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Die Erfindung betrifft einen Stehtisch gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
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Aus der
DE 200 17 992 U1 geht ein ergonomischer Computer-Arbeitstisch hervor, der zur Bewegung und zum Haltungs- bzw. Positionswechsel während lang anhaltender bildschirm-orientierter Arbeit animiert, wobei sich unter der Tischoberfläche ein auf Rollen gelagertes und besteigbares Podest befindet, welches den Abstand zur Tischoberfläche reduziert.
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Aus der
DE 19 31 642 U geht ein Experimentiertisch hervor, wobei eine ein- und ausklappbare Stufe als erhöhte Stellfläche dient.
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Ein Stehpult, ein Stehtisch oder eine Theke sind alternative Aufenthaltsplätze zu dem Tisch mit Stuhl. Die stehend verrichtete Tätigkeit oder Ruhephase am Stehmöbel bietet Vor- und Nachteile hinsichtlich der menschlichen Bedürfnisse. Wertvoll ist das Stehmöbel insbesondere durch seine Alternative zu der sitzenden Körperhaltung und durch die einhergehenden Bewegungen, die im Stehen dem Körper abverlangt werden. Das Stehmöbel ist wichtiges Mittel für viele meist sitzend arbeitende Menschen mit Rückenschmerzen.
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Ein Aufenthalt an einem Stehtisch bietet für mehrere Personen stets eine angenehme Möglichkeit der Kommunikation, da typischerweise die ergonomischen Bedürfnisse berücksichtigt sind und Utensilien sowie Speisen und Getränke einen adäquaten Platz finden.
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Die Theke unterscheidet sich von einem Stehtisch durch ihre asymmetrische Bauart, die typischerweise den beiden Seiten der Theke unterschiedliche Funktionalitäten geben. Ein Höhenunterschied von den beiden Seiten einer Theke wird typischerweise in einer Verkäufer-Kunden-Situation eingesetzt. Die Theke dient typischerweise der Abgrenzung zweier Parteien, die gemeinsamen Interessen mit unterschiedlicher Zielsetzung nachgehen.
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Der Stehtisch, der meist in runder Ausführung anzutreffen ist, dient einer einzigen Partei von Personen zum zeitweißen verfolgen gemeinsamer Interessen bei ähnlicher Zielsetzung. Typischerweise sind Stehtische zur zwanglosen Zusammenkunft geeignet und zum Verzehr von Speisen und Getränken aufgestellt.
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Eine gemeinsame und stehend ausgeführte Tätigkeit (z. B. Speisen oder Unterhaltung) von Erwachsenen und Kindern an einem Stehtisch ist durch die unterschiedliche Körpergröße schwierig und bei kleinen Kindern praktisch unmöglich.
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Aufgabe dieser Erfindung ist es einen Stehtisch anzugeben, der den unterschiedlichen Körpergrößen von Erwachsenen und Kindern gerecht wird und dabei allen Aspekten zur Wirtschaftlichkeit und Sicherheit Rechnung trägt.
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Diese Aufgabe wird mit einem Stehtisch mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Das erfindungsgemäße Stehmöbel für Innen- und Außenbereiche erlaubt eine zweckmäßige Zusammenkunft von Erwachsenen, Kindern und Personen unterschiedlicher Größe, wie zum Beispiel Familienmitglieder oder von Lehrern mit Schülern.
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Erfindungsgemäß wird die psychologisch bedeutende gemeinsame Augenhöhe der Personen wie Schüler, Lehrer oder Familienmitglieder mittels Ausgestaltung des Möbels angenähert wobei die Ablage- bzw. Arbeitsfläche nur eine einzige Horizontale besitzt. Ein Podestbau (Sockel) erhöht vergleichsweise die kleineren Personen gegenüber der Person (oder Personengruppe) mit höherer Körpergröße. Erfindungsgemäß ist die Anordnung und Geometrie von Stufen, Sockel (Podest) und Arbeitsplatte so gewählt, dass die Aufgabenstellung gelöst ist. Bedeutendes Merkmal des erfindungsgemäßen Stehmöbel ist die konstruktive und bauliche Vereinigung des Stehtisches (eine spezielle flächige Geometrie) mit dem ein- oder mehrstufigen Sockel (ebenfalls eine spezielle flächige Geometrie). Das erfindungsgemäße Möbel wird hier zur Vereinfachung in allen Varianten Stehtisch genannt.
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Die Zeichnung 1 zeigt die Seitenansicht eines drei-stufigen Stehtisches. Die erwachsene Person steht unmittelbar auf dem Grund (Boden) und unmittelbar an dem Tisch. Das Kind steht auf dem Podest (Sockel) im 90°-Winkel des Stehtisches und damit steht es erhöht an derselben horizontalen Tischfläche wie der Erwachsene. Der Höhenunterschied beider Personen am selben Tisch ist verringert und beide Personen können stehend gemeinsame Tätigkeiten (Speisen, Unterhaltung) verfolgen.
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(Zusätzlich hat der Stehtisch im Tischunterbau eine Erhöhung zur Fußaufstellung, je ein Fuß von Kind und Erwachsener liegt auf der Fußerhöhung. Jedoch ist in der Zeichnung diese Fußerhöhung bis zur Tischkante ausgelegt, wobei vorteilhaft die Fußerhöhung erst mindestens nach einer ¾ Fußlänge von der Tischkante entfernt beginnt.)
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Die Zeichnungen 2 bis 4 sind technische Zeichnungen von zwei Seitenansichten und einer Aufsicht auf einen einstufigen Stehtisches mit Fußerhöhung.
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Die Tischfläche des Stehtisches hat vorzugsweise eine Oberfläche in Gestalt wie die eines Buchstaben T. Aus der Vogelperspektive ergibt die Aufsicht auf den Tisch also ein T (T-förmiger Stehtisch) und im folgenden werden die Himmelsrichtungen (Norden = oberhalb des T) zur Beschreibung verwendet. An den Flanken des T breitet sich östlich und westlich das ein- bis mehrstufige Podest aus. So liegen die Stufen parallel zu dem I des T. Ein oder mehrere Stufen führen südlich vom Tisch weg. Das typischerweise rechteckige Podest hat eine spezielle Höhe, die vorzugsweise im Bereich 10 bis 70 cm liegt. Nördlich des T liegt kein Podestbau vor, so dass vom Grund gemessen, vorzugsweise ein Maß zwischen 108 bis 121 cm bis zur Oberkante des Tisches liegt. Der Tischunterbau und der Sockel (Podest) sind vorzugsweise aus einem Stück in Beton gegossen oder in einer zusammenhängenden Holz- oder Metallkonstruktion. Die Tischoberfläche besteht typischerweise aus (behandelten) Holz und hat eine typische Breite von 50 bis 100 cm, vorzugsweise 80 cm. Die Länge des Tisches, entsprechend etwa der Höhe des T, soll mindestens je zwei Personen, vorzugsweise je 4 Personen (mit geringer Körpergröße) Platz bieten, also mindestens 100 cm, vorzugsweise 240 cm sein. Die Gesamtbreite des Podest entspricht der Tischlänge im nördlichen Teil T und ergibt sich aus den Anforderungen von Stufenhöhe zu Körpergröße und die resultierende Anzahl der Stufen: Für die typischen Altersgruppen von Schülern und durchschnittlichen Körpergrößen von Kindern ergeben sich Vorzugsangaben für die Stufenanzahl 1, 2 und 3 mit den entsprechenden Podesthöhen 18 cm, 36 cm, 54 cm. Die Stufenhöhe kann anderen Gegebenheiten auch angepasst werden (16–22 cm, 32–44 cm und 48–66 cm). Das Podest muss um den Tisch ausreichend ebene Fläche bieten, sodass neben der Tischbreite mindestens je 60 cm zuzüglich Stufen vorhanden sind. So ist eine minimale Gesamtbreite eines einstufigen Podestes typischerweise bei 200 cm, was der minimalen Tischlänge im nördlichen Teil T entspricht. Eine Vergrößerung des Podestes in nach Osten, Süden, Westen erhöht den Komfort am Tisch und gibt weiteren Raum, das Podest am Rand auch als Sitzplatz zu verwenden.
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Eine weitere Ausgestaltung wird durch eine dreieckige Gestaltung des Möbelstücks erreicht, der auch eine dreieckige Gestalt des Tisches zugrunde liegt. Dabei bleibt eine Seite ohne ein entsprechendes Podest um mindestens einen Höhenausgleich zu erreichen.
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Eine Variante der beiden Ausgestaltungen ist dadurch gegeben, dass die drei Flanken des T-förmigen Stehtisches (Nord, Ost, West) auf drei Niveaus liegen. So ist Nord ebenerdig, Ost zum Beispiel einstufig in West zweistufig ausgelegt. Im Süden ist somit eine Stufe auszugleichen.
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Eine weitere Variante kann in L-Form ausgebaut sein. Entsprechend der zu erwartenden Frequentierung kann die „längere” Seite aus West- und Süd-Flanke mit oder ohne Erhöhung ausgelegt werden.
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In dieser Schrift ist häufig nur der erfindungsgemäße T-förmige Stehtisch benannt, was keine Einschränkung auf nur diese Variante bedeutet. Vielmehr kann sinngemäß auch auf die anderen Varianten geschlossen werden.
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Für den Einsatz des Stehtisches im Innenbereich können komfortable Tischrundungen in einflächigen Tischplatten und weitere Ausarbeitungen im Design die Attraktivität erhöhen. Erfindungsgemäß kann ein Stehtisch mit (lenkbaren und montierbaren) Rädern versehen werden, was viele weitere Möglichkeiten des Stehmöbels eröffnet.
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Ausgestaltung mit Herstellung durch verlorene Form: Erfindungsgemäß wird erkannt, dass der Stehtisch im wesentlichen aus einem Betonsockel mit entsprechenden Stufen und wandähnlichen Erhöhungen als Tischunterbau besteht. Zur Herstellung des Stehtisches kann ein Holzrahmen mit entsprechenden Schaltafeln die gesamte formgebende und betonfüllende Gießform zusammenhalten und behausen. Eine derart zusammengesetzte Form aus Holz (oder anderem Material) kann als verlorene Form zum Gießen des Sockels verwendet werden. So ist die Gießform als Träger der Merkmale des erfindungsgemäßen Stehtisches ein interessantes gewerbliches Produkt, weil das Gießen am Aufstellungsplatz von Dritten selber vorgenommen werden kann. Dies erspart u. U. den Transport eines fertig gegossenen und ggf. schweren Sockels über weite Distanzen, während Beton im örtlichen Gewerbe zu erhalten ist und die genannte Gießform vom Hersteller zum Aufstellungsplatz geschickt wird.
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Die Vorteile der Aufgabenstellung werden mit dem erfindungsgemäßen Möbel, dem Stehtisch, erreicht. Der Einsatz eines Stehtisches bietet sich in allen Bereichen an, wo Personen unterschiedlicher Körpergröße zusammenkommen und zeitweiße ein gemeinsames Interesse verfolgen.
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Die Vorteile liegen in dem neuen Erfahrungsbereich der angenäherten Augenhöhe von unterschiedlich großen Personen und der Anziehungskraft des Stehtisches auf Personen annähernd gleicher (geringer) Körpergröße sowie deutlich unterschiedlicher Körpergröße. Auf der nördlichen Seite des Stehtisches können durchschnittlich große Erwachsene direkt am Stehtisch stehen, während die Kinder auf der anderen Seite entlang der beiden Flanken stehend einen Höhenausgleich durch das Podest genießen. Die Kommunikation der Kinder untereinander und die mit den Erwachsenen laufen auf ähnlicher Augenhöhe. Der Stehtisch eignet sich gleichermaßen zu Lehrveranstaltungen und auch zum gemeinsamen Aufenthalt mit Speisen und Getränken.
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Durch Aufstellung größengerechter und damit auch altersgerechter verschiedener Stehtische (, d. h. die geeignete Wahl der Podesthöhe) ergeben sich verschiedene Rückzugsorte einzelner Altersgruppen. Die verschiedenen Höhen der Podeste der Stehtische bieten automatisch die Kristallisationspunkte für altersentsprechende Gruppenbildung. Dies gilt insbesondere für Schulhöfe, auf den viele Schulklassen unterschiedlichen Alters zusammenkommen und mit verschiedenen Stehtischen separate Anlaufstellen haben.
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Eine Rast an einem Stehtisch, zum Beispiel auf einem Autobahn-Rastplatz, ist für die Gesundheit viel sinnvoller, als eine Pause auf einem Sitzmöbel. Einer Familie wird für eine solche Rast ein genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Möglichkeit zum Verzehr von Speisen und Getränken geboten, da dem Bewegungswunsch am Stehtisch nachgekommen werden kann.
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Aber auch einzelnen Erwachsenen bietet der Stehtisch einen großen Vorteil: an den beiden nördlichen Enden des Stehtisches ist das unmittelbare Zusammenstehen eines Paares über Eck möglich, wo ein – von vielen Paaren beliebter – einstufiger Höhenausgleich vorliegt. Damit wird die Beliebtheit des Stehtisches als Stehmöbel auch bei Erwachsenen gesteigert, die einen konventionellen Stehtisch wegen der Betonung von Unterschieden in der Personengröße ablehnen.
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Eine kostengünstige und langlebige Herstellung des erfindungsgemäßen Stehtisches aus Beton und Holz legt eine Aufstellung im Außenbereich nahe. Die Stehtische bieten damit ein raumgestaltendes Element im Außenbereich (Schulhof, Rastplatz, Grillplatz), die ohne weitere Vorkehrungen alle denkbaren Zusammenkünfte von Kindern untereinander und mit Erwachsenen fördert.
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Die Verwendung von verlorenen Gießformen zur Herstellung des Stehtisches am Aufstellungsplatz kann eine ökologisch sinnvolle Alternative zur Fabrikherstellung sein. Die Aufstellung des erfindungsgemäßen Stehtisches, in einen (teils) geschlossenen Raum (z. B. Eingangsbereiche, Schnellrestaurant, Kindertagesstätte, Aula, Flughafenhalle) stellt ein Bereicherung des Sortiments innenarchitektonischer Elemente dar.