DE102008032515A1 - Mittel, Verfahren und Vorrichtung zur Bekämpfung von Öl und/oder Schadstoffen auf Wasseroberflächen - Google Patents
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Abstract
Durch das Ausbringen einer Ölsperre an der Unfallstelle mittels dort hergestelltem Kunststoffmaterial kann schnell und sicher ein Ausbreiten des Öls oder Schadstoffen verhindert werden. Die Sperre wird beim Ausbringen durch Chemikalien aufgeschäumt und dabei mit einer Verstärkung wie z. B. Seil versehen. Dadurch ist möglich, sicher das Öl durch die ausgebrachte Sperre zurückzuhalten und falls nötig wegzuschleppen oder zu sichern. Dies ist besonders in Küsten- oder Ufernähe wichtig.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Ölsperre gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und Mittel zur Bekämpfung von Öl auf Wasseroberflächen und weiter eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
- Ölverschmutzungen auf Wasseroberflächen können verschiedene Ursachen haben. Zu diesen zählen natürliche Ursachen wie das spontane Austreten von Erdöl in, am Rand oder in der Nähe eines Gewässers. Weitaus die meisten Fälle beruhen aber auf, von Menschen teils aus Unachtmerksamkeit, teils willentlich verursachten Verschmutzungen wie z. B. Spülen von Tankschiffen auf See und auf Unfälle wie z. B. Bersten von Pipelines oder Tankhavarien oder Unfälle in Häfen. Vor allem die letzt genannten führen in Küstengebiete zu verheerenden Katastrophen, was vor allem auf das enorme Fassungsvermögen an Öl oder Chemikalien moderner zurückzuführen ist, daß ausreichend ist, ganze Küstenstreifen oder Wattenmeere zu verunreinigen. Eine anschließende Reinigung ist meist nur unvollständig und mit erheblichen finaziellen und personellem Einsatz möglich. Die Schädigung von Flora und Fauna wirkt sehr lange und fügen in Küstengebieten der Touristik große finanziellen Einbußen zu. Schädigungen durch auslaufendes Öl oder Schadstoffen können auf verschiedenen Gewässern wie Bächen, Flüssen, Kanälen, Seen, Meeren oder Hafenbecken auftreten. Es ist daher das Bestreben, das ausgelaufende Öl oder Schadstoffe möglichst schnell und vollständig zu entfernen. Kleinere öl oder Schadstofflachen können dabei, zumindest bei ruhiger Wasseroberfläche, abgesaugt werden. Dieses Verfahren ist jedoch für größere Öl oder Schadstoffunfälle ungeeignet. Beider Ölbekämpfung auf Wasseroberflächen ergeben sich verschiedene Probleme insbesondere ein Zeit und Mengenproblem.
- Das auslaufende Öl oder Schadstoffe bilden dort nähmlich einen mehr oder weniger zusammmenhängenen, auf der Wasseroberfläche schwimmenden Öl oder Schadstoffteppich. Dieser Ölteppich breitet sich durch Wind oder Strömung ständig aus und wird in kleinere Ölteppiche zerrissen, wodurch seine Bekämpfung erheblich erschwert wird.
- Hieraus läßt sich entnehmen, daß eine Öl oder Schadstoffbekämpfung möglichst schnell erfolgen muß um eine Ausbreitung des Ölteppichs eindämmen zu können. Wenn Wind oder Strömung den Ölteppich auf eine Küstenregion zutreiben, ist seine Bekämpfung ein Wettlauf gegen die Uhr. Das Zeitproblem ist daher ein wesentlicher Faktor bei der Öl oder Schadstoffbekämpfung auf Wasseroberflächen. Für derartige Unfälle ist bis heute kein zufriedenstellendes oder nur ungenügende Verfahren oder Mittel bekannt geworden. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung, Mittel und Verfahren zur Öl oder Schadstoffbekämpfung auf Wasseroberflächen anzugeben, mit der schnell, wirksam und umweltfreundlich eine Ausbeitung des Ölteppichs und eine Verschmutzung von Ufern und Küstenregionen vermieden werden kann. Dabei kann es möglich sein das ausgelaufene Öl aufzufangen und wieder zu verwerten. Um dies zu erreichen wird eine Ölsperre um die Unfallstelle oder so angebracht, daß Öl oder Schadstoffe zum aufnehmen und entfernen eingdämmt oder bei Wind oder Strömung abgeleitet werden kann. Der Vorteil des Verfahren, Mittel und Virrichtung ist, daß die Herstlung und das Ausbringen der Ölsperre am Unfallort mittels Aufschäumen von Chemikalien vorzugsweise weicher Pu-Schaumstoff, geschehen kann. Beim Aufschäumen der Chemikalien sollte als Verstärkung ein Seil, Leine oder Gewebe aus zugfestem Material mit eingeschäumt werden. Dies ist wichtig um die Ölsperre oder Wall vor dem auseinanderreißen zu bewahren. Auch ist es möglich, das durch die Ölsperre eingeschlossene Öl oder Schadstoffe wegzuschleppen, oder an einer gewollten Stelle festzuhalten, wobei das schleppen vorzugsweise mit einem Boot geschiet und das festsetzen der Ölsperre mit Ankern oder Treibankern geschehen kann. Die aufgeschäumte Ölsperre sollte geringe Mengen an Wasser aufnehmen können, wodurch erreicht wird, daß die Ölsperre zwar schwimmfähig ist, aber trotzdem bei Wellengang auf bzw. teilweise in dem Wasser verbleibt sodaß das eingedämmte öl oder Schadstoffe nicht unter der Ölsperre entweichen können. Das Aufschäumen geschieht mit einer mobilen Anlage, welche schnell auf einem Schiff instaliert werden kann und auch in Notfällen durch Helikopter transportiert werden. Da die Anlagen auch während des Betriebes nachgefüllt werden können, könnte man eine Ölsperre in endloser Länge herstellen und ausbringen.
- Auch kann bei der Herstellung der Ölsperre am Unfallort der Durchmesser sowie die Form bestimmt werden, sodaß die Ölsperre den den Verhältnissen entsprechend eingesetzt werden kann. Es könnte z. B. statt einer runden Röhre auch die Form einer acht (zwei runde Röhren welche miteinander verbunden sind) gewählt werden. Dabei würde eine Röhre im Verband mit einer Zugleine ausgeschäumt und die andere Röhre mit Wasser befüllt werden, wodurch die Ölsperre durch die mit Wasser befüllte Röhre die ausgeschäumte Röhre durch ihr Gewicht an das Wasser binden und ein abtreiben bei Wind und Wellengang erschweren. Bei der Herstellung der Ölsperre könnte auch reflektierende Folie verwendung finden um auch bei schlechten Sichtverhältnissen die Ölsperre gut sichtbar zu machen. Bei der Anwendung von Folie, kann diese von Rollen abgespult in die gewünschte Form gebracht und durch eine Schweißnaht oder durch verkleben fiziert werden. Bei diesem Vorgang kann die Röhre ausgeschäumt oder in einer anderen Form auch die zweite Röhre gleichzeitig mit Wasser befüllt werden. Das Ausbringen der Sperre kann wie folgt ausgeführt werden.
- Eine Leine oder Seil wird durch die Aufschäumöffnung durch die auszuschäumende Röhre geführt und mittels Anker, Treibanker, an Land oder Schiff befestigt. Auf diese Weise kann das Fahrzeug mit der Aufscäumanlage während der Fahrt die Ölsperre herstellen und ausbringen. Da bei diesem Verfahren die Länge der Ölsperre beinahe endlos sowie in Form und Durchmesser variabel hergestellt werden kann, ist die Erfindung auch bei größeren Ölunfällen gut für die Ölbekämpfung geeignet. Die Ölsperre kann z. B. so ausgebracht werden, daß bei einem Ölunfall in strömenden Gewässern das Öl so abgeleitet wird, daß es an einer gewollten Stelle zum entfernen oder aufnehmen zusammengeführt werden kann.
- Die Herstellung der Ölsperre aus Chemikalien am Unfallort ist vorteilhaft, da die Chemikalien z. B. PU-Schaum, durch das Aufschäumen ein vielfaches ihres Volumen nach dem aushärten erreichen. Dadurch kann die Ölsperre kostengünstig und sicher hergestellt und verwendet werden. Nachdem die Ölsperre ihren Zweck erfüllt hat und nicht mehr benötigt wird, kann sie durch ein Schiff aufgenommen werden und durch zerkleinern (z. B. Schrättern) in Ballen gepresst entsorgt werden
- Das beim pressen eventuell vorkommende Öl oder Schadstoffe kann aufgefangen und wiederverwendet oder entsorgt werden. Eine gewerbliche Nutzung der Erfindung ist durch Umweltvorschriften und den gegebenen Vorsichtsmaßnahmen nach dem Verursacherprinzip und Schadensregulierung gegeben, da noch viel größere Schäden und Kosten vermieden werden.
- Die vorliegende Erfindung löst die Eingangs gestellte Aufgabe in besonders vorteilhafte Weise.
- Die vorstehend beschriebene Ausführungsform ist lediglich ein Beispiel und soll den durch die Patentansprüche definierten Schutzbereich in keiner Weise einschränken. Es sind zahlreiche Abwandlungen und Veränderungen möglich, ohne den Erfindergedanken zu verlassen. Eine Abwandlung kann daraus bestehen, daß die ausgeschäumte Sperre wasserdicht ist und beim ausschäumen an der unteren Seite der Sperre ein wasseraufnehmendes Material angebracht oder mit angeschäumt wird. Durch das Aufnehmen von Wasser bindet das angeschäumte Material durch sein Gewicht die Sperre an die Wasseroberfläche, sodaß bei Dünung und Wellengang das Öl oder Schadstoffe nicht unter der Sperre entweichen können. Dadurch wird vermieden, daß sich das Öl oder Schadstoffe ungewollt ausbreiten und somit das Entfernen und Aufnehmen derselben erschwert. Weiterhin ist es bei längeren ausgebrachten Sperren möglich, diese mittels Ankerleinen mit Ankern oder Treibankern zu sichern. Dies ist besonders wichtig um eine längere Sperre vor einer Küste oder Strand an dem gewollten Ort festzuhalten um zu verhindern, daß Öl oder Schadstoffe Küste oder Strand verunreinigen. Dabei wäre es wichtig, die Ankerleinen zu markieren um bei um bei einem eventuellem wegschleppen oder Aufnehmen der Sperre die Anker einholen zu können. Des weiteren ist es möglich die Sperre mittels Flaggen oder Lichtquellen zu markieren, sodaß die Sperre für andere Fahrzeuge gut erkennbar ist. Beim Ausbringen in Wasseroberflächen mit Strömung oder bei stehendem Gewässer mit stetigem Wind aus günstiger Richtung, kann die Öl oder Schadstofflache durch ein kanalähnliches anlegen der Sperren das Öl an einen gewollten Ort ab oder umgeleitet werden, wo es dann aufgenommen und entfernt werden kann.
- Bei strömenden Gewässern könnte durch das kanalähnliche anlegen von Ölsperren das Öl oder Schadstoffe an einen vorgegebenen Ort leiten um das Aufnehmen und Entferne des Öls zu erleichter und dadurch ein abtreiben des Öls oder Schadstoffen zu vermeiden. Dadurch wird auch vermieden, daß z. B. bei Unfällen auf Flößen eine Kilometerlange Verunreinigung stattfindet.
- Auch diese beschriebene Ausführungsform ist lediglich ein Beispiel und soll den durch die Patentansprüche definierten Schutzbereich in keiner Weise einschränken.
- Es könnte auch die Möglichkeit genutzt werden um das Ausschäumen mit Zugleine auch ohne Folie zu gestalten.
- Auch könnte statt einer Folie ein Netzartiges Gewebe Verwendung finden wobei eventuell eine Zugleine überflüssig wäre.
-
- 1
- Ölsperre
- 2
- Verstärkung, Zugleine
- 3
- Folie
- 4
- Anker
- 5
- Unfallstelle
- 6
- Strömungsrichtung
- 7
- Ölaufnahmestelle
- 8
- abgeleitetes Öl
- 9
- Strömungsrichtung des abgeleiteten Öls
- 10
- Strand Ufer, Küste
- 11
- Wasserfüllung
- 12
- Wasseroberfläche
- 13
- Niet-Klebe-Verbindung
- 14
- Folienrolle
- 15
- Schiff zum ausbringen oder Schleppen
- 16
- Lichtquelle
- 17
- Flaggen
- 18
- Fluß, See oder Meeresboden
- 19
- Treibanker
Claims (6)
- Herstellen einer Ölsperre aus Chemikalien an der Ölunfall stelle durch das Aufschäumen von Chemikalien zu Schaumstoff oder schaumstoffähnlichem Material.
- Beim Herstellen der Ölsperre wird eine Verstärkung mit eingeschäumt, sodaß die Sperre auch schleppfähig ist.
- Die Sperre kann mittels Anker oder Treibanker gesichert werden.
- Die Sperre ist mit reflektierender Farbe gut erkennbar und kann mit Flaggen oder Lichtquellen versehen werden.
- Das Aufnehmen der Ölsperre, nachdem die Ölbekämpfung beendet ist, geschieht durch ein Schiff wobei die Ölsperre ausgepresst und zerkleinert in Ballen gepresst entsorgt wird.
- Die Anlage zum Aufschäumen der Ölsperre ist mobil und kann in kürzester Zeit in Gebrauch genommen werden.
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Cited By (1)
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-
2008
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