DE10209696A1 - Zwangsbelüftetes Fenster mit Luftstrombegrenzung - Google Patents
Zwangsbelüftetes Fenster mit LuftstrombegrenzungInfo
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Abstract
Volumenstrombegrenzungen für zwangsbelüftete Fenster sind entweder relativ aufwendig oder entweder nur für Mitteldichtungssysteme oder nur für Anschlagdichtungssysteme einsetzbar. DOLLAR A Es wird daher eine im Falzbereich des Fensters angeordnete Verschlussvorrichtung zur Volumenstrombegrenzung vorgeschlagen, mit einem Basisteil und einem Dichtteil, wobei das Dichtteil beweglich gegenüber dem Basisteil angeordnet ist. Die Verschlussvorrichtung wird über das Basisteil im Falzbereich fest mit dem Blendrahmenprofil verbunden. Das Dichtteil ist derart zu der Anschlagfläche des Flügelüberschlags beabstandet, dass bei geringer Druckdifferenz zwischen Falzbereich und Innenraum der Luftweg zwischen Falzbereich und Rauminnerem freigegeben ist und bei Überschreiten einer Mindestdruckdifferenz zwischen Falzbereich und Rauminneren das Dichtteil der Verschlussvorrichtung wenigstens in Teilbereichen an der Anschlagfläche und/oder der inneren Anschlagdichtung anliegt. DOLLAR A Die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung wird in Fenstern mit Zwangsbelüftung eingesetzt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein zwangsbelüftetes Fenster mit Blendrahmen, Flügelrahmen und einer Anschlagdichtung, bei dem der Luftstrom wenigstens teilweise durch den Falzbereich zwischen Blendrahmen und Flügelrahmen geführt wird, und bei dem eine Luftstrombegrenzung vorgesehen ist.
- Der Einsatz wärmegedämmter Fenster mit verbesserter Fugendichtigkeit führt häufig, insbesondere bei Einsatz in Feuchträumen wie Bädern und Küchen, zu vermehrten Feuchtigkeitsschäden wie Schimmelpilzbefall, sofern nicht eine regelmäßige und ausreichende Belüftung der Räume sichergestellt werden kann. Ein ähnliches Problem tritt bei Wohnungen mit offener Gasetagenheizung o. dgl. auf. Es ist deshalb verschiedentlich vorgeschlagen worden, Fenster mit einer Zwangsbelüftung auszustatten, die unabhängig von einer Manipulation durch die Bewohner eine Mindestbelüftung der Räume sicherstellt. Bei höheren Luftdruckdifferenzen zwischen Innenraum und Gebäudeäußeren infolge hoher Windgeschwindigkeiten führen solche Zwangsbelüftungen jedoch zu unerwünscht hohen Volumenströmen der ausgetauschten Luft, die einen hohen Energieverlust und ggf. Zugerscheinungen verursachen.
- Es sind bereits vielfältige Vorschläge für zwangsbelüftete Fenster gemacht worden, die eine Begrenzung des Luftstroms bei höheren Druckdifferenzen vorsehen. Die DE 196 10 428 C2 betrifft ein zwangsbelüftetes Fenster mit Blendrahmen, Flügelrahmen und einer Mitteldichtung. Die Dichtung weist eine erste Dichtlippe auf, deren oberes Ende bei geschlossenem Fenster an einer Anlagefläche des Blendrahmens bzw. Flügelrahmens anliegt. In dieser ersten Dichtlippe befinden sich Luftdurchtrittsöffnungen. Die Dichtung weist weiterhin eine zweite Dichtlippe auf, die elastisch, bei geschlossenem Fenster frei beweglich und so im spitzen Winkel zu der ersten Dichtlippe angeordnet ist, dass bei Überschreiten eines bestimmten Differenzdruckes zwischen der Außenseite des Fensters gegenüber der Innenseite des Fensters die Luftdurchtrittsöffnungen wenigstens teilweise verschlossen werden. Diese Lösung hat sich in der Praxis sehr bewährt, ist in dieser Form aber nur für Mitteldichtungssysteme einsetzbar.
- Die DE 199 29 133 C2 betrifft ein Kunststofffenster aus Flügel und Blendrahmen mit einem Fensterfalz zwischen einer äußeren Blendrahmendichtung und einer inneren Flügeldichtung, wobei durch den Fensterfalz Luft zwischen dem Flügel und dem Blendrahmen von außen nach innen und umgekehrt strömt. Dabei ist in dem Fensterfalz wenigstens ein Falzlüfter vorgesehen, der eine Luftführungskammer und einen Volumenstrombegrenzer aufweist. Der Falzlüfter ist am Blendrahmen befestigt. Der eigentliche Lüftungsweg und der Volumenstrombegrenzer sind nicht von außen zugänglich und kann somit nicht ohne größeren Aufwand gereinigt werden. Zudem ist die Konstruktion relativ aufwendig.
- Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein gattungsgemäßes zwangsbelüftetes Fenster mit Volumenstrombegrenzung zur Verfügung zu stellen, das diese Nachteile nicht aufweist. Weitere Aufgaben und Anliegen der Erfindung ergeben sich aus den Vorteilen der erfindungsgemäßen Lehre gegenüber den bekannten Lösungen.
- Die Erfindung löst diese Aufgabe durch ein zwangsbelüftetes Fenster mit Luftstrombegrenzung gemäß Anspruch 1, bevorzugt in Verbindung mit einem oder mehreren der Merkmale der Unteransprüche.
- Die erfindungsgemäße Lösung kann dabei wahlweise in einem zwangsbelüfteten Fenster mit Mitteldichtungssystem oder in einem zwangsbelüfteten Fenster mit Anschlagdichtungssystem eingesetzt werden. Bei einem Mitteldichtungssystem werden dabei wenigstens zwei Dichtungsebenen eingesetzt, nämlich die Mitteldichtung und eine innere Anschlagdichtung, ggf. auch noch zusätzlich eine äußere Anschlagdichtung. Bei einem Anschlagdichtungssystem werden eine äußere Anschlagdichtung und eine innere Anschlagdichtung eingesetzt.
- Soweit die erfindungsgemäße Luftstrombegrenzung mit Anschlagdichtungssystemen bei klimatischen Verhältnissen eingesetzt wird, die durch sehr niedrige Außentemperaturen im Bereich von -5°C bis -25°C gekennzeichnet sind, wird nach einer Weiterbildung der Erfindung zumindest in Teilbereichen des Falzbereiches eine zusätzliche Mitteldichtung eingesetzt, die den Falzbereich in einen äußeren und einen inneren Falzbereich teilt, wobei die Luft über größere Strecken innerhalb des Falzbereiches geführt werden kann, um eine Vorwärmung der kalten Außenluft vor Eintritt in das Rauminnere zu gewährleisten. Hierdurch können Eisbildung oder Kondenswasserbildung vermieden werden.
- Bevorzugt wird die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung als Dichtung aus weichelastischem Material ausgeführt, wobei das Dichtteil eine einstückig mit dem Basisteil verbundene Dichtlippe ist. Als weichelastische Materialien werden insbesondere Weich-PVC, Elastomere wie EPDM oder andere, dem Fachmann an sich bekannte Materialien für Dichtungen im Fensterbereich eingesetzt. Die Dichtlippe weist bevorzugt im eingebauten Zustand bei geschlossenem Fenster einen Abstand zu der Anschlagfläche des Flügelüberschlags von ca. 0,5 bis 2 mm auf. Durch geeignete Auswahl der Dichtungsgeometrie, der Länge der Dichtungslippe und der Shore-Härte des verwendeten Materials kann die Ansprechschwelle der Verschlussvorrichtung auf die gewünschte Mindestdruckdifferenz eingestellt werden, bei der die Dichtlippe an der Anschlagfläche und/oder der inneren Anschlagdichtung anliegt und damit den Lüftungsweg wenigstens teilweise blockiert.
- Nach einer alternativen Ausführungsform der Erfindung wird die Verschlussvorrichtung aus Kunststoff im Spritzgussverfahren hergestellt, wobei auch harte Kunststoffe wie Hart-PVC, Polypropylen, ABS o. dgl. eingesetzt werden können. In diesem Fall wird das Dichtteil über ein Scharnier bzw. Gelenk an dem Basisteil beweglich gelagert, so dass es insbesondere durch die Schwerkraft im Ruhezustand, d. h. ohne Druckdifferenz und strömende Luft, den gewünschten Abstand zu der Anschlagfläche bzw. Anschlagdichtung aufweist und somit den Lüftungsweg freigibt. Bei Überschreiten der gewünschten Mindestdruckdifferenz schlägt das bewegliche Dichtteil hingegen an der Anschlagfläche und/oder der Anschlagdichtung an und begrenzt somit den Luftvolumenstrom auf ein gewünschtes Maß.
- Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der Blendrahmen in unmittelbarer Nähe zur inneren Sichtfläche des Blendrahmens eine Nut auf, die zur Aufnahme der erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung dienen kann. Eine solche Nut weisen viele an sich bekannte Blendrahmenprofile bereits zur Aufnahme einer Glashalteleiste bei Festverglasungen auf. In diese Glasleistenaufnahmenut kann ein an dem Basisteil der erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung vorgesehener Rastfuß leicht eingesetzt werden. Der Blendrahmen braucht in diesem Fall nicht angepasst zu werden, so dass der gleiche Blendrahmen bzw. das gleiche Blendrahmenprofil für Ausführungsformen mit oder ohne die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung eingesetzt werden kann.
- Soweit das Blendrahmenprofil keine Nut zur Aufnahme eines Rastfußes der Verschlussvorrichtung aufweist, kann das Basisteil der Verschlussvorrichtung mit dem Blendrahmenprofil insbesondere durch Kleben oder Schweißen verbunden werden. Das Basisteil weist hierzu bevorzugt eine relativ breite, insbesondere ebene Klebefläche auf.
- Vorteilhafterweise wird die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung nur im Bereich des oberen waagerechten Blendrahmenholmes eingesetzt. Die Zuluft erfolgt in an sich bekannter Weise durch Unterbrechungen der äußeren Anschlagdichtungsleiste bzw. der Mitteldichtung oder durch andere Zuluftöffnungen, die mit dem Falzbereich zwischen Blendrahmen und Flügelrahmen verbunden sind. Soweit die Zuluft durch Unterbrechungen der äußeren Anschlagdichtungsleiste bzw. der Mitteldichtung erfolgt, werden diese Unterbrechungen bevorzugt so angeordnet, dass die Luft nach dem Einströmen in den Falzbereich zunächst einen gewissen Weg durch den Falzbereich strömen muss, bevor sie über die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung in das Rauminnere gelangen kann. Als besonders günstig haben sich für die Zuluftöffnungen die oberen vertikalen Bereiche der seitlichen Blendrahmenholme erwiesen.
- Nach einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden mehrere, insbesondere drei unterschiedliche Verschlussvorrichtungen, die nebeneinander angeordnet werden können, eingesetzt, wobei die einzelnen Verschlussvorrichtungen unterschiedliche Ansprechschwellen des Dichtteils bezüglich der für das Schließen des Luftweges notwendigen Mindestdruckdifferenz aufweisen. Bei steigendem Außendruck gegenüber dem Innenraum schließt dann zunächst diejenige Verschlussvorrichtung, die die geringste Ansprechschwelle aufweist, und drosselt die Luftzufuhr entsprechend. Bei weiter steigendem Außendruck schließt dann zunächst die zweite Verschlussvorrichtung und bei weiter steigendem Außendruck auch die dritte Verschlussvorrichtung. Auf diese Weise kann in Stufen jeweils der Luftstrom gedrosselt werden, um einerseits eine ausreichende Belüftung bei geringen Druckunterschieden zwischen Außen- und Raumseite zu ermöglichen, andererseits Zuglufterscheinungen zuverlässig zu vermeiden. Diese mehrteilige Verschlussvorrichtung kann auch in der Weise ergänzt werden, dass jede einzelne Verschlussvorrichtung seitlich durch einen Trennkörper von der benachbarten Verschlussvorrichtung abgedichtet ist, um ein seitliches Überströmen der Luft in den benachbarten Bereich zu verhindern.
- Die erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung kann auf einfache Weise dadurch ergänzt werden, dass eine Fixierung des Dichtteils in der Weise vorgesehen wird, dass das Dichtteil entweder in seiner Grundposition, d. h. mit offenem Luftweg, fixiert wird und/oder in derjenigen Stellung, die ein weitgehendes Verschließen des Luftweges bewirkt. Die Fixierung des Dichtteils kann dabei beispielsweise über einen Schieber o. dgl. erfolgen, der eine entsprechende Kraftbeaufschlagung des Dichtteils der Verschlussvorrichtung bewirkt.
- Ein großer Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass ggf. auch bereits vorhandene Fenster mit einer der alternativ dargestellten erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtungen versehen werden können. Hierzu wird die vorhandene innere Anschlagdichtung im Bereich des oberen waagerechten Holmes teilweise entfernt, so dass zunächst die Frischluft ungehindert vom Falzbereich in das Rauminnere strömen kann. Soweit der vorhandene Blendrahmen eine Glasleistenaufnahmenut aufweist, kann eine erfindungsgemäße Verschlussvorrichtung mit Rastfuß problemlos nachträglich eingesetzt werden. Soweit ein Blendrahmen vorhanden ist, der eine solche Glasleistenaufnahmenut nicht aufweist, kann eine geklebte Dichtung auch nachträglich eingesetzt werden.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen sowie der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Fenster (Anschlagdichtungssystem)
- Fig. 2 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Fenster (Mitteldichtungssystem)
- Fig. 3 Detail gem. Fig. 1: hohe Luftdruckdifferenz
- Fig. 4 Detail gem. Fig. 1: geringe Luftdruckdifferenz
- Fig. 5 Detail ähnlich Fig. 1: mit Schieber, geschlossen
- Fig. 6 Detail ähnlich Fig. 1: mit Schieber, geöffnet
- Fig. 7 Detail ähnlich Fig. 1: alternative Bauart
- Fig. 8 Detail ähnlich Fig. 1: alternative Bauart mit Schieber geöffnet
- Fig. 9 Detail ähnlich Fig. 1: alternative Bauart mit Schieber geschlossen
- Fig. 10 Ansicht einer Dichtung gemäß Fig. 1 mit Fuß als Verschlussvorrichtung
- Fig. 11 Ansicht einer Dichtung mit Verklebung gem. Fig. 2 als Verschlussvorrichtung
- Fig. 12 Schnitt AA durch eine Dichtung gemäß Fig. 10 oder 11
- Fig. 13 Schnitt BB durch eine Dichtung gemäß Fig. 10 oder 11
- Fig. 14 Schnitt CC durch eine Dichtung gemäß Fig. 10 oder 11
- Fig. 15 Ansicht einer alternativen Verschlussvorrichtung (Spritzgussversion)
- Fig. 16 eine alternative Ausführung ähnlich Fig. 1 (Anschlagdichtungssystem mit zusätzlicher Mitteldichtung)
- In Fig. 1 ist der obere horizontale Bereich eines erfindungsgemäßen zwangsbelüfteten Fensters mit Luftstrombegrenzung dargestellt. Das Fenster ist aus dem Blendrahmenprofil 1 mit innerer Sichtfläche 2 und äußerer Sichtfläche 3 und dem Flügelrahmenprofil 4 mit Flügelüberschlag 9 aufgebaut. Die äußere Anschlagdichtung 6 und die innere Anschlagdichtung 5 dichten den Falzbereich 10 ab, wobei sowohl die äußere Anschlagdichtung 6 als auch die innere Anschlagdichtung 5 in Teilbereichen entfernt wurden, um einen durchgehenden Lüftungsweg zu erhalten. Das Blendrahmenprofil 1 weist in der Nähe der inneren Sichtfläche 2 im Falzbereich 10 eine Glasleistenaufnahmenut 19 auf, die normalerweise bei Festverglasungen zur Aufnahme einer Glasleiste dient. In der in Fig. 1 dargestellten Lösung wird diese Glasleistenaufnahmenut 19 zur Aufnahme der erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung 12 eingesetzt, die als flexible Dichtung mit Basisteil 13 und einem lippenförmigen Dichtteil 14 aufgebaut ist (Fig. 10, Fig. 12 bis 14 im Detail).
- Wie in Fig. 10 näher dargestellt, ist die Verschlussvorrichtung 12 aus drei nebeneinander angeordneten einzelnen Verschlussvorrichtungen 12a, 12b und 12c aufgebaut, die im Schnitt in Fig. 12, 13 und 14 näher dargestellt sind. Der Schnitt gemäß Fig. 14 erläutert, dass die Verschlussvorrichtung 12c an der Stelle, an der das Dichtteil 14 mit dem Basisteil 13 verbunden ist, über eine hohlkehlartige Materialschwächung verbunden ist, so dass das Dichtteil 14 sehr leichtgängig gegenüber dem Basisteil 13 beweglich angeordnet ist, so dass schon bei geringen Luftdruckdifferenzen zwischen Falzbereich 10 und Rauminnerem 7 das Dichtteil 14 in Richtung auf die Anschlagfläche 11 bewegt wird, wodurch der Durchgang zwischen Falzbereich 10 und Rauminnerem 7 geschlossen wird.
- In Fig. 13 ist zu erkennen, dass im mittleren Bereich der Verschlussvorrichtung, also im Bereich 12b, die Materialschwächung etwas geringer ausgeführt ist, so dass die Verschlussvorrichtung 12b eine etwas höhere Luftdruckdifferenz zwischen Falzbereich 10 und Rauminnerem 12 benötigt, um zu schließen. Schließlich verdeutlicht Fig. 12, dass die Verschlussvorrichtung 12a relativ steif ausgeführt wird, d. h. ohne Materialschwächung im Bereich der Verbindung zwischen Dichtteil 14 und Basisteil 13, so dass eine nochmals höhere Luftdruckdifferenz notwendig ist, um die Verschlussvorrichtung in die abdichtende Stellung zu bewegen.
- In Fig. 2 ist eine alternative Ausführungsform der Erfindung dargestellt, wobei gleiche Bezugszeichen für gleiche bzw. gleich wirkende Teile verwendet werden. Das in Fig. 2 dargestellte Fenster ist als Mitteldichtungssystem mit Mitteldichtung 18 und innerer Anschlagdichtung 5 konzipiert, wobei die innere Anschlagdichtung 5 im Bereich des dargestellten oberen horizontalen Holms in der Art in Teilbereichen entfernt wird, dass ein offener Durchgang zwischen innerem Falzbereich 10b und Rauminneren 7 entsteht. Die Mitteldichtung 18 teilt den Falzbereich in einen äußeren Falzbereich 10a und einen inneren Falzbereich 10b, wobei - in Fig. 2 nicht dargestellt - durch entsprechende Ausnehmungen der Dichtung im Bereich der oberen vertikalen Holme ein Durchtritt von Frischluft vom äußeren Falzbereich 10a in den inneren Falzbereich 10b möglich ist.
- Das Blendrahmenprofil 1 gemäß Fig. 2 weist, im Gegensatz zum Blendrahmen 1 gemäß Fig. 1, keine Glasleistenaufnahmenut auf. Die Verschlussvorrichtung 20 weist daher ein etwa ebenes Basisteil 21 und ein lippenförmiges Dichtteil 22 auf, wie in Fig. 11 dargestellt. Die Verschlussvorrichtung 20 ist sonst im Querschnitt gleich aufgebaut wie die Verschlussvorrichtung 12, insbesondere bezüglich der Aufhängung des Dichtteils gegenüber dem Basisteil entsprechend den Fig. 12 bis 14.
- Die Verschlussvorrichtung 20 ist mittels eines doppelseitigen Klebebandes unmittelbar mit dem Blendrahmenprofil 1 verbunden.
- In Fig. 3 ist der innere Dichtungsbereich gemäß Fig. 1 im Detail dargestellt, wobei in Fig. 3 die Verschlussvorrichtung 12 in "Geschlossenstellung" dargestellt wird, das Dichtteil 14 also an der Anschlagfläche 11 dichtend anliegt. In Fig. 4 ist der gleiche Ausschnitt wie in Fig. 3 dargestellt, jedoch in "Offenstellung" der Verschlussvorrichtung 12, so dass die Frischluft ungehindert in das Rauminnere 7 gelangen kann.
- In Fig. 5 ist eine modifizierte Verschlussvorrichtung dargestellt, wobei ein zusätzlicher Schieber dafür sorgt, dass die Verschlussvorrichtung wahlweise von Hand in die Stellung "geschlossen" - in Fig. 5 dargestellt - bzw. geöffnet/Automatikbetrieb - in Fig. 6 dargestellt - eingestellt werden kann.
- In Fig. 7 ist eine weitere Alternative der Verschlussvorrichtung dargestellt, die im Spritzgussverfahren aus Hart-PVC hergestellt wird. Das Dichtteil 24a ist gelenkig gegenüber dem Basisteil 24b gelagert, die Befestigung erfolgt ähnlich Fig. 1 durch Einstecken des Basisteils 24b in die Glasleistenaufnahmenut 19.
- In Fig. 8 ist eine ähnliche Konstruktion wie in Fig. 7 dargestellt, wobei die Verschlussvorrichtung zusätzlich einen Schieber aufweist, der das bewegliche Dichtteil 24a dauerhaft in die Stellung "geschlossen" fixieren kann (Fig. 9).
- Die im Spritzgussverfahren hergestellte Verschlussvorrichtung 24 ist in Fig. 15 nochmals in perspektivischer Ansicht dargestellt, wobei auch seitliche Begrenzungen 25 dargestellt sind, die verhindern, dass Luft seitlich zwischen den einzelnen Teilen der Verschlussvorrichtung 24 in das Rauminnere strömen kann.
- In Fig. 16 ist schließlich die erfindungsgemäße Luftstrombegrenzung mit Anschlagdichtungssystemen für eine Anwendung in klimatisch ungünstigen Verhältnissen mit einer zusätzlichen Mitteldichtung 26 dargestellt. Die Mitteldichtung 26 teilt den Falzbereich in einen äußeren und einen inneren Falzbereich, wobei die Luft über größere Strecken innerhalb des Falzbereiches geführt wird (nicht dargestellt), um eine Vorwärmung der kalten Außenluft vor Eintritt in das Rauminnere zu gewährleisten. Hierdurch können Eisbildung oder Kondenswasserbildung vermieden werden. Die Frischluft strömt in diesem Beispiel im Bereich des oberen horizotalen Holmes in die äußere Falzkammer ein. Hierzu ist die äußere Anschlagdichtung in diesem Bereich entfernt worden. Die zusätzliche Mitteldichtung 26 ist nur im Bereich des oberen horizotalen Holmes sowie den beiden seitlichen vertikalen Holmen angebracht, so dass die Frischluft im unteren horizontalen Falzbereich in die raumseitige Falzkammerhälfte strömen kann. Von dort strömt die Frischluft durch die raumseitigen vertikalen Bereiche der Falzkammer nach oben, um schließlich im oberen horizontalen Bereich durch die Verschlußvorrichtung 12 in das Rauminnere 7 zu gelangen. Legende 1 Blendrahmenprofil
2 innere Sichtfläche
3 äußere Sichtfläche
4 Flügelrahmenprofil
5 innere Anschlagdichtung
6 äußere Anschlagdichtung
7 Rauminnenseite
8 Gebäudeaußenseite
9 Flügelüberschlag
10 Falzbereich
10a äußerer Falzbereich
10b innerer Falzbereich
11 Anschlagfläche
12 Verschlussvorrichtung für Anschlagdichtungssystem
13 Basisteil
14 Dichtteil
15 Bereich 1
16 Bereich 2
17 Bereich 3
18 Mitteldichtung
19 Glasleistenaufnahmenut
20 Verschlussvorrichtung für Mitteldichtungssystem
21 Basisteil
22 Dichtteil
23 Schieber
24 Verschlussvorrichtung (Spritzguss)
24a Dichtteil
24b Basisteil
25 seitliche Begrenzungen
26 zusätzliche Mitteldichtung
Claims (6)
1. Zwangsbelüftetes Fenster mit Luftstrombegrenzung, mit
einem eine innere und eine äußere Sichtfläche aufweisenden, aus Blendrahmenprofilen (1) gebildeten Blendrahmen,
einem aus Flügelrahmenprofilen (4) gebildeten Flügelrahmen
sowie einer inneren Anschlagdichtung (5),
wobei die Flügelrahmenprofile (1) rauminnenseitig einen Flügelüberschlag (9) aufweisen, der bei geschlossenem Fenster mit seiner falzseitig gelegenen Anschlagfläche (11) wenigstens in Teilbereichen des Umfangs über die innere Anschlagdichtung (5) an der inneren Sichtfläche (2) des Blendrahmens anschlägt,
und wobei ein wenigstens teilweise durch den Falzbereich (10) zwischen Blendrahmen und Flügelrahmen geführter Luftweg zur Belüftung des Rauminneren (7) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine ein Basisteil (13, 21, 24b) und ein Dichtteil (14, 22, 24a) aufweisende Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) vorgesehen ist, bei der das Dichtteil (14, 22, 24a) beweglich gegenüber dem Basisteil (13, 21, 24b) angeordnet ist,
wobei die Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) über das Basisteil (13, 21, 24b) im Falzbereich (10) fest mit dem Blendrahmenprofil (1) verbunden ist,
wobei das Dichtteil (14, 22, 24a) derart zu der Anschlagfläche (11) des Flügelüberschlags (9) beabstandet ist, dass bei geringer Druckdifferenz zwischen Falzbereich (10) und Innenraum der Luftweg zwischen Falzbereich (10) und Rauminnerem freigegeben ist und bei Überschreiten einer Mindestdruckdifferenz zwischen Falzbereich (10) und Rauminneren das Dichtteil (14, 22, 24a) der Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) wenigstens in Teilbereichen an der Anschlagfläche (11) und/oder der inneren Anschlagdichtung (5) anliegt.
einem eine innere und eine äußere Sichtfläche aufweisenden, aus Blendrahmenprofilen (1) gebildeten Blendrahmen,
einem aus Flügelrahmenprofilen (4) gebildeten Flügelrahmen
sowie einer inneren Anschlagdichtung (5),
wobei die Flügelrahmenprofile (1) rauminnenseitig einen Flügelüberschlag (9) aufweisen, der bei geschlossenem Fenster mit seiner falzseitig gelegenen Anschlagfläche (11) wenigstens in Teilbereichen des Umfangs über die innere Anschlagdichtung (5) an der inneren Sichtfläche (2) des Blendrahmens anschlägt,
und wobei ein wenigstens teilweise durch den Falzbereich (10) zwischen Blendrahmen und Flügelrahmen geführter Luftweg zur Belüftung des Rauminneren (7) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine ein Basisteil (13, 21, 24b) und ein Dichtteil (14, 22, 24a) aufweisende Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) vorgesehen ist, bei der das Dichtteil (14, 22, 24a) beweglich gegenüber dem Basisteil (13, 21, 24b) angeordnet ist,
wobei die Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) über das Basisteil (13, 21, 24b) im Falzbereich (10) fest mit dem Blendrahmenprofil (1) verbunden ist,
wobei das Dichtteil (14, 22, 24a) derart zu der Anschlagfläche (11) des Flügelüberschlags (9) beabstandet ist, dass bei geringer Druckdifferenz zwischen Falzbereich (10) und Innenraum der Luftweg zwischen Falzbereich (10) und Rauminnerem freigegeben ist und bei Überschreiten einer Mindestdruckdifferenz zwischen Falzbereich (10) und Rauminneren das Dichtteil (14, 22, 24a) der Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) wenigstens in Teilbereichen an der Anschlagfläche (11) und/oder der inneren Anschlagdichtung (5) anliegt.
2. Zwangsbelüftetes Fenster nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) als
Dichtung aus weichelastischem Material ausgeführt ist,
wobei das Dichtteil (14, 22, 24a) eine einstückig mit dem
Basisteil (13, 21, 24b) verbundene Dichtlippe ist.
3. Zwangsbelüftetes Fenster nach einem der Ansprüche 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (13, 21,
24b) der Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) einen Rastfuß
aufweist zum Einrasten in eine Rastnut des
Blendrahmenprofils (1).
4. Zwangsbelüftetes Fenster nach einem der Ansprüche 1
oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Basisteil (13,
21, 24b) der Verschlussvorrichtung (12, 20, 24) mit dem
Blendrahmenprofil (1) durch Kleben oder Schweißen
verbunden ist.
5. Zwangsbelüftetes Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von
Verschlussvorrichtungen (12, 20, 24) eingesetzt wird, wobei die
einzelnen Verschlussvorrichtungen (12, 20, 24)
unterschiedliche Ansprechschwellen des Dichtteils (14, 22, 24a)
bezüglich der für das Schließen des Luftweges notwendigen
Mindestdruckdifferenz aufweisen.
6. Zwangsbelüftetes Fenster nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass zusätzliche Mittel vorgesehen
sind, die eine Fixierung des Dichtteils (14, 22, 24a)
derart ermöglichen, dass ein dauerhaftes, druckunabhängiges
Öffnen oder Schließen des Luftweges durch Fixierung des
Dichtteils (14, 22, 24a) ermöglicht wird.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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