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Die Erfindung betrifft einen Transport-Behälter mit einem Markisen-Tuch sowie ein Verfahren zum Austauschen eines Markisen-Tuchs.
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Markisen sind durch offenkundige Vorbenutzung bekannt. Infolge von Witterungseinflüssen, insbesondere Sonneneinstrahlung, kann das Tuch einer Markise verschleißen, sodass dessen Austausch notwendig wird. Ein Wechsel des Markisen-Tuchs ist aufwändig und meist nur durch zwei Personen durchführbar. Darüber hinaus ist ein derartiges Verfahren wegen der Gefahr herabfallender Gegenstände während des Auswechselns des Markisen-Tuchs sicherheitstechnisch nicht unkritisch.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Wechsel eines Markisen-Tuchs dahingehend zu verbessern, dass er mit weniger Aufwand und sicherer durchführbar ist.
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Diese Aufgabe wird in produkttechnischer Hinsicht durch einen Transport-Behälter mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie in verfahrenstechnischer Hinsicht durch ein Verfahren zum Austauschen eines Markisen-Tuchs mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Der Kern der Erfindung besteht darin, den Transport-Behälter mit dem Markisen-Tuch derart zu gestalten, dass er direkt für einen Austauschvorgang des Markisen-Tuchs an der Markise verwendbar ist. Dazu weist der Transport-Behälter eine Öffnung zum Ausführen des in dem Transport-Behälter gelagerten Markisen-Tuchs auf, wobei die Öffnung zur einfacheren Handhabung des Transport-Behälters in einem Grundzustand geöffnet oder zum Schutz des Markisen-Tuchs während des Transports verschlossen ist. In dem verschlossenen Zustand weist die Öffnung eine Öffnungs-Vorrichtung auf, mittels derer die Öffnung einfach und schnell zu öffnen ist, wie dies beispielsweise durch eine perforierte Aufreiß-Lasche erfüllt ist. Weiterhin umfasst der Transport-Behälter ein Sicherungsmittel zur gesicherten Anbringung des Transport-Behälters an einem Ausfallprofil der Markise. Dadurch wird ermöglicht, dass der Transport-Behälter, der zum Austauschen des Markisen-Tuchs auf Gelenkarmen der Markise abgelegt wird, an der Markise gesichert angebracht ist und somit ein Herabfallen des Transport-Behälters und/oder des Markisen-Tuchs während des Wechsels des Markisen-Tuchs vermieden wird. Das Ablegen des Transport-Behälters mit dem Markisen-Tuch auf der Markise erleichtert darüber hinaus den Austauschvorgang des Markisen-Tuchs, da einerseits eine gesicherte Ablage des Transport-Behälters auf der Markise gewährleistet ist und somit ein Halten des Transport-Behälters durch eine Person oder mittels einer zusätzlichen Haltevorrichtung nicht erforderlich ist. Andererseits ist der Transport-Behälter mit dem Markisen-Tuch direkt benachbart, nämlich zwischen den relevanten Komponenten der Markise, dem Ausfallprofil und einer Tuchwelle, angeordnet, sodass ein Anbringen eines zu montierenden Markisen-Tuchs an diesen Komponenten der Markise erleichtert ist.
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Zu der in Anspruch 2 angegebenen Beiordnung eines Blockiermittels für die Gelenkarme ist festzuhalten, dass damit keine feste Verbindung zwischen dem Behälter und dem Blockiermittel gemeint ist, sondern dass das Blockiermittel beispielsweise in den Behälter eingelegt ist, um es bei der Montage für ein Aufstecken auf die zu blockierenden Gelenkarme zur Verfügung zu haben.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen, deren Merkmale und Einzelheiten in der nachfolgenden Beschreibung anhand der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen:
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1 eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Transport-Behälters mit einem Markisen-Tuch auf einer Markise in einer Montageposition,
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2 eine Darstellung gemäß 1 mit geöffnetem Transport-Behälter und dem an einer Tuchwelle der Markise angebrachten Markisen-Tuch,
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3 eine zu den 1 und 2 ähnliche Darstellung mit dem vollständig auf die Tuchwelle aufgerollten Markisen-Tuch und
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4 eine zu den 1 bis 3 ähnliche Darstellung der Markise, wobei das Markisen-Tuch in einem endmontierten Zustand an einem Ausfallprofil der Markise befestigt ist.
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Ein in den 1–4 dargestellter Transport-Behälter 1 dient zur Bevorratung eines Markisen-Tuchs 2 und ist auf einer in einer Montageposition gesicherten Markise 3 abgelegt dargestellt. Die Markise 3 umfasst ein Trägerprofil 4 zur Anbringung der Markise 3 an einer Wand oder einer Decke, einen mit dem Trägerprofil 4 fest verbundener Tuchwellen-Halter 5, an dem eine Tuchwelle 6 um eine Drehachse 7 drehbar gelagert ist.
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Weiterhin sind an dem Trägerprofil 4 Gelenkarm-Paare umfassend zwei Gelenkarme 8 über eine Schwenkverbindung 9 schwenkbar angebracht. In den Zeichnungen ist jeweils nur ein Gelenkarm-Paar zu sehen. Die Gelenkarme 8 sind mittels einer weiteren Schwenkverbindung 9' miteinander verbunden. An dem dem Trägerprofil 4 gegenüberliegenden Ende der Gelenkarmpaare ist ein Ausfallpaarprofil 10 der Markise 3 vorgesehen, wobei ein Markisen-Tuch in einem endmontierten Zustand der Markise 3 zwischen der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 gespannt ist. Durch eine Drehbewegung einer nicht dargestellten Ausfahreinrichtung werden die Tuchwelle 6 gedreht, das Markisen-Tuch abgewickelt und damit die in ihrer Schwenkverbindung 9' federbelasteten Gelenkarme 8 von einer eingefahrenen Position, die sich dadurch auszeichnet, dass die Gelenkarme 8 im Wesentlichen parallel zwischen der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 angeordnet sind, in eine ausgefahrene Position gestreckt. Zur Betätigung der Ausfahreinrichtung kann entweder ein mechanisches Betätigungsmittel, wie eine Kurbelstange, oder ein Motor, insbesondere ein Elektromotor, verwendet werden. In der ausgefahrenen Position sind die Gelenkarme 8 im Wesentlichen senkrecht zu der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 angeordnet, wobei eine Endposition der Gelenkarme 8 durch einstellbare Endlagen oder die Länge des Markisen-Tuchs vorgebbar ist.
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In 1 ist die Markise in der teilweise ausgefahrenen Montageposition dargestellt, das bedeutet, dass die Gelenkarme 8 relativ eng zueinander und damit nahezu parallel zu der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 angeordnet sind.
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Der Transport-Behälter 1 weist Abmessungen derart auf, dass er auf den Gelenkarmen 8 der Markise 3 in der Montageposition zwischen der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 gesichert mit einer Unterseite 20 ablegbar ist. Dazu hat der Transport-Behälter 1 einen hohlprofilförmigen Querschnitt, der in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Rechteckkasten ausgeführt ist. Es ist aber auch möglich, den Transport-Behälter 1 dreieck-, sechseck- oder achteckförmig zu gestalten, wobei die verschiedenen Formen des Transport-Behälters die grundlegende Funktion des sicheren Ablegens mit der Unterseite 20 auf den Gelenkarmen 8 erfüllen müssen.
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Der Transport-Behälter ist aus Karton hergestellt und dient als Versand-Verpackung für das Markisen-Tuch 2. Weiterhin weist er eine Öffnung 11 an einer der Unterseite 20 gegenüberliegend angeordneten Oberseite 21 auf, die dem Ausführen des in dem Transport-Behälter 1 gelagerten Markisen-Tuchs 2 dient. Die Öffnung 11 kann zum erleichterten Ausführen des Markisen-Tuchs 2 im Grundzustand bereits geöffnet vorliegen oder zum Schutz vor Nässe und/oder Verschmutzung des Markisen-Tuchs 2 während eines Transports verschlossen sein. In diesem Fall weist die Öffnung 11 eine Öffnungs-Vorrichtung auf, mittels der ein schnelles und einfaches Öffnen des Transport-Behälters 1 ermöglicht wird. Insbesondere kann dafür eine bei Karton-Verpackungen bekannte perforierte Aufreiß-Lasche verwendet werden. An einer Außenseite, insbesondere an einer der Öffnung 11 abgewandten Seite 12 des Transport-Behälters 1, ist ein Sicherungsmittel 13 zur sichernden Anbringung des Transport-Behälters 1 an dem Ausfallprofil 10 vorgesehen. Das Sicherungsmittel 13 ist vorzugsweise als Gurt oder als Kartonstreifen ausgebildet und an dem Transport-Behälter beispielsweise durch Kleben oder Tackern befestigt. Zur Erhöhung der Sicherheit ist es auch möglich, zwei Sicherungsmittel 13 an dem Transport-Behälter 1 zu befestigen, sodass die Sicherungsmittel 13 beidseitig auf das Ausfallprofil 10 aufschiebbar sind.
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Benachbart zur Öffnung 11 ist in einem von dem Transport-Behälter umgrenzten Innenraum 14 eine Führungsschulter 15 zum geführten Abrollen des Markisen-Tuchs 2 von dem Transport-Behälter 1 auf die Tuchwelle 6 vorgesehen. Durch die Führungsschulter 15 wird eine definierte Anlagekante gebildet, sodass ein Aufrollen des Markisen-Tuchs 2 auf die Tuchwelle 6 unabhängig von der Aufrollposition der Tuchwelle 6 gesichert durchführbar ist. Zur Befestigung des Markisen-Tuchs 2 an der Tuchwelle 6 weist das aufgerollte Markisen-Tuch 2 an einem freien Ende 16 einen Keder 17 auf, der an einer Innenseite 18 des Transport-Behälters 1 lösbar fixiert ist. Der Keder 17 ist als Magnetkrallenkeder ausgeführt, sodass die Verbindung des Markisen-Tuchs 2 mit der Tuchwelle 6 sowohl auf einem Einhaken als auch zusätzlich auf einer magnetischen Verbindung basiert. Der Keder 17 ist benachbart zu der Öffnung 11 an der Innenseite 18 des Transport-Behälters 1 positioniert, sodass nach dem Öffnen des Transport-Behälters 1 das freie Ende 16 des Markisen-Tuchs 2 von einem Bediener direkt gegriffen und auf die Tuchwelle 6 montiert werden kann. Aufgrund der lösbaren Fixierung des Keders 17 steht er in einer definierten Position zur Verfügung und kann durch Abziehen von der Innenseite 18 einfach gelöst werden. Die Fixierung ist derart ausgeführt, dass ein unbeabsichtigtes Lösen des Keders 17 während eines Transports oder der Montage vermieden wird.
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Es ist weiterhin möglich, eine Abroll-Hilfe in dem Transport-Behälter 1 vorzusehen, sodass ein erleichtertes Abrollen des Markisen-Tuchs 2 erfolgt. Eine derartige Abroll-Hilfe kann als schalenförmige Aufnahme des Markisen-Tuchs 2 oder als zentraler Wickelkern, auf dem das Markisen-Tuch 2 angeordnet ist, ausgeführt sein.
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Dem Transport-Behälter 1 ist zudem mindestens ein Blockiermittel 19 zugeordnet, mittels dem die Gelenkarme 8 der Markise 3 in der Montageposition blockiert und damit die Markise 3 gesichert ist. Das Blockiermittel 19 ist als Gurtschlinge ausgeführt, wobei auch andere Mittel zum Blockieren der Schwenkbewegung der Gelenkarme zueinander verwendet werden können, wie beispielsweise O-Ringe. Die Blockiermittel sind separate Komponenten, die beispielsweise in einem Kunststoff-Beutel an einer Außenseite des Transport-Behälters untergebracht sind. Insbesondere sind die Blockiermittel von außen zugänglich, ohne dass der Transport-Behälter 1 dazu geöffnet werden muss.
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Im Folgenden wird anhand der 1–4 ein Verfahren zum Austauschen eines Markisen-Tuchs geschildert. Ausgehend von der in 1 gezeigten Montageposition der Markise 3 werden die Gelenkarme 8 mittels der Blockiermittel 19 blockiert, indem je eine Gurtschlinge auf die leicht geöffneten Gelenkarmpaare geschoben wird. Die Montageposition zeichnet sich dadurch aus, dass die Markise 3 teilweise ausgefahren ist.
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Durch das Blockieren der Gelenkarme 8 wird die Vorspannung der Gelenkarme 8 von dem Blockiermittel 19 aufgenommen, sodass die Spannung eines auf der Markise 3 montierten, auszutauschenden Markisen-Tuchs genommen ist. Damit ist es möglich, durch weiteres Abrollen des auszutauschenden Markisen-Tuchs von der Tuchwelle 6 das Markisen-Tuch tiber das Ausfallprofil 10 abzuziehen und von der Markise 3 zu entfernen.
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Anschließend wird, wie in 1 dargestellt, der Transport-Behälter 1 mit dem zu montierenden Markisen-Tuch 2 auf den blockierten Gelenkarmen 8 zwischen der Tuchwelle 6 und dem Ausfallprofil 10 abgelegt. Mittels der Sicherungsmittel 13, die über das Ausfallprofil 10 gelegt werden, wird der Transport-Behälter 1 gesichert, sodass ein Herabfallen des Transport-Behälters 1 mit dem Markisen-Tuch 2 und damit ein Sicherheitsrisiko vermieden werden. In dieser gesicherten Position wird der Transport-Behälter 1 geöffnet, indem der Transport-Behälter 1 an der Oberseite 21 des Transport-Behälters aufgeklappt wird. Der geöffnete Zustand des Transport-Behälters 1 ist in 2 dargestellt. Darin ist auch gezeigt, wie das zu montierende Markisen-Tuch 2 über die Führungsschulter 15 an der Tuchwelle 6 mittels des Keders 17 befestigt ist.
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Anschließend wird das Markisen-Tuch auf die Tuchwelle 6 aufgerollt, in dem die Tuchwelle 6 um die Drehachse 7 gemäß 2 im Gegenuhrzeigersinn gedreht wird. Sobald das Markisen-Tuch 2 vollständig auf der Tuchwelle 6 aufgerollt ist (vergleiche 3), wird der Transport-Behälter 1 von der Markise 3 entfernt und anschließend, wie in 4 dargestellt, das zu montierende Markisen-Tuch 2 mit einem dem freien Ende 16 gegenüberliegend angeordneten Ende an dem Ausfallprofil 10 befestigt. Abschließend werden die Blockiermittel 19 von den Gelenkarmen 8 entfernt, wonach je nach Bedarf ein Einstellen von Endlagen der Markise 3 erfolgen kann.
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Es ist besonders vorteilhaft, dass der erfindungsgemäße Transport-Behälter 1 sowohl für den Transport als auch für die Montage des Markisen-Tuchs 2 verwendet werden kann. Dadurch entfallen zusätzliche Vorrichtungen und Hilfsmittel sowie Handhabungs- und Montageschritte, insbesondere wird die Montagesicherheit aufgrund der erfindungsgemäßen Ausgestaltung des Transportbehälters mit Sicherungsmitteln zusätzlich erhöht.