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DE102007025601A1 - Optische Gläser der Bariumschwerflintlage - Google Patents

Optische Gläser der Bariumschwerflintlage Download PDF

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DE102007025601A1
DE102007025601A1 DE102007025601A DE102007025601A DE102007025601A1 DE 102007025601 A1 DE102007025601 A1 DE 102007025601A1 DE 102007025601 A DE102007025601 A DE 102007025601A DE 102007025601 A DE102007025601 A DE 102007025601A DE 102007025601 A1 DE102007025601 A1 DE 102007025601A1
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Ute Wölfel
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Schott AG
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Abstract

Die Erfindung bezieht sich auf optische Gläser, vorgesehen für die Applikationsfelder Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion, Photolithographie, Lasertechnologie, Wafer/Chip-Technologie sowie für die Telekommunikation, Optische Nachrichtentechnik und Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, mit einem Brechwert von n<SUB>d</SUB> von 1,60 <= N<SUB>d</SUB> <= 1,72 und/oder einer Abbezahl nu<SUB>d</SUB> von 32 <= NU<SUB>d</SUB> <= 45 mit ausgeprägtem Kurzflint-Charakter, guter chemischer Beständigkeit, ausgezeichneter Kristallisationsstabilität, guter Solarisationsstabilität und der folgenden Zusammensetzung (in Gew.-% auf Oxidbasis): $F1

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Glas, die Verwendung eines solchen Glases, optische Elemente bzw. Preformen (Vorformen) solcher optischen Elemente, ein Verfahren zur Herstellung der optischen Elemente und optische Bauteile bzw. optische Komponenten aus solchen optischen Elementen.
  • Herkömmliche optische Gläser der hier beanspruchten optischen Lage (bevorzugt Bariumschwerflintlage, sowie jeweils Randgebiete der Flint-, Schwerflint-, Leichtflint-, und Bariumflintlage) für die Applikationsfelder Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Photolithographie, Lasertechnologie, Wafer/Chip-Technologie, sowie für die Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik und Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, enthalten in der Regel Bleioxid (PbO), um die erwünschten optischen Eigenschaften, d. h. einen Brechwert nd von 1,60 ≤ nd ≤ 1,72 und/oder eine Abbezahl νd von 32 ≤ νd ≤ 45, zu erreichen. Auch für die Einstellung eines ausgeprägten Kurzflintcharakters wird häufig PbO eingesetzt. Dadurch sind diese Gläser wenig chemisch beständig. Ferner ist Bleioxid als Komponente umweltschädlich.
  • Als Läutermittel wird hier zudem häufig As2O3 verwendet. Da seit einigen Jahren neben PbO auch As2O3 als umweltbedenklich angesehen wird, tendieren die meisten Hersteller optischer Instrumente und Produkte dazu, bevorzugt blei- und arsenfreie Gläser einzusetzen. Zur Verwendung in Produkten hoher Vergütungsstufen gewinnen zudem Gläser mit erhöhten chemischen Beständigkeiten stetig an Bedeutung.
  • Bekannte bleifreie Gläser dieser optischen Lage basieren in der Regel auf der Verwendung hoher Anteile an TiO2 in silikatischer Matrix, was zum einen zu kristallisationsanfälligen und daher häufig nicht in einem sekundären Heiß formgebungsschritt verarbeitbaren und zum anderen aufgrund hoher Härte sehr schwer mechanisch bearbeitbaren Gläsern führt.
  • In qualitativ hochwertigen optischen Systemen ist die Farbfehlerkorrektur bereits vom Design des Systems an ein wichtiges Thema. Für exzellente Farbfehlerkorrektur sind Gläser mit ausgeprägtem Kurzflint-Charakter unabdingbar. Dabei handelt es sich um Gläser, deren relative Teildispersion signifikant von der Normalgraden abweicht und die daher zur Farbfehlerkorrektur besonders geeignet sind. Häufig wird jedoch diese optische Eigenschaft durch den Einsatz von PbO hervorgerufen, was sich aus den vorstehend genannten ökologischen Beweggründen verbietet.
  • Anstelle des bisher üblichen Heraustrennens von optischen Komponenten aus Block- oder Barrenglas gewinnen sowohl für den Konsumermarkt, als auch für den Hochqualitätssektor in jüngerer Zeit Herstellungsverfahren an Bedeutung, bei welchen direkt im Anschluss an die Glasschmelze Direktpresslinge, also blankgepresste (englisch: precise pressing) optische Komponenten, und/oder möglichst endkonturnahe Preforms bzw. Vorformlinge für das Wiederverpressen, sogenannte „Precision Gobs", erhalten werden können. Unter „Precision Gobs" werden in der Regel vorzugsweise vollständig feuerpolierte, halbfrei- oder frei geformte Glasportionen verstanden, die über verschiedene Herstellungsverfahren zugänglich sind.
  • Aus diesem Grund wird von Seiten der Verfahrenstechnik Schmelze und Heißformgebung neuerdings verstärkt der Bedarf nach „kurzen" Gläsern gemeldet, also nach Gläsern, deren Viskosität sich sehr stark mit der Temperatur ändert. Dieses Verhalten hat den Vorteil, dass die Heißformgebungszeiten, und damit in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung die Formenschlusszeiten, gesenkt werden können. Dadurch wird zum einen der Durchsatz und damit die zeitliche Ausbeute erhöht, zum andere wird so das Formenmaterial geschont, was sich sehr positiv auf die Gesamtproduktionskosten niederschlägt. Zudem können durch die schnellere Erstarrung kurzer Gläser auch Gläser mit stärkerer Kristallisationsneigung verarbeitet werden und eine Vor keimung, die in nachfolgenden Sekundärheißformgebungsschritten problematisch sein könnte, wird vermieden oder zumindest drastisch herabgesetzt.
  • Aus dem gleichen Grund werden ebenso Gläser erforderlich, deren Temperatur-Viskositäts-Profil absolut gesehen geringe Temperaturen im Heißformgebungsbereich aufweisen. Dies trägt durch geringere Prozesstemperaturen zusätzlich zu erhöhten Formenstandzeiten und durch schnelle spannungsfreie Auskühlung zu geringen Vorkeimungsraten bei. Zudem eröffnet sich so eine besonders in der endgeometrienahen Präzisionsheißformgebung bedeutsame, größere Bandbreite möglicher, potentiell kostengünstigerer Formenmaterialien.
  • Bei modernen Hochleistungsoptiken werden zudem immer höhere Anforderungen an die Abbildungsgenauigkeit und Auflösung gestellt. Dies bedeutet, dass einerseits immer größere Abbildungs- bzw. Projektionsflächen erreicht werden, andererseits jedoch die abzubildenden Strukturen immer kleiner und immer punkt- und detailgenauer abgebildet werden müssen. Aus diesem Grund ist es notwendig mit immer kleineren Wellenlängen zu belichten, d. h. mit Licht höherer Energie, was die energetische Belastung der optischen Elemente erhöht. Darüber hinaus werden bei einer Vielzahl von technischen Anwendungen, wie beispielsweise bei der Mikrolithographie, zur Erhöhung der Produktionsgeschwindigkeit immer kürzere Belichtungszeiten gefordert, wodurch die Strahlungsleistung bzw. Strahlendichte, welche durch die Optik geleitet wird, d. h. die Strahlungsbelastung pro Zeit, notgedrungen zunehmen muss. Darüber hinaus wird bei optischen Systemen, insbesondere in der Nachrichtentechik und der Telekommunikation eine hohe Lichtausbeute, d. h. eine hohe Transmission angestrebt.
  • Dies stellt nicht nur hohe Anforderungen an die Entwicklung der jeweiligen Optiken, sondern auch an das für die Optik verwendete Glas. So ist es z. B. bekannt, dass die Anwendung hoher Energiedichten zu einer als Solarisation, d. h. einer strahlungsbedingten Änderung der inneren Struktur des Glases bezeichneten Erscheinung führt, durch welche die Transmission, d. h. die Strah lungsdurchlässigkeit eines optischen Elementes drastisch abnimmt. Es werden daher Gläser benötigt, die eine hohe Stabilität gegen Solarisationserscheinungen aufweisen.
  • Folgende Schriften betreffen Gläser gemäß dem Stand der Technik:
    • JP 87-012633A (Hoya)
    • JP 77-069915A (Hoya)
    • JP 83-120539A (Ohara)
    • US 5007948 (Corning)
  • Danach können Gläser mit ähnlicher optischer Lage oder vergleichbarer chemischer Zusammensetzung hergestellt werden, jedoch zeigen diese im direkten Vergleich mit den erfindungsgemäßen Gläsern deutliche Nachteile:
    Die in der Offenlegungsschrift JP 87-012633A offenbarten Gläser weisen einen signifikanten Anteil des in hochreinen Qualitäten sehr teuren Cs2O von deutlich über 13 Mol% auf. Dieses Oxid dient zum einen der Einstellung eines Brechwertgradienten in Zusammenspiel mit dem Austauschpartner ZnO. Zum anderen dient der hohe Flussmittelgehalt auch der Schwächung des Netzwerks, um die Ionenmobilität so zu erhöhen, dass ein sinnvoller Austausch, gefolgt von schneller und effektiver Relaxation (zur Vermeidung von Spannungen im Material) stattfinden kann.
  • Zudem werden gemäß diesem Stand der Technik tiefere Brechwertlagen angestrebt, weshalb Anteile an ZrO2 und Nb2O5 lediglich optional und in geringen Anteilen (ZrO2 kleiner als < 4 Mol.-%; Nb2O5 kleiner als 1 Mol.-%) eingesetzt werden.
  • Aus vergleichbaren Gründen zeigen die in JP 77-069915A offenbarten Gläser entsprechende Nachteile: durch die geringen Anteile an ZrO2 kann eine gewünschte optische Lage, insbesondere die hohe Dispersion mit νd ≥ 32 nicht erreicht werden. Die hohen Anteile an CaO, insbesondere in Kombination mit hohen möglichen Anteilen anderer Erdalkalimetalloxide, wirken dagegen als Netzwerk-Modifizierer entsprechend destabilisierend und damit kristallisationsfördernd auf die Gläser.
  • JP 58120539 offenbart Gläser mit höheren Siliziumoxidgehalten, die alle zwingend die teure Komponente Lithiumoxid enthalten und Boroxid nur optional. Durch den Einsatz des ohnehin teuren Lithiumoxids wird die Einsatzmöglichkeit des netzwerkstabilisierenden Boroxids sehr stark eingeschränkt, da der kombinierte Einsatz beider Komponenten, also Lithium- und Boroxid, einen synergistischen Einfluss auf den Feuerfest-Angriff hat.
  • Die in US 5007948 offenbarten Gläser enthalten relevante Anteile an Silber zum Zweck der Einstellung eines Brechwertgradienten. Hierdurch sind diese Gläser nicht nur unwirtschaftlich, sondern zudem auch auch redox-sensibel in folgenden Heißformgebungsprozessen. Somit verlieren sie Ihre Tauglichkeit für Sekundärheißformgebungsprozesse, wie beispielsweise das Wiederverpressen, das Blankpressen von Linsen und ähnliche, aber auch das Umsenken zur Erzeugung varibaler Formate und intensive Spannungs- und Ziel-Kühlungsprozesse, wie für klassisch-optische Gläser standardgemäß appliziert werden. Zudem weisen die Basisgläser dieser Schrift bereits vor dem Ionenaustausch hohe, den ionenaustausch fördernde Anteile an Al2O3 auf. Durch diesen zusätzlichen Anteil hochschmelzender Komponenten (bis zu 32 kat. Mol.-%) werden die Gläser schwerer schmelzbar und damit zum einen noch unwirtschaftlicher und zum anderen weisen sie durch erhöhte Einschmelztemperaturen Transmissionsverluste an der blauen Spektralkante durch Platineintrag aus dem Tiegelmaterial auf. Als Möglichkeit, diese Nachteile zu kompensieren, werden sehr hohe Gehalte an Alkalimetalloxiden Na2O, bis zu 39 kat. Mol.-%, also Flussmittel, eingesetzt. Dadurch entsteht zwar eine dem Ionenaustausch äußerst förderliche, der Stabilität gegenüber Kristallisation jedoch stark hinderliche Struktur im Material, die nicht wünschenswert ist.
  • Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung optische Gläser in einen Zusammensetzungsbereich, mit welchem auch aufgrund ökologischer Erwägungen ohne eine Verwendung von PbO und möglichst auch ohne As2O3, Bi2O3 und Li2O, bevorzugt ebenfalls TiO2-frei, die gewünschten optischen Eigenschaften ermöglicht werden. Dabei sollen diese Gläser bei einem ausgeprägten Kurzflint-Charakter eine ausgezeichnete Solarisationsbeständigkeit aufweisen. Diese Gläser sollten möglichst über ein Blankpressverfahren verarbeitbar sein und geringe Transformationstemperaturen Tg aufweisen. Ferner sollen sie gut zu schmelzen und zu verarbeiten sein, sowie eine ausreichende Kristallisationsstabilität besitzen, die eine Fertigung in kontinuierlich geführten Aggregaten möglich machen. Wünschenswert ist ferner ein möglichst kurzes Glas in einem Viskositätsbereich von 107,6 bis 1013 dPas. Sie sollten sich für den Einsatz in den Applikationsfeldern Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Photolithographie, Lasertechnologie, Wafer/Chip-Technologie, sowie für die Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik und Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive eignen.
  • In den erfindungsgemäßen Gläsern sollte auf den Einsatz teurer und netzwerk-schwächender Komponente zugunsten kostengünstiger und kristallisationsstabiler Materialien verzichtet werden.
  • Die vorstehende Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen beschriebenen Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gelöst.
  • Insbesondere wird ein optisches Glas bereitgestellt, welches die folgende Zusammensetzung umfasst (in Gew.-% auf Oxidbasis)
    SiO2 B2O3 Al2O3 + GeO2 30–45 8–12 0 ≤ 5
    Na2O K2O Σ M2O (Na, K) 8–15 0 ≤ 5 8 ≤ 18
    CaO ZnO MgO, SrO, BaO Σ MO (Mg, Ca, Sr, Ba, Zn) 0,1–7 0 ≤ 5 je ≤ 5 0 ≤ 17
    La2O3 ZrO2 Nb2O5 Ta2O5 Σ Oxide (La, Nb, Ta, Zr) 0 ≤ 7 10–20 12–24 0 ≤ 9 22 ≤ 45
    Σ Oxide (Y, Gd, Yb, W, P) + F 0 ≤ 5
    AgO 0 ≤ 5
  • Die erfindungsgemäßen Gläser haben mit bekannten optischen Gläsern dieser Lage die optische Lage gemeinsam. Sie zeichnen sich jedoch durch ausgeprägteren Kurzflint-Charakter, bessere chemische Beständigkeit und Bearbeitbarkeit, geringere Produktionskosten durch reduzierte Rohstoff- und Prozesskosten, die durch ihre Kürze ausreichende Kristallisationsstabilität, gute Solarisationsstabilität, sowie durch gute Umweltverträglichkeit und eine gute Schmelz- und Verarbeitbarkeit aus. Durch die erfindungsgemäßen Gläser wurde eine derartige Einstellung von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil realisiert, dass eine weitere thermische Behandlung (z. B. durch Pressen bzw. Wiederverpressen) der Gläser ohne weiteres möglich ist.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser weisen vorzugsweise einem Brechwert nd von 1,60 ≤ nd ≤ 1,72 und/oder einer Abbezahl νd von 32 ≤ νd ≤ 45, mehr bevorzugt sind ein Brechwert von 1,62 ≤ nd ≤ 1,70 und/oder eine Abbezahl von 35 ≤ νd ≤ 43, auf. Weiter bevorzugt sind dabei ein Brechwert von 1,63 ≤ nd ≤ 1,68 und/oder eine Abbezahl von 37 ≤ νd ≤ 43.
  • Gemäß einer Ausführungsform sind die erfindungsgemäßen Gläser möglichst „kurz" in einem Viskositätsbereich von 107,6 bis 1013 dPas. Unter „kurzen Gläsern" werden dabei Gläser verstanden, deren Viskosität stark mit einer relativ geringen Änderung der Temperatur in einem bestimmten Viskositätsbereich variiert. Vorzugsweise beträgt das Temperaturintervall ΔT, in welchem die Viskosität dieses Glases von 107,6 bis 1013 dPas absinkt, höchstens 150 K, weiter bevorzugt höchsten 100 K.
  • Im folgenden bedeutet der Ausdruck „X-frei" bzw. „frei von einer Komponente X", dass das Glas diese Komponente X im Wesentlichen nicht enthält, d. h. dass eine solche Komponente höchstens als Verunreinigung in dem Glas vorliegt, jedoch der Glaszusammensetzung nicht als einzelne Komponente zugegeben wird. X steht dabei für eine beliebige Komponente, wie beispielsweise Li2O.
  • Das Grundglassystem ist das Niob-Silikatglassystem, in dem das Nb2O5, eingebettet in das leicht B2O3-haltige Silkatgerüst, hauptsächlich zur Einstellung der beanspruchten optischen Lage dient. Zu diesem Zweck werden 12–24 Gew.-%, bevorzugt 13–20 Gew.-%, mehr bevorzugt 14–18 Gew.-% Nb2O5 eingesetzt. Mit geringeren Gehalten könnte die angestrebte Optische Lage (moderater Brech- und Abbewert) nicht erreicht werden. Höhere Gehalte würden die sich in Pg;F ausdrückende Dispersion erhöhen und damit die Abweichung von der Dispersion-Normalgraden und damit wiederum den Kurzflintcharakter der Gläser schmälern. Da aus diesem Grund zur Einstellung der gewünschten relativen anomalen Teildispersion weitere Komponenten (vorzugsweise ZrO2 und Ta2O5) beigefügt werden müssen, würde zudem ein wei ter erhöhter Nb2O5-Gehalt zunächst zu einer unerwünschten Verschiebung der Optischen Lage und zudem aufgrund des keimbildenden Charakters des Nb2O5 in Kombination mit ZrO2 und Ta2O5 zu kristallisationsanfälligen Gläsern führen. Deren enge Prozessfenster stehen im Schmelzprozess bzw. sekundären Heißformgebungsprozess für geringe Ausbeuten.
  • Das silikatische Gerüst, in welches das Nb2O5 eingebunden ist, basiert auf 30–45 Gew.-%, bevorzugt 33–42 Gew.-%, mehr bevorzugt 36–40 Gew.-% SiO2. Geringere Gehalte an SiO2 würden zu einem instabilen Netzwerk und damit zu Entglasung oder zumindest kristallisationanfälligen Gläsern führen. Höhere Gehalte an SiO2 würden zu „langen" Gläsern führen, also zu Gläsern, deren Viskosität sich nur langsam mit steigender oder fallender Temperatur verändert. Zudem sind hoch SiO2-haltige Gläser zumeist hoch schmelzend. Diese beiden Eigenschaften verbieten sich für Gläser, die in endgeometrienahen Heißformgebungsprozessen verarbeitet werden sollen.
  • Aus diesem Grund wird das durch große Mengen hochbrechender Substanzen destabilisierte Netzwerk durch den zweiten Netzwerkbildner B2O3 stabilisiert, der durch seine einem Flussmittel ähnelnden Eigenschaften weder „lange" noch hoch schmelzende Gläser erzeugt. Eingesetzt werden dabei 8–12 Gew.-% B2O3, bevorzugt mindestens 9 Gew.-%. Geringere Gehalte zeigen nicht den notwendigen, stabilisierenden Effekt bei dem bevorzugten, recht hohen Silikatgehalt, höhere Gehalte dagegen können durch Erhöhung der Ionenmobilität zu erhöhter Kristallisationsneigung der erfindungsgemäßen Gläser führen. Außerdem erhöhen Borgehalte über den beanspruchten Bereich hinaus die Aggressivität der Schmelze gegenüber dem Feuerfestmaterial.
  • Weitere Stabilisierung gegenüber Kristallisation kann durch optionale Zugabe des Netzwerkbildners GeO2 mit bis höchstens 5 Gew.-% erreicht werden. Dabei sollten jedoch 5 Gew.-% nicht überschritten werden, um „lange" und hoch schmelzende Gläser zu vermeiden.
  • Gemäß den meisten Ausführungsformen enthält das erfindungsgemäße Glas vorzugsweise kein Aluminiumoxid als zusätzlichen Netzwerkbildner. Gemäß einer bestimmten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Glas jedoch auch für Ionenaustauschvorgänge geeignet. Gemäß dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, dass das Glas Al2O3 enthält. Ein geringer Anteil an Al2O3 von höchstens 5 Gew.-% fördert die Ausbildung einer Struktur im Material, die dem Ionenaustausch durch Erhöhung der Ionenmobilität zusätzlich förderlich ist. Eine Erhöhung des Al2O3-Gehaltes über 5 Gew.-% hinaus würde jedoch zu erhöhter Entglasungsneigung und unerwünschter „Länge" des Glases führen und ist daher nicht bevorzugt. Ein Glas gemäß dieser Ausführungsform kann auch Silberoxid in einem Anteil 5 Gew.-%, vorzugsweise 2 Gew.-%, enthalten. Eine Erhöhung des Silberoxidgehaltes über 5 Gew.-% würde jedoch zu Einbußen bei der Transmission des Glases führen.
  • In Summe sollte der Anteil zusätzlicher Netzwerkbildner, wie Al2O3 und/oder GeO2, 5 Gew.-% nicht übersteigen.
  • Gemäß der Erfindung sollen die Begriffe, wie „höchstens" oder „nicht überschreiten" im Zusammenhang mit der Angabe einer Menge einer im Glas enthaltenen Komponente bedeuten, dass diese Komponente bis zu dieser Menge vorliegen kann aber auch in kleineren Mengen (mathematisch: ≤).
  • Neben Nb2O5 wird in den erfindungsgemäßen Gläsern auch die hochbrechenden Komponenten ZrO2 zu einem Anteil von 10–20 Gew.-%, bevorzugt zu mindestens 11 Gew.-% und weiter bevorzugt von mindestens 12 Gew.-% noch weiter bevorzugt zu 14 Gew.-% eingesetzt. Als oberer Grenze für ZrO2 werden 19 Gew.-%, weiter bevorzugt 18 Gew.-% eingesetzt. Der Fachmann wird zwischen den angegebenen unteren und oberen Grenzen frei einen geeigneten Bereich wählen, was hiernach für alle besprochenen Komponenten der erfindungsgemäßen Gläser gilt.
  • Ta2O5 wird in einem Anteil von höchstens 9 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 7 Gew.-%, und weiter bevorzugt zu höchstens 5 Gew.-% eingesetzt. Als unte re Grenze sind 0,5 Gew.-% bevorzugt, weiter 0,1 zur Einstellung der angestrebten optischen Lage eingesetzt.
  • Einige Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Gläser können jedoch auch frei von Tantaloxid sein. Ansonsten ermöglicht die gezielte Auswahl an Tantaloxid den Einsatz der erfindungsgemäß geringen Mengen an Nb2O5, deren Überschreitung eine verstärkte Kristallisationsneigung der Gläser hervorrufen würde. Zudem sind beide Komponenten, im Gegensatz zu Nb2O5, frei von intrinsischen Absorptionen an der blauen Spektralkante optischer Gläser, so dass durch diese Verteilung der erforderlichen Menge der hochbrechenden Komponenten zugunsten von ZrO2 und Ta2O5 eine Transmissionsverbesserung gegenüber einem Glas mit höherem Nb2O5-Gehalt erzielt werden kann. Zudem fördern ZrO2 und besonders Ta2O5, im Gegensatz zu Nb2O5, einen wellenlängenabhängigen Brechwertverlauf (Dispersion), der zu ausgeprägtem Kurzflint-Charakter der Gläser führt.
  • Aufgrund des keimbildenden Charakters der Komponenten Nb2O5, ZrO2 und Ta2O5 sollte ihr Summengehalt jedoch bevorzugt 45 Gew.-%, mehr bevorzugt 42 Gew.-%, nicht überschreiten.
  • TiO2 wirkt Brechwert hebend und dabei keimbildend und verschlechtert die Transmission an der blauen Spektralkante. Daher sind bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Gläser frei von dieser Komponente (TiO2-frei).
  • Besondere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Gläser können jedoch TiO2 zu einem Anteil von 0,1–2 Gew.-%, bevorzugt höchstens 0,5 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 0,45 Gew.-% enthalten. Eine Zugabe von TiO2 kann erforderlich ein, um eine Stabilisierung des Glases gegen Langzeitstrahlenschäden, d. h. Solarisation zu bewirken.
  • Na2O wird in einem Gehalt von 8–15 Gew.-%, bevorzugt mindestens 9,5 Gew.-% und/oder höchstens 14 Gew.-%, zur Einstellung des angestrebten Dispersionsverhaltens, also des Kurzflint-Charakters eingesetzt. Geringere Anteile würden dagegen den gewünschten Effekt nicht ergeben.
  • Es dient zudem, in Kombination mit K2O (in einem Gehalt von höchsten 5 Gew.-%, bevorzugt höchstens 3 Gew.-%), zur flexiblen Feineinstellung sowohl der optischen Lage, als auch des Temperaturviskositätsprofils zugunsten einer endgeometrienahen Heißformgebung. Doch der Summengehalt der Alkalimetalloxide Na2O und K2O sollte gemäß bevorzugter Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Gläser 18 Gew.-%, mehr bevorzugt 15 Gew.-%, nicht überschreiten. Höhere Gehalte führen zu einem inakzeptabel starken Einfluss in Richtung tiefe Brechwerte und/oder „lange" Gläser, sowie durch Erhöhung der Ionenmobilität zu erhöhter Kristallisationsneigung der erfindungsgemäßen Gläser. Der Gehalt des K2O muss zudem auf höchstens 5 Gew.-% beschränkt bleiben, da er das Dispersionsverhalten, im Gegensatz zu Na2O, ungünstig beeinflusst.
  • Außerdem ist Na2O als relativ kleines Alkalimetalloxid durch seine Eigenschaften als Flussmittel prädestiniert für applikationsbedingte Sonderanpassungen, wie beispielsweise die Ionenaustauschfähigkeiten, was von Bedeutung ist, wenn Ag2O nicht oder nur in geringen Mengen eingesetzt wird.
  • Silberoxid kann zu höchstens 5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 3 Gew.-% im Glas vorliegen.
  • Auch Al2O3 kann optional eingesetzt werden, hier sind höchstens 7 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 5 Gew.-%, am meisten bevorzugt höchstens 3 Gew.-% möglich, was geringfügige Variationen am Viskositäts-Temperaturverhalten bedingen kann.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser sind in bevorzugten Ausführungsformen Li2O-frei, da dieses, insbesondere in Kombination mit dem obligatorischen B2O3-Gehalt der erfindungsgemäßen Gläser, zu verstärkter Aggressivität der Schmelze gegenüber dem Feuerfestmaterial führt. Dies wiederum führt zu ei nem starkem Eintrag des Feuerfestmaterials ins Glas und zu geringeren Aggregatstandzeiten. Sofern Platin als Feuerfestmaterial verwendet wird, führt dies zu Transmissionsverlusten an der blauen Spektralkante, und ebenso wie bei der Verwendung von keramischen Materialien durch den Eintrag heterogener Kristallisationskeime zu verstärkter Kristallisationsneigung in der Schmelze, sowie der primären und/oder sekundären Heißformgebung.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser können zum Zweck der Feineinstellung des Viskositätstemperatur-Profils in Summe einen Gehalt an Komponenten MO der Gruppe der Erdalkalimetalloxide MgO, CaO, SrO, BaO, ZnO von höchstens 17 Gew.-%, bevorzugt höchstens 12 Gew.-%, aufweisen. Dabei kann jede der Komponenten, außer CaO, als einzelne Komponente zu höchstens 5 Gew.-% im Glas vorliegen.
  • Alternative Ausführungsformen sind frei von MgO, SrO und/oder BaO.
  • CaO ist mit mindestens 0,1 Gew.-%, bevorzugt 0,5 Gew.-%, weiter bevorzugt 1 Gew.-% und/oder höchstens 7 Gew.-%, bevorzugt höchstens 5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 4 Gew.-% enthalten.
  • ZnO wird nur optional, jedoch bevorzugt mit mindestens 0,1 Gew.-%, weiter bevorzugt mit mindestens 1 Gew.-% und/oder höchstens 5 Gew.-%, bevorzugt höchstens 4 Gew.-% zur Stabilisierung gegen Kristallisation eingesetzt.
  • Eine Überschreitung dieser Erdalkalioxid-Obergrenzen würde neben einer zu starken Rückkopplung auf das Viskositätstemperatur-Profil (zu kurze Gläser) zu einer deutlichen Absenkung des Brechwertes bei erhöhter Abbezahl und damit aus dem hier favorisierten optischen Lagebereich hinaus führen. Zudem handelt es sich bei MgO und SrO um Komponenten, deren Rohstoffe weniger leicht in den für hoch qualitative Optiken erforderlichen Qualitäten erhältlich und damit deutlich kostenintensiver als andere Erdalklalimetalloxide sind. Ein Verzicht auf weitere Mitglieder dieser Komponenten MO, die Fokussierung also auf eine der Komponenten (CaO oder ZnO), würde dagegen die Variabilität des Viskositätstemperatur-Profil einschränken, wie auch ein Unterschreiten der genannten Untergrenzen einen negativen Effekt hierauf zeigen würde.
  • Zudem ist der Einsatz von CaO obligat, da CaO einen stark positiven Einfluass auf das gewünschte Dispersionsverhalten (Kurzflint) zeigt. BaO dagegen wirkt deutlich schwächer in dieser Richtung, während ZnO dem Kurzflintcharakter sogar entgegen wirkt. Daher bleiben beide Komponenten auf die genannten Obergrenzen beschränkt.
  • Zur flexibleren Einstellung eines speziellen Punktes innerhalb des erreichbaren optischen Lagebereichs, können die erfindungsgemäßen Gläser zusätzlich Oxide der Gruppe P2O5, Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3 oder F in einem Gesamtgehalt von höchstens 5 Gew.-% enthalten. Eine Erhöhung des Summengehaltes an F, P2O5, Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3 über 5 Gew.-% hinaus würde neben Einbußen bei der Transmission (durch Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3) zu einer erhöhten Entglasungsneigung (durch Y2O3, Gd2O3, Yb2O5) und/oder Handhabungs- und Arbeitsschutz-Problemen in Gemengebereitung und Schmelzprozess (durch F, P2O5) führen.
  • Das erfindungsgemäße Glas besitzt einen optionalen Anteil an La2O3 (höchstens 7 Gew.-%, bevorzugt 5 Gew.-%, weiter bevorzugt höchstens 3 Gew.-%). Lanthan-, im Gegensatz zu Nioboxid, senkt die die Dispersion und kann somit zum Erreichen des Kurzflintcharakters beitragen. Es besitzt jedoch eine intrinsische Absorption im blauen Wellenlängenbereich und verschiebt so die Transmissionkante (Wellenlänge des 50%-Transmissionswerts) La2O3-haltiger Gläser signifikant in Richtung höherer Wellenlängen. Zudem erhöht Lanthanoxid sehr stark die Kristallisationsneigung optischer Gläser. Daher darf der Gehalt die angegebenen Obergrenze, besonders in Summe mit den anderen hochbrechenden Komponenten (Summe [Ta2O5, ZrO2, Nb2O5, La2O3] bevorzugt höchstens 45 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 42 Gew.-%), nicht überschreiten, während bevorzugte Ausführungsformen sogar La2O3-frei sind.
  • Aus denselben Gründen sind die erfindungsgemäßen Gläser vorzugsweise frei von Bi2O3, welches zudem durch seine Anfälligkeit gegenüber den Redox-Bedingungen im Schmelzprozess zu starken Verfärbungen im Glas führen kann. Die Prozessfenster solcher Gläser sind extrem eng und damit für klassisch-optische Gläser unwirtschaftlich.
  • Das erfindungsgemäße Glas ist als optisches Glas vorzugsweise frei von färbenden und/oder optisch aktiven, wie laseraktiven Komponenten.
  • Gemäß einer alternativen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung, nämlich sofern das Glas als Basisglas eines optischen Filters oder Feststofflasers Einsatz findet, kann das erfindungsgemäße Glas färbende, und/oder optisch aktive wie laseraktive Komponenten in Gehalten bis zu maximal 5 Gew.-% beinhalten, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden Komponenten der übrigen Glaszusammensetzung hinzukommen (woraus sich eine relative Verschiebung der anderen Anteile ergibt).
  • Gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht das erfindungsgemäße Glas vorzugsweise zu mindestens 90 Gew.-%, mehr bevorzugt zu mindestens 95 Gew.-%, aus den genannten Komponenten, insbesondere den vorstehend genannten Komponenten.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das erfindungsgemäße Glas vorzugsweise frei von anderen, vorstehend nicht genannten Komponenten, d. h. gemäß einer derartigen Ausführungsform besteht das Glas im Wesentlichen aus den vorstehend genannten Komponenten. Zur Definition „frei von einer Komponente" siehe weiter oben..
  • Das erfindungsgemäße Glas kann übliche Läutermittel in geringen Mengen beinhalten. Vorzugsweise beträgt die Summe der zugesetzten Läutermittel höchstens 2,0 Gew.-%, mehr bevorzugt höchstens 1,0 Gew.-%, wobei diese Mengen additiv zu den 100 Gew.-% ergebenden Komponenten der übrigen Glaszusammensetzung hinzukommen. Als Läutermittel kann in dem erfin dungsgemäßen Glas mindestens eine der folgenden Komponenten enthalten sein (in Gew.-%, additiv zur übrigen Glaszusammensetzung):
    Sb2O3 0–1 und/oder
    SnO 0–1 und/oder
    SO4 2– 0–1 und/oder
    NaCl 0–1 und/oder
    As2O3 0–0,1 und/oder
    F 0–1
  • Sämtliche, erfindungsgemäße Gläser weisen eine gute chemische Beständigkeit und eine Stabilität gegenüber Kristallisation bzw. Kristallisationsstabilität auf. Sie zeichnen sich ferner durch gute Schmelzbarkeit und flexible, endgeometrienahe Verarbeitbarkeit, geringe Produktionskosten durch reduzierte Prozesskosten, gute Ionenaustauscheigenschaften, gute Solarisationsstabilität, sowie durch eine gute Umweltverträglichkeit aus.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser weisen einen Tg von weniger als oder gleich 640°C auf, sind kristallisationsstabil und lassen sich gut verarbeiten.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser weisen negative anomale relative Teildispersionen von höchstens –25·10–4 an Messproben aus Kühlungen mit einer Kühlrate von etwa 7 K/h auf.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser weisen thermische Dehnungskoeffizienten α von weniger als 10·10–7/K auf. Dadurch werden Probleme mit thermischer Spannung in der Weiterverarbeitung und der Fügetechnik vermieden.
  • Die erfindungsgemäßen Gläser weisen spezifische Dichten von kleiner als oder gleich 3,4 g/cm3 auf. Damit sind die aus Ihnen gefertigten optischen Elemente und/oder optischen Komponenten aufgrund ihrer relativ zu bleihaltigen Pendants gesehen geringen trägen Masse besonders für mobile/bewegliche Einheiten geeignet.
  • Durch die erfindungsgemäßen Gläser wurde eine derartige Einstellung von optischer Lage, Viskositätstemperaturprofil und Verarbeitungstemperaturen erreicht, dass eine hochspezifizierte endgeometrienahe Heißformgebung auch mit empfindlichen Präzisionsmaschinen gewährleistet ist. Zudem wurde eine Korrelation von Kristallisationsstabilität und Viskositätstemperaturprofil realisiert, so dass eine weitere thermische Behandlung, wie Pressen, bzw. Wiederverpressen oder Ionenaustauschprozesse, der Gläser ohne weiteres möglich ist.
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der erfindungsgemäßen Gläser für die Applikationsbereiche Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser, Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten
  • Die vorliegende Erfindung betrifft ferner optische Elemente, welche das erfindungsgemäße Glas umfassen. Optische Elemente können dabei insbesondere Linsen, Prismen, Lichtleitstäbe, Arrays, optische Faser, Gradientenbauteile, optische Fenster und Kompaktbauteile sein. Der Begriff „optisches Element" umfasst dabei erfindungsgemäß auch Vorformen bzw. Preformen eines solchen optischen Elements, wie beispielsweise Gobs, Precision Gobs und ähnliches.
  • Weiter betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines optischen Elements, umfassend den Schritt:
    • – Blankpressen des erfindungsgemäßen optischen Glases.
  • Weiter betrifft die Erfindung die Verwendung eines solchen optischen Elements zur Herstellung optischer Bauteile, bzw. optischer Komponenten, für beispielsweise die Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion, Telekommunikation, Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser, Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten.
  • Weiter betrifft die Erfindung optische Bauteile, bzw. optische Komponenten, für beispielsweise die Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, Digitale Projektion, Telekommunikation, Optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser, Wafer, Computerchips, sowie integrierte Schaltungen und elektronische Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten, umfassend vorstehend genannte optische Elemente.
  • Beispiele
  • Die Tabellen 2 und 3 enthalten 12 Ausführungsbeispiele für bevorzugte Zusammensetzungsbereiche. Die in den Beispielen beschriebenen Gläser wurden folgendermaßen hergestellt:
    Die Rohstoffe für die Oxide, bevorzugt die entsprechenden Carbonate, werden abgewogen, ein oder mehrere Läutermittel, wie z. B. Sb2O3, zugegeben und anschließend gut gemischt. Das Glasgemenge wird bei ca. 1250°C in einem diskontinuierlichen Schmelzaggregat eingeschmolzen, danach geläutert (1350°C) und homogenisiert. Bei einer Gusstemperatur von etwa 900°C kann das Glas gegossen und zu den gewünschten Abmessungen verarbeitet werden. Im großvolumigen, kontinuierlichen Aggregat können die Temperaturen erfahrungsgemäß um mindestens ca. 100 K abgesenkt werden, und das Material kann im endgeometrienahen Heißformgebungsverfahren, z. B. Präzisionspressen, verarbeitet werden. Tabelle 1: Schmelzbeispiel für 100 kg berechnetes Glas:
    Oxid Gew.% Rohstoff Einwaage (kg)
    SiO2 B2O3 Na2O 38 11 11,5 SiO2 H3BO3 Na2CO3 NaNO3 38,08 19,41 19,17 1,37
    CaO ZnO 2,5 2 CaCO3 ZnO 4,75 1,99
    ZrO2 16 ZrO2 15,70
    Nb2O5 Ta2O5 16 3 Nb2O5 Ta2O5 16,07 2,76
    Sb2O3 0,2 Sb2O3 0,20
    Summe 100,2 119,50
  • Die Eigenschaften des so erhaltenen Glases sind in der Tabelle 2 als Beispiel 1 angegeben und besitzt neben den dort angegebenen Messwerten exzellente chemische Resistenzen, charakterisiert mit AR = 1.0 und SR = 1.0. Tabelle 2 Schmelzbeispiele (in Gew.%)
    Beispiele 1 2 3 4 5 6
    SiO2 38 37 32 33 37 40
    B2O3 11 10,5 11 12 11 10
    Al2O3
    Na2O 11,5 10 15 10 8 12
    K2O 5 3 2
    MgO
    CaO 2,5 3 3 4 1 2
    BaO 4
    SrO 2
    ZnO 2 3 5 3
    ZrO2 16 15 12 13 18 14
    La2O3 3
    Nb2O5 16 17 15 14,9 20 19
    Ta2O5 3 2,5 5 0,1 3
    WO3
    Sb2O3 0,2 0,2 0,2
    Summe 100,2 100,0 100,0 100,2 100,0 100,2
    nd[7K/h] 1,6530 1,6546 1,6673 1,6586 1,6690 1,6539
    νd[7K/h] 39,8 39,4 39,4 41,3 37,1 38,5
    Pg,F [7K/h] 0,5704 0,5719 0,5714 0,5676 0,5779 0,5734
    ΔPg,F (10–4)[7K/h] –65 –56 –62 –67 –34 –57
    τi(25mm;420nm) (%) 94 92 91 93 91 87
    α20–300 (10–6·K–1) 7,4 8,1 9,0 8,3 6,3 7,3
    Tg (°C) 586 600 576 567 583 602
    ρ (g/cm3) 3,04 3,04 3,22 3,13 3,06 3,01
    Tabelle 3: Schmelzbeispiele, Fortsetzung (in Gew.%)
    Beispiele 7 8 9 10 11 12
    SiO2 42 45 38 30 38 36
    B2O3 9 8 12 12 11 9
    Al2O3 2
    Na2O 9,5 14 10,5 11 9 10
    K2O 4
    MgO 3
    CaO 3 0,1 0,5 3 7 3
    BaO
    SrO
    ZnO 0,5 2 0,5 1
    ZrO2 17 16 15 19 20 10
    La2O3
    Nb2O5 13 14 18 16 12 24
    Ta2O5 2,9 1 9 0,5 7
    WO3 2
    Sb2O3 0,2 0,2
    Summe 100,0 100,2 100,0 100,0 100,2 100,0
    nd[7K/h] 1,6268 1,6291 1,6509 1,6907 1,6556 1,6876
    νd[7K/h] 42,6 41,2 39,5 36,8 41,9 35,0
    Pg,F [7K/h] 0,5658 0,5673 0,572 0,5758 0,565 0,5822
    ΔPg,F (10–4)[7K/h] –64 –71 –53 –61 –84 –27
    τi(25mm;420nm) (%) 90 92 87 81 87 82
    α20–300 (10–6·K–1) 7,5 7,6 6,8 7,4 7,0 7,0
    Tg (°C) 609 629 585 603 616 596
    ρ (g/cm3) 2,92 2,95 3,00 3,24 3,06 3,17
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Claims (21)

  1. Optisches Glas, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgende Zusammensetzung umfasst (in Gew.-% auf Oxidbasis) SiO2 B2O3 30–45 8–12 Na2O 8–15 CaO ZnO 0,1–7 0 ≤ 5 ZrO2 Nb2O5 Ta2O5 10–20 12–24 0 ≤ 9 AgO 0 ≤ 5
  2. Glas nach dem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ferner Al2O3 und/oder GeO2 zu höchstens 5 Gew.-% enthalten kann, und sowohl die Summe als auch die Einzelkomponente höchstens 5 Gew.-% beträgt.
  3. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt einer oder mehrere Komponenten ausgewählt aus der Gruppe Na2O, K2O von höchstens 18 Gew.-% aufweist, wobei Na2O einen maximalen Gehalt von 15 Gew.-% und K2O einen maximalen Gehalt von 5 Gew.-% aufweist.
  4. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an CaO von 0,5–5 Gew.-%, vorzugsweise von 1 bis 4 Gew.-%, aufweist.
  5. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an ZnO von 0,5–5 Gew.-%, vorzugsweise von 1 bis 4 Gew.-%, aufweist.
  6. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an einer oder mehrerer der Komponenten, ausgewählt aus MgO, CaO, SrO, BaO, ZnO, von höchstens 17 Gew.-% aufweist, wobei jede Einzelkomponente MgO, SrO, BaO, ZnO einen Gehalt von höchstens 5 Gew.-%, und CaO einen Gehalt von höchstens 7 Gew.-% aufweist.
  7. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an La2O3 von höchstens 7 Gew.-%, vorzugsweise von höchstens 5 Gew.-%, aufweist.
  8. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an ZrO2 von 12–19 Gew.-%, vorzugsweise von 14 bis 18 Gew.-%, aufweist.
  9. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an Nb2O5 von 13–20 Gew.-%, vorzugsweise von 14 bis 18 Gew.-%, aufweist.
  10. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an Ta2O5 von 0,1–7 Gew.-%, vorzugsweise von 0,5 bis 5 Gew.-%, aufweist.
  11. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es in Summe einen Gehalt an einer oder mehrerer Komponenten, ausgewählt aus der Gruppe La2O3, ZrO2, Nb2O5, Ta2O5 von höchstens 45 Gew.-% aufweist.
  12. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Gehalt an AgO von höchstens 5 Gew.-%, vorzugsweise von höchstens 3 Gew.-%, aufweist.
  13. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es in Summe einen Gehalt an einer oder mehrerer Komponenten, ausge wählt aus der Gruppe F, P2O5, Y2O3, Gd2O3, Yb2O5, WO3, von höchstens 5 Gew.-% aufweist.
  14. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung (in Gew.-% auf Oxidbasis): SiO2 B2O3 Al2O3 + GeO2 30–45 8–12 ≤ 5 Na2O K2O Σ M2O (Na, K) 8–15 ≤ 5 ≤ 18 CaO ZnO MgO, SrO, BaO Σ MO (Mg, Ca, Sr, Ba, Zn) 0,1–7 ≤ 5 je ≤ 5 ≤ 17 La2O3 ZrO2 Nb2O5 Ta2O5 Σ Oxide (La, Nb, Ta, Zr) ≤ 7 10–20 12–24 ≤ 9 ≤ 45 Σ Oxide (Y, Gd, Yb, W, P) + F ≤ 5 AgO ≤ 5
  15. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es als Läutermittel mindestens eine der folgenden Komponenten enthält (in Gew.-%): Sb2O3 0–1 und/oder SnO 0–1 und/oder NaCl 0–1 und/oder SO4 2– 0–1 und/oder F 0–1
  16. Glas nach den vorangehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Brechwert nd von 1,60 ≤ nd ≤ 1,72 und/oder einer Abbezahl νd von 32 ≤ νd ≤ 45 aufweist.
  17. Verwendung eines Glases nach einem der Ansprüche 1 bis 16 zur Herstellung, für oder in optischen Elementen, wie beispielsweise Linsen, Prismen, Lichtleitstäben, Arrays, optischen Fasern, Gradientenbauteilen und optischen Fenstern.
  18. Verfahren zur Herstellung eines optischen Elements, umfassend den Schritt: – Blankpressen eines Glases nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16.
  19. Optisches Element, wie beispielsweise Linsen, Prismen, Lichtleitstäben, Arrays, optischen Fasern, Gradientenbauteilen und optischen Fenstern, umfassend ein Glas nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16.
  20. Optische Bauteile bzw. optische Komponenten für die Abbildung, Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser, Wafer, Computerchips und/oder integrierte Schaltungen und elektronische Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten, umfassend ein oder mehrere optische Elemente nach Anspruch 18 und/oder 19.
  21. Verwendung eines optischen Elements nach Anspruche 18 und/oder 19 zur Herstellung optischer Bauteile bzw. optischer Komponenten für die Sensorik, Mikroskopie, Medizintechnik, digitale Projektion, Telekommunikation, optische Nachrichtentechnik/Informationsübertragung, Optik/Beleuchtung im Sektor Automotive, Photolithographie, Stepper, Excimerlaser, Wafer, Computerchips und/oder integrierte Schaltungen und elektronische Geräte, die solche Schaltungen und Chips enthalten.
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