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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Glas, die Verwendung
eines solchen Glases und ein Verfahren zur Herstellung optischer
Elemente.
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Herkömmliche
optische Gläser
der hier beanspruchten optischen Lage (bevorzugt Bariumschwerflintlage,
sowie jeweils Randgebiete der Flint-, Schwerflint-, Leichtflint-,
und Bariumflintlage) für
die Applikationsfelder Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik,
digitale Projektion, Photolithographie, Lasertechnologie, Wafer/Chip-Technologie,
sowie für
die Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik und Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive, enthalten in der Regel Bleioxid (PbO), um
die erwünschten
optischen Eigenschaften, d. h. einen Brechwert nd von
1,60 ≤ nd ≤ 1,72
und/oder eine Abbezahl νd von 32 ≤ νd ≤ 45, zu erreichen.
Auch für
die Einstellung eines ausgeprägten
Kurzflintcharakters wird häufig
PbO eingesetzt. Dadurch sind diese Gläser wenig chemisch beständig. Ferner
ist Bleioxid als Komponente umweltschädlich.
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Als
Läutermittel
wird hier zudem häufig
As2O3 verwendet.
Da seit einigen Jahren neben PbO auch As2O3 als umweltbedenklich angesehen wird, tendieren
die meisten Hersteller optischer Instrumente und Produkte dazu,
bevorzugt blei- und arsenfreie Gläser einzusetzen. Zur Verwendung
in Produkten hoher Vergütungsstufen
gewinnen zudem Gläser
mit erhöhten
chemischen Beständigkeiten
stetig an Bedeutung.
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Bekannte
bleifreie Gläser
dieser optischen Lage basieren in der Regel auf der Verwendung hoher
Anteile an TiO2 in silikatischer Matrix,
was zum einen zu kristallisationsanfälligen und daher häufig nicht
in einem sekundären
Heißformgebungsschritt
verarbeitbaren und zum anderen aufgrund hoher Härte sehr schwer mechanisch
bearbeitbaren Gläsern
führt.
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In
qualitativ hochwertigen optischen Systemen ist die Farbfehlerkorrektur
bereits vom Design des Systems an ein wichtiges Thema. Für exzellente
Farbfehlerkorrektur sind Gläser
mit ausgeprägtem
Kurzflint-Charakter unabdingbar. Dabei handelt es sich um Gläser, deren
relative Teildispersion signifikant von der Normalgraden abweicht
und die daher zur Farbfehlerkorrektur besonders geeignet sind. Häufig wird
jedoch diese optische Eigenschaft durch den Einsatz von PbO hervorgerufen,
was sich aus den vorstehend genannten ökologischen Beweggründen verbietet.
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Anstelle
des bisher üblichen
Heraustrennens von optischen Komponenten aus Block- oder Barrenglas gewinnen
sowohl für
den Konsumermarkt, als auch für
den Hochqualitätssektor
in jüngerer
Zeit Herstellungsverfahren an Bedeutung, bei welchen direkt im Anschluss
an die Glasschmelze Direktpresslinge, also blankgepresste (englisch:
precise pressing) optische Komponenten, und/oder möglichst
endkonturnahe Preforms bzw. Vorformlinge für das Wiederverpressen, sogenannte „Precision
Gobs", erhalten
werden können.
Unter „Precision
Gobs" werden in
der Regel vorzugsweise vollständig
feuerpolierte, halbfrei- oder
frei geformte Glasportionen verstanden, die über verschiedene Herstellungsverfahren
zugänglich
sind.
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Aus
diesem Grund wird von Seiten der Verfahrenstechnik Schmelze und
Heißformgebung
neuerdings verstärkt
der Bedarf nach „kurzen" Gläsern gemeldet,
also nach Gläsern,
deren Viskosität
sich sehr stark mit der Temperatur ändert. Dieses Verhalten hat
den Vorteil, dass die Heißformgebungszeiten,
und damit in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung die Formenschlusszeiten,
gesenkt werden können.
Dadurch wird zum einen der Durchsatz und damit die zeitliche Ausbeute
erhöht,
zum andere wird so das Formenmaterial geschont, was sich sehr positiv
auf die Gesamtproduktionskosten niederschlägt. Zudem können durch die schnellere Erstarrung
kurzer Gläser
auch Gläser
mit stärkerer
Kristallisationsneigung verarbeitet werden und eine Vorkeimung,
die in nachfolgenden Sekundärheißformgebungsschritten
problematisch sein könnte,
wird vermieden oder zumindest drastisch herabgesetzt.
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Aus
dem gleichen Grund werden ebenso Gläser erforderlich, deren Temperatur-Viskositäts-Profil
absolut gesehen geringe Temperaturen im Heißformgebungsbereich aufweisen.
Dies trägt
durch geringere Prozesstemperaturen zusätzlich zu erhöhten Formenstandzeiten
und durch schnelle spannungsfreie Auskühlung zu geringen Vorkeimungsraten
bei. Zudem eröffnet
sich so eine besonders in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung
bedeutsame, größere Bandbreite
möglicher,
potentiell kostengünstigerer
Formenmaterialien.
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Bei
modernen Hochleistungsoptiken werden zudem immer höhere Anforderungen
an die Abbildungsgenauigkeit und Auflösung gestellt. Dies bedeutet,
dass einerseits immer größere Abbildungs-
bzw. Projektionsflächen
erreicht werden, andererseits jedoch die abzubildenden Strukturen
immer kleiner und immer Punkt- und detailgenauer abgebildet werden
müssen.
Aus diesem Grund ist es notwendig mit immer kleineren Wellenlängen zu
belichten, d. h. mit Licht höherer
Energie, was die energetische Belastung der optischen Elemente erhöht. Darüber hinaus
werden bei einer Vielzahl von technischen Anwendungen, wie beispielsweise
bei der Mikrolithographie, zur Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit
immer kürzere
Belichtungszeiten gefordert, wodurch die Strahlungsleistung bzw.
Strahlendichte, welche durch die Optik geleitet wird, d. h. die
Strahlungsbelastung pro Zeit, notgedrungen zunehmen muss. Darüber hinaus
wird bei optischen Systemen, insbesondere in der Nachrichtentechik
und der Telekommunikation eine hohe Lichtausbeute, d. h. eine hohe
Transmission angestrebt.
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Dies
stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Entwicklung der jeweiligen
Optiken, sondern auch an das für
die Optik verwendete Glas. So ist es z. B. bekannt, dass die Anwendung
hoher Energiedichten zu einer als Solarisation, d. h. einer strahlungsbedingten Änderung
der inneren Struktur des Glases be zeichneten Erscheinung führt, durch
welche die Transmission, d. h. die Strahlungsdurchlässigkeit
eines optischen Elementes drastisch abnimmt. Es werden daher Gläser benötigt, die
eine hohe Stabilität
gegen Solarisationserscheinungen aufweisen.
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Folgende
Schriften betreffen Gläser
gemäß dem Stand
der Technik:
- • JP 62-012633A (Hoya)
- • JP 52-069915A (Hoya)
- • JP 58-120539A (Ohara)
- • US 5007948 A (Corning)
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Danach
können
Gläser
mit ähnlicher
optischer Lage oder vergleichbarer chemischer Zusammensetzung hergestellt
werden, jedoch zeigen diese im direkten Vergleich mit den erfindungsgemäßen Gläsern deutliche
Nachteile:
Die in der Offenlegungsschrift
JP 62-012633A offenbarten
Gläser
weisen einen signifikanten Anteil des in hochreinen Qualitäten sehr
teuren Cs
2O von deutlich über 13 Mol-%
auf. Dieses Oxid dient zum einen der Einstellung eines Brechwertgradienten
in Zusammenspiel mit dem Austauschpartner ZnO. Zum anderen dient
der hohe Flussmittelgehalt auch der Schwächung des Netzwerks, um die
Ionenmobilität
so zu erhöhen,
dass ein sinnvoller Austausch, gefolgt von schneller und effektiver
Relaxation (zur Vermeidung von Spannungen im Material) stattfinden
kann.
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Zudem
werden gemäß diesem
Stand der Technik tiefere Brechwertlagen angestrebt, weshalb Anteile an
ZrO2 und Nb2O5 lediglich optional und in geringen Anteilen
(ZrO2 kleiner als < 4 Mol.-%; Nb2O5 kleiner als 1 Mol.-%) eingesetzt werden.
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Aus
vergleichbaren Gründen
zeigen die in
JP 52-069915A offenbarten
Gläser
entsprechende Nachteile: durch die geringen Anteile an ZrO
2 kann eine ge wünschte optische Lage, insbesondere
die hohe Dispersion mit v
d ≥ 32 nicht
erreicht werden. Die hohen Anteile an CaO, insbesondere in Kombination
mit hohen möglichen
Anteilen anderer Erdalkalimetalloxide, wirken dagegen als Netzwerk-Modifizierer
entsprechend destabilisierend und damit kristallisationsfördernd auf
die Gläser.
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JP 58120539 A offenbart
Gläser
mit höheren
Siliziumoxidgehalten, die alle zwingend die teure Komponente Lithiumoxid
enthalten und Boroxid nur optional. Durch den Einsatz des ohnehin
teuren Lithiumoxids wird die Einsatzmöglichkeit des netzwerkstabilisierenden
Boroxids sehr stark eingschränkt,
da der kombinierte Einsatz beider Komponenten, also Lithium- und
Boroxid, einen synergistischen Einfluss auf den Feuerfest-Angriff
hat.
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Die
in
US 5007948 A offenbarten
Gläser
enthalten relevante Anteile an Silber zum Zweck der Einstellung
eines Brechwertgradienten. Hierdurch sind diese Gläser nicht
nur unwirtschaftlich, sondern zudem auch auch redox-sensibel in
folgenden Heißformgebungsprozessen.
Somit verlieren sie Ihre Tauglichkeit für Sekundärheißformgebungsprozesse, wie beispielsweise
das Wiederverpressen, das Blankpressen von Linsen und ähnliche,
aber auch das Umsenken zur Erzeugung varibaler Formate und intensive
Spannungs- und Ziel-Kühlungsprozesse,
wie für
klassisch-optische Gläser
standardgemäß appliziert
werden. Zudem weisen die Basisgläser
dieser Schrift bereits vor dem Ionenaustausch hohe, den ionenaustausch
fördernde
Anteile an Al
2O
3 auf.
Durch diesen zusätzlichen
Anteil hochschmelzender Komponenten (bis zu 32 kat. Mol.-%) werden
die Gläser
schwerer schmelzbar und damit zum einen noch unwirtschaftlicher
und zum anderen weisen sie durch erhöhte Einschmelztemperaturen
Transmissionsverluste an der blauen Spektralkante durch Platineintrag
aus dem Tiegelmaterial auf. Als Möglichkeit, diese Nachteile
zu kompensieren, werden sehr hohe Gehalte an Alkalimetalloxiden
Na
2O, bis zu 39 kat. Mol.-%, also Flussmittel,
eingesetzt. Dadurch entsteht zwar eine dem Ionenaustausch äußerst förderliche,
der Stabilität
gegenüber Kristallisation
jedoch stark hinderliche Struktur im Material, die nicht wünschenswert
ist.
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Es
ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung optische Gläser in einen
Zusammensetzungsbereich, mit welchem auch aufgrund ökologischer
Erwägungen
ohne eine Verwendung von PbO und möglichst auch ohne As2O3, Bi2O3 und Li2O, bevorzugt
ebenfalls TiO2-frei, die gewünschten
optischen Eigenschaften ermöglicht
werden. Dabei sollen diese Gläser
bei einem ausgeprägten
Kurzflint-Charakter eine ausgezeichnete Solarisationsbeständigkeit
aufweisen. Diese Gläser
sollten möglichst über ein
Blankpressverfahren verarbeitbar sein und geringe Transformationstemperaturen
Tg aufweisen. Ferner sollen sie gut zu schmelzen
und zu verarbeiten sein, sowie eine ausreichende Kristallisationsstabilität besitzen,
die eine Fertigung in kontinuierlich geführten Aggregaten möglich machen.
Wünschenswert
ist ferner ein möglichst
kurzes Glas in einem Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas.
Sie sollten sich für
den Einsatz in den Applikationsfeldern Abbildung, Sensorik, Mikroskopie,
Medizintechnik, digitale Projektion, Photolithographie, Lasertechnologie,
Wafer/Chip-Technologie, sowie für
die Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik und Optik/Beleuchtung
im Sektor Automotive eignen.
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In
den erfindungsgemäßen Gläsern sollte
auf den Einsatz teurer und netzwerk-schwächender Komponente zugunsten
kostengünstiger
und kristallisationsstabiler Materialien verzichtet werden.
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Die
vorstehende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen beschriebenen Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung gelöst.
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Insbesondere
wird ein optisches Glas bereitgestellt, welches die folgende Zusammensetzung
umfasst (in Gew.-% auf Oxidbasis)
| SiO2
B2O3
Al2O3 + GeO2 | 30–45
8–12
0 ≤ 5 |
| Na2O
K2O
⊏ M2O (Na, K) | 8–15
0 ≤ 5
8 ≤ 18 |
| CaO
ZnO
MgO,
SrO, BaO
⊏ MO
(Mg, Ca, Sr, Ba, Zn) | 0,1–7
0 ≤ 5
je ≤ 5
5 ≤ 17 |
| La2O3
ZrO2
Nb2O5
Ta2O5
⊏ Oxide
(La, Nb, Ta, Zr) | 0 ≤ 7
10–20
12–24
0 ≤ 9
22 ≤ 45 |
| ⊏ Oxide
(Y, Gd, Yb, W, P) + F | 0 ≤ 5 |
| Ag2O | 0 ≤ 5 |
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Die
erfindungsgemäßen Gläser haben
mit bekannten optischen Gläsern
dieser Lage die optische Lage gemeinsam. Sie zeichnen sich jedoch
durch ausgeprägteren
Kurzflint-Charakter, bessere chemische Beständigkeit und Bearbeitbarkeit,
geringere Produktionskosten durch reduzierte Rohstoff- und Prozesskosten, die
durch ihre Kürze
ausreichende Kristallisationsstabilität, gute Solarisationsstabilität, sowie
durch gute Umweltverträglichkeit
und eine gute Schmelz- und Verarbeitbarkeit aus. Durch die erfindungsgemäßen Gläser wurde
eine derartige Einstellung von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
realisiert, dass eine weitere thermische Behandlung (z. B. durch
Pressen bzw. Wiederverpressen) der Gläser ohne weiteres möglich ist.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
vorzugsweise einen Brechwert nd von 1,60 ≤ nd ≤ 1,72 und/oder
eine Abbezahl νd von 32 ≤ νd ≤ 45, mehr
bevorzugt sind ein Brechwert von 1,62 ≤ nd ≤ 1,70 und/oder eine
Abbezahl von 35 ≤ νd ≤ 43, auf.
Weiter bevorzugt sind dabei ein Brechwert von 1,63 ≤ nd ≤ 1,68
und/oder eine Abbezahl von 37 ≤ νd ≤ 43.
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Gemäß einer
Ausführungsform
sind die erfindungsgemäßen Gläser möglichst „kurz" in einem Viskositätsbereich
von 107,6 bis 1013 dPas.
Unter „kurzen
Gläsern" werden dabei Gläser verstanden,
deren Viskosität stark
mit einer relativ geringen Änderung
der Temperatur in einem bestimmten Viskositätsbereich variiert. Vorzugsweise
beträgt
das Temperaturintervall ΔT,
in welchem die Viskosität
dieses Glases von 107, 6 bis
1013 dPas absinkt, höchstens 150 K, weiter bevorzugt
höchsten
100 K.
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Im
folgenden bedeutet der Ausdruck „X-frei" bzw. „frei von einer Komponente
X", dass das Glas
diese Komponente X im Wesentlichen nicht enthält, d. h. dass eine solche
Komponente höchstens
als Verunreinigung in dem Glas vorliegt, jedoch der Glaszusammensetzung
nicht als einzelne Komponente zugegeben wird. X steht dabei für eine beliebige
Komponente, wie beispielsweise Li2O.
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Das
Grundglassystem ist das Niob-Silikatglassystem, in dem das Nb2O5, eingebettet
in das leicht B2O3-haltige
Silkatgerüst,
hauptsächlich
zur Einstellung der beanspruchten optischen Lage dient. Zu diesem Zweck
werden 12–24
Gew.-%, bevorzugt 13–20
Gew.-%, mehr bevorzugt 14–18
Gew.-% Nb2O5 eingesetzt.
Mit geringeren Gehalten könnte
die angestrebte Optische Lage (moderater Brech- und Abbewert) nicht
erreicht werden. Höhere
Gehalte würden
die sich in Pg;F ausdrückende Dispersion erhöhen und
damit die Abweichung von der Dispersion-Normalgraden und damit wiederum
den Kurzflintcharakter der Gläser
schmälern.
Da aus diesem Grund zur Einstellung der gewünschten relativen anomalen
Teildispersion weitere Komponenten (vorzugsweise ZrO2 und
Ta2O5) beigefügt werden
müssen,
würde zudem
ein wei ter erhöhter
Nb2O5-Gehalt zunächst zu
einer unerwünschten
Verschiebung der Optischen Lage und zudem aufgrund des keimbildenden Charakters
des Nb2O5 in Kombination
mit ZrO2 und Ta2O5 zu kristallisationsanfälligen Gläsern führen. Deren enge Prozessfenster
stehen im Schmelzprozess bzw. sekundären Heißformgebungsprozess für geringe
Ausbeuten.
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Das
silikatische Gerüst,
in welches das Nb2O5 eingebunden
ist, basiert auf 30–45
Gew.-%, bevorzugt 33–42
Gew.-%, mehr bevorzugt 36–40
Gew.-% SiO2. Geringere Gehalte an SiO2 würden
zu einem instabilen Netzwerk und damit zu Entglasung oder zumindest
kristallisationanfälligen
Gläsern
führen.
Höhere
Gehalte an SiO2 würden zu „langen" Gläsern
führen,
also zu Gläsern,
deren Viskosität
sich nur langsam mit steigender oder fallender Temperatur verändert. Zudem
sind hoch SiO2-haltige Gläser zumeist
hoch schmelzend. Diese beiden Eigenschaften verbieten sich für Gläser, die
in endgeometrienahen Heißformgebungsprozessen
verarbeitet werden sollen.
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Aus
diesem Grund wird das durch große
Mengen hochbrechender Substanzen destabilisierte Netzwerk durch
den zweiten Netzwerkbildner B2O3 stabilisiert,
der durch seine einem Flussmittel ähnelnden Eigenschaften weder „lange" noch hoch schmelzende
Gläser
erzeugt. Eingesetzt werden dabei 8–12 Gew.-% B2O3, bevorzugt mindestens 9 Gew.-%. Geringere
Gehalte zeigen nicht den notwendigen, stabilisierenden Effekt bei dem
bevorzugten, recht hohen Silikatgehalt, höhere Gehalte dagegen können durch
Erhöhung
der Ionenmobilität
zu erhöhter
Kristallisationsneigung der erfindungsgemäßen Gläser führen. Außerdem erhöhen Borgehalte über den
beanspruchten Bereich hinaus die Aggressivität der Schmelze gegenüber dem
Feuerfestmaterial.
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Weitere
Stabilisierung gegenüber
Kristallisation kann durch optionale Zugabe des Netzwerkbildners GeO2 mit bis höchstens 5 Gew.-% erreicht werden.
Dabei sollten jedoch 5 Gew.-% nicht überschritten werden, um „lange" und hoch schmelzende
Gläser
zu vermeiden.
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Gemäß den meisten
Ausführungsformen
enthält
das erfindungsgemäße Glas
vorzugsweise kein Aluminiumoxid als zusätzlichen Netzwerkbildner. Gemäß einer
bestimmten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das Glas jedoch auch für Ionenaustauschvorgänge geeignet.
Gemäß dieser
Ausführungsform
ist es bevorzugt, dass das Glas Al2O3 enthält.
Ein geringer Anteil an Al2O3 von
höchstens
5 Gew.-% fördert
die Ausbildung einer Struktur im Material, die dem Ionenaustausch
durch Erhöhung
der Ionenmobilität
zusätzlich förderlich
ist. Eine Erhöhung
des Al2O3-Gehaltes über 5 Gew.-%
hinaus würde
jedoch zu erhöhter
Entglasungsneigung und unerwünschter „Länge" des Glases führen und
ist daher nicht bevorzugt. Ein Glas gemäß dieser Ausführungsform
kann auch Silberoxid in einem Anteil 5 Gew.-%, vorzugsweise 2 Gew.-%,
enthalten. Eine Erhöhung
des Silberoxidgehaltes über
5 Gew.-% würde
jedoch zu Einbußen
bei der Transmission des Glases führen.
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In
Summe sollte der Anteil zusätzlicher
Netzwerkbildner, wie Al2O3 und/oder
GeO2, 5 Gew.-% nicht übersteigen.
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Gemäß der Erfindung
sollen die Begriffe, wie „höchstens" oder „nicht überschreiten" im Zusammenhang
mit der Angabe einer Menge einer im Glas enthaltenen Komponente
bedeuten, dass diese Komponente bis zu dieser Menge vorliegen kann
aber auch in kleineren Mengen (mathematisch: ≤).
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Neben
Nb2O5 wird in den
erfindungsgemäßen Gläsern auch
die hochbrechenden Komponenten ZrO2 zu einem
Anteil von 10–20
Gew.-%, bevorzugt zu mindestens 11 Gew.-% und weiter bevorzugt von
mindestens 12 Gew.-% noch weiter bevorzugt zu 14 Gew.-% eingesetzt.
Als obere Grenze für
ZrO2 werden 19 Gew.-%, weiter bevorzugt
18 Gew.-% eingesetzt. Der Fachmann wird zwischen den angegebenen
unteren und oberen Grenzen frei einen geeigneten Bereich wählen, was
hiernach für
alle besprochenen Komponenten der erfindungsgemäßen Gläser gilt.
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Ta2O5 wird in einem
Anteil von höchstens
9 Gew.-%, vorzugsweise höchstens
7 Gew.-%, und weiter bevorzugt zu höchstens 5 Gew.-% eingesetzt.
Als unte re Grenze sind 0,5 Gew.-% bevorzugt, weiter 0,1 zur Einstellung
der angestrebten optischen Lage eingesetzt. Einige Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Gläser können jedoch
auch frei von Tantaloxid sein (GLAS 5!) Die gezielt Auswahl an Tantaloxid
ermöglicht den
Einsatz der erfindungsgemäß geringen
Mengen an Nb2O5,
deren Überschreitung
eine verstärkte
Kristallisationsneigung der Gläser
hervorrufen würde.
Zudem sind beide Komponenten, im Gegensatz zu Nb2O5, frei von intrinischen Absorptionen an
der blauen Spektralkante optischer Gläser, so dass durch diese Verteilung der
erforderlichen Menge der hochbrechenden Komponenten zugunsten von
ZrO2 und Ta2O5 eine Transmissionsverbesserung gegenüber einem
Glas mit höherem
Nb2O5-Gehalt erzielt
werden kann. Zudem fördern
ZrO2 und besonders Ta2O5, im Gegensatz zu Nb2O5, einen wellenlängenabhängigen Brechwertverlauf (Dispersion), der
zu ausgeprägtem
Kurzflint-Charakter der Gläser
führt.
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Aufgrund
des keimbildenden Charakters der Komponenten Nb2O5, ZrO2 und Ta2O5 sollte ihr Summengehalt
jedoch bevorzugt 45 Gew.-%, mehr bevorzugt 42 Gew.-%, nicht überschreiten.
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TiO2 wirkt Brechwert hebend und dabei keimbildend
und verschlechtert die Transmission an der blauen Spektralkante.
Daher sind bevorzugte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Gläser frei
von dieser Komponente (TiO2-frei).
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Besondere
Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Gläser können jedoch
TiO2 zu einem Anteil von 0,1–2 Gew.-%,
bevorzugt höchstens
0,5 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens
0,45 Gew.-% enthalten. Eine Zugabe von TiO2 kann
erforderlich ein, um eine Stabilisierung des Glases gegen Langzeitstrahlenschäden, d.
h. Solarisation zu bewirken
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Na2O wird in einem Gehalt von 8–15 Gew.-%,
bevorzugt mindestens 9,5 Gew.-% und/oder höchstens 14 Gew.-%, zur Einstellung
des angestrebten Dispersionsverhaltens, also des Kurzflint-Charakters
eingesetzt. Geringere Anteile würden
dagegen den gewünschten
Effekt nicht ergeben.
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Es
dient zudem, in Kombination mit K2O (in
einem Gehalt von höchsten
5 Gew.-%, bevorzugt höchstens
3 Gew.-%), zur flexiblen Feineinstellung sowohl der optischen Lage,
als auch des Temperaturviskositätsprofils
zugunsten einer endgeometrienahen Heißformgebung. Doch der Summengehalt
der Alkalimetalloxide Na2O und K2O sollte gemäß bevorzugter Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Gläser 18 Gew.-%, mehr
bevorzugt 15 Gew.-%, nicht überschreiten.
Höhere
Gehalte führen
zu einem inakzeptabel starken Einfluss in Richtung tiefe Brechwerte
und/oder „lange" Gläser, sowie
durch Erhöhung
der Ionenmobilität
zu erhöhter
Kristallisationsneigung der erfindungsgemäßen Gläser. Der Gehalt des K2O muss zudem auf höchstens 5 Gew.-% beschränkt bleiben,
da er das Dispersionsverhalten, im Gegensatz zu Na2O,
ungünstig
beeinflusst.
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Außerdem ist
Na2O als relativ kleines Alkalimetalloxid
durch seine Eigenschaften als Flussmittel prädestiniert für applikationsbedingte
Sonderanpassungen, wie beispielsweise die Ionenaustauschfähigkeiten, was
von Bedeutung ist, wenn Ag2O nicht oder
nur in geringen Mengen eingesetzt wird.
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Silberoxid
kann zu höchstens
5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
3 Gew.-% im Glas
vorliegen.
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Auch
Al2O3 kann optional
eingesetzt werden, hier sind höchstens
7 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
5 Gew.-%, am meisten bevorzugt höchstens
3 Gew.-% möglich,
was geringfügige
Variationen am Viskositäts-Temperaturverhalten
bedingen kann.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser sind
in bevorzugten Ausführungsformen
Li2O-frei,
da dieses, insbesondere in Kombination mit dem obligatorischen B2O3-Gehalt der erfindungsgemäßen Gläser, zu
verstärkter Aggressivität der Schmelze
gegenüber
dem Feuerfestmaterial führt.
Dies wiederum führt
zu einem starkem Eintrag des Feuerfestmaterials ins Glas und zu
geringeren Aggregatstandzeiten. Sofern Platin als Feuerfestmaterial
verwendet wird, führt
dies zu Transmissionsverlusten an der blauen Spektralkante, und
ebenso wie bei der Verwendung von keramischen Materialien durch
den Eintrag heterogener Kristallisationskeime zu verstärkter Kristallisationsneigung
in der Schmelze, sowie der primären
und/oder sekundären
Heißformgebung.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser können zum
Zweck der Feineinstellung des Viskositätstemperatur-Profils in Summe
einen Gehalt an Komponenten MO der Gruppe der Erdalkalimetalloxide
MgO, CaO, SrO, BaO, ZnO von höchstens
17 Gew.-%, bevorzugt höchstens
12 Gew.-%, aufweisen. Dabei kann jede der Komponenten, außer CaO,
als einzelne Komponente zu höchstens
5 Gew.-% im Glas vorliegen.
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Alternative
Ausführungsformen
sind frei von MgO, SrO und/oder BaO.
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CaO
ist mit mindestens 0,1 Gew.-%, bevorzugt 0,5 Gew.-%, weiter bevorzugt
1 Gew.-% und/oder höchstens
7 Gew.-%, bevorzugt höchstens
5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens
4 Gew.-% enthalten.
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ZnO
wird nur optional, jedoch bevorzugt mit mindestens 0,1 Gew.-%, weiter
bevorzugt mit mindestens 1 Gew.-% und/oder höchstens 5 Gew.-%, bevorzugt
höchstens
4 Gew.-% zur Stabilisierung gegen Kristallisation eingesetzt.
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Eine Überschreitung
dieser Erdalkalioxid-Obergrenzen würde neben einer zu starken
Rückkopplung auf
das Viskositätstemperatur-Profil
(zu kurze Gläser)
zu einer deutlichen Absenkung des Brechwertes bei erhöhter Abbezahl
und damit aus dem hier favorisierten optischen Lagebereich hinaus
führen.
Zudem handelt es sich bei MgO und SrO um Komponenten, deren Rohstoffe
weniger leicht in den für
hoch qualitative Optiken erforderlichen Qualitäten erhältlich und damit deutlich kostenintensiver
als andere Erdalklalimetalloxide sind. Ein Verzicht auf weitere
Mitglieder dieser Komponenten MO, die Fokussierung also auf eine
der Komponenten (CaO oder ZnO), würde dagegen die Variabilität des Viskositätstemperatur-Profil
einschränken,
wie auch ein Unterschreiten der genannten Untergrenzen einen negativen
Effekt hierauf zeigen würde.
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Zudem
ist der Einsatz von CaO obligat, da CaO einen stark positiven Einfluass
auf das gewünschte Dispersionsverhalten
(Kurzflint) zeigt. BaO dagegen wirkt deutlich schwächer in
dieser Richtung, während
ZnO dem Kurzflintcharakter sogar entgegen wirkt. Daher bleiben beide
Komponenten auf die genannten Obergrenzen beschränkt.
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Zur
flexibleren Einstellung eines speziellen Punktes innerhalb des erreichbaren
optischen Lagebereichs, können
die erfindungsgemäßen Gläser zusätzlich Oxide
der Gruppe P2O5,
Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3 oder F in
einem Gesamtgehalt von höchstens
5 Gew.-% enthalten. Eine Erhöhung
des Summengehaltes an F, P2O5,
Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3 über 5 Gew.-%
hinaus würde
neben Einbußen
bei der Transmission (durch Y2O3,
Gd2O3, Yb2O5, WO3)
zu einer erhöhten
Entglasungsneigung (durch Y2O3,
Gd2O3, Yb2O5) und/oder Handhabungs-
und Arbeitsschutz-Problemen in Gemengebereitung und Schmelzprozess
(durch F, P2O5)
führen.
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Das
erfindungsgemäße Glas
besitzt einen optionalen Anteil an La2O3 (höchstens
7 Gew.-%, bevorzugt 5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 3 Gew.-%). Lanthan-,
im Gegensatz zu Nioboxid, senkt die die Dispersion und kann somit
zum Erreichen des Kurzflintcharakters beitragen. Es besitzt jedoch
eine intrinsische Absorption im blauen Wellenlängenbereich und verschiebt
so die Transmissionkante (Wellenlänge des 50%-Transmissionswerts)
La2O3-haltiger Gläser signifikant
in Richtung höherer
Wellenlängen.
Zudem erhöht Lanthanoxid
sehr stark die Kristallisationsneigung optischer Gläser. Daher
darf der Gehalt die angegebenen Obergrenze, besonders in Summe mit
den anderen hochbrechenden Komponenten (Summe [Ta2O5, ZrO2, Nb2O5, La2O3] bevor zugt höchstens 45 Gew.-%, mehr bevorzugt
höchstens
42 Gew.-%), nicht überschreiten, während bevorzugte
Ausführungsformen
sogar La2O3-frei
sind.
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Aus
denselben Gründen
sind die erfindungsgemäßen Gläser vorzugsweise
frei von Bi2O3,
welches zudem durch seine Anfälligkeit
gegenüber
den Redox-Bedingungen
im Schmelzprozess zu starken Verfärbungen im Glas führen kann.
Die Prozessfenster solcher Gläser
sind extrem eng und damit für
klassisch-optische Gläser
unwirtschaftlich.
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Das
erfindungsgemäße Glas
ist als optisches Glas vorzugsweise frei von färbenden und/oder optisch aktiven,
wie laseraktiven Komponenten.
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Gemäß einer
alternativen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung, nämlich
sofern das Glas als Basisglas eines optischen Filters oder Feststofflasers
Einsatz findet, kann das erfindungsgemäße Glas färbende, und/oder optisch aktive
wie laseraktive Komponenten in Gehalten bis zu maximal 5 Gew.-%
beinhalten, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden
Komponenten der übrigen
Glaszusammensetzung hinzukommen (woraus sich eine relative Verschiebung
der anderen Anteile ergibt).
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Gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung besteht das erfindungsgemäße Glas
vorzugsweise zu mindestens 90 Gew.-%, mehr bevorzugt zu mindestens
95 Gew.-%, aus den genannten Komponenten, insbesondere den vorstehend
genannten Komponenten.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist das erfindungsgemäße Glas vorzugsweise frei von
anderen, vorstehend nicht genannten Komponenten, d. h. gemäß einer
derartigen Ausführungsform
besteht das Glas im Wesentlichen aus den vorstehend genannten Komponenten.
Zur Definition „frei
von einer Komponente" siehe
weiter oben.
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Das
erfindungsgemäße Glas
kann übliche
Läutermittel
in geringen Mengen beinhalten. Vorzugsweise beträgt die Summe der zugesetzten
Läutermittel
höchstens
2,0 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens
1,0 Gew.-%, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden
Komponenten der übrigen
Glaszusammensetzung hinzukommen. Als Läutermittel kann in dem erfindungsgemäßen Glas
mindestens eine der folgenden Komponenten enthalten sein (in Gew.-%,
additiv zur übrigen
Glaszusammensetzung):
| Sb2O3 | 0–1 | und/oder |
| SnO | 0–1 | und/oder |
| SO4 2– | 0–1 | und/oder |
| NaCl | 0–1 | und/oder |
| As2O3 | 0–0,1 | und/oder |
| F | 0–1 | |
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Sämtliche,
erfindungsgemäße Gläser weisen
eine gute chemische Beständigkeit
und eine Stabilität gegenüber Kristallisation
bzw. Kristallisationsstabilität
auf. Sie zeichnen sich ferner durch gute Schmelzbarkeit und flexible,
endgeometrienahe Verarbeitbarkeit, geringe Produktionskosten durch
reduzierte Prozesskosten, gute Ionenaustauscheigenschaften, gute
Solarisationsstabilität,
sowie durch eine gute Umweltverträglichkeit aus.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
einen Tg von weniger als oder gleich 640°C auf, sind
kristallisationsstabil und lassen sich gut verarbeiten.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
negative anomale relative Teildispersionen von höchstens –25·10–4 an
Messproben aus Kühlungen
mit einer Kühlrate
von etwa 7 K/h auf.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
thermische Dehnungskoeffizienten ⊏ von weniger als 10·10–7/K
auf. Dadurch werden Probleme mit thermischer Spannung in der Weiterverarbeitung
und der Fügetechnik
vermieden.
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Die
erfindungsgemäßen Gläser weisen
spezifische Dichten von kleiner als oder gleich 3,4 g/cm3 auf. Damit sind die aus Ihnen gefertigten
optischen Elemente und/oder optischen Komponenten aufgrund ihrer
relativ zu bleihaltigen Pendants gesehen geringen trägen Masse
besonders für
mobile/bewegliche Einheiten geeignet.
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Durch
die erfindungsgemäßen Gläser wurde
eine derartige Einstellung von optischer Lage, Viskositätstemperaturprofil
und Verarbeitungstemperaturen erreicht, dass eine hochspezifizierte
endgeometrienahe Heißformgebung
auch mit empfindlichen Präzisionsmaschinen
gewährleistet
ist. Zudem wurde eine Korrelation von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil
realisiert, so dass eine weitere thermische Behandlung, wie Pressen,
bzw. Wiederverpressen oder Ionenaustauschprozesse, der Gläser ohne
weiteres möglich
ist.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen Gläser für die Applikationsbereiche
Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion,
Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung,
Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper,
Excimerlaser, Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen
und elektronische Geräte,
die solche Schaltungen und Chips enthalten.
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Weiter
betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines optischen
Elements, umfassend den Schritt:
- – Blankpressen
des erfindungsgemäßen optischen
Glases.
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Beispiele
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Die
Tabellen 2 und 3 enthalten 12 Ausführungsbeispiele für bevorzugte
Zusammensetzungsbereiche. Die in den Beispielen beschriebenen Gläser wurden
folgendermaßen
hergestellt:
Die Rohstoffe für die Oxide, bevorzugt die
entsprechenden Carbonate, werden abgewogen, ein oder mehrere Läutermittel,
wie z. B. Sb
2O
3,
zugegeben und anschließend
gut gemischt. Das Glasgemenge wird bei ca. 1250°C in einem diskontinuierlichen
Schmelzaggregat eingeschmolzen, danach geläutert (1350°C) und homogenisiert. Bei einer
Gusstemperatur von etwa 900°C
kann das Glas gegossen und zu den gewünschten Abmessungen verarbeitet
werden. Im großvolumigen,
kontinuierlichen Aggregat können
die Temperaturen erfahrungsgemäß um mindestens
ca. 100 K abgesenkt werden, und das Material kann im endgeometrienahen Heißformgebungsverfahren,
z. B. Präzisionspressen,
verarbeitet werden. Tabelle 1: Schmelzbeispiel für 100 kg berechnetes Glas:
| Oxid | Gew.-% | Rohstoff | Einwaage
(kg) |
| SiO2
B2O3
Na2O | 38
11
11,5 | SiO2
H3BO3
Na2CO3
NaNO3 | 38,08
19,41
19,17
1,37 |
| CaO
ZnO | 2,5
2 | CaCO3
ZnO | 4,75
1,99 |
| ZrO2 | 16 | ZrO2 | 15,70 |
| Nb2O5
Ta2O5 | 16
3 | Nb2O5
Ta2O5 | 16,07
2,76 |
| Sb2O3 | 0,2 | Sb2O3 | 0,20 |
| Summe | 100,2 | | 119,50 |
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Die
Eigenschaften des so erhaltenen Glases sind in der Tabelle 2 als
Beispiel 1 angegeben und besitzt neben den dort angegebenen Messwerten
exzellente chemische Resistenzen, charakterisiert mit AR = 1.0 und SR
= 1.0. Tabelle 2 Schmelzbeispiele (in Gew.-%)
| Beispiele | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 |
| SiO2 | 38 | 37 | 32 | 33 | 37 | 40 |
| B2O3 | 11 | 10,5 | 11 | 12 | 11 | 10 |
| Al2O3 | | | | | | |
| Na2O | 11,5 | 10 | 15 | 10 | 8 | 12 |
| K2O | | 5 | | 3 | 2 | |
| MgO | | | | | | |
| CaO | 2,5 | 3 | 3 | 4 | 1 | 2 |
| BaO | | | 4 | | | |
| SrO | | | | 2 | | |
| ZnO | 2 | | 3 | 5 | 3 | |
| ZrO2 | 16 | 15 | 12 | 13 | 18 | 14 |
| La2O3 | | | | 3 | | |
| Nb2O5 | 16 | 17 | 15 | 14,9 | 20 | 19 |
| Ta2O5 | 3 | 2,5 | 5 | 0,1 | | 3 |
| WO3 | | | | | | |
| Sb2O3 | 0,2 | | | 0,2 | | 0,2 |
| Summe | 100,2 | 100,0 | 100,0 | 100,2 | 100,0 | 100,2 |
| nd[7K/h] | 1,6530 | 1,6546 | 1,6673 | 1,6586 | 1,6690 | 1,6539 |
| ⊏d[7K/h] | 39,8 | 39,4 | 39,4 | 41,3 | 37,1 | 38,5 |
| Pg,F[7K/h] | 0,5704 | 0,5719 | 0,5714 | 0,5676 | 0,5779 | 0,5734 |
| ⊏Pg,F (10–4)[7K/h] | –65 | –56 | –62 | –67 | –34 | –57 |
| ⊏i(25mm;420nm) (%) | 94 | 92 | 91 | 93 | 91 | 87 |
| α20-300(10–6·K–1) | 7,4 | 8,1 | 9,0 | 8,3 | 6,3 | 7,3 |
| Tg(°C) | 586 | 600 | 576 | 567 | 583 | 602 |
| ⊏(g/cm3) | 3,04 | 3,04 | 3,22 | 3,13 | 3,06 | 3,01 |
Tabelle 3: Schmelzbeispiele, Fortsetzung
(in Gew.-%)
| Beispiele | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 |
| SiO2 | 42 | 45 | 38 | 30 | 38 | 36 |
| B2O3 | 9 | 8 | 12 | 12 | 11 | 9 |
| Al2O3 | 2 | | | | | |
| Na2O | 9,5 | 14 | 10,5 | 11 | 9 | 10 |
| K2O | 4 | | | | | |
| MgO | | | 3 | | | |
| CaO | 3 | 0,1 | 0,5 | 3 | 7 | 3 |
| BaO | | | | | | |
| SrO | | | | | | |
| ZnO | 0,5 | | 2 | | 0,5 | 1 |
| ZrO2 | 17 | 16 | 15 | 19 | 20 | 10 |
| La2O3 | | | | | | |
| Nb2O5 | 13 | 14 | 18 | 16 | 12 | 24 |
| Ta2O5 | | 2,9 | 1 | 9 | 0,5 | 7 |
| WO3 | | | | | 2 | |
| Sb2O3 | | 0,2 | | | 0,2 | |
| Summe | 100,0 | 100,2 | 100,0 | 100,0 | 100,2 | 100,0 |
| nd[7K/h] | 1,6268 | 1,6291 | 1,6509 | 1,6907 | 1,6556 | 1,6876 |
| ⊏d[7K/h] | 42,6 | 41,2 | 39,5 | 36,8 | 41,9 | 35,0 |
| Pg,F[7K/h] | 0,5658 | 0,5673 | 0,572 | 0,5758 | 0,565 | 0,5822 |
| ⊏Pg,F(10–4) [7K/h] | –64 | –71 | –53 | –61 | –84 | –27 |
| ⊏i(25mm;420nm)(%) | 90 | 92 | 87 | 81 | 87 | 82 |
| α20-300(10–6·K–1) | 7,5 | 7,6 | 6,8 | 7,4 | 7,0 | 7,0 |
| Tg(°C) | 609 | 629 | 585 | 603 | 616 | 596 |
| ⊏(g/cm3) | 2,92 | 2,95 | 3,00 | 3,24 | 3,06 | 3,17 |