DE102009057570B4 - Abzugsmechanismus für eine Handfeuerwaffe - Google Patents
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Abstract
Abzugsmechanismus für eine Handfeuerwaffe, insbesondere ein Repetiergewehr, mit einem um eine Achse (1) drehbaren Abzugsstollen (2) zur Halterung bzw. Freigabe einer verschiebbaren Schlagbolzenanordnung (3) und einem dem Abzugsstollen (2) zugeordneten Rasthebel (5), der mit einem um eine Abzugsachse (6) drehbaren Abzug (7) in Verbindung steht und eine Rast (24) zum Eingriff mit einer Gegenrast (25) des Abzugsstollens (2) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Abzugsstollen (2) eine durch die Schlagbolzenanordnung (3) betätigbare Rückstellnase (15) und eine Steuerfläche (27) zum Eingriff mit einer entsprechenden Rückstellfläche (26) am Rasthebel (5) für eine federunabhängige Zwangsrückstellung des Abzugsstollens (2) und des Rasthebels (5) vorgesehen sind.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Abzugsmechanismus für eine Handfeuerwaffe, insbesondere ein Repetiergewehr, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Bei klassischen Rastabzugsystemen ist der Abzugshebel mit einer Rast versehen, die sich in der Spannstellung an einer Gegenrast eines Abzugsblattes abstützt. Wenn bei derartigen Rastabzugsystemen ein Schuss ausgelöst wird, gelangen die Rasten außer Eingriff und die Abzugselemente sind voneinander getrennt. Zum erneuten Spannen muss daher neben der Abzugsfeder eine weitere Feder vorgesehen werden, durch die der Abzugshebel und der Abzugsstollen wieder in ihre verrastete Ausgangsposition gedrückt werden. Bei Extrembedingen wie starker Verschmutzung, Verharzung oder Vereisung kann es jedoch unter Umständen vorkommen, dass einzelne Elemente des Abzugssystems nach dem Abziehen nicht wieder in ihre Ausgangsposition gelangen. Die fehlende Verrastung verhindert dann ein erneutes Spannen des Schlosses, wodurch auch eine erneute Schussabgabe unmöglich ist. Unter den genannten Extrembedingungen besteht bei den herkömmlichen Rastabzugsystemen außerdem ein Restrisiko, dass der Abzugstollen nach dem Abziehen in seiner Position verharrt und den Schlagbolzen nicht freigibt.
- Aus der
DE 101 63 003 A1 ist eine Abzugseinrichtung für eine Schnellfeuer-Handwaffe bekannt, die einen um eine Achse drehbaren Fanghebel mit einer hinteren Fangklinke zur Halterung bzw. Freigabe eines auf einem Griffstück verschiebbaren Verschlusses enthält. Die Abzugseinrichtung weist ferner eine dem Fanghebel zugeordnete Auslöseklinke auf, die mit einem um eine Abzugsachse drehbaren Abzug in Verbindung steht und eine vordere Rastnase zum Eingriff mit einer Gegenrast an einem vorderen Hebelarm des Fanghebels enthält. - Aufgabe der Erfindung ist es, einen Abzugsmechanismus der eingangs genannten Art zu schaffen, der eine Möglichkeit zur Zwangsrückstellung aufweist.
- Diese Aufgabe wird durch einen Abzugsmechanismus mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
- Bei dem erfindungsgemäßen Abzugsmechanismus enthält ein für die Halterung bzw. Freigabe einer verschiebbaren Schlagbolzenanordnung bestimmter Abzugsstollen eine durch die Schlagbolzenanordnung betätigbare Rückstellnase und eine Steuerfläche zum Eingriff mit einer entsprechenden Rückstellfläche an einem Rasthebel, der mit einem Abzug in Verbindung steht und eine Rast zum Eingriff mit einer entsprechenden Gegenrast des Abzugsstollens enthält. Über die Rückstellnase und die zum Eingriff mit einer entsprechenden Rückstellfläche am Rasthebel ausgebildete Steuerfläche kann der Abzugsmechanismus auch dann zwangsweise zurückgestellt werden, wenn die üblicherweise durch Rückstellfedern bewirkte automatische Rückstellung des Abzugselemente z. B. durch Vereisung, Federbruch, Verschmutzung oder dgl. nicht ordnungsgemäß funktioniert. Die Zwangsrückstellung kann z. B. durch die bei der Öffnung des Verschlusses üblicherweise erfolgende Verschiebung der Schlagbolzenanordnung initiiert werden, wodurch eine zusätzliche Sicherheit ermöglicht wird.
- In einer zweckmäßigen Ausführung ist die Rückstellnase durch eine hintere Stellfläche einer Schlagbolzenmutter der Schlagbolzenanordnung betätigbar.
- Bei einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist der Rasthebel eine klauenförmige Öffnung zwischen einem oberen und unteren Schenkel zum Eingriff eines seitlichen Ansatzes des Abzugsstollens auf. Die Rast ist zweckmäßigerweise als Rastabsatz an dem oberen Schenkel des Rasthebels und die Gegenrast als Rastkante am seitlichen Ansatz des Abzugsstollens ausgebildet.
- Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
-
1 einen Abzugsmechanismus eines Repetiergewehrs in einer gespannten Stellung; -
2 den Abzugsmechanismus von1 in einer abgeschlagenen Stellung kurz vor der manuellen Zurückstellung; -
3 den Abzugsmechanismus von1 während der manuellen Zurückstellung und -
4 den Abzugsmechanismus von1 kurz nach der manuellen Zurückstellung. - Der in den
1 bis4 in unterschiedlichen Stellungen gezeigte Abzugsmechanismus enthält einen um eine Achse1 drehbar gelagerten Abzugsstollen2 zur Halterung bzw. Freigabe einer innerhalb eines Verschlusses verschiebbar angeordneten Schlagbolzenanordnung3 , einen um einen Querstift4 drehbar angeordneten und mit dem Abzugsstollen2 zusammenwirkenden Rasthebel5 und einen innerhalb eines Systemkastens um eine Abzugsachse6 drehbar angeordneten Abzug7 , der über einen im Systemkasten verschiebbar geführten Verbindungsstift8 mit dem Rasthebel5 in Verbindung steht. Der Abzugsstollen2 und der Rasthebel5 sind in einem in den Systemkasten einsetzbaren – nicht dargestellten – gesonderten Einsatzteil angeordnet, so dass die gesamte Einheit aus Abzugsstollen2 und Rasthebel5 einfach in den Systemkasten eingebaut und bei Bedarf auch schnell demontiert bzw. ausgetauscht werden kann. - Die Schlagbolzenanordunug
3 enthält eine Schlagbolzenmutter9 und einen an sich bekannten und daher nicht dargestellten Schlagbolzen, der in die Schlagbolzenmutter9 eingeschraubt und fest mit dieser verbunden ist. In dem Schlagbolzen ist in bekannter Weise eine Schlagbolzenfeder angeordnet, die durch einen Spannschieber zur Beaufschlagung der Schlagbolzenanordnung3 gespannt werden kann. Die Schlagbolzenmutter9 weist einen nach hinten ragenden Steg10 mit einer schrägen unteren Steuerfläche11 zum Eingriff mit einer vorderen Nase12 des Abzugsstollens2 auf. An der unteren Steuerfläche11 ist eine Steuerschräge13 vorgesehen. Am hinteren Ende des Stegs10 der Schlagbolzenmutter9 befindet sich eine hintere Stellfläche14 zum Eingriff mit einer im Folgenden noch näher erläuterten hinteren Rückstellnase15 des Abzugsstollens2 . An der Oberseite des Stegs10 ist eine Vertiefung16 für eine feststehende Zentralachse17 zur Halterung der Schlagbolzenanordnung3 in einer gespannten Stellung vorgesehen. Durch eine hier als Spiralschenkelfeder ausgeführte erste Rückstellfeder18 wird der Abzugsstollen2 derart vorgespannt, dass die vordere Nase12 den Steg10 der Schlagbolzenmutter9 gegen die Zentralachse17 drückt. - Wie aus den
1 bis4 hervorgeht, weist der um die Achse drehbare Abzugsstollen2 einen nach unten ragenden Arm19 mit einem seitlichen Ansatz20 zum Eingriff in eine klauenförmige Öffnung21 zwischen einem oberen Schenkel22 und einem unteren Schenkel23 des Rasthebels5 auf. An der Unterseite des oberen Schenkels22 des Rasthebels5 ist eine als Rastabsatz ausgebildete Rast24 zum Eingriff mit einer als Rastkante ausgebildeten Gegenrast am seitlichen Ansatz20 des Abzugsstollens2 vorgesehen. Die Oberseite des unteren Schenkels ist als Steuerschräge ausgebildete Rückstellfläche26 zum Eingriff mit einer Steuerfläche27 an dem seitlichen Ansatz20 des Abzugsstollens2 ausgeführt. Über eine hier als Spiraldruckfeder ausgeführte zweite Rückstellfeder28 wird der Rasthebel5 so beaufschlagt, dass der obere Schenkel22 auf den seitlichen Ansatz20 des Abzugsstollens2 drückt. Über eine hintere Nase29 am Abzug7 wird der Verbindungsstift8 gegen die Unterseite des unteren Schenkels23 des Rasthebels5 gedrückt. - Anhand der
1 bis4 wird im Folgenden die Funktionsweise des vorstehend beschriebenen Abzugsmechanismus erläutert. - In der
1 ist der Abzugsmechanismus in einer gespannten Stellung gezeigt. In dieser Stellung liegt die Zentralachse17 am hinteren Ende der Vertiefung16 der Schlagbolzenmutter9 an und die durch die Schlagfeder nach vorne beaufschlagte Schlagbolzenmutter9 wird durch die vordere Nase12 des Abzugsstollens2 nach oben gegen die Zentralachse17 gedrückt. Dadurch wird die von der Schlagfeder nach vorne beaufschlagte Schlagbolzenmutter9 mit dem nicht dargestellten Schlagbolzen vom Abzugsstollen2 in einer zurückgezogenen Spannstellung gehalten. In dieser Stellung steht die an dem seitlichen Ansatz20 des Abzugsstollens2 ausgebildete Gegenrast25 in Eingriff mit der Rast24 an der Unterseite des durch die zweite Rückstellfeder28 nach unten gedrückten oberen Schenkels22 des Rasthebels5 . Von dem mit Hilfe der zweiten Rückstellfeder28 nach unten gedrückten unteren Schenkel23 des Rasthebels5 wird der Abzugs7 über den Verbindungsstift8 , der mit seinem oberen Ende an der Unterseite des unteren Schenkels23 des Rasthebels5 und mit seinem unteren Ende auf der oberen Nase29 des Abzugs7 anliegt, in seine vordere Ausgangsstellung gedrückt. - Bei der Betätigung des Abzugs
7 wird der Rasthebel5 über den Verbindungsstift8 entgegen der Kraft der zweiten Rückstellfeder28 nach oben geschwenkt, wie dies aus2 hervorgeht. Dabei gibt die als Rastabsatz ausgebildete Rast24 am Rasthebel5 die als Rastkante ausgebildete Gegenrast25 des Abzugsstollens2 frei, so dass sich der Abzugsstollen2 entgegen dem Uhrzeigersinn drehen kann und seine vordere Nase12 außer Eingriff mit der Schlagbolzenmutter9 gelangt. Dadurch wird die Schlagbolzenmutter9 nicht mehr gegen die Zentralachse17 gedrückt und kann sich durch die Kraft der Schlagbolzenfeder zum Auslösen eines Schusses nach vorne bewegen. - Nach dem Abschlagen und Öffnen des Verschlusses wird die Schlagbolzenmutter
9 wieder nach hinten verschoben, wodurch sich der durch die erste Rückstellfeder18 in Rückstellrichtung beaufschlagte Abzugsstollen2 und auch der durch die zweite Rückstellfeder28 im Rückstellrichtung beaufschlagte Rasthebel5 wieder selbstständig in ihre in1 dargestellte Ausgangslage bewegen können, noch bevor die hintere Stellfläche14 der Schlagbolzenmutter9 zur Anlage an der Rückstellnase12 des Abzugsstollens2 gelangt. - Falls die durch die Rückstellfedern
18 und28 initiierte automatische Rückstellung des Abzugsstollens2 und des Rasthebels5 jedoch z. B. durch Vereisung, Federbruch, Verschmutzung oder dgl. nicht ordnungsgemäß funktioniert, ist über die hintere Stellfläche14 und die Rückstellnase12 eine manuelle Zwangsrückstellung möglich. - Wie aus
3 hervorgeht, kann hierzu bei der Rückwärtsbewegung der Schlagbolzenmutter9 die hintere Stellfläche14 zur Anlage an der Rückstellnase15 des Abzugsstollens2 gelangen und den Abzugsstollen2 bei einer weiteren Rückwärtsbewegung der Schlagbolzenmutter9 derart zurückstellen, dass die obere Nase12 und auch der seitliche Ansatz20 an dem nach unten ragenden Arm19 durch entsprechende Drehung des Abzugsstollens2 angehoben werden. Über die Steuerfläche27 am seitlichen Ansatz20 und die entsprechende Rückstellfläche26 am unteren Schenkel23 des Rasthebels5 wird auch der Rasthebel5 so gedreht, dass sich die beiden Schenkel22 und23 des Rasthebels5 gemäß4 absenken und ein Rasteingriff von Rast24 und Gegenrast25 erfolgen kann. Bei der Rückstellung des Rasthebels5 wird auch der Abzug7 über den Verbindungsstift8 entgegen einer nicht dargestellten Abzugsfeder in seine vordere Ausgangslage zurückgestellt. Auf diese Weise kann eine manuelle Zwangsrückstellung erreicht werden.
Claims (9)
- Abzugsmechanismus für eine Handfeuerwaffe, insbesondere ein Repetiergewehr, mit einem um eine Achse (
1 ) drehbaren Abzugsstollen (2 ) zur Halterung bzw. Freigabe einer verschiebbaren Schlagbolzenanordnung (3 ) und einem dem Abzugsstollen (2 ) zugeordneten Rasthebel (5 ), der mit einem um eine Abzugsachse (6 ) drehbaren Abzug (7 ) in Verbindung steht und eine Rast (24 ) zum Eingriff mit einer Gegenrast (25 ) des Abzugsstollens (2 ) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Abzugsstollen (2 ) eine durch die Schlagbolzenanordnung (3 ) betätigbare Rückstellnase (15 ) und eine Steuerfläche (27 ) zum Eingriff mit einer entsprechenden Rückstellfläche (26 ) am Rasthebel (5 ) für eine federunabhängige Zwangsrückstellung des Abzugsstollens (2 ) und des Rasthebels (5 ) vorgesehen sind. - Abzugsmechanismus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellnase (
15 ) durch eine hintere Stellfläche (14 ) einer Schlagbolzenmutter (9 ) der Schlagbolzenanordnung (3 ) betätigbar ist. - Abzugsmechanismus nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rasthebel (
5 ) eine klauenförmige Öffnung (21 ) zum Eingriff eines seitlichen Ansatzes (20 ) des Abzugsstollens (2 ) aufweist. - Abzugsmechanismus nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der seitliche Ansatz (
20 ) an einem nach unten ragenden Arm (19 ) des Abzugsstollens (2 ) angeordnet ist. - Abzugsmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rast (
24 ) als Rastabsatz an einem oberen Schenkel (22 ) des Rasthebels (5 ) und die Gegenrast (25 ) als Rastkante an dem Abzugsstollen (2 ) ausgebildet ist. - Abzugsmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellfläche (
26 ) an einem unteren Schenkel (23 ) des Rasthebels (5 ) angeordnet ist. - Abzugsmechanismus nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Abzugsstollen (
2 ) durch eine erste Rückstellfeder (18 ) so beaufschlagt wird, dass eine vordere Nase (12 ) am Abzugsstollen (2 ) einen Steg (10 ) der Schlagbolzenmutter (9 ) gegen eine Zentralachse (17 ) drückt. - Abzugsmechanismus nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rasthebel (
5 ) durch eine zweite Rückstellfeder (28 ) so beaufschlagt wird, dass der obere Schenkel (22 ) auf den seitlichen Ansatz (20 ) des Abzugsstollens (2 ) drückt. - Abzugsmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Abzug (
7 ) über einen verschiebbaren Verbindungsstift (8 ) mit dem Rasthebel (5 ) in Verbindung steht.
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