DE102007048470A1 - Schnellstopp für einen Antrieb einer Waffe mit vorzugsweise linearer Munitionszuführung - Google Patents
Schnellstopp für einen Antrieb einer Waffe mit vorzugsweise linearer Munitionszuführung Download PDFInfo
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Abstract
Es wird ein Schnellstopp (20) für einen Waffenantrieb (14) einer Waffe mit zugeführter Munition (5) in ein Waffenrohr (4) der Waffe (1) vorgeschlagen, der funktional mit dem Antrieb (14) sowie einem rücklaufenden Waffenteil (2) zusammenwirkt, wobei beim Verschlussvorlauf der Schnellstopp (20) eingelegt wird, derart, dass der Schnellstopp (20) auf der anderen gegenüberliegenden Seite im Transportweg des Antriebs (14) im Transportweg des Antriebes (14) liegt. Ein am rücklaufenden Waffenteil (2) eingebundenes Mittel (21) fährt bei Schussauslösung auf eine Phase (22.1) am Schnellstopp (20) auf und drückt dabei den Schnellstopp (20) weg, so dass der Antrieb (14) ungehindert am Schnellstopp (20) vorbei weiterlaufen kann. Bei einem Zündversagen wird der Antrieb (14) durch den Schnellstopp (20) zumindest kurzzeitg angehalten.
Description
- Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Antriebe wie Fremd- oder Eigenantriebe für Waffensysteme bekannt. Bei Fremdantrieben werden häufig elektrische Antriebe vorgesehen, welche dann beispielsweise eine Kette antreiben. Ein bekannter Kettenantrieb wird in der unter dem Namen Bushmaster oder auch Chain Gun bekannten Maschinenkanone angewandt. Hierbei werden notwendige Stillstandszeiten zum Verschließen des Verschlusses, für das Schussauslösen, für das Öffnen des Verschlusses sowie das Vorlegen einer Patrone vor den Verschluss durch eine umlaufende, von einem Motor angetriebene Kette realisiert (http://de.wikipedia.org/wiki/M242_Bushmaster). Der Verschluss mit der davor liegenden Munition bzw. Patrone wird dabei dem Patronenlager linear zugeführt.
- In der nicht vorveröffentlichten
DE 10 2006 022 622.4 wird ein Waffensystem beschrieben, welches eine zur Funktionssteuerung verwendete Steuerkulisse in der horizontalen Ebene parallel zum Weg eines geradlinig zu führenden Verschlusses der Verschlusswaffe aufweist. Diese wirkt funktional mit einer so genannten gleichfalls in der horizontalen Ebene liegenden Antriebskulisse zum Führen eines mit dem Verschluss verbundenen Mittels zusammen. Die Antriebskulisse ist in einem bewegbaren Schieber integriert, welcher seinerseits durch einen universell gestaltbaren Antrieb verstellt wird. Für eine Verriegelung des Verschlusses ist des Weiteren eine Verriegelungskulisse vorgesehen, die bevorzugt zusammen mit der Antriebskulisse in dem bewegbaren Schieber eingebunden ist. Angedacht ist hier ein Antrieb des Pleuels beispielsweise mittels einer umlaufenden Kette. Weitere Detailfragen diesbezüglich werden hier nicht behandelt. - Für die sichere Funktion einer Waffe ist es wichtig, das Zünden eines Zündversagers insbesondere in der Entriegelungs- bzw. Öffnungsphase des Waffenverschlusses zu verhindern.
- Hier stellt sich die Erfindung die Aufgabe, eine Vorrichtung aufzuzeigen, die ein verspätetes Zünden der Munition zulässt, einen Zündversager jedoch sicher aus der Waffe bringt.
- Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungen sind in den Unteransprüchen aufgelistet.
- Der Erfindung liegt die Idee zugrunde, einen Schnellstopp in den Antrieb einzubinden, wodurch ein zu frühes Entriegeln bzw. öffnen des Verschlusses vermieden wird. Dieser Schnellstopp dient somit dazu, dass beim Zündversager ein Entriegeln des Verschlusses vorzeitig verhindert wird. Der Schnellstopp wird stetig eingelegt und im Falle eines ordnungsgemäßen Schusses ausgesteuert. Im Falle eines Zündversagers, wo bekanntlich der Rücklauf des Waffenrohres fehlt, läuft ein Mittel, welches mit dem Waffenrücklauf funktional verbunden ist, auf den Schnellstopp auf, die Antriebsbewegung wird gestoppt, das Entriegeln des Verschlusses unterbleibt zumindest für eine vorgebbare Zeit. Der Schnellstopp ist dabei so ausgeführt, dass er die Auflaufkraft aufnehmen kann und Materialbruch vermieden wird. Dies kann durch Einbindung einer Feder oder eines Puffers oder dergleichen in den Schnellstopp geschaffen werden, wodurch der Schnellstopp in Belastungsrichtung elastisch reagiert.
- Als Antrieb kann eine Kette vorgesehen werden. Alternativen sind getriebetechnische Lösungen, Zahnräder oder auch ein Rückstoßladerantrieb.
- Anhand eines Ausführungsbeispiels mit Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden. Es zeigt:
-
1 eine Schnittdarstellung der Zuführung eines Verschlusses mit angesetzter Munition in einem Patronenlager, -
2 eine Draufsichtdarstellung des Schiebers aus1 , -
3 eine zeitliche Darstellung des Kettenumlaufs, -
4 das Einsteuern eines Schnellstopps, -
5 eine Schnittdarstellung des Einsteuerns des Schnellstopps, -
6 das Aussteuern des Schnellstopps, -
7 eine Schnittdarstellung des Aussteuerns des Schnellstopps, -
8 eine Darstellung der Wirkung des in den Antrieb integrierten Schnellstopps. - In
1 ist schematisch dargestellt eine Waffe1 mit den zur Erläuterung der Erfindung wesentlichen Details. Dargestellt sind ein Verschluss2 , ein Verschlussring3 sowie angedeutet ein Waffenrohr4 . Vorzugsweise unterhalb des Weges, den der Verschluss2 zur geradlinigen Zuführung einer Munition/Patrone5 innerhalb der Waffe1 zurücklegt, ist eine Steuerkulisse6 einer Funktionssteuerung7 angeordnet, die in einer Draufsicht in2 aufgezeigt ist. Die Steuerkulisse6 besitzt eine mit einem großen S vergleichbare Form, wobei die mitti ge Führungszone der Kulisse6 bis zu den leicht gekrümmten Kurvenenden gestreckt ist (∫) und ist in einer Schiene8 integriert. Mit dieser Steuerkurve6 funktional wirksam ist eine Antriebskulisse9 vorgesehen, welche zur Steuerkurve6 verschiebbar ist. Die Wirkungsweise bzw. das Zusammenspiel beider wird in derDE 10 2006 022 622.4 ausführlich beschrieben, auf welche hier Bezug genommen wird. - Zur hier aufgezeigten Funktionssteuerung
7 zugehörig wird eine Verriegelungskulisse10 gesehen, die, wie die Antriebskurve9 , vorzugsweise in einem gemeinsamen Schieber11 integriert ist. Die Verriegelungskulisse10 dient hierbei zum Verriegeln/Entriegeln des Verschlusses2 im Gebrauch der Waffe1 . Für diese Funktion weist der Schieber11 eine zur vertikalen Ebene vorzugsweise leicht angestellte Fläche auf, in der die Verriegelungskurve10 eingebunden ist, damit ein am Verschlussring3 angebrachter Bolzen (nicht näher dargestellt) in diese Kulisse10 eingreifen kann. Andere Lösungen als die Kulisse10 für das Ver- und Entriegeln des Verschlusses2 sind jedoch auch möglich. - Die erkennbare Zweiteilung der Schiene
8 stellt eine bevorzugte Variante der Schiene8 dar, In der Zweiteilung wird ein so genanntes Rücklaufspiel R gebunden. Dieses Spiel R berücksichtigt den Rücklaufweg des Waffenrohres4 mit Verschluss2 . - Ein Pleuel
12 , welches mit dem Verschluss2 konstruktiv verbunden ist, greift für das Bewegen des Verschlusses2 in die Steuerkulisse6 ein und wird durch die Antriebskulisse9 mitgenommen. - Der Schieber
11 weist unterhalb eine nutartige Führung13 auf, in welcher ein den Schieber11 antreibendes Teil (15 ) eingreifen und geführt werden kann (wird noch ausgeführt). - Als Antrieb ist eine umlaufende Kette
14 angedacht, welche durch einen elektrischen Motor16 angetrieben wird. Die Kette14 besitzt ein spezielles Kettenglied (Nocken)15 , welches in die Nut13 des Schiebers11 eingreift und den Schieber11 bei Kettenbewegung bewegen kann. - Der zeitliche als auch funktionale Ablauf wird mit
1 in Verbindung mit3 veranschaulicht:
Die Kette14 wird durch den Motor16 angetrieben. Der Nocken15 nimmt dabei den Schieber11 und dieser den Pleuel12 mit. Mit dem Pleuel12 wird der Verschluss2 in Richtung Waffenrohr4 gebracht (A = Beginn Verschlussvorlauf). Erreicht die Verriegelungskulisse10 den Bolzen am Verriegelungsring3 , wird dieser Ring3 bewegt, der Verschluss2 verriegelt (B = Beginn der Verriegelung, C = verriegelt). Für die Verriegelungszeit und Schussauslösung (D) bis zum Zeitpunkt der Entriegelung (E), fährt der Nocken15 die Nut13 des Schiebers11 ab. Das fertige Entriegeln (F) wird dann durch Weiterlaufen der Kette14 und Mitnahme des Nockens15 eingeleitet. Entsprechend wird dann der Pleuel12 geführt und der Verschluss2 geradlinig in die Beladungsposition (G = Rücklauf Verschluss) gebracht, der Pleuel abgelegt (H), so dass der Verschluss still steht (J), eine neue Patrone5 vorgelegt (K) und der Verschluss2 wieder in Richtung Waffenrohr4 verfahren (A). In dieser Beladungszeit erfolgt das Weiterlaufen der Kette14 und ein Zurückgleiten des Nockens15 innerhalb der Nut13 . - Bereits
3 zeigt die Einbindung eines Sicherheitskriteriums – einen Schnellstopp20 – in den Kettenantrieb. Eine solche Einrichtung dient der Erhöhung der Waffensicherheit in punkto Zündversager. Dieser wird durch die Sicherheitseinrichtung sicher aus dem Waffenrohr4 gebracht, ohne dadurch die Bedienung als auch die Funktion der Waffe1 zu gefährden. Der Schnellstopp20 ist zeitlich vor dem eigentlichen Entriegeln des Verschlusses2 eingebunden, sollte aber eine Zündverzögerung der Munition5 berücksichtigen. - Der Schnellstopp
20 wirkt funktional mit dem Antrieb14 sowie dem rücklaufenden Verschluss2 zusammen. Er besteht aus einem klotzähnlichen Teil22 mit einer Anphasung22.1 und untergreift den Antrieb14 vorzugsweise u-förmig. Andere konstruktive Maßnahmen als das Untergreifen sind auch möglich. - Der Schnellstopp
20 wird immer eingelegt, wenn der Nocken15 den Schnellstopp20 in Schussrichtung gesehen rechtsseitig beim Verschlussvorlauf passiert (4 ). Dabei drückt der Nocken15 den Schnellstopp20 so weg (5 ), dass er auf der anderen gegenüberliegenden Seite im Transportweg des Nockens15 (linksseitig) als eingelegt gilt. Der Nocken15 fährt die Nut13 in der verriegelten Zeit ab, der Schuss bricht. Mit dem Schuss werden in bekannter Art und Weise die rücklaufenden Waffenteile bewegt. Ein am Verschluss2 eingebundenes Mittel21 , beispielsweise ein Aussteuerkeil, fährt auf die Phase22.1 am Schnellstopp20 und drückt den Schnellstopp20 weg, der Nocken15 kann ungehindert am Schnellstopp20 vorbeigleiten (7 ). - Im Fall einer Zündverzögerung bewegt sich der Verschluss
2 zwar etwas später, jedoch zeitlich ausreichend, damit der Keil21 den Schnellstopp20 aussteuern und der Verschluss2 nach erfolgtem Schuss entriegelt werden kann. - Bei einem Zündversagen bleibt bekanntlich der Waffenrücklauf aus, da kein Schuss gebrochen ist. In diesem Fall läuft der Nocken
15 der Kette14 auf den Schnellstopp20 auf, die Kettenbewegung wird gestoppt, das Entriegeln verhindert (8 ). Ein Lösen oder Freigeben des Schnellstopps20 wird entweder manuell, oder wie hier vorgeschlagen, durch Ansteuerung eines Magneten25 , d. h. elektrisch, vorgenommen, so dass nun der Zündversager wie eine herkömmliche Hülse ausgeworfen werden kann. - Der Schnellstopp
20 ist in Belastungsrichtung gefedert bzw. gepuffert (23 ), um die Kraft zu haben und Materialbruch zu vermeiden. Zur Unterstützung der Haltekraft des Schnellstopps20 in ein- bzw. ausgesteuerter Position greift ein Keil26 in Einkerbungen27 (eingesteuert),28 (ausgesteuert) ein. - Damit das ruckartige Bremsen der Kette
14 nicht zu einem Reißen führt, ist eine Kupplung24 , die drehmomentabhängig ist, also eine Art Rutschkupplung oder dergleichen, zwischen Motor und Kette14 eingebunden. - Der Schnellstopp
20 ist nicht nur bei Kettenantrieben vorzusehen. Vielmehr ist ein Einbinden auch bei getriebetechnischen Lösungen vorteilhaft, die alternativ zum Kettenantrieb einsetzbar sind, wie Zahnräderantriebe, Rückstoßladerantriebe etc. Der Schnellstopp20 ist auch in die Antriebe einbindbar, welche die Stillstandszeiten selbst definieren, also eine andere Funktionssteuerung aufweisen, als hier beschrieben. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 102006022622 [0002, 0017]
- Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - http://de.wikipedia.org/wiki/M242_Bushmaster [0001]
Claims (8)
- Schnellstopp für einen Waffenantrieb (
14 ) einer Waffe (1 ) mit zugeführter Munition (5 ) in ein Waffenrohr (4 ), dadurch gekennzeichnet, dass – der Schnellstopp (20 ) funktional mit dem Antrieb (14 ) sowie einem rücklaufenden Waffenteil (2 ) zusammenwirkt, wobei – beim Verschlussvorlauf der Schnellstopp (20 ) eingelegt wird, derart, dass der Schnellstopp (20 ) auf der anderen gegenüberliegenden Seite im Transportweg des Antriebs (14 ) im Transportweg des Antriebes (14 ) liegt, – ein am rücklaufenden Waffenteil (2 ) eingebundenes Mittel (21 ) auf eine Phase (22.1 ) am Schnellstopp (20 ) Schussauslösung auffährt und dabei den Schnellstopp (20 ) wegdrückt, so dass der Antrieb (14 ) ungehindert am Schnellstopp (20 ) vorbei weiterlaufen kann und – bei einem Zündversagen der Antriebs (14 ) durch den Schnellstopp (20 ) angehalten wird. - Schnellstopp nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das rücklaufende Waffenteil (
2 ) der Verschluss sein kann. - Schnellstopp nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Nocken (
15 ) des Antriebes (14 ) das Einsteuern des Schnellstopps (20 ) bewirkt. - Schnellstopp nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Schnellstopp (
20 ) ein klotzähnliches Teil (22 ) aufweist das die Phase (22.1 ) beinhaltet. - Schnellstopp nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Schnellstopp (
20 ) den Antrieb (14 ) der Waffe vorzugsweise u-förmig untergreift. - Schnellstopp nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schnellstopp (
20 ) in Belastungsrichtung gefedert bzw. gepuffert (23 ) ist. - Schnellstopp nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (
14 ) der Waffe eine Kette ist, die elektrisch angetrieben werden kann. - Schnellstopp nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine drehmomentabhängige Kupplung zwischen Motor (
16 ) und Kette (14 ) eingebunden ist.
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