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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
hochreinen Perfluorthermoplastgranulaten, die in einem
Behälter ohne Produktbewegung vorzugsweise mit Durchgas
beziehungsweise Kreisgas aufgeheizt, fluoriert und deren
extrahierbare Ionen nach der Fluorierung oberhalb der
Glastemperatur durch Extraktion entfernt werden.
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Im folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung
näher erläutert.
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Typische Perfluorthermoplaste sind teilkristalline Copolymere
aus überwiegend Einheiten des Tetrafluorethylens (TFE) und
von Perfluoralkylvinylethern wie Perfluor-(n-propyl-vinyl)-
ether (PPVE) oder perfluorierten Olefinen wie
Hexafluorpropylen (HFP). Handelsüblich sind Copolymere aus
TFE und PPVE unter der Bezeichnung "PFA" und Copolymere von
TFE mit HFP als "FEP". PFA ist ausführlich beschrieben in
Modern Fluoropolymers, John Wiley & Sons, 1997, Seite 223 ff.
und FEP in Kirk-Othmer, Encyclopedia of Chemical Technology,
John Wiley & Sons, Fourth Edition, Volume 11, (1994),
Seite 644. Copolymere wie PFA und FEP können hierbei weitere
perfluorierte Comonomere enthalten. Unter
Perfluorthermoplasten ist hierbei zu verstehen, dass das Harz
außer in den Endgruppen keinen Wasserstoff enthält.
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Bedingt durch die Herstellung und Verarbeitung der Harze sind
Metallverunreinigungen unvermeidlich. Deshalb wird
erfindungsgemäß bereits der Eintrag minimiert und durch eine
wässrige Extraktion oberhalb der Glastemperatur der
schmelzgranulierten Harze weitgehend entfernt. Da von den
Schwermetallen üblicherweise die Konzentration des Eisens um
den Faktor 10 höher liegt als die der übrigen Schwermetalle,
wird Eisen im folgenden als wesentliche Verunreinigung
betrachtet und als Richtgröße angesehen. In einer bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung weisen die Produkte weniger als
20 ppb extrahierbare Metallionen und darunter weniger als 10 ppb
Eisen auf.
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Die Reinigung von Kunststoffen, beispielsweise
Fluorthermoplasten, in Form eines Granulats oder eines
Formkörpers durch Extraktion mit wässrigen Lösungen, die ein
anorganisches Peroxid wie Wasserstoffperoxid und einen
Komplexbildner ohne saure Gruppen wie Triethanolamin
enthalten, ist aus der EP-A-652 283 bekannt. Beschrieben ist
weiterhin in der US-A-5 861 464 die Behandlung von
Fluorpolymer-Schmelzgranulat mit wässrigem Ammoniak zur
Unterdrückung der Korrosion der eingesetzten Metallbehälter.
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Gemäß JP-A-2001/150435 wird mit bidestilliertem Wasser bei
Raumtemperatur gewaschen.
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Sowohl PFA als auch FEP haben von der Herstellung her
thermisch instabile Endgruppen, und zwar unabhängig davon, ob
die radikalische Polymerisation im wässrigen oder
nichtwässrigen System durchgeführt wurde. Diese thermisch
instabilen Endgruppen sind leicht im Infrarotspektrum (IR)
feststellbar. Sie wirken sich nachteilig bei der Verarbeitung
aus, und zwar hauptsächlich durch Bildung von Blasen und
Verfärbungen im Endartikel und vor allem in der
Verunreinigung der Endartikel mit Schwermetallionen wie
Eisen, Nickel oder Chrom, bedingt durch das hohe
Korrosionspotential dieser instabilen Endgruppen. Solche
verunreinigten Harze oder Endartikel entsprechen nicht den
Anforderungen der Halbleiterindustrie, in der die
Anforderungen an die Reinheit der Kunststoffe ständig
steigen.
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Die Entfernung thermisch instabiler Endgruppen durch
Fluorierung ist seit langem bekannt, beispielsweise aus
GB-A-1 210 794, US-A-4 743 658, EP-A-457 255 und
DE-A-19 01 872.
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Erfindungsgemäß werden Thermoplaste angestrebt, die im
wesentlichen frei von IR-nachweisbaren Endgruppen sind,
nämlich dass die Summe dieser Endgruppen pro
106 Kohlenstoffatomen weniger als 30, vorzugsweise weniger
als 5, vor allem weniger als 1 beträgt und insbesondere gegen
0 geht.
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Wie erwähnt, ist die Entfernung instabiler Gruppen durch
Fluorierung an sich bekannt. Bei den bekannten Verfahren
werden die Schmelzgranulate der Fluorbehandlung ausgesetzt.
Eingesetzt werden Edelstahlbehälter, in denen das Harz unter
leichter Bewegung über Wandkontaktwärme, üblicherweise durch
Taumeln oder Rühren, aufgeheizt und dann dem Fluor ausgesetzt
wird. Dieser Verfahrensschritt wurde als maßgebliche Quelle
der Verunreinigung mit Metallfluoriden identifiziert.
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Die Verunreinigungen können mit den zuvor genannten
Waschverfahren entfernt werden. Es besteht jedoch aus
ökonomischer wie ökologischer Sicht das Bedürfnis, den im
industriellen Maßstab enormen Wasserverbrauch zu senken und
das Verfahren effektiv zu gestalten. Ein erster Schritt zum
Erzielen der erfinderischen Effizienz liegt im Ausschließen
des Eintrags von Verunreinigungen, da das, was einmal
eingetragen wird, später nur aufwendig ausgewaschen werden
kann.
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Erfindungsgemäß wird der Eintrag von Metallverunreinigungen
dadurch minimiert, dass Perfluorthermoplastgranulat beim
Aufheizen vor der Fluorierung nicht bewegt wird, und zwar
indem man in einem ruhenden Schmelzgranulatbett, welches auch
als feststehend, festsitzend oder festliegend bezeichnet
werden könnte, fluoriert. Ein Aufheizen des Granulats kann
mit einem Gaskreislauf oder Gasdurchfluss erfolgen. Die
Fluorierung kann im Durchfluss oder chargenweise mit Fluor
enthaltendem Gas durchgeführt werden. Aufgrund der
Minimierung des Eintrags an Verunreinigungen werden bereits
sehr reine Produkte geschaffen, die anderweitig nur mit
erheblichem Waschaufwand realisierbar sind.
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Die Entfernung der thermisch labilen Endgruppen durch
Fluorierung ist bekanntermaßen abhängig von der gewählten
Temperatur, dem Druck und der Zeit. Der Druck richtet sich
selbstverständlich nach der verfügbaren Anlage und kann
beispielsweise in einem entsprechend ausgelegten Reaktor
10 bar betragen. Aus Sicherheitsgründen wählt man häufig
Normaldruck, um bei einer Störung das Entweichen des
toxischen Fluors zu vermeiden.
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Üblicherweise wird das Fluor mit einem inerten Gas wie
Stickstoff verdünnt, wobei Fluorkonzentrationen bis zu
25 Vol.-% üblich sind. Zur Fluorierung wird das Granulat mit
einem durchfließenden oder im Kreis geführten Gas auf eine
Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes, vorzugsweise auf
eine Temperatur von mindestens 100°C bis höchstens 10°C
unterhalb des Schmelzpunktes aufgeheizt, um ein Verkleben des
Polymers zu vermeiden.
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Der Behältermantel kann als Wärmeisolator ausgebildet sein
oder in Form einer aktiven Isolierung durch Aufheizen auf
einer der gewünschten Fluorierungstemperatur entsprechenden
Temperatur gehalten werden, um den Reaktorinnenraum auf der
gewünschten Temperatur zu halten.
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Je nach den gewählten Reaktionsbedingungen beziehungsweise
nach dem verfügbaren Reaktor ist die einmalige Behandlung des
Schmelzgranulats mit dem das Fluor enthaltenden Gas nicht
ausreichend. Zweckmäßig ist dann eine Kreisflussfahrweise des
Fluorgasgemisches unter Zugabe von Fluor in der Größenordnung
des verbrauchten Fluors oder eine alternierende Behandlung
mit einem Fluor-Inertgas-Gemisch und Evakuierung, wobei der
letzte Schritt zweckmäßig eine Evakuierung darstellt. Eine
weitere Abhängigkeit der einzusetzenden Fluormenge
beziehungsweise Behandlungsparameter liegt in der Anzahl der
Endgruppen. Setzt man ein niedermolekulares Harz ein, so sind
entsprechend mehr Fluorierungsschritte beziehungsweise
entsprechend angepaßte Fluorierungsbedingungen erforderlich.
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Bei der Fluorierung des Granulats muss das Fluor in das
Granulatkorn hinein diffundieren um den Kontakt mit den
Endgruppen aufnehmen zu können. Für eine zufrieden stellende
Fluorierung müssen daher die Gesetze der Diffusion beachtet
werden.
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Aus Gründen der Sicherheit und zur Vermeidung von Korrosion
muss das restliche Fluor weitgehend entfernt werden, was
bekanntermaßen durch Evakuieren und/oder Spülen mit Inertgas
erfolgt.
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Das in das Granulat diffundierte Fluor führt zum
Reaktionsprodukt HF, das im Granulat relativ fest
eingeschlossen ist und selbst bei lang anhaltender
Evakuierung nicht vollständig abgesaugt werden kann. Das
Granulat hat daher die Eigenschaft eines dauerhaften
Ausgasens des aggressiven HF, das stetige Probleme bei der
Lagerung verursacht und letztlich bei der Verarbeitung
Personal und Maschinerie schädigt. Weiterhin führt die durch
HF verursachte Korrosion der Verarbeitungsgeräte zur
Verunreinigung des Polymers.
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Erfindungsgemäß wurde dieses Problem dadurch gelöst, dass das
Granulat mit Wasser oder einer wässrigen Lösung von diesen
Substanzen im wesentlichen befreit wird, wenn bei einer
Temperatur oberhalb des Glaspunktes des Polymers gewaschen
wird.
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Vorzugsweise wird mindestens 10°C oberhalb des Glaspunktes,
insbesondere mindestens 20°C oberhalb des Glaspunktes
gewaschen, weil die Effizienz des Auswaschens oberhalb des
Glaspunktes enorm zunimmt. Insbesondere erfolgt die Wäsche
unter erhöhtem Druck sowie bei Temperaturen über 100°C,
wobei man das Wasser in flüssigem Zustand oder als
übersättigten Wasserdampf einsetzt.
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Je nach der gewünschten Reinheit des Produktes kann eine
mehrfache Extraktion erforderlich werden, wobei die
Extraktionslösung zwei- oder dreimal erneuert werden muss.
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Anfängliche Waschlösungen können ammoniakalisch sein und
einen pH-Wert von 7 bis 9, vorzugsweise 7 bis 8 aufweisen.
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Der Extraktionsbehälter kann aus V4A-Stahl bestehen.
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Das extrahierte Schmelzgranulat wird getrocknet und unter
hochreinen Bedingungen für hochreine Anwendungen verpackt.
Der Transport des extrahierten Schmelzgranulats wird
vorzugsweise in Behältern vorgenommen, die das Produkt vor
Staub, Feuchtigkeit und Druckbelastung schützen. Ein
besonders hoher Reinheitsstandard wird von Behältern mit
mehreren Dichtungsstellen bereitgestellt, wie nach
DE-A-100 05 579.6 vorgeschlagen, erhältlich von der Firma
Sulo unter der Bezeichnung "PTFE-Behälter 60 l"".
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Besonders bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung werden im
Folgenden näher erläutert. Prozentangaben beziehen sich auf
das Gewicht, sofern keine anderen Angaben gemacht sind.
Bestimmungsmethoden
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Der Schmelzindex MFI wurde nach ASTM D 1238 (DIN 53735) bei
372°C mit einer Last von 5 kg bestimmt.
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Der Gehalt an perfluorierten Comonomern (US A 4 029 868, US 4 552 925)
und die Anzahl der Endgruppen (EP 226 668, US 3 085 083)
werden IR-spektroskopisch bestimmt. Dabei wird ein FTIR
Nicolet Magna 560 benutzt. Die im folgenden genannten
Endgruppen sind die Summe der freien und assoziierten
Carboxylgruppen, CONH2 und COF pro 106 Kohlenstoffatome.
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Der Metallgehalt wurde durch Extraktion der Proben mit 2%iger
Salpetersäure über 72 Stunden bei Zimmertemperatur (sofern
nicht anders angegeben) bestimmt, wobei der Extrakt der
Atom-Absorptions-Spektroskopie unterworfen wurde. Eisen,
Chrom, Nickel und Vanadium wurden als Metallverunreinigung
gefunden, wobei der Eisengehalt durchgehend eine
Größenordnung höher lag als für die anderen Metalle. Die
Nachweisgrenze für Eisen lag bei 10 ppb (10 ng/g). Die
eingesetzte Säure hatte einen Fe-Gehalt unterhalb der
Nachweisgrenze von < 10 ppb.
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Die Bestimmung des extrahierbaren F--Gehalts erfolgt am
Schmelzgranulat. Dazu werden 20 g Schmelzgranulat mit 30 g
vollentsalztem Wasser bei 80°C 24 Stunden sowie 7 Tage in
einem PE-Behälter extrahiert. Der Fluoridgehalt im erhaltenen
Extrakt wird mit einer ionensensitiven Fluoridelektrode
(Firma Orion) bestimmt.
Bestimmung der Glastemperatur (FEP, PFA)
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Dies wird mittels einer dynamisch-mechanischen
Thermoanalysenmethode (DMTA) bei einer Frequenz von 10 Hz und
einer Heizgeschwindigkeit von 2°C/Minute durchgeführt. Als
Glastemperatur wird das erste Maximum der tan-δ-Kurve
unterhalb des Schmelzpunktes herangezogen.
Beispiel 1
a) Herstellung von PFA
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In einem Polymerisationsreaktor mit einem Gesamtvolumen
von 40 l, versehen mit einem Impellerrührer, werden 25 l
entsalztes Wasser eingefüllt. Nach Abdichten des Reaktors
wird durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit
Stickstoff der Luftsauerstoff entfernt und der Kessel auf
63°C aufgeheizt. Nach einem Evakuierschritt werden 122 g
Ammoniumperfluoroctanoat in Form einer 30%igen Lösung in
den Kessel gegeben. Anschließend werden 180 g PPVE-1
eingepumpt. Die Rührung wird auf 240 U/Minute gestellt.
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Sodann wird TFE zugeführt, bis ein Gesamtdruck von
13,0 bar erreicht ist. Anschließend werden 0,09 bar Ethan
in den Kessel gegeben. Die Polymerisation wird durch
Zupumpen von 2 g Ammoniumperoxodisulfat (im folgenden
APS), gelöst in 100 ml entsalztem Wasser, gestartet.
Sobald der Druck zu fallen beginnt, werden über die
Gasphase weiteres TFE und PPVE-1 gemäß einem
Zufahrverhältnis PPVE-1/TFE von 0,041 ergänzt, so dass der
Gesamtdruck von 13,0 bar aufrechterhalten wird. Die
freiwerdende Wärme wird durch Kühlung der Kesselwand
abgeführt und so die Temperatur von 63°C konstant
gehalten. Nach Einspeisung von insgesamt 7,2 kg TFE in den
Reaktor wird die Monomerzuführung unterbrochen, der
Reaktor entspannt und mehrmals mit N2 gespült. Die
erhaltene Menge von 31,5 kg Polymerdispersion mit einem
Feststoffgehalt von 22,8% wird am Boden des Reaktors
abgelassen. Nach Überführen in ein 180-l-Ausrührgefäß wird
die Dispersion mit entsalztem Wasser auf 100 l aufgefüllt,
mit 200 ml konzentrierter Salzsäure versetzt und so lange
gerührt, bis sich der Feststoff von der wässrigen Phase
getrennt hat. Das ausgerührte, flockige Pulver wird mit
6,9 l Benzin granuliert, das Benzin mit Dampf ausgetrieben
und dann sechsmal unter kräftigem Durchrühren mit je 100 l
entsalztem Wasser gewaschen. Das feuchte Pulver wird
12 Stunden in einem mit Stickstoff überlagerten
Trockenschrank bei 200°C getrocknet. Man erhält so 7,1 kg
eines PFA-Polymeren, das einen Gehalt an PPVE-1 von 3,9%
und einen MFT von 1,8 aufweist. Nach der
Schmelzgranulierung besitzt dieses Material einen MFI von
2,1.
b) Nachfluorierung
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Das gemäß a) hergestellte PFA wird einer Nachfluorierung
unterzogen, um alle instabilen Endgruppen in stabile
-CF3-Endgruppen umzuwandeln. In einen 4-l-Edelstahlreaktor
werden 2 kg des nach a) hergestellten Produktes
eingefüllt. Ein ruhendes Schmelzgranulatbett wird mittels
eines 260°C heißen Luftstroms auf 240°C aufgeheizt, der
im Kreis anschließend durch einen Wärmetauscher und dann
wieder durch das ruhende Schmelzgranulatbett gefahren
wird. Durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit
Stickstoff wird anschließend der Luftsauerstoff entfernt.
Sodann wird der Reaktor mit einer 10% F2 enthaltenden
F2/N2-Mischung aufgefüllt. Die Reaktion läuft 5 Stunden,
wobei nach jeder Stunde die F2/N2-Mischung erneuert wird.
Temperaturkonstanz wird über eine aktive
Reaktorwandheizung erzeugt. Während der Abkühlung von
240°C auf Raumtemperatur wird durch abwechselndes
Evakuieren und Spülen mit N2 nicht umgesetztes Fluor und
HF entfernt. Im so erhaltenen Produkt ist noch 1 Endgruppe
(COF, COOH, CONH2) pro 106 C-Atome nachweisbar. Das
Schmelzgranulat weist nach der Fluorierung einen
Eisengehalt von 43 ppb auf.
c) Wäsche
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Das gemäß b) nachfluorierte PFA wird in einem
Edelstahlbehälter einer Wäsche mit vollentsalztem Wasser
bei 130°C unterzogen. Das Verhältnis Produkt/Waschwasser
beträgt 1 : 1,5. Das Waschwasser wird einmal erneuert. Die
Waschzeit pro Wäsche beträgt 2 Stunden. Nach dem Ablassen
des Wassers wird das Produkt mit Luft trocken geblasen.
Das im ruhenden Bett fluorierte und erfindungsgemäß
nachbehandelte PFA-Produkt hat gemäß der Messung nach
72 Stunden einen Metallionengehalt unter 10 ppb und gemäß
den Messungen nach 24 Stunden sowie 7 Tagen einen
extrahierbaren Fluoridionengehalt unter 0,05 ppm.
Beispiel 2
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Das gemäß Beispiel 1, b), nachfluorierte, einen Monat in
PE-Behältern gelagerte PFA wird in einem Edelstahlbehälter
mit vollentsalztem Wasser 4 Stunden bei 130°C extrahiert
sowie zum Vergleich bei 20°C, 80°C und 100°C. Bei 130°C,
also oberhalb des Glaspunktes des PFA, werden 11mal mehr
Fluoridionen extrahiert als bei Temperaturen unterhalb des
Glaspunktes, der bei 102°C liegt (Tabelle 1)
Tabelle 1
Herausgewaschener Fluoridgehalt bei
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Die Werte in Tabelle 1 sind in Fig. 1 graphisch wiedergegeben.
Vergleichsbeispiel 1
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Das gemäß Beispiel 1, unter a) hergestellte PFA wird einer
Nachfluorierung unterzogen, um die instabilen Endgruppen in
stabile -CF3-Endgruppen umzuwandeln. In einen
4-l-Taumelreaktor werden 2 kg Produkt nach Beispiel 1
eingefüllt. Hierzu wird das Schmelzgranulat mittels aktiver
Mantelheizung über eine Bewegung des Schmelzgranulates auf
240°C aufgeheizt. Dem Luftsauerstoff und die Feuchtigkeit
entfernt man durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit
Stickstoff. Darauf wird der Reaktor mit einer 10%
F2-enthaltenden F2/N2-Mischung aufgefüllt. Die Reaktion läuft
5 Stunden, wobei nach jeder Stunde die F2/N2-Mischung erneuert
wird. Es folgt eine Abkühlung von 240°C auf Raumtemperatur,
während der durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit N2
nicht umgesetztes Fluor entfernt wird. Im so erhaltenen
Produkt ist noch 1 Endgruppe (COF, COOH, CONH2) pro
106 C-Atome nachweisbar. Das Schmelzgranulat weist nach der
Fluorierung einen Eisengehalt von 2560 ppb auf.
Vergleichsbeispiel 2
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Das Produkt aus dem Vergleichsbeispiel 1 wird in einem
Edelstahlbehälter einer Wäsche mit vollentsalztem Wasser bei
100°C unterzogen. Das Verhältnis Produkt/Waschwasser beträgt
1 : 1,5. Das Waschwasser wird einmal erneuert. Die Waschzeit
pro Wäsche beträgt 2 Stunden. Nach dem Ablassen des Wassers
wird das Produkt mit Luft trocken geblasen. Das im bewegten
Bett fluorierte und so nachbehandelte PFA-Produkt weist einen
Metallionengehalt von 260 ppb und einen extrahierbaren
Fluoridionen-Gehalt von 0,15 ppm nach 24 Stunden auf, der
innerhalb von 7 Tagen auf 0,26 ppm ansteigt. Nach fünfmaligem
Waschen mit Wasser bei 100°C liegt der Metallgehalt bei
25 ppb.
Beispiel 3
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In einem Polymerisationsreaktor mit einem Gesamtvolumen von
40 l, versehen mit einem Impellerrührer, werden 25 l
entsalztes Wasser und 122 g Ammoniumperfluoroctanoat in Form
einer 30%igen Lösung eingefüllt. Nach Abdichten des Reaktors
wird durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit Stickstoff
der Luftsauerstoff entfernt und der Kessel auf 70°C
aufgeheizt. Nach einem Evakuierschritt werden 11,0 bar HFP
eingepumpt. Die Rührung wird auf 240 U/Minute gestellt.
Sodann wird TFE zugeführt, bis ein Gesamtdruck von 17,0 bar
erreicht ist. Die Polymerisation wird durch Zupumpen von 19 g
APS, gelöst in 100 ml entsalztem Wasser, gestartet. Sobald
der Druck zu fallen beginnt, werden über die Gasphase
weiteres TFE und HFP gemäß einem Zufahrverhältnis HFP/TFE von
0,11 ergänzt, so dass der Gesamtdruck von 17,0 bar
aufrechterhalten wird. Die freiwerdende Wärme wird durch
Kühlung der Kesselwand abgeführt und so die Temperatur von
70°C konstant gehalten. Nach Einspeisung von insgesamt
7,2 kg TFE in den Reaktor wird die Monomerzuführung
unterbrochen, der Reaktor entspannt und mehrmals mit N2
gespült. Die erhaltene Menge von 31,5 kg Polymerdispersion
mit einem Feststoffgehalt von 22,8% wird am Boden des
Reaktors abgelassen. Nach Überführen in ein
180-l-Ausrührgefäß wird die Dispersion mit entsalztem Wasser
auf 100 l aufgefüllt, mit 200 ml konzentrierter Salzsäure
versetzt und so lange gerührt, bis sich der Feststoff von der
wässrigen Phase getrennt hat. Das ausgerührte, flockige
Pulver wird mit 6,9 l Benzin granuliert, das Benzin mit Dampf
ausgetrieben und dann sechsmal unter kräftigem Durchrühren
mit je 100 l entsalztem Wasser gewaschen. Das feuchte Pulver
wird 12 Stunden in einem mit Stickstoff überlagerten
Trockenschrank bei 200°C getrocknet. Man erhält so 7,1 kg
eines Copolymeren, das einen Gehalt an HFP von 15%, einen
Schmelzpunkt von 252°C und einem MFI von 2,9 aufweist. Das
Produkt wird einer Schmelzgranulierung unterzogen und
anschließend werden 2 kg Produkt in einen
4-l-Fluorierungsreaktor eingefüllt. Es erfolgt eine
Aufheizung in einem ruhenden Schmelzgranulatbett auf 200°C
durch einen 210°C heißen Luftstrom, der im Kreis
anschließend durch einen Wärmetauscher geführt wird. Nach dem
Aufheizen wird durch abwechselndes Evakuieren und Spülen mit
Stickstoff der Luftsauerstoff entfernt. Temperaturkonstanz
wird über eine aktive Reaktorwandheizung erzeugt. Sodann wird
der Reaktor mit einer 10% F2-enthaltenden F2/N2-Mischung
aufgefüllt. Die Reaktion läuft 5 Stunden, wobei nach jeder
Stunde die F2/N2-Mischung erneuert wird. Während der Abkühlung
von 200°C auf Raumtemperatur wird durch abwechselndes
Evakuieren und Spülen mit N2 nicht umgesetztes Fluor und HF
entfernt. Das so erhaltene FEP-Produkt weist noch
zwei thermisch instabile Endgruppen auf. Dieses
nachfluorierte FEP-Produkt mit einem Tg von 96°C wird in
einem Edelstahlbehälter einer Wäsche mit vollentsalztem
Wasser bei 130°C unterzogen. Das Verhältnis
Produkt/Waschwasser beträgt 1 : 1,5. Das Waschwasser wird
einmal erneuert. Die Waschzeit pro Wäsche beträgt 2 Stunden.
Nach dem Ablassen des Wassers wird das Produkt mit Luft
trocken geblasen. Das im ruhenden Bett fluorierte und so
nachbehandelte FEP-Produkt weist einen extrahierbaren
Eisenionengehalt von < 10 ppb und nach 24 Stunden sowie
7 Tagen Extraktion einen extrahierbaren Fluoridionengehalt
von je < 0,05 ppm auf.