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Die Erfindung betrifft ein Gargerät mit einem Garraum, der in mehrere offen miteinander verbundene Klimazonen unterteilbar ist, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
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Im Stand der Technik sind verschiedene Ansätze zur Einstellung der räumlichen Klimaverteilung im Garraum eines Gargeräts offenbart. Beispielsweise ist in der
DE 38 79 368 T2 ein Parametersteuersystem in einem Ofen beschrieben, mit der insbesondere Temperatur, Feuchtigkeit und/oder volumetrischer Durchsatz als Parameter steuerbar sind.
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So ist aus der
DE 199 44 265 C2 ein Gargerät bekannt, bei dem die Garraumatmosphäre über ein Gebläse vorbei an einer Vielzahl von Leitblechen durch den Garraum des Gargerätes zirkuliert wird. Die Leitbleche sind dabei in der Nähe zweier sich gegenüberliegender Garraumwände, parallel zu Einschubebenen für Gargutträger angeordnet. Durch eine steuerbare Ausrichtung der Leitbleche soll eine möglichst gleichmäßige, laminare Strömung der Garraumatmosphäre über jedem Gargutträger erreicht werden. Die räumliche Gleichmäßigkeit eines Garprozesses wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass die Strömungsrichtung der Garraumat- mosphäre zusammen mit der Drehrichtung des Gebläses periodisch umkehrbar ist.
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In der
DE 1 206 824 A ist ein Etagenbackofen mit einer Vielzahl von Luftleitgliedern zur Festlegung der Etagen beschrieben, bei dem eine Umkehr der Strömungsrichtung einer Backatmosphäre durch eine Änderung der Drehzahlen von zwei miteinander in Verbindung stehenden außerhalb der Etagen angeordneten Gebläsen erreicht wird. Zusammen mit den beiden Gebläsen sorgt eine zentrale Anordnung von einer Brennkammer und von Dampfdüsen, beide ebenfalls außerhalb der Etagen, für die Erzeugung einer feuchten Backatmosphäre, die über die Luftleitglieder bestimmter Führungskanäle in die einzelnen Etagen des Backofens ein- und abgeleitet wird.
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In der
DE 90 07 085 U1 ist ein Gargerät beschrieben, dessen Garraum durch Zwischenböden in drei untereinander angeordnete Garebenen unterteilt ist. Durch eine separate Ansteuerung einer Unterhitze, einer Oberhitze und eines Wasserdampferzeugers mit wenigstens zwei separaten Dampfzuführungen lassen sich unterschiedliche Klimata in einem Garraum erzeugen, wie z. B. in einer unteren Garebene Temperaturen von ca. 100°C, in einer oberen Garebene Temperaturen von ca. 200°C und in einem geschlossenes Gefäß in einer mittleren Garebene Temperaturen von ca. 300°C.
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Nachteilig ist bei dem in der
DE 90 07 085 U1 beschriebenen Gargerät, dass jede Garzone nur für das Garen in einem vorbestimmten und kleinen Temperaturbereich ausgelegt ist. Zudem ist die klimatische Trennung der Garzonen durch die Verwendung eines zusätzlichen, geschlossenen Gefäßes sehr aufwendig.
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Die
DE 103 01 131 B3 offenbart ein Dampfgargerät mit wenigstens zwei vertikal aufeinander folgenden Garraumabschnitten, wobei eine Dampfeinlassöffnung nur in einem einzigen oberen Garraumabschnitt und eine Dampfauslassöffnung nur in einem einzigen unteren Gar- raumabschnitt angeordnet sind.
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In der gattungsgemäßen
EP 1 275 333 B1 sowie der dazu parallelen
DE 101 32 581 A1 ist ein Dampfgargerät offenbart, welches durch Garraumteiler in mehrere Garbereiche unterteilt ist. Jedem Garbereich sind jeweils Dampfeinlässe, Dampfauslässe und Temperaturmeßeinrichtungen zugeordnet. Die Garbereichstemperatur kann über die Änderung des Dampfdurchsatzes an den entsprechenden Dampfeinlässen und Dampfauslässen in Abhängigkeit der gemessenen Garbereichstemperatur geführt werden. Im speziellen ist das Garen von mehreren Gargut-Klassen vorgesehen, die sich in ihrer Gardauer unterscheiden. Durch eine Anpassung der Garbereichstemperatur an die Gargut-Klasse soll eine identische Gardauer für jedes Garguts in jedem Garbereich erreicht werden, um ein Öffnen der Garraumtür während des Garprozesses zu vermeiden.
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Nachteilig an dem in der
EP 1 275 333 B1 beschriebenen Gargerät ist, dass zur klimatischen Trennung der Garbereiche luftundurchlässige Garraumteiler bzw. Backbleche nötig sind. Die Verwendung von Rosten oder anderen luftdurchlässigen Gargutträgern ist somit nicht möglich.
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In der nicht 1 925 885 A1 ist beschrieben, dass durch ein Einleiten eines heißen Fluids, insbesondere aus einem Garraum eines Gargerätes oder einem Wärmespeicher, in ein hohles Zubehör, Wärme auf Gargut im Garraum auch durch Wärmeleitung und/oder Wärmestrahlung einfach und gezielt übertragen werden kann, so dass in dem Fall, in dem das Zubehör eine Vielzahl von hohlen Gargutträgern aufweist, unterschiedliche Klimazonen in einem Garraum erzwingbar sind.
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Jedoch weist auch das aus der
EP 1 925 885 A1 bekannte Gargerät mit einem hohlen Zubehör den Nachteil auf, daß bestimmtes Zubehör notwendig ist, um in einem Garraum unterschiedliche Garraumklimata zu erzwingen. Insbesondere wird der Einsatz herkömmlicher Roste als Zubehör nicht zu mehreren Klimazonen in einem Garraum.
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Ebenso finden sich im Stand der Technik Durchlauf-Backöfen zum kontinuierlichen Backbetrieb mit mehreren räumlich getrennten Klimazonen, bei denen das Backgut nicht stationär im Garraum positioniert ist, sondern über eine Fördereinrichtung oder ein Förderband durch den Backofen transportiert wird. In der
DE 695 09 613 T2 ist ein derartiger Backofen offenbart, der aus mehreren aneinander gekoppelten Backofen-Segmenten besteht. Mittels einer Förderanlage durchläuft das Backgut hintereinander die unterschiedlichen Backofen-Segmente, bei denen die Temperatur und die Feuchte der Backraumatmosphäre jeweils unabhängig einstellbar sind.
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In der
DD 230 979 A3 ist ebenfalls ein Durchlauf-Backofen offenbart. Der Backraum dieses Backofens besteht aus mehreren hintereinander angeordneten Backzonen, deren Temperatur separat eingestellt werden kann. Zusätzlich kann in jeder Backzone der Feuchtegehalt in der Backatmosphäre reguliert werden.
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Nachteilig bei den beiden zuvor beschriebenen kontinuierlichen Back- bzw. Gargeräten ist, dass ein gleichzeitiges Garen von verschiedenen Gargut-Klassen nicht möglich ist.
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Es ist also die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das gattungsgemäße Gargerät derart weiterzuentwickeln, dass es die Nachteile des Stands der Technik überwindet. Insbesondere soll ein kastengünstiges und kompaktes Gargerät bereitgestellt werden, welches ein gleichzeitiges, gargutspezifisches Garen von verschiedenen Gargut-Klassen bei Verwendung von beliebigen Arten von Gargutträgern ermöglicht.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Strömungsgeschwindigkeiten jedes Dampf-Luft-Gemisches im Garraum derart einstellbar sind, dass ein Durchströmen des Garraums entlang einer Vielzahl von im wesentlichen horizontalen und/oder parallelen Strömungspfaden, im Wesentlichen ohne gegenseitige Beeinflussung der Klimata in den Klimazonen, erzwingbar ist, und das Klima, bestimmt durch zumindest die Temperatur, die Feuchtigkeit und die Strömungsgeschwindigkeit des Dampf-Luft-Gemisches, für jede Klimazone einzeln steuerbar oder regelbar ist.
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Dabei ist bevorzugt, dass die Vorrichtung zur Erzeugung sowie zur Führung der Dampf-Luft- Gemische zumindest eine Dampferzeugungseinrichtung, eine Vielzahl von Dampfzufuhreinrichtungen, zumindest eine Dampfabfuhreinrichtung, zumindest eine Einrichtung zur Erzeugung einer Strömung, eine Vielzahl von Strömungsreguliereinrichtungen und zumindest eine Heizvorrichtung umfasst und/oder mit einer Steuer- oder Regeleinrichtung in Wirkverbindung steht.
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Ferner kann erfindungsgemäß dabei vorgesehen sein, dass die Dampferzeugungseinrichtung einen Dampfgenerator umfaßt.
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Weiterhin wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, dass die Dampfzufuhreinrichtung zumindest einen Dampfeinlaß, vorzugsweise jeweils mit einem Stellglied pro Klimazone, insbesondere in Form einer Ventilklappe, umfasst.
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Auch kann vorgesehen sein, dass die Dampfabfuhreinrichtung zumindest ein Gebläse oder zumindest eine Pumpe, vorzugsweise mit einem Entlüftungsrohr, und/oder zumindest einen Dampfabzug, vorzugsweise jeweils mit einem Stellglied pro Klimazone, insbesondere in Form einer Ventilklappe, umfasst.
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Mit der Erfindung wird des Weiteren vorgeschlagen, dass die Strömungserzeugungseinrichtung zumindest ein Gebläse oder zumindest eine Pumpe umfasst, wobei vorzugsweise jedes Gebläse und/oder zumindest eine Öffnung, jeweils ein Stellglied, insbesondere in Form einer Ventilklappe, pro Klimazone und/oder in jeder der beiden sich gegenüberliegenden Garraumwände umfasst.
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Bevorzugte erfindungsgemäße Ausführungsformen sind auch dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsregulierungseinrichtung außerhalb des Garraums zumindest einen im wesentlichen druckdicht geschlossenen Führungskanal, vorzugsweise zumindest zwei solche Führungskanäle, von einer Garraumwand zu einer gegenüberliegenden Garraumwand, insbesondere zum Umschließen des Garraums, und zumindest ein stufenlos regelbares Gebläserad umfasst.
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Dabei kann vorgesehen sein, dass eine Vielzahl der Öffnungen in zumindest einer Garraum- wand für jede Klimazone vorgesehen ist, wobei die Anzahl und/oder Anordnung der Öffnungen insbesondere so ausgewählt ist, dass sie einen möglichst gleichmäßigen Strom der jeweili- gen Dampf-Luft-Gemische innerhalb der Klimazonen entlang einer Vielzahl von im wesentlichen horizontalen und/oder parallelen Strömungspfaden gewährleisten.
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Weitere Ausführungsformen der Erfindung sind gekennzeichnet durch zumindest eine Fühleinrichtung, umfassend zumindest einen Temperatursensor, zumindest einen Feuchtigkeitssensor und/oder zumindest einen Strömungsgeschwindigkeitssensor, vorzugsweise in Wirkverbindung mit der Steuer-, oder Regeleinrichtung.
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Dabei kann vorgesehen sein, dass an zumindest einer Teilanzahl der Öffnungen Temperatur- und/oder Feuchtigkeitssensoren angebracht sind.
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Mit der Erfindung wird des Weiteren vorgeschlagen, dass in den Garraum (1) im Wesentlichen luftdurchlässige Gargutträger, insbesondere Roste, einschiebbar sind.
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Der Erfindung liegt also die überraschende Erkenntnis zugrunde, dass ein gleichzeitiges Garen von verschiedenen Gargut-Klassen innerhalb von mehreren Klimazonen eines Garraums erfolgen kann, ohne dass der Garraum durch zusätzliche klimatisch isolierende Trennelemente unterteilt wird. Die klimatische Trennung der Klimazonen wird vielmehr dadurch erreicht, dass Dampf-Luft-Gemische in den jeweiligen Klimazonen mit einer ausreichend hohen Strömungsgeschwindigkeit entlang von im wesentlichen horizontalen und/oder parallelen Strömungspfaden durch den Garraum strömen, im wesentlichen ohne das Klima in benachbarten Klimazonen zu beeinflussen.
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In jeder Klimazone innerhalb des Garraums kann ein von einem Benutzer gewünschtes und/oder ein an das jeweilige Gargut angepaßtes Garprogramm unabhängig von Garprozessen in anderen Klimazonen ausgeführt werden. Somit wird die Funktionalität von mehreren Gargeräten in ein einziges Gargerät integriert, was zur Reduzierung des Platzbedarfs am Aufstellungsort und zur Vermeidung von Anschaffungskosten von weitern Gargeräten führt.
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Besonders vorteilhaft ist die Anwendung des erfindungsgemäßen Gargeräts im Restaurantbetrieb bei der End-Bearbeitung von Gargütern „à la carte”, wo im fliegenden Wechsel ein möglichst schneller gargutspezifischer Finishing- oder Aufwärm-Prozeß für einzelne, individuelle Gargüter erfolgen muss.
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Optional lassen sich die Klimazonen des erfindungsgemäßen Gargerätes zu einer Garraum-füllenden Klimazone zusammenschalten, was eine flexible Anpassung an das aktuelle Gargut-Aufkommen im professionellen Gastronomiebetrieb ermöglicht.
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Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung, in der ein erfindungsgemäßes Gargerät anhand einer schematischen Zeichnung beispielhaft erläutert wird. Dabei zeigt die einzige Figur der Zeichnung einen Vertikalschnitt durch den Garraum eines erfindungsgemäßen Gargeräts.
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Bei dem in der Figur dargestellten erfindungsgemäßen Gargerät 100 befindet sich eine nicht gezeigte, durch eine Garraumtür verschließbare Öffnung eines Garraums 1 parallel zur Bildebene. Der Garraum 1 ist bei dieser Ausführungsform in zwei Klimazonen 2 i, 2 ii unterteilt, wobei die gestrichelte Linie in der Figur eine virtuelle Trennebene und keine physikalische Barriere zwischen den beiden Klimazonen 2 i, 2 ii darstellt.
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Während des Garbetriebs durchlaufen innerhalb des Gargerätes 100 zwei Dampf-Luft-Gemische, die jeweils über ihre Temperatur Ti, Tii, Feuchtigkeit Fi, Fii und Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii charakterisiert sind, zwei unterschiedliche Fluid-Kreisläufe. Außerhalb des Garraums 1 sind die beiden Fluid-Kreisläufe im wesentlichen druckdicht voneinander getrennt, während sie innerhalb des gemeinsamen Garraums 1 offen miteinander in Verbindung stehen.
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Die beiden Fluid-Kreisläufe werden außerhalb des Garraums 1 über Führungskanäle 3 i, 3 ii geführt. Zur Erzeugung von frischem Wasserdampf kommt ein Dampfgenerator 10 zum Einsatz, der über zwei Dampfeinlässe 11 i, 11 ii frischen Wasserdampf in die Führungskanäle 3 i, 3 ii einspeist, wobei die Menge des eingespeisten Dampfes für jede Klimazone 2 i, 2 ii einzeln durch Ventilklappen 12 i, 12 ii in den Dampfeinlässen 11 i, 11 ii geregelt werden kann.
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Bei einer zu hohen Feuchtigkeit Fi, Fii können überschüssige Mengen von Dampf über Dampfabzüge 22 i, 22 ii aus den beiden Führungskanälen 3 i, 3 ii mittels eines externen Gebläses 20 abgesaugt werden. Die Menge des abzusaugenden Dampfes wird für jede Klimazone 2 i, 2 ii über Ventilklappen 21 i, 21 ii geregelt.
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Die Temperatur Ti, Tii des jeweiligen Dampf-Luft-Gemisches wird jeweils über eine Heizvorrichtung 30 i, 30 ii innerhalb der Führungskanäle 3 i, 3 ii eingestellt. Also ist eine getrennte Temperaturregelung für jede Klimazone 2 i, 2 ii möglich.
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Die Dampf-Luft-Gemische mit den Temperaturen Ti und Tii und den Feuchtigkeiten Fi und Fii werden im Garbetrieb über zwei getrennte Gebläseräder 50 i, 50 ii auf die Strömungsgeschwindigkeiten Vi und Vii beschleunigt.
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Die genannten Elemente 12 i, 12 ii, 21 i, 21 ii, 30 i, 30 ii, 50 i, 50 ii zur Steuerung der Zufuhr von Frischdampf sowie des Absaugens von überschüssigem Dampf, also der Feuchtigkeit Fi, Fii, zur Steuerung der Temperatur Ti, Tii und der Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii stehen mit einer nicht gezeigten elektronischen Steuer- oder Regeleinheit des Gargerätes 1 in Verbindung. Ferner können Sensoren für eine gezielte Regelung auf Soll-Werte für die Klima-Parameter Ti, Tii, Fi, Fii, Vi, Vii vorgesehen sein.
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Die Führungskanäle 3 i, 3 ii sind jeweils an luftdurchlässige Öffnungen 60 i, 60 ii, 62 i, 62 ii in zwei gegenüberliegenden Garraumwänden gekoppelt. Die Gebläseräder 50 i, 50 ii sowie die Führungskanäle 3', 3'' sorgen dafür, dass die Dampf-Luft-Gemische auf einer Seite des Gar- raums 1 über Öffnungen 60 i, 60 ii bzw. 62 i, 62 ii in die jeweiligen Klimazonen 2 i, 2 ii eingeblasen werden, während auf der gegenüberliegenden Seite des Garraums 1 die Dampf-Luft-Gemische aus dem entsprechenden Klimazonen 2 i, 2 ii wieder abgesaugt werden, und zwar über Öffnungen 60 i, 60 ii bzw. 62 i, 62 ii.
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Um ein möglichst gleichmäßiges Garen von nicht gezeigten Gargütern im Garraum 1 zu erreichen, findet eine periodische Umkehr der Strömungsrichtung der Dampf-Luft-Gemische statt, indem die Drehrichtung der reversiblen Gebläseräder 50 i, 50 ii ebenfalls periodisch gewechselt wird. Hierbei ist bevorzugt, dass die Umkehr der Strömungsrichtung in den Klima- zonen 2 i, 2 ii synchron erfolgt, um mögliche Verwirbelungen im Garraum 1 zu vermeiden.
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Nachdem in der vorstehenden Figurenbeschreibung die beiden getrennten Fluid-Kreisläufe außerhalb des Garraums 1 detailliert erläutert wurden, werden nun die Fluid-Kreisläufe innerhalb des Garraums 1 im Detail beschrieben.
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Über die Vielzahl der in gegenüberliegenden Garraumwänden angeordneten Öffnungen 60 i, 60 ii, 62 i, 62 ii werden die Dampf-Luft-Gemische periodisch in die Klimazonen 2 i, 2 ii eingeblasen und abgesaugt. Dabei stehen die beiden Dampf-Luft-Gemische im Garraum 1 offen miteinander in Verbindung. Eine Trennung der Fluid-Kreisläufe in den beiden Klimazonen 2 i, 2 ii im Garraum 1 wird dadurch erreicht, dass die Dampf-Luft-Gemische eine ausreichend hohe Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii besitzen, um mit minimaler gegenseitiger Wechselwirkung entlang von im wesentlichen horizontalen und parallelen Strömungspfaden durch den Garraum 1 zu strömen.
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In Abhängigkeit der Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii und der Breite L des Garraums 1 kann eine Transitzeit Ttrans i = L/Vi für die obere Klimazone 2 i und eine Transitzeit Ttrans ii = L/Vii für die untere Klimazone 2 ii definiert werden. Nach Eintritt in den Garraum 1 verweilt eine Volumeneinheit eines Luft-Dampf-Gemisches demnach für die jeweilige Transitzeit im Garraum 1. Dabei findet zwangsläufig aufgrund von Diffusion ein zeitlich vorschreitender Austausch von Wärme und Feuchtigkeit zwischen den benachbarten Klimazonen 2 i, 2 ii statt. Um diese Diffusionseffekte zu vermeiden, zumindest zu reduzieren, ist eine möglichst kurze Transitzeit für jede Klimazone 2 i, 2 ii bevorzugt. Eine Angleichung der Strömungsgeschwindigkeiten Vi, Vii in den Klimazonen 2 i, 2 ii ist hierbei vorteilhaft, um einen möglichst horizontalen Strömungsverlauf durch den Garraum 1 zu gewährleisten. Es kann jedoch auch ein Toleranzbereich für die Transitzeit angegeben werden, innerhalb dessen eine Variation der Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii zur Optimierung der Garprozesse, insbesondere bei Durchführung eines Garprogrammes, in den beiden Klimazonen 2 i, 2 ii zulässig ist.
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Ferner sind die Öffnungen 60 i, 60 ii, 62 i, 62 ii innerhalb der gegenüberliegenden Garraumwände so angeordnet, dass zum einen ein im wesentlichen horizontaler Strömungsverlauf im Garraum 1 und zum anderen eine möglichst geringe Wechselwirkung zwischen den Dampf-Luft-Gemischen in den Klimazonen 2 i, 2 ii erreicht wird. An zumindest einer Teilanzahl der Öffnungen 60 i, 60 ii, 62 i, 62 ii sind nicht gezeigte Feuchtigkeits- und Temperatursensoren zur Messung der Temperatur Ti, Tii und der Feuchtigkeit Fi, Fii angebracht. Zudem ist zumindest ein nicht gezeigter Strömungsgeschwindigkeitssensor pro Klimazone 2 i, 2 ii Messung der Strömungsgeschwindigkeiten Vi, Vii der jeweiligen Dampf-Luft-Gemische vorgesehen.
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Die Feuchtigkeits-, Temperatur- und Strömungsgeschwindigkeitssensoren stehen mit der elektronischen Steuer- oder Regeleinheit des Gargerätes 100 in Verbindung. Die elektronische Steuer- oder Regeleinheit ermöglicht eine Regelung der Temperatur Ti, Tii, der Feuchtigkeit Fi, Fii und der Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii des Dampf-Luft-Gemisches in den jeweiligen Klimazonen 2 i, 2 ii in Abhängigkeit der an den Feuchtigkeits-, Temperatur- und Strömungsgeschwindigkeitssensoren gemessenen Werte.
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Bei der Regelung des Klimas für eine Klimazone ist ebenfalls vorgesehen, die gemessenen Temperatur-, Feuchtigkeits- und/oder Strömungsgeschwindigkeitswerte der benachbarten Klimazone miteinzubeziehen, um einem eventuellen Austausch von Wärme und/oder Feuchtigkeit zwischen den Klimazonen oder eventuellen Verwirbelungen bzw. Turbulenzen der Dampf-Luft-Gemische im Garraum entgegenzuwirken.
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Somit können innerhalb eines Garraums 1 eines Gargerätes 100 mehrere Klimazonen 2 i, 2 ii zum gleichzeitigen individuellen Garen von verschiedenem Gargut-Klassen verwirklicht wer- den. Die Temperatur Ti, Tii, die Feuchte Fi, Fii und die Strömungsgeschwindigkeit Vi, Vii können in jeder Klimazone 2 i, 2 ii auf das jeweilige Gargut, beispielsweise durch Eingabe in ein nicht gezeigtes Bedienfeld des Gargerätes durch einen Benutzer, angepasst werden. Ebenso können die genannten Größen zeitlich während des Garprozesses gemäß den Vorgaben eines automatisierten Garprogrammes verändert werden, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist.
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Aufgrund der klimatischen Trennung der Klimazonen 2 i, 2 ii werden an die Beschaffenheit der in der Figur nicht gezeigten Gargutträger keinerlei Ansprüche gestellt. Ein solcher Gargutträger, der typischerweise über Führungselemente in den Garraum 1 einschiebbar ist, kann demnach ein luftdurchlässiger Rost oder ein Backblech sein.
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Bei Benutzung eines Backbleches wird die Notwendigkeit einer möglichst geringen Transitzeit im Garraum relativiert, da Diffusionsprozesse zwischen den Klimazonen 2 i, 2 ii durch ein oder mehrere Backbleche zumindest zu einem großen Teil unterbunden werden. In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann dieser Effekt durch eine Messung der nach Einschub des Backblechs geänderten räumlichen Verteilung der Temperatur und der Feuchtigkeit an den Garraumnwänden erfasst werden. In diesem Fall kann die maximal erlaubte Transitzeit für die betroffenen Klimazonen erhöht werden, so dass ein größerer Toleranzbereich der Transitzeit für eine Regelung des Garprozesses zu Verfügung steht.
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In einer weiteren Ausführungsform kann die Erzeugung und Steuerung der Strömung der Dampf-Luft-Gemische durch ein einziges Gebläserad erfolgen, das mit beiden Führungskanälen 3 i, 3 ii in Verbindung steht. Dadurch wird eine synchrone Strömungsumkehr im alternierenden Strömungsbetrieb und eine identische Strömungsgeschwindigkeit (Vi = Vii) der Dampf-Luft-Gemische zwangsläufig. Allerdings müssten in diesem Fall noch zusätzliche Führungselemente zur effektiven Trennung der Fluid-Kreisläufe beim Passieren des Gebläserades vorgesehen sein.
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Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß das erfindungsgemäße Gargerät 100 konstruktiv nicht auf zwei Klimazonen beschränkt ist. Während die im Garraum oben und unten angeordnete Klimazonen gemäß dem in der Figur dargestellten Fall mit solchen Führungskanälen in Verbindung stehen, die zumindest teilweise oberhalb und unterhalb des Garraums 1 verlaufen, können im Garraum dazwischenliegende, weitere Klimazonen mit jeweils einem solchen Führungskanal verbunden sein, der außerhalb des Garraums auf konstanter Höhe seitlich am Garraum vorbeigeführt ist.
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Die in der voranstehenden Beschreibung, in den Ansprüchen sowie den Zeichnungen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
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Bezugszeichenliste
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- 1
- Garraum
- 2', 2''
- Klimazone
- 3', 3''
- Führungskanal
- 10
- Dampfgenerator
- 11', 11''
- Dampfeinlass
- 12', 12''
- Ventilklappe
- 20
- externes Gebläse
- 21', 21''
- Ventilklappe
- 22', 22''
- Dampfabzug
- 23
- Entlüftungsrohr
- 30', 30''
- Heizvorrichtung
- 50', 50''
- Gebläserad
- 60', 60''
- Öffnungen
- 62', 62''
- Öffnungen
- 100
- Gargerät
- T', T''
- Temperatur
- V', V''
- Strömungsgeschwindigkeit
- F', F''
- Feuchtigkeit