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Die Erfindung bezieht sich auf eine Saugflasche insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder.
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Saugflaschen werden zur Verabreichung von Milch und anderer flüssiger Nahrung insbesondere an Kinder verwendet. Bekannte Saugflaschen weisen eine Flasche und einen Trinksauger auf, der mittels eines Schraubringes an einem Außengewinde der Flasche fixierbar ist, welches die Mündung der Flasche umgibt. Eine derartige Saugflasche ist in der
DE 197 39 911 A1 beschrieben.
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Ferner sind bereits Flaschen bekannt, bei denen die Flasche und der Trinksauger einstückig aus dem gleichen Material hergestellt sind. Gemäß
DE 1 541 354 B und
DE 1 918 688 A werden derartige Saugflaschen im Blasverfahren auf Flaschenblasmaschinen aus thermoplastischem Kunststoff hergestellt. Bei der Saugflasche gemäß
DE 1 541 354 B ist die Saugöffnung durch einen eingesetzten nagelförmigen Stöpsel verschlossen. Die Saugflasche gemäß
DE 1 918 688 A hat am Austrittsende des Schnullers eine angeformte Hohlspitze, die bei Entnahme des Flascheninhaltes abgeschnitten wird.
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Gemäß
DE 1 906 760 A wird ein extrudierter oder spritzgegossener oder durch Thermoverformung aus einer Kunststoffolie hergestellter Rohling in einer Form zur Bildung des Saugers bzw. der Saugspitze gezogen, damit die Wandstärke des Saugers geringer als diejenige der Wand des Körpers der Saugflasche ist. Bei dieser Saugflasche muß nachträglich ein Trinkloch in den Sauger gebohrt oder eingeschnitten werden.
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Aus der
DE 1 791 261 A ist eine Einwegflasche aus Kunststoff bekannt, bei der ein saugerförmiges Ende mit einem Flaschenkörper nach dessen Herstellung durch Verschweißung oder Klebung starr verbunden ist. Hierdurch findet eine materialmäßige Vereinigung statt. Ferner offenbart dieses Dokument eine Saugflasche, bei der der Hals des saugerförmigen Endes durch Aufschrumpfen mit dem Flaschenkörper verbunden ist. Flaschenkörper und saugerförmiges Ende können aus verschiedenen Kunststoffen ausgeführt sein, was hinsichtlich der Festigkeit des Flaschenkörpers gegenüber der Elastizität des saugerförmigen Endes vorteilhaft ist. Diese Saugflasche weist ein pilzförmiges Elemente auf, das in die Öffnung des Saugers eingesetzt ist, um diese zu verschließen. Das pilzförmige Element hat ein verdicktes unteres Ende, so daß es sich selbst in der Öffnung hält. Zusätzlich wird es mittels einer Schrumpffolie gesichert, welche die Saugflasche umgibt.
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Die bekannten einstückigen Saugflaschen mit Trinksauger und Flasche aus dem gleichen Material haben eine nicht hinreichend feste Flasche bzw. einen nicht hinreichend weichelastischen Trinksauger. Bei den bekannten einstückigen Saugflaschen mit einer Schweiß- oder Klebeverbindung zwischen elastischem Trinksauger und Flasche aus einem Kunststoff höherer Festigkeit sind der Verbindungsbereich und der Trinksauger zerstörungsgefährdet.
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Die
WO 01/03643 A1 beschreibt eine Saugflasche für Babies mit einem Trinksauger aus einem weichelastischen Kunststoff mit einem flachen Rand, der mit einer Flasche wärmeverschweißt ist. Der Trinksauger hat einen aus einem Trinkloch hervorstehenden Verschlusszapfen mit einer pilzkopfförmigen Verbreiterung an der Oberseite. Das Verschlusselement ist bevorzugt einteilig mit dem Trinksauger ausgebildet und kann an der Innenseite einer Abdeckung befestigt sein, sodass der Trinksauger durch Entfernen der Abdeckung automatisch geöffnet wird. Der Trinksauger kann mit einer kleinen Vertiefung versehen sein, in die der Verschlusszapfen eingreift. Dort wird der Verschlusszapfen abgebrochen, wenn die Saugflasche für Flüssigkeitsentnahme geöffnet wird.
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Nachteilig bei der bekannten Saugflasche ist, dass der Durchmesser des Trinkloches, das durch Herausbrechen des Verschlusszapfens entsteht, stark variieren kann. Insbesondere wenn der Verschlusszapfen ruckartig herausgerissen wird, kann ein sehr großes Trinkloch entstehen. Infolgedessen ist die Flüssigkeitsmenge, die der geöffnete Trinksauger bei einem bestimmten Saugunterdruck abgibt, von Saugflasche zu Saugflasche sehr verschieden.
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Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einteilige Saugflasche mit weichelastischem Trinksauger und Flasche verbesserter Festigkeit und einem Verschluss zur Verfügung zu stellen, die in geöffnetem Zustand ein Trinkloch definierter Größe aufweist.
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Die Aufgabe wird durch eine Saugflasche mit den Merkmalen des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Saugflasche sind in den Unteransprüchen angegeben stoffschlüssig miteinander verbunden werden, indem der Kunststoff des Trinksaugers und der Kunststoff der Flasche so ausgewählt werden, daß sie in den Kontaktbereichen miteinander verschmelzen bzw. vernetzen. Ferner ist eine stoffschlüssige Verbindung durch Verkleben möglich. Auf diese Weise können Saugflaschen mit sehr fester Verbindung zwischen Trinksauger und Flasche hergestellt werden. Der Trinksauger kann eine weite, für den Säugling angenehme Lippenauflagefläche aufweisen, da der Klemmrand für einen Schraubring fehlt. Durch den von der Flasche durch den Trinksauger bis zum Trinkloch erstreckten Verstärkungsfaden wird eine zusätzliche Steigerung der Festigkeit auch im Bereich des Trinksaugers erreicht. Der Verstärkungsfaden kann formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig mit dem Trinksauger verbunden sein. Ein formschlüssiges Verbinden ist beispielsweise durch teilweises oder vollständiges Einbetten des Verstärkungsfadens in das Material des Trinksaugers möglich. Ein vollständig eingebetteter Verstärkungsfaden ist allseitig vom Material des Saugernippels umgeben. Eine kraftschlüssige Verbindung kann durch Einpressen des Verstärkungsfadens in eine Nut des Trinksaugers erreicht werden. Bevorzugt ist die stoffschlüssige Verbindung, die durch Vernetzung bzw. Verschmelzung der Kontaktbereiche von Verstärkungsfaden und Trinksauger erzielt werden kann. Eine weitere Möglichkeit der stoffschlüssigen Verbindung ist die Verklebung von Verstärkungsfaden und Trinksauger. Der Verstärkungsfaden kann ein Abreißen des Trinksaugers von Flasche bzw. ein Abreißen des Saugernippels vom Trinksauger verhindern. Eine Zerstörung der Saugflasche bzw. ein Verschlucken von Kunststoffteilen wird hierdurch vermieden.
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Der Verstärkungsfaden kann sich entlang nur einer Seite des Trinksaugers erstrecken. Gemäß einer Ausgestaltung ist der Verstärkungsfaden U-förmig im äußeren Endbereich des Saugernippels umgelenkt und erstreckt sich über beide Seiten des Trinksaugers. Bevorzugt sind beide Enden des Verstärkungsfadens im Bereich der Flasche angeordnet.
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In einer Ausgestaltung folgt der Verstärkungsfaden einer Kontur des Saugernippels. Der Verstärkungsfaden kann dabei in seinem gesamten Verlauf mit dem Saugernippel verbunden sein. Er fügt sich dadurch besonders gut in den Saugernippel ein, beeinträchtigt die Flexibilität des Saugernippels nur geringfügig und führt zu einer sicheren Verbindung zwischen dem Saugernippel und der Flasche.
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In einer Ausgestaltung verläuft der Verstärkungsfaden an der Innenseite des Saugernippels. Der Verstärkungsfaden kann von der Außenseite des Saugernippels beabstandet und von einer Materiallage des Saugernippels umgeben sein. Dadurch gelangt ein Benutzer nicht in Kontakt mit dem Material des Saugernippels, was zusätzliche Freiheit bei der Materialwahl ermöglicht.
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Für den Trinksauger kommen verschiedene weichelastische Materialien in Betracht. Beispielsweise kann ein Naturkautschuk oder ein synthetischer Kautschuk oder ein anderes Elastomer verwendet werden. Ein den Verstärkungsfaden bereits aufweisender Trinksauger aus einem Naturkautschuk oder einem synthetischen Kautschuk mit geeigneter Profilierung des Verbindungsbereiches mit der Flasche kann in eine Spritzgießform für eine Flasche eingelegt und durch Anspritzen des Materials der Flasche formschhlüssig mit der Flasche verbunden werden. Dabei kann der Verstärkungsfaden im Öffnungsrand des Trinksaugers vorstehen, so daß er mit dem Kunststoff der Flasche verbunden werden kann. Ferner gibt es spritzgießfähige synthetische Kautschuke, beispielsweise Liquid Silicone Rubber (LSR), die im Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren mit dem Material der Flasche verbunden werden können.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist der weichelastische Kunststoff ein thermoplastisches Elastomer (TPE). Thermoplastische Elastomere können vorteilhaft durch Spritzgießen verarbeitet werden. Thermoplastische Elastomere können mehrphasige Kunststoffe sein, die gummielastisch verformbare Molekülbereiche aufweisen, in die Bereiche amorpher Thermoplaste eingebaut sind. Sie sind daher thermoplastisch verformbar und weisen gleichzeitig die gewünschten elastischen Eigenschaften auf. Die Saugflasche mit einem Trinksauger aus thermoplastischem Elastomer kann insbesondere im Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren hergestellt werden.
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Bevorzugt besteht die Flasche aus einem hartelastischen oder harten Kunststoff. Der hartelastische oder harte Kunststoff verleiht der Flasche eine hinreichende Festigkeit. Hierbei kann es sich insbesondere um einen Thermoplasten (z. B. Polypropylen (PP)) oder um einen Duroplasten handeln.
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Der Verstärkungsfaden kann verschieden ausgeführt sein. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen textilen Faden aus mehreren miteinander verbundenen bzw. verdrehten Fasern handeln. Der Verstärkungsfaden kann aber auch ein Band oder Streifen sein. Bevorzugt ist das Band oder der Streifen eine Folie. Bevorzugt ist der Verstärkungsfaden mit der Flasche verbunden. Die Verbindung von Verstärkungsfaden und Flasche kann formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig sein. Zur formschlüssigen Verbindung kann der Verstärkungsfaden beispielsweise mit verdickten Enden im Material der Flasche verankert sein. Für eine kraftschlüssige Verbindung kann er mit den Enden in Aufnahmen der Flasche eingepresst sein. Für eine stoffschlüssige Verbindung kann er an mindestens einem Ende durch Vernetzen oder durch Verkleben mit dem Material der Flasche verbunden sein.
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Bevorzugt besteht der Verstärkungsfaden aus Kunststoff. Weiterhin bevorzugt besteht der Verstärkungsfaden aus demselben Kunststoff wie die Flasche (z. B. PP). Verschlusszapfen und Verstärkungsfaden und Flasche aus demselben Kunststoff können einteilig in einem oder mehreren Schritten gespritzt werden. Der Verstärkungsfaden ist dann insbesondere stoffschlüssig mit der Flasche verbunden.
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In einer Ausgestaltung besteht der Trinksauger aus einem verhältnismäßig weichen Silikon und der Verstärkungsfaden aus einem verhältnismäßig harten Silikon.
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In einer Ausgestaltung besteht der Trinksauger aus Silikon und der Verstärkungsfaden aus einem hitzebeständigen Kunststoff. Wegen des zur Aushärtung des Silikons notwendigen Temperns findet ein hitzebeständiger Kunststoff Verwendung. Hitzebeständig heißt, daß der Schmelzpunkt des Kunststoffs oberhalb der Temperatur für die Wärmebehandlung des Silikons, beispielsweise oberhalb von 100°C oder 150°C liegt.
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In einer Ausgestaltung ist der hitzebeständige Kunststoff für den Verstärkungsfaden ein Polyetheretherketon (PEEK). PEEK hat einen ausreichend hohen Schmelzpunkt, um den Temperaturen bei der Wärmebehandlung des Silikons zu widerstehen, und verfügt über günstige mechanische Eigenschaften für die Verwendung als Verstärkungsfaden.
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In einer Ausgestaltung besteht der Trinksauger aus einem verhältnismäßig weichen, thermoplastischen Elastomer und der Verstärkungsfaden aus einem verhältnismäßig harten Kunststoff. Bei Verwendung eines thermoplastischen Elastomers für den Trinksauger ist die Auswahl eines kompatiblen Kunststoffs für den Verstärkungsfaden einfacher als bei Verwendung von Silikon. Beispielsweise kann für den verhältnismäßig harten Kunststoff ebenfalls ein thermoplastisches Elastomer verwendet werden. Das thermoplastische Elastomer des Verstärkungsfadens kann das gleiche Basispolymer aufweisen, wie das thermoplastische Elastomer des Lutschteils. Der verhältnismäßig harte Kunststoff kann auch in dieser Ausgestaltung PEEK sein.
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In einer Ausgestaltung weist das verhältnismäßig harte Material einen Füllstoff oder ein Fasermaterial auf, Dadurch kann die Festigkeit des Verstärkungsfadens gesteigert werden.
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Aus dem Trinkloch des Trinksaugers steht ein Verschlusszapfen hervor. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist an den Trinksauger ein aus dem Trinkloch hervorstehender Verschlusszapfen angespritzt. Der Verschlusszapfen ist durch Spritzgießen einteilig mit dem Trinksauger verbunden. Durch Abdrehen oder Abschneiden des Verschlusszapfens kann das Trinkloch freigemacht werden. Bevorzugt ist hierfür der Verschlusszapfen hülsenförmig mit einem äußeren, geschlossenen Ende ausgeführt, so daß durch zumindest teilweises Abdrehen oder Abschneiden des Verschlusszapfens der Durchgang der Hülse freikommt und hierdurch Flüssigkeit aus der Flasche entnommen werden kann. Der Durchgang der Hülse kann konisch sein, so daß durch Abtrennen des Verschlusszapfens an verschiedenen Stellen verschiedene Durchflussquerschnitte geöffnet werden können. Gemäß einer Ausgestaltung weist der Verschlusszapfen eine Materialschwächung auf, so daß eine zumindest teilweise Abtrennung des Verschlusszapfens an der Stelle der Materialabschwächung möglich ist. Die Materialschwächung kann so positioniert sein, daß das Kind beim Saugen nicht durch überstehende Reste des Verschlusszapfens verletzt werden kann.
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Der Verschlusszapfen steht in Fortsetzung des Verstärkungsfadens aus dem Trinkloch hervor. Der Verschlusszapfen ist formschlüssig und/oder kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig mit dem Verstärkungsfaden verbunden. Für eine formschlüssige Verbindung können Verstärkungsfaden und Verschlusszapfen ineinandergreifende Profile aufweisen. Für eine kraftschlüssige Verbindung kann der Verstärkungsfaden in eine Aufnahme des Verschlusszapfens eingepresst sein. Für eine stoffschlüssige Verbindung können Verschlusszapfen und Verstärkungsfaden aus Materialien bestehen, die miteinander verschmolzen und/oder miteinander vernetzt werden bzw. kann eine Verklebung zwischen Verschlusszapfen und Verstärkungsfaden hergestellt werden. Bevorzugt besteht der Verschlusszapfen aus demselben Material wie der Verstärkungsfaden, so daß Verschlusszapfen und Verstärkungsfaden als zusammenhängendes Teil in einem oder mehreren Schritten gespritzt werden können.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist der Verschlusszapfen an der Oberseite eine Verbreiterung auf, die als Handhabe zum Abdrehen des Verschlusszapfens dient. Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist die Verbreiterung ein Knebel oder ein Pilzkopf.
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Die Nahrung kann auf verschiedene Weisen in die Saugflasche eingebracht werden. Gemäß einer Ausgestaltung wird zunächst eine Saugflasche ohne Boden hergestellt und durch eine untere Öffnung befüllt. Nach dem Befüllen der Saugflasche wird die Öffnung mit einem Boden verschlossen. Der Boden kann auf verschiedene Weise flüssigkeitsdicht mit der Flasche verbunden werden. Er kann beispielsweise eine Verschlussplatte oder Verschlussmembran sein, die an Rändern der Öffnung verschweißt oder auf diese aufgesiegelt ist. Ferner kann der Boden eine Schraubverbindung mit der Flasche aufweisen, wobei der Boden ein Innengewinde und die Flasche ein Außengewinde aufweisen kann oder umgekehrt. Die Saugflasche mit aufschraubbarem Boden kann auch nachbefüllt bzw. mehrfach für die Verabreichung von Nahrung verwendet werden.
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Gemäß einer Ausgestaltung weist die Saugflasche – vorzugsweise unten am Trinksauger und/oder oben an der Flasche – einen Greifring und/oder eine Greifnut auf. Die Flasche kann am Greifring und/oder an der Greifnut gehalten werden, so daß sie der Benutzerin nicht aus der Hand gleitet.
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Gemäß einer weiteren Ausgestaltung weist die Saugflasche zum Schutz des Trinksaugers eine Schutzkappe auf, die eine Schnappverbindung und/oder eine Schraubverbindung mit dem Oberbereich der Flasche aufweist. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist die Schutzkappe unter einem Greifring und/oder in einer Greifnut der Flasche eingeschnappt. Die Schutzkappe besteht vorzugsweise aus Kunststoff (z. B. aus PP).
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Vorzugsweise ist die Saugflasche mit Milch oder anderer flüssiger Nahrung oder einem Getränk vorbefüllt. Sie kann vorteilhaft unter Bedingungen eingesetzt werden, in denen die Sterilität der Nahrung oder des Getränkes gewährleistet sein muß und/oder der Aufwand für die Zubereitung der Nahrung gering gehalten werden muß. Dies ist beispielsweise in Säuglingsstationen von Kliniken der Fall und/oder bei Anwendungen durch den Endverbraucher insbesondere auf Reisen und/oder in anderen Situationen, in denen Gerätschaften für die Nahrungsmittelzubereitung nicht verfügbar sind.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
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1 eine Saugflasche aus im Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren aneinander gespritztem Trinksauger und Flasche und einer Verschlussmembran am Boden in einem Vertikalschnitt;
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2 Oberbereich des Saugernippels der Saugflasche von 1 in demselben Vertikalschnitt;
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3 Flasche und Verstärkungsfaden derselben Saugflasche in einer Draufsicht, wobei vereinfachend die Abwinklung des Verstärkungsfadens zur Vertikalen nicht wiedergegeben ist;
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4 eine Saugflasche aus im Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren aneinander gespritztem Trinksauger und Flasche und aufschraubbarem Boden in einem teilweisen Vertikalschnitt.
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Bei der nachfolgenden Erläuterung verschiedener Ausführungsbeispiele sind einander entsprechende Teile der Saugflaschen mit denselben Bezugsziffern versehen.
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Die Saugflasche von 1 umfaßt einen Trinksauger 1 und eine Flasche 2. Der Trinksauger 1 hat einen orthodontisch geformten Saugernippel 3 und einen koppelförmig erweiterten Übergangsbereich 4. Der Übergangsbereich 4 ist mit dem oberen Rand 5 der im wesentlichen zylindrischen oder konischen Flasche 2 verbunden. Der Übergangsbereich 4 bietet eine weite, für den Säugling angenehme Lippenauflagefläche, da ein Klemmrand und ein Schraubring fehlen.
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Mit dem Rand 5 der Flasche 2 ist an diametral gegenüberliegenden Seiten ein streifenförmiger Verstärkungsfaden 6 verbunden. Der Verstärkungsfaden 6 ist in die Wand des Trinksaugers 1 eingebettet. Er erstreckt sind durch den kuppelförmigen Übergangsbereich 4 und den orthodontisch geformten Saugernippel 3 hindurch bis zu einem Trinkloch 7. Der Verstärkungsfaden 6 hat im Oberbereich des Saugernippels 3 einen abgewinkelten Verlauf.
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Durch das Trinkloch 7 hindurch ist der Verstärkungsfaden 6 einteilig mit einem Verschlusszapfen 8 verbunden, der oben eine pilzkopfförmige oder knebelartige Verbreiterung 9 hat. Der Verschlusszapfen 8 ist hohl und oben durch die Verbreiterung 9 geschlossen. Insgesamt hat er die Form eines Pilzes.
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Die Flasche 2 hat unterhalb des oberen Randes 5 außen eine umlaufende Greifnut 10.
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Unten weist die Flasche 2 in einem verbreiterten Standfuß 11 eine Innenstufe 12 auf. Auf die Innenstufe 12 ist eine Verschlussmembran 13 aufgesiegelt.
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Der maximale Durchmesser der Saugflasche Dmax ist im Bereich des Standfußes 11 gegeben. Er ist an die Bedürfnisse der Klinikanwendung bzw. die dort eingesetzten Einrichtungsgegenstände und Hilfsmittel angepaßt.
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Die Flasche 2 hat eine nicht gezeigte Skala zum Anzeigen der Füllmenge.
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Der Trinksauger 1 ist aus einem thermoplastischen Elastomer hergestellt. Er ist vorzugsweise dünn ausgeführt, damit er eine gute Elastizität aufweist. Das thermoplastische Elastomer kann so gewählt sein, daß es an sich schon eine gute Elastizität gewährleistet.
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Gemäß 2 und 3 weist der Verstärkungsfaden 6, der an den beiden Enden mit diametral gegenüberliegenden Bereichen des oberen Randes 5 der Flasche 2 verbunden ist, eine zentrale, kreisringförmige Platte 14 auf. Diese umgibt das Trinkloch 7. Die Platte 14 trägt den Verschlusszapfen 8. Die Platte 14 dichtet das Trinkloch 7 an der Innenseite des Saugernippels 3 ab. Insbesondere zwischen der Platte 14 und dem Verschlusszapfen 8 kann eine Sollbruchstelle zum Abdrehen des Verschlusszapfens 8 vorhanden sein.
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Die Flasche 2 besteht aus Polypropylen oder einem anderen geeigneten Thermoplasten. Sie ist bevorzugt transparent.
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Die Flasche 2 ist einteilig mit dem Verstärkungsfaden 6 und dem Verschlusszapfen 8 sowie der Verbreiterung 9 verbunden.
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Trinksauger 1 und Flasche 2 werden im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren hergestellt. In einem ersten Spritzgießschritt wird die Flasche 2 einteilig mit dem Verstärkungsfaden 6, dem Verschlusszapfen 8 und der Verbreiterung 9 gespritzt. In einem zweien Schritt wird der Trinksauger 1 angespritzt, wobei dieser an den Kontaktstellen mit dem Rand 5 der der Flasche 2, dem Verstärkungsfaden 6 und dem Verschlusszapfen 8 verschmilzt bzw. vernetzt.
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Nach dem Spritzgießen wird die Saugflasche auf dem Kopf stehend mit Milch oder einer anderen flüssigen Nahrung gefüllt. Schließlich wird unten die Verschlussmembran 13 aufgesiegelt.
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4 zeigt eine weitere Saugflasche mit einem orthodontischen Trinksauger 1 in einem gegenüber 1 um 90° gedrehten Vertikalschnitt.
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In der rechten Hälfte von 4 ist eine Verbindung zwischen Trinksauger 1 und Flasche 2 gezeigt, die der Verbindung der entsprechenden Teile bei der Saugflasche 1 entspricht. In der linken Hälfte von 4 ist eine andere Ausführung der Verbindung dargestellt, bei der der Trinksauger 1 eine Innenstufe 15 und die Flasche 2 eine komplementäre Außenstufe 16 aufweist, die jeweils vollständig umlaufen. Im Bereich dieser Stufen 15, 16 sind Trinksauger 1 und Flasche 2 durch Aneinanderspritzen formschlüssig und stoffschlüssig miteinander verbunden. Dort weist der Trinksauger 1 außen einen Greifring 17 in Form eines Wulstes auf, der zum Halten der Saugflasche und zum Aufschnappen einer Verschlusskappe genutzt werden kann. Hierbei ist vorteilhaft, daß der Greifring 17 eine gewisse Nachgiebigkeit aufweist, so daß er sich angenehm anfühlt bzw. eine Verschlusskappe durch elastische Rückstellkräfte gehalten wird.
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Ferner unterscheidet sich die Saugflasche der 4 von der Saugflasche gemäß 1 bis 3 dadurch, daß die Öffnung am unteren Ende der Flasche 2 durch einen aufgeschraubten Boden 18 verschlossen ist. Hierfür weist der topfartig ausgebildete Boden 18 an einem Mantel ein Innengewinde 19 auf und ist die Flasche 2 unten mit einem Außengewinde 20 versehen. Der Boden 18 ist mit dem Innengewinde 19 auf das Außengewinde 20 aufgeschraubt.
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Zur Benutzung wird von der Saugflasche gemäß 1 bzw. 4 der Verschlusszapfen 8 abgedreht, so daß das Trinkloch 7 freigegeben wird. Die Benutzerin kann die Flasche 2 an der Greifnut 10 bzw. dem Greifring 17 festhalten. Für das Nachströmen von Luft kann gegebenenfalls im Bereich des Bodens 13, 18 eine Ventilationsöffnung bzw. eine bei Unterdruck öffnende Dichtlippe vorhanden sein. Es ist aber auch möglich, durch nachträgliches Einbringen einer Ventilationsöffnung – z. B. einen Schlitz oder ein Loch – eine Ventilation der Saugflasche zu erreichen. Gegebenenfalls kann eine Ventilation nach Absetzen der Saugflasche durch das Trinkloch 7 erreicht werden.