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Sudzeug mit übereinandergebauten Hauptgefäßen Sudzeuge gehören zu
den kostspieligsten Installationen des Brauereibetriebes. Da die Braugefäße fast
durchweg rund gebaut werden, erfordern sie sehr teure gepreßte Böden. Das Nebeneinanderaufstellen
der einzelnen Gefäße war nur auf großen Grundflächen möglich, und dadurch wurden
die Bauten teuer. Die Verbindung der einzelnen Gefäße untereinander machte viele
und lange Rohrleitungen nötig. Die Bedienung dieser Sudzeuge zwang den Biersieder
während seiner Arbeit zu vielen Wegen, und die Beobachtung der einzelnen Gefäße
war unübersichtlich und erschwert.
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Auch wärmewirtschaftlich brachte die getrennte Aufstellung der einzelnen
Braugefäße nebeneinander Verluste durch Strahlung an Hauben, Dunstrohren und Rohrleitungen,
die, wenn sie gemildert werden sollten, die Isolation großer Flächen erforderlich
machten. Diese Misstände abzustellen war das Ziel zweier Maßnahmen, welches allerdings
nur unvollkommen erreicht wurde, und bei denen neue Miß-stände auftraten.
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Erstens baute man im Grundriß viereckige Gefäße, mit billigen, flachen,
ungepreßten Böden oder auch bereits solche mit muldenförmigen, also nur gewalzten
Böden. Diese viereckigen Gefäße kochten aber schlecht, weil sie keine thermisch
bedingte, zwangsläufige Strömung des Kochgutes erzeugten. Ihre Bauweise wurde deshalb
bald fallengelassen.
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Die zweite Maßnahme, welche Grundfläche, Baukosten und Isolation sparen
sollte, bestand darin, das man einfache, also nur aus zwei Gefäßen bestehende Sudzeuge
kleinster Leistung übereinanderbaute.
Diese übereinandergebauten
Gefäße waren rund, erforderten also für die Pfanne ebenfalls noch teuere, gepreßte
Böden. Sie waren auch nur einfache Sudzeuge kleinster Leistung, die nur zwei Sude
pro Tag herstellen konnten.
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Die vorliegende Erfindung, bestehend aus einem übereinander angeordneten,
im Grundriß viereckigen Doppelsudzeug, beseitigt alle eben aufgeführten Mängel und
bedeutet nicht nur für den Betrieb des Sudhauses, sondern auch für seine Herstellung
einen bedeutenden technischen Fortschritt.
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Die zu diesem Sudzeug gehörende Braupfanne besitzt zweckmäßig einen
muldenförmigen Boden. Bei diesem Muldenboden ist es möglich, einen zwangsläufigen
Strömungsverlauf beim Kochen zu erzielen, und zwar durch einseitige Beheizung. Die
durch diese Beheizung der Pfanne sich einstellende thermische Strömung, nämlich
das Hochkochen der Flüssigkeit auf der beheizten Längsseite des Gefäßes, kann durch
Leitbleche noch zwangsläufiger gestaltet und enger zusammengefaßt werden.
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In den Abb. I und II, welche ein Ausführungsbeispiel der Erfindung
in Quer- und Längsschnitt schematisch darstellen, ist i die Braupfanne, 2 ihr muldenförmiger
Trogboden mit der einseitigen Beheizung 3. Die Beheizung ist in der Zeichnung als
sogenannte Doppelbodendampfbeheizung dargestellt, sie kann selbstverständlich auch
gut und wirksam durch direkte Feuerbeheizung mit Kohle, Gas oder Öl als Brennstoff
bei entsprechender Einmauerung erfolgen. Auch Heißwasser ist als Wärmeträger möglich.
In dem Raum zwischen dem beheizten Muldenbodenteil und dem Leitblech 4, das um Scharniere
5 schwenkbar angeordnet werden kann, kocht die Flüssigkeit hoch und wird durch den
Schlitz, der von der Wehrkante 6 und einem zweiten Leitblech 7 gebildet wird, auf
den Flüssigkeitsspiegel 8 zurückgeworfen. Durch dieses sozusagen thermische Aufpumpen
der kochenden Würze auf den Flüssigkeitsspiegel wird die Schaumbildung der Flüssigkeit
unterbunden, ein Überkochen des Gefäßes verhindert, und so ein sehr intensives Kochen
ermöglicht. Selbstverständlich kann die Beheizung auch auf beiden Längsseiten des
Muldenbodens hinter entsprechenden Leitblechen erfolgen.
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Ein Rührwerk für das Umrühren des Hopfens in der Würze kann an der
tiefsten Stelle des muldenförmigen Bodens leicht angebracht werden. In den meisten
Fällen wird aber die Strömung der Würze ausreichen, den Hopfen gleichmäßig in der
Würze zu verteilen. Bei dem Ausschlagen der Würze durch das Ablaßventil 9 trennt
sich der Hopfen durch ein Siebblech io von der Würze und bleibt auf dem an der tiefsten
Stelle des Bodens angeordneten Siebblech io für das Überschwänzen mit Heißwasser
liegen. Durch eine verschließbare Öffnung i i in einer Stirnwand des muldenförmigen
Gefäßes kann der Hopfen von Hand oder durch eine mechanische Vorrichtung in ein
Hopfentrebertransportgefäß 12 oder eine Hopfentrebermahlvorrichtung ausgetragen
werden. Um Grundfläche für die Aufstellung des Sudzeuges zu sparen und vor allen
Dingen Strahlungsverluste in der Abdeckung des Würzekessels i zu vermeiden, sind
die Seitenwände 13, 14, 15 und 16 der muldenförmigen Pfanne nach oben weiter durchgezogen
und bilden durch den Einzug von Zwischenböden 17, 18 und ig die übrigen Gefäße,
welche zu einem Doppelsudzeug gehören, nämlich durch den Einzug des Bodens i8 den
Läuterbottich 2o, und durch den Einzug des Bodens ig die beiden Maischbottichkessel
a1 und 22. Durch den Einzug des Zwischenbodens 17 entsteht ein Würzevorlaufgefäß
23 unter dem Läuterboden. Wenn bei ständiger Verarbeitung von Surrogaten größere
oder kleinere Läuterflächen benötigt werden als der Grundriß der muldenförmigen
Braupfanne beträgt, dann können die nach oben durchgezogenen Seitenwände 13, 14,
15 und 16 so abweichend von der Senkrechten durchgezogen werden, daß der zwischen
ihnen liegende Raum verkleinert oder vergrößert wird.
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Neu an dieser Sudzeugkonstruktion ist die Anordnung des Würzevorlaufgefäßes
23 zwischen dem Läuterbottich und; der d arunterliegenden Würzepfanne i. Neu ist
weiterhin die Anordnung der Maischbottichkessel 21 und 22 über dem Läuterbottich.
Der technische Fortschritt, der sich aus dieser neuen Anordnung ergibt, liegt klar
auf der Hand und besteht aus der großen Platzersparnis und der guten wärmewirtschaftlichen
Wirkung sowie der übersichtlichen, große Wege vermeidenden Bedienung der Anlage,
die, wie das Turnikochen im Haushalt, Wärmeverluste vermeidet und so gut wie keine
Rohrleitungen benötigt. Der aus der Würzepfanne aufsteigende Wrasen heizt nämlich
über dem Boden 17 die in das Zwischengefäß abgeläuterte Würze und erspart weiterhin
die sonst übliche Warmwasserbodenheizung am Läuterbottichboden 18 des Läuterbottichs
2o. Über die Böden ig der Malschbottichkessel 2i und 22 können Abkühlungsverluste
der Maischen in den Bottichen 21 und 22 ebenfalls nicht eintreten, weil die Maische
im Läuterbottich 2o mindestens die gleiche Temperatur hat, welche jeweils in den
Bottichen 21 und 22 beim Maischprozeß besteht. Die Bottiche 21 und 22 nehmen nur
je die Hälfte der Grundfläche über dem Würzekessel, dem Vorlaufgefäß und dem Läuterbottich
ein. Eine Trennwand 24 stellt die beiden am besten gleich großen Maischbottichkessel
über dem Boden ig -her. Es kann aber durch die Trennwand 24 auch ein größerer Maischbottich
und eine kleinere Maischpfanne gebildet werden. Die beiden Maischbottichkessel erhalten
Rührwerke 26, die durch je einen Getriebemotor 27 und 28 angetrieben werden. Die
Maischbottichkessel21 und 22 sind am besten beide beheizbare Gefäße, damit Teilmaischen
gekocht werden können. Ihre Heizung wird vermittels Doppelboden 29 und 3o durchgeführt.
31 ist ein Vormaischapparat,dessen Ablaufrohr 32 so eingerichtet wird, daß wechselweise
in den rechten oder linken Maischbottichkessel 21 und 22 eingemaischt werden kann.
Der Vormaischapparat ist durch das Schrotabfallrohr 33 mit dem Schrotkasten verbunden
und erhält in der bekannten Weise sein Einmaischwasser durch
die
Leitung 34. 35 ist der Läuterboden und 36 dic Treberauflockermaschine des Läuterbottichs.
37 ist die Läutermulde, welche dicht unter dem Boden 18 des Läuterbottichs im Raum
des Vorlaufgefäßes 23 angeordnet wird, wodurch Abkühlungsverluste der abgeläuterten
Würze an den Blechwänden der Mulde vermieden werden. In diesem Vorlaufgefäß 23 ist
in Form einer großen Rinne auch ein Diastaseaufbewahrungsgefäß 38 angeordnet, damit,
wenn kochende Maische abgeläutert werden soll, die Verzuckerung noch im Vorlaufgefäß
23 vorgenommen werden kann. Auch im Läuterbottich 20 ist ein gleiches Gefäß 39 untergebracht,
in dem Dünnmaische zur Nachverzuckerung im Läuterbottich aufbewahrt werden kann.
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In der schematischen Darstellung der beiden Abb. I und 1I wurde auf
die Darstellung der Verbindungsrohrleitungen der einzelnen Gefäße untereinander
verzichtet, weil aus der dargestellten Anordnung der einzelnen Gefäße hervorgeht,
daß Rohrleitungen für Maische und Würze fast gar nicht notwendig werden. Maischeleitungen
sind nur zum Aufpumpen der Trübwürze aus der Läutermulde 37 in den Läuterbottich
2o notwendig und zur Verbindung der beiden Maischgefäße 21 und 22 untereinander
für die Maischarbeit. Diese Rohrleitungen sind außerordentlich kurz und einfach
und gegenüber der sonst üblichen Länge und Form kaum erwähnenswert. Aus dem Läutergrant
37 läuft die Würze direkt durch ein Ablaufventil in das Vorlaufgefäß 23 und aus
diesem wiederum ohne Rohrleitung direkt in den Würzekessel i. Falls kochende Maische
abgeläutert wird, besorgt eine Kühlschlange 40 (im Vorlaufgefäß 23) die Kühlung
der abgeläuterten Würze auf Verzuckerungstemperatur. Diese Kühlschlange 40 kann
durch Umschaltung auf Dampfanschluß ohne weiteres auch als Anwärmvorrichtung benutzt
werden, wenn fertig abgeläuterte und verzuckerte Würze vor dem Ablassen aus dem
Vorlaufgefäß 23 in den Würzekessel i bereits auf Siedetemperatur erhitzt werden
soll.
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Der Läuterbottich enthält eine hin und her fahrende Treberauflocker-
und Austrebermaschine 36, die in der Abb. III in größerem Maßstabe schematisch dargestellt
ist. Vier Rollen 41 tragen, in zwei Schienen 42 laufend, einen Querträger 43. Durch
diesen sind verstellbare Spindeln 44 geführt, an deren unteren Enden ein Messerbalken
45 mit den Aufschneidemessern 46 angebracht ist. Schneckenräder 47 haben in ihren
Naben Gewinde, sind also als Spindelmuttern passend zu den Spindeln 44 ausgebildet.
Wenn sie durch Schnecken 48 gedreht werden, heben oder senken sie die Spindeln 44
und verstellen so die verschiedenen Schnittiefen der Messer 46 im Treberkuchen.
Am heb- und senkbaren Messerbalken 45 hängen in Scharnieren 49 Austreberscheite
5o, die wechselseitig die Treber an die Bottichstirnseiten schieben, wo sie durch
Austreberklappen 5 i fallen und von Schnecken 52, die aus der Abb. II ersichtlich
sind, ausgetragen werden. Wird die Auflockermaschine 36 nicht zum Austrebern benutzt,
werden die Treberscheite 50 in den Scharnieren 49 um i8o° nach oben gedreht
und in dieser ausgeschalteten Stellung durch eine geeignete nicht dargestellte Vorrichtung
festgehalten.
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Der zu einer wärmesparenden Anlage gehörige Dunstkondensator ist erfindungsgemäß
zur Vermei,dung von Wärmeverlusten ohne dazwischenliegende Dunstrohre direkt an
die Rückwand der Würzepfanne gebaut. Durch Dunstabzugsöffnungen 53 in der Würzepfannenrückwand
über dem Flüssigkeitsspiegel tritt der heiße Wrasen direkt in den Dunstkondensator,
den die Abb. II beispielsweise als sogenannter Zwillingskondensator darstellt. Die
beiden Hälften dieses Zwillingsdunstkondensators sind mit 54 bezeichnet. Ein Exhaustor
55 bläst die den Dunstkondensator 54 verlassende Luft durch den Schlot 56 ins Freie.
Der an die Kondensatorhälften 54 angeschlossene Saugstutzen des Exhaustors 55 wird
an der Rückwand des Sudzeuges nach oben durchgeführt, damit durch Öffnungen 57,
welche natürlich ebenso wie die Öffnungen 53 und 58 durch Klappen verschließbar
sein müssen, die einzelnen Gefäße entlüftet werden können, was beispielsweise bei
Reinigungsarbeiten nötig sein kann. Diese Entlüftungsöffnungen der einzelnen Gefäßwind
an einen gemeinsamen Kanal 6o angeschlossen. Damit auch der Dunst der kochenden
Maischgefäße 2 1 und 22 seine Wärme im Dunstkondensator nutzbringend abgeben kann,
wird deren Wrasen durch in der Abb. 1I mit 58 bezeichnete Öffnungen und die Kanäle
59 vom Exhaustor 55 durch, den Kondensator 54 gesaugt. Weitere Einzelheiten, wie
die Unterstützung und Aufhängung des Sudzeuges, die Anordnung der Bedienungspodeste
und Treppen, der Antrieb der Läuterbottichaufhackmaschine, der beispielsweise durch
eine angetriebene Spindel und eine Mutter, die im Querträger 43 festsitzt, oder
durch gezogene Seile oder durch einen auf die fahrende Maschine direkt aufgebauten
Elektrofahrmotor erfolgen kann, sind in den Abbildungen fortgelassen worden, da
sie nicht zurr Wesen der Erfindung gehören.
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Das in den Abb. I bis III schematisch dargestellte und eben beschriebene
Sudzeug weist außer den bereits genannten technischen Fortschritten noch den sehr
großen Vorteil seiner leichten Anfertigung auf. Die übereinandergebauten Gefäße
haben gemeinschaftliche Zargenwände, die aus geraden, nur zuzuschneidenden Blechen
bestehen. Sie erfordern außer dem Zuschneiden keinerlei formgebende Arbeit, wie
Poltern, Pressen oder Walzen. Die Böden sind durchweg ungepreßte Böden und durch
einfaches Walzen leicht und billig in die notwendige Form zu bringen. Die einzig
notwendige besondere Gefäßabdeckung über den Maischgefäßen, also sozusagen -der
Deckel oder die Haube des ganzen Sudzeuges, ist ebenfalls durch Walzen leicht hergestellt
und vermeidet jegliche andere Formgebungsarbeit, wie Pressen, Poltern, Abhämmern
usw.
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Jede besondere Konstruktionsarbeit beim Bau der Sudzeuge fällt fort.
Der Querschnitt der Sudzeuge kann immer der gleiche ,bleiben, und die einzelnen
Sudzeuggrößen können lediglich durch
verschiedene Längen hergestellt
«-erden. plan kann diese Sudzeuge also sozusagen meterweise bauen und verkaufen.
Aufhackmaschinen und ähnliche Zubehörteile können in größerer Anzahl am Lager gehalten
werden, weil sie für jede Sudzeuggröße gleichbleiben. Fast alle Rohrleitungen fallen
fort, weil die Gefäße durch ihre Böden direkt miteinander verbunden sind. Soweit
Rohrleitungen, z. B. für den Maischbetrieb, notwendig sind, brauchen sie nicht erst
auf der Montage den örtlichen Verhältnissen entsprechend gebaut und angepaßt werden.
Sie können bereits in der herstellenden Fabrik fertiggemacht werden. Die Montagezeit
für die neue Sudzeugart wird auch dadurch sehr kurz und billig. Wegen des geringen
Platzbedarfes kann das Sudzeug bereits in der Fabrik zusammengestellt, also vormontiert
werden, was ebenfalls eine Montageverkürzung bedeutet. Aus alledem und aus der Tatsache,
daß wegen des Fehlens eines großen Teiles der sonst notwendigen Rohrleitungen, einzelner
Gefäßabdeckungen und erheblicher Verkürzung der Dunstrohrleitungen viel Material
gespart wird, geht hervor, daß die neuartigen Sudzeuge erheblich billiger herzustellen
sind und zu ihrer Aufnahme bedeutend kleinere und billigere Gebäude erfordern.