DE19949527A1 - Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen mit in den Ventilsteuerraum ragender Düsennadel - Google Patents
Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen mit in den Ventilsteuerraum ragender DüsennadelInfo
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Abstract
Es wird ein Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem vorgeschlagen mit einem mindestens teilweisen Ausgleich der auf die Düsennadel (21) wirkenden hydraulischen Kräfte. Außerdem wird das zu steuernde Kraftstoffvolumen verringert, so dass kurze Steuerzeiten möglich sind.
Description
Die Erfindung geht aus von einem Injektor für ein
Kraftstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen mit einem
eine Düsennadel steuernden Ventilsteuerraum.
Bekannt sind Injektoren, die von einem Magnetventil oder
einem Piezoaktor gesteuert werden. Unabhängig von der Art
der Steuerung lassen sich Verbesserungen hinsichtlich
Emmissions- und Verbrauchsverhalten sowie der
Geräuschentwicklung der Brennkraftmaschine u. a. dadurch
erreichen, dass die Steuerzeiten der Injektoren verringert
werden. Verringerte Steuerzeiten bedeuten, dass die
Bemessung der Einspritzmengen genauer erfolgt, und dass der
Einspritzverlauf freier gestaltet werden kann. Schließlich
sind bei modernen Brennkraftmaschinen und Kraftfahrzeugen
die Platzverhältnisse zunehmend beengt, was kompakt bauende
Injektoren erfordert.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen
Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem für
Brennkraftmaschinen bereitzustellen, dessen Steuerzeiten
verringert werden und dessen äußere Abmessungen besonders
kompakt sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen
Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem für
Brennkraftmaschinen mit einem eine Düsennadel steuernden
Ventilsteuerraum, wobei der Ventilsteuerraum von einer
Stirnfläche der Düsennadel begrenzt wird.
Dieser Injektor hat den Vorteil, dass durch den Wegfall
einer langen Druckstange und eines Ventilkolbens die Zahl
der Bauteile und die Massenträgheit der bewegten Bauteile
des Injektors verringert werden. Dadurch werden kurze
Steuerzeiten ermöglicht. Außerdem kann der Ventilsteuerraum
näher an die Einspritzdüse heranrücken, wodurch auch
dünnere Düsennadeln möglich werden. Dieser Effekt trägt zu
einer weiteren Verringerung der bewegten Massen innerhalb
des Injektors bei.
Durch den Wegfall mehrerer Bauteile und die mögliche
Verkleinerung der verbliebenen Bauteile, ergibt sich eine
deutliche Reduktion der Baugröße des erfindungsgemäßen
Injektors. Die Durchmesser-Verhältnisse des
erfindungsgemäßen Injektors entsprechen etwa denen einer
Einspritzdüse nach dem Stand der Technik.
Außerdem kann bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform des
Injektors in geschlossenem Zustand keine Leckage auftreten,
so dass auch kein Leckölabfluss vorgesehen werden muss.
Bei einer Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass der
Ventilsteuerraum in einem Ventilkörper angeordnet ist, so
dass er einfach und kostengünstig herstellbar ist.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung ragt der
Ventilkörper in einen Druckraum, so dass ein kompakter
Aufbau des Injektors erreicht wird und die Zahl der
Dichtstellen gering bleibt.
Weitere Ergänzungen der Erfindung sehen vor, dass der
Druckraum über einen Zulaufkanal mit einem
Hochdruckkraftstoffspeicher in Verbindung steht, dass der
Ventilsteuerraum über eine Zulaufdrossel mit einem
Hochdruckkraftstoffspeicher mindestens mittelbar in
Verbindung steht und dass der Ventilsteuerraum über eine
Zulaufdrossel mit dem Druckraum in Verbindung steht, so
dass die erforderlichen hydraulischen Verbindungen zwischen
Ventilsteuerraum, Druckraum und Hochdruckkraftstoffspeicher
auf einfache Weise realisierbar sind.
In Ergänzung der Erfindung ist weiterhin vorgesehen, dass
der Ventilsteuerraum über einen Ablaufkanal, eine
Ablaufdrossel und ein Steuerventil, insbesondere ein 2/2-
Steuerventil oder ein 2/3-Steuerventil, mit einem
Kraftstoffrücklauf verbindbar ist, so dass durch Öffnen des
Steuerventils der Druck im Ventilsteuerraum verringert
werden kann. Infolgedessen gibt die Düsennadel den
Dichtsitz frei und die Einspritzung beginnt.
Eine Variante der Erfindung sieht vor, dass der Ablaufkanal
und eine Ablaufdrossel in dem Ventilkörper angeordnet sind,
so dass eine weitere Verringerung des erforderlichen
Bauraums erzielt wird.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sehen vor, dass in
dem Druckraum eine sich gegen den Ventilkörper und eine
mindestens mittelbar gegen die Düsennadel abstützende
Schließfeder vorhanden ist, dass sich die Schließfeder
gegen einen Absatz der Düsennadel abstützt oder dass in dem
Ventilsteuerraum eine sich gegen den Injektor und gegen die
Düsennadel abstützende Schließfeder vorhanden ist, so dass
bei fehlendem Druck des Kraftstoffs der Injektor stets
geschlossen wird und somit der unkontrollierte Abfluss von
Kraftstoff in den Brennraum verhindert wird.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen,
dass der Durchmesser der Stirnfläche der Düsennadel größer
als der Durchmesser der Dichtlinie zwischen Düsennadel und
einem Düsennadelsitz ist, so dass bei gleichem Druck im
Ventilsteuerraum und Druckraum die resultierende
hydraulische Kraft stets ein Schließen des Injektors
bewirkt.
In Ergänzung der Erfindung ist vorgesehen, dass das
Steuerventil von einem Piezoaktor betätigt wird, so dass
die Steuerzeiten des erfindungsgemäßen Injektors weiter
verringert werden.
Die eingangs genannte Aufgabe wird auch gelöst durch ein
Kraftstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen mit einer
Hochdruckkraftstoffpumpe und mit mindestens einem Injektor
mit einem eine Düsennadel steuernden Ventilsteuerraum,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsteuerraum von einer
Stirnfläche der Düsennadel begrenzt wird, so dass das
erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzsystem bei
Brennkraftmaschinen eingesetzt werden kann, bei denen eine
kompakte Bauweise sowie sehr kurze Steuerzeiten
erforderlich sind.
Bei einer Variante der Erfindung weist das
Kraftstoffeinspritzsystem einen Hochdruckkraftstoffspeicher
auf, so dass die erfindungsgemäßen Vorteile des Injektors
auch Common-Rail-Kraftstoffeinspritzsystemen zugute kommen.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung, der
Zeichnung und den Ansprüchen entnehmbar.
Ein Ausführungsbeispiel des Gegenstands der Erfindung ist
in der Zeichnung dargestellt und im Folgenden näher
beschrieben.
Die Zeichnung zeigt einen Querschnitt durch einen
erfindungsgemäßen Injektor. Über einen Hochdruckanschluss 1
wird der nicht dargestellte Kraftstoff durch einen
Zulaufkanal 3 in einen Druckraum 5 einer Einspritzdüse 7
geleitet. Der Kraftstoff stammt aus dem nicht dargestellten
Hochdruckkraftstoffspeicher (Common-Rail) und hat dessen
Druck. Über eine Zulaufdrossel 8 ist ein Ventilsteuerraum 9
mit dem Druckraum 5 verbunden. Über ein nur angedeutetes
Steuerventil 11 kann der Ventilsteuerraum 9 mit einem nicht
dargestellten drucklosen Kraftstoffrücklauf verbunden
werden. Zwischen Ventilsteuerraum 9 und Steuerventil 11
sind ein Ablaufkanal 13 und eine Ablaufdrossel 14
angeordnet.
Ein Gehäuse 15 des Injektors ist durch eine Überwurfmutter
16 mit einem Deckel 17 verbunden. Der Deckel 17 fixiert
außerdem einen in den Druckraum 5 ragenden Ventilkörper 19.
In dem Ventilkörper 19 ist eine Führungsbohrung 20 mit dem
Durchmesser d2 für eine Düsennadel 21 vorhanden. Der in dem
Ventilkörper 19 angeordnete Ventilsteuerraum 9 wird von
einer Stirnfläche 23 der Düsennadel begrenzt.
Zwischen Ventilkörper 19 und Gehäuse 15 ist ein kegeliger
Dichtsitz 25 vorhanden, welcher den Druckraum 5 gegen die
Umgebung abdichtet. Eine zwischen Deckel 17 und
Ventilkörper 19 eingespannte Tellerfeder 26 presst den
Ventilkörper 19 permanent und mit konstanter Kraft gegen
den Dichtsitz 25.
Die Düsennadel 21 verhindert, dass der unter Druck stehende
Kraftstoff zwischen den Einspritzungen aus der
Einspritzdüse 7 durch ein Spritzloch 27 in den nicht
dargestellten Brennraum fließt. Dies geschieht, indem die
Düsennadel 21 in einen Düsennadelsitz 29 gepresst wird und
somit den Zulaufkanal 3 gegen den nicht dargestellten
Brennraum abdichtet. Dabei bildet sich zwischen Düsennadel
21 und Düsennadelsitz 29 eine kreisförmige Dichtlinie. Der
Durchmesser der Dichtlinie ist mit d1 bezeichnet.
Zwischen einem Absatz 31 der Düsennadel 21 und dem
Ventilkörper 19 ist eine Schließfeder 33 vorhanden. Sie
sorgt dafür, dass die Düsennadel 21 immer geschlossen ist,
wenn der Kraftstoff keinen Überdruck hat.
Bei geschlossenem Steuerventil 11 herrscht sowohl im
Ventilsteuerraum 9 als auch im Druckraum 5 der gleiche
Druck. Dieser Druck übt über die Stirnfläche 23 eine in
Richtung des Düsennadelsitzes 29 auf die Düsennadel 21
wirkende hydraulische Kraft aus. Der gleiche Druck übt auf
die von den Durchmessern d1 und d2 begrenzte Ringfläche
eine in entgegengesetzter Richtung wirkende hydraulische
Kraft auf die Düsennadel 21 aus. Die resultierende
hydraulische Kraft wirkt in Richtung des Düsennadelsitzes
29 auf die Düsennadel 21, da die Stirnfläche 23 größer als
die von den Durchmessern d1 und d2 begrenzte Ringfläche
ist.
Die Einspritzdüse 5 öffnet, wenn das Steuerventil 11
geöffnet wird und in Folge dessen der Druck im
Ventilsteuerraum 9 zusammenbricht. In diesem Fall wirkt die
resultierende hydraulische Kraft in Richtung des
Steuerventils 11 und hebt die Düsennadel 21 vom
Düsennadelsitz 29 ab. Damit kann der Kraftstoff aus dem
Druckraum 5 über das Spritzloch 27 in den Brennraum strömen
und die Einspritzung beginnt.
Wenn das Steuerventil 11, welches als 2/2-Steuerventil oder
als 2/3-Steuerventil ausgeführt sein kann, wieder schließt,
baut sich im Ventilsteuerraum 9 wieder ein Hochdruck auf,
der gleich dem Druck im Druckraum 5 ist, so dass die
resultierende hydraulische Kraft die Düsennadel 21 wieder
in den Düsennadelsitz 29 presst und die Einspritzung
beendet.
Besonders vorteilhaft an dem erfindungsgemäßen Injektor
ist, dass er sehr kompakt baut. Der Durchmesser eines
erfindungsgemäßen Injektors entspricht dem einer
Einspritzdüse nach dem derzeitigen Stand der Technik.
Außerdem sind die Massen der bewegten Teile sehr gering, da
ein Ventilkolben und eine Druckstange entfallen können und
die Düsennadel sehr geringe Abmessungen aufweist. Dies
führt zu sehr geringen Steuerzeiten des Injektors, die vor
allem in Verbindung mit einem Piezo-Aktor betätigten
Steuerventil 11 voll ausgenutzt werden können.
Beispielsweise können geringste Voreinspritzmengen
realisiert werden. Die geringe Zahl der Bauteile führt auch
zu Kostenvorteilen bei der Herstellung. Schließlich treten
auch keine Leckageverluste auf.
Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und
der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln
als auch in beliebiger Kombination miteinander
erfindungswesentlich sein.
Claims (15)
1. Injektor für ein Kraftstoffeinspritzsystem für
Brennkraftmaschinen mit einem eine Düsennadel (21)
steuernden Ventilsteuerraum (9), dadurch gekennzeichnet,
dass der Ventilsteuerraum (9) von einer Stirnfläche (23)
der Düsennadel (21) begrenzt wird.
2. Injektor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Ventilsteuerraum (9) in einem Ventilkörper (19)
angeordnet ist.
3. Injektor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Ventilkörper (19) in einen Druckraum (5) ragt.
4. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Druckraum (5) über einen
Zulaufkanal (3) mit einem Hochdruckkraftstoffspeicher in
Verbindung steht.
5. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsteuerraum (9) über
eine Zulaufdrossel (8) mit einem
Hochdruckkraftstoffspeicher mindestens mittelbar in
Verbindung steht.
6. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsteuerraum (9) über
eine Zulaufdrossel (8) mit dem Druckraum (5) in Verbindung
steht.
7. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsteuerraum (9) über
einen Ablaufkanal (13), eine Ablaufdrossel (14) und ein
Steuerventil (11), insbesondere ein 2/2-Steuerventil (11)
oder ein 2/3-Steuerventil (11) mit einem Kraftstoffrücklauf
verbindbar ist.
8. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ablaufkanal (13) und eine
Ablaufdrossel (14) in dem Ventilkörper (19) angeordnet
sind.
9. Injektor nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, dass in dem Druckraum (5) eine sich gegen
den Ventilkörper (19) und eine mindestens mittelbar gegen
die Düsennadel (21) abstützende Schließfeder (33) vorhanden
ist.
10. Injektor nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass
sich die Schließfeder (33) gegen einen Absatz (31) der
Düsennadel (21) abstützt.
11. Injektor nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass in dem Ventilsteuerraum (9) eine sich
gegen den Injektor und gegen die Düsennadel (21)
abstützende Schließfeder (33) vorhanden ist.
12. Injektor nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser (d2) der
Stirnfläche (23) der Düsennadel (21) größer als der
Durchmesser (d1) der Dichtlinie zwischen Düsennadel (21)
und einem Düsennadelsitz (29) ist.
13. Injektor nach einem der vorhergehenden
Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das
Steuerventil (11) von einem Piezoaktor betätigt wird.
14. Kraftstoffeinspritzsystem für Brennkraftmaschinen mit
einer Hochdruckkraftstoffpumpe und mit mindestens einem
Injektor mit einem eine Düsennadel (21) steuernden
Ventilsteuerraum (9), dadurch gekennzeichnet, dass der
Ventilsteuerraum (9) von einer Stirnfläche (23) der
Düsennadel (21) begrenzt wird.
15. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 14, dadurch
gekennzeichnet, dass das Kraftstoffeinspritzsystem einen
Hochdruckkraftstoffspeicher aufweist.
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