
und wobei eine Trennvorrichtung (11) zum Abtrennen eines Rohrabschnittes (12) von dem Rohrstrang (1) vorgesehen ist, mit welcher Trennvorrichtung (11) der von den Spannbacken (5, 7) aufgenommene Rohrstrang (1) zwischen der oberen Ebene (4) und der unteren Ebene (6) durchtrennbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, wobei jedem Treibmittel
eine Antriebswelle 24 für den Rotationsantrieb des
Treibmittels zugeordnet ist und wobei die Antriebswellen
(24) zwecks Verwirklichung eines drehzahlmäßigen Gleich
laufs der Treibmittel zu einem ringgeschlossenen, den Rohr
strang (1) umgebenden Antriebswellenaggregat verbunden
sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, wobei
jedes Treibmittel durch eine radialzentrische Bewegung an
dem Rohrstrang (1) zur Anlage bringbar ist, wobei jedem
Treibmittel eine Führungswelle (8) zugeordnet ist und wobei
die Führungswellen (8) zwecks Verwirklichung des Gleich
laufs der radialzentrischen Bewegungen der Treibmittel zu
einem ringgeschlossenen, den Rohrstrang (1) umgebenden Füh
rungswellenaggregat (9) verbunden sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei die
Führungswellen (8) der unteren Ebene (6) und/oder der obe
ren Ebene (4) und/oder die Führungswellen (8) der Treib
mittel und/oder die Antriebswellen (24) der Treibmittel
jeweils untereinander durch Kardangelenke (10) oder durch
Kegelradtriebe zum Führungswellenaggregat (9) bzw. zum An
triebswellenaggregat verbunden sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei für
die radialzentrische Bewegung jeder Spannbacke (5, 7) der
unteren Ebene (6) und/oder der oberen Ebene (4) ein Linear
antrieb vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei der Linearantrieb
über eine Zahnkupplung mit der Führungswelle (8) für die
Spannbacke (5, 7) gekoppelt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, wobei
ein Linearantrieb als Hydraulikzylinder (18) ausgebildet
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, wobei die Hydraulik
zylinder (18) an den selben Hydraulikmediumspeicher ange
schlossen sind.
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