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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Dunstabzugshaube zum Einsatz in einer Küche in einem Haushalt. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Steuern der Dunstabzugshaube.
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Eine Dunstabzugshaube ist dazu eingerichtet, Wrasen, die von einem Kochfeld aufsteigen, abzusaugen, gegebenenfalls zu filtern und abzutransportieren. Üblicherweise ist die Dunstabzugshaube oberhalb des Kochfelds angebracht. Um eine Bewegungsfreiheit einer Bedienperson im Kopfbereich nicht einzuschränken, kann ein Ansaugbereich der Dunstabzugshaube schräg gestellt oder kleiner als das Kochfeld sein. Um trotzdem eine gute Absaugung von Wrasen zu erzielen und eine hierfür erforderliche Leistung eines Lüfters zu begrenzen, wurde vorgeschlagen, ein Luftführungselement vorzusehen, mit dem gesteuert werden kann, von wo die Dunstabzugshaube Wrasen einsaugt. So kann verhindert werden, dass Luft durch einen Bereich eingesogen wird, in dem keine Wrasen vorliegen beziehungsweise unter dem sich keine Wrasenquelle auf dem Kochfeld befindet. Das Steuern des Einsaugbereichs erfolgt dabei üblicherweise manuell.
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Aus der
WO 2020/ 104 401 A1 ist eine Dunstabzugshaube mit einem Lufteinlassbereich bekannt, der mehrere Einlassöffnungen für Luft vom Außenbereich aufweist, wobei die Einlassöffnungen zum Einlassen von Luft aus verschiedenen Richtungen oder an verschiedenen Stellen eingerichtet sind. Die
DE 10 2017 203 080 A1 beschreibt ein kommunikativ verbundenes System aus einem Herd und einer Beleuchtungsvorrichtung. Die Beleuchtungsvorrichtung besitzt eine Einstellvorrichtung zur Veränderung der Ausgabe von Licht auf der Basis von Informationen, die vom Herd empfangen wurden. Die
DE 10 2020 210 477 A1 befasst sich mit einem Verfahren zum Betrieb einer Dunstabzugsvorrichtung, das ein Wrasenaufkommen vorhersagt und die Dunstabzugsvorrichtung entsprechend steuert.
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DE 10 2019 000 693 A1 offenbart ein Dunstabzugssystem mit einem Abzugsschirm, dessen räumliche Position veränderbar ist.
CH 707 522 B1 beschreibt ein weiteres System aus einem Kochfeld und einem Dunstabzug. Aus der
EP 2 570 735 B1 ist ein Dunstabzugssystem mit einer Plasmaquelle vorbekannt.
DE 10 2020 124 064 A1 und
DE 10 2012 024 975 A1 schlagen zwei weitere Dunstabzugshauben vor. Die
WO 2022/ 037 886 A1 offenbart ein Verfahren zum optischen Ermitteln eines Betriebszustands eines Kochfelds.
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EP 1 669 679 B1 schlägt eine Dunstabzugshaube vor, in der eine bewegliche Luftführung installiert ist. Die Luftführung kann durch binäres Verknüpfen von Aktivierungen von Brennern verstellt werden, die unter der Dunstabzugshaube angebracht sind.
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Die Steuerung einer solchen Dunstabzugshaube ist jedoch immer noch unflexibel und berücksichtigt nicht, dass die Abgabe von Wärme an einer vorbestimmten Position des Kochfelds nicht unbedingt mit der Freisetzung von Wrasen an derselben Stelle korreliert.
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Eine der vorliegenden Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe besteht in der Bereitstellung einer verbesserten Technik zum Steuern einer Dunstabzugshaube. Die Erfindung löst diese Aufgabe mittels der Gegenstände der unabhängigen Ansprüche. Unteransprüche geben bevorzugte Ausführungsformen wieder.
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Nach einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst ein Verfahren zum Steuern einer Dunstabzugshaube, die oberhalb eines Kochfelds angebracht ist, Schritte des Bestimmens einer Wrasenentwicklung auf dem Kochfeld; des Aktivierens eines Lüfters der Dunstabzugshaube; des Bestimmens einer ersten Position bezüglich des Kochfelds, an der Wrasen freigesetzt werden; des Bestimmens einer zweiten Position bezüglich der Dunstabzugshaube, an der die Wrasen eintreffen; und des Ansteuerns wenigstens eines Luftführungselements der Dunstabzugshaube, sodass verstärkt Luft im Bereich der zweiten Position eingesaugt wird.
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Die Wrasenentwicklung auf dem Kochfeld kann sowohl bezüglich der ersten Position als auch bezüglich eines Umfangs oder einer Art der freigesetzten Wrasen bewertet werden. Die Dunstabzugshaube kann dadurch verbessert so gesteuert werden, dass Wrasen effizient und sparsam abgesaugt werden. Eine durch den Lüfter bereitgestellte Leistung kann minimiert sein. Eine durch die Dunstabzugshaube aufgenommene Energie kann dadurch reduziert sein. Eine Geräuschbelästigung durch die Dunstabzugshaube kann minimiert sein.
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Es ist bevorzugt, dass das wenigstens eine Luftführungselement der Dunstabzugshaube derart angesteuert wird, dass gleichzeitig in verringertem Maß Luft von einer Position an der Dunstabzugshaube eingesaugt wird, an der keine Wrasen vom Kochfeld eintreffen.
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Umfasst die Dunstabzugshaube beispielsweise zwei horizontal versetzte Einlassbereiche für Luft aus dem Bereich des Kochfelds, wobei Wrasen nur an einem der Bereiche eintreffen, so kann dafür gesorgt werden, dass Luft nur durch diesen Bereich in den Lüfter eingesaugt wird und der andere Bereich verschlossen wird. In einer Ausführungsform ist nur ein Luftführungselement vorgesehen, das mehrere Einlassbereiche öffnen oder schließen kann, in einer anderen Ausführungsform sind mehrere Luftführungselemente vorgesehen, die beispielsweise unterschiedlichen, vorbestimmten Einlassbereichen an der Dunstabzugshaube zugeordnet sein können. Andere Luftführungsstrategien mit abweichenden Positionen beziehungsweise Funktionen von Luftführungselementen sind ebenfalls möglich. Es können auch mehrere Lüfter vorgesehen sein, deren Aktivierungen in Abhängigkeit von Stellungen der Luftführungselemente gesteuert werden kann. In noch einer weiteren Ausführungsform kann ein Lüfter als Luftführungselement verwendet werden. Ein Lüfter kann ein- oder ausgeschaltet werden oder in seiner Leistung mehrstufig beziehungsweise analog gesteuert werden.
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Das Bestimmen der zweiten Position auf der Basis der ersten Position erlaubt es, eine Geometrie der Anordnung zwischen dem Kochfeld und der Dunstabzugshaube zu berücksichtigen. Speziell kann berücksichtigt werden, dass die Dunstabzugshaube üblicherweise nicht gleich groß wie das Kochfeld oder gegenüber dem Kochfeld versetzt angebracht sein kann. Es kann auch berücksichtigt werden, in welchem Abstand über dem Kochfeld die Dunstabzugshaube angebracht ist. Es wird daher bevorzugt, dass die zweite Position auf der Basis eines Abstands, eines Größenverhältnisses und/oder eines Versatzes der Dunstabzugshaube gegenüber dem Kochfeld bestimmt wird. Diese Parameter können einmalig bestimmt und dann als vorbestimmte Konstanten verwendet werden. Alternativ kann auch eine periodische oder fortlaufende Bestimmung erfolgen.
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Die Bestimmung kann mit Mitteln der Euklidischen Geometrie erfolgen. Dazu kann eine Abbildung der ersten Position in die zweite Position beispielsweise mittels einer Linearkombination oder auf der Basis einer Abbildungsmatrix durchgeführt werden. In einer anderen Ausführungsform kann eine vorbestimmte Abbildung zwischen ersten und zweiten Positionen verwendet werden. Die Abbildung kann beispielsweise tabellarisch vorgegeben sein oder auf der Basis zurückliegender Verwendungen oder Beobachtungen erlernt sein.
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Die zweite Position entspricht nicht notwendigerweise einem Bereich, an dem das Absaugen von Wrasen an der Dunstabzugshaube direkt gesteuert werden kann. In diesem Fall kann das Absaugen durch einen oder mehrere nahe an der zweiten Position liegende Bereiche angesteuert werden. In einer Ausführungsform sind zwei Luftführungselemente vorgesehen, um ein Ansaugen von Luft an zwei verschiedenen vorbestimmten zweiten Positionen zu steuern. Dabei können beide Luftführungselemente angesteuert werden, falls die Wrasen an beiden zweiten Positionen oder in einem Bereich zwischen den beiden zweiten Positionen eintreffen.
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Ein Grad, mit dem Luft an einer zweiten Position angesaugt wird, kann binär, mehrstufig oder analog steuerbar sein. Öffnungsgrade beider Luftführungselemente können ungleich sein, falls die Wrasen in einem der Bereiche stärker und im anderen Bereich schwächer eintreffen. So können verschieden große Volumenströme von eingesaugter Luft an beiden zweiten Positionen gesteuert werden.
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Im Folgenden werden mehrere Varianten vorgestellt, mit denen bestimmt werden kann, wo die erste Position am Kochfeld liegt sowie optional eine Stärke oder Qualität der freigesetzten Wrasen. Es ist zu beachten, dass die Varianten auch miteinander kombiniert werden können, etwa um eine Bestimmungsqualität oder -genauigkeit zu steigern.
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In einer ersten Variante wird die erste Position auf der Basis eines Betriebszustands des Kochfelds bestimmt. Der Betriebszustand kann umfassen, an welcher ersten Position wieviel Wärme an ein Kochgut abgegeben wird. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass mit stärkerer Wrasenentwicklung zu rechnen ist, wenn mehr Wärme umgesetzt wird. Der Betriebszustand kann auch Informationen zu einem Kochgeschirr umfassen, beispielsweise den Durchmesser oder Volumen eines verwendeten Topfs. Ein Material des Kochgeschirrs kann ebenfalls vom Betriebszustand umfasst sein, beispielsweise wenn ein Induktionsherd eine gusseiserne Pfanne anders behandelt als einen Topf aus Edelstahl mit einem Kupferkern.
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Auch ein zeitlicher Verlauf der Wärmeabgabe auf der Basis des Betriebszustands kann berücksichtigt werden. So kann beispielsweise ein Aufheizvorgang, während dem keine Wrasen freigesetzt werden, berücksichtigt werden. Das Kochfeld kann ein dynamisches Positionieren von Kochgut beziehungsweise Kochgeschirr erlauben. Dabei kann das Kochgeschirr nur auf vorbestimmte Positionen oder auch frei verschoben werden. Der Betriebszustand kann dabei eine Aktualisierung einer ersten Position umfassen, wenn beispielsweise ein Topf auf dem Kochfeld verschoben wird. Die Dunstabzugshaube kann in Abhängigkeit dieser Informationen gesteuert werden.
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Die erste Position kann in einer zweiten Variante auch auf der Basis eines Kochrezepts bestimmt werden, das unter Verwendung des Kochfelds umgesetzt wird. Das Kochrezept kann in digitaler Form vorliegen und umfasst üblicherweise Mengenangaben und Arbeitsschritte, um vorbestimmte Zutaten zu einer Speise oder einem Gericht zu verarbeiten. Die Informationen des Kochrezepts können genutzt werden, um beispielsweise zu bestimmen, dass eine Sauce reduziert wird, dass Pasta in reichlich Wasser gekocht wird, dass Fleisch in einem flachen Gefäß angebraten oder Gemüse behutsam gedämpft wird. Aus solchen Tätigkeiten kann jeweils abgeleitet werden, wie stark eine Entwicklung von Wrasen ist und/oder welche Qualität entstehende Wrasen haben. Beispielsweise kann unterschieden werden zwischen aromatischen und nichtaromatischen oder fettigen und wässrigen Wrasen. Das Kochrezept kann Informationen über eine verarbeitete Menge von Zutaten umfassen, sodass die Menge freiwerdender Wrasen verbessert eingeschätzt werden kann. Zusätzlich kann die Freisetzung von Wrasen auf der Basis des Betriebszustands des Kochfelds verbessert qualifiziert werden. Die Steuerung der Dunstabzugshaube kann diese Informationen berücksichtigen.
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In einer weiter bevorzugten dritten Variante wird die erste Position auf der Basis einer sensorischen Abtastung des Kochfelds bestimmt. Ein Sensor für die Abtastung kann im Bereich der Dunstabzugshaube angebracht sein. Von dieser Stellung aus kann die erste Position mit hoher Genauigkeit bestimmt werden. Zusätzlich können eine Qualität und/oder eine Menge freigesetzter Wrasen mittels des Sensors bestimmt werden. So kann die Steuerung der Dunstabzugshaube auf sensorisch bestimmten Informationen basieren.
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Es ist weiterhin bevorzugt, dass die Abtastung mittels einer an der Dunstabzugshaube angebrachten Kamera erfolgt. Die Kamera kann im sichtbaren Lichtspektrum arbeiten oder zusätzlich einen nicht sichtbaren, beispielsweise infraroten Spektralbereich abdecken. Es können auch mehrere Kameras verwendet werden, um die erste Position zu bestimmen. Die Kameras können an verschiedenen Stellen angebracht sein oder unterschiedliche Abtastungen erlauben, beispielsweise bezüglich des Spektralbereichs.
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Zwei oder mehr der hierin beschriebenen Ansätze können auch miteinander kombiniert werden. Beispielsweise können in einem Kochrezept Informationen über zwei parallel ausgeführte Kochschritte enthalten sein, die mittels des Kochfelds umgesetzt werden. Mittels der Kamera kann bestimmt werden, welcher der Schritte an welcher ersten Position des Kochfelds ausgeführt wird. Beispielsweise kann auf der Basis eines Kamerabilds ein großer Topf mit Wasser leicht erkannt und von einer kleinen Pfanne unterschieden werden. In einer Ausführungsform werden Kochgeräte erkannt, in einer anderen Ausführungsform kann auch ein Inhalt eines Kochgeräts erkannt werden. Diese Informationen können mit dem Betriebszustand des Kochfelds kombiniert werden, der eine an den ersten Positionen jeweils bereitgestellte Wärmeleistung umfassen kann, sodass ein Entstehungsort, ein Volumenstrom oder eine Qualität von freigesetzten Wrasen verbessert bestimmt werden kann.
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In einer weiteren Ausführungsform kann die Dunstabzugshaube in Vorbereitung auf einen bevorstehenden Kochschritt gesteuert werden. Beispielsweise kann auf der Basis des Kochrezepts bestimmt werden, dass Fisch angebraten werden soll, und mittels des Sensors und/oder auf der Basis des Betriebszustands des Kochfelds kann bestimmt werden, dass eine Pfanne zu diesem Zweck schnell auf hohe Temperatur gebracht wird. Die Dunstabzugshaube kann ein Absaugen von Wrasen, die von der Pfanne ausgehen können, bereits beginnen, bevor der Fisch in die Pfanne eingelegt wird. In besonderer Weise können insbesondere Wrasen, die unmittelbar nach dem Einlegen des Kochguts in die heiße Pfanne in verstärktem Maß frei werden, vorausschauend behandelt werden.
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Es wird weiterhin vorgeschlagen, dass nicht nur die erste Position, sondern auch eine Qualität beziehungsweise Menge freigesetzter Wrasen bestimmt und bei der Steuerung der Dunstabzugshaube berücksichtigt wird.
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In einer Ausführungsform wird die Stärke von an der ersten Position aufsteigenden Wrasen bestimmt. Die Stärke kann einen Volumenstrom und/oder eine Dichte der Wrasen umfassen. Die Dichte kann eine Größe und/oder Anzahl von Partikeln beziehungsweise Tröpfchen pro Volumen umfassen. Insbesondere bei einem hohen Volumenstrom kann zusätzlich eine Richtung berücksichtigt werden, in der sich die Wrasen entwickeln. Wird beispielsweise ein Topf mit einem Deckel verwendet, der einen dafür vorgesehenen Auslass umfasst, so können Wrasen schräg oder beinahe horizontal ausgestoßen werden. Die Dunstabzugshaube kann in Abhängigkeit der bestimmten Stärke und/oder Richtung der Wrasen gesteuert werden.
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In einer weiteren Ausführungsform wird eine Art von an der ersten Position aufsteigenden Wrasen bestimmt. Die Art kann beispielsweise einen Feuchtigkeits- oder Fettigkeitsgrad umfassen. Außerdem kann bestimmt werden, ob oder in welchem Maß die Wrasen pflanzliche oder tierische Bestandteile umfassen. Das Luftführungselement oder der Lüfter können entsprechend gesteuert werden. Allgemein gilt, dass Wrasen umso stärker abgesaugt werden können, je stärker sie geeignet sind, ein Umfeld des Kochfelds zu verschmutzen oder je leichter sie von einer Person als unangenehm empfunden werden. Dies kann beispielsweise für eine Geruchsbelästigung während oder nach dem Kochen gelten.
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In noch einer weiteren Ausführungsform wird eine Ausdehnung einer Quelle von Wrasen an der ersten Position bestimmt. Wrasen können sich unterschiedlich ausbreiten, wenn sie auf einer größeren oder auf einer kleineren Fläche freigesetzt werden. Das Luftführungselement oder der Lüfter können entsprechend gesteuert werden, um die freigesetzten Wrasen verbessert abzusaugen.
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Nach einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung umfasst eine Dunstabzugshaube zur Anbringung oberhalb eines Kochfelds eine Einrichtung zur Bestimmung einer Wrasenentwicklung auf dem Kochfeld; einen Lüfter; wenigstens ein Luftführungselement für Luft durch die Dunstabzugshaube; und eine Steuervorrichtung. Dabei ist die Steuervorrichtung dazu eingerichtet, den Lüfter zu aktivieren, eine erste Position bezüglich des Kochfelds zu bestimmen, an der Wrasen freigesetzt werden; eine zweite Position bezüglich der Dunstabzugshaube zu bestimmen, an der die Wrasen eintreffen; und das wenigstens eine Luftführungselement der Dunstabzugshaube derart anzusteuern, dass verstärkt Luft im Bereich der zweiten Position eingesaugt wird.
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Die Steuervorrichtung kann dazu eingerichtet sein, ein hierin beschriebenes Verfahren teilweise oder ganz auszuführen. Dazu kann die Steuervorrichtung elektronisch ausgeführt sein und beispielsweise einen programmierbaren Mikrocomputer oder Mikrocontroller umfassen und das Verfahren kann in Form eines Computerprogrammprodukts mit Programmcodemitteln vorliegen. Das Computerprogrammprodukt kann auch auf einem computerlesbaren Datenträger abgespeichert sein. Merkmale oder Vorteile des Verfahrens können auf die Vorrichtung übertragen werden oder umgekehrt.
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Nicht beschränkende Ausführungsformen der Erfindung werden nun unter Bezug auf die beiliegenden Figuren genauer beschrieben, in denen:
- 1 ein Kochfeld und eine Dunstabzugshaube;
- 2 eine beispielhafte Umsetzung von Koordinaten; und
- 3 ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens
darstellt.
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1 zeigt ein System 100, das ein Kochfeld 105 und eine Dunstabzugshaube 110 umfasst. Das System 100 ist beispielhaft von einer Küche umfasst, wie sie in einem Haushalt angetroffen werden kann. Optional kann auch eine Interaktionseinrichtung 115, die Informationen über ein mittels des Kochfelds 105 umgesetztes Kochrezept umfasst, Bestandteil des Systems 100 sein.
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Auf dem Kochfeld 105 kann ein Kochgeschirr 120 angeordnet und erwärmt werden, um eine Speise zuzubereiten. Dabei können Wrasen 125 entstehen, die nach oben durch die Dunstabzugshaube 110 abgesaugt werden sollen. Es wird vorgeschlagen, die Dunstabzugshaube 110 in Abhängigkeit einer Position, einer Menge und/oder einer Qualität von freigesetzten Wrasen 125 zu steuern.
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Die Dunstabzugshaube 110 umfasst einen Lüfter 130 sowie wenigstens ein steuerbares Luftführungselement 135. Eine Steuervorrichtung 140 ist dazu eingerichtet, den Lüfter 130 und die Luftführungselemente 135 zu steuern. Dabei kann ein mittels des Lüfters 130 bewirkter Volumenstrom von Luft einstufig, mehrstufig oder analog gesteuert werden. Öffnungsgrade beziehungsweise Stellungen der Luftführungselemente 135 können ebenfalls einstufig, mehrstufig oder analog steuerbar sein. Ein Luftführungselement 135 kann dazu eingerichtet sein, das Ansaugen von Luft von einer vorbestimmten Position an der Dunstabzugshaube 110 zu ermöglichen oder zu verhindern. Andere Steuerungen sind jedoch ebenfalls denkbar; beispielsweise kann mittels eines Luftführungselements 135 ein Mischen unterschiedlicher Luftströme innerhalb der Dunstabzugshaube 110 gesteuert werden. Ein Luftführungselement 135 kann stromaufwärts oder stromabwärts des Lüfters 130 angeordnet sein.
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Die Steuervorrichtung 140 kann unterschiedliche Quellen verwenden, um die Freisetzung von Wrasen am Kochfeld 105 zu bestimmen. Beispielsweise kann ein Sensor 145 vorgesehen sein, um das Kochfeld 105 beziehungsweise ein auf ihm abgestelltes Kochgeschirr 120 zu erfassen. Der Sensor 145 kann auch zur Erfassung von aufsteigenden beziehungsweise eintreffenden Wrasen 125 eingerichtet sein. In einer Ausführungsform umfasst der Sensor 145 eine Kamera. In einer anderen Ausführungsform kann auch ein anderer Sensor verwendet werden, beispielsweise nach Art eines Rauchmelders, um eine Belastung von Luft mit Partikeln oder Tröpfchen zu bestimmen. Es können auch verschiedene Sensoren 145 vorgesehen sein. Ein Sensor 145 kann zur Bestimmung einer Qualität der Wrasen 125 eingerichtet sein und beispielsweise einen Sensor für flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compound, VOC) umfassen.
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Mittels einer ersten Schnittstelle 150 kann die Steuervorrichtung 140 mit dem Kochfeld 105 beziehungsweise einer davon umfassten Steuervorrichtung verbunden sein. Über die erste Schnittstelle 150 kann die Steuervorrichtung 140 einen Betriebszustand des Kochfelds 105 bestimmen. Der Betriebszustand kann insbesondere Informationen darüber umfassen, an welcher Stelle der Oberfläche des Kochfelds 105 Wärme bereitgestellt wird, wie groß die Fläche ist und wie stark die bereitgestellte Wärme ist. Optional kann das Kochfeld 105 dazu eingerichtet sein, eine Beschaffenheit von Kochgeschirr 120 zu bestimmen, insbesondere wenn das Kochfeld 105 mit Induktionstechnik arbeitet. Beispielsweise kann ein Material, eine Art, eine Masse oder eine Größe des Kochgeschirrs 120 bestimmbar sein. Diese Informationen können ebenfalls über die erste Schnittstelle 150 bereitgestellt werden.
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Weiter optional ist eine zweite Schnittstelle 155 vorgesehen, über welche die Interaktionseinrichtung 115 angebunden werden kann. Die Interaktionseinrichtung 115 ist beispielhaft als Tabletcomputer oder Smartphone dargestellt; tatsächlich kann die Interaktionseinrichtung 115 auf beliebige andere Weise ausgeführt sein. Die Interaktionseinrichtung 115 ist dazu eingerichtet, einen Benutzer bei der Umsetzung eines Kochrezepts durch Verarbeitungsschritte des Kochrezepts zu führen. Das Kochrezept umfasst üblicherweise Informationen über zu verarbeitende Mengen von Zutaten sowie durchzuführende Verarbeitungsschritte. Ein Verarbeitungsschritt, der das Kochfeld 105 umfasst, kann weitere Informationen umfassen, beispielsweise eine zu treffende Einstellung des Kochfelds 105, einen zu erzielenden Effekt, eine voraussichtliche Dauer oder ein zu verwendendes Kochgeschirr 120. Die Informationen können auch eine Konfiguration des Kochgeschirrs 120 betreffen, beispielsweise ob ein Topfdeckel aufgelegt wird oder nicht.
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2 zeigt eine beispielhafte Umsetzung von Koordinaten zwischen einem Kochfeld 105 und einer Dunstabzugshaube 110. In einem unteren Bereich ist eine Draufsicht auf ein beispielhaftes Kochfeld 105 dargestellt, in einem oberen Bereich eine entsprechende Ansicht einer beispielhaften Dunstabzugshaube 110. Gedanklich kann die dargestellte Dunstabzugshaube 110 über das dargestellte Kochfeld 105 verschoben werden, um abzuschätzen, wie sich Wrasen 125 zwischen dem Kochfeld 105 und der Dunstabzugshaube 110 ausbreiten.
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Bezüglich des Kochfelds 105 ist ein erstes beispielhaftes Koordinatensystem 205 festgelegt und bezüglich der Dunstabzugshaube 110 ein zweites beispielhaftes Koordinatensystem 210. Beide Koordinatensysteme 205, 210 sind kartesisch mit paarweise zueinander parallel verlaufenden Koordinatenachsen und erstrecken sich in der horizontalen Ebene. Ein Ursprung eines Koordinatensystems 205, 210 ist beispielhaft im Flächenschwerpunkt des jeweiligen Elements 105, 110 gewählt.
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Auf dem Kochfeld 105 sind vier Kochzonen 215 vorgesehen. An der Dunstabzugshaube 110 sind vier Einlassbereiche 220 vorgesehen, deren Anordnung nicht mit jener der Kochfelder 105 übereinstimmen muss. Die Anordnung bzw. Positionierung und die Anzahl der Kochzonen 215 und der Einlassbereiche 220 sind als beispielhaft zu betrachten. Wieviel Luft durch einen Einlassbereich 220 strömt, kann mittels der Steuervorrichtung 140 durch Ansteuern des Lüfters 130 und/oder eines Luftführungselements 135 gesteuert werden.
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Es wird vorgeschlagen, eine bezüglich des ersten Koordinatensystems 205 bestimmte erste Position, an der Wrasen 125 freigesetzt werden, auf eine zweite, bezüglich des zweiten Koordinatensystems 210 definierte Position abzubilden, an der die Wrasen 125 eintreffen. Die Dunstabzugshaube 110 soll dann so gesteuert werden, dass die eintreffenden Wrasen möglichst effizient durch die Dunstabzugshaube 110 abgesaugt werden können. Dazu soll ein Luftstrom durch einen Einlassbereich 220 vergrößert werden, der nahe an der zweiten Position liegt, und ein Luftstrom durch einen anderen Einlassbereich 220, der weiter entfernt ist, in Abhängigkeit seiner Entfernung zur zweiten Position verringert werden.
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Auch wenn sich verschiedene Quellen für Wrasen 125 an verschiedenen ersten Positionen des Kochfelds 105 befinden, kann die Dunstabzugshaube 110 so gesteuert werden, dass von beiden Quellen eintreffende Wrasen berücksichtigt und effizient abgesaugt werden. Insbesondere kann berücksichtigt werden, dass die Wrasen 125 aus den unterschiedlichen Quellen einander überlagern und vermengt an einer zweiten Position eintreffen können.
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3 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 300 zur Steuerung einer Dunstabzugshaube 110. Das Verfahren kann insbesondere mittels eines Systems 100 durchgeführt werden.
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In einem Schritt 305 kann ein Freisetzen von Wrasen 125 auf dem Kochfeld 105 bestimmt werden. Dazu sind unterschiedliche Ansätze vorstellbar, von denen auch mehrere miteinander kombiniert werden können.
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In einem Schritt 310 können über die erste Schnittstelle 150 Informationen vom Kochfeld 105 erfasst werden. Die Informationen können insbesondere einen Betriebszustand des Kochfelds 105 umfassen. Auf der Basis des Betriebszustands können eine oder mehrere Quellen von Wrasen 125 sowie deren Positionen bezüglich des Kochfelds 105 bestimmt werden. Zusätzlich kann eine Stärke der Wrasen abgeschätzt werden, indem eine zugeführte Leistung berücksichtigt wird. Optional kann auch eine Größe, Art oder Beschaffenheit eines Kochgeschirrs 120 berücksichtigt werden.
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In einem Schritt 315 kann das Kochfeld 105, ein darauf stehendes Kochgeschirr 120 oder ein Inhalt des Kochgeschirrs 120 mittels eines Sensors 145 abgetastet werden. Auch auf diesem Weg ist es möglich, eine Position einer Quelle von Wrasen 125 bezüglich des Kochfelds 105 zu bestimmen. Außerdem kann eine Menge, eine Qualität oder eine Strömungsrichtung von Wrasen 125 erfasst werden.
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In einem Schritt 320 können Informationen über ein Kochrezept erfasst werden, das unter Zuhilfenahme des Kochfelds 105 zubereitet wird. Die Informationen können eine verarbeitete Zutat, eine Menge der Zutat oder einen Verarbeitungsschritt umfassen. Der Verarbeitungsschritt erfolgt dabei bevorzugt unter Verwendung des Kochfelds 105. Außerdem kann das Kochrezept einen Hinweis darauf umfassen, zu welchem Zeitpunkt mit dem Beginn der Freisetzung von Wrasen 125 an einer Position zu rechnen ist und/oder wann die Freisetzung von Wrasen 125 voraussichtlich beendet ist.
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Die gesammelten Informationen können im Schritt 305 gesammelt, miteinander abgeglichen, fusioniert und/oder plausibilisiert werden.
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In einem Schritt 325 kann eine erste Position bezüglich des Kochfelds 105 bestimmt werden, an der die Wrasen 125 freigesetzt werden. In einem Schritt 330 kann auf der Basis der ersten Position eine zweite Position bezüglich der Dunstabzugshaube 110 bestimmt werden, an der die freigesetzten Wrasen 125 eintreffen. Für diese Bestimmung kann eine geometrische Konstellation des Kochfelds 105 gegenüber der Dunstabzugshaube 110 berücksichtigt werden. Ferner kann eine Ausdehnung der Quelle, also eine wirksame Größe des Kochgeschirrs 120, ein freigesetzter Volumenstrom von Wrasen 125 oder eine Vermischung unterschiedlicher Volumenströme von Wrasen 125 von unterschiedlichen ersten Positionen berücksichtigt werden.
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In einem Schritt 335 kann eine Führung von Abluft durch die Dunstabzugshaube 110 bestimmt werden. Dazu kann bestimmt werden, welcher Einlassbereich 220 für die Absaugung von eintreffenden Wrasen 125 nutzbar ist.
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In einem Schritt 340 kann der Lüfter 130 gesteuert werden, um einen vorbestimmten Volumenstrom von Luft durch die Dunstabzugshaube 110 bereitzustellen. Darauf abgestimmt kann in einem Schritt 345 ein Luftführungselement 135 gesteuert werden, um einen Luftkanal innerhalb der Dunstabzugshaube 110 zu einem vorbestimmten Grad freizugeben beziehungsweise zu verschließen. Ziel der Steuerung ist es, einen Luftstrom durch die Dunstabzugshaube 110 zu steuern, der ausreicht, um die eintreffenden Wrasen 125 einzusaugen und abzutransportieren, gleichzeitig aber möglichst nur durch Einlassbereiche 220 verläuft, durch die eintreffende Wrasen 125 gefördert werden können.
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Eine Stärke des Luftstroms durch die Dunstabzugshaube 110 kann durch einen Benutzer beeinflusst werden. So kann beispielsweise insbesondere bei einer kurz auftretenden oder olfaktorisch aggressiven Entstehung von Wrasen 125 ein verstärkter Luftstrom gesteuert werden, während bei einem länger andauernden Garvorgang ein geringerer Luftstrom gesteuert wird.
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Es ist zu beachten, dass die Steuerung des Luftstroms durch die Dunstabzugshaube 110 auch eine Qualität der Wrasen 125 berücksichtigen kann. Sollte beispielsweise bekannt sein, dass die Wrasen 125 vermehrt fetthaltig sind, insbesondere auf der Basis tierischen Fetts, so können die Wrasen 125 verstärkt durch einen Aktivkohlefilter geleitet werden. Umfassen die Wrasen 125 hingegen hauptsächlich wässrige Bestandteile, so können sie verstärkt durch einen Wasserabscheider, beispielsweise auf der Basis eines Labyrinthfilters, geleitet werden. Entsprechende Führungen von Luftströmen oder Teilströmen können mittels Ansteuerung eines entsprechenden Luftführungselements 135 und/oder Lüfters 130 gesteuert werden.
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Bezugszeichen
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- 100
- System
- 105
- Kochfeld
- 110
- Dunstabzugshaube
- 115
- Interaktionseinrichtung
- 120
- Kochgeschirr
- 125
- Wrasen
- 130
- Lüfter
- 135
- Luftführungselement
- 140
- Steuervorrichtung
- 145
- Sensor
- 150
- erste Schnittstelle
- 155
- zweite Schnittstelle
- 205
- erstes Koordinatensystem
- 210
- zweites Koordinatensystem
- 215
- Kochzone
- 220
- Einlassbereich
- 300
- Verfahren
- 305
- Bestimmen einer Wrasenentwicklung auf dem Kochfeld
- 310
- Informationen vom Kochfeld erfassen
- 315
- Kochfeld abtasten
- 320
- Rezeptinformationen erfassen
- 325
- Wrasenquelle bestimmen
- 330
- Koordinaten transponieren
- 335
- Abluftführung bestimmen
- 340
- Lüfter steuern
- 345
- Luftführungselement steuern