-
Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Klappenstent bestehend aus
einer Mehrzahl von koaxial hintereinander angeordneten Kronenelementen,
die jeweils aus mehreren U-förmigen Bögen mit
mindestens einer Basis und zwei Enden gebildet sind.
-
Ferner
betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Applizierung
eines Stents sowie die Herstellung eines Klappenstents zur Aufnahme
von polymeren Klappensegeln.
-
Der
chirurgische Herzklappenersatz erfolgt üblicherweise am
kardioplegischen (herzschlafenden) Herzen. Die erkrankte Herzklappe
wird herausgeschnitten und die zu implantierende Herzklappenprothese
eingenäht. Diese aufwändige Prozedur geschieht
unter Zuhilfenahme von Herz-Lungen-Maschinen und kommt für
Hochrisikopatienten zum Teil nicht in Frage, so dass nach minimal-invasiven
oder perkutanen Methoden zum Ersatz einer Herzklappe gesucht wird,
damit dieser Eingriff langfristig einer breiten Patientengruppe
kardiochirurgisch routinemäßig angeboten werden
kann.
-
Abhängig
von dem anatomischen und physiologischen Befinden des Patienten
(z. B. Zustand der femoralen Arterien) stehen einem Mediziner vornehmlich
zwei Implantationswege zur Verfügung, nämlich
die transfemorale Implantation (durch die Leistenbeuge) und transapikale
Implantation (durch die Herzspitze). Beide Strategien erfordern
jeweils ein angepasstes Applikationsbesteck, da der Klappenstent
in einem Fall gegen Flussrichtung (retrograd) und im anderen Fall
in Flussrichtung (anterograd) ausgeworfen wird. Für den
Implantationsvorgang muss sich die Klappenprothese möglichst
einfach durch die Zugangsgefäße und gut am Implantationsort
manövrieren lassen, um eine optimale Positionsgenauigkeit
sicherzustellen. Zudem muss sich die Prothese fest verankern lassen. Üblicherweise wird
hierzu u. a. ein gewisses Übermaß des Durchmessers
der Klappenprothese gegenüber dem des Blutgefäßes
verwendet, um durch die Prothese einen radialen Druck auf das Blutgefäß zu
erzeugen.
-
Diese
perkutan applizierbaren Klappensysteme bestehen aus einem klappentragenden
Stent, zusätzlichen mit diesem Stent verbundenen Fixierungselementen
(und ggf. weiteren Stentstrukturen) zum Verankern der Herzklappe
im Herzen bzw. im Gefäß des Patienten und einem
Applikationsbesteck (oder Kathetersystem) zum minimal-invasiven
Einführen und Positionieren der Herzklappe zum Implantationsort
im Patienten.
-
Derartige
Systeme sind grundsätzlich auch geeignet, um defekte Venenklappen
zu ersetzen oder diese durch Hintereinanderschalten mit einer künstlichen
Venenklappe zu entlasten. Anders als bei Herzklappenprothesen üblich
ist für Venenklappenprothesen vorgesehen, diese auch heterotop
(nicht orthotop) einzusetzen, also nicht am selben Ort der körpereigenen
Venenklappe.
-
In
der Regel ähneln herkömmliche Stentdesigns einem
vergrößerten, jedoch klagpentragenden Koronarstent
bzw. einem Stent mit sägezahn-, rauten-, oder mäanderförmigen
netzartigen Geflechten zur Abstützung von Gefäßverengungen.
Dabei sind die Stents als selbst- oder nicht-selbstexpandierende,
faltbare Strukturen ausgebildet, die häufig keine besonderen
Fixierungssysteme besitzen. Diese Stents sind jedoch nicht oder
nur unzureichend für die Biomechanik und Anatomie von hochbeanspruchten
Herz- oder Venenklappenprothesen angepasst.
-
Ein
anderer Stent wird in der
DE 20 2007 005491 U1 offenbart. Die darin
beschriebene medizinische Vorrichtung dient zur Behandlung einer
Aortenklappeninsuffizienz, mit einer minimal-invasiv in den Körper
eines Patienten einführbaren, selbstexpandierbaren Endoprothese
zum Positionieren und Fixieren einer Herzklappenprotese in der Aorta
des Patienten, wobei die Endoprothese zumindest drei Positionsbügel
zum selbstständigen Positionieren der medizinischen Vorrichtung
in der Aorta des Patienten und ein Haltesegment mit Haltebügeln
zur Aufnahme einer Herzklappenprothese aufweist, und wobei die Endoprothese
während des Einführens der medizinischen Vorrichtung
in den Körper des Patienten eine erst vorab festlegbare
Formgebung aufweist, wobei die medizinische Vorrichtung in der ersten
Formgebung der Endoprothese in einem zusammengefalteten Zustand
und in der zweiten Formgebung der Endoprothese in einem expandierten
Zustand vorliegt. Es ist ferner vorgesehen, dass die Endoprothese
eine einstückig aus einem Metallröhrchen geschnittene
Struktur aufweist, bei welcher jedem Positionsbügel ein
Haltebügel zugeordnet ist, und bei welcher am distalen
Ende der Endoprothese jeder Endabschnitt der jeweiligen Positionsbügel
mit dem Endabschnitt des zugehörigen Haltebügels
verbunden ist.
-
Als
Werkstoffe für die selbstexpandierenden klappentragenden
Stentsysteme und ggf. zusätzlichen Verankerungs- bzw. Fixierungselemente
werden Formgedächtnismaterialien verwendet. Dies können
Formgedächtnis-Polymere oder Memory-Metalle sein, wie beispielsweise
Kupfer/Zink/Aluminium-, Kupfer/Aluminium/Nickel- oder Nickel/Titan-(„Nitinol”)-Formgedächtnislegierungen.
Insbesondere werden Formgedächtnismaterialien mit Einwegeffekt
verwendet, bei denen die Legierung nur bei einer Überschreitung
der kritischen Temperatur oder Formumwandlungstemperatur wieder
ihre frühere Form annimmt und diese Form auch nach einem
erneuten Unterschreiten der kritischen Temperatur beibehält.
Die Memory-Metalle sind üblicherweise so gewählt,
dass die kritische Temperatur im Bereich unterhalb der Körpertemperatur
liegt, so dass die Aufweitung in die endgültige Form bei
Körpertemperatur, also beim Einführen der Klappenprothese
in den Patienten, hervorgerufen wird. Die nicht selbstexpandierenden
klappentragenden Stents bestehen zumeist aus Edelstahllegierungen,
wie beispielsweise aus 316 L.
-
Die
zuvor beschriebenen Stents sind hinsichtlich ihrer Steifigkeit bei
radial nach innen wirkenden Kräften nachteilig. Die Steifigkeit
eines Stents kann zwar prinzipiell durch die Verwendung von mehr tragendem
Material erhöht werden kann, was allerdings innerhalb des
Blutgefäßes die Fläche an körperfremdem
Material nachteiligerweise vergrößert. Hierdurch
wächst beispielsweise die Gefahr von thrombotischen Anlagerungen.
-
Es
ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Klappenstent
zu schaffen, der derart ausgestaltet ist, dass er bei minimalem
Materialeinsatz eine größtmögliche Steifigkeit
aufweist.
-
Erfindungsgemäß ist
hierzu vorgesehen, dass die Basen eines Kronenelementes über
Verbindungsstege mit den Enden eines anderen Kronenelements verbunden
sind. Gegenüber den nach dem Stand der Technik bekannten
Stentdesigns ist der erfindungsgemäße Klappenstent
nicht in ein übliches maschenartiges Gittergerüst
integriert, sondern optimal für die Anatomie und die Biomechanik
der Herz- oder Venenklappe ausgelegt, was sich insbesondere aus
der erhöhten Steifigkeit der erfindungsgemäßen Stentstruktur
ergibt.
-
Vorteilhafte
Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung werden im Folgenden sowie
in den Unteransprüchen beschrieben. Hierbei wird auch auf die
in den Figuren dargestellten konkreten Ausbildungen hingewiesen.
-
Nach
einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung, wie
sie beispielsweise in 1a dargestellt ist, ist vorgesehen,
dass jeweils drei U-förmige Bögen 11 an
den Enden miteinander zu einem Kronenelement 12 verbunden
sind, obwohl hierzu prinzipiell auch zwei oder mehr als drei U-förmige
Bögen 11 vorgesehen sein können. Vorzugsweise
bilden zwei oder mehr hintereinander angeordnete Kronenelemente 12 einen
Klappenstent 13. Insgesamt ist durch die Randgeometrie
der Segel, d. h. der Verbindungslinie der Klappensegel zum Stent, die
einer 3-zackigen Krone ähnelt, eine niedrige und gleichmäßige
Spannungsverteilung in den Segeln gewährleistet. Dabei
werden die radial nach innen wirkenden Schließkräfte
von dem Stent aufgenommen, ohne dass die Enden (Kommissuren) 14 der Klappensegel
radial weit nach innen verformt werden, was die Öffnungs-
und Schließbewegung der Segel begünstigt.
-
Darüber
hinaus zeichnet sich das bevorzugte Stentdesign durch ein anatomisch
angepasstes Design in natürlicher subanulärer
Position aus. Die Aortenbulben, welche bauchförmige Ausbuchtungen stromab
der Klappensegel sind, bleiben dabei zum größten
Teil frei, d. h. weitestgehend ohne Behinderung von Stentstreben
oder sonstiger Stentgeflechten, so dass die physiologischen Flussverhältnisse im
Aortenbulbus aufrecht erhalten bleiben und damit die Öffnungen
der Herzkranzgefäße (Koronarostien) ebenfalls
offen bleiben, so dass die Durchblutung der Koronargefäße
sichergestellt ist.
-
Schließlich
lässt sich der Klappenstent 13 auf einen äußerst
kleinen Durchmesser zusammenfalten (s. 1b), wobei
die Segel sowie die zylindrische und ggf. radial geschlossene Wandung
des Stents sich ohne bleibende Verformungen oder Knickungen auf
geringe Durchmesser verkleinern lassen.
-
Vorteilhafterweise
ist vorgesehen, dass die Verbindungsstege 15 breiter sind
als die Stege der Kronenelemente 12, wobei die Verbindungsstege 15 vorzugsweise
doppelt so breit ausgebildet sind wie die Stege der Kronenelemente 12.
Durch diese Struktur wird der Klappenstent 13 hervorragend
versteift. Je nach Breite des Verbindungssteges 15 schmiegt
sich dieser tangential an den oberen Verlauf des Kronenelementes 12 an,
so dass über einen kurzen Bereich die Stege fast parallel
zueinander verlaufen bzw. sich überdecken und zu einer
zusätzlichen Versteifung beitragen. Die Schließkräfte
können je nach Dicke bzw. Breite des Verbindungsstegs 15 bei
nur geringem Einknicken der Stentpfosten bzw. Kommissuren 14 aufgenommen
werden, dennoch lässt sich die Klappenstentstruktur äußerst schonend
zusammenfalten. Durch diese Ausgestaltung lässt sich der
Klappenstent 13 auf hinreichend kleine Durchmesser zusammenfalten,
wie sie für die minimal-invasive Einführung durch
die Femoralarterien oder anderen Gefäße erforderlich
ist.
-
Vorzugsweise
sind die Klappensegel an dem distalen Kronenelement 12 angeordnet
und bestehen aus einem polymeren, biokompatiblen, elastischen und
dauerfesten Kunststoff. Die Verbindungslinie von Klappenstent 13 zum
Klappensegel liegt dabei vorzugsweise im Wesentlichen in einer Ebene.
Die in einer Ebene gestalteten U-förmigen Kronenelemente 12 lassen
sich besonders gut falten, da so die Streben im zusammengefalteten
Zustand sehr eng aneinander anliegen können.
-
Nach
einer weiterhin bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
dass die Kurvenverläufe der Kronenelemente 12 unterschiedlich
geformt sind, wobei vorzugsweise das proximale Kronenelement 12' flacher
als das distale Kronenelement 12 ausgebildet ist. Damit
ist die Höhe des proximalen Kronenelements 12' nied riger
als die des distalen, womit es insbesondere in der Aortenposition
zu einer Überdeckung der zylindrischen Wand im Bereich
der Kommissuren des Klappenstent mit dem Anulus, der nativen Wandung
des Gefäßes, kommt, was die Gefahr von paravalvulären
Leckagen zwischen den Aortenbulben und dem proximalen Bereich des
proximalen Kronenelements 12' verringert bzw. weitestgehend
vermeidet. Durch diese Ausgestaltung liegt das proximale Kronenelement 12' nicht in
einer Ebene, sondern ist zu den Kommissuren 13 hin gekrümmt.
Der axiale Abstand der beiden Kronenelemente 12, 12' kann
je nach gewünschter Überdeckung von Klappenstentwandung
und Anulus unterschiedlich hoch sein.
-
Die
unterschiedliche Ausbildung der Kronenelemente 12, 12' wirkt
sich direkt auf die Steifigkeit des Klappenstents 13 aus.
Wenn das distale und proximale Kronenelement die gleiche Höhe
besitzen, je mehr also beide Kronenelemente 12, 12' parallel
zueinander verlaufen, desto leichter lässt sich der Klappenstent 13 auf
kleinere Durchmesser zusammenfalten. Andererseits ist so die Versteifung
zur Aufnahme der Schließkräfte etwas geringer
als bei einer geringeren Höhe des proximalen Kronenelements 12' gegenüber
dem Distalen. Ausführungsformen bei denen die Kronenelemente 12, 12' nicht
parallel zueinander ausgebildet sind, sind beispielsweise in den 2, 3a, 3b, 4, 6 dargestellt.
-
Vorzugsweise
ist der Klappenstent 13 selbstexpandierend ausgebildet,
wobei der zusammengefaltete Klappenstent 13 (s. 1b)
aufgrund seiner Elastizität und/oder aufgrund seines Formgedächtnisses
die aufgeweitete Form annimmt.
-
Vorzugsweise
ist als Werkstoff Nitinol vorgesehen. Die Abmessungen der Streben
des Klappenstent hängen von der Größe
des verwendeten Klappenstent und dem Einsatzzweck, beispielsweise
in einer Vene, in einer Aorten- oder in einer Pulmonalposition,
ab. Für eine Klappenprothese mit einem Durchmesser von
10 mm könnte eine beispielhafte Ausgestaltung eine Wanddicke
der Streben von mindestens 0,2 mm, eine Strebenbreite von mindestens 0,1
mm und eine Strebenbreite des Verbindungssteges von mindestens 0,16
mm vorsehen. Für eine Klappenprothese mit einem Durchmesser
von 20 mm könnte eine beispielhafte Ausgestaltung eine
Wanddicke der Streben von mindestens 0,5 mm, eine Strebenbreite
von mindestens 0,25 mm und eine Strebenbreite des Verbindungssteges
von mindestens 0,5 mm vorsehen.
-
Bevorzugt
ist der Klappenstent 13 einstückig ausgebildet,
wobei die Verbindungstege 15 alternativ hierzu auch über
Klemmen oder andere kraftschlüssige Verbindungen mit den
beiden Kronenelementen 12, 12' fixiert sein können.
-
Grundsätzlich
kann der Klappenstent 13 auch für Klappen, Herz-
oder Venenklappenprothesen, eingesetzt werden, die konventionell
chirurgisch in einer Operation (am offenen Herzen) eingenäht werden.
Die Abmessungen der Streben der Stents können für
diese Anwendungen von den zuvor beschriebenen Ausgestaltungen abweichen.
Vorteilhaft ist, dass aufgrund der höheren Steifigkeit
der vorzugsweise verwendeten Memory-Legierung (Nitinol) dünnere
Wandstärken für das Stützgehäuse
verwendet werden können, gegenüber solchen Stützgehäusen
aus Kunststoff. Bezogen auf den Außendurchmesser bietet
der Klappenstent dadurch eine größere effektive Öffnungsfläche.
-
Ferner
ist vorgesehen, dass der Klappenstent auch in einen klappentragenden
Konduit integriert sein kann, wobei die Vorteile des Klappenstents,
nämlich die radiale Flexibilität, besonders deutlich
hervortritt.
-
Nach
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass
der Klappenstent sich von proximal nach distal konisch aufweitet,
womit er sich besser an die Wandung des Anulus formschlüssig anpasst.
Ferner verkrallen sich die (unten) beschriebenen Fixierungshaken
besser in der Wandung des Gefäßes. Darüber
hinaus können gegenüber der bevorzugten Verwendung
von polymeren Klappensegeln auch Klappensegel aus biologischem Gewebe wie
bei Bioprothesen verwendet werden. Hierzu kann beispielsweise ein
drittes Kronenelement in kurzem Abstand zum distalen Kronenelement
angeordnet werden. Durch den sich bildenden engen Spalt kann das
biologische Material zur Befestigung mit dem Klappenstent geführt
werden. Alternativ hierzu kann der Klappenstent auch aus 2-zackigen
Kronenelementen bestehen, so dass der Klappenstent als zweisegelige
Klappenprothese ausgebildet ist.
-
Zur
sicheren Verankerung des Klappentents im Gefäß sind
nach einer bevorzugten Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
Fixierungshaken 31 vorgesehen, die sich in die natürliche
Gefäßwand krallen (s. 3a, 3b).
Hierdurch kann auf weitere proximal oder distal des Klappenstent
liegende Fixierungselemente verzichtet werden, die die körperfremde
Oberfläche vergrößern würden
und damit die Gefahr der Entstehung von thrombotischen Anlagerungen
steigern würden. Ferner stellen zusätzlichen Strukturen
zudem Hindernisse für die Blutströmung dar, die
zu blutschädigenden Turbulenzen führen und dadurch
die zuvor genannten Risiken weiter erhöhen.
-
Die
Fixierungshaken 31 sind vorteilhafterweise derart angeordnet,
dass sie den Klappenstent 13 bei den auftretenden Belastungen
halten und Verformungen während des Öffnungs-
und Schließvorganges reduzieren oder verhindern. Vorzugsweise sind
die Fixierungshaken 31 hierzu an der Basis 32 des
distalen Kronenelements 12 angeordnet und axial entgegen
der Strömungsrichtung ausgerichtet. Die Spitzen der Fixierungshaken 31 weisen
somit in die proximale Richtung des Klappenstents 13 und
sind bevorzugt radial nach außen gebogen, so dass sie sich
in die Gefäßwand einkrallen. Vorteilhaft ist diese Anordnung
insbesondere für den Schließvorgang der Klappe,
da der Schließdruck und die Fixierungshaken 31 gleichgerichtet
sind, denn im geschlossenen Zustand treten die höchsten
Drücke auf, wobei die Basis 32 der Stentbögen
radial nach außen gedrückt wird, wohingegen die
Kommissuren 14 radial nach innen verformt werden. Die Fixierungshaken 31 können
sich so sehr gut in die Gefäßwandung einkrallen, da
sie durch die radial nach außen gerichteten Kräfte der
bogenförmigen Stentbasis 32 in einer Art Keileffekt
in die Gefäßwand eingetrieben werden. Die Fixierungshaken 31 können
sowohl an den Basen 32 der distalen als auch an den Basen 32 der
proximalen Kronenelemente 12, 12' angeordnet sein,
wobei sie bei letzterem Kronenelement 12' auch in Strömungsrichtung
ausgerichtet sein können. An den genannten Positionen für
die Fixierungshaken 31 können wahlweise auch mehrere,
beispielsweise zwei oder drei Fixierungshaken 31 nebeneinander
angeordnet sein (s. 3b).
-
Eine
weitere vorteilhafte Position der Fixierungshaken 31 sind
die Enden 14 der proximalen Kronenelemente 12.
Die Fixierungshaken 31 sind in diesem Fall jedoch umgekehrt
in Strömungsrichtung orientiert und ebenfalls radial nach
außen gebogen. Die Fixierungshaken 31 sind damit
in Richtung der Strömungskräfte, die auf den Klappenstent
wirken, ausgerichtet, da beim Öffnungsvorgang die Kommissuren 14 durch
den Öffnungsdruck radial nach außen gedrückt
werden und so die Fixierungshaken 31 in die Gefäßwand
getrieben werden. Besonders vorteilhaft ist diese Anordnung der
Fixierungshaken 31 an den Kommissuren 14 des Klappenstents 13,
wenn der Klappenstent 13 sich von proximal nach distal aufweitet
und an den nativen Anulus anschmiegt. Der oben beschriebene Keileffekt
wirkt hier in entgegengesetzter Richtung.
-
Die
Anordnung der Fixierungshaken 31 in Strömungsrichtung
kann grundsätzlich auch an den Enden der distalen Kronenelemente 12 erfolgen,
wobei es in einer Aortenpostion jedoch vorteilhaft ist, wenn die
Fixierungshaken über Streben weiter stromab positioniert
sind. Die Fixierungshaken 31 können auch in Umfangsrichtung
ausgerichtet sein. Außerdem kann die Anordnung der Fixierungshaken 31,
an der Basis 32 der Bögen und/oder den Enden 14 der
Kronenelemente 12, 12' auch für andere
Geometrien von Klappenstents angewendet werden.
-
Die
Fixierungshaken 31 bestehen vorzugsweise aus derselben
superelastischen Legierung oder demselben Formgedächtnismaterial,
beispielsweise aus Nitinol, wie der eigentliche Klappenstent 13,
so dass der gesamte Klappenstent 13 einstückig hergestellt
werden kann. Die für den Endzustand, d. h. Implantationszustand
vorgesehene gebogene Form der Fixierungshaken 31 muss dabei über
einen geeigneten Umformungs- und Wärmebehandlungsprozess
erzeugt werden. Für den Implantationsvorgang werden die
Fixierungshaken 31 jedoch wieder zunächst in eine
gerade Form gebogen, so dass der Klappenstent 13 nach dem
Zusammenfalten in die Schleuse des Katheters eingeführt
werden kann. In der gerade gebogenen Form der Fixierungshaken 31 dienen
diese dazu, dass der Klappenstent 13 über zusätzliche
Vorrichtungen, beispielsweise über lösbare Klemmen
in Verbindung mit Positionierdrähten, fixiert wird und
aus dem Katheter ausgeführt und am Implantationsort positioniert
werden kann. Nach Freigabe des Klappenstents 13 aus der
Schleuse entfaltet sich dieser auf seinen endgültigen Durchmesser und
die Fixierungshaken 31 fahren radial nach außen in
ihre Fixierungsposition.
-
Insgesamt
zeichnet sich der Klappenstent 13 mit den Fixierungshaken 31 durch
eine sehr gute Manövrierfähigkeit aus, wobei sich
der Klappenstent 13 im zusammengefalteten Zustand durch
die besonders kurze Bauform sehr einfach durch gekrümmte Gefäße,
wie beispielsweise dem Aortenbogen, steuern lässt.
-
Nach
einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Fixierungshaken 31 aus
einer Formgedächtnislegierung, insbesondere Nitinol mit
einer Formumwandlungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur
bestehen und an den Klappenstent beispielsweise mittels Schweißen
befestigt werden. Die Fixierungshaken 31 haben dabei vorzugsweise
bereits ihre gebogene Form. Sie werden ebenfalls für den
Ladevorgang, also dem Einführen in die Schleuse, gerade
gebogen, so dass sie weitestgehend axial ausgerichtet sind und ggf.
auch mit den Positionierdrähten verbunden werden. Danach
wird der Klappenstent zusammengefaltet und in die Schleuse eingeführt.
Nach Ausschieben des Klappenstent aus der Schleuse entfaltet sich
dieser und wird am Implantationsort exakt positioniert, wobei die
Fixierungshaken ihre gerade axial ausgerichtete Form zunächst
beibehalten. Erst nach Erreichen der endgültigen Position werden
die Fixierungshaken auf ihre Formumwandlungstemperatur erwärmt
(z. B. Mittels eines elektrischen Stroms oder einem magnetischen
Wechselfeld), die oberhalb der Körpertemperatur liegt und
die Formgedächtnisfunktion der Fixierungshaken 31 auslöst
und diese in ihre ausgefahrene Position überführt.
Die Fixierungshaken 31 krallen sich in das Gefäß des
Patienten und die Klappenprothese wird damit endgültig
im Gefäß verankert.
-
Bestehen
die Fixierungshaken 31 aus einer Memory-Legierung mit einer
Umwandlungstemperatur unterhalb der Körpertemperatur oder
einfach aus einer superelastischen Legierung, besteht die Möglichkeit,
temporär das Ausfahren der Fixierungshaken 31 durch
mechanische Begrenzungen wie z. B. über lösbare
Klemmen daran zu hindern, wie dies später noch ausgeführt
werden wird.
-
Die
Fixierungshaken 31 und der Klappenstent 13 können
alternativ auch aus verschiedenen Legierungen bestehen. Beispielsweise
kann der Klappenstent aus einem nicht-selbstexpandierenden Werkstoff
bestehen, an dem die Fixierungshaken aus dem Formgedächtniswerkstoff
oder der superelastischen Legierung verbunden sind.
-
Ferner
kann der Klappenstent auch aus einer Formgedächtnislegierung
bestehen, deren Formumwandlungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur
liegt.
-
Schließlich
sind vorteilhafterweise an dem Klappenstent Röntgenmarker
angeordnet, so dass eine bessere radiographische Darstellbarkeit
gewährleistet ist.
-
Die
Wandung des Klappenstents ist bevorzugt durch eine sehr weiche,
vorzugsweise porige Membran aus biokompatiblem Kunststoff gebildet. Mittels
dieser porigen Struktur bestehen weitere Fixierungsmöglichkeiten
der Klappenstents im Gefäß, wie beispielsweise
Kleben, minimal-invasives Annähen durch Fäden
oder selbstschließende Clips („Endo-Clips”),
die mit den Fixierungshaken kombiniert werden können.
-
Eine
weitere Problemstellung ergibt sich bei der Behandlung von angeborenen
Herzklappendefekten bei Neugeborenen und bei Kindern, die u. a. eine
Rekonstruktion des rechtsventrikulären Ausflusstraktes
(RVOT) erfordern. Hierzu werden sog. klappentragende Konduits (Konduitklappen)
verwendet, welche innerhalb von Gefäßprothesen
integrierte Herzklappen sind. Nach dem Stand der Technik sind derzeit
keine Herzklappensubstitute mit Wachstumspotential bekannt, so dass
bei diesen Patienten mehrfach eine operative Revision des RVOT notwendig
ist, um die Größe der Herzklappenprothese an das
Wachstum des Patienten anzupassen.
-
Demnach
sind nach einer weiteren Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung
flexible Drähte 41 vorgesehen (s. 4),
die mit ihren freien Enden an zwei benachbarten Verbindungsstegen 15 befestigt
sind. Vorzugsweise sind die flexiblen Drähte 41 mittels
Klemmen 42 an den Verbindungsstreben 15 befestigt,
wobei die Klemmen 42 und/oder die Drähte 41 aus
einem Formgedächtnismaterial bestehen. Hiermit kann der
Klappenstent 13 zwischen vollständig zusammengefaltetem
Zustand und vollständiger Entfaltung temporär
in einer Zwischenposition gehalten werden. Schematisch ist dies
in 4 durch die mit durchgezogenen und gepunkteten
Linien dargestellten Klappenstents 13 verdeutlicht. Durch
die Länge der Drähte 41 kann der Klappenstent
in seiner Entfaltung auf den größeren Durchmesser
gehemmt werden. Bezogen auf den Durchmesser des Klappenstent in
seiner endgültigen Form kann der Durchmesser zwischen 70%
und 100% des endgültigen Durchmessers arretiert werden.
-
Die
selbstöffnenden Klemmen, die die Drähte halten,
bestehen vorzugsweise aus einer Formgedächtnislegierung,
insbesondere Nitinol mit einer Formumwandlungstemperatur oberhalb
der Körpertemperatur. Ein derart gestalteter Klappenstent
wird in Kinder minimal-invasiv implantiert. Erst nach einer gewissen
Zeitspanne, nämlich dann, wenn die Klappe im Vergleich
zu dem restlichen wachsenden Organismus zu klein wird, wird über
einen Temperaturimpuls, beispielsweise durch einen elektrischen
Strom oder ein magnetisches Wechselfeld die Temperatur der Klemmen
oder der Drähte über ihre kritische Formumwandlungstemperatur
erhöht, so dass diese sich öffnen und die Klappenprothese
sich allmählich weiter auf ihren endgültigen Durchmesser
entfalten kann. Die Kraft zur weiteren Entfaltung des Klappenstent
aufgrund seiner Selbstexpansionseigenschaften ist dabei ausreichend,
um die zwischenzeitlich eingewachsenen Gewebestrukturen zu verformen. Der
Klappenstent muss daher Streben bzw. Verbindungsstreben mit entsprechender
Breite und Dicke besitzen.
-
Die
bedingt schaltbare Entfaltungshemmung kann auch durch andere konstruktive
Details, wie beispielsweise den Drähten, die durch die
Verbindungsstreben des Klappenstents geführt werden, gelöst werden.
Hierzu können die Drähte oder sonstige dünne
Streben mittels Klemmen über die Streben angebracht werden.
-
Durch
diese konstruktive Gestaltung besteht die Möglichkeit,
dass die Herzklappenprothese über einen längeren
Zeitraum im wachsenden Organismus des Kindes verbleiben kann. Auf
eine der zumeist mehreren benötigten Reoperationen kann dann
bis ins Erwachsenenalter verzichtet werden.
-
Die
Verwendung der allmählichen aufweitbaren Klappenstents
kann auch vorteilhaft sein, wenn der Klappenstent als Venenklappe
in einer Vene implantiert wird, und diese dilatiert, wodurch der
radiale Druck, der von dem Gefäß auf den Klappenstent ausgeübt
wird, in erheblichem Maß nachlässt, wodurch der
Klappenstent seine sichere Verankerung verlieren kann.
-
Ergänzend
zu dem oben beschriebenen Klappenstent ist es vorteilhaft, den Anulus
bzw. das Gefäß durch weitere Verankerungselemente
aufzuweiten, da der Klappenstent alleine gegebenenfalls über
nicht genügend Spannkraft zum Aufweiten des Anulus verfügt.
Diese Verankerungselemente können dabei auch die nativen
Segel oder eine andersartige Verengung des Anulus radial nach außen
drücken und dabei ggf. den Durchmesser des Anulus bzw.
Gefäßes vergrößern. Alternativ
können durch diese Verankerungselemente künstlich
geformte Bulben gebildet werden. Zudem kann die korrekte Größenauswahl
mit diesen zusätzlichen Elementen verbessert werden, so
dass sich der Klappenstent auf seinen optimalen Durchmesser entfaltet
und eine korrekte Funktion der Klappenprothese gewährleistet wird.
-
Nach
dem Stand der Technik sind verschiedene Möglichkeiten für
die Befestigung einer perkutanen Aortenklappe im Anulus und den
Bulben bekannt. So wird beispielsweise beschrieben, dass die perkutane
Prothese formschlüssig (vgl.
DE 101 21 210 B4 ) oder
kraftschlüssig (vgl.
US 2006/0265056 A1 ) im Aortenanulus gehalten
wird, wozu Stentstrukturen verwendet werden, die sich radial erweitern
und sich so in die Bulben legen. Nachteilig daran ist, dass diese
Stents zum einen sehr viele Maschen oder Stentstreben aufweisen,
die ungünstigenfalls die Koronarostien verschließen
können. Zum andern wird hierdurch eine großflächige
körperfremde Struktur geschaffen, was mit den bekannten
Problemen einhergeht.
-
Daher
ist nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ein separater Verankerungsstent 51 vorgesehen
(s. 5), der mindestens ein oder mehr Kronenelemente 12, 12' besitzt,
wobei der separate Verankerungsstent 51 zwischen den Kronenelementen 12, 12' des
Klappenstents 13 platzierbar ist, so dass der separate Verankerungsstent
innerhalb des Klappenstent 13 angeordnet ist. Die Verbindung
der Kronenelemente 12, 12' des Verankerungsstents 51 erfolgt
vorzugsweise analog zum Klappenstent über Verbindungsstege 15.
Alternativ können auch andere axial geformte Streben oder
gänzlich andersartige beispielsweise wellenförmige
Maschen vorgesehen sein. Vorzugsweise ist der Abstand der Kronenele mente 12, 12' geringer
als der Abstand der Kronenelementen 12, 12' des
Klappenstents 13, so dass der Verankerungsstent 51 zwischen
die Kronenelemente 12, 12' des Klappenstent passt
und damit innerhalb des Klappenstents angeordnet ist. Der Verankerungsstent 51 kann
auch von der reinen kreiszylindrischen Form abweichen, also Ein-
oder Ausbuchtungen in Umfangsrichtung zur Umgehung der Verbindungsstege 15 oder
sonstiger Streben haben, so dass der Klappenstent 13 und
der Verankerungsstent 51 in einem bajonettartigem Verschluss
miteinander verbunden sind, wobei dieser Verschluss vorzugsweise nicht
durch Drehen sondern durch radiale Expansion des Klappenstents 13 in
den Verankerungsstent 51 erfolgt
-
Der
Verankerungsstent, insbesondere die Bajonettverschlussbildung, kann
auch so geformt sein, dass das distale Kronenelement des Verankerungsstent
innerhalb der beiden Kronenelemente des Verankerungsstent und die
proximale Krone proximal zur Kronenelement 12' des Klappenstent
zum Liegen kommen. Der Abstand der Kronenelemente im Basisbereich
des Verankerungsstent kann dabei auch größer sein
als der des Klappenstent.
-
Damit
der Verankerungsstent auch für die Anwendung mit einer
perkutanen Venenklappenprothese verwendbar ist, ist nach einer vorteilhaften Ausgestaltung
ein Bulbenstent 61 vorgesehen, der künstlich Bulben 62 bildet,
indem er die Vene bulbenförmig aufweitet (s. 6, 7a–7f,
die jeweils nur 1/3 des Bulbenstents darstellen). Dadurch ist der
Bulbenstent 61 kraft- und formschlüssig in der Vene
fixiert. Der Bulbenstent 61 besitzt möglichst
wenige Maschen oder Streben, was die körperfremde Oberfläche
gering hält, so dass wenige Hindernisse für den
Blutfluss gebildet werden. Vorzugsweise sind – wie es in
den in den radialen Draufsichten der 7a–7f dargestellt
ist – im wesentlichen zwei kreuzförmige Stentstreben 63, 63' angeordnet,
die einen Bulbus 62 bilden. In radialer und zirkularer
Richtung sind die Stentstreben so geformt, dass die dabei künstlich
erzeugten Bulben 62 den Sinusen natürlicher Aortenklappen ähneln,
so dass eine günstige Blutströmung mit Kreisströmungen
hinter den Segeln mit einem graduellen und schonenden Klappenschluss
ermöglicht wird. Die kreuzförmigen Stentstreben 63, 63' sind
dabei in Strömungsrichtung (und Draufsicht) als X-Form
orientiert, wobei drei solche X-Formen an ihren Enden in einer zylindrischen
Anordnung miteinander verbunden sind und den Bulbenstent 61 bilden.
In einer ebenen Projektion ergibt sich eine XXX-Grundform. Die Kreuzungspunkte 64 der
Xe bilden bevorzugt die Punkte mit maximaler radialer Ausdehnung
in den Bulben (s. 6).
-
Verschiedene
Ausführungsformen sind für den Bulbenstent 61 mit
seinen drei X-förmigen Kreuzen möglich (7a bis 7–f). So können die XX-Verbindungen
nicht nur eckig sein, sondern auch bogenförmig miteinander
verbunden sein. Die proximalen, stromaufseitgen XX-Verbindungen
sind bevorzugt so geformt, dass sie in Umfangsrichtung zwischen
proximalem und distalem Kronenelement des Klappenstents im Bereich
der Kommissuren liegen (in 7c liegen
sie außerhalb) und die Spitzen nicht in proximale Richtung
(7a) weisen, sondern die Enden bogenförmig
zueinander verlaufen und ihre Spitze in distaler Richtung (7b)
zeigen. Eine weitere Versteifungsoption eines Bulbenstents 61 ist
ein zusätzlicher Bogen in Form einer Strebe, der unterhalb
des X liegt und an seinen Enden an den proximalen XX-Verbindungen
angekoppelt ist (7d).
-
Nach
einer weiteren Ausgestaltung ist vorgesehen, dass zwei axial zueinander
versetzte Bulbenstents 61a, 61b angeordnet sind,
so dass sie im Bereich ihrer Kreuzungspunkte eine zentrale rautenförmige Öffnung 66 bilden
(7e). Diese spezielle Ausgestaltung ist insbesondere
dafür geeignet eine zusätzliche Versteifung aufzubringen
bzw. die Kraft zur Ausformung der Bulben in der Vene zu verteilen oder
auch zu erhöhen. Wenn der Bulbenstent 61 in der
Aortenposition verwendet wird, ist die Rautenform so angeordnet,
dass sich in ihrer Mitte die Öffnungen 66 der
Koronararterien befinden. Eine andere Möglichkeit zur Vermeidung
der Behinderung der Ostien besteht darin, dass in einer weiteren
Ausführung der Bulbenstent im Kreuzungspunkt getrennt ist und
dazwischen eine rautenförmige oder auch kreis- bis rechteckförmige Öffnung 67 durch
entsprechend geformte Streben generiert wird (7f).
Die durch die Streben im Bulbenkäfig erzeugten Öffnungen 66, 67 können
innerhalb eines einzelnen Bulbus auch asymmetrisch angeordnet sein.
-
Vorzugsweise
werden in einer anderen, weiteren Ausgestaltung die Bulben 62 von
in axialer Richtung verlaufenden Streben 81, 81' gebildet,
wobei vorzugsweise zwei Streben je Bulbus vorgesehen sind (s. 8).
Die Streben 81, 81' haben dabei einen solchen
Abstand, dass zwischen ihnen die Ostien angeordnet sind.
-
Die
Streben 81, 81' des Bulbenstent, die die Bulben 61 formen,
sind vorzugsweise im Querschnitt in einer Zylinderform angeordnet.
An ihren Enden sind die axial verlaufenden Streben 81, 81' mit
herkömmlichen maschenartigen Stents 82, 83 verbunden
(8) oder distal mit einem Stent, der dem Verankerungsstent 51 gleicht
bzw. proximal mit dem Verankerungsstent 51 selbst, oder
auch dem Klappenstent 13.
-
Die
Bulbenstents 61 haben vorzugsweise am Strömungsaustritt,
also an ihrem distalen Ende einen bis zu etwa 30% größeren
Durchmesser als an ihrem Eintritt, wie dies auch der Geometrie des
natürlichen Anulus in der Aortenposition entspricht. Der Bulbenstent 61 kann
dadurch noch besser form- und/oder kraftschlüssig im Gefäß verankert
werden.
-
Der
Bulbenstent 61 kann, wie auch der Verankerungsstent 51,
vorzugsweise einstückig ausgebildet sein. Wenn der Bulbenstent 61 aus
einem geraden kreiszylindrischen Rohr geschnitten wird, müssen
die Bulben 62 anschließend noch über
geeignete Umformungs- und Wärmebehandlungsprozesse ausgeformt
werden. Alternativ besteht der Bulbenstent 61 auch aus
drei zuvor einzeln hergestellten X-Strukturen, die beispielsweise
durch Schweißen zusammengefügt sind.
-
Grundsätzlich
können für den Bulbenstent 61 die gleichen
Werkstoffe wie für den Klappenstent 13 oder den
Verankerungsstent 51 verwendet werden. Ferner kann wie
bei dem Klappenstent 13 oder dem Verankerungsstent 51 auch
der Bulbenstent mit Röntgenmarkern ausgestattet sein.
-
Darüber
hinaus sind sowohl für den Verankerungsstent 51 als
auch für den Bulbenstent 61 Fixierungshaken 31 zur
zusätzlichen Fixierung versehen. Hier bietet es sich wie
auch beim Klappenstent 13 an, dass die Fixierungshaken 31 aus
einer Nitinol-Legierung mit einer Umwandlungstemperatur oberhalb
der Körpertemperatur bestehen, um die Fixierungshaken 31 erst
ganz zum Schluss nach der Applizierung, der Entfaltung und der endgültigen
Positionierung der Klappenprothese auszufahren.
-
Die
Fixierungshaken 31 können zudem als Haltepunkte
für die Klemmen der Positionierdrähte des Katheters
zum Ausfahren und Positionieren der Stents genutzt werden.
-
Die
Verbindung zwischen Bulbenstent und Klappenstent kann auf verschiedene
Arten erfolgen. Vorzugsweise sind der Bulbenstent und die Verbindungsstrebe
des Klappenstents mit Fäden verbunden. Hierdurch entsteht
je nach Straffung der Fäden eine sehr flexible Verbindung
zwischen beiden Stents, so dass beide Stents gegeneinander bewegt werden
können, welches für den Faltungsvorgang zum Einführen
der Stents in den Katheter sehr vorteilhaft ist. Alternativ können
die vorzugsweise aus Nitinol bestehenden Stents auch an bestimmten Punkten
verschweißt oder verklebt werden. Letzteres ist insbesondere
dann vorteilhaft, wenn zumindest einer der beiden Stents im Überdeckungsbereich
der beiden Stents, also vorzugsweise im Basisringbereich des Klappenstent,
eine Ummantelung oder Deckschicht aus polymerer, vorzugsweise poriger Membran
besitzt. Dadurch lässt sich auch eine relativ flexible
Verbindung beider Stents erreichen.
-
Eine
andere Alternative hierzu besteht darin, dass die Fixierungshaken
des Klappenstents in den Verankerungsstent greifen und damit zu
einer Fixierung des Klappenstents mit dem Verankerungsstent führen.
Alternativ kann auch mit der oben beschriebenen Ausführungsform
mit dem bajonettartigen Verschluss im Bereich zwischen distalem
und proximalen Kronenelement des Klappenstents eine Verbindung zwischen
beiden Stents gebildet werden. Die beiden zuletzt genannten Möglichkeiten
implizieren, dass die beiden Stents in zwei Schritten appliziert werden,
d. h., dass zuerst der Bulben- oder Verankerungsstent eingeführt
und positioniert wird und erst anschließend der Klappenstent.
Hierbei bietet es sich an, den zuvor beschriebenen Temperaturimpuls
zur Erhöhung der Temperatur der Fixierungshaken oberhalb
der Körpertemperatur zum Ausfahren der Häkchen
und damit zur endgültigen Fixierung der Klappenprothese
zuletzt auszuführen, auch wenn die Häkchen nur
am Bulben- oder Verankerungsstent angeschlossen sind. Dies ermöglicht
noch letzte feinere Korrekturen in der Positionierung von bereits
zueinander gefügten Klappen- und Verankerungsstent am vorgesehenen
Implantationsort.
-
Alternativ
kann der Bulbenstent zusätzlich minimal-invasiv im Gefäß angenäht
werden. Hierzu bieten sich beispielsweise selbst schließende
Clips aus einer Memory-Legierung („Endo-Clips”)
oder einfache Fäden an.
-
Die
zuvor beschriebenen Befestigungsmöglichkeiten wie durch
Fixierungshaken, durch Kleben oder durch Annähen des Bulbenstent
sind aufgrund der formschlüssigen und/oder kraftschlüssigen
Verankerungsfunktion des Bulbenstent nicht notwendig, sondern sind
je nach Ausführung und Auslegung des Bulbenstents, u. a.
der Spannkraft nur unterstützende Maßnahmen.
-
Der
Bulbenstent soll bevorzugt in der Venenklappenprothese verwendet
werden, kann aber auch wie der Verankerungsstent Verwendung in Aorten-, Pulmonal-,
Tricuspidalposition finden. Verankerungsstent und Bulbenstent können
zudem die Funktion haben, die verbliebenen nativen Segel radial
nach außen zu drücken. Wenn der Bulbenstent in
Kombination mit einer Venenklappenprothese orthotop eingesetzt wird,
kann der Bulbenkäfig auch hier die nativen Segel radial
beiseite drücken. Da natürliche Venenklappen fast
ausschließlich zweiseglige Klappen bilden, formt der Bulbenstent
dann aus dem 2-bulbigen nativen Anulus einen Anulus mit drei Bulben.
In einer alternativen Ausführung kann der Bulbenstent auch
nur als Stent mit zwei Bulben in Kombination mit einer 2-segligen
Venenklappenprothese verwendet werden.
-
Wie
zuvor bereits ausgeführt, bringt der Bulbenstent bei entsprechender
Auslegung genügend Spannkraft auf, um den Anulus mit den
ggf. zuvor nicht entfernten nativen Klappensegeln aufzuweiten. Der
Bulbenstent wird durch die entgegen wirkende Kraft des Anulus jedoch
wieder etwas zusammengedrückt, was die volle Entfaltung
des Klappenstent hemmen könnte. Dadurch kann die Funktionalität
der Klappenprothese in der Gebrauchsstellung eingeschränkt
werden. Durch den Bulbenstent und die Coverung von Klappen- und
ggf. Bulben- oder Verankerungsstent wird ein elastischer Puffer
oder radiales Spiel geschaffen, um die nicht vorausberechenbare Rückstellung
des Bulben- oder Verankerungsstent auszugleichen und den Klappenstent
auf seinen vollen Durchmesser entfalten zu lassen.
-
Schließlich
kann der Klappenstent am distalen und/oder am proximalen Ende direkt
oder auf Abstand über Verbindungsstreben mit herkömmlichen nach
dem Stand der Technik bekannten maschenförmigen Stents
ohne eine Ausformung von Bulben verbunden werden.
-
Die
einfache und exakte Positionierbarkeit von perkutanen Klappensystemen
stellt eine wichtige Eigenschaft von Kathetersystemen dar, zumal
die Visualisierungsmöglichkeiten moderner bildgebender Verfahren
stetig besser werden. Allerdings sind der exakten Positionierbarkeit
von Stents derzeit enge Grenzen gesetzt, da vorhandene Applizierungsvorrichtungen
nur bedingt exakt arbeiten.
-
Es
ist daher ferner die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Vorrichtung
zur Applizierung eines Stents zu schaffen, mit der ein exaktes Positionieren
des Stents ermöglicht wird.
-
Diese
Aufgabe wird durch die Vorrichtung nach Anspruch 25 gelöst,
nach der Positionierungsdrähte vorgesehen sind, die an
ihren Enden Klemmen besitzen, die mit den Fixierungshaken der Enden
der Kronenelemente kraftschlüssig verbindbar sind. Die
selbstöffnenden Klemmen 91 werden um die gerade
gebogenen Krallen bzw. die Fixierungshaken 31 gelegt und
mittels spezieller Krimpzangen an den Häkchen kraftschlüssig
fixiert (s. 9a, 9b). Insbesondere
in 9b ist ein Fixierungshaken 31 mit daran
angeordneter Klemme 91 aus Sicht der Schnittlinie AA (vgl. 3a)
dargestellt. Die Fixierungshaken 31 werden so in dieser
geraden Form fixiert, auch wenn die Temperatur der Fixierungshaken 31 oberhalb
der Umwandlungstemperatur liegen sollte und sich die Fixierungshaken 31 dann
aufgrund ihres Formgedächtnisses oder einfach aufgrund
ihrer Eigenelastizität wieder in ihre gebogene Form zurückstellen
würden. Mittels der Positionierdrähte 92 ist
der Klappenstent 13 mit dem Kathetersystem verbunden und
nach dem Ausschieben des Klappenstents aus der Schleuse positionierbar, d.
h. axial in oder gegen Flussrichtung verschiebbar und auch in Umfangsrichtung
drehbar.
-
Wird
der Klappenstent in Flussrichtung des Blutes in den Körper
eingeführt (anterograd), also beispielsweise über
die Herzspitze zur Aortenklappe, dann sind die Klemmen 91 bevorzugt
mit den Fixierungshaken 31 verbunden, die an den Basen 32 der Kronenelemente 12 liegen.
Diese Positionierung der Klemmen 91 zu den Fixierungshaken 31 ermöglicht auch
das Zurückführen des Klappenstents 13 in
die Schleuse, weil diese Position am nächsten zur Schleuse
liegt und hierüber auch eine kegelige für das
Zurückführen günstige Form geschaffen
wird. Beim Einziehen der Positionierdrähte in den Katheter entsteht
ein radialer Zug auf die Basen des Stents, durch den der Stent wieder
in seine zusammengefaltete Stellung geführt bzw. gezogen
wird.
-
Wird
der Klappenstent 13 gegen die Flussrichtung des Blutes
in den Körper eingeführt (retrograd), also beispielsweise
transfemoral bis zur Aortenklappe, dann sind die Klemmen 91 bevorzugt
mit den Fixierungshaken 31 verbunden, die an den Enden 14 der
Kronenelemente 12, 12' liegen, bevorzugt an denen
des proximalen Kronenelementes 12 des Klappenstents 13.
Diese Positionierung der Klemmen 91 erleichtert das Zurückführen
des Klappenstents 13 in die Schleuse, weil durch den radialen
Zug der Positionierdrähte 91 beim Zurückziehen
eine günstige, kegelige Form geschaffen wird.
-
Die
Positionierdrähte 91 können zudem an ihrem
distalen Ende radial nach außen orientierte Abdeckungen 93 besitzen,
die das Rückführen in die Schleuse weiter erleichtern
und insbesondere ein Verhaken oder Verkeilen der Spitzen der distalen Klappenstentkrone
mit der Schleuse vermeiden, wenn die Klappe retrograd appliziert
wird. Die Abdeckungen 93 überdecken in diesem
Fall bevorzugt die Enden 14 der distalen Krone des Klappenstent.
Die Abdeckungen sind zudem auf dem Positionierdraht 92 axial
verschiebbar, um sie erst bei Bedarf in Position zu bringen, indem
der proximale Bereich der Abdeckung in Form eines Schlauches proximal
bis außerhalb des Katheters verlängert ist. 9 zeigt eine Anordnung der Klemme und
Abdeckung für eine anterograde Applizierung.
-
Bevorzugt
ist vorgesehen, dass sowohl bei anterograder als auch retrograder
Applizierung des Klappenstents 13 drei Positionierdrähte 92 den
Klappenstent bzw. die Klappe führen und darüber
der Klappenstent 13 positioniert wird. Es können
jedoch auch mehr als drei Positionierdrähte 92 verwendet werden.
Bevorzugt werden die Fixierungshaken 31 aus einer Formgedächtnislegierung
verwendet, deren Umwandlungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur
liegt, so dass das Ausfahren der Häkchen durch Temperaturerhöhung
schaltbar ist, nachdem die Klappenprothese final positioniert wurde.
Sind mehr Fixierungshaken 31 am Klappenstent 13 vorgesehen
als Positionierdrähte 92, so müssen zumindest
die überzähligen Fixierungshaken 31 aus
einer solchen Legierung bestehen oder diese Fixierungshaken 31 müssen
mittels anderer mechanischer Anschläge oder Fixierungen
an ihrem „Ausfahren” gehindert werden, damit die
Klappenprothese positionierbar bleibt.
-
Eine
andere Methode zum Befestigen der Positionierdrähte 92 mit
den Fixierungshaken oder auch anderer Stellen des Klappenstents 13 könnte über
eine Klebung erfolgen. Hierzu werden beispielsweise (bedingt) lösbare
biokompatible Klebstoffe verwendet. Dies könnte beispielsweise
ein Klebstoff sein, dem ein Pulver aus superparamagnetischen Partikeln
beigemischt wird. Diese bestehen aus Eisenoxid, das in Nanopartikel
aus Siliziumdioxid eingebettet ist. Die Klebstoffe werden dann einem
hochfrequenten Magnetwechselfeld ausgesetzt. Damit dieses Verfahren
funktioniert, darf mindestens eines der zu verbindenden Bauteile
elektrisch nicht leitend sein.
-
Mittels
der Klemmen 91 und Positionierdrähte 92 kann
der Stent auch zurück in die Schleuse gezogen werden. Die
Positionierdrähte 92 sind so positioniert, dass
bei ihrem Zurückführen die Basen 32 (bei
anterograder Applizierung) oder die Enden 14 (retrograd)
radial nach innen gezogen werden und so in die Schleuse eingeführt
werden. Diese Methode kann grundsätzlich auch bereits für
das Laden vor der Applizierung unmittelbar vor der Operation verwendet
werden. Für die Repositionierfähigkeit, aber auch
das Laden kann die Schleuse zudem mit drei aus der Schleuse ausführbaren
trichterförmigen Elementen (Rückführhilfe) 101 versehen
werden, die das Zurückführen der Klappenprothese
in die Schleuse 102 (10)
oder Laden vereinfachen.
-
Für
die Erzielung der Positionierbarkeit der Klappe genügen
jedoch auch Dorne, Stifte ohne bogenförmigen Haken und
die dann nur dazu da sind, um als Halte- und Führungspunkte
für die Klemmen der Positionierdrähte zu dienen.
-
Das
Prinzip der Fixierungshaken oder Dorne kann auch für die
Bulbenstents und Verankerungsstents angewendet werden. Daneben können
die Klemmen am Bulbenstent auch an einer seiner Streben befestigt
sein.
-
Die
Positionierdrähte sind bevorzugt als Druckfederstränge
ausgelegt, so dass die Klappe über die Klemmen und Positionierdrähte
einfacher heraus geschoben werden können.
-
11 zeigt
eine Darstellung in deren linken Hälfte eine retrograde
und in deren rechten Hälfte eine anterograde (gestrichelt
dargestellt) Applizierung erkennbar sind. Linksseitig ist zusätzlich
eine Deckschicht wie z. B. ein Vlies angedeutet.
-
Eine
alternative Ausgestaltung zur Positionierung und Fixierung des Klappenstents 13 im
Gefäß bzw. Anulus erfolgt über zusätzliche
Schläuche 111, durch die einerseits Klebstoff
zum Ankleben der Prothese im Anulus zugeführt wird und
die andererseits auch als Führung zur Positionierung der
Klappenprothese genutzt werden kann (s. 11). Die Schläuche 111 werden
mit dem Klappenstent 13, hier vorzugsweise mit dem Verbindungssteg 15 beider Kronenelemente 12, 12' über
einen selbstöffnenden Clip 112 oder eine selbstöffnende
Klemme befestigt. Der Clip kann dabei gleichzeitig auch als Verschluss der
Zuleitung dienen, um die Klebstoffausfuhr zu regulieren. Dies ist
insbesondere dann vorteilhaft, wenn der Clip aus einer Formgedächtnislegierung mit
einer Umwandlungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur
gewählt wurde, so dass erst nach endgültiger Positionierung
des Klappenstents die Clips geöffnet werden. Es können
jedoch auch andere Verschlüsse verwendet bzw. auch auf
einen Verschluss verzichtet werden, wenn die Klappe über
die Positionierdrähte geführt und gehalten wird.
Die Schläuche bzw. Klebstoffleitungen werden entlang der
bogenförmigen Basisringe durch Schlaufen geführt.
Die Schlaufen wiederum gehen durch die poröse Wandung.
Je nach Durchmesser der Klebstoffleitungen kann die Leitung auch
an einigen Stellen durch die poröse Wandung direkt durchgeführt
werden. Nach endgültiger Positionierung wird ggf. über Öffnung
der Clips die Klebstoffzufuhr ausgelöst, dabei wird die Klebstoffzuleitung
zurückgezogen und kontinuierlich weiter der Klebstoff abgegeben.
Vorteilhaft für das Zurückführen und
die Klebstoffzufuhr über den gesamten Basisring ist die
Ausgestaltung, wenn sechs Leitungen für einen dreisegeligen
Klappenstent genutzt werden (bei 2-segligen Klappe entsprechend vier
Leitungen).
-
Die
Schläuche 111 (Klebstoffleitungen) können
auch „Abdeckungen” 93 haben. Wenn die Klebstoffleitungen über
Clips, Klemmen oder sonstige Elemente mit dem Klappenstent verbunden
sind, können die Klebstoffleitungen bei entsprechender Auslegung
genauso wie die Positionierdrähte zum Positionieren der
Klappenprothese und auch Zurückführen der Klappenprothese
in die Schleuse genutzt werden. Gleichfalls können die
Klebstoffleitungen wie die Positionierdrähte für
das Laden der Klappenprothese verwendet werden, wie nachfolgend
für die Positionierdrähte ausgeführt
wird.
-
Die
Verklebung kann ohne oder in Kombination mit den Fixierungshaken
erfolgen. Vorteilhaft ist die Ausführung mit Fixierungshaken,
weil dadurch der Klappenstent schon einen Halt im Anulus hat, so dass
beim Zurückziehen der Klebstoffleitungen und der dabei
auftretenden Zugkräfte nicht die Gefahr der Migration der
Klappenprothese besteht.
-
Für
das Laden des Klappenstents 13 oder auch des Verankerungsstents 51 oder
des Bulbenstents 61 vor der Applizierung im OP-Saal kann
außerdem eine zusätzliche um die Schleuse 102 anbringbare
trichterförmige Vorrichtung 121 verwendet werden, über
die die sehr empfindlichen Klappenstents 13 oder auch Verankerungsstent 51 oder
Bulbenstent 61 ohne Beschädigungen in die Schleuse 102 des
Katheters 103 eingeführt werden können
(s. 12a, 12b).
Die trichterförmige Vorrichtung 121 ist zwischen
Schleuse 102 und Klappenstent 13 angeordnet, durch
die die Positionierdrahte 92 mit den Klemmen 91 zur
Fixierung der Prothese geführt werden. Die Vorrichtung 12 kann
teilbar ausgebildet sein.
-
Der
Klappenstent 13 wird vorzugsweise vormontiert geliefert,
d. h., dass die Klemmen 91 der Positionierdrähte 92 sind
bereits mit dem Klappenstent 13 verbunden, der sich in
der trichterförmigen Vorrichtung 121 befindet
(12a). Zum Laden der Klappe müssen lediglich
die Positionierdrähte 92 zurückgezogen
werden, bis sich der Klappenstent 13 oder auch die anderen
Stents 51, 61 oder der Klappenstent 13 in
Kombination mit den anderen Stents in der Schleuse 102 des
Katheters 103 befinden. Anschließend wird der
Schleusenkopf 122 geschlossen (s. 12b).
-
Je
nach vorgesehener Applizierung, d. h. ob anterograd (12) oder retrograd, muss die Klappenprothese
entgegengesetzt in der Schleuse 102 montiert werden. 12a und 12b zeigen
zudem den Führungsdraht 123, der jedoch für
den Ladevorgang nicht benötigt wird.
-
Zudem
können die Klebstoffleitungen angebracht und mit dem Klappenstent
fixiert werden, in dem sie wie die Positionierdrähte durch
den Katheter und die Einführhilfe geführt werden.
Ggf. werden die Klebstoffleitungen für das Laden genommen,
wenn auf die Positionierdrähte verzichtet wird.
-
Alternativ
kann zur Komprimierung des Klappenstent ein elastischer Schlauch,
in dem sich der Klappenstent befindet, an beiden Enden gezogen werden.
Der Klappenstent wird durch die radiale Verjüngung des
Schlauches zusammengefaltet. Damit der Klappenstent auf einen definierten
Durchmesser komprimiert wird und damit in die Schleuse einführbar
ist, bietet sich an, den gestreckten Schlauch abschließend
durch einen um den Schlauch anbringbaren Trichter zu ziehen. Wird
der Vorgang bei einer Temperatur durchgeführt, die unterhalb
der Formänderungstemperatur des Klappenstent liegt, kann nach
Entlastung des Schlauches der Klappenstent im zusammengefalteten
Zustand aus dem Schlauch entnommen werden und in die Schleuse des
Katheters eingeführt werden. Das zuvor beschriebene Ladegerät
bietet den Vorteil, dass das Entnehmen des Klappenstent aus dem
Schlauch und das anschließende Einführen in die
Schleuse entfallen und nur durch einen Vorgang des Zurückziehens
der Positionierdrähte erfolgt.
-
Für
die Funktionalität des Klappenstents, nämlich
ausreichendes Öffnen und Schließen ohne (paravalvuläre)
Leckagen und eine möglichst hohe Dauerfestigkeit des perkutan
implantierbaren Klappenstents sind der strukturelle Aufbau und das
Verfahren zur Herstellung des Klappenstents von großer Bedeutung.
-
Die
bevorzugt für den Klappenstent verwendeten Werkstoffe sind
Memory-Metalle, vorzugsweise Nitinol, und für den daran
angebundenen strukturellen Klappenaufbau biokompatible und elastische, dauerfeste
Polymere, insbesondere Polyurethane. Allerdings können
auch andere Werkstoffe verwendet werden, wie beispielsweise Silikone,
PTFE, Polysulfone, verschiedene Ausführungen der Gruppe
der Polyurethane, Polyvinylalkohol, Polystyrene-Block-Isobytylene-Block-Styrene,
hydrogenierte Styrene-Block-Copolymere oder andere aus dem Stand
der Technik bekannte Polymere, die für zyklische Belastungen
geeignet sind. Auch können andere Formgedächtnislegierungen
verwendet werden.
-
Die
zyklische Drucklast des Blutes wird über die Klappensegel
auf den Klappenstent, d. h. die Streben des Stents übertragen.
Da die Kontaktflächen zwischen Segel und den dünnen
Stentstreben sehr klein sind, müssen daher der Verbund
und/oder die Haftung zwischen Nitinol-Stent und polymeren Klappensegel
entsprechend gut ausgelegt sein.
-
Eine
Möglichkeit besteht zunächst darin, eine ausreichende
Haftung des Polymers zum Stentgeflecht herzustellen und bestehende
Haftungsverfahren zu verbessern. Hierzu kann die Oberfläche
zur Haftungsverbesserung behandelt werden, was beispielsweise durch
mechanisches oder chemisches Aufrauen, Plasmareinigung oder Plasmabeschichtung
oder andere Dünnschichten, Primern wie Silanisierungsreagentien
oder ggf. auch Klebstoffen, wobei jedoch bei allen Verfahren bzw.
Stoffen solche ausgewählt werden müssen, die sehr
bioverträglich sind. Da die zu verwendenden Polymere üblicherweise
wenige freie Endgruppen haben, die sich mit den Primern verbinden
können, sind die Haftungsergebnisse nicht optimal.
-
Daher
ist nach einer besonderen Ausgestaltung vorgesehen, den Stent mit
einem hyperverzweigten Polymer (z. B. ein Polyethylenimin) zu beschichten,
die eine wesentliche bessere Haftung zum Substrat des Stentmaterials
erlaubt. Hyperverzweigte Polymere sind hoch verzweigt und hoch funktionell an
der Moleküloberfläche und bieten daher extrem viele
Anbindungsstellen zur Haftung auf Oberflächen bzw. zu Primern
wie Silanisierungsreagentien. Alternativ hierzu ist auch vorgesehen
das Polymer, aus dem der Klappenstent bzw. das Segelmaterial besteht
(vorzugsweise Polyurethan), für die erste Kontaktschicht
zum Stent mit hyperverzweigten Eigenschaften zu modifizieren. Hier
könnte das Polyurethan vom chemischen Aufbau also so modifiziert
werden, dass es hyperverzweigt ist. Hyperverzweigte Polyurethane
wirken als ehr effiziente molekulare Anker und steigern die Zahl
der Haftgruppen an der Oberfläche.
-
Ein
anderes Beschichtungsmaterial zur Haftungsverbesserung könnten
Basispolymere für silanterminierte Polymere (SPUR) sein.
-
Ein
anderer, mit den zuvor genannten Verfahren ggf. zu kombinierender
Weg zur Verbesserung der Kraftübertragung besteht in dem
Verbundaufbau des Kunststoffs zum Stentgerüst. Die Steifigkeit
bzw. Elastizität des Stent ist üblicherweise um
ein vielfaches höher als die des Kunststoffs aus dem die Klappensegel
bestehen. Zum einen kann der Stent, bzw. die Streben des Stents
nacheinander mit Kunststoffen mit abnehmender Härtegrade,
also zunächst einem sehr harten PU, gefolgt von einer mittleren und/oder
weicheren PU beschichtet werden, um einen graduelleren Übergang
mit günstigerer Krafteinleitung vom sehr harten Stent zum
weichen Segel zu erzielen. Dabei sollen die Streben vorzugsweise
vollständig von der jeweiligen Schicht umschlossen sein. Um
die Krafteinleitung auf eine größere Haftungsfläche
an den Streben zu verteilen, besteht zum anderen der Lösungsvorschlag
darin, den Stent bzw. die Stentstreben zunächst mit einem
weichen, äußerst elastischen Polymer zu beschichten
und zu umschließen, anschließend mit einem sehr
viel härteren und auch reißfesteren Polymer, an
dem dann das eigentliche Segel angebunden ist oder an dem zunächst
der beschriebene graduelle Verbund aufgetragen, d. h. hieran wieder
zunächst härtere bis hin zu weicheren Schichten
aufgetragen werden, woran das Segel angebunden ist. Durch die elastische
Schicht zwischen den härteren Grund- und Deckmaterialien wird
die Haftung und Krafteinleitung auf nahezu den gesamten Umfang der
Stentstrebe und damit größere Fläche
verteilt. So werden Spannungsspitzen und mögliche Ablösungen
des Kunststoffs gerade an den Stellen, die vom Segel am nächsten
an die Stentstreben anschließen vermieden bzw. reduziert.
Besonders vorteilhaft ist diese Ausgestaltung auch deswegen, weil
zumeist die weicheren Formulierungen eines Polymers, insbesondere
eines Polyurethans eine bessere Haftung gegenüber anderen
Werkstoffen, insbesondere metallenen, aufweisen als die höheren Härtegrade.
-
Vorzugsweise
besitzt nur die distale Krone den Verbundaufbau aus mehreren Schichten
unterschiedlicher Härtegrade. Dieser schichtweise Aufbau ist
auch für andere Werkstoffe als den hier bevorzugt eingesetzten
Polyurethanen vorteilhaft.
-
Der
Klappenstent wird wie zuvor beschrieben vorbehandelt und vorbeschichtet.
Die zylindrische Wandung des Klappenstent, d. h. die Maschenstruktur
ist mit einer homogenen (nicht-porös) oder porigen, durchlässigen
Folie bzw. Membran bedeckt. Diese Deckschicht bzw. Deckschichten
schließen die Maschen ab. Eine porige, insbesondere vliesartige, feinfibrilläre
Struktur ist dabei sehr gut geeignet für die temporare
Faltung des Klappenstent auf die kleinen bzw. sehr kleinen Durchmesser,
die für die Unterbringung der Klappe in der Schleuse des
Katheters notwendig sind. Die vliesartige, also faserige Struktur lässt
sich zu wesentlichen kleineren Radien biegen, falten und auch knicken,
ohne dass die Membran dabei geschädigt wird. Vorteilhaft
ist dies gerade für die relativ engen Zwischenräume
der Maschen bzw. Streben, die nach Faltung noch enger beieinander liegen
oder sich auch berühren können.
-
Ein
weiterer Vorteil der vliesartigen Struktur ist, dass sie als Abdichtung
der Klappe gegen das Gefäß bzw. den Anulus wirkt.
Wenn die zylindrische Wandung entsprechend dick ausgebildet ist,
fungiert sie als Dichtring und ist ein Ausgleich für die
Durchmesserunterschiede zwischen Klappe und Gefäß oder
der Unrundheit des Gefäßes.
-
Bei
Verwendung des zuvor beschriebenen Verankerungsstent, der den Klappenstent
im eingebauten Zustand umringt, kann sie den Spalt zwischen V- und
K-Stent ausgleichen. Damit wird die Dimensionierung bzw. korrekte
Größenauswahl erleichtert, da der Durchmesserunterschied
des durch die Gefäßwand etwas komprimierten Verankerungs-
oder Bulbenstent und dem nach Möglichkeit voll expandierten
Klappenstent planbar und durch entsprechende Größenvielfalt
eingehalten werden kann. Zudem können in die porige Struktur
des Vlieses umliegende Zell- oder Gewebestrukturen aus dem Gefäß einwachsen
und so zur Befestigung der Klappe beitragen.
-
Ein
anderer Vorteil der vliesartigen Struktur ist, dass diese sehr gut
dazu geeignet ist, die Klappe mit Hilfe eines biokompatiblen Klebstoffs
in das Gefäß einzukleben, weil der Klebstoff in
die Struktur eindringen kann und so ein große Kontaktfläche
realisiert wird. Außerdem ist diese Struktur sehr gut nähbar,
so dass die Klappe mittels Fäden oder sogenannter (Endo-)Clips,
also selbstschließender Clips aus einer Memory-Legierung,
oder anderer minimal-invasiver Verfahren auch in das Gefäß eingenäht werden
könnte. Diese Fixierungsmöglichkeiten können
als alleinige Fixierung dienen oder auch in Kombination mit den
weiter oben beschriebenen Fixierungshaken. Die mikroporöse
Wandung, bzw. die Deckschichten sind hierbei vorzugsweise nur mit dem
distalen bzw. klappentragenden Kronenelement verbunden, ggf. auch
partiell mit der proximalen Krone. Die Faltung ist so wesentlich
schonender für die porösen Deckschichten als wenn
die Deckschichten auch an den zusätzlichen Streben, den
Verbindungsstreben zwischen distaler und proximaler Krone befestigt
wären. Die Deckschichten bilden dadurch weniger Widerstand
dem Komprimierungsvorgang, d. h. dem Falten entgegen. Die Streben
können sich enger aneinander legen und ermöglichen
die Komprimierung des Klappenstent auf kleinere Durchmesser. Die
Deckschichten können zwischen den Maschen ganz, teilweise
(also nur partiell) oder gar nicht untereinander verbunden sein.
Auch können die Deckschichten ganz, teilweise (also nur
partiell) oder gar nicht mit den jeweiligen Streben verbunden sein.
Die porösen Deckschichten beiderseits der Stentwandung
können proximal über das proximale Kronenelement
hinaus verlängert sein und erst an ihrem proximalen Ende
untereinander verbunden sein. Die Deckschichten bilden dadurch Taschen,
die Platz bieten während des Faltungsvorganges für
den sich in axialer Richtung ausdehnenden gefalteten Stent. Daher
kann es vorteilhaft sein, die Deckschichten an ihrem proximalen
Ende nicht mit dem proximalen Kronenelement zu verbinden, bzw. nur
partiell mit dem „proximalsten” Bereich des proximalen
Kronenelements.
-
Der
proximale Abschluss der Deckschichten kann dem Verlauf des proximalen
gewellten Kronenelements folgen oder in Umfangsrichtung auf einem Kreis
liegen. Am distalen Ende können die Deckschichten auch über
das distale Kronenelement hinausgehen und ansatzweise die Form der
Bulben und Kommissuren wie einer „Stentless-Herzklappe” aufnehmen.
-
Der
Klappenstent oder auch der Verankerungs- oder Bulbenstent können
beidseitig oder nur einseitig von einer Deckschicht aus feinfibrillärer Struktur
beschichtet sein. Bei beidseitiger Beschichtung kann eine Deckschicht
auch nur partiell die jeweiligen Stents bedecken. Alternativ kann
auch insbesondere die innere Decksicht eine homogene Folie sein,
also keine porige oder feinfibrilläre Struktur. Eine weitere
Ausführungsvariante sieht vor, dass insbesondere die Innenseite
der Deckschichten eine sogenannte kaschierte Folie ist, wobei insbesondere die
dem Blutstrom zugewandte Innenseite die Folie ist, die andere Seite
der kaschierten Folie die poröse, feinfibrilläre
Struktur ist.
-
Zur
Verbindung der Klemmen mit den Fixierungshaken muss die Deckschicht
auf der Außenseite des Klappenstents, oder ggf. auch des
Verankerungsstents geöffnet oder ggf. nur partiell bedeckt sein.
Die Decksicht muss in dem einen Fall dann zumindest partiell aufgeschnitten
werden, so dass die Klemme bzw. das Verbindungselement der Positionierdrähte
durch die Deckschicht geführt wird, um sie mit dem Fixierungshaken
mittels Krimpen oder auch durch Kleben zu verbinden. Die Klemmen
sollten dazu zuvor in die gerade Richtung gebogen werden.
-
Wenn
sich die Fixierungshaken nach Freigabe der Krimpverbindung radial
aufrichten oder aufkrallen, können die Fixierungshaken
zudem ein Reservoir mit einem biokompatiblen Klebstoff freisetzen,
der zum Ankleben der Deckschicht in das Gefäß dient.
-
Zumindest
die äußere Deckschicht der Stents ist mit einer
gleitfähigen blutverträglichen Substanz beschichtet,
damit die Klappenprothese leichter aus der Schleuse schiebbar oder
auch wieder in die Schleuse einführbar ist. Hier bieten
sich bevorzugt stark wasseraufnehmende Polymere wie Polyvinylpyrrolidon,
Polyvinylalkohol oder Hydrogele an. Mit solchen oder ähnlichen
Substanzen sollen auch die Klappensegel, die aus einer porösen
Struktur bestehen, beschichtet werden.
-
Die
Klappensegel sind bevorzugt entlang der distalen Krone, der Verbindungslinie
zwischen Stent und Klappensegel, angebunden. Sie können
aus einem biologischen Gewebe (z. B. Schweineklappensegel, Perikardium
von Rindern oder auch anderen Geweben) oder flexiblen Kunststoffen
bestehen. Im Folgenden wird bevorzugt auf die Beschreibungen von
polymeren Klappensegeln eingegangen. Die Segel können als
homogene Folie (ohne porige Struktur) oder aus einer porösen,
durchlässigen Membran gefertigt sein. Dabei können
die Segel auch aus mehreren Schichten mit unterschiedlichen Härtegraden des
Polymers bestehen. Durch die Vorbehandlung und das Vorbeschichten
des Stent, wie oben beschrieben, lässt sich ein besonders
homogener Übergang von der Stentstrebe zum Segel erzielen, so
dass eine graduelle Öffnung ohne enge Biegeradien und insgesamt
niedrige Spannungen erzielt werden können.
-
Die
Klappensegel mit poröser Struktur, die hier wieder bevorzugt
aus einer mikroporösen, feinfibrillären Struktur
bestehen, sind besonders vorteilhaft für kleine Venenklappen,
die besonders weiche Segel zur Klappenöffnung benötigen,
und für sprunghaft sich vergrößernde
(mitwachsende) Kinderklappen. In diesen Anwendungen kommt es noch
mehr als bei den Herzklappenprothesen für Erwachsene auf
eine besonders gute Blutverträglichkeit an, die benötigten
Dauerfestigkeiten sind dagegen nicht so hoch. Vorteilhaft ist daher,
dass in die feinfibrilläre Struktur sehr gut umliegende
Zellstrukturen einwachsen können und daher mit der Zeit
eine für die Blutverträglichkeit äußerst
vorteilhafte sogenannte Neointima schaffen. Dieser Einwachsprozess
benötigt jedoch eine gewisse Zeit, währenddessen
das Risiko frühtrombotischer oder thromboembolischer Komplikationen
erhöht ist. Um dieses Risiko zu reduzieren, werden in die
poröse Struktur besonders blutverträgliche, wasseraufnehmende,
dabei wasserlösliche oder wasserunlösliche Polymere
eingebettet oder damit beschichtet. Vertreter dieser Polymere sind beispielsweise
Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol, Hydrogele (z. B. HEMA) oder
Polyethylenglycol basierte Hydrogele. Hierbei kann es sich insbesondere auch
um biodegradierbare Polymere handeln. Ferner bietet sich an, diesen
Polymeren Wirkstoffe beizumengen, die antithrombogen, antiproliferativ,
entzündungshemmend sind oder andere Eigenschaften besitzen,
die die Blut- und Bioverträglichkeit der Prothese verbessern.
Wirkstoffe könnten dabei beispielsweise sein: Acetylsalyzilsäure,
Heparin, Rapamycin, Tetrahydrocannabinol, Sirolimus, Paclitaxel,
Zotarolimus, Everolimus, Cilostazol, Pioglitazone oder Statine:
z. B. Cerivastatin, Rosuvastatin oder andere in der Literatur genannte
Wirkstoffe.
-
Diese
Eigenschaftskombination aus poröser polymerer Matrix, vorzugsweise
feinfibrillärer Struktur mit Einlagerung von äußerst
hydrophilen, vorzugsweise biodegradierbaren oder wasserlöslichen Polymeren,
die darüber hinaus als Medikamententräger dienen
können, ist neben der Anwendung für die Klappensegel
für alle Komponenten des perkutanen Klappenstents aus poröser
Struktur vorgesehen. Darüber hinaus ist sie für
eine Vielzahl von weiteren Anwendungen interessant, wie beispielsweise
bei Nahtringen für Herzklappenprothesen, künstlichen Blutgefäßprothesen,
Annuloplastie-Ringe für die Rekonstruktion von Mitral-
und Trikuspidalklappen, Stent-Grafts sowie Patches für
verschiedenste Anwendungen, wie z. B. für die Behandlung
bzw. Umkleidung von abdominalen Aortenaneurysmen (AAA) oder für
die Nutzung in einer Endarteriektomie der A. carotis o. a. Gefäßen,
AV-Shunts, oder Anwendungen in der Behandlung von angeborenen Herzfehlern,
wie geschirmte Patches zur Behebung von Septumdefekten oder Ductus-Botalli-Verschluss
bei Kurzschlussverbindung zwischen Aorta und der Pulmonalarterie.
-
Alle
zusätzlichen Elemente wie der Verankerungsstent und der
Bulbenstent werden vorzugsweise wie der Klappenstent mit einem bioverträglichen Polymer,
dem Segelmaterial, beschichtet. Jedoch können diese Stents
auch ohne Beschichtung eingesetzt werden.
-
Der
Bulbenkäfig kann in einer Ausführungsvariante
auch vollflächig bedeckt sein, vorzugsweise mit einer vliesartigen
Struktur, so dass die umliegenden Gewebe- und Zellstrukturen in
die porige Membran einwachsen können. In der Ausführung
für die Aortenposition müsste der Bereich, wo
die Ostien in den Bulben angeordnet sind, jedoch offen sein, damit die
Strömung des Blutes in die Koronararterien gewährleistet
ist. Entsprechende dafür geeignete Ausgestaltungen der
Bulbenstents sind bereits beschrieben worden. Die porösen
Strukturen können darüber hinaus zur Verbesserung
der Bioverträglichkeit wie bei den Klappensegeln beschrieben
mit hydrophilen Polymeren und Wirkstoffen beschichtet werden.
-
Die
zuvor beschriebenen Klappenstents eignen sich auch für
die Integration in eine Konduitklappe. Als verstärkendes
Element zur Aufnahme der Schließkräfte auf die
Klappensegel unterstützen sie aufgrund ihrer hohen Flexibilität
die Öffnungs- und Schließbewegungen. Daher werden
für die Konduitklappe bevorzugt die Gestaltung der Klappenstents verwendet,
bei denen die proximalen und distalen Kronenelemente parallel bzw.
nahezu parallel verlaufen, also beide Kronenelemente die gleiche
Höhe besitzen.
-
Bei
dem Aufbau der mitwachsenden Kinderkonduitklappenprothese ist bevorzugt
ein Konduit mit ausgebildeten Bulben aus der vliesartigen, mikroporösen
und feinfibrillären Struktur vorgesehen. In dem Konduit
sind der Klappenstent 13 sowie proximal des Klappenstents 13 und
distal der Bulben 62 zusätzliche Gittergerüste 131 integriert
(13), die ggf. mit dem Klappenstent 13 über
Streben verbunden sind, ggf. auch wie in 8 mit Bezugszeichen 81, 81' dargestellt.
-
Wie
zuvor für den gecoverten Klappenstent ausgeführt
wurde, können die Klappenstents und Gittergerüste 131 auf
der Außenseite oder der Innenseite der Wandung oder bevorzugt
beidseitig von Deckschichten aus dem porösen Material bedeckt
sein. Im Gegensatz zur zuvor beschriebenen perkutanen Ausführung
sollen die beiderseits des Stent befindlichen Deckschichten zwischen
den Maschen untereinander verbunden sein und auch mit dem Stent
und allen Stentstreben verklebt sein. Die Klappensegel bestehen
vorzugsweise auch aus der mikroporösen, feinfibrillären
Struktur.
-
Die
porösen Strukturen können darüber hinaus
zur Verbesserung der Bioverträglichkeit wie bei den Klappensegeln
beschrieben mit hydrophilen Polymeren und Wirkstoffen beschichtet
werden.
-
Die
Klappenstents und Gittergerüste bestehen bevorzugt aus
einer Formgedächtnis-Legierung, vorzugsweise Nitinol, mit
einer Umwandlungstemperatur, die oberhalb der Körpertemperatur
liegt. Nach Fertigung wird der Konduit bei einer Temperatur unterhalb
der Umwandlungstemperatur radial auf einen bis zu 50%, vorzugsweise
nur bis zu 70%, kleineren Durchmesser gegenüber seinem
ursprünglichen Durchmesser komprimiert bzw. zusammengedrückt. Nach
einer entsprechend langen Implantationszeit, wenn die Konduitklappe
zu klein geworden ist für den wachsenden Organismus, soll
durch einen Impuls die Temperatur des Klappenstents der Konduitklappe oberhalb
der Umwandlungstemperatur erhöht werden, so dass sich der
Klappenstent auf seinen ursprünglichen Durchmesser entfalten
kann. Die Entfaltung muss, auch abhängig von der Spannkraft
der Stents, nicht sprunghaft sondern kann auch allmählich
erfolgen, da umliegende Gewebe- oder Zellstrukturen in die porige
Struktur eingewachsen sind, die die sprunghafte Änderung
behindern und daher die Umformungsprozesse dieser Strukturen in
den größeren Durchmesser allmählich erfolgen
bzw. eine gewisse Zeit benötigen. Für die Funktion
der Konduitklappe mit sich über der Zeit änderndem
Durchmesser eignen sich daher insbesondere Klappensegel aus der
vliesartigen Struktur, da diese sich viel besser an die Verformung
aufgrund der Durchmesserveränderung anpassen kann als ein
homogenes Material.
-
Weitere
Ausgestaltungen dieser Konduitklappenprothese sind möglich.
Insbesondere können auch andere Stentstrukturen als die
hier beschriebenen in den Konduit integriert sein. Auch können
die Bulben durch Stentstrukturen wie in der eingangs erwähnten
Art durch Bulbenstents unterstützt sein. Zudem vorteilhaft
sind von proximal nach distal konisch aufweitende, kegelige Formen
des Klappenstents, die der Geometrie des natürlichen Anulus
nahekommt. Es können für bestimmte Fälle
jedoch auch konisch verengende Formen genommen werden.
-
Die
beschriebene Konduitklappenprothese kann auch als normale Konduitklappe
ohne die zusätzlichen Stentstrukturen stromauf und -ab
und ohne die Eigenschaft der sprunghaften Größenzunahme
genutzt werden.
-
Erfindungsgemäß wird
zur Herstellung eines Klappenstents zur Aufnahme von polymeren Klappensegeln
mit einer 3D-Tröpfchendosiertechnik eine dünnwandige
Sandwichstruktur mit variierender Schichtdicke und/oder räumlich
variierendem Härtegrad auf der Klappenstentoberfläche
aufgebracht.
-
Die
3D-Tröpfchendosiertechnik ist ein generatives Fertigungsverfahren,
welches es erlaubt dünne sandwichartige Membranen mit lokal
variierender Schichtdicke und -zusammensetzung und räumlich variierendem
Härtegrad eines Materialtyps auf Freiformoberflächen
zu fertigen. Um eine definierte Dickenverteilung der dünnen Membranen
bzw. Folien erzielen zu können, werden einzelne Tropfen
einer Polymerlösung oder Tropfen aus viskosen polymerisierenden
Mehrkomponentensystemen punktförmig, in einer Reihe linienförmig,
raupenförmig oder flächig auf den Grundkörper
oder einem Trägerwerkzeug aufgetragen, der Auftrag getrocknet
und das Auftragen der Tropfen und die anschließende Trocknung
so oft wiederholt werden, bis der gewünschte formgerechte
dreidimensionale Polymerkörper gebildet ist. Bevorzugt
werden hierzu entsprechend geeignete Polymere in organischen Lösungsmitteln
aufgelöst, um sie dann in flüssiger Form zu verarbeiten.
Vorzugsweise werden weiterhin Polyurethane verwendet, die sich sehr
gut in Dimethylacetamid auflösen. Dieses Lösungsmittel
hat jedoch einen niedrigen Dampfdruck, so dass das Abdampfen des
Lösungsmittels relativ lange dauert. Die Trocknungstemperatur
kann nur begrenzt erhöht werden um Materialschädigungen
zu vermeiden. Außerdem lassen sich diese Polyurethane häufig
nur schwer in Lösungsmitteln mit hohen Dampfdrücken
auflösen oder auch schlechter verarbeiten.
-
Es
ist daher vorgesehen, das Polymer in einem Lösungsmittelgemisch
bestehend aus einem hochsiedenden Lösungsmittel mit einem
zweiten, ggf. auch dritten niedrigsiedenden Lösungsmittel
mit hohem Dampfdruck aufzulösen. Beispielsweise soll das
Polyurethan in einem Lösungsmittelgemisch aus Dimethylacetamid
und Chloroform aufgelöst werden, und zwar in einem Verhältnis
von 20:80 bis 90:10 Dimethylacetamid zu Chloroform, bevorzugt in
einem Bereich zwischen 35:65 und 70:30. Hierzu kann es auch erforderlich
sein, dass man das Polyurethan zunächst in Dimethylacetamid
auflöst und erst danach das Chloroform zugibt und die Polymerlösung mischt.
Mit diesen Anteilsverhältnissen lässt sich die Trocknung
so weit beschleunigen, dass das Polymer so schnell antrocknet, bzw.
einfriert, so dass die Gefahr des Verlaufens auf dem Trägerwerkzeug
insbesondere bei 3 dimensionalen Trocknungsbewegungen gering ist.
-
Üblicherweise
wird ein gewisses Übermaß des Durchmessers des
Klappenstents gegenüber dem des Blutgefäßes
verwendet, um durch die Prothese einen radialen Druck auf das Blutgefäß zu
erzeugen und so die Verankerungsfunktion zu erhöhen. Das
Blutgefäß wiederum übt einen Druck auf den
Klappenstent aus, so dass dieser sich nicht voll entfalten kann
und in seiner Funktion möglicherweise beeinträchtigt
ist.
-
Nach
einer weiteren Verfahrensvariante ist daher vorgesehen, dass die
Klappensegel nicht an den voll entfalteten Klappenstent angeformt
werden, sondern in einem leicht komprimierten Zustand, der eine
mittlere Rückstellung, z. B. etwa 5–10% auf 90%–95%
des voll entfalteten Durchmessers vorweg nimmt.
-
Der
Klappenstent wird daher für die Fertigung auf dem Trägerwerkzeug
um diese Durchmesserdifferenz gestaucht, dann werden die Segel angefügt.
Nach Entformung entfaltet sich der Klappenstent zwar, jedoch nur
geringfügig, so dass sich die Segel sowie die Wandung aufgrund
ihrer Elastizität dieser etwas vergrößerten
Form anpassen können oder die Klappenprothese wird in diesem
gering gestauchten Zustand (ggf. in Kombination mit Ladegerät
zum Einführen in die Schleuse) gelagert.
-
Die
konventionell chirurgisch zu implantierenden Prothesen, wie sie
beispielsweise aus der Anmeldung
DE 10050092 A1 bekannt sind, können
mit einem zusätzlichen Verstärkungsring in der
Basis des Klappengerüstes verstärkt werden. Hierzu
bietet es sich an, einen Ring aus einer Formgedächtnislegierung
zu verwenden. Die Positionierung bzw. das Fügen des verstärkenden
Ringes, die bisher aus Titan oder Edelstahl bestehen, oder auch
eines Gerüstes mit gleicher oder ähnlicher Form
wie der Klappenstent, und die damit verbundene vollständige
Einbettung im Verbundaufbau des Klappengerüstes ist bisher
schwierig, sie ist zudem der Gefahr der Bildung von Blasen verbunden,
wenn die Herstellung mit gelösten Polyurethanen erfolgt.
-
Daher
wird vorgeschlagen, einen Ring aus einer Formgedächtnislegierung,
vorzugsweise Nitinol, zu verwenden, diesen aufzuweiten und auf dem Trägerwerkzeug
auszurichten, wobei sich der Ring aufgrund seiner aufgeweiteten
Form leicht über die Beschichtung schieben lässt.
Der Ring lässt sich dabei auch in gewissen Grenzen über
Vorsprünge schieben, die durch das Trägerwerkzeug
bedingt sind. Anschließend erfolgt eine Temperaturerhöhung oberhalb
der Formänderungstemperatur des Nitinols, so dass sich
der Ring zusammenzieht und auf dem vorbeschichteten Trägerwerkzeug
angepresst wird und sich einbetten kann. Danach wird der Ring vollständig
umschlossen durch Auftragen einer oder mehrerer Lagen des Polyurethans.
-
Das
Fügen von Klappen-, Verankerungs- oder Bulbenstent bzw.
deren Fixierungshaken mit den Klemmen oder anderen Befestigungselementen der
Positionierdrähte erfolgt vorzugsweise vor dem Verpacken
und sterilisieren. Die Fixierungshaken werden hierzu aus der gebogenen
in eine gerade Form gebogen und mit den Klemmen der Positionierdrähte
beispielsweise mittels einer Krimpzange kraftschlüssig
miteinander verbunden. Alternativ oder ergänzend werden
die Klemmen direkt mit den Fixierungshaken oder einer Strebe der
Stents verbunden. Die Klemmen bestehen aus einer Memory-Legierung mit
einer Formänderungstemperatur, die oberhalb der Körpertemperatur
liegt. Gleichfalls wird vor Verpackung der Einheit die trichterförmige
Einführhilfe in Position gebracht, so dass die Klappenprothese
bzw. das Katheterset für den Lagevorgang vorbereitet ist.
-
Vor
der eigentlichen Applizierung der perkutanen Herzklappe wird der
Katheterkopf, d. h. vorzugsweise die noch nicht geschlossene Schleuse
mit der darin befindlichen Herzklappe in Wasser eingelegt, so dass
die zumindest äußerlich aufgebrachte Gleitschicht
z. B. aus PVA oder PVP Wasser aufnehmen kann und damit rutschfähiger
wird. Zudem kann die Klappenprothese vor der Applizierung mit Wirkstoffen
beaufschlagt werden, beispielsweise durch Einlegen in Lösungen.
Durch Ziehen der Positionierdrähte wird die Klappenprothese
dann über die Einführhilfe zusammengefaltet und
in die Schleuse eingeführt und der Schleusenkopf geschlossen.
Vorzugsweise wird ein Kathetersystem mit Schleusenkopf verwendet.
Ggf. kann das Einführen der Klappenprothese in die Schleuse
auch nur über die Rückführhilfe oder
mittels der Abdeckungen der Klemmen erfolgen.
-
Nachdem
der Führungsdraht über die Zugangsgefäße
zum Implantationsort und über den Implantationsort hinaus
eingeführt wurde, ggf. die nativen Segel entfernt wurden,
kann der eigentliche Applizierungsvorgang beginnen. Dieser kann
in einem Schritt erfolgen, wenn die Klappenprothese bestehend nur
aus dem Klappenstent oder aus dem Klappenstent und dem mit dem Klappenstent
verbundenen Verankerungs- oder Bulbenstent appliziert werden soll.
In zwei Schritten erfolgt der Applizierungsvorgang, wenn zunächst
der Verankerungs- oder Bulbenstent gefolgt von dem Klappenstent
mit Klappensegeln eingeführt wird.
-
Bei
der Ein-Schritt-Applizierung des Herzklappenkatheters wird dieser über
den Führungsdraht zum Implantationsort geführt,
der Schleusenkopf geöffnet und der Klappenstent über
die Positionierdrähte ausgeführt. Der Klappenstent
entfaltet sich und wird über die Positionierdrähte
am Implantationsort ausgerichtet und positioniert. Mittels bildgebender
Verfahren wird dann überprüft, ob der Klappenstent
exakt an der vorgesehenen Position im Anulus sitzt. Falls der Klappenstent
nicht entsprechend genau positioniert wurde, wird der Klappenstent
repositioniert, wozu ggf. der Klappenstent ganz oder teilweise wieder
in die Schleuse zurückgezogen wird und anschließend
neu positioniert wird, bis der Klappenstent am exakten Ort platziert
ist.
-
Anschließend
werden die Klemmen der Positionierdrähte mittels eines
elektrischen Strom, eines magnetischen Feldes oder eines Lasers,
der zum Entfernen der Klappensegel verwendet wurde, auf ihre Formänderungstemperatur
erwärmt, die ober halb der Körpertemperatur liegt,
so dass sich die Klemmen öffnen und die Fixierungshaken
aufgrund ihrer Eigenelastizität oder aufgrund ihres Formgedächtnisses
in die gebogene Form ausfahren und in die Gefäßwand
einkrallen und den Klappenstent endgültig fixieren. Die
Positionierdrähte werden in den Katheter zurückgezogen
und der Katheter aus dem Körper entfernt.
-
Die
Fixierungshaken können aus der gleichen Formgedächtnislegierung
mit derselben Formänderungstemperatur wie der Klappenstent
oder einer Legierung mit einer Formänderungstemperatur wie
die Klemmen bestehen, vorzugsweise aus einer mit einer Formänderungstemperatur
oberhalb der Körpertemperatur und unterhalb der Formänderungstemperatur
der Klemmen.
-
Wenn
der Klappenstent aus einem Memory-Metall mit einer Formänderungstemperatur
oberhalb der Körpertemperatur besteht, muss der Klappenstent
nach Ausschieben aus der Schleuse zur Entfaltung auf diese Formänderungstemperatur
erwärmt werden. Die Fixierungshaken bestehen dann bevorzugt
aus einer Legierung mit einer Formänderungstemperatur,
die oberhalb der Formänderungstemperatur des Klappenstent
liegt, damit der Klappenstent oder auch der Verankerungs- oder Bulbenstent
nach Ausführen und Entfalten noch zu verschieben ist und
damit positionierbar bleibt. Die Fixierungshaken bzw. auch die Klemmen
werden dann auf ihre Formänderungstemperatur erwärmt,
die oberhalb der Formänderungstemperatur des Klappenstent
und oberhalb der Körpertemperatur liegt. Durch das Ausfahren
der Krallen können auch Klebstoffreservoirs freigesetzt
werden, die die Klappe im Anulus festkleben. Die Klebstoffreservoirs
sind in der Wandung des Klappenstent angeordnet, zwischen den porösen
Deckschichten oder auf der äußeren Seite der Wandung.
Im letzteren Fall kann es sich auch nur um eine Deckschicht handeln,
die an der Innenseite des Klappenstent angeordnet ist.
-
Bei
den Fixierungshaken kann es sich auch um Dorne ohne eine gebogene
Form handeln, wenn alternativ die Klappe wie ausgeführt
eingeklebt oder minimal-invasiv eingenäht wird. Das minimal-invasive
Einnähen erfolgt mittels Fäden oder selbstschließender
Clips („Endo-Clips”), die durch die Wandung des
Klappenstent gestochen werden, vorzugsweise bestehend aus einer
mikroporösen, feinfibrillären Struktur. Es kann
auch eine Kombination aus Fixierungshaken und/oder Kleben und/oder
minimal-invasiven Einnähen erfolgen. Insbesondere können durch
das Ausfahren der Fixierungshaken auch Klebstoffreservoirs freigesetzt
werden, wodurch die feinfibrilläre Deckschicht des Klappenstent
mit dem Gefäß verklebt wird.
-
Bei
einem alternativen Vorgehen kann die Verbindung zwischen Positionierdraht
und Fixierungshaken auch über eine wieder lösbare
Klebung erfolgt sein, die nach erfolgreicher Positionierung der Klappe
am Implantationsort durch z. B. ein hochfrequentes Magnetwechselfeld
gelöst wird.
-
Es
können auch andere Verbindungen als die Klemmen oder das
Kleben zwischen Positionierdraht und Häkchen oder Dome
verwendet werden, wie z. B. mikromechanische Greifer.
-
Bei
der Zwei-Schritt-Applizierung wird zunächst der Verankerungsstent
oder der Bulbenstent derart appliziert, wie es zuvor für
den Klappenstent beschrieben wurde. Der Bulbenstent kann dabei auch
in einer Ausführungsoption ohne Fixierungshaken bzw. ausfahrende
Krallen verwendet werden, da der Bulbenstent aufgrund der starken
Aufweitung des Anulus auch ohne diese Fixierungshaken ausreichend
verankert ist.
-
Anschließend
wird der Klappenstent appliziert. Hierzu wird die Schleuse zum Implantationsort geführt,
der Klappenstent wird zumindest teilweise aus der Schleuse ausgeführt
und in Bezug auf den Verankerungs- oder Bulbenstent ausgerichtet
und positioniert, so dass der Klappenstent innerhalb des Verankerungs-
oder Bulbenstent zum Liegen kommt und der bajonettartige Verschluss
greifen kann. Alternativ oder ergänzend können
dann die Klemmen in der oben beschrieben Art gelöst werden,
so dass sich die Fixierungshaken im Verankerungs- oder Bulbenstent
und/oder auch im Anulus bzw. Gefäß verkrallen
und fixieren können.
-
Die
zuvor ausgeführten Verfahren beziehen sich vorzugsweise
auf selbstexpandierende Klappen-, Verankerungs- und Bulbenstents.
Jedoch ist es prinzipiell auch möglich, dass es sich zumindest
teilweise bei diesen Stents, vorzugsweise nur Verankerungs- oder
Bulbenstent, um nicht selbstexpandierende Stents handelt. In diesem
Fall müssten diese Stents am Implantationsort mittels eines
Ballonkatheters entfaltet werden. Die Ballonkatheter sind dabei im
Falle des Bulbenstent an die Form des Bulbenstent angepasst. Vorstehendes
gilt auch bei Applizierung der Klappenprothese über Klebstoffleitungen.
-
Die
Applizierung der perkutanen Klappenprothese über Klebstoffzuleitungen
kann alternativ oder ergänzend zur vorherigen Applizierung über
die Positionierdrähte erfolgen.
-
Das
Fügen bzw. Verbinden von Klappen- oder Verankerungsstent
mit den Klebstoffzuleitungen erfolgt vorzugsweise vor dem Verpacken
und sterilisieren. Die Klebstoffzuleitungen werden über
Schlaufen an der Coverung, d. h. den Deckschichten des Stent geführt
oder sie werden direkt durch die feinfibrilläre Struktur
gezogen. Zusätzliche selbstöffnende Clips oder
Klemmen, die die Leitungen vorzugsweise mit den Verbindungstreben
des Stent fixieren, dienen auch als Verschluss der Klebstoffzuleitungen
und bestehen aus einer Memory-Legierung mit einer Formänderungstemperatur,
die oberhalb der Körpertemperatur liegt. Gleichfalls wird
vor Verpackung der Einheit die trichterförmige Einführhilfe
in Position gebracht, so dass die Klappenprothese bzw. das Katheterset
für den Lagevorgang vorbereitet ist.
-
Vor
der eigentlichen Applizierung der perkutanen Herzklappe wird der
Katheterkopf, d. h. vorzugsweise die noch nicht geschlossene Schleuse
mit der darin befindlichen Herzklappe in Wasser eingelegt, so dass
die zumindest äußerlich aufgebrachte Gleitschicht
aus z. B. PVA oder PVP Wasser aufnehmen kann und damit rutschfähiger
wird. Zudem kann die Klappenprothese vor der Applizierung mit Wirkstoffen
beaufschlagt werden, beispielsweise durch Einlegen in Lösungen.
-
Durch
Ziehen der Klebstoffzuleitungen oder ggf. zusätzlicher
vorhandener Positionierdrähte wird die Klappenprothese
dann über die Einführhilfe zusammengefaltet und
in die Schleuse eingeführt und der Schleusenkopf geschlossen.
Vorzugsweise wird ein Kathetersystem mit Schleusenkopf verwendet. Ggf.
kann das Einführen der Klappenprothese in die Schleuse
auch nur über die Rückführhilfe oder
mittels der Abdeckungen der Klemmen erfolgen.
-
Nachdem
der Führungsdraht über die Zugangsgefäße
zum Implantationsort und über den Implantationsort hinaus
eingeführt wurde, ggf. die nativen Segel entfernt wurden,
kann der eigentliche Applizierungsvorgang beginnen, welcher in einem Schritt
erfolgen kann, wenn die Klappenprothese bestehend nur aus dem Klappenstent
oder aus dem Klappenstent und dem mit dem Klappenstent verbundenen
Verankerungs- oder Bulbenstent appliziert werden soll. In zwei Schritten
erfolgt der Applizierungsvorgang, wenn zunächst der Verankerungs- oder
Bulbenstent gefolgt von dem Klappenstent mit Klappensegeln eingeführt
wird.
-
Bei
der Ein-Schritt-Applizierung wird der Herzklappenkatheter über
den Führungsdraht zum Implantationsort geführt,
der Schleusenkopf geöffnet und der Klappenstent über
die Klebstoffzuleitungen oder den ggf. zusätzlich vorhandenen
Positionierdrähten ausgeführt. Die Klappe (bestehend
aus Klappenstent mit Klappe oder ggf. zusätzlich verbunden mit
dem Bulben- oder Verankerungsstent) entfaltet sich und wird über
die Klebstoffzuleitungen am Implantationsort ausgerichtet und positioniert.
Mittels bildgebender Verfahren wird dann überprüft,
ob die Klappe möglichst exakt an der angedachten Position im
Gefäß bzw. Anulus sitzt. Falls die Klappe nicht
entsprechend genau positioniert wurde, wird die Klappe repositioniert,
ggf. muss hierzu die Klappe ganz oder teilweise wieder in die Schleuse
zurückgezogen werden und anschließend neu positioniert
werden, bis die Klappe am exakten Ort platziert wurde. Anschließend
werden die Clips mit bekannten Mitteln auf ihre Formänderungstemperatur
erwärmt, die oberhalb der Körpertemperatur liegt,
so dass sich die Clips und die Klebstoffzuleitungen öffnen
und verschiebbar werden. Besonders vorteilhaft ist, wenn bei diesem Schritt
des Verfahrens zudem am Klappenstent befindliche Fixierungshaken
ausgefahren werden, in dem diese auch auf ihre Formänderungstemperatur, die
oberhalb der Körpertemperatur liegt, erwärmt werden.
Die Fixierungshaken krallen sich in die Gefäßwand
und halten die Klappe für den weiteren Vorgang fest, ohne
dass die Klappenprothese migrieren kann. Da der Clip geöffnet
wurde, ist die Zufuhr von Klebstoff aktiviert. Die Klebstoffzuleitungen
werden durch die Schlaufen entlang der Klappenstentbasis und in
den Katheter langsam zurückgezogen, währenddessen
kontinuierlich Klebstoff austritt und die Klappenstentbasis mit
der Gefäßwand verklebt. Der Katheter wird schließlich
aus dem Körper entfernt.
-
Wenn
der Klappenstent aus einem Memory-Metall mit einer Formänderungstemperatur
oberhalb der Körpertemperatur besteht, muss der Klappenstent
nach Ausschieben aus der Schleuse zur Entfaltung auf diese Formänderungstemperatur
erwärmt werden. Die Fixierungshaken bestehen dann bevorzugt
aus einer Legierung mit einer Formänderungstemperatur,
die oberhalb der Formänderungstemperatur des Klappenstent
liegt, damit der Klappenstent oder auch der Verankerungs- oder Bulbenstent
nach Ausführen und Entfalten noch zu verschieben ist und
damit positionierbar bleibt. Die Fixierungshaken bzw. auch die Klemmen
werden dann auf ihre Formänderungstemperatur erwärmt,
die oberhalb der Formänderungstemperatur des Klappenstent
und oberhalb der Körpertemperatur liegt.
-
Die
Applizierung der Klappe über die Klebstoffzuleitungen und
das Ankleben der Klappe kann auch in Kombination mit den Häkchen
und/oder minimal-invasiven Einnähen erfolgen.
-
Bei
einem alternativen Vorgehen kann die Verbindung zwischen dem Positionierdraht
und den Fixierungshaken oder den Dornen auch über eine wieder
lösbare Kle bung erfolgt sein, die nach erfolgreicher Positionierung
der Klappe am Implantationsort durch z. B. ein hochfrequentes Magnetwechselfeld
gelöst wird.
-
Bei
der Zwei-Schritt-Applizierung wird zunächst der Verankerungsstent
oder der Bulbenstent so appliziert, wie es zuvor für den
Klappenstent beschrieben wurde. Der Bulbenstent kann dabei auch
in einer Ausführungsoption ohne Fixierungshaken bzw. ausfahrende
Krallen verwendet werden, da der Bulbenstent aufgrund der starken
Aufweitung des Anulus auch ohne diese Fixierungshaken ausreichend verankert
ist. Anschließend wird der Klappenstent appliziert. Hierzu
wird die Schleuse zum Implantationsort geführt, der Klappenstent
wird zumindest teilweise aus der Schleuse ausgeführt und
in Bezug auf den Verankerungs- oder Bulbenstent ausgerichtet und
positioniert, so dass der Klappenstent innerhalb des Verankerungs-
oder Bulbenstent zum Liegen kommt und der bajonettartige Verschluss
greifen kann. Auf diesen kann bei dieser Verfahrensvariante auch
verzichtet werden, da der Klappenstent auch mit dem Verankerungs-
oder Bulbenstent verklebt werden kann.
-
Alternativ
oder ergänzend können dann die Klemmen in der
oben beschrieben Art gelöst werden, so dass sich die Fixierungshaken
im Verankerungs- oder Bulbenstent und/oder auch im Anulus bzw. Gefäß verkrallen
und fixieren können.
-
Die
im Konduit integrierten Klappenstent und proximalen und distalen
Stentabschnitte bestehen aus einer Formgedächtnislegierung,
deren Formänderungstemperatur oberhalb der Körpertemperatur liegt.
Der Klappenkonduit wird vor seiner Verpackung und Sterilisation,
zumindest vor Implantation auf den gewünschten kleineren
Durchmesser komprimiert, der vorzugsweise bei etwa 70%–95%
des voll entfalteten Konduits liegt. Der Konduit wird dann ggf.
während bzw. kurz vor der Implantation an seinen proximalen
und/oder distalen Enden durch Zurechtschneiden an den Empfängerorganismus
angepasst und eingenäht.
-
Wenn
der Klappenkonduit für den wachsenden Empfängerorganismus
zu klein geworden ist, wird der Klappenkonduit bzw. die darin integrierten Stents
auf ihre Formänderungstemperatur erwärmt, so dass
sich der Klappenkonduit allmählich entfalten kann und in
seinem Durchmesser zunimmt und an den wachsenden Orga nismus in gewissen
Grenzen anpassen kann. Die Erwärmung kann z. B. durch ein hochfrequentes
Magnetwechselfeld erfolgen. Eine andere Möglichkeit wäre
die Erwärmung durch elektrischen Strom, der minimal-invasiv über
einen Katheter auf die Stents des Klappenkonduits übertragen werden.
-
Die
Applizierung der perkutanen Klappenprothese, die in einem intermediären
Zustand bzw. teilweise entfalteten Zustand vorliegt, erfolgt grundsätzlich
genauso wie es oben für die perkutanen Klappenprothesen
beschrieben wurde. Wenn die Kinderherzklappe für den wachsenden
Empfängerorganismus oder Venenklappe aufgrund der Dilatation der
Vene zu klein geworden ist, wird die Kinderherzklappe oder Venenklappe
bzw. die darin integrierten Stents auf die Formänderungstemperatur
der Vorrichtung des Klappenstent erwärmt, die zuvor die
volle Entfaltung des Klappenstent oder auch Bulbenstent gehemmt
hatte, so dass sich die Kinderherzklappe oder Venenklappe allmählich
weiter entfalten kann und in seinem Durchmesser zunimmt.
-
Nach
dem Stand der Technik ist es bekannt, dass Stents, also kleine Gittergerüste
in Röhrchenform aus Metall, durch Laserschneiden hergestellt werden.
Die Halbzeuge zur Herstellung der Stents sind Rohre aus Metallen,
wobei zumeist Edelstahllegierungen oder Formgedächtnislegierungen,
z. B. Memory-Metalle wie Nitinol, verwendet werden. Stents, die
in Gebrauchsstellung relativ große Durchmesser haben (etwa > 10 mm), werden häufig
aus Stentröhrchen mit kleinem Durchmesser gefertigt und
anschließend durch geeignete Umformungs- und Wärmebehandlungsprozesse
in ihre Gebrauchsstellung, den expandierten Zustand, überführt.
Insbesondere im Falle des Nitinols stehen bisher üblicherweise
nur Rohre mit relativ kleinen Durchmessern bis ca. 10 mm als Halbzeuge
auf dem Markt zur Verfügung, was zum einen aus Kostengründen
bedingt ist und zum anderen, weil es schwierig und aufwendig ist,
die Rohre mit nur wenigen Zehntelmillimetern Wandstärke
auf größere Durchmesser zu ziehen und diese mit
exakten Abmessungen und Toleranzen herzustellen.
-
Daher
ist nach einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahren vorgesehen, dass zunächst der Klappenstent aus
einem Rohr mit einem kleinen Durchmesser geschnitten wird, wobei die
Stegbreite mit Übermaß gefertigt wird, wonach der
Stent auf ein Rohr mit dem gewünschten Durchmesser aufgeweitet
wird und exakt auf Maß geschnitten wird.
-
Es
ist schwierig, die Geometrie des Stents aus seiner Gebrauchsstellung
mit großem Durchmesser, also dem expandierten Endzustand
in den Herstellungszustand mit sehr viel kleinerem Durchmesser im
Voraus exakt zu berechnen. Im Falle von herkömmlichen,
maschenartigen Stents für Gefäße stellt
dies kein Problem dar, also wenn sich kleinere Differenzen zwischen
eigentlich angedachten und dann endgültiger Geometrie des
Stent ergeben, da es nur auf die Stegbreite, die Wandstärke
und den Durchmesser ankommt.
-
Für
perkutane Herzklappen hingegen, insbesondere solche mit polymeren
Klappensegeln, kommt es jedoch auf die möglichst exakt
berechnete Geometrie des Stent in seinem Funktionszustand oder Gebrauchsstellung
an, also im Zustand mit großem Durchmesser. Die Wandstärke
des Stent entspricht weitestgehend dem des endgültigen
Rohres. Nun wird der Stent auf ein Rohr mit dem angedachten Durchmesser
für den Funktionszustand aufgeweitet und in einem 2. Schritt
exakt auf Maß geschnitten. Zwischen Aufweitung des Stents
und seinem im 2. Schritt erfolgten Nachschneiden oder aber auch erst
nach diesem Schritt wird der Stent ggf. geeigneten Umformungs- und
Wärmebehandlungsprozesse unterzogen, um ihn in seiner Gebrauchsstellung,
den expandierten Zustand, zu überführen bzw. zu
fixieren. Die ungefähre Geometrie des Klappenstent im Herstellungszustand
wird vorab mittels FEM Analyse berechnet, auf die ermittelte Geometrie
wird ein Aufmaß in Bezug auf die Stegbreite gesetzt.
-
Zu
dem Verfahren ist anzumerken, dass der Stent im Herstellungszustand
auch eine dickere Wandstärke haben könnte wie
im aufgeweiteten Zustand (Gebrauchsstellung). Der Stent würde
im aufgeweiteten Zustand nachträglich auf seine endgültige
Wandstärke durch ein geeignetes Verfahren nachbearbeitet,
beispielsweise durch Schleifen.
-
In ähnlicher
Weise können auch die Verankerungs- und Bulbenstents hergestellt
werden. Bei den Bulbenstents kann nach dem ersten Vorschneiden des
Stentge rüstes die Gestaltung der Bulben vorgenommen werden.
Nach der Formung der Bulben oder erst nach dem Nachschneiden sind
die Umformungs- und Wärmebehandlungsprozesse durchzuführen.
-
Zur
Herstellung einer perkutanen Herzklappe, einer Venenklappe oder
einer Herzklappe für Kinder wird ein Stent, z. B. Nitinol
vorzugsweise mit einer Formumwandlungstemperatur bei 20°C
bis 37°C geschnitten bzw. gelasert, anschließend
werden die Häkchen (z. B. Nitinol Formumwandlungstemperatur zwischen
37°°C bis 60°°C angeschweißt.
Zur Stentvorbehandlung kann ggf. eine Haftverbesserung und ein mehrmaliges
Beschichten mittels Tauchen oder ggf. durch eine 3D-Tröpfchendosiertechnik
mit anschließender Trocknung bei beispielsweise 60°C
vorgenommen werden (zur 3D-Technologie vgl. z. B.
DE 100 50 305 A1 ). Unter
Verwendung eines Trägerwerkzeuges als Klappenstenfformwerkzeug
lässt sich ggf. unter Benutzung einer Enfformungshilfe
sowie einer Tennschicht ein Vlies durch Sprühen auftragen,
wobei je nach dem, ob Vlies als Segelmaterial oder eine Folie später
aufgetragen werden sollen, der Segelbereich bei Sprühauftrag
abgedeckt wird.
-
Der
vorbehandelte Stent wird dann auf dem Trägerwerkzeug entlang
der Segelanbindungslinie ausgerichtet, wozu er zuvor ggf. gekühlt
und geringfügig aufgeweitet wird, so dass der Stent aufgrund des „Formgedächtnisses” über
das Werkzeug und die darauf abgeschiedene Vliesschicht geschoben werden
kann, ohne diese zu beschädigen. Nach entsprechender Temperaturerhöhung
fixiert sich der Stent auf dem Trägerwerkzeug. Durch Aufdosieren von
dünnen Bahnen mittels der bekannten 3D-Tröpfchendosiertechnik
entlang der Stentstreben, vorzugsweise entlang der Segelanbindungslinie
(distales Kronenelement 12) kann der Stent an der Vliesschicht
(als Ummantelung der Stentstreben) fixiert werden. Die Streben oder
die Bereiche der inneren Deckschicht, die nicht mit der äußeren
Deckschicht verbunden werden sollen, werden mit einem Trennmittel
wie z. B. PVA oder PVP abgedeckt, das als Trennfolie einlegbar oder
mittels 3D-Tröpfchenbeschichtung auftragbar ist. Die Klappensegel
können als Vlies oder als Folie bereitgestellt werden.
Ein Segel-Vlies wird bei Venenklappen bevorzugt, da hier eine geringere
Thrombogenität aufgrund eines besseren Zelleinwachstums
gegeben ist. Die Segelfolie zeichnet sich durch eine längere
Haltbarkeit aus und wird daher vorzugsweise bei perkutanen Herzklappen
eingesetzt.
-
Soll
eine zweite Lage zur Herstellung einer porösen Wandung
des Stents aufgesprüht werden, sind zuvor vorhandene Haken
vorzugsweise in gerade gebogener Position zu fixieren, ggf. mittels
Klemmen, und die Haken, ggf. weitere Streben und das Segel – sofern
es aus einer Folie besteht – durch Trennhilfen abzudecken.
Klappensegel lassen sich ebenfalls mittels der im Prinzip bekannten
3D-Tröpfchendosiertechnik ggf. in mehreren Schichten und
jeweiliger zwischenzeitlicher Trocknung auftragen. Die freien Segelkanten
und die Deckschichten des Klappenstents entlang des proximalen Endes
werden geschnitten, ggf. die vorhandene Trennfolie herausgezogen
und die äußere Deckschicht partiell aufgeschnitten,
um Haken freizulegen und teilweise mit Klemmen zu verbinden. Die
proximalen Enden der Deckschichten werden geschlossen, vorzugsweise durch
Kleben; falls erforderlich ist ein Klebstoffreservoir anzulegen.
Etwa vorher verwendete Trennmittel wie PVA/PVP können in
Wasser aufgelöst werden, um Deckschichten von Streben zu
lösen. Bei der Herstellung von Kinderklappen wird nach
dem Schneiden der freien Segelkante und dem Aufbringen des Stents
auf das Formwerkzeug ein Konduit durch Ansprühen gefertigt
und abschließend proximal und distal geschnitten.
-
Zur
Verbesserung der Bioverträglichkeit können poröse
Strukturen mit hydrophilen Polymeren und/oder anderen Wirkstoffen
beschichtet werden.
-
Bei
der Herstellung eines Verankerungsstents oder eines Bulbenstents
wird entsprechend (wie oben beschrieben) verfahren, etwaige Deckschichten
aus Vlies oder ein Bulbus werden durch Sprühen aufgetragen.
Verbindungen des Verankerungsstents mit einem Klappenstent lassen
sich mit Fäden, durchkleben oder gemeinsame Deckschichten
herstellen.
-
Zur
Herstellung einer chirurgisch implantierbaren Aorten- oder Mitralklappenprothese
mit einem verstärkten metallischen Basisring wird zur Vermeidung
einer Blasenbildung ein Ring aus einem Memorymetall verwendet, der
aufgeweitet und auf dem mit einer Beschichtung versehenen Trägerwerkzeug
positioniert, ausgerichtet und anschließend durch Ausnutzung
des Memoryeffektes fixiert wird, bevor die abschließende
Beschichtung zur vollständigen Umschließung und
Einbettung des Ringes mit einem Polymer vorgenommen wird.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 202007005491
U1 [0008]
- - DE 10121210 B4 [0046]
- - US 2006/0265056 A1 [0046]
- - DE 10050092 A1 [0122]
- - DE 10050305 A1 [0157]