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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur kontinuierlichen Würzeherstellung
sowie eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.
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Bislang
erfolgt der Sudhausprozess im so genannten "Batch-Verfahren". Pro Tag sind etwa bis zu 14 Sude erreichbar.
Dieses Verfahren erzeugt hohe Energiespitzen und fordert dadurch
die Bereitstellung großer
Versorgungskapazitäten.
Aufgrund von Rüstzeiten
zwischen den einzelnen Fertigungsstufen ergibt sich ein nur begrenzter
Wirkungsgrad der Anlagen. Insgesamt führt der Batchbetrieb zu hohen
Investitionskosten der Anlagen, als auch der Gebäudetechnik.
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Durch
Parallelschalten mehrerer Sudlinien, die nach der Würzebereitung
zu einem kontinuierlichem Würzestrom
zusammengeführt
werden, lässt sich
ein quasi-kontinuierlicher Prozess realisieren. Diese Lösung bringt
jedoch einen erhöhten
Steuerungsaufwand und Anfälligkeit
gegenüber
Störungen mit.
Verzögerungen
einer Linie setzen sich in einer anderen fort. Auch die Investitionskosten
von mehreren parallelen Sudlinien sind beträchtlich.
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Zum
allgemeinen Stand der Technik und zu den Grundlagen des Sudhausprozesses
wird insbesondere auf "Technologie
Brauer und Mälzer", 8. Auflage, 1998,
VLB Berlin, Kapitel 3, Seiten 187 bis Seite 336 hingewiesen.
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Gegenüber diesem
Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren und eine Vorrichtung zur Würzeherzustellung bereitzustellen,
die einfach zu realisieren sind und die optimierte Prozesszeiten
mit sich bringen, wobei darüber hinaus
die oben angeführten
allgemeinen Nachteile vermindert oder sogar vermieden werden können.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 13 gelöst.
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Gemäß der Erfindung
erfolgt zumindestens einer der einzelnen Prozesse bei der Würzeherstellung
kontinuierlich. Unter kontinuierlich ist zu verstehen, dass, anders
als im Stand der Technik nach Behandlung eines Batches, keine Unterbrechung
des Verfahrens erfolgt. Über
einen langen Zeitraum, der die Dauer eines entsprechenden, herkömmlichen Prozesses
im Batchbetrieb um ein Mehrfaches übersteigt, wird nach der Erfindung
in den einzelnen Prozessschritten kontinuierlich ein bestimmter
Massestrom zu- und gleichzeitig abgeführt. Die Prozessschritte werden
also bei im wesentlichen konstanter Leistung, im Sinne von Prozessmenge
pro Zeit, durchgeführt.
Es wird demnach auch kontinuierlich Leistung, wie beispielsweise
Heiz,- und Kühlleistungen
zugeführt,
ohne dass Leistungsspitzen notwendig sind. Insbesondere beim Maischen,
Läuterwürzeerhitzen
und Würzekochen
sind Wärmeträger mit niedrigerem
Energieniveau möglich.
Darüber
hinaus kann die Anlagekapazität
verringert werden. Durch Wegfallen der Rüstzeiten zwischen den Batches
ergibt sich eine bessere Auslastung der Anlagen und somit ein höherer Wirkungsgrad.
Durch Reduktion des Energieniveaus ergibt sich insbesondere auch ein
schonenderes Verfahren, das wiederum in einer höheren Würzequalität resultiert. Wegen geringerer Verluste
kann gleichzeitig auch Energie eingespart werden. Die Auslegung
der Anlagenperipherie (Wärme,-
Kälte,- Luft,-
Wasserversorgung) insgesamt reduziert sich, was wiederum zu einer
Einsparung an Investitionskosten führt.
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Beim
Maischeprozess wird die Maische durch mindestens eine Röhre geleitet
und dabei in mindestens einem Bereich der mindestens einen Röhre thermisch
behandelt und durchmischt und in mindestens einem anderen Bereich
zur Rast im Wesentlichen laminar gefördert. Zur Ausbildung der im Wesentlichen
laminaren Strömung
kann dabei die Maische beispielsweise durch einen Stempel durch den
entsprechenden Bereich gezogen werden. Das Durchmischen, beispielsweise
durch ein Rührwerk ermöglicht einen
gleichmäßigen Wärmeeintrag.
Bei der laminaren Förderung
wird die Temperatur im Wesentlichen gehalten oder leicht erhöht. Dabei
kann die Abfolge oder gegebenenfalls Wiederholung der einzelnen
Prozessschritte, (d. h. thermische Behandlung und Durchmischung
bzw. Rast/laminare Förderung)
je nach Prozess gewählt
werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform wird
beim Maischprozess die Maische in einer ersten Stufe in einem ersten
Bereich thermisch behandelt und durchmischt, in einer zweiten Stufe
zur Rast im Wesentlichen laminar durch einen zweiten Bereich gefördert und
in einer dritten Stufe in einem dritten Bereich weiter thermisch
behandelt und durchmischt.
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Es
sind alle bekannten Verfahren des Maischprozesses durchführbar:
z.
B.: Dekoktion, Infusion, Springmaischverfahren, Rohfruchtmaischen,
Dosagen von Enzymen oder sonstigen Hilfsmitteln sowie Zugabe von
Glattwasser.
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Um
bei geringer Strömungsgeschwindigkeit beim
kontinuierlichen Maischen einen gleichmäßigen Wärmeenergieeintrag zu ermöglichen,
wird die Maische im ersten Bereich durch ein Rührwerk durchmischt. In der
zweiten Stufe erfolgt im zweiten Bereich eine Rast, bei der die
Maische nicht durchmischt, sondern im Wesentlichen laminar durch
die Röhre
gefördert
wird. Hier wird die Temperatur der Maische im Wesentlich gehalten
oder nur leicht erhöht.
Schließlich
erfolgt in einer dritten Stufe in einem dritten Bereich eine weitere
thermische Behandlung und Durchmischung. Die verschiedenen Stufen
können
dabei in unterschiedlichen Abschnitten einer beheizten Röhre oder
aber in mehreren miteinander verbundenen Röhren erfolgen. Ein solcher
Maischprozess ist wegen der Bauart der Maischeinrichtung extrem
emissionsarm.
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Da
die Prozesszeit für
alle Maischeteilchen gleich ist, kann eine homogene Maischequalität gewährleistet
werden. Dadurch, dass die Maische in beheizten Röhren (wobei eine Heizung um
den Umfang der Röhre,
d. h. in oder an der Röhre
angeordnet ist), aufgeheizt wird, ergibt sich eine wesentlich größeres Heizflächen-Maischevolumenverhältnis, als
bei herkömmlichen
Maischbottichen. Durch die große
Heizfläche
und den relativ kleinen Volumenstrom ist es möglich, dass beim Maischen im
Vergleich zum Stand der Technik auf sehr heiße Heizmedien, wie beispielsweise
Sattdampf, verzichtet werden kann. Die mindestens eine Röhre kann
somit mit einem Heizmedium beheizt werden, dessen Temperatur ≤ 120°C ist und
vorzugsweise zwischen 80 und 100°C liegt.
Somit können
beispielsweise Heißwasser
aus Solarenergie, heißes
Brauwasser vom Würzekühler oder
auch Abwärme
der einzelnen Prozessschritte bei der Würzeherstellung zum Heizen der
Röhren verwendet
werden.
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Vorzugsweise
wird auch Wärme,
die aus den beim Läuterprozess
anfallenden Treber gewonnen wird. In den Prozess rückgeführt, beispielsweise
zur Beheizung der Maische im Maischprozess.
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Somit
kann selbst noch die Energie aus dem heißen Trebern verwertet werden,
die bislang nicht genutzt wurde.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Läuterprozess wird
die Maische gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
kontinuierlich in einen Läuterturm
von einem oberen in einen unteren Bereich gefördert und horizontal durch
eine im Wesentlichen zylindrische Filterfläche abgeläutert. Durch das horizontale
Läutern
und die vertikale Förderung
der Maische ist ein kontinuierlicher Prozess möglich. Am unteren Ende des
Läuterturms
können
dann beispielsweise die Treber ausgetragen werden.
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Vorteilhafterweise
sind über
die Höhe
des Läuterturms
mehrere voneinander getrennte Quellzonen vorgesehen, wobei die aus
den Quellzonen abgeläuterte
Würze in
Abhängigkeit
eines gemessenen Läuterwürzezustands
in den Läuterturm
auf Höhe
von mindestens einer Quellzone rückgeführt wird,
oder aber in ein Vorlaufgefäß in Richtung
Würzekochen
geleitet wird. Würze
kann somit solange von den Quellzonen aus, beispielsweise über eine Hohlwelle,
rückgeführt werden,
bis ein klarer Würzestrom
vorliegt. Außerdem
kann beispielsweise Würze einer
Quellzone mit sehr niedrigem Extraktgehalt, d. h. also Glattwasser,
zum Anschwänzen-
(d. h. Auswaschen der Treber), in den Läuterturm rückgeführt werden. Somit kann ein
Glattwassertank entfallen. Auch können alle sonstig anfallenden
Prozess-Reststoffe dem Läuterturm
zugegeben werden (Beispielsweise Trub).
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Den
Läuterwürzezustand
kann man beispielsweise durch Messung von Trübung und/oder Extraktgehalt
feststellen.
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Alternativ
zu diesem Verfahren kann die abzuläuternde Maische auch kontinuierlich
in mehrere, z. B. parallel und/oder in Reihe geschaltene Miniläuterbottiche,
die je eine Quellzone darstellen, geleitet werden.
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Dabei
können
die Miniläuterbottiche
parallel geschaltet sein. Den Miniläuterbottichen kann die abzuläuternde
Maische entweder nacheinander oder aber gleichzeitig zugeführt werden.
Die Miniläuterbottiche
können
auch gruppenweise zusammengefasst werden, wobei in den unterschiedlichen
Gruppen unterschiedliche Prozessschritte des Läuterprozesses gefahren werden.
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Die
Miniläuterbottiche
weisen vorzugsweise ein Fassungsvolumen von ca. 20 bis 400 l auf.
Die Reduzierung der Baugröße einer
Läutereinheit
kann bei einer entsprechenden Anzahl der Geräte einen kontinuierlichen Prozess
erzeugen. Die in dem Miniläuterbottich
eingelagerte Maische kann durch einen Stempel in Richtung einer
Filtermembran gepresst werden. Die geläuterte Würze, die aus einem Miniläuterbottich
abgeführt
wird, kann in Abhängigkeit
eines gemessenen Läuterwürzezustandes
zumindest einem der Miniläuterbottiche
rückgeführt werden. Das
bedeutet, dass beispielsweise Würze,
die von einem Miniläuterbottich
abgeführt
wird und einen sehr geringen Würzeextrakt
aufweist, wieder als Nachguss bzw. Anschwänzwasser desselben oder eines anderen
Miniläuterbottichs
verwendet werden kann. Somit kann ein Glattwassertank entfallen.
Auch können
alle sonstig anfallenden Prozess-Reststoffe dem Miniläuterbottich
zugegeben werden (Beispielsweise Trub).
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Ein
nachgeschalteter Vorlauftank kann dann die geklärte Würze sammeln und der Würzekochung zuführen. Dadurch
dass der Stempel die Maische in Richtung Filtermembran presst, kann der
Stempel am Ende des Läuterns
den Treberkuchen so fest pressen, dass dieser dann mit einem geringen Feuchteanteil
aus dem Miniläuterbottich
entfernt werden kann. Zusätzlich
kann dabei Würze
gewonnen werden und dem Läuterprozess
zugeführt
werden.
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Alternativ
zu diesen Läuterprozessen
kann der Läuterprozess
auch über
einen umlaufenden Bandfilter erfolgen.
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Zum
kontinuierlichen Würzekochen
kann die Würze
vorteilhafterweise kontinuierlich über kaskadenartig übereinander
angeordnete Heizflächen
eines Würzekochtowers
geleitet werden. Durch die daraus resultierenden großen Heizflächen kann
wiederum die Heiztemperatur herabgesetzt werden, Indem die Würze von
oben nach unten durch den Tower rinnt, wird garantiert, dass jedes
Teilchen der Würze
den gleichen (zeitlich wie auch mengemäßig) thermischen Notwendigkeiten
eines Kochprozesses ausgesetzt ist. Somit ergibt sich insbesondere
auch ein schonenderes Verfahren, das wiederum in einer höheren Würzequalität resultiert.
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Die
erfindungsgemäße Maischeinrichtung umfasst
zumindest eine beheizbare Röhre,
wobei ein Bereich der mindestens einen beheizbaren Röhre eine
Rührwerkseinheit
und ein anderer Bereich eine Fördereinrichtung
zum laminaren Fördern
der Maische aufweist. Je nach Prozess können auch mehrere beheizte
Bereiche mit Rührwerkseinheit
und/oder mehrere Bereiche mit einer Fördereinrichtung zum laminaren
Fördern
vorgesehen sein.
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Die
erfindungsgemäße Maischeeinrichtung umfasst
gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform zumindest
eine beheizbare Röhre,
durch die die Maische geleitet wird und die einen ersten Bereich
aufweist, zur thermischen Behandlung der Maische, in dem ein Rührwerk angeordnet
ist, sowie einen zweiten Bereich zur Rast, in dem die Maische im
Wesentlichen laminar durch eine Fördereinrichtung gefördert wird
und einen dritten Bereich, in dem die Maische thermisch behandelt
wird und der ebenfalls ein Rührwerk
umfasst. Eine solche Vorrichtung ist einfach und kostengünstig zu
fertigen. Die Fördereinrichtung
zur im Wesentlichen laminaren Förderung
der Maische durch den zweiten Rohrbereich kann beispielsweise durch
ein Molchsystem oder zumindestens einen verfahrbaren Stempel realisiert
werden. Das Molchsystem oder der verfahrbare Stempel sind dann beispielsweise
derart angeordnet, dass die einzelnen Maischeteilchen in der Maischeeinrichtung
stets die gleiche Verweilzeit aufweisen. Vorteilhafterweise ist die
Heizeinrichtung um den Umfang der beheizten Röhre (in oder an der Röhre) angeordnet.
Wie zuvor diskutiert, ergeben sich aufgrund der großen Heizflächen erhebliche
Vorteile insbesondere in Bezug auf die notwendige Temperaturhöhe des Heizmediums, z.
B. liegt der Röhrendurchmesser
insbesondere im ersten und dritten Bereich zwischen 80 und 150 cm. Eine
solche Abmessung erlaubt eine relativ langsame Strömungsgeschwindigkeit
der zu behandelnden Maische, so dass ein guter Energieeintrag bei
homogener Maische möglich
ist.
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Die
erfindungsgemäße Einrichtung
zum Läutern
ist als Läuterturm
ausgebildet mit einem Fördermittel,
das die abzuläuternde
Maische von oben nach unten fördert,
sowie eine im Wesentlichen zylindrische Filterfläche, die um das Fördermittel
angeordnet ist, und einer Außenzarge,
die die Filterfläche
einfasst. Somit kann die Maische horizontal abgeläutert werden.
Der Zwischenraum zwischen Filterfläche und Außenzarge ist durch Abteilungen
in mehrere über
die Höhe
des Läuterturms
verteilte Quellzonen unterteilt, von denen aus die Würze abgeführt wird. Da
die Würzekonzentration
im Läuterturm
von oben nach unten abnimmt, ist es sinnvoll, die Würze in den voneinander
abgetrennten Quellzonen getrennt abzuführen. In Abhängigkeit
des Läuterwürzezustands kann
nämlich
dann die Würze
entweder einem Vorlaufbehälter
zugeführt
werden oder aber zurück
in die Mitte des Läuterturms
geführt
werden, oder aber auch, wie bereits erklärt, als Nachguss oder zum Anschwänzen verwendet
werden.
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Das
Fördermittel
umfasst vorteilhafterweise eine zentrisch angeordnete Hohlwelle, über die
den einzelnen Quellzonen Wasser oder rückzuführende geläuterte Würze oder sonstige bekannte
und dienbare Rest- und Hilfsstoffe (Trub, Restbier, Enzyme) zuführbar ist.
An der Hohlwelle ist vorzugsweise eine Wendel angeordnet. Durch
die an der Hohlwelle angebrachte Wendel lässt sich ein Aufschwimmen der Treber
vermeiden. Die Wendelung drückt
dabei die Treber nach unten. Somit ist eine genau definierte Behandlung
in den unterschiedlichen Quellzonen möglich. Die Wendel bringt darüber hinaus
den Vorteil mit sich, dass der Treber nach unten gedrückt wird.
Durch die Bewegung der Wendel wird auch eine Pressung am unteren
Bereich des Läuterturms
ermöglicht,
wobei dann der Feuchteanteil des Trebers unter dem Feuchteanteil
des Trebers eines klassischen Läuterbottichs
liegt. Treberabpresswasser kann dann vorzugsweise dem Läuterprozess
durch die Hohlwelle zugeführt
werden.
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Die
Läutereinrichtung
kann auch mehrere Miniläuterbottiche
umfassen, die je einer Quellzone entsprechen. Die Einrichtung weist
weiter eine Abfülleinrichtung
zum kontinuierlichen Einbringen von Maische in die Miniläuterbottiche
auf. Ferner weist ein Miniläuterbottich
ein Gehäuse
auf, in dessen unteren Bereich eine Filtermembran angeordnet ist
sowie eine Einrichtung, die die Maische in Richtung Membran drücken kann.
Eine solche Einrichtung kann beispielsweise durch einen vertikal
beweglichen Stempel realisiert werden. Ein solches System ist sehr
einfach.
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Dabei
kommen beispielsweise 20 bis 200 Miniläuterbottiche zum Einsatz.
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Die
Einrichtung zum Läutern
kann auch durch einen umlaufenden Bandfilter realisiert werden.
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Die
Einrichtung zum Läutern
kann als Befülleinrichtung
einen umlaufenden Füller
umfassen.
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Die
Einrichtung zum kontinuierlichen Würzekochen kann durch kaskadenartig übereinander
angeordnete Heizflächen
realisiert werden. Dabei kann die Würze über die heißen Heizflächen laufen, in einer Sammeleinrichtung
abgepuffert werden und über einen Überlauf
auf die darunter liegende Heizfläche gelangen.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme der folgenden
Figuren näher
erläutert:
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1 zeigt
schematisch ein Fließschema
für einen
Würzebereitungsverfahren
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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2 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch ein Rohr der Maischeeinrichtung,
die in 1 oder 3–6 gezeigt
ist.
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3 zeigt
schematisch eine weitere Ausführungsform
einer Maischeeinrichtung gemäß der vorliegenden
Erfindung, wobei ein Stempel in einer ersten Position liegt.
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4 zeigt
schematisch die in 3 gezeigte Ausführungsform,
wobei ein Stempel in einer zweiten Position positioniert ist.
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5 zeigt
einen Querschnitt durch ein zweites Rohr gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel.
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6 zeigt
einen Querschnitt durch ein zweites Rohr gemäß einer weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
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7 zeigt
in schematischer Darstellung einen Läuterturm gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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8 zeigt
eine weitere Ausführungsform für eine Läutereinrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung,
die mehrere Miniläuterbottiche
umfasst.
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9 zeigt
einen Schnitt durch eine Einrichtung zum Würzekochen gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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10 zeigt
die Hauptprozessschritte der Würzeproduktion.
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10 zeigt
die Hauptprozessschritte der Würzeproduktion.
Zunächst
erfolgt in den Schritten S0 und S1 das Rohstoffhandling, d. h. die
Malz,- Rohfruchtannahme und das Malz,- Rohfruchthandling. Die wesentlichen
Schritte im Sudhausprozess sind das Schroten S2, das Maischen S3,
das Läutern S4,
das Würzekochen
S5, das Heißtrubabscheiden S6
sowie das Kühlen
der Würze
S7.
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1 zeigt
ein Fließschema
für einen
kontinuierlichen Würzebereitunsprozess
gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
erfolgt nicht nach dem Stand der Technik im Batchbetrieb, sondern
kontinuierlich, d. h., dass kontinuierlich Rohstoff zugeführt wird
und am Ende ein kontinuierlicher Würzestrom erzeugt wird.
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Das
Annehmen und Lagern von Rohstoffen, wie Malz oder Rohfrucht, entspricht
dem aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren und unterliegt
lediglich den brauereispezifischen Anlieferformen und Möglichkeiten.
Das kontinuierliche Verfahren beeinflusst diesen Schritt S0 nicht.
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Das
Rohstoffhandling (putzen, entstauben, wiegen) S1 kann durch das
kontinuierliche Schroten um bis zu 25% seiner Kapazität gesenkt
werden.
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Wie
aus 1 hervorgeht, ist zum Schroten (S2) eine Schrotmühle 1 vorgesehen,
die kontinuierliche Schrot erzeugt. Dadurch, dass die Schrotmühle kontinuierlich
arbeitet, kann deren Kapazität
bis zu 80% gesenkt werden, was wiederum Energiespitzen eliminiert.
Im Maischefertiger 2 der Schrotmühle wird dem Schrot Wasser,
zur Erzeugung der Maische, zugesetzt. Die Maische wird dann in einem
kontinuierlichen Strom der Maischeinrichtung 3 zugeführt. Die Maischeinrichtung 3 wird
hier durch die beheizten Röhren 8, 9 und 10,
durch die die Maische kontinuierlich geleitet wird, realisiert.
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2 zeigt
einen Querschnitt durch die Röhren 8 bzw. 10.
Wie aus 2 zu erkennen ist, weisen die
Röhren
um ihren Umfang eine Heizeinrichtung 19 auf, z. B. eine
Wärmetauschereinrichtung.
Um bei der sehr geringen Volumenströmen von etwa 2 m3/Std.
bis 40 m3/Std. einen gleichmäßigen Energieeintrag
zu ermöglichen,
ist ein Rührwerk
entlang der Heizröhren 8 und 10 installiert.
Das Rührwerk
in der Röhre 8 umfasst
die von einem Motor 12 angetriebene Welle 14,
die mehrere Rühreinrichtungen,
hier Rührflügel bzw.
Paddel, 17 aufweist. Auch die Röhre 10 umfasst eine
von einem Motor 13 angetriebene Rührwelle 15 mit mehreren
Paddeln bzw. Flügeln 17. Die
Maische wird von dem Maischefertiger oder aber einer zusätzlich angeordneten
Fördereinrichtung
in die Maischeinrichtung 3, hier das Rohr 8, gedrückt.
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Zwischen
dem ersten Rohrbereich 8, in dem die Maische thermisch
behandelt und durchmischt wird, während sie in Pfeilrichtung
gefördert
wird und dem dritten Rohrbereich 10, in dem die Maische ebenfalls
thermisch behandelt und durchmischt wird, während sie in Pfeilrichtung
gefördert
wird, befindet sich ein zweiter Bereich 9, zwischen PW3
(ProzessWeg 3) und PW4, in dem die Maische im Wesentlichen laminar
gefördert
wird. Dieser Bereich 9 dient zur Rast und zum Halten bzw.
auch zum Erhöhen
der Temperatur.
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Wie
in 1 dargestellt weist der zweite Rohrbereich 9 hier
ein Molchsystem auf, das eine gleichmäßige laminare Strömung der
Maische ermöglicht.
Dabei laufen mehrere Molche 11a, b, c, d in dem Rohr 9.
Ein Molch ist beispielweise ein Gummiformteil, das durch ein Treibmedium,
hier die Maische, durch die Rohrleitung 9 gepresst wird.
Der Molch fördert
dann die Maische weiter in Pfeilrichtung. Tritt am Ende des ersten
Rohrbereichs 8 die Maische in den zweiten Rohrbereich 9 (PW3),
so wird diese durch die Molche 11a, b, c, d in Pfeilrichtung angetrieben.
Am Ende des zweiten Rohrbereichs 9 befindet sich eine Ventileinheit 18 zur
Produktabzweigung (PW4). Das bedeutet, dass der Molch 11 weiter
in Pfeilrichtung läuft,
während
das Produkt, d. h. hier die Maische, in den dritten Rohrbereich 10 geschoben
wird.
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Hier
wird wiederum die Maische bis zum Ende der Maischeinrichtung 3 geschoben
und wie in Röhre 8 durch
die Teile des Rührwerkes 15, 13, 17 vermischt.
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Die
Durchmesser der Röhren 8, 9, 10 liegen etwa
zwischen 80 und 150 cm.
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Die
Maische verlässt
das dritte Rohr 10 in einem kontinuierlichen Strom (PW5).
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Anstelle
der Rohrschleife 9, die zur Rast und zur laminaren Förderung
der Maische dient, kann alternativ auch eine weitere Röhre 9 vorgesehen
sein, wie in 3 und 4 dargestellt
ist, die ein Grundprinzip dieser Variante zeigt. Hier entsprechen
die Röhren 8 und 10 den
in 1 gezeigten Röhren 8 und 10.
Vom Ende der Röhre 8 wird
die Maische in Abhängigkeit
des Schaltzustands der Ventile 21 und 73 entweder
zu einem Ende PW3.1 oder dem entgegengesetzten Ende PW3.2 der Röhre 9 geleitet.
Die Röhre 9 ist
ebenfalls über
eine Heizung 19 beheizt und weist z. B. einen über einen
Motor 23 und eine Welle 16, vorzugsweise eine
Hohlwelle 16, einen beweglichen Stempel 20, vorzugsweise
einen Hohlstempel 20, auf, der sich abwechselnd in Pfeilrichtung
A (3) bzw. in Pfeilrichtung B (4)
bewegt.
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5 beschreibt
beispielsweise eine bevorzugte Ausführungsform des Stempels 20 mit
Wellensystem 16, beginnend bei 3, in Bewegungsrichtung
A (Ventil 21 geöffnet,
Ventil 73 geschlossen) entsteht ein Überdruck auf Seite A, der die
Maische über die
Rückschlagventile 71 des
Hohlstempels 20 (Rückschlagventile 72 zeitgleich
wegen Überdruck geschlossen)
in die Kammer des Hohlstempels und der Hohlwelle 16 zur
nächsten
Röhre 10,
PW4 drückt.
Der zeitgleich entstehende Unterdruck bei dieser Bewegung auf der
rückwärtigen Seite
B des Stempels 20 zieht die Maische der Röhre 8 über das geöffnete Ventil 21,
Prozessweg PW3.1 ein, bis die Endposition des Stempels 20, 4 erreicht
ist.
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Durch
ein Zurückbewegen
des Stempels 20 in Pfeilrichtung B 4 wird dann
die Maische aus dem Rohr 9 bei geöffnetem Rückschlagventilen 72 (RV's71 wegen Überdruck
geschlossen) in die Kammer des Hohlstempels 20 und der
Hohlwelle 16 zur nächsten
Röhre 10,
PW4 gedrückt.
Venil 73, Prozessweg PW3.2 ist dabei geöffnet, Ventil 21,
Prozessweg PW3.1 geschlossen. Der Stempel 20 bewegt sich
definiert in Pfeilrichtung A und B mittels des frequenzgeregelten
Motors 23, dem links/rechtslaufende Getriebes 78 und
den nicht steigenden Gewindestangen 74. Bei dieser Variante
wird sichergestellt, dass jedes Maischeteilchen eine gleichmäßige Verweilzeit
und somit einer gleichförmige
Maischebehandlung unterzogen wird.
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6 zeigt
eine Variation der in 3, 4 und 5 gezeigten
Vorrichtung, wobei die Stempel 20a und 20b und
die Hohlwellen 16 hier auch wieder so ausgebildet sind,
dass die Maischeteilchen jeweils die gleiche Verweilzeit in der
zweiten Röhre
aufweisen.
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Bei
der in 6 gezeigten Variante wird Maische von der Heizröhre 8 über den
Weg PW3 bei geöffnetem
Ventil 73, PW3.2 und geschlossenem Ventil 21 bei
einer Stempelbewegung der beiden Stempel 20a und 20b von
links nach rechts in die linke Kammer der linken Hälfte der
Heizröhre 9 gezogen,
wobei der Abstand der Stempel 20a und 20b stets
gleich ist. Ist der Stempel 20a an der mittleren Trennwand 90 angelangt,
kehrt sich die Bewegung der Stempel 20a, b um, Ventil 73 schließt und Ventil 21,
PW3.1 öffnet sich.
Bei der Bewegung des Stempels 20a nach links wird Maische über die
Bohrung 91 und die Bohrung 92 der Hohlwelle 16 von
der linken Kammer in die rechte Kammer der linken Hälfte der
Heizröhre 9 gedrängt. Der
zeitgleich bewegte Stempel 20b lässt nun über den Weg PW3.1 Maische in
die rechte Kammer der linken Seite der Heizröhre einströmen. Haben die Stempel 20a,
b die linke Seite erreicht, kehrt sich erneut die Stempelbewegung
um, dabei öffnet
Ventil 95 den Weg PW4.2 und Maische gelangt zur dritten Heizröhre 10.
Ein Rückströmen von
der Bohrung 92 zur Bohrung 91 ist über eine
Rückschlagklappe 96 unterbunden.
Die rechte Seite arbeitet entsprechend über die entsprechenden Bohrungen 97, 98 und
den Weg PW4.1 sowie das Ventil 99 und 100.
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Die
Länge der
Röhren 8, 9, 10 liegt
etwa bei 3 bis 10 m, vorzugsweise bei etwa 6 m. In dem ersten Rohr 8 wird
die Maische in allen prozessnotwendigen Temperaturbereichen eingemaischt
und entsprechend den Notwendigkeiten aufgeheizt. Wobei die Rasttemperatur
etwa bei 65°C
liegt und die Maximaltemperatur im dritten Rohr etwa bei maximal
78°C liegt,
bei Einsatz von Enzymen bis zu 100°C liegen kann. Verschiedene
Einspeisungen der Wärmeträger an verschiedenen
Stellen erlauben eine gezielte Temperaturführung. Da die Maischeeinrichtung
kontinuierlich funktioniert, entfallen Rüstzeiten von etwa 6 Std./Tag,
was die Prozessleistungen deutlich optimiert. Bei beispielsweise
1200 hl Ausschlagwürze pro
Tag (entspräche
einer Würze-Ausschlagmenge von
ca. 100 hl im Batchverfahren und 12 Suden pro Tag) ergäbe sich
eine kontinuierliche Maischebehandlung von etwa 3,5 m3/Std.
Bei einer Tagesproduktion von 12000 hl entspräche dies einem Maischevolumen
von ca. 35 m3/Std. Im Falle des vorher gezeigten
Ausführungsbeispiels
ergibt sich bei einer Standardlänge
von 6 m und einem Durchmesser von 1 m eine mögliche Heizfläche von
ca. 18 m2/Röhre. Bei einer angenommenen
Durchlaufzeit von 30 min und beispielsweise den oben genannten Volumenstrom
von 3,5 m3/Std. (0,002478 m/s) würde im Vergleich
zu einem herkömmlichen
Batchbehälter
dem Maischvolumen das Sechsfache, bzw. bei 3 Heizröhren das
18fache an benötigter
Heizfläche
zur Verfügung
stehen. Die Heizrate kann somit so moderat gewählt werden, dass sich verschiedenste
Heizmedien oder Wärmeträger eignen.
Somit können
beispielsweise auch Heizwasser aus Solarenergie, heißes Brauwasser
vom Würzekühler oder
Abwärme
einzelner Prozesse der Würze,-
oder Bierherstellung zum Heizen der Maische verwendet werden. Heizdampf ist
im Regelfall nicht erforderlich. Die Temperatur des Heizmediums
kann ≤ 120°C, vorzugsweise
80 bis 100°C,
betragen. Es ist ganz besonders vorteilhaft, wenn beispielsweise
Wärme,
die aus dem beim Läuterprozess
anfallenden heißen
Treber, der eine Temperatur von ca. 75°C aufweist, beispielsweise über Wärmetauscher 40 (7),
gewonnen wird, zur Beheizung der Maische im Maischprozess verwendet wird.
Ein weiterer Vorteil dieser Anordnung ist, dass diese emissionsfrei
ist.
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Bei
den gezeigten Ausführungsformen
ist es auch möglich
z. B. an bestimmten Stellen des ersten Rohrs Zu- und Ableitungen
für Maische
vorzusehen, um den unterschiedlichen Maischverfahren gerecht zu
werden (z. B. Infusions-, Dekoktionsverfahren/Zugabe von Rohfruchtanteilen,
andere bekannte Maischverfahren sowie Zusätze).
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Durch
den Einsatz von Enzymen kann der Maischeprozess noch wesentlich
beschleunigt und die Vorrichtung zum Maischen vereinfacht werden.
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Hier
wurde die Erfindung mit drei Rohrabschnitten 8. 9. 10 erläutert. Das
erfindungsgemäße Konzept
ist jedoch nicht darauf beschränkt.
Anzahl und Reihenfolge der unterschiedlichen Rohrbereiche können variieren.
Wesentlich ist jedoch, dass mindestens ein Bereich zur thermischen
Behandlung und Durchmischung sowie mindestens ein Bereich zur Rast
bei laminarer Förderung
vorgesehen ist.
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Nach
dem Maischprozess wird die Maische kontinuierlich an eine Einrichtung
zum Läutern 4 (PW5)
weitergeleitet. Bei den in 1 gezeigten Fließschema
wird als Einrichtung zum Läutern
ein Bandfilter 4 verwendet. Der Bandfilter umfasst ein
auf Rollen 25 umlaufendes Filterband 24, beispielsweise eine
umlaufende Kunststoffmembran, mit einer Porengröße von etwa 0,3 μm bis 3 μm Über eine
Zuleitung (PW5) wird die Maische auf die Bandoberfläche gebracht,
wobei die durch das Band hindurchtretende Würze, z. B. durch eine Auffangwanne 31,
aufgefangen wird. Über
eine Zuleitung (PW6) können
beispielsweise über
die Spritzdüsen 26 Nachgüsse auf die
Bandoberfläche
aufgebracht werden. Der auf dem Band liegende Treber wird durch
gegenüberliegende
Rollen 33 komprimiert und am Bandende wird der zusammengepresste
Treber 30 ausgeworfen. Zur Reinigung des Bandes befinden
sich auf der unteren Bandseite Düsen 28 zum
Aufbringen von Wasser, um Treberreste auszuwaschen. Dieses Wasser kann über die
Sammelwanne 29 aufgefangen werden und über eine Leitung (PW6) für etwaige
Nachgüsse
zugeführt
werden. Der Bandfilter ermöglicht ein
kontinuierliches Läutern
ohne Rüstzeiten
zwischen einzelnen Suden.
-
Als
Alternative zu dem in 1 gezeigten Bandfilter eignet
sich zum kontinuierlichen Läutern der
in 7 gezeigte Läuterturm 4'. Der Läuterturm 4' umfasst ein
Fördermittel
in Form einer von einem Motor 44 angetriebenen Hohlwelle 34 mit
einer daran angeordneten Wendel 35. Weiter weist der Läuterturm
eine im Wesentlichen zylindrische um das Fördermittel 34, 35 angeordnete
Filterfläche 36 auf.
Die Filterfläche
entspricht den Notwendigkeiten der Schrotzusammensetzung, entweder
dem Senkboden eines herkömmlichen
Läuterbottiches,
einer Membrane oder einer Keramikkerze. Ebenfalls weist der Läuterturm
eine Außenzarge 42 auf,
die die Filterfläche 36 einfasst
und nach außen
abdichtet. Ferner weist der Läuterturm
Abteilungen 43 auf, die den Zwischenraum zwischen Filterfläche 36 und
Außenzarge 42 in
mehrere über
die Höhe
verteilte Quellzonen 37a, b, n unterteilen. Im unteren
Bereich des Läuterturms
ist ein sich nach unten verjüngender
konischer Abschnitt 41 vorgesehen. Ferner weist der Läuterturm 4' einen Zulauf
(PW5) zum Abmaischen auf, über
den die Maische in den Läuterturm
eingebracht wird. Die Fördereinrichtung,
d. h. hier die Wendel 35 auf der Hohlwelle 34,
fördert
den Treber von oben nach unten in Richtung zu dem konischen Abschnitt 41.
Dabei nimmt die Würzekonzentration
der Würze,
die durch den Filter 36 tritt von oben nach unten hin ab.
Das heißt,
dass die Würze,
die den verschiedenen Quellzonen 37a, b, n entnommen wird, eine
unterschiedliche Würzekonzentration
aufweist. Von den unterschiedlichen Quellzonen 37a, b,
n, die über
die Höhe
des Läuterturms
verteilt sind, führen entsprechende
Ableitungen zum Ableiten der Würze weg.
In den Würzeableitungen
befinden sich entsprechende Einrichtungen 39a, b, ... n
zum Bestimmen des Läuterwürzezustandes,
wie beispielsweise Trübung
und/oder Extraktgehalt. Ferner befindet sich in den entsprechenden
Leitungen eine jeweilige Läuterpumpe 38a,
b, n, um die Würze
durch die Siebfläche/Membrane 36 in
den entsprechenden Quellzonen 37a, b, n abzuziehen. In
Abhängigkeit
der bestimmten Läuterwürzezustände kann
die Würze über entsprechende
Leitungen L1a, L1b, L1n entweder einem nicht dargestellten Vorlaufgefäß zugeleitet
werden, wobei Würze
in unterschiedlicher Konzentration (in Abhängigkeit der entsprechenden
Quellzone) gesammelt wird, bis eine Stetigkeit erreicht wird, um eine
definierte Läuterwürze in entsprechender
Konzentration an die nächste
Sudhauseinheit oder Feinkläreinheit
(Membranfiltration) weiterleiten zu können.
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In
Abhängigkeit
der gemessenen Läuterwürzezustände kann
die Würze
jedoch auch über
entsprechende Rückführleitungen
Ra, Rb, Rn zurück
in die Hohlwelle 36 geleitet werden. In der Hohlwelle 44 befindet
sich in den jeweiligen Quellzonen mindestens eine Öffnung.
Die Leitung Ra führt
beispielsweise die Würze
in die Hohlwelle auf Höhe
der ersten Quellzone 37a, die Leitung Rb führt die
rückgeführte Würze in die
Hohlwelle auf Höhe
der zweiten Quellzone 37b, während die dritte (n-te) Leitung
Rn die rückzuführende Würze in die
Hohlwelle im Bereich der n-ten Quellzone 37n führt. Somit
kann beispielsweise Würze
mit niedrigem Extraktgehalt erneut der Hohlwelle, beispielsweise
als Nachguss oder zum Anschwänzen,
zum Auswaschen der Treber zugeführt
werden. Der Läuterturm
weist weiter eine Zuführmöglichkeit
für Flüssigkeit
PW7 z. B. zur pH-Korrektur oder Trubgaben, entweder durch die Hohlwelle oder
der Oberseite des Läuterturms
auf. Der Läuterturm
kann beispielsweise eine Höhe
von 4 bis 8 m und einen Durchmesser von etwa 0,8 bis 1,5 m aufweisen.
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Um
das System erstmalig zu befüllen,
wird z. B. Maische vorerst von unten über einen nicht dargestellten
Zulauf eingebracht, bis das System gefüllt ist. Dann kann von oben
abgemaischt werden. Die Wendel 35 auf der rotierenden Welle
transportiert die Maische von oben nach unten. Über die Pumpen 38a,
b, n wird Würze
durch den Treberkuchen und die Filterfläche 36 abgepumpt.
Mit Hilfe der Einrichtungen 39a, b, n werden die Läuterwürzezustände, wie
Trübung
und/oder Konzentration, gemessen. Würze wird solange von den Quellzonen über die
Hohlwelle 34 gepumpt, bis die gewünschte Qualität des Würzestroms
ereicht wird. Dann wird die Würze,
wie zuvor beschrieben, über
die Leitungen L1a, b, n und die Sammelleitung (PW8) dem Vorlaufgefäß zugeführt. Wie
bereits erwähnt,
kann in Abhängigkeit
der Konzentration, d. h. des Extraktgehaltes, die Würze über die
Rückführleitungen
Ra, Rb, Rn dem Läuterturm als
Glattwasser zugeführt
werden. Die Geometrie des Turms lässt einen kontinuierlichen
Maischestrom von oben nach unten zu. Durch die an der Hohlwelle angebrachte
Wendelung 35 lässt
sich ein Aufschwimmen der Treber verhindern. Die Wendelung drückt dabei
die Treber nach unten. Der ausgelaugte Treber wird durch die Wendelung
der Hohlwelle 34 weiter nach unten gedrückt. Die rotierende Wendel übt auf den
Treber in Richtung der Unterseite des Läuterturms einen Druck aus,
wodurch auch eine Pressung erreicht wird, wobei der feuchte Anteil
des Trebers niedriger ist als der feuchte Anteil des Trebers, der
in einem klassischen Läuterbottich
anfällt. Durch
weitere Maßnahmen
(Pressen des Trebers) kann der feuchte Anteil weiter reduziert werden.
Treberpresswasser kann vorzugsweise dem Läuter,- oder Maischprozess zugeführt werden.
Der gepresste Treber kann dann über
eine motorisch angetriebene Einheit zum Auswurf des Trebers ausgebracht werden.
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Wie
in 8 dargestellt kann das beschriebene System z.
B. 100 bis 300 hl Läuterwürze pro Stunde
erzeugen. Bei noch höheren
Leistungen müssten
bevorzugt mehrere Einheiten parallel betrieben werden. Die zuvor
gezeigte Geometrie des Läuterturms
sieht eine Verweilzeit von etwa 1,75 Std. vor. Der beschriebene
Tower erlaubt eine Filterfläche
von bis zu. 40 m2.
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Eine
weitere Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Einrichtung
zum Läutern
umfasst mehrere parallel und/oder in Reihe geschaltene Miniläuterbottiche 4''a, b, ... n, die je eine Quellzone
darstellen. Den Miniläuterbottichen
kann nacheinander oder gleichzeitig abzuläuternde Maische zugeführt werden.
Die Miniläuterbottiche
können
auch in Gruppen zusammengefasst werden, wobei in unterschiedlichen
Gruppen unterschiedliche, zeitlich voneinander beabstandete Prozessschritte
des Läuterprozesses
ablaufen. Ein Miniläuterbottich
umfasst ein Gehäuse 63.
Im unteren Bereich ist eine Filtermembran 48, entsprechend
den Schrotzusammensetzungen angeordnet.
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Ferner
umfasst der Miniläuterbottich
einen vertikal beweglichen Stempel 47, der die Maische
in Richtung Membran 48 drücken kann als auch beim Befüllen den
Gasraum auf ein Minimum begrenzt. Das Filtrat wird aufgefangen und
z. B. über
die Leitung L5 abgeleitet. In der Ableitung L5 ist eine Einrichtung 50 zum
Bestimmen des Läuterwürzezustands
(wie beispielsweise Extraktgehalt und/oder Trübung), vorgesehen. Weiter ist
in der Leitung eine Pumpe 60 zum Abfördern der Würze vorgesehen. Die geläuterte Würze, die
aus einem Miniläuterbottich 4''a, ..., n abgeführt wird, kann in Abhängigkeit
eines gemessenes Läuterwürzezustands
zumindest einem der Miniläuterbottiche über die
Leitung Ra rückgeführt werden
oder aber dem Vorlaufgefäß PW8 zugeführt werden.
Der Miniläuterbottich
weist ein Volumen von 20 bis 400 l auf. Der Miniläuterbottich
kann aus Edelstahl, Kunststoff oder einem anderen geeigneten Material
gefertigt sein.
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Im
geschlossenen Miniläuterbottich
wird durch den Stempel 47 Maische eingelagert. Der Stempel
bewegt sich dabei von seiner Grundposition an der Membrane mit zunehmender
Füllung
emissionsfrei nach oben, bis der Miniläuterbottich gefüllt ist. Ist
der Miniläuterbottich
mit Maische gefüllt,
kann sofort mit dem Läuterprozess
begonnen werden. Die Maische setzt sich ab und bildet ein Filterbett
aus. Der Stempel kann sich auf der Oberfläche befinden während abgeläutert wird,
könnte
je nach Prozess auch nach unten bewegt werden, bis er einen bestimmten
Abstand zur Membran aufweist. Wie zuvor beschrieben, wird die Würze über die
Pumpen 60 aus den einzelnen Miniläuterbottichen gezogen. Wie
bereits vorher erwähnt,
wird dann der Läuterwürzezustand
gemessen und die abgeläuterte
Würze entweder
dem Vorlaufgefäß oder mindestens
einem Miniläuterbottich
zugeführt.
Ein nachgeschalteter Vorlauftank sammelt geklärte Würze, so dass eine gewünschte Konzentration
festgestellt werden kann, um dann die Würze der Würzekochung zuzuführen. Der
Läuterprozess
kann durch den hydraulischen Druck beschleunigt werden. Durch den
Druck und den hohen Treberkuchen kann die Läuterzeit auf weniger als 60
min reduziert werden. Der Stempel 47 kann am Ende des Läutervorgangs
mit sehr hohem Druck weiter in den Miniläuterbottich einfahren und den
Treber auspressen. Der gepresste Treber wird aus dem Miniläuterbottich
entfernt, indem beispielsweise eine Einheit 49, die die
Membran 48 umfasst, aus dem Miniläuterbottich ausfährt und
den gepressten Treberkuchen dadurch abschert, der dann wiederum
zum Boden des Miniläuterbottichs
fällt und
abtransportiert werden kann.
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Es
können
beispielsweise 20 bis 200 Miniläuterbottiche,
z. B. in Reihe und parallel angeordnet werden. Ein Quader mit einer
Dimension mit 4 × 4 × 1,5 m
würde beispielsweise
100 Miniläuterbottiche enthalten.
Das System kann stehend oder liegend installiert werden.
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Weiter
umfasst diese Einrichtung eine Befülleinrichtung (z. B. über Stempel 47),
die die Maische in die Läuterbottiche
einbringt. Um einen quasi-kontinuierlichen Prozess zu ermöglichen,
wird die abzuläuternde
Maische kontinuierlich von der Maischeinrichtung kommend in die
parallel geschaltenen Miniläuterbottiche 4''a ... n eingebracht.
-
Eine
Kombination aus Miniläuterbottichen und
einer sich drehenden Fülltechnik
ist möglich.
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Es
ist auch möglich,
mehrere Miniläuterbottiche
hintereinander oder in Kästen
von ca. 5 bis 15 nebeneinander angeordneten Miniläuterbottichen horizontal
eine bestimmte Strecke auf einer Fördereinrichtung zu transportieren,
um an verschiedenen Stellen der Strecke unterschiedliche Läuterprozesse durchzuführen.
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Nach
dem zuvor beschriebenen Läuterprozess
durch die entsprechenden Einrichtungen zum Läutern erfolgt dann, wie aus 1 hervorgeht,
das kontinuierliche Würzekochen
S5. Über
eine Zuleitung PW8 wird dann die Läuterwürze mit vorzugsweise isomerisiertem
Hopfen dem Kaskadenkocher zugeführt
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In 9 ist
eine Einrichtung zum Würzekochen
gezeigt, die kaskadenartig übereinander
angeordnete schräge,
im Wesentlichen plattenförmige Heizflächen umfasst.
Die Vorrichtung weist einen Zulauf (PW8) für Läuterwürze (incl. isomerisiertem Hopfen)
auf, sowie einen Ablauf (PW9) für
die gekochte Würze.
Die Heizflächen 45 werden
schräg
in der Einrichtung gehalten und weisen am unteren Ende einen Pufferbereich 46 mit Überlauf 61 auf.
Die Heizflächen werden über ein
Wärmetauschermedium,
das über einen
Heizmediumzulauf 65a zur Platte 45 geführt wird
und über
einem Heizmediumauslass 65b abgeführt wird, beheizt. Bei diesem
Ausführungsbeispiel weist
jede einzelnen Heizfläche 45 einen
eigenen Ein- und Auslauf für
Heizmedium auf. Ferner umfasst die Einrichtung eine Sammelleitung 64 für Brüdendampf
auf.
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Beim
Kochen der Würze
läuft die
Würze am oberen
Ende über
PW8 der Einrichtung ein, rinnt über
die Heizfläche 45,
sammelt sich in der Pufferrinne bzw. dem Pufferbereich 46.
Bei einer bestimmten Höhe
läuft die
Würze über den Überlauf 61 und
trifft auf die darunter liegende Heizfläche und rinnt an dieser herab.
Beim Herablaufen der Würze über die Heizflächen wird
die Würze
in ausreichendem Maße auf
die notwendige Kochtemperatur erhitzt um ein definiertes Ausdampfen
zu erreichen. Durch die große
Heizfläche
kann die Heiztemperatur im Vergleich zu herkömmlichen Würzekochern auf 104 bis 120°C reduziert
werden. Die Würze
verlässt
die Einrichtung zum Würzekochen 5 kontinuierlich
durch den Ablauf (PW9).
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Dadurch,
dass der Einrichtung zum Würzekochen
kontinuierlich Wärme
zugeführt
wird, können Leistungsspitzen
wie bei herkömmlichen
Würzepfannen
vermieden werden. Darüber
hinaus entfällt
die Rüstzeit,
so dass die Prozesszeit optimiert werden kann. Emissionen werden
nur bei der „Erstbefüllung" und zum „Ankochen" frei, danach kann
kontinuierlich eine Wärme-Rückgewinnung
durch den Kochschwaden erfolgen.
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Die
gekochte Würze
wird dann einer Einrichtung 6 (Heisstrubabscheidung) zugeführt, wie
beispielsweise einer kontinuierlich arbeitenden Zentrifuge oder
einem kontinuierlich arbeitenden Absetztank zugeführt. Schließlich wird
die kontinuierlich von der Einrichtung zur Heißtrubabscheidung erzeugte Würze dem
Würzekühler S7
zugeführt.
Die rückgewonnene
Wärme der
zu kühlenden
Würze kann
auch zum direkten Heizen der Maischeinrichtung S3 verwendet werden.
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- S0
- Malzannahme
- S1
- Malzbearbeitung
- S2
- Schroten
- S3
- Maischen
- S4
- Läutern
- S5
- Würzekochen
- PW1
- Rohstoffaufbereitung
zur Maischefertigung
- PW2
- Maische
zur Maischebehandlung S3
- PW3
- Maische
von Röhre 8 zu
Röhre 9
- PW3.1
- Aufgeteilter
Maischestrom aus PW3
- PW3.2
- Aufgeteilter
Maischestrom aus PW3
- PW4
- Maische
von Röhre 9 zu
Röhre 10
- PW4.1
- Aufgeteilter
Maischestrom zu PW4
- PW4.2
- Aufgeteilter
Maischestrom zu PW4
- PW5
- Maischestrom
von Röhre 10 zum
Läutern
- PW6
- Glattwassergabe
Bandfiltration
- PW7
- Prozessreststoffe,
Trubgaben
- PW8
- Läuterwürze zur
Kochung
- PW9
- Kochwürze zur
Heisstrubabscheidung
- 1
- Schrotmühle
- 2
- Maischefertigung
- 4
- Bandfilter
- 4'
- Läuterturm
- 4''
- MiniLäuterbottich
- 8
- Heizröhre
- 9
- Raströhre
- 10
- Heizröhre
- 11
- Molchsystem
(Stempel a, ... d)
- 12
- Motor,
Heizröhre 8
- 13
- Motor,
Heizröhre 10
- 14
- Welle,
Heizröhre 8
- 15
- Welle,
Heizröhre 10
- 16
- Welle,
Raströhre 9
- 17
- Paddel,
Rührwerk
- 18
- Ventil-Molchlenkung
- 19
- Heizmantel
Röhren 8; 9; 10
- 20
- Stempel
(a; b)
- 21
- Ventil
- 23
- Motor,
Röhre 9
- 24
- Band
des Bandfilters
- 25
- Umlenkrollen
Bandfilter
- 26
- Spritzdüsen Bandfilter
- 28
- Reinigungseinheit
Filterband
- 29
- Auffangwanne
Spritzwässer,
Gaben
- 30
- Treberrest-Auswurf-Bandfilter
- 31
- Auffangwanne
Läuterwürze-Bandfilter
- 33
- Rollenpresse-Bandfilter
- 34
- Holwelle
Läuterturm
- 35
- Wendel
Läuterturm
- 36
- Filterfläche Läuterturm
- 37
- Quellzonen
a bis n-Läuterturm
- 38
- Läuterpumpen
a bis n-Läuterturm
- 39
- Messeinrichtungen
a bis n-Läuterturm
- 40
- Wärmerückgewinnung-Treber
- 41
- Treber-Auffangwanne-Läuterturm
- 42
- Äussere Wandung-Läuterturm
- 43
- Quellzonenabgrenzung-Läuterturm
- 44
- Motor
Hohlwelle-Läuterturm
- 45
- Heizplatten-Kaskadenkochung
- 46
- Puffer-Kaskadenkochung
- 47
- Stempel-Miniläuterbottich
- 48
- Membrane-Miniläuterbottich
- 49
- Austragung
Treber-Miniläuterbottich
- 50
- Messeinrichtung
a bis n-Miniläuterbottich
- 60
- Läuterpumpe
a bis n-Miniläuterbottich
- 61
- Überlauf-Kaskadenkochung
- 63
- Gehäuse Miniläuterbottich
- 64
- Schwaden-Auslass-Kaskadenkochung
- 65
- Heizmediumg
Ein/Auslass-Kaskadenkochung
- 66
- Gehäuse Kaskandenkochung
- 71
- Rückschlagventile
Stempel 20, Röhre 9
- 72
- Rückschlagventile
Stempel 20, Röhre 9
- 73
- Ventil
- 74
- Spindeln
- 78
- Getriebe
- 90
- Trennplatte
- 91
- Bohrung
Hohlwelle 16
- 92
- Bohrung
Hohlwelle 16
- 95
- Ventil
- 96
- Rückschlagventil
Hohlwelle
- 97
- Bohrung
Hohlwelle 16
- 98
- Bohrung
Hohlwelle 16
- 99
- Ventil
- 100
- Rückschlagventil
Hohlwelle
- L1
- Abläuterleitung
(a bis n)-Läuterturm
- L5
- Abläuterleitung
(a bis n)-Miniläuterbottich
- R
- Rückführleitungen
(a bis n)