-
Die
Erfindung beschäftigt
sich mit einem Schnellstopp für
eine insbesondere fremd angetriebene Waffe.
-
Aus
der
EP 1 767 891 A1 ist
eine Vorrichtung zum Laden einer Maschinenkanone bekannt, die über einen
Steuerkörper
in der Ebene der Rohrseelenachse verfügt. Der zwei Steuerkurven tragende Steuerkörper ist
dabei um das Waffengehäuse
im Bereich der Rohraufnahme koaxial gelagert. Eine der beiden Steuerkurven
ist mantelseitig, die andere stirnseitig am Steuerkörper eingebunden.
Die mantelseitige Steuerkurve dient zur geradlinigen Zuführung des
Verschlusses, die andere zur Verschlussverriegelung.
-
Da
Verschlussbewegungen bei einem Fremdantrieb unabhängig vom
Gasdruck im Waffenrohr ablaufen, muss im Fall eines Anzündversagers (nach
Zufuhr der Anzündenergie
brennt die Treibladung in der Patrone nicht ab) bzw. Spätzünders (hier brennt
die Treibladung mit deutlichem Zeitverzug ab) das Öffnen des
Verschlusses verhindert werden. Dazu wird in der Regel der Gasdruck
oder der Waffenlauf selbst als Indiz für einen ordnungsgemäßen Abbrand
detektiert. Fehlt diese Information, muss ein so genannter Schnellstopp
ausgelöst
und das Öffnen des
Verschlusses verhindert werden.
-
Durch
die Massenkräfte
beim Abbremsen des Fremdantriebes (um das Öffnen zu verhindern) entstehen
insbesondere bei höheren
Kadenzen hohe Belastungen in bzw. an den Elementen des Antriebsstranges.
-
Mit
der Problematik eines so genannten Schnellstopps bei fremd angetriebenen
Waffen beschäftigt
sich die nicht vorveröffentlichte
DE 10 2007 048 470
A1 . Der Schnellstopp wird stetig eingelegt und im Falle
eines ordnungsgemäßen Schusses
wieder ausgesteuert. Im Falle eines Zündversagers läuft ein
Mittel, welches mit dem Waffenrücklauf
funktional verbunden ist, auf den Schnellstopp auf, die Antriebsbewegung
wird gestoppt, das Entriegeln des Verschlusses unterbleibt zumindest
für eine
vorgebbare Zeit. Auch die
DE
36 27 362 C1 zeigt eine Schnellstopp-Einrichtung für eine fremd
angetriebene Waffe.
-
Aus
der
DE 30 21 200 C2 ist
ein Schutzsystem gegen verspätetes
Losgehen oder Nachzünden bekannt.
Die Waffe ist neben einem Fühler
zum Erfassen eines Rückstoßes mit
einem Schnellstopp ausgerüstet,
der zum Anhalten eines sich normalerweise kontinuierlich bewegenden
Kettenteils und damit zum Stillsetzen der Bewegung des Verschlusses in
eine bezüglich
des Kettenteils eingerückte
Position bringbar ist. Eine auf den Fühler ansprechende Verriegelungsvorrichtung
steuert die Bewegung der Stoppvorrichtung zwischen der eingerückten Position,
in welcher das Kettenteil angehalten wird, und einer ausgerückten Position,
in der die Bewegung des Kettenteils ansonsten nicht behindert wird.
Das Schutzsystem weist zwei mit dem Kettenteil verbundene Glieder
auf, ein Hauptglied sowie ein Sicherheitsglied, sowie eine Abzugsstange,
die von einem Hubmagneten gesteuert wird, und eine Rückstoßschubstange.
Die Rückstoßschubstange
dient zum Freisetzen eines Rückstoßklinkenriegels,
wenn der Schuss gebrochen ist, die Abzugsstange zum Unterstellen
des Sicherheitsgliedes beim Verriegeln der Waffe und Freigeben,
wenn die Munition richtig abgefeuert ist. Für ein späteres Stillsetzen der Waffe
greift die Abzugsstange am Hauptglied an, da der Hubmagnet abgeschaltet
ist. Ein derartiger, elektrisch gesteuerter Hubmagnet ist jedoch
insbesondere in Sicherheitseinrichtungen dieser Art unerwünscht, da selber
störanfällig. Ein
möglicher
Materialbruch der Stangen macht die Sicherheitseinrichtung zudem nicht
funktionssicher. Die gesamte Einheit ist zudem konstruktiv sehr
aufwändig.
-
Die
DE 32 18 550 C2 offenbart
eine Blockiereinrichtung für
eine Maschinenkanone mit einem fremd angetriebenen Verschlussantrieb.
Hierbei dient eine aus der Schussentwicklung resultierende Energie
für eine
Schusskontrolleinrichtung zum Unterbrechen der Fremdenergiezufuhr.
Bei einem nicht gebrochenen Schuss und dem Ausbleiben einer Rückbewegung
wird ein Ausrücken
eines Steuernockens der Einrichtung aus einer zurückgezogenen Position
in eine Mitnahmeposition verhindert, während ein Schalthebel durch
einen Unterbrechernocken in eine Position transportiert wird, in
der die kontinuierliche Drosselung der Energiezufuhr erreicht wird.
Der Nachteil dieser Lösung
liegt gleichfalls im hohen konstruktiven Aufwand und dem damit verbundenen
Gewicht.
-
Das
sich mit einer rotationssymmetrischen Verschlusszuführung stellende
Problem liegt nun darin, einen Schnellstopp einzubinden, der in
kürzester Zeit
funktionsfähig
in das System eingreift, dieses aber nicht zerstört.
-
Hier
stellt sich die Erfindung die Aufgabe, einen Schnellstopp für eine derartige
Munitions- und Verschlusszuführung aufzuzeigen.
-
Gelöst wird
die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte
Ausführungen sind
in den Unteransprüchen
aufgezeigt.
-
Ausgehend
von einem rotationssymmetrisch angebrachten Steuerkörper, über den
das Öffnen und
Schließen
des Verschlusses realisiert wird, liegt der Erfindung die Idee zugrunde,
einen Schnellstopp einzubinden, der eine am Steuerkörper eingebundene
Unterstellung aufweist, die, wenn ein Schuss ausbleibt, an den Steuerkörper angreift
und damit den Steuerkörper
am Weiterdrehen hindert. Das dadurch auftretende Stoppen der Rotationsenergie
des Steuerkörpers
wird des Weiteren in eine axiale Bewegung umgewandelt, um ein Brechen
des Schnellstopps bzw. des Steuerkörpers zu vermeiden. Dazu ist
ein vorzugsweise am Steuerkörper
eingebundener Kraftaufnehmer vorgesehen, der die restliche Rotationsenergie
als axiale Bewegung aufnimmt.
-
Es
wird somit erfindungsgemäß ein Stoppmittel
vorgeschlagen, das dann, wenn der Schuss ausbleibt und ein Waffenrücklauf oder
dergleichen fehlt, eine Unterstellung bewirkt, wodurch ein Weiterdrehen
des Steuerkörpers
unterbunden wird. Um jedoch einen Bruch der Vorrichtung zu vermeiden, sieht
die Erfindung in Weiterführung
vor, eine Energie abbauende Einrichtung einzubinden, um so die gestoppte
Rotationsenergie abzubauen bzw. aufzunehmen.
-
Zur
Lösung
dieses Problems ist am Steuerkörper
beispielsweise eine stirnseitig eingearbeitete Verzahnung vorgesehen,
in die ein Gegenstück, ebenfalls
mit einer Verzahnung, eingreift. Ein Kraftaufnehmer für die Restenergie
ist seinerseits vorzugsweise im Gegenstück eingebunden und wird in einer
einfachsten Form durch Federn gebildet.
-
Erfolgt
ein Waffenrücklauf
oder wird ein sich aufbauender Gasdruck für den Schnellstopp bzw. die Prüfung der
exakten Funktionsweise berücksichtigt, wird
das Stoppmittel weggesteuert, der Antrieb läuft normal weiter. – Ein Gasdruck
wird beispielsweise bei einer schwimmenden Lagerung der Waffe (Schuss-Teilrücklauf-Schuss)
bevorzugt.
-
Bleibt
der Schuss aus, bleibt die Unterstellung unterstellt. Das weitere
Verdrehen des Steuerkörpers
wird verhindert. Die restliche Energie des gestoppten Steuerkörpers wird
durch den Kraftaufnehmer aufgenommen, wobei das Gegenstück aus der Verzahnung
des Steuerkörpers
herausläuft.
Dazu besitzt die Verzahnung des Steuerkörpers einerseits eine entgegen
der Drehrichtung des Steuerkörpers weisende
bzw. verlaufende Gleitfläche
und andererseits eine kantige Form. Entsprechend ist die Zahnkonfiguration
am Gegenstück.
-
In
einer einfachsten Ausführung
ist das Stoppmittel ein Hebel. Dieser greift in die umfangsseitig
am Steuerkörper
eingebundene Unterstellung, die ihrerseits vorzugsweise am Gegenstück eingebunden
ist, sodass das Weggleiten des Gegenstückes vom Steuerkörper unterstütz wird.
-
Alternativ
besteht die Möglichkeit,
dass das Stoppmittel erst beim Ausbleiben an die Unterstellung angreift,
wenngleich dies sicherlich technisch aufwändiger ist.
-
Anhand
eines Ausführungsbeispiels
mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.
-
Es
zeigt:
-
1 einen
Steuerkörper
mit eingebundenem Schnellstopp in einer perspektivischen Darstellung,
-
2 eine
Schnittdarstellung aus 1, und
-
3 eine
vergrößerte Darstellung
des Schnellstopps aus 2.
-
In 1 ist
mit 1 ein Steuerkörper
mit einer mantelseitigen Steuerkurve 2 sowie einer stirnseitig eingebundenen
Steuerkurve 3 gekennzeichnet. Über die mantelseitige Steuerkurve 2 wird
ein Verschluss und über
die Stirnkurve 3 werden Verriegelungssteine 20 des
Verschlusses bewegt, letztere zum Öffnen oder Verschließen eines
Ladungsraumes einer nicht näher
dargstellten Waffe. Eine weitere, vorzugsweise an der anderen Stirnseite
des Steuerkörpers 1 vorgesehene
Stirnkurve 4 ist in Form einer Verzahnung 5 ausgeführt. In
die Verzahnung 5 greift ein Gegenstück 6 mit einer (Gegen-)Verzahnung 7 ein.
Die Form der Verzahnung 5, 7 ist vergleichbar
mit einem kantigen Z und ermöglicht
so, dass das Gegenstück in
der freien Drehrichtung mitgenommen wird, in der Sperrrichtung,
wenn der Steuerkörper 1 am
Drehen gehindert wird, aus der Verzahnung 5 des Steuerkörpers 1 heraus
gleiten kann.
-
Im
Gegenstück 6 gelagert
ist ein Kraftaufnehmer 8, hier mehrere Federn (2).
Eine vergrößerte Darstellung
ist zudem der 3 entnehmbar. Mit dem Gegenstück 6 funktional
in Verbindung stehend ist einer Unterstellung 9 am Steuerkörper 1 eingebunden,
an die ein Hebel 10 angreift. Mit 11 ist ein waffengehäusefestes
Teil gekennzeichnet, dass beispielsweise den Hebel 10 trägt.
-
Die
Funktionsweise des Schnellstopps ist wie folgt, wobei sich auf die
in der
EP 1 767 891
A1 näher
beschriebene Zuführung
des Verschlusses über
den Steuerkörper
1 Bezug
genommen wird:
Bei erfolgtem Schuss wird der Hebel
10 von
der Unterstellung
9 bevorzugt weggedreht, der Steuerkörper
1 wird
durch Ablaufen eines nicht näher
dargestellten Mitnehmers in der Steuerkurve
2 weiter gedreht.
Ebenfalls mitgedreht wird das Gegenstück
6 mit dem Kraftaufnehmer
8.
Dies erfolgt durch die kantige Form beider Verzahnungen
5 und
7.
-
Bleibt
jedoch der Schuss aus, greift der Hebel 10, der nach jedem
erfolgtem Wegdrücken
wieder in seine Ausgangslage überführt wird,
weiterhin an der Unterstellung 9 an. Zeitgleich wird der
nicht näher dargestellte
Fremdantrieb (dieser greift in eine Verzahnung 12 des Steuerkörpers 1)
gestoppt. Der Steuerkörper 1 wird
nun seinerseits nicht mehr weiter gedreht, da der (nicht näher dargstellte)
Mitnehmer in der mantelseitigen Steuerkurve 2 nicht weiter
bewegt wird (Verschlussbewegung wird unterbunden – Verschlussriegel
bleiben verriegelt).
-
Allein
die Masse des Steuerkörpers 1 bewirkt jedoch,
dass noch eine sogenannte Restenergie im Steuerkörper 1 vorhanden ist,
die den Steuerkörper 1 weiter
dreht. Diese Restenergie wird dadurch abgebaut, dass mit dem Weiterdrehen
des Steuerkörpers 1 das
Gegenstück 6 aus
der Verzahnung 5 der Stirnkurve 4 herausgedreht
und gegen den Kraftaufnehmer 8 gedrückt wird, wodurch die massenbedingte (Rest-)Bewegung
und damit die restliche Rotationsenergie des Steuerkörpers 1 in
eine axiale Bewegung umgewandelt und abgebaut/aufgenommen wird.
Der Steuerkörper 1 kann
somit nur noch soweit drehen bis die Rotationsenergie desselben
gleich groß ist wie
die des Kraft- bzw. Energieaufnehmers (des Federpaketes). Der Steuerkörper 1 darf
im Übrigen
nur soweit gedreht werden, bis die stirnseitige Verriegelungskurve
die Verriegelung öffnen
kann.