DE102011003462B3 - Vorrichtung zum Ziehen eines Brennelementes aus einem Kern eines Kernreaktors - Google Patents
Vorrichtung zum Ziehen eines Brennelementes aus einem Kern eines Kernreaktors Download PDFInfo
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Abstract
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Ziehen eines in einem Kern eines Kernreaktors befindlichen Brennelementes.
- Aus zahlreichen Inspektionsresultaten ist es bekannt, dass sich die Brennelemente eines Druckwasserkernreaktors im Laufe ihrer Einsatzdauer in Abhängigkeit von ihrer Position im Kern verbiegen. Ursachen hierfür konnen beispielsweise Anisotropien in der thermischen Längenausdehnung, ein durch radioaktive Strahlung induziertes Längenwachstum der Brennstabhüllrohre oder der Steuerstabführungsrohre oder Strömungskrafte sein, die durch quer zur Langsachse der Brennelemente gerichtete Ausgleichsströmungen erzeugt werden. Diese Durchbiegungen können zu Problemen beim Brennelementwechsel führen.
- So kann es im ungunstigsten Fall vorkommen, dass sich ein Brennelement beim Be- oder Entladevorgang mit einem in einer unmittelbar benachbarten Position befindlichen Brennelement verhakt, so dass der Ladevorgang abgebrochen werden muss, um eine Beschädigung des Brennelementes und eine damit möglicherweise verbundene Freisetzung radioaktiver Substanzen zu verhindern. Das Brennelement muss dann mit geeigneten Werkzeugen auf aufwendige Weise befreit werden, um einen weiteren Betrieb der Kraftwerksanlage zu ermöglichen.
- Um ein solches festsitzendes Brennelement zu befreien, ist es im Stand der Technik bekannt, ein in einer Nachbarposition befindliches Element, bei dem es sich um ein Brennelement oder um ein Brennelement-Dummy (im nachfolgenden Text wird vereinfacht nur der Begriff „Brennelement” verwendet) handeln kann, mit Hilfe eines sogenannten Brennelement-Einfachgreifers zu ziehen, um auf diese Weise den vorhandenen Freiraum zu vergrößern. Problematisch hierbei ist, dass sich eine solche Nachbarposition zwangsläufig unterhalb der durch das festsitzende Brennelement blockierten Brennelement-Wechselmaschine befindet, so dass diese Nachbarposition nur mit Hilfe einer aufwendigen, unterhalb der Brennelement-Wechselmaschine eingezogenen Gerustbühne erreichbar ist.
- Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Ziehen eines im Kern eines Kernreaktors befindlichen Brennelementes anzugeben, mit der unter Beachtung der Konformitat mit den kerntechnischen Auslegungsrichtlinien ein Brennelement mit technisch geringem Aufwand und sicher auch aus einer unterhalb der Brennelement-Wechselmaschine befindlichen Position gezogen werden kann.
- Die genannte Aufgabe wird gemaß der Erfindung gelöst mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1. Gemäß diesen Merkmalen enthalt die Vorrichtung einen Mast, der Anschlagmittel zum Aufhangen am Kranhaken eines Gebaudekranes umfasst, und an dessen von den Anschlagmitteln abgewandten Ende ein sich senkrecht zur Längsachse des Mastes erstreckender unterer Ausleger fixiert ist, an dem beabstandet von der Längsachse des Mastes ein Greifwerkzeug zum Ziehen des Brennelementes parallel zu dieser Längsachse hohenverstellbar gelagert ist.
- Durch diese Maßnahme ist es mit geringem Aufwand und unter Einhaltung kerntechnischer Auslegungsregeln möglich, ein Brennelement zu ziehen, das sich in einer Position unterhalb einer in einer Arbeitsposition uber dem Kern angeordneten Brennelement-Wechselmaschine, d. h. unterhalb der blockierten Brennelementwechselmaschine befindet.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
- Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird das auf das in den Figuren wiedergegebene Ausführungsbeispiel verwiesen. Es zeigen:
-
1 bis4 die Vorrichtung gemäß der Erfindung jeweils in einer schematischen Prinzipdarstellung bei einem Entladevorgang in unterschiedlichen Arbeitspositionen. -
5 ein in der erfindungsgemaßen Vorrichtung verwendetes Greifwerkzeug in einem Langsschnitt. -
1 zeigt eine Betriebssituation beim Beladen oder Entladen eines Kernes2 eines Reaktordruckbehälters4 . Uber einem Reaktordruckbehalterbecken6 und einem daneben befindlichen Brennelementlagerbecken7 ist eine drehbare Brücke8 angeordnet, entlang der eine Brennelement-Wechselmaschine10 verfahren werden kann. In der Figur ist eine Situation dargestellt, in der die Brennelement-Wechselmaschine10 über dem Kern2 positioniert und ist mit einem in einem Teleskopmast12 verfahrbaren Greifwerkzeug ein Brennelement14a teilweise aus dem Kern2 in eine Zwischenposition gezogen hat, in der es festsitzt und nicht mehr weiter aus dem Kern2 herausgezogen werden kann. Auf diese Weise ist die Brennelement-Wechselmaschine10 in der gegenwartigen Position auf der BruBrücke8 blockiert, so dass der Kern2 nicht mehr unmittelbar von oben zugänglich ist. - Um ein solches festsitzendes Brennelement
14a zu befreien, ist es grundsatzlich bekannt, ein oder mehrere benachbarte Brennelemente14b , c zu ziehen, die sich in einer unmittelbaren Nachbarposition (14c ) oder in einer durch eine oder mehrere Reihen bzw. Spalten entfernten Nachbarposition (14b ) befinden, um auf diese Weise den verfugbaren Freiraum zu vergrößern und das mit einem unmittelbar benachbarten Brennelement14c verhakte Brennelement14a befreien zu können. Hierzu wurde das geflutete Reaktordruckbehalterbecken6 teilweise entleert und unterhalb der Brennelement-Wechselmaschine10 eine Hilfsbrucke eingezogen, von der aus mit Spezialwerkzeugen benachbarte Brennelemente14b , c aus dem Kern2 gezogen werden konnten. - Gemaß der Erfindung ist nun abweichend hiervon vorgesehen, mit Hilfe eines im Kraftwerk vorhandenen Gebäudekrans
16 neben der Brennelement Wechselmaschine10 einen mit Anschlagmitteln17 zum Aufhangen am Kranhaken des Gebäudekrans16 versehenen Mast18 zu positionieren, an dessen unterem, von den Anschlagmitteln17 abgewandten Ende ein sich senkrecht zur Langsachse20 des vertikal ausgerichteten Mastes18 , d. h. sich horizontal erstreckender unterer Ausleger22 fixiert ist, der mit seinem freien Ende24 unterhalb der Brennelementwechselmaschine10 in unmittelbarer Nahe des Lademastes12 der Brennelement-Wechselmaschine10 positioniert werden kann. An diesem Ausleger22 ist beabstandet von der Längsachse20 des Mastes18 , vorzugsweise am freien Ende24 des unteren Auslegers22 , ein Greifwerkzeug26 zum Ziehen eines in einer Nachbarposition zum Brennelement14a im Kern2 befindlichen Brennelementes14b parallel zur vertikal ausgerichteten Längsachse20 höhenverstellbar gelagert. - Das Greifwerkzeug
26 ist hierzu an einem Seil27 aufgehängt, das uber im unteren Ausleger22 angeordnete Umlenkrollen28 zu einer Seilwinde29 geführt ist, die ausgehend von einer am Mast18 positionierbaren, entlang der Brücke8 verfahrbaren Arbeitsbühne30 von Bedienpersonal bedient werden kann. - Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Anschlagmittel
17 an einem am oberen Ende des Mastes18 angeordneten, sich senkrecht zur Längsachse des Mastes sich erstreckenden oberen Ausleger38 beabstandet zur Längsachse20 des Mastes18 fixiert. Am freien Ende des oberen Auslegers38 ist außerdem ein Ausgleichsgewicht42 angeordnet, das zur Kompensation eines durch die von der Langsachse20 des Mastes18 beabstandete Anordnung der Anschlagmittel17 auftretende, senkrecht zu der vom Mast18 , dem unteren und dem oberen Ausleger22 bzw.38 aufgespannten Ebene (Zeichenebene) orientierten Drehmomentes dient. - In der
1 ist eine Situation dargestellt, bei dem der Mast18 nahe an die Brennelement-Wechselmaschine10 und damit der Ausleger22 nahe an den Lademast12 herangefahren und das Greifwerkzeug26 sich in einer Ausgangsposition über dem zu ziehenden Brennelement14b befindet. Zur Bedienung des Greifwerkzeugs erforderliche Hilfsmittel wie Unterwasserkamera und Beleuchtung sind dabei in den1 –4 aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. -
2 zeigt das Greifwerkzeug26 in einer darauffolgenden Arbeitsposition, in der es am Kopf des übernächsten Brennelementes14b eingehakt ist und beginnt dieses aus dem Kern2 herauszuziehen. - In der in
3 dargestellten Arbeitsposition ist das Brennelement14b aus dem Kern2 gezogen und kann uber eine Schleuse32 in das Brennelementlagerbecken7 verbracht werden, um dort gemäß4 in eine leere Position eines Brennelement-Lagergestells36 eingesetzt zu werden. - In
5 ist das Greifwerkzeug26 in einem Längsschnitt veranschaulicht. Es umfasst eine obere Flanschplatte50 , mit der es an am Seil27 (1 ) befestigt werden kann. An dieser Flanschplatte50 ist ein feststehendes hohlzylindrisches Basisteil52 fixiert, in dem eine erste Welle54 zwischen zwei Anschlagpositionen drehbar gelagert ist. Am Außenumfang der Welle54 ist ein Zahnkranz56 fixiert, in den ein an der Welle eines Drehantriebs58 angeordnetes Ritzel60 eingreift. Die erste Welle54 ist an ihrem dem Basisteil52 abgewandten Ende mit einem Flansch62 versehen, an dem über Bolzen64 drehfixiert und vom Flansch62 beabstandet eine obere Flanschplatte66 eines hohlzylindrischen Endstücks68 koaxial zur ersten Welle54 angeordnet ist. Das hohlzylindrische Endstück68 umfasst an seinem der oberen Flanschplatte66 abgewandten freien Ende eine untere Flanschplatte70 , an der einander gegenüberliegend Zentrierdorne72 angeordnet sind, die in entsprechende, diagonal einander gegenüberliegende Zentrierbohrungen im Kopfteil eines Brennelementes eingebracht werden können, so dass in der Schnittdarstellung gemäß5 , die bei korrekt ausgerichtetem Greifwerkzeug26 parallel zu einer Seitenflache des Brennelementes verläuft, nur einer der beiden Zentrierdorne72 sichtbar ist. - Durch Drehbewegung der oberen Welle
54 können nun die beiden Zentrierdorne72 exakt auf die einander diagonal gegenüberliegenden an den Ecken des Kopfteiles eines Brennelementes angeordnete Zentrierbohrungen ausgerichtet werden. - An der unteren Flanschplatte
70 sind außerdem vier Klinken74 schwenkbar um eine senkrecht zur Längsachse76 des Greifwerkzeuges36 und damit senkrecht zur Drehachse der Welle54 orientierte Schwenkachse78 gelagert. - Am Flansch
62 der ersten Welle54 ist ein Lagergehäuse80 drehfixiert angeordnet, in dem eine zweite Welle82 drehbar relativ zur ersten Welle54 und damit drehbar zum hohlzylindrischen Endstuck68 gelagert ist. Die zweite Welle82 erstreckt sich durch das hohlzylindrische Endstuck68 und kann mit einem an der oberen Flanschplatte66 befestigten Drehantrieb84 ebenfalls zwischen zwei Anschlagpositionen positioniert werden. Hierzu ist an der zweiten Welle82 in einem Abschnitt zwischen Lagergehause80 und oberer Flanschplatte66 ein Zahnkranz86 montiert, der mit einem Ritzel88 des Drehantriebs84 kammt. - Am unteren Ende der unteren Welle
78 ist eine aus dem hohlzylindrischen Endstück68 vorstehende Kulissenscheibe90 angeordnet, in der in jeweils eine Klinke74 eingreifende Zapfen92 derart geführt sind, dass durch Drehbewegung der Kulissenscheibe90 eine in Radialrichtung erfolgende Schwenkbewegung der Klinken74 herbeigeführt wird, die die oberen Randstege des Kopfteiles des Brennelementes untergreifen, so dass dieses nach oben gezogen werden kann. Durch entgegengesetzte Drehung der Kulissenscheibe90 kann dieser Eingriff bei im Brennelementlagergestell abgesetztem Brennelement wieder gelöst werden.
Claims (9)
- Vorrichtung zum Ziehen eines Brennelementes (
14a , b, c) aus einem Kern (2 ) eines Kernreaktors, das sich in einer Position unterhalb einer in einer Arbeitsposition über dem Kern (2 ) angeordneten Brennelement-Wechselmaschine (10 ) befindet, mit einem Mast (18 ), der Anschlagmittel (17 ) zum Aufhängen am Kranhaken eines Gebäudekrans (16 ) umfasst und an dessen von den Anschlagmitteln (17 ) abgewandten Ende ein sich senkrecht zur Längsachse (20 ) des Mastes (18 ) erstreckender unterer Ausleger (22 ) fixiert ist, an dem beabstandet von der Längsachse (20 ) des Mastes (18 ) ein Greifwerkzeug (26 ) zum Ziehen des Brennelementes (14a , b, c) parallel zu dieser Längsachse (20 ) höhenverstellbar gelagert ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das Greifwerkzeug (
26 ) am freien Ende (24 ) des unteren Auslegers (22 ) angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Anschlagmittel (
17 ) beabstandet vom Mast (18 ) an einem senkrecht zur Längsachse (20 ) des Mastes (18 ) sich erstreckenden oberen Ausleger (38 ) fixiert sind. - Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der die Anschlagmittel (
17 ) und das Greifwerkzeug (26 ) annähernd im selben Abstand von der Längsachse (20 ) des Mastes (18 ) angeordnet sind. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der die Anschlagmittel (
17 ) beabstandet vom freien Ende des oberen Auslegers (38 ) angeordnet sind und am freien Ende des oberen Auslegers (38 ) ein Ausgleichsgewicht (42 ) zur Kompensation eines durch die von der Längsachse (20 ) des Mastes (18 ) beabstandete Anordnung der Anschlagmittel (17 ) auftretenden, senkrecht zu der vom Mast (18 ) und den Auslegern (22 ,38 ) aufgespannten Ebene orientierten Drehmomentes angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 5, bei der die Länge des Mastes (
18 ) zumindest größer ist als die Bauhöhe der Brennelement-Wechselmaschine. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Greifwerkzeug (
26 ) an einem Seil (27 ) höhenverstellbar an einer Seilwinde (29 ) angelenkt ist. - Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der das Greifwerkzeug (
26 ) ein am Seil (27 ) fixiertes Basisteil (52 ) umfasst, an dem drehbar um eine Längsachse (76 ) des Greifwerkzeugs (26 ) eine erste Welle (54 ) gelagert ist, an der an ihrem vom Basisteil (52 ) abgewandten freien Ende zwei Zentrierdorne (72 ) und eine Mehrzahl von Klinken (74 ) angeordnet sind, wobei einer der Zentrierdorne (72 ) in Axialrichtung ausfahrbar ist und die Klinken (74 ) in Radialrichtung schwenkbar an dem freien Ende gelagert sind. - Vorrichtung nach Anspruch 8, bei der an der ersten Welle (
54 ) drehbar um diese eine zweite Welle (82 ) gelagert ist, an deren freiem Ende eine Kulissenscheibe (90 ) angeordnet ist, in der in jeweils eine Klinke (74 ) eingreifende Zapfen (92 ) derart geführt sind, dass durch Drehung der Kulissenscheibe (90 ) eine Schwenkbewegung der Klinken (74 ) herbeigeführt wird.
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