DE102009046373A1 - Magnetventil sowie Kraftstoff-Injektor mit einem Magnetventil - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Magnetventil (100), mit einem von einer Magnetspule (42) betätigbaren Magnetanker (25), der mittel- oder unmittelbar mit einem Schließglied (23) zusammenwirkt oder als Schließglied wirkt, das einen Durchlass (16) für ein Fluid steuert, mit einem Führungselement (12) für den Magnetanker (25), wobei das Schließglied (23) in unbestromtem Zustand der Magnetspule (42) mittels einer Druckfeder (45) gegen einen den Durchlass (16) begrenzenden Ventilsitz (22) gedrückt ist und diesen schließt und wobei eine Bewegung des Schließgliedes (23) zumindest in Richtung des Ventilsitzes (22) mittels einer Dämpfungseinrichtung verzögerbar ist. Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass die Dämpfungseinrichtung einen Dämpfungsraum (32) aufweist, der zwischen dem Führungselement (12) und dem Magnetanker (25) gebildet ist, und dass der Dämpfungsraum (32) über wenigstens eine Verbindung (37) mit einem Niederdruckbereich (8) verbunden ist, und dass die Verbindung über einen zwischen dem Führungselement (12) und der zugewandten Stirnfläche (36) des Magnetankers (25) ausgebildeten, radial umlaufenden Drosselspalt (37) erfolgt.
Description
- Stand der Technik
- Die Erfindung betrifft ein Magnetventil nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Ein derartiges Magnetventil ist bereits durch die nachveröffentlichte
DE 10 2009 045 728 A1 bekannt und weist ein mit einem Magnetanker verbundenes, flexibles bzw. plattenförmiges oder alternativ hierzu axial verschiebbares Dämpfungselement auf, welches bei einer Schließbewegung des Magnetventils ein Dämpfungsvolumen aus Kraftstoff verdrängt und dabei ein Prellen des Magnetventils im Ventilsitz verhindert. Das bekannte Magnetventil ist durch das zusätzliche Dämpfungselement relativ aufwändig aufgebaut. Ferner ist die Temperaturempfindlichkeit noch nicht zufriedenstellend, d. h., dass sich die gewünschten Dämpfungseigenschaften nur über einen bestimmten Temperaturbereich optimal einstellen lassen. - Offenbarung der Erfindung
- Ausgehend von dem dargestellten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Magnetventil nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 derart weiterzubilden, dass es mit relativ geringem Fertigungsaufwand herstellbar ist und dabei gute Dämpfungseigenschaften aufweist. Diese Aufgabe wird bei einem Magnetventil mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der Erfindung liegt dabei die Idee zugrunde, einen zwischen dem Führungselement und dem Magnetanker angeordneten Dämpfungsraum auszubilden, der über wenigstens eine Verbindung mit einem Niederdruckbereich des Magnetventils verbunden ist und, dass die Verbindung über einen zwischen dem Führungselement und der zugewandten Stirnseite des Magnetankers ausgebildeten, radial umlaufenden Drosselspalt erfolgt.
- Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Magnetventils sind in den Unteransprüchen angegeben.
- Um den Dämpfungsraum dicht auszubilden, ist es in einer besonders bevorzugten konstruktiven Ausführung vorgesehen, dass der Magnetanker in Richtung des Schließgliedes einen im Durchmesser reduzierten Abschnitt aufweist, wobei der Durchmesser des Abschnitts geringer ist als der Durchmesser eines der Magnetspule zugewandten ersten Abschnitts und, dass der im Durchmesser reduzierte Abschnitt dichtend geführt ist.
- Insbesondere ist es dabei vorgesehen, dass der Drosselspalt durch eine am Führungselement ausgebildete, stegartige Wand gebildet ist. Somit ist es nicht erforderlich, am Magnetanker Bearbeitungsvorgänge vorzusehen. Dies ist insofern fertigungstechnisch vorteilhaft, als am Führungselement bereits eine Vielzahl von Fertigungsschritten bzw. Bearbeitungsvorgängen durchgeführt werden muss.
- Um einerseits Kavitationseffekte möglichst gering zu halten und andererseits die Dämpfungswirkung möglichst temperaturunabhängig zu gestalten, ist es darüber hinaus in einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung vorgesehen, dass in der Schließstellung des Schließgliedes zwischen dem Wandabschnitt und der zugewandten Stirnseite des Magnetankers der Drosselspalt ausgebildet ist, dass der Dämpfungsraum eine Dämpfungsfläche aufweist und, dass die Größe des Drosselspalts zwischen 10 μm und 30 μm bei einer Dämpfungsfläche größer als 40 mm2 beträgt.
- Die erfindungsgemäß vorgeschlagene Dämpfungseinrichtung lässt sich insbesondere bei schnell schaltenden Ventilen einsetzen, da dort die Problematik des Prellens des Schließgliedes an seinem Ventilsitz besonders stark ausgebildet ist. Derartige Magnetventile sind insbesondere als druckausgeglichene Ventile ausgebildet.
- Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung.
- Diese zeigt in der einzigen
- Figur einen Kraftstoff-Injektor mit einer erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung in einem vereinfachten Längsschnitt.
- In der einzigen Figur ist ein als Common-Rail-Injektor ausgebildeter Kraftstoff-Injektor
1 vereinfacht dargestellt. Bei dem Kraftstoff-Injektor1 handelt es sich um einen sogenannten leckagefreien, d. h. keine dauerhafte Niederdruckstufe an der Düsennadel10 aufweisenden Injektor. Der Kraftstoff-Injektor1 , genauer ein Druckraum2 des Kraftstoff-Injektors1 , ist neben anderen, nicht gezeigten Kraftstoff-Injektoren über eine Versorgungsleitung3 mit einem Kraftstoffhochdruckspeicher4 (Rail) verbunden. In diesem ist Kraftstoff, insbesondere Diesel oder Benzin, unter hohem Druck, von in diesem Beispiel mehr als 2000 bar (bei Dieselbrennkraftmaschinen) gespeichert. Eine als Radialkolbenpumpe ausgebildete Hochdruckpumpe5 fördert Kraftstoff aus einem Vorratsbehälter6 in diesen Kraftstoffhochdruckspeicher4 . Mittels einer Rücklaufleitung7 ist ein Niederdruckbereich8 des Kraftstoff-Injektors1 an den Vorratsbehälter6 angeschlossen. Über die Rücklaufleitung7 kann eine Steuermenge an Kraftstoff sowie Leckagemengen von dem Kraftstoff-Injektor1 zu dem Vorratsbehälter6 abfließen. - Innerhalb eines Injektorkörpers
9 ist die ein- oder mehrteilige Düsennadel10 axial verstellbar angeordnet. Die Düsennadel10 ist mit ihrem in der Zeichnungsebene oberen Ende in einem hülsenförmigen Abschnitt11 eines im Injektorkörper9 aufgenommenen, ein- oder mehrteiligem Ventilkörpers12 geführt. Die Düsennadel10 wirkt mit ihrer Spitze mit einem an einem Düsenkörper ausgebildeten Düsennadelsitz zusammen. Wenn die Düsennadel10 an ihrem Düsennadelsitz anliegt, d. h. sich in der Schließstellung befindet, ist der Kraftstoffaustritt aus einer Düsenlochanordnung gesperrt. Ist die Düsennadel10 dagegen von ihrem Düsennadelsitz abgehoben, kann Kraftstoff aus dem Druckraum2 durch die Düsenlochanordnung, im Wesentlichen unter Hochdruck (Raildruck) stehend, in den Brennraum gespritzt werden. - Von einer oberen Stirnseite
13 der Düsennadel10 und dem in der Zeichnungsebene unteren, hülsenförmigen Abschnitt11 des Ventilkörpers12 wird eine Steuerkammer14 begrenzt. Die Steuerkammer14 ist über eine radial in dem hülsenförmigen Abschnitt verlaufende Zulaufdrossel15 mit unter Hochdruck stehendem Kraftstoff aus dem Druckraum2 versorgt. Die Steuerkammer14 ist über einen im Ventilkörper12 angeordneten Ablaufkanal16 mit Ablaufdrossel17 mit einer Ventilkammer18 verbunden. Die Ventilkammer18 wird von einer Ausnehmung19 des Ventilkörpers12 gebildet. In einer Wand in der Ausnehmung19 ist ein Abströmkanal21 ausgebildet, der die Ventilkammer18 mit dem Niederdruckbereich8 verbindet. - An dem der Steuerkammer
14 gegenüberliegenden Ende des Ablaufkanals16 ist in dem Ventilkörper12 ein Sitz22 ausgebildet. Der Sitz22 wirkt im Ausführungsbeispiel mit einer Stirnfläche20 eines als Schließglied wirkenden Ankerstifts23 zusammen, welcher in Wirkverbindung mit einem gestuften Anker25 angeordnet ist. - Hierbei ist der Anker
25 von einer in Längsrichtung verlaufenden Durchgangsbohrung24 durchsetzt, in der der Ankerstift23 druckfest, jedoch axial verschieblich aufgenommen ist. Der Durchmesser des Ankerstifts23 entspricht dabei auf der dem Ablaufkanal16 zugewandten Seite im Wesentlichen dem Durchmesser des Ablaufkanals16 im Bereich des Sitzes22 , sodass das Magnetventil100 als druckausgeglichenes Magnetventil100 ausgebildet ist. - Der Anker
25 weist zwei Abschnitte26 und27 mit unterschiedlichen Durchmessern auf. Der erste Abschnitt26 , der auf der der Steuerkammer14 abgewandten Seite angeordnet ist, weist hierbei den größeren Durchmesser auf. Hieran schließt sich der Abschnitt27 an, welcher in einem oberhalb der Ventilkammer18 angeordneten Wandabschnitt29 im Ventilkörper12 dichtend geführt ist. - Der Ventilkörper
12 weist auf der dem ersten Abschnitt26 des Ankers25 zugewandten Seite eine stegartig radial umlaufende Wand30 auf. Die Wand30 wird insbesondere durch eine als Dämpfungsraum32 wirkende Ausnehmung33 gebildet, die in der oberen Stirnfläche35 des Ventilkörpers12 ausgebildet ist. Der Dämpfungsraum32 wird somit begrenzt von der Stirnfläche35 und der Wand30 im Ventilkörper12 , sowie der zugewandten Stirnfläche36 des Ankers12 . - In der in der
3 dargestellten Schließstellung des Magnetventils100 ist zwischen der Wand30 und der Stirnfläche36 des Ankers25 ein Spalt37 ausgebildet, welcher als Drosselspalt wirkt. Vorzugsweise weist der Spalt37 eine Größe zwischen 10 μm und 30 μm auf, wenn die ringförmige Dämpfungsfläche38 mehr als 40 mm2 beträgt. - Der Anker
25 wirkt mit einem Magneten40 zusammen. Der Magnet40 weist einen Magnetkern41 mit darin eingebetteter Spule42 auf. Der Magnet40 ist mittels einer Spannschraube43 gegen eine Stufe44 im Injektorkörper9 axial verspannt. - Über die Bewegung des Ankers
25 lässt sich die Öffnungs- bzw. Schließbewegung des Schließgliedes bzw. des Ankerstifts23 steuern. Im unbestromten Zustand des Magneten40 wird der Anker25 mittels einer in einer Durchgangsbohrung des Magnetkerns41 angeordneten Druckfeder45 mit seiner Stirnfläche20 auf dem Sitz22 anliegt und somit den Ablaufkanal16 verschließt. Wird nun der Magnet40 bestromt, so wird der Anker25 in Richtung des Magnetkerns41 gezogen. Daraus resultiert eine Öffnungsbewegung des Ankers25 . Die Bewegungscharakteristik des Ankers25 wird hierbei durch das in dem Dämpfungsraum32 unter niedrigem Druck stehende Dämpfungsmittel (Kraftstoff) sowie ggf. durch die Dimensionierung des Abströmkanals23 bestimmt. So wird beim Schließen des Ankers25 das zwischenzeitlich in dem Dämpfungsraum32 über den Spalt37 eingeströmte Kraftstoffvolumen über den Spalt37 aus dem Dämpfungsraum32 verdrängt. Hierdurch wird die Schließbewegung des Ankers25 und somit auch des Ankerstifts23 gedämpft. - Der soweit dargestellte und beschriebene Kraftstoff-Injektor
1 bzw. Magnetventil100 lässt sich in vielfältiger Art und Weise modifizieren bzw. abwandeln, ohne vom Erfindungsgedanken abzuweichen. Dieser besteht in einer Ausbildung eines Dämpfungsraums zwischen einem insbesondere als Führungselement wirkenden Ventilkörper und einem mit dem Ventilkörper zusammenwirkenden Anker. Insbesondere ist es auch denkbar, dass der Dämpfungsraum32 zum Beispiel über zwei umlaufende Wände (entsprechend der Wand30 ) ausgebildet wird. In diesem Fall muss zum Beispiel der Abschnitt27 des Ankers25 nicht dichtend geführt sein. Grundsätzlich ist es auch denkbar, dass der Abschnitt26 ggf. dichtend geführt ist. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102009045728 A1 [0002]
Claims (8)
- Magnetventil (
100 ), mit einem von einer Magnetspule (42 ) betätigbaren Magnetanker (25 ), der mittel- oder unmittelbar mit einem Schließglied (23 ) zusammenwirkt oder als Schließglied wirkt, das einen Durchlass (16 ) für ein Fluid steuert, mit einem Führungselement (12 ) für den Magnetanker (25 ), wobei das Schließglied (23 ) in unbestromtem Zustand der Magnetspule (42 ) mittels einer Druckfeder (45 ) gegen einen den Durchlass (16 ) begrenzenden Ventilsitz (22 ) gedrückt ist und diesen schließt und wobei eine Bewegung des Schließgliedes (23 ) zumindest in Richtung des Ventilsitzes (22 ) mittels einer Dämpfungseinrichtung verzögerbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Dämpfungseinrichtung einen Dämpfungsraum (32 ) aufweist, der zwischen dem Führungselement (12 ) und dem Magnetanker (25 ) gebildet ist und, dass der Dämpfungsraum (32 ) über wenigstens eine Verbindung (37 ) mit einem Niederdruckbereich (8 ) verbunden ist und, dass die Verbindung über einen zwischen dem Führungselement (12 ) und der zugewandten Stirnfläche (36 ) des Magnetankers (25 ) ausgebildeten, radial umlaufenden Drosselspalt (37 ) erfolgt. - Magnetventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämpfungsraum (
32 ) als Ausnehmung (33 ) ausgebildet ist. - Magnetventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetanker (
25 ) in Richtung des Schließgliedes (23 ) einen im Durchmesser reduzierten Abschnitt (27 ) aufweist, wobei der Durchmesser des Abschnitts (27 ) geringer ist als der Durchmesser eines der Magnetspule (42 ) zugewandten ersten Abschnitts (26 ), und dass entweder der im Durchmesser reduzierte Abschnitt (27 ) oder der erste Abschnitt (26 ) dichtend geführt ist. - Magnetventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der im Durchmesser reduzierte Abschnitt (
27 ) in dem Führungselement (12 ) dichtend geführt ist. - Magnetventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Drosselspalt (
37 ) durch einen am Führungselement (12 ) ausgebildete, stegartige Wand (30 ) gebildet ist. - Magnetventil nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Schließstellung des Schließgliedes (
23 ) zwischen der Wand (30 ) und der zugewandten Stirnfläche (36 ) des Magnetankers (25 ) der Drosselspalt (67 ) ausgebildet ist, dass der Dämpfungsraum (32 ) eine Dämpfungsfläche (38 ) aufweist und, dass die Größe des Drosselspalts (37 ) zwischen 10 μm und 30 μm bei einer Dämpfungsfläche (38 ) von mehr als 40 mm2 beträgt. - Magnetventil nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetventil (
100 ) als druckausgeglichenes Ventil ausgebildet ist. - Kraftstoff-Injektor (
1 ), insbesondere Common-Rail-Injektor, zum Einspritzen von Kraftstoff in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine mit einem Magnetventil (100 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
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